Banking-Apps: Trotz Sicherheitslücken eingesetzt

Vertrauen ist gut, Kontrolle wird schlichtweg ignoriert?

Vorneweg sei betont, daß es ohnehin keine hundertprozentige Sicherheit gibt, somit erst recht nicht bei PCs, dem Internet und folglich gleichwohl bei Banking-Apps. Trotz etlichen Sicherheitslüclen werden sie nonchalant eingesetzt? Vincent Haupert warnte auf dem Kongress des Chaos Computer Clubs (CCC) in Leipzig vor deren Benutzung.

Vertrauen mag gut sein, dennoch wird Kontrolle schlichtweg ignoriert, vor allem wenn immer mehr Experten vor dieser fragwürdigen Benutzung warnen? Wenn ein Kind sich an einer Herdplatte die Finger verbrennt, unterläßt es normalerweise, den Fehler zu wiederholen. Gleichzeitig kann man vorwurfsvoll die Banken selbst in die Pflicht nehmen, wieso ein solches Risiko sie ihren Kunden zumuten.

Mobile-Banking der Bequemlichkeit halber

Schnell mal im Bistro zwischen Cappuccino und Croissant am Smartphone etwas überweisen. Wenn man es schon schafft, daß der Nachbartisch nicht den Geheimcode abspicken kann, Erinnerungen an Schulzeiten mögen kurz aufflammen, so riskiert man die Cleverness von Cyberkriminellen, die natürlich gern anderer Leute Bankkonten simpelst plündern.

Der Nachteil von Banking-Apps ist dermaßen offensichtlich, daß ein jeder sich die ernsthafte Frage stellen sollte: Kann man jenes Risiko tatsächlich noch eingehen? Obwohl Forscher das App-TAN-Verfahren abermals als unsicher entlarvten, halten dennoch etliche an jene bequeme Art des Online-Bankings fest. Verwunderlich, wenn Komfort gegen Sicherheit ausgetauscht wird. Oder etwa doch nicht? Schließlich suggerieren weiterhin die Banken ihren Kunden, sie würden alles menschenmögliche tun, um solch kriminelle Machenschaften zu verhindern. Das reicht aber nicht!

SMS-Banking seit fast zwanzig Jahren auf dem Markt

Trotzdem Spielball von cleveren Hackern. Bereits 1999 entwickelten die europäischen Banken die WAP-Unterstützung (WAP für Wireless Application Protocol) mit der Einführung von Smartphones, was allerdings per schnellerer Verbindungen und HTML-fähiger Mobilgeräte inzwischen abgelöst wurde.

Im Jahre 2012 stellten ein Drittel der Banken ihren Kunden optimierte Webseiten für mobile Endgeräte zur Verfügung. Ein Jahr später bot die Commerzbank das Photo-TAN ihren Kunden an. Dennoch besteht die Gefahr von Manipulation, wenn über Apps die Abwicklung geschieht. Eine höhere Sicherheit erreicht derjenige, der ein Photo-TAN-Lesegrät in Kombination des PCs beim Online-Banking einsetzt, weil somit auf eine App verzichtet wird. Absolute Sicherheit gibt es dennoch nicht, aber jenen Cyberkriminellen Tür und Tor dermaßen simpelst zu öffnen, sollten sich Bankkunden sehr genau überlegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Technik

Veröffentlicht unter Technik | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Der Fleck in ihr

https://pixabay.com/de/gesicht-leer-frau-warten-wartezeit-66317/

pixabay.com

Sie hat die Fremde verlassen,
den Ort,
an dem sie aufgewachsen.

Kein sehnsuchtsvoller Blick zurück,
warum auch,
ihre Kindheit war im Gepäck,
hatte Platz im Herzen,
mehr als ein kleines Stück,
obwohl kaum zu sehen, ein Fleck.

Häuser, Straßen, Bäume, Gärten,
den Bach, den See, die Gefährten
traf, sah sie von nun nicht mehr persönlich,
doch jedes Erlebte war der Fremde ähnlich.

Die Fremde war sie zuhause gewesen,
in der Fremde das fremde Wesen.
Das Kind in ihr, der kleine Punkt im Gepäck,
hat sich nicht beirren lassen,
zum Glücklichsein reicht ein winziger Fleck.

Nafia

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Hartz IV: Gesetzgeber hat auf ganzer Linie versagt

Sozialgerichte maßregeln Mietkaution-Darlehens-praxis

Alltäglich haben etliche Betroffene mit den Jobcentern ohnehin ein schweres Los bürokratischer Gängelung zu ertragen, manch dramatische Folgen sickern immer wieder an die Öffentlichkeit, von Gewaltausbrüchen hüben wie drüben der Schreibtische gewisser Sachbearbeiter. Behördenwillkür beinhaltet den Straftatbestand der Gewalt, der nicht einfach unter den Teppich gekehrt werden darf, sondern stets geahndet und benannt werden muß.

Viele Jobcenter haben bisherig völlig selbstverständlich 10 Prozent des Regelbedarfes betroffenen Empfängern monatlich abgezogen, um damit ein Mietkaution-Darlehnen zurückzufordern. Natürlich überschritten die Jobcenter mit dieser Maßnahme das Existenzminimum in eklatanter Weise, wobei die meisten Betroffenen eben keinen Widerspruch einlegten. Inzwischen haben vermehrt Sozialgerichte jene Maßregelung aufs schärfste verurteilt, gaben den Betroffenen Recht. Hat da etwa der Gesetzgeber auf ganzer Linie versagt? Unbedingt!

Politik verschanzt sich hinter perfiden Gesetzen

Allen voran jene Hartz-IV-Gesetzgebung, die weiterhin als sozialrassistisch bezeichnet werden muß, was damals unter der SPD zusammen mit den Grünen hierzulande geschaffen wurde, um Empfänger direkt zu gängeln, auszugrenzen, sogar deren Gesundheit zu gefährden, von psychischen Belastungen mal ganz zu schweigen.

Nur weil anfänglicher Widerstand inzwischen nahezu verebbt, sind die dadurch vorhandenen Probleme dieser menschenverachtenden Hartz-IV-Praxis längst nicht einfach entfleucht, ganz im Gegenteil nehmen sie viel eher zu. Neben einer vermehrten Flut von Prozeßen in den Sozialgerichten, wobei meist die betroffenen Hartz-IV-Empfänger seitens der Richter gewinnen, während Jobcenter das Nachsehen haben, was obendrein zu Lasten der Steuerzahler geschieht, sollte man unbedingt nicht weiter Effekte in der Gesellschaft selbst unterschätzen.

Während die Politik sich simpelst hinter jenen perfiden Gesetzen verschanzt, nimmt Ausgrenzung, Ungerechtigkeit und Gewalt zu, dabei läßt die Bundespolitik Betroffene nicht nur im Stich, sondern ersinnt fortlaufend neue Gängelungen bis hin zur Überwachung.

Die an den gesellschaftlichen Rand Gedrängten spielt man gegeneinander aus

Man könnte nicht nur, man sollte gar jener Politik pure Absicht unterstellen, daß diese Ausgrenzungspraxis genauso gewollt ist. Nunmehr kommen zu den Hartz-IV-Empfängern noch Flüchtlinge hinzu, schon sind die an den Rand der Gesellschaft Gedrängten untereinander beschäftigt, Neid und Haß gesellen sich hinzu, ausgerechnet die Neue Rechte betrachtet das als Steilvorlage, während etablierte Parteien pikiert sich abwenden, so als ginge sie dies alles nichts an.

Welch fataler Irrtum! Die Würde des Menschen ist sanktionsfrei, so riefen vor gut einem Jahr Inge Hannemann und Michael Bohmeyer unter diesem Motto die Initiative ins Leben, um der Öffentlichkeit den Spiegel vorzuhalten. Hat es was bewirkt? Wohl eher nicht, neben anfänglichen Podiumsdiskussionen verebbte ziemlich schnell das Interesse, weiterhin müssen viele Betroffene mit jenen Sanktionierungen irgendwie überleben. Es schaut nicht im geringsten danach aus, als ob sich daran etwas ändern würde, zumal Die Linke nicht in Regierungsverantwortung sitzt, die anderen Parteien lieber den neoliberalen Kurs fortsetzen. Das ist bequem und sicherer für sie, hatte doch all die Zeit „perfide wunderbar“ gefruchtet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

Veröffentlicht unter Soziales | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Leidenschaft des MyOm

https://pixabay.com/de/w%C3%BCrfeln-w%C3%BCrfelspiel-brettspiel-1502706/

pixabay.com

Henning Matzke liebt Spiele. Jegliche Art von Spielen. Brett-, Würfel-, Kartenspiele, selbst die einfachsten Varianten, Turnspiele, darunter zählen Hüpf- und Springspiele, Ballspiele, Wissensspiele, Versteck-, Fangenspiele, Täuschungsspiele, Feuerspiele, um ehrlich zu sein, alles ist für ihn Spiel. Ob Freude, Wut, Gefühle oder Gespräche, für ihn ist das Spiel. Nicht der Hintergedanke etwas zu gewinnen, eine Trophäe zu ergattern, der Beste zu sein, nein, sein einziger Antrieb ist spielen.

Wann genau er damit begann, ob bereits in Kindertagen oder in den Sturm- und Drangtagen der Pubertät, dies weiß ich nicht zu berichten, er selbst hält sich stets in persönlichen Dingen verschlossen, schließlich gehöre das zum Spielen, und wer bei Ratespielen sich mit ihm mißt, kann mitunter das ein oder andere erfahren. Natürlich nie wissend, entspricht dies der Wahrheit oder nicht.

Wortspiele sind seine innigste Leidenschaft, den Hinweis dazu lieferte er selbst, so jedenfalls die allgemeine Ansicht, als er seinen Namen veränderte. Ein anonymes Pseudonym sei für ihn notwendig geworden, er nannte sich ab diesem Zeitpunkt MyOm. Ausgehend von seiner Äußerung, es handle sich hierbei um ein anonymes Pseudonym, ließ die Menschen zu dem Schluß kommen, dies wäre eine Ableitung von My und Phantom, weniger von My und Home, wobei nur das „h“ und „e“ ausgelassen wurden. Ich hingegen bin überzeugt, gerade im Offensichtlichen zeigt sich seine wahre Intension, deshalb vertrat ich die Meinung, My stehe für mich und Om für Urklang, damit könne er umso mehr verdeutlichen, er sei praktisch ein Werkzeug seines Handelns und Denkens.

Nun, da ich selbst auf seine Leidenschaft hereingefallen bin, ich war tatsächlich monatelang so verliebt in ihn, daß ich alles um mich herum ausschloß, selbst mich, bemerke ich, ein Stück seiner Leidenschaft zum Spielen habe ich übernommen, mit dem Unterschied, diese Leidenschaft nur gegen ihn zu verwenden, obwohl, das muß ich gestehen, ich immer noch eine gewisse Bewunderung für ihn hege. Es will mir einfach nicht gelingen, so gefühllos Gefühle zu empfinden, so gefühlskalt berauschende Gefühle zu vermitteln, sie auszuleben, als würden sie mit Feuer im Herzen gelebt, anstatt unter einer Eisfläche gekühlt. Er vermag ständig, wirklich ständig zwischen Feuer und Eis zu leben, sein Zustand ist der Moment, wenn erhitzte Körper nach dem Saunieren ins kühle Naß springen. Er ist halb heiß, halb kalt in einem Zustand.

Momentan lebt er noch hier in der Gegend, wird aber demnächst mal wieder umziehen, sein Job ist schon gekündigt, er hat sämtliche zu erreichende Personenkreise im Stadtgebiet inzwischen gegen sich eingenommen, kurzum, sein Ziel erreicht. Neue Herausforderungen warten auf ihn, er ist nicht das Opfer, noch der Gewinner, das überläßt er den enttäuschten Freunden, Bekannten, Arbeitskollegen. Umzüge sind in seinem Leben so selbstverständlich wie das Tragen von Anzügen, sie sind für ihn nur ein Wechsel von Spielorten, Spielfiguren und Spielinhalten. Trotzig, aufopferungsvoll, erhaben hakt er diesen Lebensmittelpunkt, in dem er eine Weile seine Spiele zum Besten gab, ab.

Bei den schönsten Momenten, die wir hatten, brachte er es fertig, sie zu zerstören, mittels eines provozierten Streits, er wußte, womit er mich reizen konnte, als ich nicht mehr auf diese mal sarkastisch, mal böswillig inszenierten Zwistigkeiten einging, schaffte er es durch Nichtbeachtung, indem er einfach mich überging, mich aus der Reserve zu locken, selbst als mir klar war, er will nur Pro & Contra spielen, einfach aus Lust heraus verschiedene Positionen gegeneinander antreten zu lassen, war sein Spieltrieb erst dann erschöpft, wenn ich völlig aufgelöst war oder in einem Triumphgefühl mich als Sieger empfand, zu spät erkannte ich, daß er bei all diesen Situationen nicht nur der Spieler, sondern auch der Spielleiter war.

Wie kann man jemanden, der gleichzeitig im Feuer wie im Eis lebt, der mit Leidenschaft andere auf den Boden drückt, sie in die Höhe wirft, die Rolle des Opfers als persönlichen Spielerfolg feiert, genauso wie ein Gewinn bei irgendeinem x-beliebigen Spiel vor den Kopf stoßen? Es scheint, je mehr Freunde sich von ihm abwenden, je öfter er den Arbeitsplatz, den Wohnort wechselt, desto eifriger spielt er seine Spielchen. Desto mehr blüht seine Leidenschaft auf.

Habe verstanden, zwei Seelen sind ach, in meiner Brust, wenn ich an MyOm denke, einerseits ihn büßen zu lassen für seine Art des Umgangs mit Menschen, die teils von Aufrichtigkeit und Übermaß an Lebensgier geprägt ist, andererseits seine Abgebrühtheit, Abgeklärtheit auf jede sich einstellende Situation, die Menschen als Spielfiguren zu deklarieren, all dies war es schließlich, was mich zu ihm hinzog. Diese Sucht der Leidenschaft.

Lieber MyOm, ich habe meine Leidenschaft entdeckt, die deinige Suche um einiges übertrifft, ich genieße nämlich jede nur erdenkliche Situation, so als ob sie mir völlig neu wäre. Dafür muß ich nicht Spielchen spielen, denn diese Bälle rollen allein auf mich zu, und noch einen Unterschied gibt es, bei allen traurigen oder fröhlichen Gefühlen, ich bin und bleibe der Spielmeister, ohne mich dafür positionieren zu müssen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

Veröffentlicht unter Kurzgeschichten | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Was steht der Menschheit bevor?

https://pixabay.com/de/fantasy-landschaft-berge-menschen-2925250/

pixabay.com

Überlegungen möglicher Szenarien

Ständig entsteht Bewegung auf unserem Planeten, obwohl dies schon immer der Fall war, wobei der Homo sapiens vergleichsweise erst seit kurzem hier verweilt, gemessen an der sehr langen Zeitspanne davor. Die Erde selbst hat ihren Prozeß der Entstehung längst nicht abgeschlossen, Erdbeben und Vulkanismus verdeutlichen dies nur zu heftig, auch wenn menschliche Opferzahlen wesentlich geringer sind im Verhältnis zu früher.

Noch im letzten Jahrhundert kamen beim verheerendsten Erdbeben 1976 in Tangshan (China) wahrscheinlich bis zu 650.000 Menschen ums Leben. Die Grenzen der Existenz werden von Mutter Erde immer wieder aufs Neue diktiert, trotz aller technischen Vorsorge. Naturkatastrophen hatten schon immer eine eigene Dynamik, die unser Verstand besser denn je erfassen kann, aber dessen Ohnmacht vor unberechenbaren Ereignissen nur zu deutlich uns aufzeigt, wie verletzlich und daher abhängig wir Menschen ihnen ausgeliefert sind.

Widerstände in politischen Systemen sind nicht zielführend

Letztendlich gibt es trotz aller geschickt verstrickt bezeichneter politischen Systeme nur eines, nämlich die Herrschaft einiger Weniger über ihre jeweiligen Völker. Seien es die Könige, die Adeligen oder die heutigen Superreichen, hervorgegangen aus grenzenlos wirtschaftlicher Ausbeutung, sie bestimmen unser aller Dasein. Darüber hinaus läßt sich sämtlich geschehenes Leid genau auf diese Umstände zurückführen.

Das lernen alle Schüler in den Geschichtsfächern weltweit, ohne daß irgendwelche Rückschlüsse im alltäglichen Leben daraus konsequent zur humaneren Veränderung beitragen würden. Sie haben sich zu fügen, keine weiteren Gedanken sich zu machen, sondern systemtreu zu funktionieren, so wie alles genau sich dieser Doktrin unterordnet. Klingt wie eine Phrase, oder? Ja, es ist eine gelebte Phrase, und wenn diese nicht hinterfragt wird, so darf sie sich einfach weiter ausbreiten wie ein Krebsgeschwür. Aber Halt, da gibt es inzwischen wachsenden Widerstand.

Oder verläuft der im Sande so wie jede revolutionären Strömungen bis hin zu echten Aufständen, die stets, ob schnell oder langsamer, wieder im Keim erstickt bzw. durch willfährige Herrschaftsuntergebene niedergeschlagen wurden? Solange Widerstände nicht als wirklich durchdachte Einigung sich artikulieren und auch präsentieren, haben die Mächtigen leichtes Spiel mit den Massen. Das Korsett der Unterdrückung umklammert immer noch die Völker, obwohl Arabischer Frühling, Occupy und andere Bewegungen global die Menschen aufwachen lassen, so haben sie sich weiterhin noch nicht effektiv befreit. Das Modell der Brot-und-Spiele hält noch zu viele in Schach, sie lassen sich blenden, wobei der Überlebenskampf natürlich dies auch mit sich bringt. Wer nichts zu beißen hat, möchte keine Menschheit retten, sondern erst mal sich selbst.

Auswege keineswegs utopisch

Stets hat bisherig das Kollektiv zum Leitwolf geschielt. Das beginnt in Familien, setzt sich fort in Gruppen wie Schulklassen, bei der Arbeitsstelle, auf Veranstaltungen, der Chef oder Leitende instruiert, hat das Sagen. Genau das bewährte sich quer durch sämtliche Kulturen wie ein roter Faden beim Menschen. Aber gibt es auch so etwas wie ein Kollektives Bewußtsein, hin zu selbstständigen Entscheidungen ohne den Boss fragen zu müssen? Sind wir endlich genau so mündig wie Kant dies beschrieb? Meistens nicht.

Das kann nur besser werden in einer Welt der freien Entfaltung ohne Gewalt, Mißhandlungen, einer allumfassenden Schulbildung, einer gerechten Verteilung. Utopie? Keineswegs, sondern letztlich der einzige Ausweg aus der Misere. Und bis dahin, weil die Zeit enorm drängt angesichts der existenzbedrohenden, ungelösten Mißstände, bleibt dem Homo sapiens nichts anderes übrig, als sich mal wieder von einigen Wenigen leiten zu lassen. Dazu bedarf es des Vertrauens, welches nur allzuoft mißbraucht wurde, wenn wir nur einen kurzen Blick zu den politisch Verantwortlichen werfen.

Politikverdrossenheit aber kann nur zur Konsequenz führen, daß die Extremisten mal wieder aufgesucht werden oder aber sich eine gewisse Resignation ausbreitet, die alles andere als konstruktive Denkanstöße geben kann. Das Gegenteil geschieht: Lethargie breitet sich aus, verharrender Stillstand. Dies gilt es, somit zu vermeiden, auch wenn er schon sich vielerorts etabliert hat. Die Menschen brauchen wieder ein Signal, viel Hoffnung auf ein Ziel hin, welches lautet: entweder überleben oder aber alles aufgeben.

Natürlich kann man jetzt erwidern: Hatten wir schon mal, mehrfach. Nur eines sollten wir dabei bedenken. Durch den technischen Fortschritt kann einiges für immer zerstört werden und auch bleiben – das war früher noch nicht möglich gewesen. Die Reise des Menschen könnte daher ein schnelles Ende erhalten. Bemühen wir uns, dies zu verhindern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

Veröffentlicht unter Quergedachtes | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Die Stimmen, die wir rufen

https://pixabay.com/de/percht-maske-kost%C3%BCm-brauchtum-2126448/

pixabay.com

Rastlos das Jahr Revue passieren lassen,
na denn, hoch die Tassen,
weiterhin sinnlos prassen.
Was sollen da Gewissensbisse,
bei all dem Geschisse
der Nationalist die Fahne hisse.

Sie haben richtig gehört,
das läuft völlig ungestört,
kaum jemand darüber empört.
Werden wir das Rechte Pack nicht los?
Manno, gebt Euch nen Stoß,
nennt endlich Reiter und Roß!

Denn wenn Ihr zu lange schwankt,
manch einer vor Furcht bangt,
Euer Zögern niemand dankt.
Ihr habt’s selbst in der Hand,
malt den Widerstand an jede Wand:
Identitäre sind eine Schand!

Übertriebene Hysterie manch einer sagt,
bloß weil keiner es endlich wagt,
sondern stets nötiges Handeln vertagt.
Die Neue Rechte dadurch frohlockt,
das Bürgertum hat’s dann erneut verbockt,
wird wie damals simpelst abgezockt.

Noch ist es nicht zu spät,
selbst wenn in Europa rechter Wind weht,
die Politik am falschen Rad dreht.
Besinnt unbedingt, was Ihr wirklich wollt,
bevor rechter Mob uns holt,
eine bösartige Lawine auf Euch zurollt!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Deutschlands Wirtschaftswunder betrifft nur große Unternehmen

https://pixabay.com/de/wirtschaft-finanzen-erfolg-business-2245121/

pixabay.com

Trügerische Verlockungen ewiger Wachstumser-wartungen

Der Trend hin zu Großkonzernen und kontinuierlicher Vernichtung kleiner und mittelständischer Unternehmen setzt sich fort, ohne daß ein sicht- und hörbarer Aufschrei in der Bevölkerung stattfindet. Ganz im Gegenteil, die meisten fügen sich in ihr Schicksal, zumal obendrein gerade Angst vor bevorstehender Arbeitslosigkeit weiterhin als ein moderates Mittel herhalten muß.

Während vollmundig von einem Rückgang der Arbeitslosenquote gefaselt wird, obwohl die Statistiken ziemlich geschickt verfälscht wurden, gleichzeitig der Niedriglohnsektor anwächst, dürfen Deutschlands Top-Firmen 2017 als ein Erfolgsjahr verzeichnen. Trügerische Verlockungen ewiger Wachstumserwartungen oder reale Chancen? Ersteres trifft wohl am ehesten zu.

Digitalisierung hinkt europaweit hinterher

Was sich durchaus als weltweiten Nachteil entpuppen wird, sollte Eruropa nicht rechtzeitig die vorhandenen Lücken schließen. Die digitalisiert technische Entwicklung bestimmt zukünftige wirtschaftliche Szenarien, zugleich verzahnen sich auf vielen Feldern etliche Firmenmodelle in den unterschiedlichen Branchen mit den Herausforderungen, die das Computerzeitalter mit sich bringt.

Das kann nur mit entsprechenden Fachkräften funktionieren, die allerdings besonders in manchen Regionen Deutschlands fehlen, neben dem West-Ost-Gefälle gibt es ebenso ein Gefälle zwischen Stadt und Umland. Was bedeutet das, wenn vor Ort die Jugend fehlt? Langfristig betrachtet birgt es erhebliche Nachteile für den Standort Deutschland, andere Länder werden Europas größter Wirtschaftsmacht den Run ablaufen.

Die Großen fressen die Kleinen

Was sich jetzt im Weihnachtsgeschäft gleichwohl abzeichnete, kleine Läden haben das Nachsehen, während neben größeren Unternehmen vor allem der Online-Handel profitierte. Die Rede ist von einem zehn prozentigen Zuwachs im Internet-Handel beim Weihnachtsgeschäft.

Doch was verheißt schon eine ständige Wachstumsspirale, die bekanntlich eben keine Dauergarantie darstellt, ganz im Gegenteil als Trugschluß bezeichnet werden muß. Was folgt dann? Ein Rückgang der Wirtschaft selbst? Ganz so dramatisch braucht man es nicht zu nehmen, allerdings bedarf es vieler Korrekturen, einer Rückbesinnung, was wesentlich soziale Standards erhält, um jenen Kreislauf des Überreichtums endlich zu stoppen.

Verpaßt das eine Politik der Gefälligkeiten den Gierigen gegenüber, sackt der gesellschaftliche Zusammenhalt erst recht in sich zusammen. Erste Vorzeichen kann man durchaus bei den Gestrandeten, den sogenannnten Verlierern der Arbeitswelt beobachten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Wirtschaft/Finanzen

Veröffentlicht unter Wirtschaft/Finanzen | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar