Blind Date

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Sie daten blind.
Lassen sich auf Fremde,
Fremdes ein.
Ein Kick, ein Spaß,
ein Spiel.
Manche kriegen davon
nie zu viel.
Sie sammeln Frust ein.
Legen ihr Leben offen.
Oder auch nicht.
Sie lesen Beachtung auf
wie andere dreckige Socken.
Versprühen Interesse.
Oder tun nur so.
Weil man nicht wissen kann,
wem man wirklich trauen kann.
Prickeln sollte die Begegnung,
etwas exotisches, verbotenes
sollte dem Treffen mitschwingen.
Augen funkeln, sprühen,
damit man nicht allzu viel
vom Lügen zu sehen vermag.
Ein Date, ein Blind Date.
Keiner will sich festlegen,
wo bliebe sonst das Erregen,
ob ärgerlich oder erfreut,
Hauptsache die Maschinerie
der blinden Date-Leut´ läuft.
Früher war alles anders!
Wer hätte gedacht, daß ich,
gerade ich diesen Spruch
nehm zum Anlaß,
mich lustig zu machen
über den Blind Date,
die Kennenlernmachenschaften.
Früher da ging man einfach
aus dem Haus,
die Straße lang,
zum nächsten Kaufhaus,
zum Bäcker, Metzger,
ins Restaurant Winkelmann,
fuhr mit dem Bus, der Bahn,
dem Auto, sah überall Fremdes,
Neues, nicht Alltägliches,
ständig war da jemand,
der lächelte
oder vielleicht fluchte,
spuckte, wenn er lispelte,
fragte leise, wo man dies,
jenes findet,
hatte Glück, wenn er fand
alles Wissende.
Fremde gab es zuhauf,
alle kennen konnte man nicht
bei dem Andrang,
manchmal war´s schad´ drum,
manchmal gar nicht dumm.
Ich brauch niemand
blind daten,
bei jedem Schritt
durch diese Welt,
Blind Date mit Fremden
mich andauernd
von meinem Tun abhält.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Identitäre: Österreich klagt sie endlich an

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In Deutschland beobachtet nur ein zahnloser Ver-fassungsschutz?

Gleich vorneweg steht unbedingt berechtigt eine gewiße Mutmaßung im Raum mit dieser angestrebten Klage der Staatsanwaltschaft Graz, nämlich keine geringere, als daß die Identitäre Bewegung Österreich (IBÖ) Kapital daraus schlagen könne, in dem sie sich in einer Opferrolle sieht, die in Folge ihr gar weiterhilft, noch mehr Anhänger zu ergattern.

So zu beobachten in den Weiten des Internets, in den Social Media. Anstatt die Flut der tausendfachen Haßbotschaften wesentlich eindringlicher zu unterbinden, läßt man die rechte Brut gewähren, dürfen die gut vernetzten Gruppierungen sich austoben, beobachtet lediglich ein zahnloser Verfassungsschutz ausgerechnet in Deutschland. Welch drama-tische Fehlleistung!

Wenn die Politik sich zu wenig kümmert

Darf sich niemand wundern, daß dies natürlich nicht folgenlos bleibt. Eine unübersehbare Parallele zur Weimarer Republik zeigt sich überdeutlich, auch damals hatten die ver-antwortlichen Parteien den Rechtsradikalen einen viel zu großen Spielraum gewähren lassen, sich in Seelenruhe zu organisieren.

Obwohl die Identitären sich mit billigen Kopien vorm Brandenburger Tor blamierten, stoppt sie hierzulande niemand, dürfen sich rechtsradikale Guppierungen zusammenschließen. Ein Armutszeugnis par excellence, wenn man bedenkt, wie un-verblümt jene Entwicklung ihren Lauf nimmt, inzwischen eine AfD im Deutschen Bundestag sitzen darf, um ihre menschenverachtende Politik unters Volk zu streuen.

Im kleinen Österreich koaliert ein Heinz-Christian Strache mit dem jüngeren Bundes-kanzler Sebastian Kurz, ein Rechtsextremer bestimmt den politischen Kurs im Geburts-land eines Adolf Hitlers, ein fatales Signal, was somit europaweit organisierten Rechtsradikalen vorbildhaft dienen mag. Obendrein im Westen flankiert von einem rassistischen Donald Trump, im Osten von einem patriotisch gesinnten Wladimir Putin. Kein gut verheißendes Omen.

Elitäres Gehabe dominiert, die Justiz versagt weiterhin

Überspitzt formuliert sind wir auf bestem Wege, daß jeder Mensch am Ende illegal unterwegs ist, Freiheiten sich auflösen, sollte der politische Kurs nicht entschieden geändert werden. Mit welch simplen Mitteln die rechtsradikale Szene agiert, erläutern anschaulich Aussteiger wie in diesem Interview hier, aber auch ohne Namens-änderung im Interview mit Philip Schlaffer, welches Querdenkende mit ihm im Februar letzten Jahres führte.

Mit Blick zum laufenden NSU-Prozeß wird besonders deutlich, wie armselig gerade in Deutschland die Justiz handelt, die auch nur die politischen Vorgaben umsetzt. Alles Indizien, die den Weg rechtsradikaler Gruppierungen viel eher ebnet, anstatt endlich ent-schieden dagegen zu handeln. Österreich zeigt Mut, hoffentlich läßt die dortige Justiz sich nicht gängeln.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Schiefer Blick

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Fenster gekippt,
schräg die Aussicht.
Verzerrte Ansicht.

Durch Neid
geschielt der Blick,
gewaltiger Kick.

Hinterm Fenster.
Stummer Schrei.
Keiner dabei.

Mißgunst
vertrocknet Liebe,
verteilt Hiebe.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Alexander Dobrindt legt nach als Scharfmacher der CSU

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Wer von „Abschiebe-Saboteuren“ spricht, verhöhnt den Rechtsstaat

Vom CSU-Bundestagsabgeordneten zu deren Generalsekretär seitens Horst Seehofer ernannt, vier Jahre später zum Kabinett Merkel III ins Amt des Bundesministers für Verkehr und digitale Infrastruktur gewechselt, um nunmehr als Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag seiner jüngsten Rolle gerecht zu werden. Mit Nachdruck und entsprechender Vehemenz.

Dafür kennt man Alexander Dobrindt, Kai Biermann entlarvt ihn somit schonungslos und durchaus gerechtfertigt per Überschrift: Dobrindts Traum von Rechtlosen im Rechtsstaat. Wer von „Abschiebe-Saboteuren“ spricht, verhöhnt diesen nicht nur, sondern toppt armselige Reden manch AfD-Abgeordneter, würde ohne weiteres in dieser rechtsextremen Partei kaum auffallen.

Herr „Europa-Distel“ tönt gern allzu populistisch gegen Linke und Grüne

Nachdem vor über fünf Jahren Dobrindt vom Verein Europa Union Deutschland dessen Negativpreis „Europa-Distel“ überreicht wurde, scheint der CSU-Politiker keineswegs geläutert seinen Weg fortzusetzen. Ganz im Gegenteil, die anschließende Medien-Affäre der CSU, in der auch Dobrindt taträftig verwickelt war, offenbarte dessen Haltung. Wer das ZDF mit einem Staatssender verwechselt, respektiert nicht unbedingt die Rolle der Medien in einer Demokratie.

Insofern sollte man die populistische Hetze gegen Grüne und Linke, die Dobrindt gern zum Besten gibt, auch als Ablenkung eigener Verfehlungen werten. Man beachte, daß er nicht zufällig im Schwarzbuch Autolobby genannt wird, welches Greenpeace vor gut zwei Jahren veröffentlichte, Dobrindt als Bundesverkehrsminister Verflechtungen zwischen Politik und Autoindustrie auf deutscher und europäischer Ebene zur Last gelegt werden.

Ehemaliger Generalsekretär voll auf der Rolle

Manche können es eben nie lassen, selbst wenn schon längst in anderen Ämtern. Alexander Dobrindt erinnert an Heiner Geißler, nur daß dieser im zunehmenden Alter sich von alten Positionen distanzierte, der Ex-Generalsekretär der CSU hingegen ist voll auf der Rolle, stellt stets seine eigentliche Inkompetenz unter Beweis, so auch als Bundesverkehrsminister mit dem Trick der Infrastrukturgesellschaft, um die PKW-Maut sattelfest zu etablieren, dabei freundlichst von der Bundesregierung unterstützt.

Seilschaften müssen selbstverständlich ausgelebt werden, daher hält Dobrindt Seehofer die Stange, wettert ebenso gegen den Islam, der nicht zu Deutschland gehöre, also Spaltpilze sich tummeln, um Stimmen zu erhaschen, besonders hinsichtlich der bevorstehenden Landtagswahl am 14. Oktober dieses Jahres. Immerhin positioniert sich diese AfD auf Augenhöhe mit der SPD bei 12% laut letzter Umfrage seitens infratest dimap, während die Grünen als zweitstärkste Fraktion zwei Prozent mehr erhalten würden. Schon rüsten sich Bayerns Grüne für eine mögliche Koalition mit der CSU. Ob Alexander Dobrindt dann immer noch gegen sie wettert? Wir wissen doch, wie schmutzig das politische Geschäft ist, oder?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Rucksackjob

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Ob sie glotzen, zu ihm glotzen oder vor der Glotze hocken, um anderen zuzuglotzen, damit die sie nicht ihr eigenes Leben anglotzen, was soll´s. Irgendwas sehen sie immer von sich selbst. Je angewiderter sie sich dabei fühlen, desto schöner ihre persönliche Welt. Heiner war angewidert.

Theresa, ihren wirklichen Namen kannte er nicht, schritt mit schnellem wippendem Gang an ihm vorüber. Gut einstudiert ihre Mimik. Die Kleidung in passenden Farben abge-stimmt. Auf dem Weg zu ihrem Büro. Angestelltenverhältnis, befristet. Verheiratet mit Markus. Markus hat zwei Kinder in die Ehe gebracht. Für Theresa kein großes Thema. Sie waren bereits Jugendliche und kurz davor, ihren Weg zu gehen. Selbständig ist der Markus. Baufirma. Theresa bräuchte nicht arbeiten.

„Zwei Körnerbrötchen.“ „Darf es noch etwas sein?“, mit einem anbiedernden einstudierten Tonfall fragte Shania, sie absolviert ein vierwöchiges Praktikum in der Bäckereifiliale und kennt die Angewohnheiten der Kunden nicht, oder sie wurde angewiesen, mit dieser Frage ein Zaudern auszulösen, das zum Mehrkauf verführen soll. Michael verneinte kopf-schüttelnd. So früh morgens ist seine sprachliche Kompetenz noch nicht ausgeprägt. Sie stellt sich spätestens ein, wenn die ersten Kunden im Elektrofachhandel sich hilfesuchend an ihn wenden, um von ihm die Absolution zu erhalten, dieses oder jenes Gerät sei der Hammer, weil sie dies gehört, gelesen hätten, und ob er eventuell als Fachmann sozu-sagen, auf freundschaftlicher Basis, ihnen nicht das eine oder andere Unvorteilhafte, Schlechte, Mißliebige gestehen möge, man will ja schließlich alles wissen, bevor man eine Entscheidung fällt, Katze im Sack zu kaufen, ist nicht ihr Ding. Seine Verkaufsquote ist nicht begründet auf sein allzu großes Knowhow, er kann einfach mit Menschen, in null Komma nichts erweckt er ein Vertrauensverhältnis, Garantie von einem Jahr, sicher können sie jederzeit vorbeikommen, Techniker kann auch vor Ort, kann mit einem Rabatt entgegenkommen.

„Die ganze Nacht hat er gehustet.“ „Habe einen Termin um neun gekriegt, die schieben mich mit Joel dazwischen.“ Natürlich habe ich kein Auge zugetan.“ „Kissen in den Rücken, hab ich gemacht.“ „Was sind denn das für Geräusche im Hintergrund?“ „Ach so!“ „Dachte du fliegst erst nächste Woche.“ „Klingst nicht sehr glücklich, habt ihr euch wieder gestritten?“ „Wenn du meinst, daß der Urlaub euch wieder näherbringt, ich weiß nicht, Sabine.“ „Temperaturen zwischen 25 und 30 Grad, Swimmingpool in Hotelanlage, Sauna. Meer nicht weit. Ich weiß, hast mir doch das Prospekt gezeigt.“ Jeanette ließ kurz den Sportkinderwagen los, indem ihr kleiner Sohn den Schlaf der letzten Nacht nachholte, griff mit der rechten Hand nach Julian, der gerade dabei war, etwas von der Straße aufzuheben und befahl, nicht noch einmal seine Hand vom Kinderwagen zu nehmen. Währenddessen redete sie weiter mit ihrer Freundin, die am Flughafen wartete, auf daß der Flieger sie und ihren Mann einem Honeymoon entgegenbrachte, der in einer Hotelanlage in Ägypten auf sie wartete.

Lackaffe, dachte Rainer, das sah ihm Heiner an, als er beim wöchentlichen Appell den Spind öffnete. „Huber, Spind öffnen!“ Dabei war es der Lackaffe selbst, der die Türe mit seinem Körper zuknallte, als er den Spind von Heiner genauer durchsuchte. Sie rätselten beide lange darüber, wer ihnen diese Pornohefte und -filme untergeschoben hatte. Vom Lackaffen hörten sie, sie würden diese den Kameraden für viel Geld verkaufen. Wer immer es war, der diesen Handel in der Kaserne betrieb, er mußte gute Kontakte zu den Oberen gehabt haben. Rainer und Heiner hatten sie gewiß nicht, sie bekamen Arrest.

Heiner legte den Skizzenblock und den Stift in seinen Rucksack. Er hatte heute noch einiges vor. Wenn er Glück hatte und gleich einen Lift kriegen würde, würde er es noch zum Kaffeetrinken bei seiner Mutter schaffen. Es sind nur dreihundert Kilometer, vielleicht findet er jemanden, der direkt über die Autobahn gegen Norden fährt. „Alles Liebe zum Muttertag, Mama.“ Und er wird sie umarmen und ihr die nächsten Tage über glotzende Menschen erzählen, sich angewidert vorkommen, in seinem Zimmer stunden-lang auf der Schreibmaschine tippen, seine Eltern weiterhin mit ihrer Verzweiflung über ihn allein lassen, wenn er wieder den Rucksack packt, um die große Glotze in Skizzen einzufangen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Zwischen DSDS und ESC wird’s weltweit nimmer schee

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Man könnte meinen, der Vergleich stinke, das sollte man entschieden verneinen, es geht doch stets um Pinkepinke, die natürlich die Welt regiert, deshalb all das Schreckliche auf ihr passiert. Haste nen Poptitan in der Glotze präsentiert, eine Woche später europaweit den ESC, kaum jemand das Weltgeschehen interessiert, zur Kritik sachste einfach ade.

Ob soziale Ausbeutung oder kriegerische Aufrüstung ungebremst sich ausbreiten darf, die Menschen werden vorstrefflichst abgelenkt, Hauptsache TV und Meldungen sind entsprechend scharf, man dadurch somit nicht all der Opfer gedenkt. Das war letztlich schon immer so, doch die Möglichkeiten der Manipulation enstehen vermehrt proportional, macht manche keineswegs froh, den meisten ist’s wohl egal.

Insofern der blonde Dolle passend in die Kameras grinst, als er den Iran-Atomdeal aufhebt. Wenn du deinem Chef ähnliches gegenüber bringst, deine Kündigung dir entgegenschwebt. Auf politischem Parkett wird keineswegs lamentiert oder gar herumgefeilt, einmal beschlossen der eingeschlagene Weg, dessen Ziel herbeieilt, jene bösartige Logik offenbart sich uns ziemlich schräg. Wie gelähmte Häschen vor des Schlangen Biß, – wer kennt nicht das Bild im Dschungelbuch von der Kaa -, haben die Menschen so viel Schiß, deshalb all das Leid bisherig geschah.

Anstatt solche Despoten und Pschopathen einfach entschieden zu stoppen, unterwerfen die meisten sich ergebenst ihrem Schicksal, ist solch Gebaren kaum noch zu toppen, denn man hat natürlich stets die Wahl. Zu langes Abwarten macht gar keinen Sinn, die Geschichte hat doch stets gelehrt, hinterher zu vieles hin, es lief alles verkehrt.

Um es mal auf den Punkt zu bringen, aufzuzählen die perfide Richtung, davon könnt man des öfteren ein Lied von singen, egal ob mit oder ohne Dichtung: Wer Bedürftige ins soziale Abseits drängt, erneut Waffen sprechen läßt, dem man am besten kein Glauben schenkt. Erneut manch rechte Parole gegen wen och immer hetzt! Stets tauchen solch Gesellen mit jener simplen Masche auf, andere einfach zu erniedrigen, die Masse glotzt entsetzt zuhauf, wenn Mächte sich auf deren Kosten befriedigen.

Dabei kam oftmals entschieden beherzter Widerstand vor, der berechtigt sich Wege sucht. Und was machst du simpler Tor, der die eigenen Leute verflucht? Dich wegducken, lieber andere verraten, sie gar bespucken, auf irgendwelche Anführer warten. Mit klarem Verstand hat all das nichts zu tun, vielmehr mit einer bequemen Haltung. Anstatt sich fortwährend auszuruhen, erkenne diese perfide Spaltung, die gezielt genauso stattfinden soll. Keine Liebe darf sich entfalten, sondern verheerender Groll, damit Herrenmenschen weiterhin schalten und walten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Samstagnachmittag

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Es hat geklingelt.
Schatz, es hat geklingelt!
Die Klingel.
Da ist jemand an der Tür!
Bist du taub?
Kannst du mal nachsehen?
Jan, es klingelt.
Jan!
Hast du die Kopfhörer an?
Ich kann doch nicht.
Jan, wo steckst du?
Es klingelt an der Haustür.
Jan, Liebling. Jan!

Mist. Mist. Mist!
Ich komme gleich.
Ja, ja, ich hab´s gehört.
Oh je! Verflucht nochmal!
Ich kann nicht so schnell.
Fuck. Fuck Klingel.
Ich bin nicht schwerhörig.
Brauchst nicht nochmal klingeln!
Jan, einen Moment noch!
Hatte ganz vergessen.
Du wußtest doch, ich wollte baden!
Warum nimmst du aber auch nie
einen Schlüssel mit beim Joggen!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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