Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 2

Zweites Beispiel: Veranstaltung am 10.05.2017 zu Integrationsfragen im Kreishaus Güstrow… Anwesend nur ein paar Bundestagsabgeordnete, eine Ministerin und so ziemlich alle, zu denen wir als Integrationsbüro der B. bereits unmittelbaren Kontakt geknüpft hatten. Ich war als offizieller Vertreter von B. akkreditiert, musste aber auf „Befehl“ von Ihnen (sic) offiziell darauf verzichten, mich als Vertreter von B. erkennen zu geben. Grund: Ich hatte mich gegenüber Frau T. geweigert, meine für den Tag geplanten Vormittags-beratungsgespräche zu canceln und meinen Dienst erst 12.30 Uhr anzutreten. Ich hätte gefälligst nur 6 h am Tag „zu integrieren“. Irre.

Na ja. Ich war trotzdem da. In meiner Eigenschaft als Ehrenamtler der „Villa Kunterbündnis“ der Landtagsabgeordneten L.. Die frisch ernannte integrationsahnungslose Offizielle der B. hat dem Integrationsbüro der BBS kein „Feedback“geliefert. Ich schon. U.a.. das Grundgesetz der BRD auf arabisch. Und ein paar Lehrfilme für meine (damaligen) Kolleginnen.

Drittes Beispiel: Kontaktaufnahme mit dem Fachdienst „Integration“ des Landkreises Rostock (übrigens Träger des JCs Güstrow), um die offiziellen Fachleute (Integrationslotsen) kennenzulernen. Deren „Stammsitz“ ist dummerweise Bad Doberan. Ich solle bewirken, dass die gefälligst zu B. zu kommen hätten. Meinte Frau T. Na ja. Ganz plötzlich, nach einer von mir versandten Mail geschahen diesbezüglich wahre„Wunder“. Incl. Dienstwagen…

Zeitfaktoren können bei Behörden und Bäckerläden eine Rolle spielen. Bei der Arbeit mit Menschenleben nicht.

Wo wir bereits wieder beim Henkerbeil „Zertifizierungsangst“, also Angst um den eigenen Arbeitsplatz meiner Vorgesetzten angekommen wären. Was ich verstehen kann.

Zusammengefasst:

1. Wenn ich „brenne“ und mich zu 100% zu der mir übertragenen Aufgabe bekenne, brauche ich keinen Aufpasser. Ich hab deren einige, denn wir waren ja lt.„Bundesprogramm“ immanente Problemfälle/Arbeitsungewohnte. Und müssen zaghaft (gestaffelt 15–30 h/KW) wieder an Arbeit gewöhnt werden. Und die wissen eh‘ nicht so genau, was sie tun sollen und müssen. Woher auch. Sitzen im gut ausgestatteten Büro und warten. Und warten. Geduldig bis zum Zahltag. Ich denke, dies wäre der Idealfall. Für Sie.

2. Dem ist nicht so, andersrum, wir qualifizierten uns gegenseitig selbst, und ich sehe weit und breit niemanden bei BBS, der uns in Fragen „Integration“ qualifizieren“ könnte. Abgesehen von ein paar hilflosen Bemühungen, uns beizubringen, wie man eine Bewerbung schreibt. Das erledigten wir intern längst auch selber.

3. Eine Frau an meine Seite zu setzen, welche den A1-Deutschkurs für Asylbewerber nicht bestehen würde, erscheint mir als Zumutung. Frau P. wäre z. B. im „Fairkauf“ am Ort ihrer Träume und Fähigkeiten. In einem Integrationsbüro nicht.

4. Ich bat Sie über Frau L. um einen Gesprächstermin. Ich bekam keinen. Die Würfel waren wohl schon „gekullert“. Ich bat Frau M. (JC) um einen Gesprächstermin. Und bekam keinen. (sic). Kommt auf das gleiche raus.

5. Ich wollte „Schlüsselgewalt“, nicht nur über unsere Bürotür, sondern auch über die Außentür. Des Bürogebäudes. Und Vertrauen, dass wir unsere Arbeit pünktlich beginnen. Die Putzfrau hat sie. Die Schlüsselgewalt. Für uns sind keine Schlüssel da. Wenn ich pingelig wäre, würde ich Ihnen sagen, die Außentüre zu unserem Büro geht nicht nach außen auf. Fluchtweg versperrt. Gebäude nicht nutzbar. Ich war nicht pingelig… Nun bin ich’s. Nur so nebenbei.

6. Integration heißt für mich, Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, hier gestrandet sind, zu helfen. Das will ich und das konnten nur Zwei in unserem Büro. Frau R. und ich. Alle Kontakte mit Behörden, Institutionen und Partnern, welche für unsere Arbeit wichtig sind, gelinde gesagt, mein/unser Werk, nicht das unserer Vorgesetzten und unserer „Beigesetzten“, so ganz nebenbei von Frau T. und der „familienbetreuten“ Frau P..

7. Eine„Integrationsberatung“ spielt nicht im Sand. Sie spielt mit Menschenleben. Mit dem Leben von Menschen, welche was durchgemacht haben, wovon Sie nicht „albträumen“ möchten. Nicht ganz erfolglos. Haben wir uns selbst „antrainiert“. Hilfe von „oben“ erfolgt nur durch Gängelei – siehe Bundesprogramm. „ Gefälligkeitscoaching“ meiner Kolleginnen durch einen Dritten kommt dazu, kurzum, wir sind „Deppen“, werden als solche behandelt. Als unmündige Kinder.

8. Medienpräsenz hätte B. bereits vor „Fairkauf“ haben können. Gleich zu Beginn unseres Projekts. Es ist daran gescheitert, dass wir für jeden „Furz“ eine Erlaubnis brauchten. Liegt in der Substanz des Projekts „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“. Welche diesbezüglich aus Unkenntnis der Sachlage (unser Job) nicht erteilt wurde. War ja nur eine Landtagsabgeordnete, welche wir nicht besuchen durften, weil der durch mich verabredete Termin der Standortchefin „unpässlich“ war.

Die Landtagsabgeordnete (in deren Umfeld ich seit langem und noch heute in Sachen Integration ehrenamtlich tätig bin – nun erst recht (!) Freizeit, welche seit Jahren erfolgreiche und anerkannte Integrationsarbeit betreibt, möge bitte Terminvorschläge machen, welche eventuell Frau T. passen. Irgendwie, so denke ich, muss man doch wissen, wer der Berg und wer der Prophet ist… Ich wusste dies vor meiner Einstellung. Wenn ich gewusst hätte, in was für ein Meer voll von Schleimaalen im Rahmen der „Hartz -IV-Industrie“ ich mich da begebe, hätte ich sanktionslos ablehnen können.

9. Na ja. Nun droht man mir mit „Sanktionen“. Wenn ich meinen „mit B.“ abgesprochenen Jobcentertermin am 22.05.17, 11.00 Uhr, nicht wahrnehme.

Fortsetzung folgt…

Peter Petereit

Brief an Frau Dr. R. zur Kündigung als Integrationscoach – Teil 1

Kategorie: Soziales

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Rollenverteilung der Geschlechter im Diskurs zur Realität

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Emanzipation zwischen Gewalt und hemmungslosen Trieben

Ein jeder logisch Denkende weiß es ohnehin, Menschen könnten auf Erden untereinander in Freude und Harmonie zusammenleben, wenn da nicht der alltägliche Haß, das kriegstreiberische Handeln sich stets gewaltvoll durchsetzen würde. Im Tierreich dient der sexuelle Trieb der Fortpflanzung, der Homo sapiens lebt all seine sexuellen Phantasien normalerweise im gegenseitigen Einvernehmen lustvoll aus.

Wenn es aber zur sexuellen Gewalt kommt, endet der Humanismus stets beim Geschlechterkampf, ebenso dramatisch gleichgeschlechtliche Übergriffe hier mal ausgeklammert. Was initiiert den zivilisierten Menschen, hemmungslos seinen Trieben zu folgen, wie man weltweit immer wieder beobachten darf?

Vergiß die Peitsche nicht – Nietzsche vs. politischer Fehlleistung?

Betrachtet man heutige Beziehungen genauer, kann man nur feststellen, daß nach wie vor oftmals die uralten Modelle der angedachten Rollen zwischen Frau und Mann gelebt werden. Das hat niemand weiter zu interessieren, solange solche Paarkonstellationen damit zurechtkommen, dabei freiwillig und nicht mittels einseitig unterwürfiger Unterdrückung. Es gibt sogar umgekehrte Fälle der Geschlechterrollenverteilung: Die Frau übernimmt die männliche Dominanz, während der Mann sich als „Schwächerer“ fügt.

Was allerdings dem Philosophen Friedrich Wilhelm Nietzsche gern als üble Nachrede in den Mund gelegt wird, um dadurch Frauen erst recht zu diffamieren, offenbart die geschickt benutzte Tragweite in vollen Zügen. Das „alte Weiblein“ antwortete in Nietzsches Dichtung „Also sprach Zarathustra“ bei dessen Begegnung: „Du gehst zu Frauen? Vergiß die Peitsche nicht!“, woraufhin später das gern benutzte Zitat: „Wenn du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!“ entstand.

Jedoch widerspricht dieser Kontext so gänzlich dem Wesen Nietzsches selbst, der alles andere als ein Verächter der Frauen war. Nicht nur, daß er sich tief beeindruckt mit Frauenrechtlerinnen umgab, sie unterstützte, war die Antwort des „alten Weiblein“ selbstverständlich völlig ironisch gemeint. Was aber berechtigt Männer dazu, dennoch Frauen bis heute dermaßen brutal zu behandeln? Verebbt der politische Wille dabei einfach?

Dem Mißbrauch von Religionen entgegentreten – HarrasMap hilfreich

In weiten Teilen Afrikas, selbst in nichtislamischen Kulturen wird weibliche Genitalverstümmelung praktiziert, so daß man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen darf mit der simplen Behauptung, der Islam würde ohnehin die Triebhaftigkeit des Mannes durch dessen Religion fördern, was Frauen veranlaßt, sich teilweise oder ganz zu verhüllen.

Das entspricht ganz sicher nicht dem Koran, der gern falsch ausgelegt oder durch Weglassen instrumentalisiert wird, unabhängig davon, daß es sowieso viele verschiedene islamische Strömungen gibt, bis hin zur selbst zu entscheidenden, religiösen Anwendungspraxis, in wie weit die Religion umgesetzt wird.

Sexuelle Gewalt an Frauen findet weltweit statt, vorgeschobene, religiöse Ausreden dienen leider als Alibi, was ziemlich leicht entkräftet werden kann. Vorkommnisse in Indien, Brasilien und auch in Ägypten belegen dies. Nur zwei Jahre nach dem Ägyptischen Frühling, der so hoffnungsvoll die Menschen auf den Tahrir-Platz strömen ließ, hat sich dieser denkwürdige Ort in eine Bühne sexueller Gewalt verwandelt.

Jene Form der Gewalt fand bereits zu Mubaraks Zeiten statt, seit 2005 war dies eine Taktik gegen Aktivistinnen, um sie nachhaltig einzuschüchtern. Die ein Jahr zuvor nach Ägypten übergesiedelte US-Amerikanerin, Rebecca Chiao, konnte hierbei nicht tatenlos zuschauen, gründete deshalb die Organisation „HarrasMap“, wo sich sexuell belästigte Frauen anonym melden können. Für die Kampagne arbeiten hunderte freiwillige Helfer/innen, Ziel und Zweck ist eben nicht das Abwarten, bis eine träge Regierungspolitik handelt, sondern vor Ort den Betroffenen zu helfen, das Bewußtsein der Frauenrechte zu schärfen, darüber hinaus berät HarrasMap Initiativen in 15 anderen Ländern.

Gewalt gegen Frauen offenbart eine demütigende Wirklichkeit

Männer sitzen in den Chefetagen und bestimmen über das Leid und Wohlergehen ihrer Angestellten, ihrer Bürger, nehmen die machtvollen Eigenschaften mit sich nach hause, höchst privat und sehr intim, ganz eingenommen in ihrer gewohnten Rolle, – einmal die weiblichen Ausnahmen ausgeklammert.

Hierzulande sollen es bei Managern ohnehin fast 90 Prozent sein, deren Posten männlich besetzt sind. Und dann diskutieren wir über Emanzipation seit über vierzig Jahren, während dort draußen weltweit Frauen achtlos gedemütigt, geschlagen, mißachtet und vergewaltigt werden? Klar doch, Menschenrechte sollten eine Selbstverständlichkeit sein in „zivilisierten“ Gesellschaften – das Gegenteil offenbart eine demütigende Wirklichkeit!

Solange immer noch selbst kleinste sexuelle Belästigungen als Kavaliersdelikt heruntergespielt in Amtsstuben der Gerichtsbarkeit, in Polizeiwachen und Fluren von Regierungsbüros hingenommen werden, ohne daß die Gesellschaft wirklich diese mit Nachdruck ächtet, dürfen sich solche Verhaltensweisen meist ungestraft weiterhin ausbreiten, so als ob dies das Normalste der Welt wäre.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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First Lady’s Performance

Gestik und Mimik,
Körpersprache ohne Worte.
Nach dem Aufenhalt in der Klinik
sich manch Eindruck in die Seele bohrte.

Die Hand dem Manne nicht reichen,
alle Welt sah Melania Trumps Reaktion.
Ihr Verhalten offenbart Ausweichen,
sein tröges Schauspiel ein einziger Hohn.

Gestik und Mimik
deuten auf klare Signale.
In ihrem Gesicht enttäuschter Blick,
es pendelt die eheliche Waagschale.

Bloß die Contenance bewahren,
egal wie heftig versteckter Haß.
Es tummeln sich Medien in Scharen,
nicht bloß nur so zum Spaß.

Gestik und Mimik
auf jeder Bühne ward zu sehen,
gänzlich ohne irgendwelchen Trick.
Menschen verfolgen gebannt das Geschehen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Manchester: Terroranschlag verdeutlicht seine perfide Absicht

„WeStandTogether“ schweißt die betroffenen Mancs zusammen

Mit großem Entsetzen mußte das Britische Königreich am Montagabend seinen diesjährigen zweiten Terroranschlag im nordwestlich gelegenen Manchester erleben, gegen Ende ihres Konzertes, die US-Sängerin Ariana Grande hatte just die Bühne verlassen, sprengte sich der mutmaßliche Täter, der 22-jährige Salman Abedi, gegen 23:30 (MEZ) in der Veranstaltungshalle Manchester Arena in die Luft und riß sich sowie 22 andere Menschen mit in den Tod, 59 Menschen wurden verletzt.

Am nächsten Tag verbleibt eine große Anspannung in der Stadt, die schon einmal vor 21 Jahren einen Terroranschlag durch die IRA erlitt, allerdings per Vorwarnung, so daß kein Mensch verstarb, aber dennoch 206 verletzt wurden. Der Slogan „WeStandTogether“ auf Werbetafeln schmückt nunmehr Manchester, schweißt die betroffenen Mancs zusammen.

Über 30 Terroranschläge weltweit in diesem Jahr

Verdeutlichen die Dramatik, die keineswegs von ungefähr kommt. In 21 Ländern verstarben dabei mindestens 423 Menschen, über 950 wurden verletzt, genaue Zahlen liegen nicht vor, wobei allein bei den drei Terroranschlägen in Pakistan mindestens 108 Tote und 323 Verletzte Opfer zu beklagen waren. Sowohl in Ägypten, im Irak und Syrien gab es ebenso etliche Terroropfer.

Erneut nimmt der IS einen Terroranschlag für sich in Anspruch, so wie jetzt in Manchester, was die Gefährlichkeit dieser Terrormiliz unterstreicht, wobei aber deren Argumentation, „Ungläubige“ terrorisieren zu wollen, Anschläge sollen der Rache gelten, im Widerspruch zum Islam selbst steht. Der Koran verbietet eine solche Handlungsweise explizit, weiterhin werden Muslime instrumentalisiert.

Kampf dem Terror – eine nahezu aussichtslose Aufgabe

Angst und Schrecken sollen derartige Anschläge verbreiten, was sie mit Bestimmtheit erreichen, direkt vor Ort, in den Köpfen etlicher Beobachter, ebenso Unbeteiligter an den Bildschirmen, bis hinein in Träume. Die Bevölkerung erlebt einerseits albtraumartige Eindrücke, andererseits folgen markige Worte verantwortlicher Regierungen, die dem Terror den Kampf ansagen.

Kann man solch heimtückische Terroranschläge stets verhindern? Im Endeffekt nicht, trotz zunehmender Überwachungen, Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten gelingt es raffinierten Attentätern, Wege der perfiden Ausführung zu finden. Obendrein versagt die Weltpolitik selbst in Gänze, wenn man die eigentlichen Ursachen zunehmender Terroranschläge sich vergegenwärtigt, gleichzeitig deren dramatische Heimtücke, wobei möglichst viel Unschuldige in den Tod gerissen werden sollen.

Wer nach wie vor fleißig Waffengeschäfte forciert, ob hierzulande verstärkt oder wie in den USA seit eh und je, darf sich nicht wundern, daß jene Kriegsform weltweiten Terrors stetig zunimmt. Man sollte nicht nur, man muß nahezu allen Staaten unterstellen, daß sie letztendlich nicht unbeteiligt sind an einer Förderung des weltweiten Terrors. Gewalt entsteht niemals von ungefähr, aus einer Laune heraus, sondern sucht sich Wege nach einer langen Kette von Ungerechtigkeiten, von Versäumnissen in der Politik selbst. Solange die Menschheit in Saus und Braus lebt, während an vielen Orten Hunger und Elend vorherrschen, blühen kriminelle Machenschaften, die am Ende auch den Terror nähren.

Ein Kreislauf, der erst dann an bösartiger Nahrung verliert, wenn der Mensch endlich begreift, daß nur per Nächstenliebe, sozialer Gerechtigkeit und einer Ächtung des Überreichtums genug für alle vorhanden ist, um auf diesem Planet friedlich und ohne Entbehrungen zusammenzuleben.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Terror

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Gedankenelfen

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Wellen schlagen an die Felsen,
erschrecken die zarten Elfen,
die auf der Insel wohnen,
sich mühen, ganz oben zu thronen,

auf der Felsen höchsten Gipfel,
in der Bäume-, Büschewipfel,
um Gefahren abzuwehren,
die die Inselwelt könnten stören.

Elfen, Naturgeister, Lichtgestalten
werden oft für Schwäne gehalten.
Erklingt Gesang voll trauriger Schönheit
und seelischer Beschwingtheit,

ist der letzte Atemhauch nicht fern,
die Insel der Gedanken verwaist, wird Stern.
Vielleicht waren sie zu unaufmerksam,
Böses griff den Inselbewohner an.

Vielleicht war es einfach der Zeitenlauf,
der bestimmt, ob eine Insel ab- oder auftaucht.
Dies ist Schicksal, Glück, Pech, aber irrelevant,
Nebelgestalten, Elfen nehmen dich an die Hand,

führen dich mit dem Wissen, den Vorkenntnissen
deiner Gedankeninselwelt zu den Hindernissen,
den Errungenschaften, die du erdenkst, gewählt
zur steinigen, sandigen, blumigen, neuen Inselwelt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Trumps Sparkurs zur Versorgung armer Bevölkerung exemplarisch

Was interessieren die Belange von „Verlierern“ in der Gesellschaft

Um noch eins draufzusetzen, wer perspektivlos auf der Sozialrutsche sich befindet, möge am besten Platz machen für andere, in Folge schnellstmöglich abtreten, um einem verbliebenen Sozialsystem nicht länger zur Last zur fallen. Dies mag jetzt reichlich überspitzt formuliert sein, trifft aber den Kern der Problematik.

In einer Welt der Aufrüstung, globaler Ausbeutung bis hinein in die letzten verbliebenen Winkel, um den sich ausbreitenden Überreichtum rücksichtslos zu bedienen, hat daraus entstehende Armut und Verelendung keinen Platz für einen selbstverständlichen Humanismus. Der wird als lästig empfunden, was wiederum US-Präsident Donald Trump dazu veranlaßt, auf Kosten der Ärmsten im eigenen Land zu sparen.

Purer Zynismus findet stets neue Wege der Rechtfertigung

Das dürfen wir hierzulande seit über zehn Jahren erleben, nachdem zuvor der siebte Bundeskanzler sich für den Niedriglohn stark machte, seine kaltherzige Rede in Davos wird unvergeßlich sich in die Köpfe seiner Kritiker verewigt haben, um im Anschluß per rot-grüner Regierungsgewalt das sozialrassistische Monstrum, die Agenda 2010, ins Leben zu rufen.

Seitdem gibt es in Deutschland Zwangsarbeit, wird sanktioniert, sterben manche dadurch oder darben ein Dasein in Obdachlosigkeit, Hauptsache Unternehmen profitieren von jener ausbeuterischen Schieflage, Dumpinglöhne sorgen für entsprechende Profite, der Abbau des ehemaligen „Vorzeige-Sozialstaates“ schreitet unmißverständlich voran.

Europa folgt mit Blick zu seiner größten Volkswirtschaft auf dem Fuße, selbst Frankreich überlegte des öfteren, ob eine Hartz-IV-Variante zu kopieren sei, traute sich allerdings bisherig noch nicht aus Angst vor heftigen Protesten. Doch dies kann man in kleinen Schritten durchaus wagen, vielleicht mit einem smart lächelnden Macron ein wenig einfacher. Was in den USA gang und gäbe, vermag europaweit ohne weiteres folgen: gezielt herbeigeführte Armut. Schließlich zählt stets die Wachstumsspirale, der sich alle zu beugen haben.

Das elendig bösartige Spiel bewußt herbeigeführter Kriegsszenarien

Die vereinfachte Form offenbarte Bertolt Brechts „Mutter Courage und ihre Kinder“. Inzwischen muß die Menschheit sich damit abfinden, Frieden soll nur bedingt stattfinden. Sobald der Überreichtum auch nur meint, er müsse sich einschränken oder weniger Profite erlangen, zögert er nicht im geringsten, Kriegsszenarien zu rechtfertigen. Man verdient sich dumm und dämlich in mehrfacher Hinsicht: an hohen Rüstungsausgaben, am Wiederaufbau.

Kein Wunder, daß ein Donald Trump dabei genauso funktioniert. Gerade empathielose Narzißten scheuen nicht im geringsten den Weg zu kaltherzigen Entscheidungen, wobei dann die eigene verarmte Bevökerung erheblich zu leiden hat. Hauptsache seine Geschäfte laufen genauso wie die Gleichgesinnter. Schließlich deckt sich das Establishment gegenseitig.

Aufrechte Menschen müssen nicht ständig kundtun, wie toll sie sind, was auch immer sie leisten oder vorhaben, sondern tun es einfach tagtäglich, betrügen dabei nicht und sind tatsächlich glücklich, ohne des öfteren aufgesetzt in eine Kamera zu grinsen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Wer alles platt macht, gewinnt nicht an Größe

Überheblichkeit kommt vor dem Fall

Platz da! Der Ausruf besagt in etwa, geht aus dem Weg, macht den Weg frei. Warum wird nicht „Ort da!“ oder „Stelle da!“ gerufen, schließlich ist der Platz, der Ort, die Stelle eine Bezeichnung für einen Punkt oder ein größeres Gebiet auf einer Fläche. Platzieren, orten, stellen, sind Verbformen, die sprachlich angelehnt sind an diese Substantive. Allerdings gibt es auch noch das Verb platzen.

Platz, mittelhochdeutsch pla(t)z, vulgärlateinisch platea, Straße, aus dem griechischen plateĩa (hodós), die breite (Straße), von platýs, eben, breit, platt.

Ort, mittelhochdeutsch, ort, Spitze; äußerstes Ende, auch, Gegend, Platz.

Stelle, wohl frühneuhochdeutsche Rückbildung aus, stellen, eigentlich, Ort, wo etwas steht, hingestellt wurde, (mittelhochdeutsch stal, Stall).

Platzieren bedeutet ebenso aufbauen, postieren, hintun, setzen, festlegen, investieren, veranlagen.

Orten bedeutet soviel wie auffinden, aufspüren, erkunden, ermitteln, entdecken.

Stellen bedeutet ebenso setzen, justieren, hinstellen, gefangen nehmen, ergreifen, aufgreifen, spendieren, bieten, einrichten, simulieren, vorgaukeln, markieren.

So genug erklärt, sonst platzen Sie vielleicht aus Wut. Platzen wurde nicht aufgeführt, also noch ein bißchen Geduld, geht ganz schnell.

Platzen, mittelhochdeutsch platzen, blatzen, lautmalend.

Vielleicht ist Ihnen bereits aufgefallen, das Wort Platz ist ein aus der Vulgärsprache übernommener Begriff und seine ursprüngliche Wortherleitung ist das Adjektiv platt. Die beiden Wörter Ort, (Spitze), Stelle (Stall) haben als Bezugnahme eine „Ortsbestimmung“. Im Gegensatz dazu besagt Platz (platt) den Zustand einer „Ortsbestimmung“ aus. Das Verb platzen gibt schließlich sogar Aufschluß über den Ton, der beim Begehen des Platzes möglicherweise zu hören ist. Denken Sie an Pferdekutschen auf Pflastersteinen, diese Laute können zwar nicht das Trommelfell zum Platzen bringen, aber möglicherweise Ihre Hutschnur oder Ihren Kragen.

Falls Sie als Kind oder jetzt immer noch der Leidenschaft des aufgeblasenen Luftballonstechens frönen, des Papiertütenaufblasens, bis sie mit einem lauten Knall zerreißen, dann wissen Sie, der Luftballon, die Tüte sind jetzt platt, weil Sie diese Objekte zum Platzen gebracht haben.

Wenn Sie „Platz da!“ rufen, möchten Sie, daß eine Menge, die sich an einer Stelle, Ort befindet, diesen verläßt, in dem eine Gasse gebildet wird oder ein Kreis. Die möglicherweise vorhandenen Geräusche werden in solchen Situationen nicht immer, aber oft, je nach Lage der Dinge, verstummen (platt gemacht).

Orte oder Stellen, bei denen es häufig zu lärmenden Geräuschkulissen kommt, haben in ihren Namen oft den Zusatz -platz. Marktplatz, Dorfplatz, Spielplatz, Bahnhofsvorplatz, Flugplatz, Parkplatz, Ankerplatz. Interessanterweise halten wir für andere den Kinositzplatz frei, Sitzplätze generell, es ist noch Platz im Auto. Es heißt, nehmen Sie Platz und nicht nehmen Sie Stelle, Ort. Es gibt den Listenplatz, Tabellenplatz, die Aufzählung bei Teilnahmen an Wettbewerben lauten 1. Platz, 2. Platz usw.

Nicht immer, dennoch oft bringt die Vulgärsprache oder die Umgangssprache einen Sachverhalt besser auf den Punkt als viele Erklärungen.

Wer sich aufplustert, Platz einnimmt, sich positioniert, sich aufbaut, markiert, eine gewisse Größe, Platz in Anspruch nimmt, muß, kann damit rechnen, wenn dies nur eine Vorgaukelei darstellt, daß diese Täuschung irgendwann platzt, und dann ist er platt. Je mehr jemand seinen Umkreis plattmacht, in dem er sich „vergrößert“, desto wahrscheinlicher kann diese Ausdehnung platzen oder andere durch ihr „Plattsein“ zum Platzen bringen. Oder, Überheblichkeit kommt vor dem Fall.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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