G20-Gipfel: Ausnahmezustand steht Hamburg bevor

Die Gruppe der 20 hat vieles im Gepäck – Gegendemos prangern den Gipfel heftig an

Die Staatsmacht rüstet sich unübersehbar in der Hansestadt, dem Veranstaltungsort, den die Bundeskanzlerin als „Tor zur Welt“ somit in Erinnerung rufen möchte, aber auch an den verstorbenen Bundeskanzler Helmut Schmidt, der bereits 1975 derartige Treffen mit initiiert hatte.

Ein Ausnahmezustand steht Hamburg bevor, die Gruppe der 20 hat vieles im Gepäck, jedoch prangern Gegendemos völlig berechtigt den Gipfel heftig an. Im Vorfeld gab es bereits mehrere Anschläge wie Brandstiftungen und Sabotageaktionen gegen die Deutsche Bahn. In sogenannten „Transferkorridoren“ sind jedwede öffentliche Versammlungen sowie Demonstrationen untersagt, über 23 Stadtteile erstreckt sich jene Versammlungsverbots-Zone.

Von Bill Clintons Willard Group zur Gruppe der 20

Beim Höhepunkt der Asienkrise rief der damalige US-Präsident Bill Clinton im November 1997 die Willard Group, die Gruppe der 22, ins Leben. Nach kurzfristiger Erweiterung, zwei Jahre später zur G33, fand schließlich das Gründungstreffen der G20 Mitte Dezember 1999 in Berlin statt.

In bisherig 22 Zusammenkünften, darunter am meisten jeweils dreimal in Kanada und Deutschland, trafen sich die Vertreter der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer. Eines fällt schnell auf: Die Schweiz ist nicht mit dabei. Ansonsten setzen sich die 20 Staaten wie folgt zusammen: aus der G8-Gruppe (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Russland und die USA), der O-5-Gruppe (Brasilien, China, Indien, Mexiko und Südafrika) sowie Argentinien, Australien, Indonesien, Saudi-Arabien, Südkorea und die Türkei. Wenn Sie richtig gezählt haben, ergibt dies 19. Als 20. Mitglied gehört zur G20 die Europäische Union.

Die Welt widerspricht vehement diesem Gipfel

Einserseits ein sehr hohes Polizeiaufgebot, um Gipfelteilnehmer zu schützen, Demonstranten möglichst weit weg zu verbannen, andererseits widerspricht die Welt vehement diesem Gipfel. Eine Gratwanderung unserer Demokratie, selbst wenn die Bundeskanzlerin friedliche Proteste ausdrücklich begrüßt. Dadurch ändert sich nichts an den Vorhaben jener G20-Gruppe, möglichst profitabel ihren ausbeuterisch politischen Kurs zu planen und umzusetzen.

Diesjährig steht die Versorgungskrise und der Hunger Afrikas im Mittelpunkt, Frau Merkel möchte sich parallel für die Stärkung der Frauen (W20) einsetzen, mit Trumps Tochter Ivanka hatte sie bereits diesbezüglich sich ebenso ausgetauscht. Mit ein Grund, warum die Bundeskanzlerin trotz des Streits um Klimapolitik den US-Präsidenten beim G20-Gipfel nicht isolieren möchte?

Faktisch bedeutet dieser Gipfel im Endeffekt nichts gutes, Afrika steht noch wesentlich mehr Leid bevor, weil von einem fairen Umgang mit diesem betroffenen Kontinent kann kaum die Rede sein. Nach bisheriger Rohstoffplünderung erwägen die G20-Länder weitere Möglichkeiten der Ausbeutung, wie neue Märkte zu erschließen, wobei die dortige Bevölkerung ebenso ausgebeutet wird.

Wer schon in den eigenen Ländern dem Volk vieles nichts gönnt, der verhält sich bekanntlich woanders noch wesentlich rücksichtsloser. Insofern kann man Proteste nicht nur gutheißen, sie sind oberste Pflicht. Allerdings sind Gewalteskalationen weder zielführend noch hilfreich, auch wenn man die Wut durchaus nachvollziehen kann.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Nein, Mama

Janine, 28, blond, nicht verheiratet, bei den Eltern lebend, Studium BWL, halbherzig, noch immer nicht wissend, was sie wirklich interessieren könnte. Jane, wie sie von Freunden gerufen wird, rot gefärbte Haare, fast orange, mittellang, schlendert durch die Fußgängerzone einer x-beliebigen Kleinstadt in Deutschland.

Rechts und links dieser Straße sind Modegeschäfte von exquisiten Modelabels, weniger exquisiten Modelabels, No-Name-Modelabels, Hauptsache Modelabel. Dazwischen Coffee-Shops unter amerikanischen Besitz, bekannte, weniger bekannte Bäckereien, auch mit Coffee-To-Go-Angeboten von Bäckereifilialen, aus der näheren und aus deutschlandweiten Filialketten. Zwei Spielhallen, drei Schuhgeschäfte, in denen man immer ein Paar Schuhe umsonst bekommt, wenn man drei Paar Schuhe kauft, ach ja, drei Pizzerien, eine davon von der oberen Preisklasse. Auf dem kleinen Platz zwischen der Fußgängerzone, die von Süden sich über vier Straßenzüge Richtung Norden zieht und an der Straße des kleinen Flußes endet, verkaufen zwei Imbissbuden Kebab und Würstchen.

Sie ist verabredet mit Yannick und Dörte in der Pizzeria der oberen Preisklasse, weil dort nicht nur Pizzen angeboten werden, sondern auch viele andere Gerichte, und man kann auf einer kleinen Terrasse sitzen, dem Treiben auf dem Fluß zusehen, ab und an tuckert zwischen Frühling und Herbst ein Touristenschiff vorbei, dazwischen verirrt sich schon mal ein privates Boot, vor allen Dingen an den Wochenenden. Manchmal hat man zudem das Glück, Kanuten zuzusehen, die in schnellen Zügen den Fluß abwärts fahren. Auf diesem Streckenabschnitt verirren sich nicht so oft Schwäne, Enten, Tauben, will man diese zu Gesicht bekommen oder wenigstens die, die diese Tiere füttern, muß man etwa 800 Meter nach Ende der Fußgängerzone rechts gehen, bis man an die Brücke kommt, die den Ort verbindet. Dort unter der Brücke ist das Ufer an großen Flächen versandet, der ideale Platz, um bis runter zum Fluß zu gelangen, aber man kann die Tiere auch von der Mauer, die den Fluß auf der ganzen Länge des Städtchens auf beiden Uferseiten umschließt, füttern, beobachten.

Yannick und Dörte verbringen öfters die Woche über ihre Mittagspause bei Giulio, sie arbeiten zusammen bei Henderson GmbH &Co KG, Hausverwaltung von Großprojekten, in der Buchhaltung, haben sie sich dort kennengelernt, sind aber nur Freunde. Nur Freunde behaupten sie, Jane bezweifelt das. Yannick ist ihr alter Schulfreund, sogar seit Kindergartentagen, sie sind wirklich nur Freunde, eher wie Bruder und Schwester.

„Der merkt einfach nicht, daß sie ihn anhimmelt. Und sie traut sich nicht, den ersten Schritt zu tun. Habe so oft schon versucht zu vermitteln, Anstöße gegeben, mit ihm alleine gesprochen, mit ihr. Die sind irgendwie beide verklemmt, wenn es um ihre Freundschaft geht. Die machen sich beide was vor. Oder wollen mich auf den Arm nehmen?“

Jane hat wieder mal die Laune von „alles egal“, uninteressant. Ihre Mutter würde inzwischen sogar nichts mehr dagegen haben, wenn sie das Studium abbrechen würde, den Vater würde sie schon überzeugt kriegen. Ach, Mutter! Und was soll ich dann machen? Die Straße kehren! Dann machst du erstmal Urlaub, ich klär das schon mit Papa. Nein, Mama!

„Nein, Mama!“ sagt sie laut vor sich hin. „Das würde ich auch sagen!“ In ihrem Blickfeld taucht ein in Anzug und Krawatte gekleideter, geschätzte 45, sonnengebräunter Mann auf, der wie aus heiterem Himmel fast vor ihr steht. Sie sieht im direkt in die Augen, er zwinkert und lächelt mit einem schneeweißen Gebiß zurück wie in den amerikanischen Filmen, in denen die 100-Jährigen noch die Zähne aus ihrer Pubertätsphase besitzen.

„Wie, wie bitte?“ „Das würde ich auch sagen, nein, Mama!“ „Aha, wie kommen Sie auf nein, Mama?“ „Nicht ich, Sie, Sie sagten, nein, Mama!“ „Ich? Das habe ich gar nicht gemerkt!“

Janes Gesicht überzieht eine leichte Röte, sie nickt geistesabwesend, stammelt „Entschuldigung“, greift nach dem Smartphone in ihrer Jackentasche, eigentlich nur, um irgendetwas zu tun und versucht, schnellen Schrittes zum Giulio zu gelangen, wobei es ihr vorkommt, als würde sie plötzlich auf moorigem Boden gehen, denn anscheinend kommt sie nicht vom Fleck. Einen kurzen Blick zurück wagt sie, trotz ihrer Bemühung schnell den Standort zu wechseln. Der Anzugträger ist nirgends zu sehen, Fata Morgana am Mittag, sah gar nicht so übel aus, der Typ, viel zu alt, zu hübsch, sicher verheiratet, oder er hat tausende Freundinnen, mal hier mal da. Ein Casanova erster Klasse, so geschniegelt wie der rumläuft! Hey, nicht mit mir, so eine Anmache. Nein, Mama!

„Wie siehst du denn aus, bist du auf der Flucht!“ „Wieso?“ „Du wirkst so abgehetzt, als ob gleich eine Feuerwalze hinter dir ausbricht!“ „Nö, nö, alles in Ordnung! Wartet ihr schon lange?“ „Nein, haben gerade die Getränke bestellt, sind ein bißchen später aus dem Büro rausgekommen, weil wir noch in einer Konferenz festsaßen und…“

Yannick steht auf, Jane denkt, er will mir seinen Platz anbieten, damit ich neben Dörte sitzen kann, diese zwei Freundschaftslügner, nur Freunde, Mensch, seid doch mal ehrlich, ich weiß doch, daß es dauernd zwischen euch funkt, nicht hinter mir brennt eine Feuerwalze, zwischen euch, da streckt Yannick seine Hand aus, wie zu einer Aufforderung oder einem Handschlag, als sie hinter sich eine vertraute, eben erst gehörte Stimme hört: „Nein, Mama!“

„Hallo Omar, was soll das heißen, nein, Mama?“ „Ach, das ist so eine Redewendung, um Leute kennen zu lernen, so wie hey, Mann, wie geht’s, oder so, kennt ihr die noch nicht? Ist die neueste Begrüßungsformel, unverbindlich, bedeutet in etwa, ich bin cool, kann schon alleine entscheiden, oder so.“

Yannick und Dörte lachen, Janes Gesicht gleicht inzwischen ihrer rot-orangenen Haarfarbe, und als sie sich umdreht, nimmt ihre Gesichtsfarbe für einen kurzen Augenblick den Farbton von cremeweißer Wandfarbe an, um sich danach in ein leicht gesprenkeltes Altrosa zu verwandeln, ähnlich den Modellen auf den Bildern der großen Maler des Mittelalters.

„Jane, das ist Omar, unser neuer Abteilungsleiter. Omar, das ist Jane!“, hört Jane Dörte sagen, sie spricht wie aus einem gedämpften Tunnel heraus. Jane schüttelt den Kopf, nicht das letzte Mal während des Essens mit ihren Freunden und auch in den kommenden Wochen und Monaten.

Omar liebt es, dieses „nein, Mama“ bei sämtlichen Gelegenheiten zum Besten zu geben, so daß Jane sich des Gedanken öfters nicht erwehren kann, er liebe diesen Ausdruck mehr als sie, besonders wenn Omar sich zu seiner Tochter runterbeugt, ihr einen sanften Kuß gibt und ihr zuflüstert: „Keine Sorge, nein, Mama, wir lassen beide Mama nie mehr alleine durchs Leben gehen!“

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Macrons absolute Mehrheit vor schwierigen Herausforderungen

Frankreichs soziale Sicherungen vs. wirtschaftlichen Aufschwung

Frankreichs neugewählter Präsident Emmanuel Macron, der entgegen etlicher Unkenrufe den Front National und dessen Vorsitzende Marine Le Pen in die Schranken verwies, mit seinem deutlichen Wahlerfolg ebenso die etablierten Parteien aufmischte, erreichte beim gestrigen zweiten Wahlgang der Parlamentswahlen die absolute Mehrheit.

Dennoch steht er nunmehr vor schwierigen Herausforderungen. Frankreichs soziale Sicherungen vs. wirtschaftlichen Aufschwung lauten sie, die der 39-jährige Senkrechtstarter zu bewältigen hat. Ob ihm dies gelingen wird, darf durchaus angezweifelt werden.

Das Zeitfenster für handfeste Reformvorhaben erweist sich als denkbar kurz

Was seinem Vorgänger, dem Sozialisten François Hollande, nicht gelang, ein ähnliches System wie das deutsche Hartz IV den Franzosen zu verpassen, soll jetzt der ehemalige Banker und dessen En Marche plötzlich einführen? Da sind unbedingt Widerstände vorprogrammiert, gerade die Gewerkschaften werden keineswegs seelenruhig stillhalten, sondern genügend Protest und Widerstand mobilisieren.

Kann er die fanzösische Wirtschaft dahingehend umkrempeln, den bisherigen Marktradikalismus fortzusetzen, ohne daß die Bürger gerade in Frankreich auf die Barrikaden gehen? Wohl kaum. Nicht nur ein schwieriger Spagat, sondern letztlich unlösbar. Es sei denn, das Volk fügt sich ins selbe Schicksal wie hierzulande. Nach anfänglichem Murren hat der Deutsche schließlich die Kröte der Agenda 2010 geschluckt, Widerstände verlaufen viel eher im Sande.

Für eine Zweidrittelmehrheit im Parlament reichte es am Ende nicht

Dennoch erlangte Macron 61 Sitze mehr von den nötigen 289 für eine absolute Mehrheit mit 350 Sitzen von insgesamt 577 in der Nationalversammlung. Ein Ergebnis, welches noch vor einigen Wochen niemand für möglich gehalten hatte, manche Stimmen meinten, der Präsident würde genau daran scheitern. Anlaß zur Freude? Wohl eher kaum.

Die Umfragewerte lagen zuvor deutlich höher, am Ende reichte somit keine Zweidrittelmehrheit im Parlament. Obendrein erschienen zum vierten Wahlgang lediglich knapp 43 Prozent der Wähler, der bisherig historischste Tiefstand. Erfreulicherweise darf Marine Le Pens Frontal National keine Fraktion bilden, mit nur acht Sitzplätzen fehlen ihm noch sieben, um als solche zu gelten.

Es wird eine äußerst schwierige Zeit für den jungen Emmanuel Macron, die zweitgrößte Wirtschaftsnation der EU in sicheres Fahrwasser zu bewegen. Eine Bundeskanzlerin Angela Merkel mag ihm optimistisch zur Seite stehen, Probleme lösen sich allerdings nicht von selbst, schon gleich gar nicht, wenn eisern an neoliberaler Politik festgehalten wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Wenn Science Fiction längst die Realität mitgestaltet

Von Stanislaw Lems Phantomatik bis zu Zukunftsvisionen

Wir dürfen innerhalb der Literatur ohne weiteres vom Lehnwort Science Fiction sprechen, wenn Wissenschaft und Fiktion zusammentreffen. Ob Robert Enson Heinlein, Joe Haldeman, George Orwell, Spider Robinson, Jules Verne oder ein Herbert George Wells, um nur ein paar zu nennen, die Liste wäre entschieden zu lang. Sie alle haben entscheidend mit dazu beigetragen, ihre wissenschaftlich fiktiven Gedanken zu Papier zu bringen, uns Lesern zu hinterlassen.

Es war der polnische Science-Fiction-Autor Stanislaw Lem, der den Begriff der Phantomatik im Jahre 1964 erschuf, dessen Erzeugung künstlicher Wirklichkeiten er wie folgt umschrieb: „Wenn ein Mensch mit allen seinen Sinnen an einen Computer angeschlossen werden könnte, so könnte er voll und ganz in eine fiktive Welt eintauchen und zum Beispiel eine Reise zum Mittelpunkt der Erde oder eine Romanze mit Cleopatra erleben.“

Sein „Gegenauge“, welches er beschrieben hatte, entspricht heute längst der optischen Projektion eines gebräuchlichen Datenhelmes.

Anti-Utopien auf dem Weg?

Selbstverständlich sind heute Science-Fiction-Szenarien, die noch für großes Aufsehen und somit Erstaunen gesorgt hatten, als sie in Büchern erschienen, wesentlich realer als damals. Das gilt so auch für Anti-Utopien (Dystopien). Ausgerechnet 1984 – wenn wir an George Orwells gleichnamigen Roman „1984“ denken – erschien das fiktionale Standardwerk zur Thematik der virtuellen Welt, „Neuromancer“ von William Gibson.

Dortigst ist die Welt vernetzt, man lebt sowohl in der virtuellen als auch in der „echten“ Wirklichkeit. Menschen loggen sich mit Hilfe über Implantate im Körper ins System ein, Begriffe wie „Cyberspace“ und „Matrix“ erhalten Einzug. Sein Bestseller hat darüber hinaus die Gefahren wie die Auflösung sozialer Strukturen und Genmanipulationen einer weltweit technisierten Vernetzung und Entwicklung unbedingt einfließen lassen.

Von derart utopischen Szenarien sind wir zwar noch etwas entfernt, aber dennoch rücken sie im Bereich des Möglichen, wenn wir nur an die technischen Errungenschaften denken, wie sie sich heute gestalten. Neben diesen kann man aber schon eine wesentlich größere Gefahr erahnen: die Gier nach kontrollierter Macht. Solange die Menschheit noch meilenweit davon entfernt ist, ihre sozialen Strukturen auch nur ansatzweise im Sinne des Humanismus aufzubauen, sie zuläßt, darf schon in unseren Vorstellungen an mögliche Dystopien gedacht werden.

Philosophische Ansätze in der Science-Fiction-Literatur

Sicher doch, was die Phantasie der Science-Fiction-Autoren anregte, sollte auch die Leser dazu beflügeln, ein wenig über den Tellerrand zu schauen. Das muß nicht gleich in prophetische Zukunftsvisionen ausarten. Dennoch haben wir doch alle eine Vorstellung darüber, allein schon im Sinne unserer Nachfahren, für die wir das Beste uns wünschen.

Visionen stellten meist wage Vermutungen dar, die dennoch manchmal Wirklichkeit wurden. Denken wir nur an Jules Vernes Flug zum Mond, die Reise in achtzig Tagen um die Welt oder den Communicator aus dem „Raumschiff Enterprise“. Dennoch wird Science Fiction nicht dafür herhalten, ausschließlich wegweisend zu sein, was unsere Zukunftsaussichten anbelangt. Viel zu offen sind die Möglichkeiten unterschiedlich zwischenmenschlicher Entwicklungen, vor allem, was Mensch selbst zuläßt. Sicherlich hat eine vielschichtige Science Fiction, was ihre Experimentierfreudigkeit betrifft, mit dazu beigetragen, generell sämtliche menschliche Fehlgriffe zu hinterfragen. Insofern dürfen wir ruhig auch von philosophischen Ansätzen innerhalb dieses Literaturbereiches reden.

Weiterhin bestätigt sie ihren Anspruch, in die Zukunft zu schauen, dabei stets die technisch-geistigen Grenzen auslotend, wobei natürlich auch der Forscherdrang des Menschen selbst sich durchaus von ihr inspirieren läßt. Solange dies nicht zum Nachteil der Erde und all des Lebens auf ihr geschieht, mag dies eintreten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Rassisten säumen demonstrierend die Straßen Berlins

Identitäre – eine Minderheit der Neuen Rechten rekrutiert gern Jugendliche

Gerade wenn es um politische Zusammenhänge geht, sollte man stets die Finger in Wunden legen, erst recht wenn manche noch glauben, diese seien längst verheilt. Das Gegenteil offenbarte sich auch am gestrigen Samstag im Berliner Ortsteil Gesundbrunnen, von wo aus mehrere hundert Mitglieder der angeblichen „Identitären Bewegung“ sich sammelten, um per fremdenfeindliche Parolen durch die Straßen zu ziehen.

Verständlicherweise fanden sich 1.400 Gegendemonstranten ein, die den Rassisten entsprechend Paroli boten. Die Verurteilung seitens Heiko Maas, diese Identitären seien keine „Bewegung“, kann man nur gutheißen, eine rassistische und radikale Minderheit hat gerade hier in Deutschland nichts verloren. Das gezielt ausgesuchte geschichtliche Datum zur Demo stellt nicht nur eine spezielle Provokation dar, es zeigt ebenso, wie menschenverachtend die Neue Rechte generell sich präsentiert.

Die Reinkarnation der Nazis übt sich im Gewande völkischer Verharmlosung

Nicht klein zu kriegen dieses nationalistisch-patriotische Gehabe, was obendrein vehement jede multikulturelle Bereicherung aufs Schärfste verteufelt. Insofern nicht weiter verwunderlich, daß daraus Rassismus sich neu rekrutiert, inzwischen erzwungene Heimatliebe gar die Individualität bedroht. Im Gleichschritt marsch, wer nicht folgt, gilt als Volksverräter?

Sogenannte Neonazis organisieren sich immer dreister deutschlandweit, es sind kleine Gruppierungen, gemessen an der großen Masse der Bevölkerung eine verschwindende Minderheit, die dennoch jede Gelegenheit nutzt, um sich gar europaweit zu vernetzen. Dabei kommt ihnen Putins Stillhalten genauso zugute wie ihre geistigen Idole Marine Le Pen, Geert Wilders oder Viktor Orbán. Ewig grüßt das Nazischwein? Fühlt sich trotz dunkler Geschichte nach wie vor allein? Wir sagen zu solcher Entwicklung entschieden nein, das darf nicht sein!

Simple Parolen sollen ihre Gegner verunsichern

Dabei hilft ihnen sicherlich das Versagen der etablierten Parteien, vor allem deren Sozialabbau, obwohl die Neue Rechte, käme sie an die Macht, erst recht keinen Sozialstaat duldet. Jedoch tummelt es sich völlig ungeniert im Fahrwasser dieser AfD. Obwohl jene rechtsradikale Partei angeblich jene Identitären mit Skepsis betrachten, verdeutlicht ein reger Austausch untereinander das glatte Gegenteil.

Wer mit simplen Parolen die Medien als Lügner hinstellt, der kann sich gleichwohl hinter eigenen Unwahrheiten verschanzen, die Ängste der Menschen für seine Zwecke nutzen, Hauptsache möglichst viele verunsichern. Erfreulicherweise lassen sich die allermeisten eben nicht von dieser Neuen Rechten beeindrucken, achten wir darauf, daß dies so anhält, denn eine Wiederholung der Geschichte will niemand.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Für dich

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Weiß ich wirklich so wenig über dich?
Außer deinen Namen, frage ich mich!
Wir müssen uns nicht verstehen,
jeder kann seine Wege gehen!

Es besteht keine Verpflichtung,
das ist romantische Dichtung
über die einzige, ewige Liebe,
das sind reine Lügengebilde.

Wenn du mich nicht leiden magst,
und dies ehrlich meinst und sagst,
ist dies mehr wert als alles auf der Welt,
Direktheit ohne Wut, Haß, das zählt.

Dennoch liebe ich dich, unendlich,
Ferne fällt da nicht ins Gewicht.
Du wirst immer meine Liebe sein,
mein Herz ist dafür auf ewig nicht zu klein!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Gemotze um Pöstchen im Rausche gewisser Selbstgefälligkeiten

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Satirischer Rückblick…

Hauptsache um die Sache streiten. Na, wenn das wenigstens stattfinden würde. Alles nur Zierde? Mit Blick zur Alltagspolitik scheint dies in der Tat zuzutreffen, da hülft och keen ständig genervtes Nachäffen. Im Grunde sollte der einfache Bürger längst den Clou durchschaut haben. Jedoch im Nu möchte manch einer lieber profitieren von den ein oder anderen Gaben.

Dazu gehört nun wirklich nicht viel, zu lauschen einem Flötenspiel, andererseits manch einer ist keineswegs bereit, hat angeblich keine Zeit, sich was Gutes zu gönnen, aber Konsumgütern hinterherrennen. Darin sind sie vereint, obwohl unsere Liebe scheint, nebenan die Armut weint.

Wie sind die wohl im Nahen und Mittleren Osten drauf, Allianzen und Bündnisse schwören diverse Szenarien herauf, kann ein vierter Golfkrieg verhindert werden trotz Katar-Krise? Schaut nicht gut aus, eher miese. Gehen wir mit den Verantwortlichen scharf ins Gericht, entlarven deren zweites Gesicht.

Wer hierbei und anderswo habgierig Geld zusammenrafft? Auch deshalb der Parteitag der Linken offenbart eine klare Botschaft. Ein radikaler Politikwechsel schon lange ansteht, noch ist es nicht zu spät, entsprechend bei der Wahl sich zu entscheiden, um schlimmeres zu vermeiden. Hauchen wir der Konspiration neuen Atem ein, nicht nur so zum Schein.

Erst recht bei dem Vorstoß der Neuen Rechten, deren Gedankengut gilt es gezielt anzufechten, so auch die berechtigte Aufregung um Rolf Peter Sieferles „Finis Germania“, das ist doch klar! Wir wissen nur zu genau, es ist schwierig, kein Arschloch zu sein, sie fühlt sich schlau, ist im Volke noch klein.

Narzißmus breitet sich vielfach aus, welch Graus. Erfolgreichster Präsident aller Zeiten und seine erste Kabinettssitzung soll uns auf was wohl vorbereiten? Wir mögen andächtig stillhalten oder rechtzeitig schalten, bevor solch Wesen noch mehr Schaden anrichten, der da lautet: vernichten! Des Menschen letzter Wille ne Pille, um dies alles zu vergessen? Klingt simpel und vermessen.

Gewonnen. Punkt! Wie zerronnen, so es auch funkt? Wer kann dies genau sagen, es wagen, ständig zu klagen? Auch am Welttag gegen die Mißhandlung älterer Menschen weiterhin Übergriffe zu verzeichnen sind? Ändern wir es im eigenen Interesse ganz geschwind. Zwischen den Zeilen mag man verweilen, doch nur durch beherztes Handeln läßt sich vieles zum Guten wandeln.

Zurecht steht Dextro Energy im Fokus der Kritik, das gehört nunmal zur Politik, sich einzumischen und Probleme aufzutischen. Spontan seinem Bauchgefühl freien Lauf lassen, statt weiterhin dermaßen ignorant ständig zu prassen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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