Frankreich-Wahl: Klares Nein zum Rechtsradikalismus

Emmanuel Macrons Kurs letztlich eine Fortsetzung von Hollandes Politik?

Die Franzosen haben sich gegen das Rechts-Links-Muster entschieden, mit Emmanuel Macron und seiner im letzten Jahr gegründeten Partei „En Marche“ erreichte zum ersten Mal in Frankreich die politische Mitte den direkten Weg zur Stichwahl am 07. Mai.

Tragisch genug, daß eine Marine Le Pen den zweiten Platz mit rund zwei Prozentpunkten hinter Macron für sich verbuchen konnte, in knapp zwei Wochen die Stichwahl mit bestreitet. Dennoch darf man zurecht feststellen, daß eine überwältigende Mehrheit der französischen Wählerschaft ein klares Nein zum Rechtsradikalismus vertritt. Macrons Kurs letztlich eine Fortsetzung von Hollandes Politik?

„Der Schöne und das Biest“ – EU-Befürworter und EU-Gegnerin

Es könnte noch gegensätzlicher sein, wenn denn Jean-Luc Mélenchon, Kandidat der Linkspartei (Parti de Gauche) es in die Stichwahl geschafft hätte. Immerhin erreichte er 19,6% der Wählerstimmen, ziemlich knapp hinter François Fillon, dem Kandidaten der Republikanischen Partei (Les Républicains), dem ehemaligen Premierminister unter Präsident Nicolas Sarkozy.

Hinsichtlich der EU beherrscht die Stichwahl aber die Gegensätze beider jetzigen Kandidaten mit „dem Schönen und dem Biest“, um deren Außenwirkung ein wenig zu verdeutlichen. Während Macron alles daran setzt, die EU zu verglorifizieren, lehnt Le Pen sie vehement ab, will den Franc zurück, per Referendum möge der Europa-Ausstieg erfolgen, bei Niederlage wolle sie allerdings zurücktreten.

Kann man einem ehemaligen Investbanker trauen, der obendrein mit denselben Mitteln eintritt wie hierzulande, nämlich steuerliche Erleichterungen für die Unternehmen sowie Lockerung des Arbeitsrechts? Daß damit Lohndumping Wege findet, ist letztlich vorprogrammiert, auch wenn er in den Bereichen Arbeit, Außenpolitik, Bildung, Sicherheit, Wirtschaft und einer sogenannten Demokratischen Erneuerung die Revolution will. Seine Argumente und Standpunkte weichen allerdings unwesentlich von François Hollande ab, nur daß er halt mit seiner jungen, dynamischen Erscheinung wesentlich mehr Wähler zu beeindrucken scheint.

Emmanuel Macron wird achter Präsident in der Fünften Republik Frankreich

Es müßte schon ein Wunder geschehen, daß Marine Le Pen es wider Erwarten schaffen sollte, in der Stichwahl zu gewinnen. Laut Prognose zur 2. Wahl läge Emmanuel Macron mit 62% ganz deutlich vorn, während Marin Le Pen mit den verbleibenden 38% sich geschlagen geben müßte.

Da die Franzosen mehrheitlich sich gegen den Rechtsradikalismus positionieren, wird Emmanuel Macron achter Präsident in der Fünften Republik Frankreich. Siegerposen seitens Marine Le Pen werden dies keineswegs verhindern. Eine deutliche Signalwirkung auch gen Deutschland an dortige Rechtsradikale, daß sie schlicht unerwünscht sind.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Weichzeichnen der Wirklichkeit

Krug auf dem Kopf,
runder Krug, bemalt,
Wasser gefüllt,
schwappt über,
Tropfen
auf Gesicht verteilt.
Keiner eilt!

Krug auf dem Kopf,
runder Krug, bemalt,
leer,
Staub im Gesicht.
Keiner spricht!

Krug auf dem Kopf,
runder Krug, bemalt,
Kind auf
dem Rücken.
Keiner strahlt!

Krug auf dem Kopf,
runder Krug, bemalt.
Keiner zahlt!

Kein Hintergrund,
kein Vordergrund,
nichts an den Seiten,
es gibt kein Ausweichen.

Es existiert der Krug,
bemalter Krug,
der Mensch,
die Tränen,
der Staub,
das Kind,

seit Urzeiten.
Hintergrund,
Vordergrund,
die Seiten,
sind Ablenkung,
die Wirklichkeit
weich zu zeichnen.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Europas Bewährungsprobe am Scheideweg alter Strukturen

Wenn Rechtsradikale das Zepter in die Hand nehmen

In der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts, zum Wechsel ins neue Jahrtausend glimmte Hoffnung auf, daß wenigstens eruopaweit der Nationalismus überwunden worden sei, mit der EU schien zunächst ein entsprechendes Bollwerk ihm zu trotzen.

Wenn da nicht völlig zurecht etliche kritische Bedenken aufkamen, die wiederum die Existenz dieser EU in Frage stellten, denken wir vor allem an den gegen Ende 2009 in Kraft getretenen Vertrag von Lissabon, der für erheblichen Unmut sorgte, Widerstand sich formierte. Acht Jahre später steht Europas Bewährungsprobe am Scheideweg alter Strukturen, wenn Rechtsradikale das Zepter in die Hand nehmen. Das könnte sich demnächst in Frankreich bewahrheiten, wenn eine Marine Le Pen mit dem Front National dort als neue, erste Präsidentin vereidigt wird. Alltagsrassismus gar in Deutschland?

Hysterie spielt den Rassisten in die Hände

Eine starke Demokratie kann selbst Rechtsradikalen die Stirn bieten, wie man just an diesem Wochenende in Köln beobachten darf, wo eine AfD während ihres Parteitages ihren Bundestagswahlkurs berät und beschließt. Viel Klatsch und Tratsch um Pöstchen mit ewiggestrig dürftig bekannten Inhalten, die nichts anderes besagen als die Herrschaftsübernahme im Sinne eines wiederkehrenden Nationalismus. Als ob ganz besonders Europa darauf gewartet hätte!

All jene, die jetzt deshalb in Hysterie verfallen, spielen jenen Rassisten in die Hände. Gleichzeitig muß man selbstverständlich deren Szene und Auswüchse sehr genau beobachten, denken wir an die Aktionen der Identitären, die zunehmende Gewalt unseren ausländischen Mitbürgern gegenüber bis hin zur Geschichtsklitterung oder Terrorbereitschaft. Dabei sollte die Justiz sich selbstkritisch überdenken mit Blick gen Sachsen, wo immer noch ein hoher Anteil an Ignoranz herrscht, rechtsradikale Verbrechen zu ahnden und zu bestrafen.

Verharmlosung nimmt Überhand – Widerstände trotzen den Rechtsradikalen

Und zwar äußerst schleichend. Genau das beinhaltet ebenso die Taktik jener rechtsradikalen Gruppierungen, die nunmehr mit der AfD zum ersten Mal ein Sammelbecken erschufen, wenn diese Partei obendrein im Herbst dieses Jahres im Deutschen Bundestag Platz nimmt. Dank all derer, die tatsächlich glauben, diese Partei sei eine Alternative für Deutschland. Nationalismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Arbeitslagerzwang und etliche andere rechtsradikale Parolen sind folglich die Alternative?

Wieder hin zu bewußt altverkrustetern Strukturen, die sich jahrhundertelang entwickelten, die diese Gesellschaft erfolgreich verbannten? Eine Kehrtwendung ohne wirklichen Lerneffekt, weil nachwachsende Generationen simpelst abgelenkt und geblendet werden können? Das Rezept jener Rechtsradikalen könnte fruchten mit einer Le Pen, einer AfD und ihren Rattenfängern, wenn da nicht noch eine große Mehrheit an Restverstand vorhanden wäre, was ohne weiteres gerade bei den Gegendemos sich offenbart trotz mancher Zurückhaltung. Es gibt gar welche, die bezeichnen sich als „links“, negieren allerdings gerade die friedliche Demo in Köln. Welch Widerspruch, zumal das Demonstrationsrecht ein verbrieftes Grundrecht in dieser Demokratie.

„Nichts ist dramatischer als Verharmlosung auf der einen Seite, aktuell eine AfD hierzulande hofierend gewähren zu lassen, andererseits bösartigste Hetze zu schüren, friedliebend Protestierende wie an diesem Wochenende in Köln von vornherein als Krawallmacher zu diffamieren!“

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Jagt sie von dannen

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Hab noch schnell meine Meinung gesagt,
öffentlich, laut und deutlich.
Da hat tatsächlich jemand kritisiert, ungefragt,
find ich so gar nicht erfreulich.
Immer diese billigen Argumente im Raum,
so ganz ohne Sinn und Zweck.
Schlaft mal weiter in eurem Traum,
ick bin dann mal woanders, einfach weg.

Hab noch schnell Nachrichten gelesen,
im Stillen, ausführlich, war entsetzt.
Da haben die USA gebombt als sei nichts gewesen,
hier im Westen wurde erneut gehetzt.
Immer diese Verkünder von Wahrheiten,
so gänzlich ohne Scheu.
Hauptsache verunsichert, die Gescheiten
prassen mit Geld wie Heu.

Hab noch schnell letzten Sonntag gewählt,
öffentlich, im Stillen, für ne bestimmte Partei.
Denn eines ist unbedingt klar, was tatsächlich zählt:
Vergeßt jene radikale Schar und ihr tröges Konterfei.
Immer dieser Ruf nach Patriotismus, Nationalstolz und Ehre,
so als ob die Welt wär keineswegs bunt.
Seht ihre falschen Blicke, jene bösartige Lehre,
sie uns behandeln wie Schund.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Versiebt, verspekuliert, verschrien – die Welt nur ausgeliehen

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Satirischer Rückblick…

Dann heißt es nur noch fliehen? Wir wollen mal den Teufel nicht an die Wand malen, och wenn so manche hochgestochen prahlen, wie schlau sie vieles durchschauen. Am Ende wird eine wache Masse sich trauen, im Gegensatz zu früheren Zeiten dem bösen Treiben Einhalt zu gebieten. Klappt nur per gezieltes Vorbereiten, durchdachte Analysen uns verrieten.

Menschen nur noch als Zaungäste wirken dürfen, während Auserwählte Champagner schlürfen? Dies ist der Lauf der Welt, es regiert stets das Geld. Da kannste eigentlich och einen ganzen Tag auf der Bahnhofsbank verbringen, den Streß der Leute beobachten, ein Lied davon singen, welche Launen sie entfachen.

Kaum jemand interessiert, was so Verwerfliches passiert? Umweltschutz versagt auf halber Strecke, egal wer oder was da so alles verrecke. Profit den Kurs bestimmt, weeß doch inzwischen jedes Kind. Als die Schubkarre Freiheit bedeutete, es niemand scheute, sich freudig herumfahren zu lassen, da hatten wir in unseren Schränken noch sämtliche Tassen, heute lautet’s: prassen!

Einerlei mit Blick zur Türkei. Das Ja zum Präsidialsystem festigt Erdogans Alleinherrschaft. Wer dies wohl hat vollbracht? Mitnichten die Bürger im Land, sondern vielmehr die Weltpolitik mit ihrer Schand. Beispiel gefällig, Sie meinen, wer’s globt wird selig? TOTAL läßt Regenwald für Palmöl abholzen, schaut hin zu jenen Stolzen, die keinerlei Skrupel haben, stattdessen am Leid der Welt sich laben!

Manch einer meint zurecht, vergeudete Zeit alles andere als wichtig ist. Ick glob, mir wird schlecht ob all dem Lob mit janz viel List. Keine letzte Antwort parat? Wie schad. Es trifft ohnehin meist die Verkehrten. Erdo-Kann und seine treuen Weckgefährten sich die Türkei unterm Nagel reißen, so loft dat böse Spiel vom politischen Bescheißen!

Herrlich jene klare Luft nach einem Sturm, wenn selbst der letzte Wurm sich auf dem Wege macht, obwohl der Mensch soviel Kriege entfacht, Hauptsache nich darüber nachjedacht. Zuviel Wirbel um die dritte neue Partei gemacht? Na klar, wäre doch jelacht, wenn sie sich hinterher uflöst, auseinanderkracht. Typen gibt’s, die jib et jar nich, widerlich.

Einzig zählt, wenn die Liebe reift, sie dich nicht einjeseift, dann haste richtig jewählt. Andererseits ist eines völlig klar: Die Weltpolitik steht unter der Fuchtel der USA. Wer sich gegen sie positioniert, wird als Schurkenstaat gecancelt, och wenn manch eener noch sehr um sie herumschlawenzelt. Von Einschüchterung zur Bösartigkeit, dafür sind sie stets bereit, wie man tagtäglich sieht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Von Einschüchterung zur Bösartigkeit

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Selbstherrliche Menschen mißtrauen Herzlichkeit

„Des isch a schiecher Hund!“ Wer aus dem Süden Deutschlands und aus Österreich kommt, wird den Satz automatisch „übersetzen“. Er bedeutet, das ist ein häßlicher Hund! Oder je nach Situation, ein gereizter, ein böser Hund.

Schiech, mittelhochdeutsch schiech ist abgeleitet von scheu. Synonyme für schiech sind häßlich, scheußlich, ärgerlich, wüst, sauer, wütend.

Jetzt stellt sich die Frage, wie kann aus scheu, häßlich, böse werden?

Scheu, mittelhochdeutsch schiech, scheu, verzagt, abschreckend, häßlich.

Immer noch nicht verständlich? Was bedeutet scheu denn noch? Schüchtern.

Schüchtern, ursprünglich scheu gemacht (von Tieren), aus dem Niederdeutschen, zu mittelniederdeutsch schüchteren, (ver)scheuchen; scheu weglaufen, Weiterbildung von scheu(ch)en. (Duden)

Scheuen, mittelhochdeutsch schiuhen, besagt Hemmungen haben, zurückschrecken, ausweichen, vermeiden, zusammenzucken, durchgehen, davonstieben, den Schwanz einziehen, sich herumdrücken, in Panik geraten.

Scheu an und für sich ist nicht als schlechte Charaktereigenschaft zu benennen, vorausgesetzt allerdings, das Scheu sein ist eine persönliche Befindlichkeit und nicht „anerzogen“.

Anerzogen durch Einschüchterungen, Ängste, Zwänge, Drohungen, Gewalt, nicht nur als Erziehungsmaßnahme bei Kindern, sondern auch zwischen und unter Erwachsenen. In der Literatur finden sich eine Unmenge von Erzählungen, von Menschen, die mittels Unterdrückungen soweit eingeschüchtert wurden, daß sie sich vor gewissen Dingen, Situationen, Menschen fürchten, jeder kennt sehr wahrscheinlich aus seinem direkten Umfeld Personen, die anhand von „scheu machen“, sich durch etwas oder jemanden fürchten.

In der Tiererziehung wurde und wird leider noch oft diese Einschüchterung, dieses Scheu machen benutzt, um ihren Willen zu brechen, damit sie auf Kommando reagieren und so handeln, wie man es von ihnen erwartet, häufig verbunden mit einer absoluten Unterwürfigkeit.

Wer schon einmal mit Tieren zu tun hatte, die durch solch eine Schule gegangen, wird festgestellt haben, viele dieser Tiere werden falsch, unberechenbar, böse, hinterhältig, häßlich in ihrem Verhalten. Und hier schließt sich der Kreis zu „schiech“, scheu sein. Also böse, häßlich, gereizt.

Kann man auch sagen, durch zu viel Gewalt, Drohungen, Zwänge, Ängste (Einschüchterungen) werden Wesen, also auch Menschen schüchtern, scheu, gehemmt und neigen demzufolge zu Bösartigkeit, Häßlichkeit?

Ja, kann man, auch wenn es hier wie bei vielen anderen Themen natürlich die Ausnahmen der Regel gibt. Menschen, die sich herausgekämpft haben aus dem Kreislauf der Gewalt und ihrer Scheu.

Wer, und hier spielt es absolut keine Rolle, ob es sich um eine Einzelperson, eine Institution, eine Partei, einen Staat oder um wen oder was auch immer es sich handelt, wer durch Einschüchterungen, scheu machen, Menschen, Tiere sich „gehörig“, „abhängig“ macht, der handelt wider Nächstenliebe und Verständnis.

Gerade in Zeiten, die durch viele Umstände Differenzierungen verlangen, verlagern nach Macht ergreifende Menschen ihre Argumentationskette in bewußt geschürte Einschüchterungen. Dabei ist ihr Ziel keineswegs nur die daraus resultierende Angst bei den Menschen, sondern die als „Gegenwehr“ resultierende, als Böswilligkeit auszulegende Reaktion eines Widerstandes gegen diese verbale, aber ebenso gegen das körperliche Scheuchen.

Dieser Widerstand, dieses sich „Herauskämpfen“ aus der Einschüchterung, dies ist der Begriff schiech. Lassen wir uns nicht schiech machen, seien wir uns bewußt darüber, derjenige, der wirklich positive Veränderungen will, der wird alles unternehmen, um keine scheuen, sondern um forsche selbstbewußte Menschen um sich zu haben. Und warum forsche Menschen? Ganz einfach, forsch, aus dem mittelhochdeutschen forse, bedeutet Kraft und Macht. Es bedeutet aber zugleich beherzt, furchtlos, zielbewußt, couragiert, und dies sind Eigenschaften, die selbstherrliche Menschen nicht vertragen können und wollen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Weltpolitik unter der Fuchtel der USA

Wer sich gegen sie positioniert, wird als Schurkenstaat gecancelt

Wer nicht für Putin ist, wird gleich als US-Freund betrachtet. Wer zurecht den Hegemon, die USA, anprangert, wird gleich als Putinist beschimpft. Sagt mal, geht’s noch?

Man sollte endlich mal wesentlich mehr differenzieren. Auch was manch unsägliche Diffamierung anbelangt, nur weil Sahra Wagenknecht berichtigterweise Putins Zurückhaltung schätzt, nachdem die USA bisherig alles tun, um Russland zu provozieren, siehe Maidan-Putsch, Ukraine-Krieg, Syrien-Krieg, Nato-Ostererweiterung. Das heißt aber mitnichten, Wladimir Putin selbst nicht unter die Lupe zu nehmen und alles gutzuheißen, welche Politik er in seinem Land praktiziert.

Politik fördert Schwarz-Weiß-Denken – die USA bestimmen das Tempo

Genau das zeichnet nämlich eine freiheitliche Demokratie aus, Kritik ausüben zu dürfen, ohne einer Zensur oder Gängelung bis hin zu Freiheitsentzug verbunden mit langer Gefängnisstrafe, im Extremfall zur Hinrichtung. Die Welt muß sich mit ihren Herrschern auseinandersetzen, ihnen auf die Finger schauen, notfalls eine Staatengemeinschaft entsprechend reagieren, wenn manche über die Stränge schlagen.

Soweit so gut in der theoretischen, ideellen Überlegung zusammen mit gewissen inzwischen installierten globalen Beobachtungsorganisationen wie beispielsweise den Vereinten Nationen und ihrem Sicherheitsrat. Jüngstes Beispiel: Einstimmig verurteilten die 15 Mitglieder des Gremiums Nordkoreas letztmaligen Raketentest. Selbstverständlich muß man die Bedenken Russlands akzeptieren, das immerhin die USA zurecht anmahnte, diese wollten zu „abrupt“ den neuen Beschluß durch den Sicherheitsrat peitschen.

Mit demselben atemberaubenden Tempo verhalten sich unübersehbar diese USA weltweit, wenn es um schnellstmögliche Lösungen in ihrem Sinne geht. Die Liste angeblich bedrohlicher Szenarien wächst kontinuierlich, eine blutige Schneise zieht ihre Bahnen quer über den Globus. Während dieser Hegemon mit aller Deutlichkeit nach wie vor an dem Feindbild Russland festhält, hat er dabei keinerlei Skrupel, immer mehr Staaten als potentielle Bündnispartner an sich zu binden. Eine einmal ins Leben gerufene Abhängigkeit, aus der es dann kein Entrinnen mehr gibt. Vorneweg Deutschland.

Merkel buhlt um Sympathiepunkte beim neuen US-Präsidenten

Hatte noch die Bundeskanzlerin zusammen mit den Medien dieselbe Skepsis walten lassen, inwiefern der neugewählte US-Präsident seine Politik ausrichten würde, legten sich nach ihrer USA-Visite und Trumps völkerrechtswidrigen Bombardierungsbefehl gen Syrien ihre Bedenken, löste sich nahezu in Luft auf.

Die von ihrem Vater als offizielle Sicherheitsberaterin benannte Tochter Ivanka Trump plaudert demnächst völlig selbstverständlich mit Frau Merkel am Rande der W20-Konferenz zur Förderung von Frauen in der Arbeitswelt, woran sie ebenso teilnimmt, sieht Deutschland als Vorbild. Frauenpower pur nach außen getragen als vermitteltes Bild, wen interessieren dabei Bedenken, wenn es um Vorteile im Amt und den ewiglichen Kadavergehorsam Deutschlands gegenüber jener USA geht. Hauptsache die Augen geradeaus gen mögliche Feindbilder gerichtet.

Stell dir mal vor, diese USA sind ein Auslaufmodell, nur kaum jemand merkt es

Zu sehr über die Stränge geschlagen mit solcher Behauptung? Keineswegs. Doch dazu bedarf es einer gesamtumfassenden Blickrichtung, inwiefern der anhaltende Raubtierkapitalismus die Weltmärkte nicht nur beherrscht, ganze Länder ausplündert, die Völker dadurch verarmen, während eine sehr kleine Klientel im Überreichtum badet, bis hin zu kriegerisch zerstörenden Szenarien, die inzwischen obendrein den weltweiten Terrorismus ausbreiten.

Die USA haben letztlich fertig. Nur wollen dies die meisten nicht wahrhaben, halten fest an den angeblich so vorteilhaften Idealen, die in Wirklichkeit auf Pump, Expansion und grenzenlose Bereicherung beruhen, wobei die meisten Menschen eben nicht berücksichtigt werden, selbst Menschenrechte genau dann ein jähes Ende finden, wenn es den Herrschaften nicht mehr in den Kram paßt. Wer sich still fügt, wird noch geduldet. Es gilt daher, dieses System zu durchschauen, andere Wege zuzulassen, bevor eine NWO uns alle am Ende überwachend unterdrückt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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