Die Neue Rechte auf Erfolgskurs oder kurz vorm Kollaps

Drah‘ die net um, die Trumpomanie geht um – na und?!

Die Herren der Schöpfung geben sich die Ehre, sie trampeln alles nieder, was Menschen sich aneigneten im Zusammenleben, von Vormachtstellungen bishin zur Freiheit des Einzelnen, der Rücksicht allem und jedem gegenüber. Gerade die Neue Rechte, im Übrigen wie man äußerst hautnah und anschaulich in den Weiten der USA schon länger beobachten kann, erst recht dortigst, nachdem jener 45. Präsident in den mächtigen Sessel gehoben wurde von weißen Rassisten, die mal wieder sich orgiastisch tummeln, ihre Macht erneut ausleben.

Kein Klischee der Verunglimpfung wird ausgelassen, von Links-grün-versifften bishin zur etablierten Politik, die zwar von der großen Mehrheit des Volkes gewählt, aber das gilt natürlich nicht, da allesamt manipuliert von sogenannten Lügenmedien. Die Neue Rechte beansprucht alleinig für sich, die Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben per langfristig angelegter Strategie, sich in Eso- und Öko-Ecken einzuschleimen, um in geeigneten Momenten ihre Erkenntnisse unters Volk zu streuen, gar das Wörtchen „wir“ in den Mund zu nehmen, um alle an ihre Doktrin zu binden.

Das alles mit simpelsten Phrasen, die keinerlei wissenschaftlichen Erkenntnissen standhalten würden, aber das macht doch nichts, dem „einfachen, ungebildeten“ Bürger fällt die betrügerische Masche bisheriger Politik wie Schuppen von den Augen, um sofortigst am besten gar mit erhobenen Arm ein „Heil“ der Neuen Rechten entgegenzuschmettern als sicheres Indiz loyaler Unterwürfigkeit.

Es zählet nicht das Individuum, sondern vielmehr die Gruppe, das sich Einfügen in den wiederentdeckten Schmelztiegel einer alten Treue zum Staat, zur Heimat, patriotisch gewillt, jedweden Einfluß von außen brüsk von sich zu weisen. Multikulti, das schärfstens verurteilte Feindbild, welches bekämpft werden muß. Die Welt rückt in deren Köpfen nicht zusammen, sie mauert sich per Stacheldrahlt, Grenzen ein, wehe dem, der nicht folgt.

Drohgebährden suchen sich Ventile des Auslebens, während gar in der Justiz, beim Barras oder selbst bei der Polizei Sympathisanten der Neuen Rechten anzutreffen sind. Noch im Stillen. Erinnerungen an längst vergangene Zeiten werden wach, was noch vor kurzem unmöglich erschien, sucht bereits wie ein Flächenbrand, Wege der Entfaltung zu finden. Mit Erfolg, wenn auch noch in Minderzahl. Das Stillhalten, Schweigen und schreckhafte Wegducken in Teilen der Bevölkerung dient dem neuen Status Quo, das rüde rassistische Leben auszubreiten. Mit zunehmender Brutalität, Terror und halbherziger Ahndung der Ermittlungsbehörden. Bestes Beispiel hierzulande der NSU-Prozeß.

Selbst linke Medien verfallen den trügerischen Phrasen, wenn einerseits Systemmedien angemahnt werden, weniger über den Trump zu schreiben, andererseits vorwurfsvoll diese es angeblich vermeiden, über andere wichtigere Probleme zu berichten. Falsch. Medien sollten immer die Freiheit haben, ihre Assoziationen zu äußern, selbst wenn tausendfach, fast wiederholend. Das gehört zum Innenleben der Pressefreiheit. Wer dabei eine Meßlatte zückt, macht sich und andere verrückt. Zumal man gerade zum Trotz diesem Donald Trump erst recht auf Schritt und Tritt beobachten und kommentieren sollte!

Ziel verfehlt, wer das weiterhin anmahnt. Obendrein exakt der Neuen Rechten nur genehm sein kann, wehe, man entdecke deren Taktik, die da lautet: Selber Fake News streuen, am bösartigen Kurs der Verunglimpfung festhalten, es bleibt genügend hängen in den Köpfen derer, die eben nicht differenzieren, ob ungewollt oder aus purer Absicht, weil’s so schön simpel, sich anzubiedern, um ein sicheres Pöstchen zu ergattern.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Geliebte Pachycereus pringlei

Nur wegen ihr
steh ich noch hier!

Steh fest auf meinem Platz,
keinen Schritt ich mach!

Soll ich, soll ich nicht,
blöd, wenn man unschlüssig ist!

Leisten kann ich es mir, Platz hab ich,
ihr Anblick, sie ist eine sie, exotisch.

Oder ist sie etwa doch ein Mann?
Mit einem Frauennamen er auch leben kann!

Passen Sie doch auf, Sie haben mich gestoßen!
Sie stehen doch versteinert hier, die Welt ist voll Idioten!

Ich kauf sie, ich zahle mit Karte, so viel hab ich nicht in bar.
Ich fühl mich erleichtert, schwebend, wunderbar!

Der Preis stattlich, fast 80 Tausend, aber einerlei,
bei mir bist du sicher, meine geliebte Pachycereus pringlei.

Du wirst bei mir im Vorgarten stehen, unter Glas.
Keiner wird dich berühren, nur ich dich pflegen darf.

Deine Dornen Zeichen der Verletzlichkeit,
deine Größe fast sieben Meter, zeige dich weit und breit.

Minttu, meine Minze, deine Haut zart wie Samt und Seid´,
mein Kaktus steht aufrecht für den Schutz der Weiblichkeit.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Bialowieza-Urwald weiterhin massiv gefährdet

Polens Politik völlig aus dem Ruder?

Der größte gemeinsame Nenner, den man unbedingt auch außerhalb der Mathematik als Metapher anwenden sollte, bedeutet bei unserem östlichen Nachbarn in der Republik Polen die fragwürdige Haltung der Justiz, die seit jüngstem insofern die Rechtsstaatlichkeit aushöhlt, im Verhältnis zur sich bestätigenden Willkür.

Ganz offensichtlich eine willkommene Gelegenheit für den polnischen Umweltminister Jan Szyszko die Gefährdung des Bialowieża-Urwaldes nonchalant fortzusetzen. Eine Klage Mitte Juli seitens der EU-Kommission vor dem Europäischen Gerichtshof mit der einstweiligen Anordnung, die Abholzung zu stoppen, wird einfach mißachtet. Was interessiert Polen eine EU oder Naturschutz, selbst die Warnung der UNESCO zählt nicht, kurzfristige Profite verlocken die verantwortliche Regierung, deren Politik völlig aus dem Ruder zu laufen scheint.

Naturschutz geht uns alle etwas an – Medien werden angegriffen

Ausnahmslos, so daß wir selbst uns gefälligst einzumischen haben, falls einzelne Uneinsichtige den Naturschutz einfach mißachten wie in diesem Fall Polens Regierung. Insofern sind Proteste und Demos vor Ort wie im Bialowieża-Urwald absolut notwendig, das Protestcamp als auch die durchgeführten Sitzblockaden verdeutlichen den Ernst der Lage.

Daß es dabei nicht friedlich zugeht, durfte ein Fernsehjournalist am eigenen Leib erfahren, der am 29. Juli von Holzfällerarbeitern zusammengeschlagen wurde, als er einen Film über den verbotenen Holzeinschlag drehte. Kein Recht auf Berichterstattung in Polen? Völlige Ignoranz treibt Polens Umweltminister an, der zu Beginn des Augusts betonte, er wolle an der Rodung der Bäume in dem Biosphärenreservat festhalten.

Polens Justiz ein Tête-à-tête zur Willkür?

In diesem Kontext wirft das Verhalten des Umweltministers ein äußerst trübes Licht auf Machenschaften, die nicht nur die Rechtsstaatlichkeit innerhalb Polens in Frage stellt, obendrein zurecht die EU selbst auf den Plan ruft. Die jetzt in Kraft tretende umstrittene Justizreform erlaubt dem Justizminister Zbigniew Ziobro, willkürlich Gerichtsvorsitzende auszutauschen und durch neue ersetzen zu dürfen. Kein Schelm, wer dabei Böses denkt.

Viel eher dienen solche Regierungsentscheidungen eben nationalkonservativen Kräften im Lande, ihre Macht rigoros auszubauen, selbst wenn internationale Abkommen und Verträge dabei untergraben werden. Eine merkwürdige Haltung, die obendrein eher zur Isolation führen mag. Nichtsdestotrotz leidet hier aktuell der Naturschutz, Erinnerungen an Doris Nefedovs Song, allen eher als Alexandra bekannt, „Mein Freund der Baum“, werden wach, wenn man das arglose Treiben im Bialowieża-Urwald verfolgt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Naturschutz

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Die Wut danach

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Die Gunst der Stunde
nie endenwollend uns erscheint,
macht so manch Runde,
Hoffnung erwartungsvoll aufkeimt.

Bösartige Gesellen im Bunde,
im Verborgenen ein Mädchen weint,
„mißbraucht“ in aller Munde,
jetzt betrachtet man sie als Feind.

Was mag Menschen dazu treiben,
jene unsagbare Gewalt
unerschrocken sich einzuverleiben
wie ne mißratene Axt im Wald?

Was soll diese Macht ohne Unterlaß,
jedwede Gefühle ausgeblendet,
die gänzlich ohne herzlichen Spaß
behütetes Leben brutalst verschwendet?

Die Wut danach nur allzu verständlich
nach Rache gezielt sinnt.
Wenn gefunden die Schuldigen, endlich,
die geschunden das ahnungslose Kind!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Sanft sammeln

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Nicht immer der Nabel der Welt sein

Sanft gleiten seine Hände über ihren nackten Rücken. Der Wind strich sanft über die Weizenfelder. Seine sanfte Stimme überraschte sie. Sanfte Hügel sind das Merkmal dieser Landschaft. Der Stoff hat einen sanften weichen Fall. Die sanfte Tour bedeutete für sie nicht Stubenarrest, sondern ein ellenlanger Monolog über das richtige Verhalten. Besonders sanft fühlt sich Samt und Seide an. Sanft berührte sie das weinende Kind. Mit dem sanften Blick der Güte.

Oftmals, so scheint es, wird das Wort „sanft“ verwendet, wenn das Geschehen mit einem kleinen Spritzer Romantik unterstrichen werden soll. Oder benützen Sie das Wort öfters? Etwa ständig? Jeden Tag? Schätzungsweise nicht, außer Sie neigen generell zu ein wenig Überschwänglichkeit. Nicht, daß das verwerflich oder etwa zu belächeln wäre, vielleicht ist es eher außergewöhnlich zu nennen.

Sanft, mittelhochdeutsch senfte, althochdeutsch semfti (Adverb mittelhochdeutsch sanfte, althochdeutsch samfto), eigentlich, gut zusammenpassend, zu sammeln. (Duden) Andere Umschreibungen sind, freundlich, behutsam, delikat, sorgfältig, unauffällig, weich, zart, angenehm, geduldig, friedlich, schonend, gelinde, mild, zurückhaltend, unmerklich, gütig, still, dezent, unaufdringlich, harmlos, achtsam.

Wer gerne selbst Beeren sammelt oder Früchte erntet, weiß, daß es keine schlechte Idee ist, die Früchte sanft anzufassen, bevor sie weiterverarbeitet werden. Schließlich wird nicht aus jeder Frucht ein Obstwässerchen. Auch sollte bekannt sein, daß nicht alle Sorten von Früchten oder Gemüse zusammen harmonisieren, schließlich sind nicht alle Menschen Liebhaber von Essiggurken mit Erdbeerstückchen garniert.

Sammeln, mittelhochdeutsch samelen, dissimiliert aus älter: samenen, althochdeutsch samanōn, mittelhochdeutsch samen, althochdeutsch saman, zusammen. (Duden) Synonyme sind, auflesen, ernten, pflücken, einladen, vereinigen, meditieren, einigen, aufheben, horten, zusammenraffen.

Zusammen, mittelhochdeutsch zesamen(e), althochdeutsch zasamane, aus zu und mittelhochdeutsch samen, althochdeutsch saman , gesamt, zusammen, ursprünglich eins, in eins zusammen, einheitlich, samt; vgl. sammeln, -sam. (Duden)

Möglicherweise haben wir es hier mit drei Wortbegriffen zu tun, die schon sehr früh in der Menschheitsgeschichte eine Rolle gespielt haben dürften. Abgesehen davon, daß bei Affen, aber auch bei anderen Tieren, das gemeinsame Futtersuchen und das gemeinsame Fressen zusammen ein Bestandteil des „Zusammengehörigkeitsgefühls“ bedeutet. Dies ist über all die Zeit, außer vielleicht bei den Menschen, je nach Sicht auf die zwischenmenschliche Lebensweise, gleichgeblieben. Herauszulesen ist allerdings im Gebrauch der Sprache, daß die drei Wörter nicht umsonst eine sprachliche Verwandtschaft besitzen.

Sanft miteinander umzugehen, ist ein Zeichen von Respekt, Liebe, Zusammengehörigkeitsgefühl. Das ist bei Mensch und Tier zu beobachten. Dies ist sprachlich in den Wörtern sänftigen (sanft machen), besänftigen (beruhigen, trösten) zu erkennen. Zusammen, sammeln, sänftigen.

Nun wurde am Anfang des Textes geschrieben, Menschen, die das Wort „sanft“ bei vielen Gelegenheiten in der Sprache gebrauchen, seien ein wenig, oder darf es etwas mehr sein, romantisch sanft angehaucht. Oder sind diese Menschen, nachdem Sie jetzt die Ursprungswörter kennen, bloß diejenigen, die „sanft“ als Umschreibung benützen, als etwas Selbstverständliches sehen, also nicht der Rede wert, damit etwas herauszustreichen, weil es eigentlich zum täglichen Umgang gehört, sanft zu sein, zusammen zu sammeln?

Im Umkehrschluß bedeutet dies, sanfte Wörter, sanfte Redensarten, sanfte Stimmen, hier sei an den Kreide fressenden Wolf erinnert, aus „Der Wolf und die sieben Geißlein“, verleiten Menschen sich in Sicherheit zu wiegen. In einer Sänfte getragen zu werden, die Ruhe, Annehmlichkeit, Gemächlichkeit, Zufriedenheit, Behutsamkeit, Harmlosigkeit ausstrahlt. Eben alles das, wonach man sich sehnt, Frieden, Zusammengehörigkeitsgefühl, Liebe, Anerkennung.

Und genau deshalb ist es besonders angebracht, hellhörig zu werden, wenn jemand auf leisen sanften Pfoten mit einer angenehmen weichen sanften Stimme Argumente, Meinungen, Ansichten vertritt, die ein Sammelsurium von Zusammenhalt faseln, das bei der kleinsten Zwischenfrage sich als zusammengedrückter Brei aus unterschiedlichen Themen herausstellt, und nur funktioniert, wenn man sich nicht mal dezent an einengende Regeln hält. Sanft geht anders. Sanft heißt nämlich auch zurückhaltend, geduldig, rücksichtsvoll, sich selbst nicht immer als den Nabel der Welt zu sehen. Sanft, eben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Politik hofiert Konzernlobbyismus

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Kapitalismus fordert immer mehr Opfer

Zunehmende Resignation, der Passivität einen enorm großen Raum überlassen, während bestimmte Kräfte dies für sich zu nutzen wissen, um ungefragt den Bürgern immer mehr Freiheiten zu nehmen.

Wir brauchen uns nicht wundern, daß die Politik den Konzernlobbyismus hofiert, der Kapitalismus immer mehr Opfer fordert, wir das fraglos, nahezu widerstandslos zulassen. Oder existiert da noch ein Restfunken an Verstand, gezielt unbeugsamer Wille, der rechtzeitig sich zur Wehr setzt, genau das auszusprechen, was längst formuliert wurde, sich allerdings entsprechende Wege der Durchsetzung sucht?

Wer nicht mitzieht, verliert schnell seinen Einfluß

Man muß leider feststellen, daß im Reigen einer eher pessimistisch, aber realistischen Beurteilung trotz erheblicher Proteste die Politik es bis heute nicht versteht, wesentliche, sehr berechtigte Forderungen sich zu vergegenwärtigen oder gar umzusetzen. Vielmehr setzt sich meistens die Staatsmacht der jeweiligen Politikinteressen durch, die bekanntlich bis heute von gewissen Lobbyisten gelenkt, einfach zu funktionieren haben. Wer nicht mitzieht, verliert schnell seinen Einfluß. Der simplen Möglichkeiten gibt es dennoch etliche, dies mit Nachdruck zu unterstreichen.

Auf der einen Seite mag man schnell sich gestärkt fühlen in solidarisch wirkender Zustimmung, daß Wirtschaftspolitik stets dem Konsum verpflichtet agiert, noch mehr Proteste der Demokratie Lebendigkeit bescheinigen mögen, andererseits stellt der Vorausschauende die wirklich kritischen Fragen: Wem soll das real nutzen? Obendrein, in wie weit führen ganze Protestbewegungen zu einer nachhaltigen Verbesserung? Klar doch, die AKW-Bewegung, die gesamte Politik der Grünen, zeigt doch nur zu deutlich, in wie weit fundierte Proteste und tatsächliche Änderungen vollzogen wurden: Bis auf wenige Ausnahmen blieb vieles beim Alten.

Stagnation trotz vielversprechender Ideen

Eine Gesellschaft im sogenannten Miteinander wird durch ständiges Geben und Nehmen geprägt, wobei man sich fragt: Wer nimmt wem etwas, und wer gibt überhaupt? Da Politik nach wie vor als Steigbügelhalter der Finanzwirtschaftslobbyisten und Konzerne nahezu gehorsamst agiert, kann man nur noch ein Verharren auf der Stelle ihr bescheinigen. Hierzulande gilt das seit Jahrzehnten in der parteipolitischen Landschaft genauso wie in anderen zivilisiert demokratischen Staaten, beeinflußt letztlich das gesamte Weltgeschehen, ändert sich in Folge nichts am völlig unnötigen Leid der Menschen. Und so verbleibt auch eine Stagnation mit anfangs vielversprechenden Ideen, mittels Protesten Änderungen herbeizuführen.

Aber was nutzen all diese teilweise kreativ guten Einfälle und äußerst wichtig formulierten Argumente, wenn am Ende die Antworten der eigentlich Mächtigen entsprechend eindeutig und somit menschenverachtend auf uns niederprasseln? Wie zuletzt sichtbar beim G20-Gipfel mit bewußten Provokationen ohne nennenswerten Ergebnissen, die Polizeimacht als Handlanger und Befehlsempfänger aufs eigene Volk eindrosch?

Bequemlichkeit Ergebnis manipulierter Absicht

Jeder, der Zusammenhänge wirklich allumfassend begreifen möchte, sollte auch entsprechend viel Hintergrundwissen sich aneignen, querdenken und dazu bereit sein, mal nicht alles ungefiltert anzunehmen, was da so aufgetischt wird seitens gezielter Fehlinformationen. Klingt ein wenig abgehoben oder nach der Mär von Fakenews, die es eben nicht ausschließlich gibt? Wer hinter die Kulissen schaut, lächelt darüber müde, wissend, wie mit einfachen Mitteln die Bequemlichkeit so mancher Zeitgenossen gefördert werden kann. Bloß nicht selbst denken, andere richten es schon. Ein Trugschluß!

Mit dieser Einstellung wird jedwede Politik begünstigt, die desinteressierten Wähler für sich zu gewinnen, ein paar Wahlversprechen, ein wenig Hetze, besonders gern auf Minderheiten oder Schwächere, die keine Lobby hinter sich wähnen, und schon funktionieren die niederen Beweggründe einer Neid- und Mißgunstgesellschaft, zumal für genügend Ablenkung gesorgt mittels Spaß und Spiele, Fernsehen und PC.

Zumindest wenn das Leid im Lande groß genug, wächst die Zahl der Aufwachenden erneut. Ob es dann zu spät sein wird, weil fast sämtliche errungenen Bürgerrechte eingeschränkt oder abgeschafft wurden, wird die Zukunft zeigen. Keine Proteste, keine Widerworte oder Schriften gegen eine verfehlte Politik geschehen nicht nur aus Lust und Laune, sie sind das Ergebnis einer viel zu langen Duldung von Ungerechtigkeiten, die somit beherzt benannt werden sollten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Schirm aus Glas

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Monika ist eher zierlich, wirkt verwachsen,
sie hat Glasknochen, bringt alle zum Lachen.
Die Diagnose erschütterte die Familie,
außer Opa, bloß kein Erdbeben, er witzelte.

Wo ist ihr Handicap, es ist alles an ihr dran?
Durch Glas man vieles besser sehen kann.
Dich kriegen wir groß und stark,
wer hat das schon, Knochen aus Glas?

Geschichten las er ihr vor, Märchen,
von Menschen, ihrem Leid, ihren Stärken.
Kombinierte ein Lied von Liz und Tim,
daß ihre Liebe nur durch Glas Feuer fing.

Als sie mal traurig war, sie nie vergaß,
schenkte er ihr einen Schirm aus Glas.
Ein kleiner winziger Schirm mit Mechanik,
mit Knopf zum Öffnen, Schließen, ohne Trick.

Schau, er ist wie du, klein, zerbrechlich,
aufgespannt, groß, fast übermächtig.
In Wirklichkeit sind wir alle winzig,
das aufgespannte Herz erst macht riesig.

Sieh mit diesem Herzen auf die Welt,
Größe, Stärke ist nicht, was zählt.
Seither sammelt Monika Schirme,
bunte, aus Papier, Seide, Folie.

Osteogenesis imperfecta habe ich,
vieles ist mühsam, oft ist es hinderlich.
Monika lacht, mit Behinderung mag man anecken,
meinen Glasherzschirm werd ich nie verstecken.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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