Rechtsextremismus: Wenn der braune Nebel sich verdichtet

Ein weltweit verzweigtes Netz und ihre Helfershelfer am Start-Button

Bereits im Vorfeld der 19. Bundestagswahl entglitten manch Ungeduldigen gezielte Drohungen in den Social Media, man werde noch sein blaues Wunder erleben, was da nach der Wahl explizit in Deutschland auf die Bürger zukomme. Blau wie jene AfD, die meint, eine Alternative darzustellen, obwohl deren Nazi-Jargon immer dreister sich in Hallen oder auf Plätzen entlädt, unerschrocken, fern jedweder sachlichen Auseinandersetzung?

Wenn der braune Nebel sich verdichtet, beginnt der Prozeß eines furchteinflößenden Erwachens, stehen Massen in Reih und Glied, bereit loszulegen, um das politische Establishment davonzujagen? Ein weltweit verzweigtes Netz und ihre Helfershelfer am Start-Button, um eine Kettenreaktion ungeahnten Ausmaßes loszutreten? Ver-schwörungstheoretische Hysterie oder eiskalt planerische Realität, der wir uns morgen zu stellen haben?

Die Renaissance des Faschismus hat bereits begonnen?

Wie der Kulturjounalist Tirdad Zolghadr zu beantworten versucht, in dem er gezielt hinterfragt, wie man das Ineinandergreifen von technologischer Entwicklung erfaßt, soziale Formation sowie Kapitalakkumulation, ohne Akzelerationismus und Post-Internet, das Silicon Valley zu einem einzigen schlechten Ding zusammenzuschmeißen? Die portugiesische, in Berlin lebende Autorin Ana Teixeira Pinto ging hier vertieft auf das Thema ein: „Artwashing NRx und die sogenannte alternative Rechte“.

Hat in etwa die Renaissance des Faschismus bereits begonnen, zunächst im Verborgenen, damit der vertrauensselige Bürger seine demokratisch gewählten Politiker in sicherem Sessel wähnt? Eine hysterische Panikmache, daß derartige Entwicklungen im Gange, führt nicht wirklich weiter, viel eher ein klarer Verstand, Ernüchterung, was möglich und was eben nicht.

Verharmlosung des Rechtsextremismus schreitet voran

Daß der Rechtsextremismus hierzulande weiterhin unterschätzt wird, sollte sich inzwischen herumgesprochen haben mit der Aufdeckung des NSU. Dennoch nur die Spitze des Eisberges, weil real gewisse Kräfte in den Startlöchern stehen, sich weiter organisieren? Der jüngste Vorfall in Mecklenburg-Vorpommern weist daraufhin. Tatsächlich? Man kann das Ganze auch ins Lächerliche ziehen, wobei allerdings eine anzunehmende Vernetzung rechtsextremer Kräfte längst nicht vom Tisch.

Darf man behaupten, die Verharmlosung des Rechtsextremismus schreitet voran? Man darf nicht nur, man muß sogar. Wenn Schwarz-Braun mobil macht, sollten längst die Alarmglocken schrillen, zumindest bei all denjenigen, die stets berechtigt skeptisch die Union beäugt haben, wenn einerseits eine Frau Merkel brüsk meint, sie werde nicht mit einer AfD zusammenarbeiten, andererseits etliche Christdemokraten jener rechtsextremen Partei den Rücken stärken mit eigenem Tabubruch.

Schnell wird das Portal linksunten.indymedia verboten und geschlossen, es handle sich um ein Forum gewaltbereiter Autonome, die G20-Gipfel-Krawalle halten simpelst als Alibi her. Erneut beweist dieses Deutschland seine geistige Haltung „Linken“ gegenüber, man denke ans KPD-Verbot, während Rechtsradikalismus sich letztlich ungebremst weiter ausbreiten darf, gar politisch verankert neue Räume der Entfaltung erhält. Die NPD war gestern, eine AfD zieht demokratisch gewählt und von rund zehn Prozent der zur Wahlurne Gehenden so gewollt in den Deutschen Bundestag.

In Zeiten politischer Umbrüche gilt es, haarscharf simple Ideologien aufzudecken, bevor unkritische Anhänger sich eine Mehrheit verschaffen. Worauf noch warten, zerlegen wir den Rechtspopulismus in seine menschenverachtenden Bestandteile!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Jakob heißt er, der Schlendrian

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Jakob heißt er, der Schlendrian,
stellte sich an jede Menschenschlange an.
Ließ sich die Zeit bezahlen, fürs Warten,
um für andere den Platz frei zu halten,
oder für sie zu kaufen Smartphones,
Eintrittskarten, Tickets für die Stones.

Er war stets bestens versorgt, ausgerüstet,
im Rucksack befand sich eine Sitzkiste.
Bücher, Zeitschriften lesen mittels Handy,
so war er stets unterrichtet und trendy.
Seine Sitzerei konnte man buchen übers Netz,
schnelle Zahlung natürlich vorausgesetzt.

So konnte es ohne weiteres passieren,
er kauft hundert Platzkarten für die Tribünen.
Menschen hocken verstreut oder nebeneinander,
keiner kennt persönlich Jakob Julian Brander.
Der sitzt entweder mitten unter ihnen
oder auf der Kiste, um sich diesen Spaß zu verdienen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bundestagswahl: Suche nach sozialer Gerechtigkeit ein Trugschluß

Scholz und Wagenknecht offenbaren die tiefen Gräben bei Will

Vorneweg sei gleich mal betont, daß es keine soziale Gerechtigkeit gibt, egal ob die Parteien mal wieder vor einer Bundestagwahl sich dahingehend profilieren wollen. Grob formuliert, rechtskonservativ neoliberale Parteien, das sind alle außer den Linken, praktizieren eiskalt den Abbau des Sozialstaates, mit einer AfD in der Regierung würde der um ein vielfaches umgesetzt werden. Die Union setzt einfach den einmal ins Leben gerufenen Kurs des Herrn Schröder mit dessen sozialrassistischen Agenda 2010 fort, während die Grünen dies süffisant abnicken.

Hamburgs Bürgermeister scheint gern mal schnell Vergleiche zu ziehen, die exemplarisch typisch in Wahlkampfzeiten, wenn er in einem Atemzug und Satz behauptet, Politiker würden Stimmung mit Negativbildern machen als „Anhänger von Ver-schwörungstheorien wie Herr Trump in den USA und Frau Wagenknecht in Deutschland.“ Das saß, viel tiefer und entwürdigender kann man gegen Sahra Wagenknecht im TV vor laufenden Kameras kaum noch sinken. Das steckt sie zwar weg, aber offenbart gleichwohl die tiefen Gräben zwischen der SPD und Die Linke.

Unsere Gesellschaft und ihre Verlierer

Der schnellste Weg auf der sozialen Rutsche ins Abwärts geschieht mit dem Verlust der Arbeit, einer Abhängigkeit, die Bände sprechen läßt, in wie weit die Würde des Menschen nonstop getreten wird, amtlich bestätigt, Familien auseinanderreißend, obendrein per gehässigen Entgleisungen untermalt, denken wir an die Hetze etlicher Politiker wie Müntefering, Steinmeier, Westerwelle, Clement, Koch, die besonders kaltschnäuzig Hartz-IV-Betroffene demütigten.

Und das Volk läßt willenlos all dies geschehen, mischt gar mit, der Sozialstaat Deutschland und seine schrecklich nette politische Familie zeigt der Welt, wohin sie driften mag. Was dort ohnehin bis heute geschieht, verursacht mittels imperialistischer Ausbeutung ohnegleichen, betrifft alle, so kann auch hierzulande der Traum vom Sozialstaat nur platzen. Gestern noch Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe, heute Hartz IV und morgen? Der Abwärtstrend hin zur flächendeckenden sozialen Ungerechtigkeit breitet sich einem Krebsgeschwür gleichend aus. Auf der einen Seite die Gewinner, die, die noch von ihren Gehältern gut leben dürfen, und die Verlierer auf der anderen, welche sich gar untereinander gefährlich simpel bedrohen.

Die trügerische Finte zur Flucht in Phrasen – mitnichten eine Alternative

Wer demnächst sein Kreuzchen bei jener AfD kritzelt, zwischen 7% und 10% sollen es laut den letzten Umfragen sein, sollte gleichzeitig wissen, daß äußerst billige rechtsradikale Hetze dadurch ausgerechnet erneut in Deutschland wieder Fuß fassen darf, um im Bundestag sich artikulieren zu dürfen.

Eine Alternative kann dies nicht sein mit Blick zu deren Wahlprogramm. Die Fortsetzung des neoliberalen Kurses entdeckt man dortigst, nur noch radikaler und vor allem asozialer, von schrecklichen Entgleisungen wie die jüngste durch Herrn Gauland mal ganz abgesehen, der davon sprach, die SPD-Politikerin Aydan Özoguz in „Anatolien entsorgen“ zu können. Ein widerlicher Nazi-Jargon! Sowas braucht unser Land keinesfalls, sorgen Sie dafür, daß jene Partei schnellstmöglich in der Versenkung verschwindet. Soziale Gerechtigkeit bleibt weiterhin eine wichtige Meßlatte, die wir keinesfalls außen acht lassen sollten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Soziales

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Wer kann hier wohl wem den Buckel runterrutschen?

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Rutschpartien ohne Ende

Wie viele Meter oder können es auch bereits schon Kilometer sein, beträgt die Länge der Strecke, auf denen Ihnen jemand oder etwas den Rücken heruntergerutscht ist? Eine Überlegung, wird sie im Freundeskreis diskutiert, mit dem Satz, ach, rutscht mir doch alle den Buckel runter, enden kann.

Denn selbst, wenn die Anzahl der Rutschenden noch übersichtlich zu sein scheint, weil man zu den Menschen mit langem Atem, gutem Stehvermögen zählt und die Ruhe fast immer weghat, kann man sich in der Meterzahl schnell verrechnen, da Streckenbemessungen oder Schätzungen leicht falsch empfunden werden. Es wird sich fast immer jemand in der Runde finden, der also nicht nur das Maß der Strecke anzweifelt, sondern auch die Anzahl der Buckelrutschenden, da derjenige sicher weiß, so ein ausgeglichener Mensch ist die oder jene Person gar nicht wirklich.

Die Herkunft des Sprichwortes, du kannst mir mal den Buckel runterrutschen, ist nicht hundertprozentig geklärt. Man geht von zwei eventuellen Erklärungsversuchen aus, wobei die zweite eher auf den inhaltlichen Kontext aufbaut, indem sie verstärkt den Ausdruck verdeutlicht, du gehst mir am Arsch vorbei.

Bei den Römern wurde der Buckel auf dem Kampfschild buccula genannt, das heißt Bäckchen. Dieser Begriff wurde laut den Sprachforschern über das französische bouclé in den deutschen Sprachraum übernommen.

Buckel, mittelhochdeutsch buckel, altfranzösisch bo(u)cle. Andere Begriffe sind Rücken, Kreuz, Höcker, Erhebung, Hubbel.

Natürlich könnte das Wort ohne den Umweg über Frankreich in die germanischen Gefilde ein neues Zuhause erhalten haben, denn der Austausch zwischen Römern und Germanen war schließlich nicht nur ein kämpferischer, sondern auch ein sprachlicher, vom Handel einmal abgesehen. Wie dem auch sei, wer kann hier wohl wem den Buckel runterrutschen? Die Germanen haben schließlich den Begriff Buckel, die kleine Erhebung, für ihre Kriegsschilde übernommen.

Die erste Erklärung ist demnach aus dem Kampfgeschehen entstanden, daß der getötete oder verletzte Kontrahent beim Kampf an dem Buckel des Schildes heruntergerutscht ist.

Die zweite Herkunftsvariante lautet, jemanden den Buckel, Rücken zeigen, indem man sich von ihm abwendet, bedeute durch den Zusatz des Buckel rutschen, würde derjenige unweigerlich am Hinterteil vorbeigleiten, und dies galt wohl seit jeher als ein Zeichen völliger Verachtung.

Seit etwa dem 16. Jahrhundert wurde das Wort Buckel, abgeleitet von Schildbuckel, aus dem französischen als Begriff für Rücken verwendet.

Der Rücken, althochdeutsch rucki, (h)rukki, der Gekrümmte; Krümmung. Synonyme sind, Kreuz, Buckel, Ranzen.

Die Backe, mittelhochdeutsch backe, althochdeutsch backo, vielleicht eigentlich Esser. (Duden) Ein anderes Wort ist Wange. Kann es sein, daß hier das Gefühl entsteht, jemanden den Buckel runterzurutschen? Also, ganz ruhig erklärt, Backe gleichzusetzen mit Esser, klingt nach der Vorstellung von den gefüllten Backen eines Hamsters oder den Pausbacken von Kleinkindern. Ganz ruhigbleiben, wie heißt nochmal unser aller Hinterteil, Arschbacken, welche Form haben die, ach, vergessen Sie es!

Bouclé, französisch bouclé, boucler, ringeln, boucle, Ring, Schleife, lateinisch buccula, Bäckchen. Anderer Ausdruck für Garn mit Knoten und Schlingen.

Rücken, Krümmung, Wange, Backe, Schleife, Ring, Hubbel, Kreuz, Ranzen, Buckel, der Möglichkeiten gibt es viele, um eine Erhebung zu erklären, die ebenso einen gekrümmten Rumpf darstellen kann, dennoch ist es ratsam, nicht zu viele oder vieles den Buckel runterrutschen zu lassen, denn das Rückgrat könnte Schaden nehmen, indem es für immer einer Krümmung, eines Buckels gleicht, und damit nehmen Sie sich selbst den aufrechten Stand oder Gang. Dies wäre schade, denn dann könnte man gerötete Bäckchen seltener sehen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Niemand entgeht dem Willen des Kosmos

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Wege aus den Krisen – wenn die Schöpfung uns Menschen belächelt

Einfach mal loslassen, die Probleme, die Krisen, die Sorgen, in den Tag hineinleben, bedenken- und vor allem planlos. Wer vermag solche Ambitionen in die Tat umsetzen können, derweil das Leben seinen Tribut fordert, schließlich man doch eingespannt ist im Job, in der Familie, unter Leuten, die einem argwöhnisch beobachten, manchmal gar tadeln. Ganz so simpel gestalten sich sorglose Entscheidungen keineswegs, oder vielleicht doch?

Was hindert uns daran, bremst einen aus? Materie, der Run aufs Geld, ein System, welches exakt dahingehend ausgerichtet, stets zu funktionieren? Zum großen Teil unbedingt, überall lauern Grenzen, Fallen einer Abhängigkeit, die bereits in Kindertagen beginnt und seinen fatalen Lauf nimmt während des gesamten Lebens. Selbst Eremiten fügen sich wenigstens, weil sie gezielt die Einsamkeit suchen, abgekoppelt vom gesellschaftlichen Leben, bis hinein in die Einöde, fern einer Zivilisation, ausgesetzt der Natur und deren Lauf.

Aber was macht Mensch in jenem Kreislauf der Zwänge, der letztendlich ihn dazu nötigt, sich diesem unterzuordnen? Gleichgesinnte suchen, wenn er denn welche findet? Obendrein mit der schwierigsten Aufgabe, die ohnehin die größte Herausforderung der Menschheit selbst? In Frieden miteinander leben, ohne den anderen zu mißachten, einzuschränken. Genau darin besteht das Grundübel, es gibt nämlich keinerlei Vorgabe bei gleichzeitig vollzogener Entwicklung, die uns alle ausmacht, ob wir wollen oder nicht.

Wer vermag schon das Rad der Zeit zurückdrehen, per Fingerschnippen ein anderes System oder Zusammenleben fordern? Keine Revolution kann das, nur eine bescheiden langsame Entwicklung, die dennoch alle zusammen mittragen und entsprechend lenken. Wer tatsächlich meint, um mal ein sehr reales Beispiel anzuführen, das dramatischste uns alle beschäftgende, die Frage aller Fragen, wie man denn jenen besch…enen Kapitalismus schnellstmögich von dannen jagen könnte, ihn für alle Ewigkeit nie wieder zuzulassen, der wird schneller auf den Boden der Tatsachen geführt, als ihm lieb sein könnte.

Nanu, warum denn das? Ganz einfach, weil die Erfahrungen der Menschheit nicht mit einer kurzfristigen Forderung verschwinden. Was über tausende von Jahren sich auf seine grausame Weise bewährte, jene Ausbeutung und Kriege der Herrschenden übers geschundene Volk, läßt sich nicht wegdenken, hat gezielte Methode, die stets erfindungsreich ihre Macht weiter ausbaut, nicht kampflos ihre Prinzipien aufgeben wird. Selbst wenn Teile des Volkes oder gar eine Mehrheit per Revolte all die „Kapitalistenschweine“ bezwingen, so spielt sich solches eben nicht weltweit ab. Das weiß die Krake jenes eingespielten Systems, nutzt sie eiskalt aus.

Nur ein verinnerlichter Paradigmenwechsel ändert tatsächlich etwas, welches höchstwahrscheinlich mit einer extremen Zerstörungsgewalt begleitend stattfinden wird, mit enormen Opferzahlen, um eventuell Menschen in jene erwünschte Richtung zu bringen.

Akzeptiert gelebte Einsicht, fern jener Gier nach Macht und Materie, somit Reichtum verpönend, den Fokus auf geistige Werte richtend, bietet Mensch die Chance, diesen Weg weiter zu entwickeln, der einst mal begonnen, nach dem Untergang Lemurias verlassen wurde. Manche nennen es „back to the roots“, während heuchlerische Eliten jedwedes Leid billigend in Kauf nehmen. Ihr Ende ist besiegelt, spätestens wenn Mutter Erde nahezu zerstört, der letzte Mensch gen Himmel blickt und die Schöpfung um Verzeihung bittet.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Mir kommt echt der Mock hoch

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Ein Laut in sämtlichen europäischen Sprachen

Nicht überall bekannt diese Redensart, oder? Die Aussage läßt unschwer erkennen, sie ist nicht unbedingt appetitlich, denn sie bedeutet in etwa, mir kommt die Galle hoch, jemand ist sehr angewidert, wütend. Es ist eine derbe Ausdrucksweise und eher in der Umgangssprache zu finden.

Wenn man allerdings „Mock“ als Nachname führt, liegt die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, diese Redensart schon früh in den Ohren klingeln zu hören. Denn gibt es nichts Schöneres, als jemanden zu ärgern und dann noch mit so einer Steilvorlage wie ein Name?

Warum und wieso „Mock“ als etwas Unappetitliches gilt, liegt zwar im Nebel der Vergangenheit verborgen, trotzdem kann man eine direkte Verbindung mit der Hauptstadt Moskau der Russischen Föderation ersehen. In Москва́ verbirgt sich der Name eines Flusses, nämlich der Moskwa (Москва́), Nebenfluß der Oka. Phonetisch klingt dies aber nach „mɐˈskva“, werden Sie jetzt einwenden. Stehende Flüsse, mit Schilf bewachsen, dünsten ab und an unangenehme Gerüche aus, genauso moorige Seen. Fast alle menschlichen Ansiedlungen sind an Seen oder Flüssen entstanden. Die Moskwa wird je nach Wetterlage ihren Geruch weiterverbreitet haben, der als Gestank wahrgenommen wird.

Jedenfalls wird „Mock“ gleichgesetzt mit, hier stinkt´s. Hier mockt es voll, heißt in etwa, hier ist nichts los, stinklangweilig, oder ein Gerät funktioniert nicht wie erwartet, das kann mit den Worten erklärt werden, das ist mit den Sachen immer das gleiche Mock.

Kennen sie eine Mocke? Das ist die Bezeichnung für eine Sau, ein Schwein. Möglicherweise stammt der Name aus dem keltischen. Wissen Sie was ein Mocken ist? Ein großer Brocken, ein Klumpen, ein dickes Stück. Haben Sie Lust, einen zu mocken? Sprich, einen Joint zu rauchen. „Suure Mocke“ ein Kochrezept und möglicherweise weltberühmt, kennen Sie natürlich! Im Schwedischen finden sich Wildleder, Mokka, ausmisten, Stunk machen unter dem Wort „mocka“.

Haben Sie sich schon mal über etwas mokiert? Mokieren, sich über jemanden lustig machen, spotten, abfällig äußern. Laut Sprachwissenschaft dem französischen Wort moquer, spotten, entnommen. Apropos spotten, ins Englische übersetzt, to mock.

Haben sie schon einmal eine mockturtlesoup gegessen? Dies ist eine unechte Schildkrötensuppe aus Kalbskopf. Kennen Sie mocking-bird? Die Spottdrossel? Im englischen finden sich eine ganze Reihe von Begriffen die „mock“ als Wort vorangestellt haben. Meistens in Verbindung mit „spotten“ oder „so tun als ob“.

Wegen „so tun als ob“ gibt es Mockakademien. Genauer gesagt Institutionen, die mögliche Geschehnisse, Aktionen, Verhandlungen simulieren. Zum Beispiel im Bereich der Jurisprudenz, der Dolmetscherschulen. Die mock-ups sind Attrappen oder Nachbildungen zur Präsentation. Mock-Objekte sind sogenannte Hilfsmittel, die als Platzhalter dienen von Modultests bei der Softwareentwicklung.

Wer kann schon von sich sagen, daß sein Nachname so eine Menge an Bedeutungsmöglichkeiten hat? Ich! Und nicht nur ich, sondern auch:

„Jerrie“ Geraldine Mock, amerikanische Pilotin (Mock war die erste Frau, die die vollständige Weltumrundung im Flugzeug absolvierte. Wikipedia)

Alois Mock, österreichischer Politiker

Freida Lee Mock, amerikanische Drehbuchautorin

Rudolf Mock, slowakischer Geologe

Hanns Mock, deutscher Turner

Joachim Mock, deutscher Schauspieler

und, und, und.

Dies ist keine vollständige Bedeutungsaufzählung, noch eine konkrete Herkunftsbeschreibung des Wortes, Begriffes „Mock“. Da das Wort, der Laut in sämtlichen europäischen Ländern benützt wird, liegt die Wahrscheinlichkeit, daß es sich um ein keltisches Wort handelt, sehr hoch. Der Geruch, der zuweilen an Seen und Flüßen zu riechen ist, modrig, verfault, ist ein Erinnerungsüberbleibsel an die Ursuppe, aus der wir alle stammen. Versuche, Mooren, sogenanntem Brackwasser, Sümpfen durch Anlagen den unangenehmen Geruch zu nehmen, sind vielerorts gescheitert, die Resultate waren in vielen Fällen weitaus übelriechender.

Im spanischen bedeutet moque, Harz. Harz, das flüssige Gold, nicht wasserlösliche Flüssigkeit bei Pflanzen, nach Verletzungen, um die „Wunde“ zu heilen, begehrter Bernstein, als Beigabe für Wein (Retsina), köstlich nicht nur zum Ansehen, sondern auch beim Genießen. Mokieren Sie sich ruhig über den Gestank oder was Ihnen ansonsten aufstößt, möglicherweise sind Sie ein kleines bißchen in Ihren Gefühlen verwundet worden und müssen sich Luft machen, vielleicht besteht aber auch die Möglichkeit, daß Sie moque ausscheiden, damit Ihre Wunde geheilt wird. Mock, moque wird’s dann schon richten, egal ob es Ihnen stinkt, Sie spöttisch kommentieren, falls Sie dadurch geheilt werden und sich durch die Ursuppe zu neuem Leben gekämpft haben, was denken Sie, gibt es einen schöneren Namen dafür als Mock?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Rassisten – die Fiesen gern Öl ins Feuer gießen

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Satirischer Rückblick…

Allen voran ein in den USA bekannter Mann. Dieser Humpty-Trumpty den Joe aus Arizona jetzt begnadigen wird, ein bekannter Sheriff als Rassisten-Hirt’, der in seinem Bezirk hart durchgriff, gilt als letzter Schliff, um Immigranten das Leben zur Hölle zu machen. Hauptsache Rassismus wohlwollend entfachen, da haben sie allesamt nichts mehr zu lachen. Widerlich, dieser erste Mann im Staat, jener Wüterich. Da ham wir den Salat.

Eine Grausammlerin ihres Weges geht, ihre Leidenschaft, egal wie auch immer man’s dreht, sie die Welt unerschrocken anlacht. Sich sagt, macht meine Sehnsucht glücklich, ungefragt, höchst erquicklich. Davon könnte sich manch einer eine dicke Scheibe abschneiden, es gäbe dann weniger Leiden.

Der türkische Despot mischt Europa auf? Zumindest ist er seit längerem so drauf, während selbst die Kanzlerin ihn viel zu lang gewähren ließ, die deutsch-türkische Freundschaft ohnehin dadurch auseinanderriß. Die Folgen daraus könnten weitreichend sein, manch einer steht dann allein. Zumindest darf Dogan Akhanli wieder spanischen Boden verlassen sehr zum Verdruß von Erdogans Anhängermassen.

Hurra, wir gehen zur Wahl, egal wie schal die Qual, das tiefe Tal. Wenn Bundesmutti erneut regieren darf, finden’s viele rattenscharf. Und bei Bedarf wird auch die SPD erneut benutzt, die bedenkenlos die arme Bevölkerung wegputzt. Eine Nahles wird’s schon richten, per Hartz IV kann man jeden endlos zu allem verpflichten. Wir wissen doch, schlicht ist schlecht, wer zu Kreuze kroch, der bekam niemals Recht. Im Kreislauf der Leere gibt’s eh keine Ehre.

Aber dafür kreative Antworten gegen Rassismus. Schluß mit jenem bösartigen Stuß, stoppen wir diesen gehässigen Fluß. Warum so still, so zögerlich? Seid schrill, die anderen sind dermaßen widerlich, so daß Widerstand erste Pflicht, überall, auch vor Gericht. Denn das Aus der Bürgerrechte längst naht, stoppen wir jene herrische Saat.

Stattdessen liebevoll beflissen, sollten wir uns mit Händen und Füßen begrüßen. Mensch ist nicht geboren zum Haß, viel eher bedeutet Leben eigentlich Spaß, lachend sich lieben, statt sich sinnlos zu bekriegen. Ein herbstliches Sommermärchen in traumwandlerischer Wachsamkeit beendet Eure Einsamkeit, laßt Euch nicht zu Zerstörung verführen, am Ende werdet Ihr alles verlieren. Streift ab den kalten Muff. Leicht gesagt im Suff, doch bei Tageslicht betrachtet, mögt ihr wissen, dessen ungeachtet, werden wir schon viel zu lang beschissen.

Wer macht hier wohl die Biege, ein Mäuschen oder eine kleine Fliege? Solch Vergleiche mögen hinken, uns in Gedanken versinken. Was für’n Eigenlob, schräge Töne gleichen einer politischen Reality-Soap, wenn Donald Trumps Medienschelte billige Polemik entfacht, heißt’s endlich: aufgewacht! Einmal zu Ende gedacht, es nämlich sonst fürchterlich kracht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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