Auf Hänseln folgt Schlamassel

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Arglistige Täuschung gleicht Mobbing

Früher, ach wie doch die Zeit vergeht, also vor nicht allzu langen Jahren gab es das Wort „mobben“ nicht als Begriff, um damit zur Aussage zu bringen, jemanden zu schikanieren. Man nannte dies „hänseln“.

Selbst wenn dies Hänseln in Wirklichkeit Mobbing war, gab es keine Differenzierung, das lag zum einen sicher darin, daß man bewußt oder unabsichtlich das Leid der “Opfer“ herunterspielte, (ist doch alles nur Spaß, hab dich nicht so, nimm´s doch nicht so tragisch), zum anderen die Komplexität zwischen „Opfer“ und „Täter“ nicht ausreichend interessant war hinsichtlich einer notwendigen Aufklärung innerhalb der Gesellschaft; und möglicherweise war das Auftreten solchen Verhaltens in der Mehrzahl eher ein Hänseln und nicht Mobbing.

Hänseln, mittelhochdeutsch hansen, unter gewissen (scherzhaften) Zeremonien in eine Kaufmannsgilde aufnehmen, zu Hanse. (Duden) Synonyme sind foppen, aufziehen, necken, verspotten, frotzeln, ärgern.

Hanse, mittelhochdeutsch hanse, Kaufmannsgilde, Genossenschaft, althochdeutsch hansa, Kriegerschar, Gefolge, Herkunft ungeklärt (Duden)

Mobben, englisch to mob, über jemanden herfallen, sich auf jemanden stürzen, zu: mob, Mob. (Duden) Andere Begriffe sind tyrannisieren, ärgern, quälen, verheizen, schikanieren, intrigieren.

Mob, englisch mob, eigentlich, aufgewiegelte Volksmenge, gekürzt aus lateinisch mobile vulgus. (Duden) Andere Wörter hierfür sind Bande, Gang, Meute.

Allein schon über die Wortherleitungen kann man erkennen, daß zwischen den beiden Wörtern hänseln und mobben ein großer Unterschied besteht, um nicht zu sagen eine gewaltige Diskrepanz.

Ist beim Hänseln noch ein gewisses Maß an Schalk und Scherz herauszulesen, ist beim Mobben die Rede von Schikane und Tyrannei, also böswilliges Handeln das Hauptmerkmal.

Demnach kann, könnte das Hänseln ohne weiteres „überstanden“ werden, ohne Opfer geworden zu sein. Vorausgesetzt Hänseln ist kein Dauerzustand und in einer einigermaßen erträglichen Waage zwischen zwei Personen eher als gegenseitiges Aufziehen zu verstehen, ohne dabei eine arglistige Quälerei zu verfolgen.

Mobben hingegen weist auf eine hinterlistige Täuschung, absichtliche Spötterei mit den Hintergedanken und dem Effekt, das Gegenüber zu tyrannisieren, zu diskreditieren. Und wird, wenn beide Seiten eine „dicke Haut“ haben, sich hochschaukeln können, bis hin zu Handgreiflichkeiten, körperlichen Auseinandersetzungen und Verletzungen.

In diesen Fällen ist das Opfer einem Schlamassel ausgesetzt, einer Ausweglosigkeit, Dilemma, Misere, sitzt in der Bredouille.

Schlamassel, jiddisch schlamassel, Unglück, Pech, zu schlimm und jiddisch massel, Massel. (Duden)

Massel, jiddisch massel, hebräisch mazzạl, Stern; Schicksal. (Duden)

Würden wir uns wie bei dem Wort „hänseln“, das sich auf eine scherzhafte Zeremonie zur Aufnahme in einer Gilde herleitet (möglicherweise vergleichbar mit einem Jungenstreich), dies bei dem Wort „mobben“ gleichtun, so könnten wir es als Formulierung in etwa so ausdrücken. Mobben, ein intrigierendes Ritual zur Aufnahme in eine aufgewiegelte Volksmenge.

Ich vergaß, das Wort schlimm zu erklären. Das in diesem Zusammenhang für den Schlamassel, in dem einzelne Personen oder ganze Völker sitzen, wenn sie „Opfer von Mobbing geworden sind, eine wichtige Komponente darstellt.

Schlimm, mittelhochdeutsch slim(p), schief, schräg (vgl. althochdeutsch slimbī, Schräge), erst im Neuhochdeutschen, übel, schlecht, böse, Herkunft ungeklärt. (Duden) Andere Worte sind böse, dramatisch, fatal, folgenschwer, schrecklich, schäbig, schmutzig, skrupellos, jämmerlich, betrüblich, gravierend.

Warum diese Erklärung wichtig ist, ganz einfach, das oder der Schlamassel ist ein schräges Schicksal. Meinetwegen auch ein schlimmer Stern, das hört sich eher nach nicht mehr umkehrbar an, oder?

Erinnern Sie sich noch an das Spielplatzgerät Wippe? Welcher Schlamassel, wenn ihr Wipp-Partner partout unten sitzen blieb und Sie oben, hilflos in der Luft hingen? Wer von Ihnen beiden verbrauchte die größere Energie, Kraftaufwand, um die Schräge zu halten?

Lassen wir uns nicht verschaukeln von dieser Mobbing-Tour, egal aus welcher Richtung sie sich in unser Leben schleicht. Tatsache bleibt, wer es nötig hat, nur mittels ständigen Kraftaufwandes eine Zeremonie zur Aufnahme eines harmonischen Ausgleiches zu veranstalten, der ist schräg drauf, hat Böses im Sinn, ist jämmerlich, skrupellos.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Klimawandel sowie globale Zerstörung keinesfalls hysterische Anmahnung

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Einsichtige Entscheidungen noch möglich?

Vielleicht wäre ja der Verlauf der Menschheitsgeschichte anders gewesen, hätte Eva nicht im Paradies in den Apfel der Erkenntnis gebissen, wenn wir uns dieses alttestamentarische Gleichnis vergegenwärtigen. Doch sie hat es nun mal getan. Die Konsequenzen sind längst nicht mehr wegzudichten, selbst wenn noch so viele „gekaufte“ wissenschaftliche Gutachter sich anmaßen, ein genaues Hinschauen lächerlich machen zu wollen. Diese Realität will halt nicht in die Köpfe derer, die weiterhin skrupellos Mutter Erde wie einen Schwamm ausdrücken, weil Profitgier eine gnadenlose Ignoranz hervorruft.

Schauen wir genauer hin, bevor zukünftige Generationen zu leiden haben. Die Überflußgesellschaft, die ganz besonders der große deutsche Philosoph Erich Fromm ausführlich angemahnt hatte, vernichtet die Ressourcen unseres Planeten weiterhin bedenkenlos.

Überall bedenkenloser Raubbau

Selbst wenn dieses Thema kaum noch Beachtung findet, es betrifft die Menschheit dennoch, die Gesetzmäßigkeit läßt sich nicht verleugnen: Unsere Wälder sind die Stützpfeiler des Klimagleichgewichtes. Merken Sie was? Bewußt wurde der Klimawandel mal ausgeklammert, denn Versuche, dies in einem Artikel zu erläutern, würde den Rahmen sprengen, viel zu komplex sind die Zusammenhänge, die dabei zu berücksichtigen sind. Nein, es geht ums Gleichgewicht, und dieses ist längst außer Kontrolle geraten.

Da ein Ende der Erdölreserven schon lange in Sicht ist, obwohl in jüngster Zeit immer wieder erneute Vorkommen entdeckt wurden, müssen Ersatzstoffe herhalten, wie z.B. die Palmölerzeugung. Aus Palmöl werden alternative Treibstoffe hergestellt als auch Waschmittel sowie Lebensmittel. Die viertgrößte Insel Borneo wird bei gleichbleibender Abholzung des Urwaldes schon in wenigen Jahren gar keinen mehr haben.

Der durchschnittliche tägliche Wasserverbrauch pro Kopf in Las Vegas lag noch 2009 bei 800 bis 1.000 Liter, wurde inzwischen allerdings reduziert, während in Indien 30% aller Brunnen versiegt sind. In Australien ist die Hälfte des Farmlandes von Trockenheit betroffen. Der einstmals gewaltige Colorado River erreicht in der warmen Jahreszeit nicht mehr den Golf von Kalifornien. Sehr bald werden zwei Milliarden Menschen unter Wassermangel zu leiden haben.

Ein sehr großer Teil der Menschheit ernährt sich durch Fischverzehr. Solange dies in einem natürlichen Gleichgewicht stattfindet, hat der Fischbestand auch eine Chance, wieder nachzuwachsen. Aber da sind viel zu viel Gefährdungen für die Fischwelt bei enorm steigender Bevölkerungszahl, sodaß bei derzeitiger Fischfangquote bereits 2050 sämtliche Fischbestände vernichtet sein werden. Ebenso werden Mitte dieses Jahrhunderts die Hälfte aller Tierarten gefährdet sein.

Klimawandel zwischen erhobenem Zeigefinger und tatsächlicher Umkehr

Betrachten wir dennoch mal nur ganz kurz die Auswirkungen des Klimawandels, den es ja gar nicht geben darf, weil er nicht ins „marktgerechte Wirtschaftskonzept“ der Weltkonzerne paßt. Die Eisschmelze von Grönland geht wesentlich schneller voran, als selbst die schlimmsten Pessimisten vorausgesagt hatten. Dieses Grönlandsüßwasser fließt somit ins Meer, und die Systeme werden dort instabil. Nach kompletter Grönlandeisschmelze werden die Meeresspiegel weltweit um 7 Meter ansteigen. Aber es sind ja nur 70% der Weltbevölkerung, die in Küstennähe leben.

Es macht dennoch wenig Sinn, jetzt den moralischen Zeigefinger zu heben, auch wenn die Zukunftsaussichten angesichts dieser tragischen Entwicklungen alles andere als rosig sind. Die Menschheit hat es selbst in der Hand, eine Umkehr hin zur Einsicht zu bewirken. Lassen Sie sich nicht blenden von manipuliert verharmlosenden Berichten, die meist nur Wirtschaftsinteressen dienen.

Beobachten Sie selbst, informieren Sie sich über globale Zusammenhänge, und Sie werden feststellen, daß da nichts mehr schönzureden ist. Am Ende schließt sich der Kreis auch mit dem sinnigen Werbeslogan: Der Mensch braucht die Natur, diese aber den Menschen nicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wenn Fahnen riechen

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Die Fahne weht mir ins Gesicht,
dennoch fassen kann ich sie nicht.
Sie ist eine Fahne aus Gasen,
möglich wäre, sie wegzublasen.

Da sitzt man schweratmend im Bus,
man hat´s geschafft, nicht laufen muß.
Anstatt Luft, Atemluft, reine Luft,
bekommt die Lunge Veilchenduft.

Man hüstelt, schaut sich lächelnd um,
grinsende, wissende Gesichter, reihum.
Du weißt, keiner will mit dir tauschen,
du sehnst dich danach, abzutauchen.

Raus aus dem Bus bei nächster Station,
bin eh zu spät, was macht das schon?
Schnellen Schrittes suchst du das Weite,
das Vorstellungsgespräch wird ´ne Pleite.

Zum Termin warst du weit über der Zeit,
sie mustern, fragen dich, sie sind zu zweit.
In deiner Nase ist immer noch die Duftfahne,
sie sagt, für den Job bist du nicht erste Sahne.

Gemächlich, Selbstbewußtsein täuschend,
Frusttiraden deinem Munde entfleuchend,
gönnst du dir in ´ner Kneipe einen Kaffee,
Coffein, um Lisa Rede und Antwort zu stehn.

Die Fahne weht ihr ins Gesicht,
dennoch fassen kann sie es nicht.
Sie läßt dich nicht zu Worte kommen,
die Fahne hat ihr den Verstand genommen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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GroKo-Taufe ohne rosarote Schlaufe

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Der Gag der Woche – oder wieso man vieles ernst nehmen sollte

Jetzt mal Butter bei die Fisch, packen wir manch ungereimtes auf den Tisch. Wat is denn nu schon wieder los in der Bundeshauptstadt? Von wegen ein Patt, die dritte GroKo verschafft der Mutti ne neue Regierungsmacht, obwohl dat Volk über sie nur noch lacht? Irgendwas scheint hierbei total aus dem Ruder zu laufen, da heißt es mal soeben tief durchschnaufen.

Doch ob das nach alledem tatsächlich nützt? Eher nur noch total beschwippst? Könnte durchaus sein, bei Karneval is man eh nich allein. Mal zurück zur Misere in Berlin, wo bei den Sozen gar nichts mehr jut schien. Dieser Martin Schulz, mit Verlaub, wirkt wie ne billige Schnulz oder nen Duplikatenraub. Mit solch komischen Vertretern läßt sich keine Politik machen, kein Enthusiasmus entfachen.

Dennoch ließ die Union sich drauf ein, nicht nur so zum Schein, weil Macht braucht ne willige Klientel, sonst läuft sie gänzlich fehl. Am Ende hat’s dann doch gereicht, erleichtert wurde der Koalitionsvertrag eingereicht. Jetzt muß halt bloß die Basis zustimmen, dann können die Regierungsglocken wieder klingen. Ob dabei noch mit Widerstand zu rechnen ist, zeigt die bald abgelaufene Frist. Wohl eher nicht, denn denen da oben zustimmen, ist oberste Pflicht.

Dann darf die Bundesmutti wieder schalten und walten, alles wie vorher beim Alten. Ob die Menschen da draußen im Lande, diesmal so am Rande, die Füße stillhalten? Wohl kaum, erst recht nicht dieser rechte Abschaum. Der hockt jetzt im Deutschen Bundestag, weil angeblicher Protest dies mag. Dabei schimpft er rotzfrech, zahlen tut der Steuerzahler ohnehin jede Zech, beleidigt rassistisch, wann und wo immer es ihm paßt. Phantastisch, wie simpel man haßt, Hauptsache die Masse fällt drauf rein, obwohl sie am Ende steht allein. Das interessiert wohl kaum ein Schwein.

Mit simplen Mitteln lassen deren Anhänger sich umgarnen, da hülft kein inständiges Warnen. Statt aus der Geschichte zu lernen, wiederholt man jenes tröge Lärmen. Der Mensch läßt sich mal wieder blenden, dat kannste drehen und wenden, wie du willst, egal wie innig du nach Gerechtigkeit schielst. Dummheit obsiegt, woran das wohl liegt?

Bloß nicht über Zusammenhänge nachdenken, besser lassen sie sich lenken, weil’s doch so bequem wie ehedem. Mit dieser ollen GroKo-Kamelle, egal welch neue Minister auf die Schnelle im Regierungsboot hocken, sie werden’s dennoch verbocken. Mit Blick zu den Sozen oder der Union, erkennt man schon den eigentlichen Hohn, der sich dahinter verbirgt.

Die alten Rezepte schnell mal hinuntergewürgt, in der Hoffnung der Bürger merkt es nicht. Doch genauer hinschauen, ist jetzt oberste Pflicht. Verpassen dies die Menschen erneut, ihr Leut, dann merkelt man in Berlin halt wieder nur zu Lasten der unteren Schichten, wird nichts gutes vollrichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Vergessene Worte

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Nicht, die man vergißt,
weil der Geist
sie nicht mehr weiß.

Nicht, die man nicht sagt,
weil nur in
der Kindheitssprache üblich.

Nicht, die man nicht benützt,
weil sie sprachlich veraltet,
ihre Aussage nicht mehr bekannt ist.

Nicht, die man eingesetzt hat,
weil sie provozierend
auf jeden Erwachsenen wirkten.

Nicht, die man müßig gelernt hat,
weil sie in der Schule nötig waren,
um gute Noten zu bekommen.

Schnee bedeckt die Welt,
weiß eingefärbte Landschaften,
blütenweiße Blätter aus Papier,
Leinwand aus feinstem Linnen,
Mama, Papa.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Syrien-Krieg: Keine Friedensaussichten – das Gegenteil trifft zu

Die Supermächte beißen sich fest

Bald sieben Jahre währt dieser Krieg in Syrien, oftmals fälschlicherweise als Bürgerkrieg bezeichnet, obwohl zu viele Gruppierungen mit freundlicher Unterstützung etlicher interessierter Staaten sich austoben, sodaß ein regelrechter Run auf Assad als Befürworter oder Gegner die jeweilige Seite veranlaßt, sich einzumischen. Der IS ist weitestgehend im Lande besiegt, aber dieser Krieg wird einfach fortgeführt.

Hatte noch Wladimir Putin in Sotschi mit einer Syrien-Friedenskonferenz Innenpolitik mit Syrien gemacht, wurde sein Vorhaben herbe durchkreuzt. Sowohl die Türkei als auch die USA lehrten ihn eines Besseren: Keine Friedensaussichten – das Gegenteil trifft zu, wobei sich die beiden beteiligten Supermächte festbeißen in diesem Stellvertreterkrieg.

Wer das Öl kontrolliert, ist völlig offen

Natürlich läuft es auf die Ressource Öl hinaus, war doch von Beginn an klar, wieso die USA diesen Krieg gegen Assad mit anzettelten. Umso wichtiger für sie, sich nunmehr im Gebiet östlich des Euphrat in der Region Deir ez-Zor verstärkt zu beteiligen mit ihren jüngsten Luftangriffen, bei denen rund 100 Assad-Kämpfer ihr Leben ließen.

Nur steht auch die berechtigte Frage im Raum, warum die USA so gar nicht die von den Türken bedrohte YPG-Miliz im Norden Syriens schützen. In etwa weil Nato-Verbündete untereinander sich besser nicht in die Quere kommen? Selbst wenn dies allzu paradox sich widerspricht? Es schaut sehr danach aus. Man läßt Erdoğan einfach gewähren, obwohl dies ohne weiteres sich hinterher als Fehlentscheidung entpuppt. Die leidtragende Zivilbevölkerung nimmt man in Kauf. Wo greift dabei das Völkerrecht?

Reagiert jetzt Europa mit einem regierungsfähigen Deutschland?

Bis dahin hat Europa sich eher zurückgehalten, läßt die beiden Supermächte weitestgehend in Ruhe, mischt sich obendrein nicht belehrend ein, was auch zur Folge hat, daß Trumps USA unverblümt Assad drohen. Mit Macron in Frankreich und einer nunmehr handlungsfähigen Bundeskanzlerin könnte sich dies allerdings schon bald ändern, falls Europa meint, sich vehementer zu äußern.

Während die beiden größten Wirtschaftsnationen der EU Donald Trump mißtrauen, werden Gesprächsebenen mit Wladimir Putin gesucht, der sich als Friedensstifter in Syrien lieber sieht, auch im Hinblick zu seiner bevorstehenden Wiederwahl als Präsident. Politisches Taktieren ohne nennenswerte Änderung, was den Verlauf und neue Bedrohungsszenarien in Syrien anbelangt. Dabei geraten mal wieder die Menschen vor Ort ins Hintertreffen, sind die Leidtragenden. Ein Dilemma ohne Aussicht auf ein friedliches Ende.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Sozen im freien Fall

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Ansagen machen,
heftig darüber lachen,
was alles mißglückt.
Wie ungeschickt?

Versprechen entsagen,
schlägt manchem auf den Magen,
gänzlich verrückt.
Viele ziemlich verzückt?

Konsequenzen ziehen,
bloß nicht vor der Realität fliehen,
ein unbedingtes Muß.
Moderat solch ein Schluß?

Worthülsen ausgeliehen,
versteckte Ideen aufblühen,
nicht nur zum Überdruß.
GroKo als erneuter Aufguß?

Eine Partei eingeknickt,
wie ungeschickt,
Demokratie hat ihren Schaden.
Wohin führt dieser politische Laden?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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