Verloren

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Und wenn ich dein Gesicht lache,
so wie du,
oder wenigstens Faxen grinse,-
nie wärst du ich.

Und wenn ich dein Weinen atme,
so wie du,
oder wenigstens Tränen verschenke,-
nie bist du ich.

Und wenn ich deinen Geist spüre,
so wie du,
oder wenigstens an Kälte erfriere,-
nie bin ich dich.

Und wenn ich deine Seele spiele,
so wie du,
oder wenigstens Heimat erhoffe,-
nie wäre ich dein.

Und wenn ich dein Dasein anstrebe,
so wie du,
oder wenigstens an Leben zehre,
nie kannst du, so verloren, finden.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Wise Discrete Experience Tour – ein Interview mit Julius Lahai

Musik verbindet spielerisch vorurteilsfrei

Wer kennt sie nicht die Klänge des African World Beat, der zu Beginn der 1990iger Jahre entstand, den der senegalesische Sänger und Komponist Youssou N’Dour entscheidend mitprägte, wobei afrikanisch populäre Musikströmungen genauso zahlreich und vielseitig sich entwickelten wie das einem so großen Kontinent unbedingt ansteht. Schließlich bedeutet Musik Ausdruck des Lebens, verbindet sich spielerisch im Alltag, möglichst vorurteilsfrei, auch wenn genau dies oftmals durchkreuzt wird angesichts gesellschaftspolitischer Widrigkeiten.

Der in Liberia geborene Julius Lahai begann von Klein auf, sich für Musik zu interessieren, trat als 7-Jähriger im Fernsehen auf, und zwar in der „Weekend-Special-Show“, im Anschluß bei der „Bonnie-Mac-Show“, besonders geprägt von den Idolen Prince und Michael Jackson, gründete mit 12 seine eigene Band „Robotics“, um quer durch Afrika in sechs Ländern zu touren, somit Live-Erfahrungen sammelte. Sein Weg führte nach Paris, nachdem ein französischer Talent-Scout ihn entdeckte, er einen Plattenvertrag bei „Crystal Music Agency“ erhielt. 2003 veröffentlichte er schließlich sein Debut-Album „Free Your Mind“, ist diesjährig seit geraumer Zeit per Wise Discrete Experience Tour unterwegs quer durch Deutschland. Querdenkende freut sich aufs Interview.

Lotar Martin Kamm: Wie kamen Sie zur Musik selbst? Gab es einen besonderen Anlaß?

Julius Lahai: Meine Mutter und meine Tante waren großartige Sängerinnen mit starken ausdrucksstarken Stimmen, sodass ich von klein auf von Musik umgeben war. Meine Mutter spielte außerdem ein traditionelles afrikanisches Rhythmusinstrument, das „Sasa“ genannt wird. Mir wurde dadurch Taktgefühl schon als Kleinkind vermittelt. In meiner Heimat war ich bereits als Grundschuljunge ein sogenannter „Kinderstar“ und hatte meine ersten Fernsehauftritte mit 7 Jahren.

Lotar Martin Kamm: Prince und Michael Jackson allein haben Sie nicht unbedingt geprägt, oder? Woher holen Sie sich Ihre Inspirationen?

Julius Lahai: Prince und Michael Jackson waren eine große Inspiration, aber auch meine Familie wie ich oben schon beschrieben habe. Für mich ist das ganze Leben Inspiration für meine Musik, es besteht aus Rhythmus und Klängen und Farben. Oft nehme ich beim Komponieren zunächst Farben wahr, die ich dann in Töne umsetze.

Lotar Martin Kamm: Der Name zur Tour bezieht sich auf Ihr zweites Album. Wie kamen Sie auf die Idee einer solchen Vorab-Tour? Was bewegte Sie dazu?

Julius Lahai: Ich habe mich entschieden, eine Pre-Promotion-Tour zu starten, um den Menschen, die seit Jahren meine Musik lieben und an mich als Künstler geglaubt haben, zu zeigen, dass ich präsent bin und sich ihr geduldiges Warten auf mein neues Album lohnen wird. Ich hatte vor Jahren wichtige Gründe, mein erstes Album nicht zu promoten, ich möchte darauf hier im Einzelnen nicht eingehen.

Aber die damalige Entscheidung hat viele Menschen sehr überrascht, und ich möchte ihnen die Botschaft senden: Julius Lahai ist weiter im Musikbusiness, man wird von ihm hören. Außerdem möchte ich vor meinem Album Release Menschen erreichen, die bisher meine Musik und mich als Künstler nicht kannten.

Lotar Martin Kamm: Wer Ihrem Gesang lauscht, hört die tiefe Verbundenheit zur eigenen Musik, die welche Botschaften hat? Die Leichtigkeit eigener Tanzbewegungen, der Lebensfreude? Schließlich sind ja auch Choreograph.

Julius Lahai: Ich bin mittlerweile eine Einheit geworden aus meiner Seele, meinen Gedanken und meinem Körper. Es gibt kein Empfinden mehr von Zerrissenheit in mir. Alle Erfahrungen und Schwierigkeiten, sowohl gute als auch schlechte Erlebnisse, habe ich in meine Persönlichkeit integrieren können, wofür ich sehr dankbar bin. Diese Integrität und Leichtigkeit spiegelt sich in meiner Musik und meiner Choreographie wider. Das Leben ist oft schwer, aber wir können alle Wege finden, es leichter zu machen, was man in meiner Art zu tanzen sieht. Dieser Tanz nennt sich „Snuff“.

Lotar Martin Kamm: Gegen Schluß dieses Interviews möchten wir, was Querdenkende liebend gern so handhabt, Ihnen selbst die Möglichkeit geben, zu erzählen, was Sie bewegt, besonders auf dem Herzen haben.

Julius Lahai: Ich möchte der Jugend von heute sagen: Seid „wise, discrete and experienced“.

Lotar Martin Kamm: Vielen lieben Dank für die aufschlußreichen Antworten, wir sind gespannt, wie Ihr weiterer musikalischer Lebensweg sich entwickelt und wünschen Ihnen viele Inspirationen und tolle Live-Momente.

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Sand in den Augen

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Märchenprinzessin,
hold und brav.
Prinzgemahl,
tapfer und edel.

Träume erwecken,
mit Phantasien locken,
stets duftendes Haar,
kein wildes Benehmen.

Geschichten wie diese
sind ihnen bekannt,
sie mögen sich gern,
gehen Hand in Hand.

Sandkastenburgen
werden gebaut,
ihre Zukunft
auf sie niederschaut.

Laute Stimmen,
Geschrei,
Sand fliegt hoch,
zertreten die Burg.

Geschichten wie diese
sind ihnen jetzt bekannt.
Sand in den Augen,
Glück vorbei.

Der Lerneffekt
zeitlebens effektiv.
Sand in die Augen streuen,
bei ihnen vergebliche Müh´.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Die anrüchig verlogenen Abenteuer des HdI

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Vom Nahkämpfer zum Jugendscout

Abenteuerromantik beflügelt nahezu die meisten Menschen, vor allem wenn in den Dämmer- und Nachtstunden das Lagerfeuer heimelig prasselt, man quatschend gut gelaunt zusammensitzt, eine Klampfe spielt, die ein oder andere Trommel, Getränke verbindend Zungen lockern, manche Tüte Gras geraucht wird, um auch solche Eindrücke wiederzugeben.

Aber letzteres bloß nicht für den geläuterten Jungspunt, dem Herrn der Insel HdI, der zwar weiterhin introvertiert durchs Leben stampfte, aber einen gewissen Halt fand in der Szene der Republikaner. Sein Alter Herr sorgte für entsprechende Kontakte aus dessen Jugend, die ihn zusammen mit seinem verschrobenen Bild vom Führer auf Kurs bringen sollten. Was durchaus fruchtete. Nichts funktioniert leichter als das entzündende Feuer des Fanatismus, Neonazis stellen ein Paradebeispiel dar.

Trotzdem oder gerade deshalb eckte der HdI nonstop an, schließlich galt es zwar, weiterhin unscheinbar möglichst unauffällig sich während der Schulzeit zu verhalten, aber dessen Gesinnung ließ sich eben nicht dauerhaft verbergen, erst recht nicht in der Provinz, wo ohnehin jeder alles vom anderen weiß oder herauskriegt.

Umso wichtiger, sich gegen Anfeindungen, die vor allem im zunehmenden Alter oftmals physischer Natur, zu wappnen. Nichts leichter als das, zusammen mit den Vorlagen aus der Filmwelt, die harten Idole gaben ihm Halt, es ihnen wenigstens in der Vorstellung gleichzutun. Und schwuppdiwupp wurde aus dem stillen Knaben ein Mannsbild von Nahkämpfer, daß der Schulhof erzitterte, Lehrkräfte sich wegduckten ob so vielem Selbstbewußtsein.

Auch lehrreiche Angebote wurden zum Besten gegeben, vom Musikprofi bis hin zum Schnitzkünstler, siehe Lagerfeuer und so weiter. Die Verstrickungen in selbsterlogener Traum- und Lügenwelt nahmen exorbitante Formen an, Hauptsache die direkte Umwelt schluckte seine Ausführungen. Mit der Zeit führte er immer mehr Leute hinters Licht, außer wenn direkte, unvermeidbare Konfrontationen sich ergaben, dann konnte man schnellestens wieder in die Rolle des Opfers schlüpfen.

Kommt Ihnen bekannt vor hinsichtlich gegenwärtig sich neuformierenden Berufspolitikern wie die aus jener AfD? Aber lassen wir das, gehört nur indirekt hierher. Der Nährboden zum Rassismus war ohnehin schon längst beim HdI vollzogen, schließlich galt es, von Klein auf „deutsche Werte“ hochzuhalten, die besonders sein alter Herr stets nuschelnd ihm ins Ohr flüsterte bei jeder Gelegenheit. Phrasen wie unabdingbare Loyalität, Gehorsam, Vaterlandsliebe wurden ständig betont, selbst wenn man andere hinterging. Das wurde als besondere Umstände abgetan.

Konnte der HdI diesen Weg auf Dauer durchhalten, zumal immer mehr Beobacher dessen verlogene Scheinwelt durchschaut hatten? Natürlich nicht.

Lotar Martin Kamm

Eine Satireserie über den „Herrn der Insel“ – Geburt der Hochstapelei

Kategorie: Satire

Nachtrag: Die Satireserie endet hier, weil ich einer Zensur unterliege, die ich mir nicht gefallen lasse!

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Glockengesang

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Kirchenglocken,
Zeitsirenen,
kein Mitleid,
kein Aufenthalt.

Kirchenglocken,
Erinnerungsschall,
kein Entrinnen,
kein Freudenschrei.

Kirchenglocken,
Gewissensrufe,
keine Einkehr,
keine Zwiespältigkeit.

Kirchenglocken,
Stimmenwecker,
keine Muße,
keine Träumerei.

Die Stimmen
Des Gewissens
Die Erinnerung
Der Zeit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Schulz‘ Europavision als Bollwerk gegen rechtsradikale Kräfte?

Vereinigte Staaten von Europa (VSE/USE) stoßen auf Ablehnung bei Merkel

Hat er nun die Katze aus dem Sack gelassen oder viel eher alte Visionen im Rahmen eines verfehlten Wahlkampfes zur Ehrenrettung der SPD benutzt, um einer eventuellen Großen Koalition den entscheidenden Anstoß zu verpassen? Das dürfte wahrscheinlich nach hinten losgehen, was Martin Schulz auf dem SPD-Parteitag in seiner Rede vom Stapel ließ, Angela Merkel dessen Vorstoß zu Europa zurückweist.

Geht ihr wohl zu schnell, was sich gleichwohl mit den meisten Stimmen der Union deckt, die AfD gar erwartungsgemäß eine „Abschaffung Deutschlands“ vorausahnt. Insofern dürfte die Behauptung des SPD’lers, man könne mit einem VSE ein Bollwerk gegen rechtsradikale Kräfte erschaffen, keine Zustimmung erhalten. Was reiten da die Sozen, die zunächst eine GroKo strikt ablehnten direkt nach der Bundestagwahl, um plötzlich Steinmeiers Veto zu beherzigen, doch noch mitregieren zu wollen? Das taugt nichts.

Unglaubwürdigkeit so weit das Auge reicht

Neuwahlen sind in weite Ferne gerückt, da inzwischen alle Parteien das zu verhindern versuchen. Genau deshalb trauen sich die letztmaligen, alten Koalitionäre, erneut das Gespräch zu suchen, nachdem das Jamaika-Aus feststand. Ein Wiederaufguß mit viel zu hohen Hürden und Erwartungen. Die SPD will mehr Zugeständnisse, die CSU wittert neue Stärke, nachdem die Führung der Partei in trockenen Tüchern. Ende gut, alles offen, so lautet die nahe Zukunft einer neuen Regierung.

Besonders die Sozialdemokraten verlieren immer mehr an Glaubwürdigkeit, unabhängig von der dünnhäutigen Aura eines Martin Schulz, nicht etwa weil die ganze Nation die „Verdienste einer Angela Merkel“ würdigt, – sie selbst hat augenscheinlich sowieso erhebliche Autoritätsverluste einzugestehen, spätestens mit dem Alleingang des „Monsanto-Ministers“ Christian Schmidt, eine treffsichere Bezeichnung von Campact -, sondern weil die Kanzlerin keine Antworten auf die bevorstehenden politischen Herausforderungen überzeugend vortragen kann. Zu lange im Amt, Müdigkeits-erscheinungen wie beim „Dicken“ zuvor.

Läuft es dennoch auf die VSE hinaus?

Angesichts der globalen sehr raschen Veränderungen sollte man ein sich zusammenraufendes Europa in die „Vereinigten Staaten von Europa“ nicht simpelst wegdenken, es könnte schnell Realität werden. Die USA verabschieden sich just von der Weltbühne mit den Alleingängen jenes „Humpty-Trumpty“, China wächst zur Supermacht heran, während Russland nicht stillhalten wird, wenn zwei Bollwerke ihm Konkorrenz machen: die VSE und eben China. Edgar Cayces Prophezeiung mag dann bereits eingetreten sein, die USA in Bedeutungslosigkeit versunken, damit beschäftigt, nicht gänzlich unterzugehen, auch hinsichtlich heftiger Naturkatastrophen.

„Die Ungerechtigkeit der Geschichte besteht darin, daß wir die gleichen Augen und Ohren haben wie unsere Vorfahren, obwohl wir weit mehr hören und sehen als sie.“ (Ernst R. Hauschka)

Was sollten wir daraus lernen? Ganz einfach, Mensch ignoriert seine Sinne und den Verstand in dem Augenblick, wo bestimmte Mächte sich über ihn hinwegsetzen. Solange er weiterhin vor Obrigkeiten buckelt, die ihn tyrannisieren, ändert sich nichts.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Fabians Ratschlag

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Ob ich jetzt sage, ich fühlte mich putzmunter, als ich bei der Fete von Jeanette war, oder ich war echt am Arsch, das ist gehupft wie gesprungen. Das Leben ist eine Plattform auf hoher See, ständig unruhig hin und her schaukelnd. Bühne geht auch, da stehst du im warmen Rampenlicht, und hinten weisen dir ein paar flackernde Funzeln den Weg in eine kleine kalte Verkleidungskammer Von mir aus auch Hinterzimmer, Kellerloch. Straße, Straße ist excellent, das Leben ist eine Straße, eine endlose Straße.

Alles liegt auf der Straße, manchmal auch daneben, drunter. Ich passierte gerade die Bachstraße, Ampelschaltung, kein Signalknopf für Blinde, damit ich nach ein paar Metern in die Straußstraße einbiegen kann. Bach, das ist ein verkappter Wasserfall, der ständig den Drang hat, sein Wässerchen unbedingt einen Abhang runterfließen lassen zu müssen. Am Bach blühen Blümchen, Blumenstrauß, Vogel Strauß pickt sie raus. Straussstraße. Jeanette wohnt am Ende der Straussstraße. Hausnummer 83. Straussstraße ist falsch. Aber ist leichter zu merken als Johann-Strauss-Straße oder Johann-Sebastian-Bach-Straße, mein Gehirn ist auf Vereinfachung gepolt. Sag ja, putzmunter.

„Ohje, die Sandra, die hat mir gerade noch gefehlt!“

„Hey, Fabian, was guckst du denn so interessiert die Frisuren an? Hast doch eh keine Haare mehr auf dem Kopf, willste dir ne Perücke machen lassen?“

„Sandra, lange nicht gesehen, was treibt dich denn in diese Gegend?“

„Bin auf dem Sprung zu Jeanettes Feier! Du bist doch sicher auch eingeladen?“

„Ah ja, Jeanettes Feier. Sowas, hätt ich glatt vergessen! Na klar komm ich vorbei. Muß vorher nur noch was erledigen.“

„Beim Friseur?“

„Erklär ich dir später mal, ja dann!“

Und schwupp stand ich in undefinierbarem Gasgemisch und war erstaunt, die Frage beantworten zu können: „Kann ich Ihnen helfen?“

Können Sie natürlich nicht, Sie lebende Duftwolke, schoß es mir durch den Kopf, wie eine nicht mehr steuerbare Rakete, die entweder gleich ihren Zünder verliert oder explodiert. Übersprudelnd freundlich, putzmunter, Sandra, meiner Ex, entkommen zu sein, flötete ich, muß wohl doch etwas hängengeblieben sein vom Ablesen der Straßennamen: „Ähm, nicht mir persönlich. Nicht ich, also was kostet die Frisur, die im Schaufenster rechts, Schwarz-weiß-Photographie, da spielt es doch keine Rolle, ob man blonde oder schwarze Haare hat. Also für Schwarzhaarige, nicht richtig schwarz, eher braun, dunkelbraun. Und soviel, wie da auf dem Photo soll auch nicht gekürzt werden, die Hälfte etwa und kein Parfüm, also nicht so ein Lack auf dem Haar, das wirkt wie ein Christbaum, den man vor lauter Lametta nicht mehr sieht.“

Wirklich nett und zuvorkommend, lächelnd wie Buddha-Figuren, die verdammt sind, bis sie zu Bruch gehen mit einem süffisanten Ewigkeitsgrinsen Freude zu verbreiten, sicher dachte sie, der ist am Arsch oder geht mir daran vorbei, drapierte sie mich mit den Worten, man könne dies nicht pauschal benennen, den Preis, jetzige Haarlänge, Struktur, vielleicht wäre sogar gänzlich abzuraten, da nicht typgerecht, gerne führen wir ein Stylinggespräch mit der Kundin, grob könnte der Preis, wie gesagt, je nach dem, aufwendige Tönung, vielleicht wär eine Färbung sogar erforderlich, so an die 120 € aufwärts betragen.

Ich nickte zufrieden: „Okay, das liegt im Rahmen, also dann werd ich mit meinem Freund Bernd nächste Woche vorbeikommen.“

Und draußen war ich aus dem Friseursalon, auf der Straße, wußte genau, hast dich zum Affen gemacht, aber meine Lebensgeister waren so was von putzmunter.

Jeanette wohnt Straussstraße. Johann-Sebastian-Strauss-Straße 83. War prima Stimmung, haben sich alle fürchterlich amüsiert, genug gegessen, getrunken, genug gequatscht, zugehört, einige waren bis zum Schluß putzmunter, der Rest von einigen war nach der Fete völlig am Arsch. War wohl der Einzige, der putzmunter und am Arsch war.

Habt ihr schon mal auf so einem Blatt, wo nur A´s draufstehen, ein Ä gesucht, weil irgendeiner meint, an der Schnelligkeit des Herausfindens könnte auf irgendetwas geschlossen werden, das deine Persönlichkeit betrifft? Diese Dinger gibt’s auch mit lauter Buchstaben zum Wörter raussuchen, die besagen, was als Nächstes in deinem Leben passiert.

Ach, scheiß drauf, ich fand, Freunde, Haus, Vergnügen. Putzmunter ging’s mir, bis ich Sandra traf, am Arsch war ich, als ich vor der Beethoven-, Vivaldi-, Rachmaninow-, Chopinstraße auf Bernd traf, der mir mit verträumten Augen zuzwinkerte, seine neue Flamme, die beim Friseursalon in der Bachstraße arbeite, käme später auch.

Macht diese Dinger bloß nicht, wenn ihr auf dem Weg zu einer Fete seid!

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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