Bevor Wahlkampfgetöse lostritt diese Ehe ein guter Schritt?

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Satirischer Rückblick…

Eisern die Kanzlerin im Plenum sitzt, die Gemüter teilweise erhitzt, als am Ende der Deutsche Bundestag beschließt, daß für Gleichgeschlechtliche die Ehe sprießt. Man sprach sich gegenseitigen Respekt zu, das Gewissen entscheiden zu lassen im Nu, Europas größte Macht ist ebenso in der Wirklichkeit aufgewacht. Ein Fortschritt, die einen sagen, bei anderen igittigitt, welch Wehklagen, die Familie sei in Gefahr. Na klar, wer allzu menschliches zurecht will, der erscheint bei sträflich spießigem Gehabe gar gleich schrill.

Nun schlucken viele jene Kröte, in ihren Gesichtern eine leichte Röte. Das wußten schon die Alten, keene Entwicklung läßt sich aufhalten. Trennungen fordern zwischenmenschliche Kommunikation, ergo liegt’s am Ton. Nur so am Rand, ich kenn da jemand oder auch viel mehr, die durchtrennten manch Band, och wenn lang ist’s her.

Zurück zur Tagespolitik. Welch durchschaubarer Lobgesang, weil Geschlossenheit beim SPD-Parteitag die Demontage nicht verbergen kann. Dat weeß inzwischen jedes Kind, wer jene Sozen sind. Die Menschen lassen sie dennoch im Regen stehen, Hauptsache die eigenen Pfründe sehen. Dazu gehört ohnehin nicht viel, längst ist Wohnungssuche ein Glücksspiel. Wer sich’s leisten mag, der erblickt frohen Herzens den nächsten Tag. Wer nicht, der landet oft in der Gosse, Genosse!

Welch unnötige Pannen, jagt endlich die Gier von dannen! Das wär mal ein echter Sieg, stattdessen überall Krieg. Ohne Gnad’, Trumps USA drohen unverblümt Assad, wie schad’. Man sollte längst wissen, – kein Gewissen -, das von langer Hand genau so geplant.

Gleichwohl die Ehe für alle zur Diskussion im Raume stand. Manch einer flucht, so ein Mist, ein anderer nach Worten sucht: immer noch Optimist? Im Grunde will keiner Verderben. Beim Fall Charlie Gard darf endlich der Säugling sterben, selbst wenn Zweifel bestehen bleiben, sich manche vorwurfsvoll aufreiben.

Dennoch tut’s gut, der Blick zurück ohne Wehmut. Wir alle können unserem Schicksal zwar nicht entfliehen, selbst wenn vor Wut in den Raum geschrien. Trotzdem mag weises Handeln unser Dasein auf Erden wandeln. Wie sich schützen vor Lügnern und Betrügern?

Da kann es keine simple Lösung geben, doch Mensch sollte gerechte Verteilung anstreben. Nicht die Gier nach Reichtum als Heiligtum erklären, wenn gleichzeitig Milliarden sich nicht können ernähren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Schaukeln schockt

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Wie sich schützen vor Lügnern und Betrügern?

Sind Sie schon einmal verschaukelt worden? Blöde Frage! Natürlich! Vielleicht jetzt im Erwachsenenalter nicht mehr so oft und so leicht, aber als Kind und in der Jugend gehörte „verschaukeln“ zum Teil dazu, Zusammenhänge besser zu hinterfragen, Listigkeiten besser zu durchschauen. Auch wenn Sie sich nicht mehr an jedes Verschaukeln erinnern können, so wird Ihnen entweder der Weihnachtsmann, der Osterhase, die Zahnfee als Bild habhaft sein, denn sie haben eine wichtige Rolle gespielt beim Verschaukeln.

Mittels des Weihnachtsmannes, des Osterhasen, der Zahnfee wurde Ihnen weisgemacht, daß sie es seien, die Ihnen an Weihnachten die Geschenke, an Ostern die bunten Eier, beim Verlust eines Michzahnes entweder Geld oder kleine Präsente als Trost unter das Kopfkissen gelegt haben, sie dienten mehr oder weniger dazu, Sie hinters Licht zu führen, Sie zu täuschen. Und Sie? Sie haben anfangs überzeugt davon, alles hat seine Richtigkeit, diese Aktionen als wahr angenommen. Irgendwann kamen Zweifel durch ältere Geschwister, Freunde oder weil Sie zufälligerweise Gespräche mitgehört hatten, die den „Schwindel“ aufdeckten. Schätzungsweise haben Sie sofort vehement Ihr altes Wissen verteidigt, weil nicht sein darf, was nicht sein kann. Oder Sie haben gute Miene zum „bösen Spiel“ aufgesetzt, damit Ihnen die vielen guten Gaben auch weiterhin zufließen. Oder Sie haben ab diesem Zeitpunkt sich fest entschlossen, nie wieder einer Schwindelei aufzusitzen, die Sie selbst nicht initiiert haben. Vielleicht, das mag mehrere Gründe haben, waren Sie auch geschockt!

Schaukeln, (Duden) wohl unter Einfluß der parallel entstandenen Schaukel zu spätmittelhochdeutsch schucken, mittelniederdeutsch schocken, sich hin- und herbewegen; vgl. mittelniederländisch schokken, Schock. Andere Begriffe sind, wiegen, schwingen, wippen, schwanken, schlenkern, torkeln, taumeln.

Verschaukeln bedeutet jemanden aufs Glatteis führen, hintergehen, betrügen, irreleiten, hereinlegen, linken, täuschen, anschmieren.

Schock, (Duden) aus dem französischen choc, zu: choquer, (an)stoßen, beleidigen, mittelniederländisch schocken, stoßen; vgl. schaukeln. Synonyme sind, Bestürzung, Schrecken, Erschütterung, Fassungslosigkeit, Schreck, Trauma.

Gibt es etwas Schöneres, als auf der Schaukel hin- und herzuschwingen? Stundenlang den Wind zu spüren, in der Höhe Weite zu sehen und die Tiefe mit Schwung zu überwinden, um wieder den selbst erzeugten Wind einzuatmen? Selbst wenn die ein oder andere Schaukel die fürchterlichsten Krächzlaute, wenn Metall auf Metall reibt, in dieses Schweben hineingerufen hat, so waren diese musikalischen Begleitungen für den Schaukelnden nicht störend und haben höchstens Umstehende zur Weißglut bringen können.

Das Gefühl des Schaukelns gleicht einem Glücksmoment, ähnlich vergleichbar, wenn wir eine Person beobachten, die ein kleines Baby sanft in den Armen wiegt, eventuell ein kleines Lied vor sich hin- summend. Aber auch das beruhigende Gefühl des Tröstens, entweder durch eine andere Person oder durch die Hin- und Herbewegung des Körpers, wenn wir, vor allen Dingen in der Kinder- und Jugendzeit durch das Körperschaukeln unsere Traurigkeit wegschaukeln wollten. Das Schaukeln trägt zur Harmonisierung und Stabilisierung des Körpers und des Geistes bei.

Falls Sie selbst nie „unter Schock“ standen, der entweder zur völligen Lähmung sämtlicher körperlichen Funktionen führen kann oder zum „zwanghaftem“ Bewegungsablauf, entweder durch das Körperwippen oder durch ständiges Hin- und Hergehen, so werden Sie trotzdem durch Beschreibungen oder durch das Erleben bei anderen dieses Verhaltensmuster kennen. Bereits die kleinere Form von Schock, dem Streß, leitet der Körper mehr oder weniger automatisch, das ständige Bewegen ein. Unfallhelfer kennen nur zu gut dieses Phänomen und sie sind geschult, Menschen, die gerade Schreckliches erlebt haben, am Laufen zu hindern, wenn der Verdacht besteht, daß eventuell ein Rippenbruch vorliegt.

Sicher kann man die verschiedensten Begründungen angeben, warum dieses „schaukeln, dieses „Hin- und Hergehen“ beruhigend auf jeden von uns einwirkt. Mag sein, daß es ein auf die pränatale Phase zurückführendes Gefühl der Geborgenheit und des Schwebens ist, mag sein, daß es ein automatischer Reflex ist, der den Kreislauf stabil hält, damit die Blutzirkulation wieder in Gang kommt.

Schaukeln, als beruhigendes Gefühl, das Streß, Trauer, Angst, Schmerz vergessen läßt, ist daher auch ein ziemlich perfektes Mittel, um Menschen zu hintergehen, sie zu betrügen. Die Hinterlist besteht in der Tatsache, daß Betrüger ihre Opfer in Sicherheit wiegen, ihnen glaubwürdig bescheinigen, daß dies oder jenes der absoluten Tatsache entspricht, indem sie jede Argumentation so ausrichten, daß jeder Zweifel des „Opfers“ als positive Erkenntnis ausgelegt wird und somit das Schutzbedürfnis ins Taumeln gerät.

Es ist keinesfalls von ungefähr, daß diese beiden Wörter, schaukeln und Schock denselben Wortstamm haben und in einer nicht nur sprachlichen engen Beziehung stehen. Denn selbst, wenn jemand angestoßen, gestupst wird, ohne mit dieser Handlung gerechnet zu haben, kann diese Bewegung bereits nicht nur das Gleichgewicht stören, indem man hinfällt, sondern auch die geistige Beschäftigung unterbrechen.

Um sich vor Lügnern und Betrügern zu schützen, die es darauf angelegt haben, Sie zu verschaukeln, gibt es keinen hundertprozentigen Schutz, aber es ist äußerste Vorsicht geboten, wenn Sie in sämtlichen Belangen, Fragen in Sicherheit gewogen werden. Denn dann werden Sie gerade verschaukelt. Und dann kann die Folge dieser Hinterhältigkeit zu einem Schock führen. Den können Sie zwar auch wegschaukeln, aber niemals kann dieses Wiegen mit dem beschwingten Gefühl des Schaukelns aus Freude gleichgestellt werden.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Blick zurück ohne Wehmut

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Alles ist gut

Was ich noch sagen wollte, bevor das letzte Stündlein schlägt – es reicht nicht aus der Platz auf diesem Bogen Papier, schon gleich nicht die Zeit, die so unbarmherzig sich einem entgegenstellt, ob es einem gefällt oder nicht, dennoch zu schreiben, ist oberste Pflicht.

Der Anfang will mit Leichtigkeit beginnen, welch Unlogik wie von Sinnen. Lassen wir solch Wortspielereien, das mögen Sie mir verzeihen. Die Welt ist schlecht, es gibt kein Menschenrecht auf Freiheit oder gar unbeschwerte Liebe, sondern meist nur zählen Siege. Hauptsache möglichst viel Geld und Macht erworben, doch am Ende wird dennoch gestorben. Nicht umsonst heißt’s, das letzte Hemd hat keine Taschen. Ja, sowas Gescheit’s mag der Aufmerksame erhaschen, wenn er denn bereit, über sein Leben nachzudenken. Zeit kann man ohnehin nicht verschenken.

Blicken wir zunächst zurück, welch Mißgeschick Menschheit widerfuhr, sie übertreibt’s nicht nur, sie behauptet, das cleverste Wesen auf Erden zu sein, doch in Wirklichkeit täuscht der trügerische Schein. Benennen Sie mir auch nur eine Existenz, die hat dermaßen viel Intelligenz, so viel Schaden nonstop anzurichten? Blödsinniges dichten? Nun gut, verständlich die Wut, kommen wir zum entscheidenden Punkt. Wer entzündet stets die Lunt’?

Genau, wir Menschen bringen uns gegenseitig um, gar nicht schlau, sei’s drum. Weil es der Schöpfung widerspricht, denn deren oberste Pflicht will Leben bewahren und nicht ständig Tote aufbahren. Blickt man in die Vergangenheit, ist tatsächlich dazu bereit, bisheriges Handeln ernsthaft zu hinterfragen, sollte man Kriege und Elend heute endlich zu Grabe tragen. Mensch hat’s jederzeit selbst in der Hand, einzureißen das schändliche Band ungerechter Verteilung. Wann folgt der beherzte Schwung, dies umzusetzen, statt weiterhin die eigene Spezies zu verletzten?

Den Wunsch nach Frieden mag manch Neider und Bösartige ins Lächerliche ziehen, doch auch jene können nicht vor ihrem sicheren Ende fliehen. Wenn sie vor der Schwelle des Todes stehen, nützt keinerlei Flehen, ihre Missetaten ungeschehen zu machen. Höhnischem Lachen folgt der Blick in den Spiegel, der ihnen entgegengehalten wird. In jenem Schmelztiegel manch Erinnerung flirrt, die von Reue heimgesucht. Doch geschehenes wird verbucht, das Karma kein Tun vergessen kann. Und jener Bann wird in weiteren Leben sich gezielten Aufgaben stellen müssen. Der Kosmos handelt sehr beflissen!

Was ich noch nicht gesagt habe, das tragt getrost zu Grabe. Denn Worte mögen gehört worden sein, die Gedanken bleiben sowieso nie allein, sie finden immer Wege, sich zu verbreiten. Egal in welchen Zeiten Mensch seinem Ende entgegenblickt, manch einer sich vielleicht davor drückt, das Leben findet Wege im Sein, niemand ist wirklich allein. Während Mensch es göttlich benennt, unsere Zeit davonrennt, haltet mal für eine Weile inne, in diesem Sinne…

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Immer noch Optimist

© Doris Mock-Kamm

Durch Lüfte schwimmen,
durchs Meer wandern,
auf Höhen rutschen,
in Tiefen fliegen,
seine Träume erleben,
das Dasein bewegen,
ist nur Phantasten
erlaubt.

Behaupten die Leut,
die zu wenig, keine
Vorstellungen besitzen,
Illusion ist Unkraut,
Ideen zerstreuen
Ordnung, Tatsachen,
Utopien vergrößern
das Gehirn.
Wer will das schon?

So wettern die Leut,
Neues ist Greul.
Seit Jahrhunderten,
Altes sie bewundern,
stetig Gefahren lauern,
wenn Gedanken
sind ungebunden.

Kreatives, Surreales
ist verboten,
weil Schöpfung
zeugt neue
Welten.
Das ist nur
Einem vorbehalten.
Und dieser Phantast
ist immer noch
Optimist.
Für Originalität
ist es nie zu spät.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Am Abend als National Crid in die Schlagzeilen geriet

Die einsetzende Dunkelheit überraschte nicht wirklich, schließlich gehörte dies zum Spätherbst an jenem Novembernachmittag, lediglich die Stille störte die beiden jungen Frauen, die nach langem Spaziergang endlich zu hause wieder eintrafen. Als Cleo das Licht im Flur einschalten wollte, blitzte ganz kurz die Deckenlampe auf, im selben Moment spürte sie einen heftigen Schlag im Kreuz und fiel der Länge nach hin.

Mandy reagierte geistesgegenwärtig vollkommen richtig, ließ sich fallen, rollte schnellstmöglich in Richtung Kellertür, stieß diese mit dem linken Fuß auf und stürzte die Treppe hinunter, um den langen Gang bis zur Luke zu sprinten. Ein wenig später lief sie nach Luft schnappend in den nahen Buchenwald. Als sie die ersten Flammen aus den unteren Etagenfenstern sah, wußte sie, daß für ihre alte Schulfreundin keine Rettung mehr zu erwarten war und begab sich wie in Trance in Richtung Nordosten zu den nächsten Nachbarn, den Kimberleys.

Alle möglichen Gedanken schossen Mandy durch den Kopf. Wer sollte es auf sie abgesehen haben? Vielleicht war Cleo doch zu weit gegangen mit ihrer ungebremsten Neugier im Fall National Crid, dem größten Stromkonzern im Lande. Dieser hatte still und heimlich etliche atomare Brennstäbe auf illegalem Weg abtransportieren lassen, ohne die Öffentlichkeit darüber in Kenntnis gesetzt zu haben. Ein Insider hatte Cleo Infos zukommen lassen, ein Date mit der BBC sollte nächsten Montag stattgfinden.

Hier im Süden Schottlands gönnten die beiden Freundinnen sich ein paar Tage Urlaub nach den zurückliegenden hektischen Wochen. Instinktiv duckte sich Mandy im nächsten Moment, irgendein merkwürdiges Geräusch ließ sie aufhorchen. Gerade noch rechtzeitig verschwand sie in einem Gebüsch, als lautlos eine Drohne an der Stelle vorbeischwirrte, wo sie Sekunden vorher noch langlief. „Die wollen es aber jetzt wissen“, murmelte sie ganz leise vor sich hin. Die dreiundzwanzigjährige Journalistin wußte, daß nur noch rund dreihundert Meter sie vom Nachbarhaus trennte.

Allerdings grübelte sie, ob man dort sie nicht bereits erwartete. Höchste Vorsicht war geboten, erst mal rantasten, überlegte sie. Ein fremder Rangerover stand im Hof, was ihren Verdacht somit bestätigte. Die Kühlerhaube war noch warm, im Wohnzimmerfenster brannte Licht, aber niemand schien sich im Raum aufzuhalten. Plötzlich trat Harriet Kimberley ins Wohnzimmer, jedoch per ungewohnter Körperhaltung. Stocksteif mit einer Pistole im Kreuz, die ein ziemlich großer Kerl hielt, gingen die beiden zur Couch, der Hüne stieß die Frau des Hauses, so daß Harriet unsanft aufs Sofa landete.

Ein knackender Ast verriet Mandy die nahe Gefahr, reflexartig schwang sie ihren Arm heftig um sich, ihr Angreifer ging im nächsten Moment zu Boden. Mit einem gezielten Schlag in dessen Nacken beförderte die junge Frau ihn ins Land der Träume. „Das war knapp!“, murmelte Mandy vor sich hin, durchsuchte die Taschen des Ohnmächtigen, fand ein Paar Handschellen, drehte dessen Arme nach hinten, und schloß sie über Kreuz an den Handgelenken. Ihr Schal sollte sich nunmehr als nützlich erweisen, einen Fuß verknüpfte sie nach hinten ziehend mit den gekreuzten Armen. Ein solches Paket würde nicht mehr laufen können, bemerkte grinsend die Journalistin.

„Bloß kein weiteres Risiko eingehen“, sagte sich Mandy, rief per Handy ihren Chef an, um in kurzen Sätzen das Neueste diesem zu erzählen, er solle die Polizei unterrichten, sie möge vor allem lautlos hier eintreffen.

Unterdessen schlich Mandy ganz vorsichtig tiefer in den dunklen Wald, den sie ziemlich gut kannte, die letzten Wochen machten sich insofern bezahlt, schließlich wollte sie kein weiteres Risiko mehr eingehen. Der Schock über den Tod von Cleo saß äußerst tief, Tränen liefen ihr über beide Wangen, sie konnte sich kaum beruhigen. Der Gedanke, National Crid das bösartige Handwerk zu legen, hielt sie gerade noch aufrecht, nur zu gut, daß die beiden Journalistinnen sämtliche Rechercheinfos an einen sicheren Ort hinterlegt hatten.

Cleos Tod war daher vollkommen umsonst. Doch mit Logik oder gezielter Berechtigung hatten derartige Verbrechen ohnehin nichts zu tun. Irgendwelche Handlanger für schmutzige Jobs fanden sich wohl stets, weiße Westen wähnten sich in Sicherheit. Das verhinderten die beiden Journalistinnen trotzdem, selbst wenn eine ihr Leben dadurch verlor.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Fall Charlie Gard: Endlich darf der Säugling sterben

Betroffene Eltern konnten einfach nicht loslassen

Es gibt kaum etwas tragischeres für Eltern, wenn ihr Kind vor ihnen stirbt. Das Leid darüber muß äußerst heftig sein, ist letztlich nicht in Worte zu fassen. Insofern sollte man sie verstehen können, wenn ihnen jedwede menschenmögliche Option naheliegt, um ihr Kind vor dem Tod zu retten.

Das gilt daher ebenso beim Fall Charlie Gard, der im August des letzten Jahres mit der extrem seltenen Krankheit, dem mitochondrialen DNA-Depletionssyndrom, geboren wurde. Zunächst versuchten die verzweifelten Eltern, sämtliche Möglichkeiten der Rettung ihres Sohnes bis hin zu einer fragwürdigen Therapie in den USA auszuschöpfen. Nunmehr darf der Säugling allerdings endlich sterben, da der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte als letzte Instanz dies so entschied.

Medizinische Hilfe zum Leidwesen des Patienten?

Genau dort findet jene Gratwanderung statt, das Ringen um Argumente, in wie weit medizinische Hilfe tatsächlich Sinn macht, oder ob das Leid des Patienten unnötig in die Länge gezogen wird. Zunächst schöpften Charlies Eltern Hoffnung durch eine experimentelle Therapie, die in den USA bisherig an 18 Patienten angewandt wurde. Sie wollten sich somit nicht damit abfinden, daß ihr Sohn auf eine Palliativstation verlegt werden sollte.

Obwohl eine Spendenkampagne für die teure Behandlung rund 1,4 Millionen Euro einbrachte, entschied ein britisches Gericht im April, der Leidensweg von Charlie solle verkürzt werden, sämtliche Ärzte würden keine Besserung mit dieser Therapie erkennen können, das Wohl des Kindes sei höchste Priorität. Letzte Möglichkeit der Eltern war der Schritt zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der nunmehr ein endgültiges Urteil verkündete.

Rechtsprechung gegen die Sorgen der Eltern

Die Justiz hat letztlich im Sinne des Kindeswohls entschieden, obwohl die Eltern, Connie Yates und Chris Gard, alles menschenmögliche taten, um ihren Sohn eine Chance auf Linderung zu verschaffen, eine Heilung dieser Krankheit war ohnehin von Beginn an aussichtslos.

Welch dialektisches Drama, weil dennoch keineswegs mit Gewißheit klar ist, ob diese gutgemeinte Verzögerung tatsächlich zum Wohle von Charlie Gard stattfand. Ihr Sohn darf jetzt sterben, die Eltern können zurecht sagen, sie hätten alles versucht. Sie vermochten nicht eher loszulassen, was niemand ihnen wirklich zum Vorwurf machen sollte. Eine solche Entscheidung kann ihnen niemand abnehmen, außer daß sowohl die Ärzte als auch die Gerichte sich für das Ende von Charlies Leidensweg entschieden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Führst du mich nach Haus?

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Du warst kurz hier,
nicht lang.
Ist dies von Belang?

Du warst fort,
irgendwo dort,
wo ich nicht hin kann.

Deine Stimme
kann ich hören.
War es heute gewesen?

Dein Geruch,
unverwechselbar,
noch wahrnehmbar.

Bald
bin ich gleich alt,
als dein Leben vorbei.

Bald,
wenn das Schicksal aus,
führst du mich nach Haus,
Papa?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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