Trübe Aussichten lassen den August verblassen

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Satirischer Rückblick…

Das Wetter ist eigentlich nie Schuld, sondern tröge Politik, die voller Ungeduld des Menschen Haß Gleichgesinnten angedeihen läßt, sodaß zu guter Letzt überall Krieg und Elend tobt, während sie sich gegenseitig lobt. Man mag’s nicht mehr sehen, einige gar flehen, es möge Einsicht folgen trotz etlicher Gewitterwolken.

Lyrik ist schwierig, wenn alle Welt in ihren Träumen versinkt, menschliche Politik zu oft eben nicht gelingt, manch Leidender darüber ein Lied von singt. Apropos singen, auch H.P. Baxxter darf dies nicht gelingen, das wirkt echt ziemlich schal, ukrainische Haftandrohung ein Skandal.

Aber man kennt das schon, in der Politik ganz besonders herrscht oftmals nen rauher Ton. Jetzt stehen in Niedersachsen vorgezogene Neuwahlen an, oh mannomann. Die einen meinen, dat sei normal, den anderen ist’s schlicht egal. Von der Dauerberieselung zur Befreiung ist’s doch ein weiter Weg, woran das wohl läg? Am besten die Glotze einfach abschalten, besser wachsam innehalten.

Bis zur Orgie schwelgen, sich ständig betont melden, eine richtige Option? Schon schon. Denn gute Redner allein nützen nicht viel obendrein, außer sie labern nicht nur so zum Schein. Kohls Mädchen versucht’s zum vierten Mal, stellt sich im September hier zur Wahl. Welch dramatische Qual uns nicht erspart bleibt, wenn erneut bald so weit. Ich bin nicht dicht, doch so ehrlich sie nicht von sich spricht.

Wie im Kleinen so im Großen, weil Weltpolitik ein atomares Tor aufgestoßen. Krieg nach Verbalattacken und Sanktionen? Tut sich nur dabei für wen wirklich lohnen? Menschheit wird’s Leben auf Erden entthronen. Diplomatisches Fingerspitzengefühl vs. lautem Getöse klingt nicht nur böse, sondern läßt sich auf viele Lebenslagen übertragen. Am Ende geht’s dabei vielen an den Kragen.

Anders sein, dann biste nicht wirklich allein. Nein. Vielmehr zeichnet dies uns Menschen doch aus, das kommt dabei heraus. Schnurzpiepegal oder wieso einem alles schnuppe sein soll, so gänzlich ohne Groll? Man sollte solch Stimmungslagen verstehen und nicht besondere Umstände verdrehen.

Aufgepaßt beim Gen-Food, seid auf der Hut! Die toxische Belastung im Viehfutter nimmt erschreckende Formen an, und das inzwischen schon viel zu lang. Nun sind wir dran, diesem Treiben einen Riegel vorzuschieben, weil keineswegs übertrieben. Versäumen wir’s, die Chemielobby zu stoppen, werden noch ganz andere Probleme uns gefährlichst foppen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Schnurzpiepegal oder wieso einem alles Schnuppe sein soll

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Von Sternschnuppen und schnurrenden Katzen auf Sofas

„Du bist mir schnuppe!“ Das ist ein freundlicher Ausdruck von, du gehst mir am Arsch vorbei, dir zeige ich die kalte Schulter, du oder das, was du tust, interessiert mich nicht im Mindesten. Mit diesem Satz hat man einen Korb bekommen, wird die Person mit Füßen getreten. Zwar hört sich „schnuppe sein“ harmlos an, dennoch zeigt es im Verständnis des Satzes eindeutig die Wertlosigkeit, das Desinteresse, die für jemanden empfunden wird.

Wer kann sich der Faszination der Sternschnuppen entziehen, wenn Zeiträume anstehen, bei denen die Wahrscheinlichkeit sehr groß oder zumindest groß besteht, eine Sternschnuppe zu Gesicht zu bekommen? Sternschnuppen sind uns demnach nicht schnuppe, oder? Also die Schnuppe ist nicht schnuppe? Doch, ist sie!

Schnuppe, heißt so viel wie jemand oder etwas ist mir egal, gleichgültig.

Die Schnuppe, mittelniederdeutsch snup(p)e, zu snuppen, den Kerzendocht säubern. Der verkohlte Kerzendocht wird entweder abgeschnitten oder ersetzt.

Die Sternschnuppe, früher hielt man die Sternschnuppen für „Abfälle“ von Sternen. Andere Wörter sind, Meteor, Feuerkugel, Schnuppe.

Sternschnuppen sind Meteoroide, quasi verglühende Mini-Meteore, Staubteilchen, Steinbröckchen.

Du bist mir schnuppe, könnte auch übersetzt werden, du bist Abfall, unnötiger Ballast, Müll.

Es ist nicht ganz ungewöhnlich, wenn Menschen schnuppern, wenn sie eine neue Umgebung betreten. Bei Tieren ist das Schnuppern sogar überlebensnotwendig. Trotzdem sollte man das Schnuppern der Menschen nicht vollkommen außer acht lassen, auch wenn wir es hier eher als riechen benennen. Wenn man jemand nicht riechen kann, ist es nicht deshalb, weil die Nase verschnupft ist, sondern drückt aus, den mag ich nicht. Ist also ein ähnlicher Ausdruck wie „schnuppe sein“.

In der Sprache findet sich allerdings doch der Zugang von schnuppern als Ersatz für riechen, nämlich, wenn jemand in fremden Sachen schnuppert, wenn auf den Reklametafeln mit Schnupperangeboten Kunden gelockt werden sollen, wenn Schnupperkurse angeboten werden, damit man eine leichtere Entscheidung erringen kann, diesen Kurs zu belegen, genauso bei Schnupperlehre, Schnupperstudium.

Schnuppern, Iterativbildung zu mitteldeutsch schnuppen, mitteldeutsch Form von schnupfen. (Duden) Andere Begriffe sind, wittern, schnüffeln, schnuffeln.

Schnupfen, mittelhochdeutsch snupfen, schnaufen, Intensivbildung zu schnauben. Andere Ausdrücke, fein pulverisierten Tabak durch stoßweises, kräftiges Einatmen in die Nasenlöcher einziehen, (einen fein pulverisierten Stoff) in der Art, wie es beim Schnupfen üblich ist, zu sich nehmen. (Duden)

Schnauben, mittelhochdeutsch snūben, mittelniederdeutsch snūven, Herkunft lautmalend. Andere Begriffe sind, fauchen, prusten, schnieben, fauchen, schäumen.

Das kann mir schnurz sein, das ist doch alles schnurzegal, das ist schnurzpiepe, schnurzpiepegal. Wobei wir wieder bei dem altbekannten, du bist mir schnuppe, ich kann dich nicht riechen, wären, du bist mir schnurzpiepegal.

Haben Sie schon einmal Sternschnuppen gesehen, so richtig live? Haben Sie dabei vermeintlich Geräusche vernommen? Etwa ein brummen, summen, surren?

Schnurz bedeutet in etwa egal, einerlei, unerheblich, wurscht, schnuppe, scheißegal. Herkunft nicht gänzlich geklärt, vielleicht schnuppe? Aber warum nicht schnurren?

Schnurren, mittelhochdeutsch snurren, rauschen, sausen, Herkunft lautmalend. Andere Wörter sind, brummen, summen, surren, funktionieren, flutschen, funken, klappen, fluppen.

Wenn der Docht seinen Geist aufgibt, die Flamme erlischt, kann man oftmals, meinetwegen auch immer, ein Brummen, Summen, Surren hören. Der Docht schnurrt. Demzufolge könnte schnurz ein Wort sein, das aus zwei Begriffen entstanden ist, nämlich aus schnuppern und schnurren. Wie dem auch sei, dies alles kann schnuppe sein, schnurzegal, Hauptsache heute ist der Himmel einigermaßen, ohne Wolkendecke zu beobachten, denn der Sternschnuppenschwarm der Perseiden hat heute seinen Höhepunkt mit der Wahrscheinlichkeit von bis zu hundertzehn (110) Sternschnuppen pro Stunde.

Und wenn wir keine einzige Sternschnuppe zu Gesicht bekommen, weil der Nachthimmel komplett wolkenverhangen ist, auch schnuppe, dann verkriechen wir uns mit der Katze aufs Sofa und lassen uns durch ihr Schnurren den Abend nicht vermiesen. Schließlich bewirkt das Schnurren eine Laissez-faire-Haltung, die es uns ermöglicht, daß alles rings um uns herum schnuppe, schnurzegal ist, auch wenn kein Docht mehr brennt oder eine Sternschnuppe verglüht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Toxische Belastung im Viehfutter nimmt erschreckende Formen an

Vom GV-Soja zum Glyphosat – EU-Importe stoppen!

Eigentlich möchte man am liebsten in den nächsten Flieger steigen, mit den verantwortlichen Regierungen in Südamerika Tacheles reden, was sie ihren eigenen Ländern an Umweltzerstörung dieses Ausmaßes zumuten. Vergebliche Liebesmüh stoppt solche Gefühlsregungen, zumal neben etlichen Umweltorganisationen auch viele andere Vereine und Menschen sich bisherig engagierten, um dieses unverantwortliche Treiben anzumahnen.

Der Verein Rettet den Regenwald hat bereits weit über 160.000 Unterschriften in seiner Petition „GV-Soja: Futterimporte aus dem Tropenwald stoppen!“ erhalten, es fehlen noch gute 35.000. Die toxische Belastung im Viehfutter nimmt erschreckende Formen an, vom GV-Soja zum Glyphosat, die chemische Industrie schreckt vor nichts zurück, es sollten somit die EU-Importe eingestellt werden!

Von Einsicht keine Spur – die Genfood-Lüge treibt immer mehr Blüten

Jahrelang hatten wachsame Geister völlig zurecht von den Gefahren des Genfoods gewarnt, von den bis heute weiterhin unbekannten Möglichkeiten an zunehmenden Risiken mal ganz abgesehen, stellen sich immer mehr Wildkräuter auf die Pestizide ein, überleben und werden somit resistent. Die Wissenschaft hat inzwischen einen Hauch einer Ahnung erhalten, was in der Pflanzenwelt alles an Symbiosen und Strategien geschehen, die jene gigantischen Naturkreisläufe am Leben erhalten, es gleicht einer Datenflut von Informationsaustausch, über dessen Ausmaß man lediglich die Spitze des Eisberges kennt.

Aber dem profitorientierten Kleingeist der Chemiegiganten interessieren solche Zusammenhänge mitnichten, Hauptsache der Euro oder der Dollar rollt, die Profite steigen, von Einsicht keine Spur. Hatten schon hierzulande alljährliche Proteste vor der Massentierhaltung und den daraus steigenden Bedarf an Soja-Futter fürs Mastvieh, somit diesem Genfood, gewarnt, treibt die Chemielobby Hand in Hand mit verantwortlicher Politik dieses perfide Spiel einfach weiter. Verbraucher und Wähler schlucken jene Konsequenzen im wahrsten Sinn des Wortes. Genfood hat sich nicht nur als Lüge entpuppt, sondern als willkommene Gelegenheit, erst recht Pflanzenschutzmittel in erhöhtem Maße auf die Felder zu sprühen, eine gefährlich eskalierende Entwicklung.

Wieviel Lebensmittelskandale, Giftcocktails und Umweltzerstörung denn noch?

Jüngst der Fipronil-Skandal, dessen Auswüchse eher zunehmen, foodwatch fordert längst: Immer wieder Gift im Ei – Jetzt reicht’s! Der verunsicherte und zunehmend verärgerte Verbraucher mag kaum noch etwas essen, immer mehr Verbrechen wider die Natur kommen ans Tageslicht – wer trägt die Verantwortung neben den direkten Verursachern? Die oftmals noch viel zu glimpflich davonkommen. Eine halbherzige Politik hofiert die Chemielobby, die über genügend Finessen und Gegengutachten verfügt, um einerseits die Wählerschaft zu besänftigen, andererseits dreist zu verharmlosen trotz etlicher Mißstände.

Umso wichtiger die Aufklärung, wachsames hinschauen und anmahnen so oft wie möglich. Wenn nicht Umweltverbände und viele andere, wer denn sonst?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Verbraucherschutz

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Ich bin anders

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Natürlich bin ich anders. Ich bin gerne allein. Zugegebenermaßen trifft dies auch auf viele andere zu, dennoch mein Alleinseingefühl unterscheidet sich doch wesentlich von dem der anderen. Zu den Einsiedlern zähle ich mich nicht, auch nicht zu den Alleinseinfetischisten, die ihre Therapieaufgabe erfüllen, indem sie sich zeitweilig fern aller Hektik in eine stille Oase zurückziehen. Die Rolle der Einsam-Alleinsam-Verehrer, die sich nie so richtig entscheiden können, ob ihr Alleinsein schon den Anspruch auf Einsamkeit erfüllt, oder eventuell die Einsamkeit die Bedingung für das Alleinsein darstellt, ist mir auch nicht auf den Leib geschrieben. Die in sich gekehrten Einsamen, die das Alleinsein als oberflächliche Geisteshaltung herabwürdigen, weil die Alleinsein-Seienden für sie vergleichbar sind, mit dem elitären Gehabe einen Porsche fahren zu wollen, in Wirklichkeit Fahrradfahrer sind, davon bin ich meilenweit entfernt.

Mein Alleinsein ist durch nichts beschränkt, ich lebe es ganz offen. Dafür brauche ich keinen bestimmten Ort, keinen anstoßenden Anlaß. Meine Alleinsamkeit lebe ich auch in Geselligkeit aus, warum sollen andere nicht mein Alleinsein bemerken oder nicht daran teilhaben? Störend sind allenthalben die Fragen, geht es dir gut, ist dir langweilig? Hey, wenn mir langweilig wäre, wäre ich schon längst gegangen, okay!

Ich gehe immer, wenn mir langweilig ist. Nicht umsonst habe ich fünf Mal geheiratet. Mich fünf Mal scheiden lassen. Ehe Nummer sechs steht an mit Hanjo. Demnächst, sobald meine Scheidung rechtskräftig ist, immer dieser ganze Zinnober. Das werde ich nie verstehen. Bei Bruno hat sich mein Gehen über ein Jahr hingezogen, er wollte unbedingt seine Liebe retten, und was war mit meiner? Nun ja, die Therapiestunden habe ich gegen Schluß richtig genossen. Eigentlich war mir nach der Scheidung nicht wirklich klar, wer mehr erleichtert war, die Therapeutin oder Bruno, als er endlich bereit war einzusehen, daß man Gehende nicht aufhalten kann.

Mit Bruno habe ich keinen Kontakt mehr, er muß sich wohl erholen, jedenfalls hat mir das Beate erzählt, mit meinen anderen Exmännern pflege ich losen Kontakt, ein Telefonat da, eine kleine Nachricht hier. Nicht alle wissen von meinen Treffen mit ihren jetzigen Frauen oder Freundinnen, es gibt Tage, da sind sie mir die besten Freundinnen. Auch wenn ich weiß, hinter meinem Rücken wird über mich gesprochen, aber dies geschieht nun mal, wenn man anders ist!

Es ging bei meinen Ehen nie um Geld oder Sex, bei der Scheidung schon gar nicht. Es ist eher der Umstand, der mein alleiniges Ich ständig umtreibt, daß ich kein wir leiden mag. Ja, jetzt ist es raus. Ich hasse wir. Nicht das Wir von, wir waren zusammen im Restaurant, Kino, Urlaub, bei den Eltern, beim Schwimmen. Die sind okay, jedenfalls, nun, damit kann man umgehen. Aber das Wir, wie wir gehen zusammen spazieren, wir gehen einkaufen, wir suchen uns ein lauschiges Plätzchen, da wird es unerträglich. Diese Vorwegnahme von, wir tun. Gar nichts tun wir. Ich alleine tue etwas, hinterher taten wir es gemeinsam. Was ist daran falsch?

Frauen lieben Handtaschen und Schuhe. Geht’s noch? Nehmt mich sofort heraus aus diesem Wir. Diese Verallgemeinerung ist nicht zum Aushalten. Nicht jeder Schuhkauf, den ich je getätigt habe, ist ein Beweis dafür, daß ich Schuhe liebe. Ich gehe liebend gerne barfuß. Über die Blondinenwitze möchte ich hier gar nicht reden, nein, ich bin nicht blond. Mein rosa Sommerkleidchen habe ich mir nicht ausgesucht, weil ich auf rosa stehe, sondern weil ich die Therapeutin, die von damals mit Bruno, ärgern wollte. Schön kurz, zu kurz und auch zu eng. Bruno half mir mit seiner Jacke aus, als wir zum Auto gingen. Da haben Sie es gehört, ich sagte, wir gingen. Vergangenheit. Bruno fand es amüsant, als die Nähte platzten, und wir haben glückliche Tage danach verbracht, wie im siebten Himmel.

Und diese Krakeeler, die dauernd schreien, wir sind das Volk, okay, gut für euch, da weiß ich wenigstens, wer ihr seid. Aber ich gehöre nicht zu eurem Wir-Volk. Ich nicht. Unterlaßt diese Unterstellung, mich zu vereinnahmen, ihr kennt mich nicht mal. Brüllt, was immer ihr nicht lassen könnt, aber brüllt nicht wir.

Ich bin anders. Ich bin gerne allein. Ich bin fünf Mal geschieden. Ich war noch nie einsam. Wenn ihr es seid, ist das euer Problem, das berechtigt euch aber nicht dazu, durch ein Wir so zu tun, als sei ich ein Teil von euch. Mitnichten. Wer mit mir rechnen will, der muß schon…

„Hallo Hanjo!“

„Hey, Susi, du hör mal, ich gehe heute Abend zum Schorsch essen!“

„Zum Schorsch? Da war ich schon länger nicht mehr.“

„So gegen acht, bin ich da!“

„So gegen acht, okay. Klingt gut! Bis dann!“

So geht moderne Kommunikation. Kein einziges wir, oder hat er etwa gesagt, wollen wir uns heute Abend bei Schorsch zum Abendessen treffen? Hat er nicht. Keine Vereinnahmung, und ich weiß heute Abend sitzen zwei Alleineliebhaber bei Schorsch. So geht das mit der Gemeinsamkeit. Schließlich bin ich nicht alleine auf der Welt, aber alleine anders. Außer ich bin mit Hanjo.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Diplomatisches Fingerspitzengefühl vs. lautem Getöse

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Zwischen Umgangsformen und leisen Klängen

Im Alltag beschäftigt uns die Stimmung, die sich aufs Empfinden überträgt, löst gewisse Gefühlsausbrüche aus, die keineswegs gleich lautstark für jedermann sichtbar erwidert werden mögen, da Menschen ohnehin sich ganz unterschiedlich äußern.

Manchmal mag für den einen just kaum ein passender Moment sich offenbaren, während der andere direkt den Überblick behält, entsprechend gezielt und erfolgreich reagiert. Daß hierbei diplomatisches Fingerspitzengefühl auf lautes Getöse trifft, sollte schon klar sein, trägt entscheidend zwischen Umgangsformen und leisen Klängen bei.

Vor lauter Glotze geht das Hören etwa verloren?

Seit Jahrzehnten schepperte, knarrte und piepste es unvollkommen, meist in lächerlich schrecklichen Tönen aus den Lautsprechern der so zentral „wichtig“ im Wohnbereich stehenden Fernseher, während der interessierte Zuschauer fast gänzlich mißachtete und beinahe vergaß, welch zentrale Rolle der Hörsinn im Leben spielt.

Während visuelle Eindrücke auf den Mattscheiben gebannt, geht das Hören vor lauter Glotze etwa verloren? Wird nebensächlich beiläufig registriert, während die volle Aufmerksamkeit dem Sichtbaren gilt, der bewegenden Abfolge geschnittener Filmsequenzen, die obendrein mit dem tatsächlichen Blickfeld eines Menschen letztlich dürftig sich offenbaren?

Dabei wissen all jene, die wesentlich mehr Augenmerk auf ihren Körper lenken, nur zu gut wie entscheidend wichtig das Tor zum Klang der Töne uns gegeben wurde, alles ohnehin per Schwingung existiert, was zwar Joachim-Ernst Berendt direkt vermittelte, aber durchaus einen hohen Stellenwert in der östlichen Welt hat. Müssen wir davon ausgehen, daß mittels visueller Reizüberflutung die Anteilnahme dem Nächsten gegenüber ein Stückweit in den Hintergrund verschwand, eine gewisse Gleichgültigkeit und Abgestumpftheit entstehen konnte, die vor allem dem Zuhören mit Ablehnung begegnet?

Wer nicht hören will, muß fühlen

Zunächst hat Rockmusik den Anspruch, laut zu sein, sie durchdringt sämtliche Zellen, tanzend und abrockend wir uns gehen lassen im Rausch der Klangmuster. Doch auf Dauer entsteht ein Hörschaden, wer die viel zu hohe Dezibelwerte ignoriert. Unabhängig davon, daß Lärmbelästigung weiterhin unterschätzt wird, was dessen Auswirkung für uns bedeuten mag.

Außer Frage bekommt die alte Redewendung „Wer nicht hören will, muß fühlen“ gleich eine zusätzliche Bedeutung, wenn sie auch nicht direkt interpretiert wird. Versuchen Sie mal Ihr Gehör für eine zeitlang gänzlich abzuschalten, – manch Jogger oder Radfahrer mußte dies im Extremfall sogar mit dem Leben bezahlen im Straßenverkehr, nur um mal darauf hinzuweisen, wie wichtig die Welt der Töne uns vor Schaden bewahrt -, und Sie werden feststellen, wie still und einsam eine visuelle Welt Ihnen begegnet, wie schön das Hören doch unser Leben bereichert.

Dennoch verdrängt ein Klima der Oberflächlichkeit das Wesentliche, herrscht längst ein Defizit untereinander, was die Vielfalt des kommunikativen Austausches anbelangt. Sowohl das Zuhören verliert sich im Stakkato eines streßgeladenen Tagesablaufs genauso wie das daraus resultierende Weghören, das nicht mehr Wahrnehmen der vielen Töne im zwischenmenschlichen Miteinander. Kein Wunder, daß daraus Mißverständnisse vorprogrammiert gar Vorurteile erst recht schüren, um den einmal eingeschlagenen Kurs des Unfriedens zu unterstreichen.

Die Meßlatte gewisser Gewalteskalationen verliert dadurch zwangsläufig an Höhe, schnellere Gereiztheit sucht sich Ventile wie stets beim Schwächeren, um die eigene aufgestaute Aggression abzubauen. Dabei könnte sich vieles wesentlich harmonischer gestalten, wenn Mensch denn die Zusammenhänge verinnerlicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Rezension zum Buch „Der Seelenfänger von Capri“

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Klaus Witt – auf den Spuren von anema e core (Herz und Seele)

Bei dem Spiel: Was nimmst du mit auf eine (einsame) Insel?, geht es um materielle Dinge, Gegenstände, die hilfreich sein könnten, um auf der Insel das Überleben möglichst lange herauszuzögern, zu leben, als wäre man in einer Großstadt und das Ableben nur der unerbittlichen Tatsache des Altseins zuzuschreiben, so lange bestens versorgt zu sein mit den adäquaten Hilfsmitteln, bis Rettung naht.

Was wäre, wenn die Aufgabe in diesem Spiel lauten würde: Welche Tugenden, Charakteren, Lebenseinstellungen nimmst du mit auf eine (einsame) Insel?

Ein junger Mann, gerade erst die Approbation zum Tierarzt in der Tasche, möchte seiner Mutter die Insel zeigen, die ihn bereits in sehr jungen Jahren zur Inspiration neuer Gedankenwelten angeregt hat. Capri. Der Aufenthalt auf Capri, zum ersten Mal mit seiner Mutter gemeinsam, intensiviert nicht nur seine Zuneigung zur Insel. Diese Reise ist zugleich für ihn ein Sprung ins kalte Wasser, weil er unvermittelt aktiv als Tierarzt gefordert wird. Zu diesem Sprung, der für ihn als Anfänger in seinem Beruf eine Herausforderung darstellt, gibt es noch einen Sprung aus einer Höhe zu bewältigen, dem wir alle gerne ausweichen würden, weil die Gewißheit vorliegt, diese gemeinsamen Tage mit seiner Mutter sind für beide die letzte Gelegenheit, sich nahe zu sein. Die Diagnose Krebs ist unumkehrbar, die Tage auf Capri auch ein Eintauchen in bleibende Erinnerungen an die Mutter.

Jede Reise ist verbunden mit Vorbereitungen, Erwartungen, Plänen über die Gestaltung der freien Tage, des Müßiggangs, der Auswahl von Sehenswürdigkeiten und einer angenehmen Spannung, ob und wie alle Vorstellungen in der Realität sich finden lassen können. Mutter und Sohn werden bei ihrem Aufenthalt auf Capri ab der ersten Stunde eingebunden in menschliche, persönliche Geschehnisse, Schicksale, Hilfe für erkrankte Tiere und deren Pflege, so als ob es die selbstverständlichste Sache der Welt wäre und ihre Anwesenheit nicht wegzudenken. Ist dies nur dem Seelenfänger zuzuschreiben?

Sie treffen einen Menschen, der das Leben mit Laissez-faire dankend und fordernd meistert.

Es ist kein Buch zum Träumen. Es ist ein Buch, das Träume wahrnimmt, ihnen Gestalt gibt. Ohne Suche, ohne finden. Die Träume sind da. Diese Träume erlauben, die Schönheit der Insel zu erleben, die Schönheit der handelnden Personen zu erspüren, die Ängste und Sorgen einiger Inselbewohner zu verstehen, die Ängste und Sorgen von Mutter und Sohn zu verinnerlichen, ohne die Zweifel zu übersehen.

„Wir müssen mit unserer Fackel in der Hand durch das Dunkel unseres Lebens gehen und dürfen niemals aufhören zu leuchten und Wege zu suchen, trotz oder gerade weil wir nicht wissen woher und wohin.“

Dieser Satz beschreibt nicht nur eine gefühlte Wehmut, gleichzeitig formuliert er die Stärke, die in der Ungewißheit liegt.

Das beständige Herz, die flüchtige Seele verweilen auf Capri, verweilen beim Seelenfänger, verweilen bei Mutter und Sohn.

„So werde auch ich geduldig das annehmen, was kommt und bis dahin ebenfalls weiter meine Pflicht tun, das heißt nach meinen Überzeugungen leben.“

Klaus Witt hat auf seine Insel seinen Charakter, seine Leidenschaft, seine Tugenden mitgenommen. „anema e core“, Herz und Seele sind im Dialog unschlagbar, genauso wie das Verhältnis Mutter, Sohn, genauso wie das Verhältnis des Seelenfängers zum Leben.

Das Buch „Der Seelenfänger von Capri“ von Menschen und Tieren ist beim „Verlag Komplett-Media“ erschienen, ISBN 978-3-8312-0404-5, ebenso ist es online erhältlich wie in jedem Buchhandel.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Rezensionen

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Nordkorea-Krise: Krieg nach Verbalattacken und Sanktionen?

Kim Jong-un und Donald Trump gießen Öl ins Feuer

Nichts wirkt dramatischer als zwei Staatsführer, deren Charaktere sich nicht nur gleichen, sondern die obendrein beschwichtigende Ratschläge ihrer Verbündeten in den Wind schießen. Seitens Nordkoreas verstärkt sich dies seit geraumer Zeit im wahrsten Sinn des Wortes mit den Raketentests.

Allerhöchste Zeit für ein Comeback der Sechser-Gespräche, wie China jüngst völlig zurecht forderte. Jedoch gießen Kim Jong-un und Donald Trump ständig Öl ins Feuer, nach heftigen Verbalattacken und Sanktionen wird ein bevorstehender Krieg immer wahrscheinlicher? Falls den Verbündeten auf beiden Seiten es nicht gelingt, sämtliche diplomatischen Kanäle auszuschöpfen, muß dies befürchtet werden.

Trumps vorschnelle Drohung mit „Feuer und Wut“ ein Fauxpas

Die weitreichenden, jüngst beschlossenen UN-Sanktionen geben den beiden Herrschern genügend Anlaß, erst recht die Krise anzuschüren. Dabei scheint The Donald gänzlich den Überblick verloren zu haben, schließlich wären bei einem Krieg Südkorea und Japan direkt am meisten betroffen, aber auch die VR China hätte mit erheblichen Problemen zu rechnen, von Flüchtlingsströmen mal ganz abgesehen.

Beim Gipfel in Manila lehnte Nordkorea Gesprächsangebote Südkoreas ab, weil für Nordkorea Amerika nicht mehr sicher sei. Die UN-Sanktionen wurden dabei scharf verurteilt, die jüngsten Sanktionen würden für das isolierte Land eine Verletzung seiner Souveränität bedeuten. Eine Reaktion seitens des unbeherrschten Donald Trump ließ nicht lange auf sich warten, am Rande eines Treffens über die Drogenepidemie in den USA drohte er in seinem Golfclub in Bedminster mit „Feuer und Wut“. Trotz Warnung eigener Militärs, daß ein Krieg unvorsehbare Folgen mit etlichen Opfern, auch eigener dort stationierter US-Soldaten haben könnte, hält diesen US-Präsidenten nicht davon ab, seine Cholerik auszuleben.

Die Weltgemeinschaft sollte sich im eigenen Interesse mehr einmischen

Und zwar auf sämtlichen diplomatischen Kanälen. Es reicht eben nicht aus, Russland, China, Japan und Südkorea sich selbst zu überlassen, während die beiden Kontrohanten ohne Scheu eine kriegerische Auseinandersetzung heraufbeschwören. Weder von Deeskalation eine Spur noch davon, daß Sanktionen oder Gesprächsangebote die beiden bewegen, den Konflikt beizulegen.

Inzwischen hat sich aus den alten Zeiten eines Kalten Krieges die Weltpolitik eher zu riskanteren Szenarien entwickelt, obendrein ist ein UN-Atomwaffenverbot letztlich wirkungslos, wie man nunmehr angesichts der Norkorea-Krise feststellen muß. Gleichzeitig rächt sich Donald Trumps Unfähigkeit, kann durchaus die Welt in ein atomar verseuchtes Desaster katapultieren, wenn man ihn nicht rechtzeitig stoppt. Genau deshalb sollte die Weltgemeinschaft sich im eigenen Interesse mehr einmischen, versäumt sie dies, blickt die Menschheit ihrer ersten selbst verursachten Apokalypse entgegen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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