Fehlende Rettungsgassen sowie Gaffer behindern schnelle Hilfe

Politiker rügen Autofahrer nach dem Busunglück nahe Münchberg

Bis zu einem gewissen Grad gehört Neugier zur menschlichen Natur, kann durchaus sogar manchmal hilfreich sein, bestimmte Gefahren abzuwenden. Andererseits muß man leider feststellen, daß des öfteren Gaffer bei Unfällen schnelle Hilfe behindern, wenn obendrein Rettungsgassen vor Ort von den Fahrzeugteilnehmern nicht eingehalten wurden.

Ein äußerst fahrlässiges Verhalten, welches auf diese Weise Menschenleben kosten kann, wenn dadurch Rettungseinsatzkräfte verspätet am Unfallort eintreffen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt rügten nach dem Busunglück mit 18 Toten auf der A9 nahe Münchberg völlig zurecht das verantwortungslose Verhalten der Autofahrer.

Busunglück hätte mit hilfreicher Technik vermieden werden können

Und zwar mittels des Notbremsassistenten AEBS (Advanced Emergency Braking System), der per Radaraugen 200 Meter weit nach vorne blickt und bei Gefahr eine Vollbremsung einleitet, wie Jan Schmidt erläutert. Hätte man ein solches im Bus installiert, wäre jener folgenschwere Unfall vermeidbar gewesen. Vorwürfe im Nachhinein nützen nicht viel, es sei denn die Politik ändert solche Versäumnisse mit Nachdruck zusammen mit den betreffenden Busunternehmen.

Gestern beschwerte sich Hans-Ulrich Sander, Kraftfahrtexperte des TÜV Rheinland im ZDF, daß jene Notbremssysteme nicht deaktivierbar sein sollten. Gleichwohl rächt sich die Sparpolitik der Busunternehmen, wenn sie entflammbare Materialien im Innenraum der Busse einbauen. Der Gesetzgeber muß hierbei eingreifen, um derartige Unfälle wenigstens zu mildern.

Wer anderen eine Grube gräbt

Fällt selbst hinein. Das sollten alle jene beherzigen, die Rettungskräfte bei ihren Einsätzen behindern, seien es Gaffer oder aber die Mißachtung, Rettungsgassen bei Unfällen, bei jedem aufkommenden Stau nicht zu bilden. Schaulust gehört in den Abfalleimer der Geschichte, schlimm genug, daß sich Menschen über Jahrtausende das Zuschauen bei Hinrichtungen antrainierten.

In wie weit jene Verhaltensweisen die schnelle Hilfe einschränken, muß man immer wieder feststellen, aber auch fragwürdige Einschränkungen bei Baustellen, was in diesem Fall auf der A7 eintrat, und zwar bei der Baustelle zwischen Kassel-Mitte und Kassel-Ost, selbst wenn eine Rettungsgasse gebildet worden wäre, ein Rüstwagen der Feuerwehr oder ein Abschleppwagen hätten nicht passieren können.

Wie viele Unfälle mit Schwerverletzten und Toten müssen noch geschehen, bis endlich eine verbesserte Lage geschaffen, der Gesetzgeber schärfer durchgreift, jene Gaffer ihr Verhalten überdenken, Rettungsgassen vollkommen selbstverständlich gebildet werden?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Einen Unschuldigen retten

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Mütze tief in die Stirn gezogen,
den Rücken durchgebogen,
schwere Stiefel stapfen mit Hast
durch den Wald, den Morast.

Die schwarzen Kohlen wiegen,
noch stehen einige Stiegen
beim reichen Kaufmannssohn,
kein Diebstahl, dies ist Lohn.

Der Lebemann und Taugenichts
verschwendet Geld beim Spiel,
gönnt niemanden Glück,
sein Vater die Arbeiter drückt.

Nachts ist es, kalt und dunkel,
Benno schon halb trunken,
vom Schleppen, Schleppen,
Stiefel bleiben im Sumpf stecken.

Maria hilf, laß ihn, nicht mich verrecken!
„Benno, greif nach dem Stecken!“
Sepp, bist du das? Was tust du hier?
„Einen Unschuldigen retten!“

Bennos Hütte war warm im Winter.
Sepp hinterließ Frau und Kinder.
Er hat sich versündigt am Lebemann,
seine Familie bei Benno Heimat fand.

Die Kinder verschlossen die Kiste,
sie kannten die alte Geschichte,
vom Sepp, Benno, dem Kaufmannsohn,
von dessen Tod, und daß Sepp floh.

Aber was nur sie jetzt erfuhren, wissen,
soll bleiben unter der Erde, in den Kisten,
die sie gefunden, vergraben bei der Kapelle.
Sepp lebte noch lange an anderer Erde Stelle.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Dem eigenen Sein Chancen bieten

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Anreize für den Alltagstrott

Um den Alltagssorgen für eine zeitlang zu entrinnen, kann Abschalten sich als hilfreiches Mittel erweisen, ohne ins Chaos oder unnötige Melancholie zu geraten. Das vermag bei verschiedenen Gelegenheiten seine Berechtigung erhalten, hier spielt eine kritische Hinterfragung durchaus eine Rolle, wirkt äußerst reinigend für Geist und Körper.

Wer ständig im Alltagstrott verweilend dem Leben kaum bis gar keine Anreize liefert, um diesem selbst einen Sinn zu geben, wird meist sich irgendwann fragen, ob da etwas verkehrt läuft. Solche punktuellen Überlegungen sollten nicht mit einer generellen Unzufriedenheit verwechselt werden, sondern lediglich dem eigenen Sein gewisse Chancen bieten, auf eine hilfreiche Veränderung hinwirkend. Der eine bezeichnet es als „über den Tellerrand blicken“, der andere „sich fallen lassen“ bis hin zur Selbstanalyse. Reinigende Prozesse etwa ein Muß, um dem gesellschaftlichen Trott teilweise zu entweichen?

Zwischen Ängsten, Fanatismus und Zweifeln

Die Aufgabe des Menschen besteht darin, Fragen zu stellen, das Sein und seine Umwelt begreifen zu wollen, um überleben zu können. Hierbei erübrigt sich auch, daß die natürliche Angst als lebensrettender Instinkt wirkt, was manche nicht wahrhaben wollen und mit gegenteiliger Forderung zu unerschrockenem Mut verwechseln. Das Tier ohne menschlichen Verstand berücksichtigt diese Hemmschwelle der schützenden Angst völlig selbst-verständlich.

Beim Evangelium des Johannes lautet es, daß am Anfang das Wort gewesen sei. Völlig ohne Religion wird eigentlich schon deutlich, was denn das Sein ausmacht, oder? Verstand kann nur mit dem Wort sich selbst erklären, alles Sein führt darauf zurück. Aber bedenken wir, was Glaubensgemeinschaften ausrichten können, wenn sie andere wiederum nicht tolerieren bis hin zu gewissen Fanatismus. Trotz aller Erklärungen, Gedankenmodellen über das irdische Sein verbleiben die Zweifel bedingt durch offene Fragen, weil es niemals erschöpfende Antworten geben kann. Somit hat der Weise es in der Hand, wider aller Bedenken in der Ruhe selbst eventuell Lösungen bestimmter Probleme zu finden.

Fehlbarkeiten eigener Gefühlsausbrüche

Mit eines der schwierigsten Herausforderungen, die der Homo sapiens bewältigen muß, beinhaltet, seinen Verstand und die eigene Gefühlswelt in Einklang zu bringen. Das verkappte Genie, welches am ganz normalen Alltag gescheitert, wer kennt es nicht? Eine ganze Reihe von Beispielen könnte man aufzählen, die ihr eigenes Leben nicht in den Griff bekamen, obwohl sie großartiges der Nachwelt hinterließen.

Denken wir an den deutschen Philosophen Arthur Schopenhauer, an den Schauspieler Klaus Kinski oder an den Maler Pablo Picasso, die alle eines gemeinsam hatten: Sie ließen ihre nächsten Mitmenschen ziemlich deutlich das eigene Gefühlschaos spüren, meist an der Grenze der Zumutung bis hin zu unnötigen Aggressionsausbrüchen.

Doch nicht nur der Geniale kämpft mit den Fehlbarkeiten eigener Gefühlsausbrüche, die nicht im Griff das Umfeld belasten. Daher gilt es, stets sich selbst zu reflektieren, wobei Familie oder Freunde Rückhalt bieten, wenn denn diese vorhanden.

Obwohl die Schöpfung es vormacht, ignoriert Mensch das Offensichtliche

Man kommt nicht umhin, festzustellen, daß unser Bildungssystem eines der größten Chancen für heranwachsende Menschen verpaßt, nämlich ihnen wesentlich mehr Kreativität anzubieten. Sie kommt unverkennbar zu kurz und bleibt nur denjenigen vorbehalten, deren betuchtes Elternhaus ihnen Förderschulen gezielt anbietet. Die große Masse hat das Nachsehen, so daß viele eigentlich vorhandene Talente vor sich hin schlummern, unentdeckt letztendlich verkümmern.

Bedeutet Kreativität ein Schlüssel zur inneren Zufriedenheit? Auf alle Fälle, weil die allerwenigsten Menschen keinen Zugang zu ihr haben. Ganz im Gegenteil, das Leben selbst ist exakt auf Kreativität ausgerichtet. Die gesamte Schöpfung, unser Kosmos basiert einzig und allein auf ihrem Wesen. Erfindergeist, alles ausprobieren zu dürfen, in jeder Hinsicht, künstlerisch sich auszutoben, all das entspricht der tiefen Sehnsucht der kreativen Initialzündung.

Verweigert man ihr den nötigen Raum, kann sie sich nicht entfalten. In einer solchen Gesellschaft, wo sie wirklich gefördert wird, kommt es allen zugute, nicht nur in den sichtbaren Ergebnissen, sondern weil die Menschen insgesamt ausgeglichener und glücklicher leben. Verbannen wir all das, was uns kaputt macht und vertrauen den Dingen, die allen zugute kommen, bei denen es keine Diskriminierung gibt, jeder willkommen ist, jeder Mensch Mensch sein darf ohne irgendwelche Vorbehalte.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Verwischte Blumen

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So blöd. Verwischte Blumen. Ihr Aussehen glich einem Blick aus dem Fenster bei Starkregen, durch die ständig mit Regenwasser bespritzte Scheibe, an der die zu schwer gewordenen Tropfen langsam, mal schneller herunterfließen konnten, die Blumen wie auf einem Gemälde aussahen, auf dem jemand mit einem großen Lappen von der einen auf die andere Seite gewischt hatte. Oder wenn ich durch strömenden Regen fahre und ein defekter Scheibenwischer Wasserstreifen auf die Frontscheibe malt, dachte sie. Und sie dachte weiter. Blöd. So was.

Nicht nur vor ihren Augen konnte sie die verwischten Blumen erkennen, sie schmeckte ihren Geruch vermischt mit Wasser in ihrem Mund, sie roch den frischen, herb süßen Duft von getränkter Erde, sie spürte den massiven Wasserdruck, den die Tropfen mit jedem Aufprall die Blüten erzittern ließen. Sie nahm diese Empfindungen seit Tagen wahr. Wahrlich, ich fange an, irr zu werden. Kein Tagtraum. Vielleicht ein Zeichen? Für was? Warum?

Ihr ging es gut. Was heißt gut? Ihre Arbeit machte ihr Spaß. Keine großen finanziellen Sorgen, außer daß sie es irgendwann mal zu einem Häuschen im Grünen schaffen wollte, gab es keine großartigen Bedürfnisse oder Widrigkeiten. Ihre Eltern waren im Urlaub. Ihr Bruder frisch verliebt. Ihre Schwester glücklich verheiratet, vor acht Wochen zum dritten Mal Mama geworden. Ihre Freundin zwar im Umzugsstreß, aber rundum zufrieden mit der Beschäftigung durch Möbelhäuser zu stöbern. Niemand in ihrem näheren Umfeld, der krank, unglücklich wäre.

Verwischte Blumen. Sie bastelte ihr Abendessen zusammen, kochen war nicht ihre Stärke, und sie gab sich nur wenig Mühe, es zu lernen. Wenn sie gut essen wollte, war ein Besuch bei den Eltern angesagt, oder sie ging mit Freunden in ein Restaurant. Man kann nicht alles haben und muß nicht alles können. Verwischte Blumen, wie ein gemaltes Bild. Kunst interessierte sie auch nicht. Klar, ein Museumsbesuch, ein Konzert, ein Abend im Theater war ab und an schon drin, aber mehr auch nicht. Sie haßte die Gespräche, wenn andere stundenlang über ein Bild, ein Musikstück, über Schauspieler fachsimpelten. Dabei wurden sämtliche Sicht- und Sehweisen auf eine Person, ihre Handlungen, warum sie eventuell so gehandelt haben, wie sie taten, was der Ausdruck vermittelt über ihre möglicherweise zu erkennenden Beweggründe so lange hin und her analysiert, daß sie immer zu dem Schluß kam, nichts würde von den Personen, von den Inhalten mehr übrigbleiben. Nackt waren sie. Bloß gestellt. Nichts. Keine weiße Wand. Selbst die wurde weganalysiert.

Vielleicht verschwinden die verwischten Blumen, wenn ich sie analytisch unter die Lupe nehme? Was bedeuten Blumen? Frische, Leben, Schönheit, Nahrung! Scheiße! Ihre in die Pfanne geschlagenen Eier sind am Rand stark angebräunt, um es freundlich zu beschreiben. Das kommt davon, wenn man vor sich hin stiert! Und nicht sieht, was man tut vor lauter verwischten Blumen. Ich hasse Blumen! Ich hasse Wischen! Ich hasse Putzen. Ich brauch eine Putzhilfe, einmal die Woche, das werde ich mir leisten. Mist. Blumen.

Bianka bestellte sich eine Pizza, einen großen Salat und einen Rotwein, ja, den Vino Rosso, Bucefalo, trocken. Und wäre es möglich, den Vanille-Erdbeer-Becher mit Amarettolikör? Sie streckte sich auf dem Sofa aus, zufrieden, der Abend war gerettet. Keine Gedanken mehr an verwischte Blumen. Aus. Vorbei.

Klingeln. Pizza. Das ging ja schnell. Sie drückte den Türöffner und stellte sich erwartungsvoll, hungrig in den Türrahmen. Ein leichtes Keuchen war im Treppenflur zu hören, das immer näherkam. Der Geruch nach Essen erfüllte das Treppenhaus. Fast dankbar nahm sie die Plastiktüte entgegen, weiße Pizzaschachtel, Rotwein, Salat in Plastikschüssel, Eis in Styroporhülle. Dem Pizzaboten drückte sie Geldscheine in die Hand, stimmt schon. Türe zu. Glücklich strahlend, die Tasche an ihre Brust drückend, die ihr eine wohlige Wärme nach Genuß ausstrahlte, eilte sie ins Wohnzimmer. Genau in diesem Moment muß ihr Kater seinem Instinkt folgend, etwas Fremdes genauer zu begutachten, gegebenenfalls in Kampfbereitschaft sein Zuhause zu verteidigen, von seinen Träumen aufgewacht sein, jedenfalls war er urplötzlich zwischen ihren Beinen, um sein Reich zu schützen.

Bianka stürzte, ohne sich abstützen zu können mitsamt der Tasche vor der Brust auf den Flurboden. Sie hörte Knirschen, sah Blut, roch herb süße Erde. Fühlte sich nicht verletzt. Stand sie unter Schock? Sie richtete sich auf, tastete ihren Bauch und die Brust ab, sah die verwischten Blumen auf ihrer Bluse.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Nach CETA und TTIP folgt JEFTA auf dem Fuße

EU-Freihandelsabkommen mit Japan beim G20-Gipfel in trockenen Tüchern?

Freihandelsabkommen gerieten mittels Donald Trump in Verruf, obwohl schon lange vor dem 45. US-Präsidenten viele Gegner vor ihnen eindringlich gewarnt hatten, etliche Proteste und Widerstände sich auch hierzulande formierten, die verantwortliche Bundesregierung stets lapidar reagierte und an den geheimen Verhandlungen festhielt. Schließlich geht es mitnichten um Rücksichtnahme der Verbraucher oder der Umwelt, Profite haben oberste Priorität.

Jetzt folgt nach CETA und TTIP das Japan EU Free Trade Agreement (JEFTA) auf dem Fuße, welchem die EU im Jahre 2012 ein Verhandlungsmandat erteilte, was allerdings bis heute nicht veröffentlicht wurde, im Gegenteil, die Geheimverhandlungen erweisen sich gar als noch intransparenter als die der anderen Freihandelsabkommen wie CETA oder TTIP. Wird Angela Merkel das JEFTA jetzt beim G20-Gipfel in trockene Tücher bringen? Es schaut sehr danach aus.

Kaum Verbraucherschutz – Japan besteht auf private Schiedsgerichte

Greenpeace Niederlande veröffentlichte letzte Woche Leaks zum JEFTA, in denen von Umweltschutz keine Rede sein kann. Die geheimgehaltenen Dokumente entstammen vor der Zeit des Verhandlungsmandates mit der EU und können hier eingesehen werden.

Unverkennbar die Haltung Japans, welches europäische Umweltschutzstandards schlichtweg ignoriert, Wale dürfen demnach ohnehin seitens Japans weitergejagt werden, was zählt schon ein Washingtoner Artenschutzkommen. Der Vertragstext läßt sich gerade mal in Unverbindlichkeiten zum illegalen Holzabbau aus, quasi eine Einladung für Japan den Kurs als größten illegalen Umschlagplatz sowie des weltweit größten Holzimporteurs fortzusetzen.

Von ernsthaft gewollten Verbraucherschutz kann ebenso kaum die Rede sein. Im Streitfall sollen private Schiedsgerichte schlichten, ein Freifahrtschein für japanische Konzerne, beteiligte Staaten verklagen zu können. Kommt Ihnen dies nicht bekannt vor, denkt man an CITES oder das TTIP?

Die öffentliche Täuschung aufdecken und JEFTA stoppen

Darin muß das Augenmerk liegen, im Interesse betroffener Verbraucher, bevor jenes dubiose Freihandelsabkommen beschlossen wird und in Kraft tritt. Viele Demos beim G20-Gipfel mögen daher der Ablenkung dienen, während die Bundeskanzlerin mit ihren Wirtschaftsfachleuten das JEFTA womöglich unter Dach und Fach bringt.

Umso wichtiger jetzt das JEFTA zu stoppen, kein TTIP auf Japanisch zuzulassen, wie Campact hier appelliert. Jede Unterschrift zählt, die bundesweite Bekanntmachung wird folgen. Wer per Intransparenz derartige Abkommen verhandelt, den muß man benennen und auf neue Verhandlungen bestehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Suche nach Frieden

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Reißleine ziehen,
in Sicherheit bringen.
Viele fliehen,
Klagelieder erklingen.

Auf dem Wasser treiben,
kein Land in Sicht.
Tote zurückbleiben,
es spritzt die Gicht.

Länder bekriegen,
Not und Elend folgen.
Nachrichten nach belieben
manche vergolden.

Neider erneut hassen,
Gewalt sich Wege sucht.
Sie können’s nicht lassen,
seien somit verflucht.

Kein Frieden auf Erden
soll daher stattfinden.
Überall jenes Verderben
scheint sich emporzuwinden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bla, bla, bla

Per Tadel des Pudels Kern getroffen?

Ob man es als Erwachsener auch noch so oft sagt, vor sich hinmurmelt oder bloß denkt, hängt mit vielen Faktoren und Umständen zusammen, denen jeder Mensch ausgesetzt ist und wie Situationen eingeschätzt, empfunden werden. Möglicherweise aber ist allen Menschen gemein, daß es eine Zeit in den letzten Kindertagen und in der Jugend gab, in der man „bla, bla, bla“ quasi täglich zum Besten gab, oder es heimlich dachte, wenn man geübt war, ohne daß das Gegenüber, dem dies galt, wirklich erkannte, wie man sein Gesagtes beurteilte, nämlich als bla, bla, bla.

Was besagt bla, bla, bla? Der Duden erklärt hierzu, lautmalend Nachahmung von langweiligem, nichtssagendem Gerede. Bla, bla, bla. Natürlich besteht diese Möglichkeit der lautmalerischen Nachahmung, dennoch sei es erlaubt, eine andere Sicht auf das Entstehen dieser Ausdrucksart zu formulieren. Denn mit bla, bla, bla wird schließlich nicht nur als Reaktion auf langweiliges, nichtssagendes Gerede geantwortet.

In der Kinder- und Jugendzeit erfolgt diese Bla, bla, bla-Reaktion auf das als ständig empfundene Zurechtweisen, wenn von den Eltern, Erziehern auf bestimmtes Fehlverhalten hingewiesen wird. Dieses Gerede ist absolut, oder sind Sie anderer Meinung, nicht nichtssagend. Vielmehr bemühen sich die Erziehungsberechtigten in ihrem Gerede, Fakten zu erklären, die möglicherweise durch gewisse Aktionen eintreten können. Dazu benützen sie auch Redewendungen, Drohungen, Strafen und ja, Kinder und Jugendliche können ein Lied davon singen mit der Melodie, bla, bla, bla, dies alles gebetsmühlenartig, damit es endlich von den Kindern, Jugendlichen verstanden und umgesetzt werden kann.

In gewisser Weise, ganz sicher sogar, liegt hier ein Tadeln, ein Zurechtweisen, manchmal auch eine Bitte und ein Befehl vor.

In den Zeiten der Erwachsenenwelt sind diese Bla, bla, bla-Kommentare eher dann auf unseren Lippen, wenn das Gegenüber ständig die gleichen Inhalte wiederholt, sich also keine neue Erkenntnis aus dem Gerede erschließen läßt und das Ganze demzufolge als aufdringlich und lächerlich abgetan werden kann. Hier kann von nichtssagendem Gerede gesprochen werden, allerdings auch von Tadel, denn der Sprechende wird, je weniger auf seine altbekannten Inhalte Verständnis aufgebracht wird, mit dem ein oder anderen Tadel über die mangelnde Einsicht aufwarten.

Bla, bla, bla, und wo liegt jetzt hier irgendeine neue Erkenntnis? Bla, bla, bla!

Tadeln Sie ruhig, denn Sie haben damit des Pudels Kern getroffen! (Diese Redensart stammt aus Goethes „Faust“ und bedeutet in etwa, des Rätsels Lösung, den wahren Sachverhalt erkannt. Dieser Hinweis erfolgt nur, damit dieses Bla, bla, bla-Geschreibsel wenigstens eine auf Tatsachen beruhende Textstelle aufweisen kann und niemand sich blamiert.)

Blamieren, französisch blâmer, tadeln, über das Vulgärlateinische blasphemare, griechisch blasphēmeĩn, Blasphemie. Andere Begriffe sind, beschämen, lächerlich machen, vorführen, bloßstellen, das Gesicht verlieren, zum Gespött werden, sich kompromittieren.

Die Blasphemie, griechisch blasphēmía, Schmähung, blasphēmeĩn, schmähen. Synonyme, Beleidigung, Gotteslästerung, Affront, verletzende höhnende Äußerung.

Schmähen, althochdeutsch smāhen, zu mittelhochdeutsch smāch. Andere Ausdrucksformen sind, beleidigen, Herabwürdigen, verunglimpfen, schlechtmachen, lästern, beschimpfen.

Die Schmach, mittelhochdeutsch, smæhe, eigentlich Kleinheit, Geringfügigkeit, von, althochdeutsch smāhi, klein, gering, verächtlich. Andere Begriffe sind, Beschämung, Entehrung, Erniedrigung, Kränkung, Schande, Demütigung.

Und weiter geht es mit bla, bla, bla, oder reichen Ihnen schon die Erklärungen der Wortbegriffe, blamieren für tadeln, schmähen für klein, gering, verächtlich?

Fühlten Sie sich nicht manchmal blamiert, getadelt, bloßgestellt, wenn wieder mal die gutgemeinten Ratschläge auf Sie niederprasselten, weil Sie es einfach nicht auf die Reihe bekamen, das Zimmer regelmäßig aufzuräumen und antworteten, anstatt eine kleine Einsicht zu zeigen mit bla, bla, bla?

Fühlten Sie sich nicht manchmal blamiert, machten sich lächerlich, beschämt, wenn Sie wieder einmal, zum zigsten Male die gleichen Anweisungen, Ratschläge zum Besten gaben und ihre Bemühungen so gar nicht, wenigstens ein bißchen auf Verständnis stießen und Sie den Eindruck gewannen, daß Sie dieses Bla, bla, bla selbst nicht mehr hören können?

Einige Streitigkeiten zwischen Partnern, Freunden, innerhalb der Familie oder in der Arbeitswelt basieren auf kleinen, geringen (Schmach) Anlässen, die zu großen Auseinandersetzungen (bla, bla, bla, Blamage, Tadel) führen können.

Dabei spielt es keine Rolle, wer tadelt, wer getadelt wird, wer beleidigt, wer beschimpft wird, denn jeder der Beteiligten empfindet das Gerede des anderen als bla, bla, bla.

Und um es abzukürzen, bla, bla, bla ist natürlich in irgendeiner Weise eine lautmalerische Nachahmung, aber die Begriffserklärung nur auf den melodischen Sprachrhythmus zuzuschreiben, erscheint ein wenig blamabel (beschämend, peinlich, kläglich), finden Sie nicht auch?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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