Armut: Friedliche Koexistenz mehr denn je gefährdet

Deutschlands verlogene Politik Steigbügelhalter des Sozialabbaus

Die Antwort auf die Frage, ob Krieg oder Frieden zwischen Menschen sei, läßt sich heute gezielt beantworten, weil unsere Spezies alles unternimmt, ein friedliches Zusammenleben zu gefährden. Und zwar tagtäglich nahezu überall. Insofern leben Naturvölker im Grunde wirklich im friedlichen Einklang mit sich selbst und ihrer näheren Umgebung.

Doch auch sie werden zunehmend an den Rand gedrängt, verfolgt oder einfach ermordet. Profit kennt kein Erbarmen, entweder man ordnet sich ihm unter oder hat das Nachsehen. Welch allgemein gehaltene Erkenntnisse, ein Wissen, daß sich schnell angeeignet werden kann, wer ein wenig recherchiert. Doch wie ist es mit uns vor Ort bestellt? Bemerken die meisten überhaupt, was da vor unseren Augen, in der Nachbarschaft geschieht? Vielleicht nicht in unmittelbar naher, aber in anderen Stadtteilen großer Städte?

Bundesregierung ignoriert eigene Politik des sozialen Kahlschlags

Deutschland, die reichste und größte Wirtschaftsmacht Europas, mit eines der reichsten Länder der Erde duldet eine zunehmende Armut im eigenen Lande, den einstigen Sozialstaat gibt es de facto nicht mehr mit Blick zur Agenda 2010, den Hartz-IV-Gesetzen, erschaffen während rot-grüner Regierungsverantwortung, mitgetragen und verschärft durch die Große Koalition.

In beiden Fällen diese SPD verantwortlich, die nunmehr mit ihrem Martin Schulz und dessen vollmundigen Versprechen für mehr Gerechtigkeit wirbt. Welche Gerechtigkeit? Die, jene Steuerschlupflöcher für Konzerne duldet, keine Vermögenssteuer vorsieht, eine Sanktion als richtig gutheißt, obwohl sie ein Darben unterhalb des Existenzminimums bedeutet, es zuläßt, daß bedarfsabhängige Hartz-IV-Leistungen real und im Verhältnis zur Einkommensentwicklung sinken? Sogar die Europäische Kommission rügt heftig die deutsche Regierung, diese habe in einem Zeitraum von 2008 bis 2014 im hohen Maße zur Vergrößerung der Armut beigetragen.

Und wie reagieren die Angesprochenen? Mit Gleichgültigkeit, eine Ignoranz, die gen Himmel stinkt! Es liegt erneut an den Wählern selbst, ob sie einer derartig menschenverachtenden Politik ihre Stimme geben, mit einer FDP oder gar einer AfD in der Regierungsverantwortung würde sich dahingehend ebenso nichts ändern. Sie verbliebe beim derartigem Schalten und Walten, einem Gutdünken zu ungunsten der an den gesellschaftlichen Rand Gedrängten.

Gesellschaftsmodell eines eiskalten Raubtierkapitalismus

Steigende Armut zulassen, um all jene zu erpressen, die nicht mitspielen bei perfider Leistungsdruckspirale, weil sie weder die Chancen erhalten noch ihnen hilfreiche Hände gereicht? Verlierer haben sich zu fügen, eine Gesellschaft der Gewinner, der Ellenbogenmentalität entspricht exakt weltweiter Außenpolitik.

In sofern das sich widerspiegelnde Gesellschaftsmodell eines eiskalten Raubtierkapitalismus. Ein schnödes Wort, welches Raubtiere per se verunglimpft. Im Zusammenhang eines Raubes an Humanismus, an Nächstenliebe, eben zunehmendes Elend zu dulden, mit zu verantworten, weil grenzenlose Gier dies mit sich bringt, paßt dieser dennoch hinkende Vergleich, um jene bösartige Politik zu beschreiben.

„Sich mit wenigem begnügen, ist schwer, sich mit vielem begnügen unmöglich.“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

In der Bescheidenheit zeigt sich erst, daß viel Materie ein Balast, Reichtum zu horten, die eigene Sicherheit gefährdet. Warum? Weil am Ende jeder Ausbeutung die Armut ihren Tribut vollkommen zurecht einfordert!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Einen Schritt zurückgehen

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Es werden laut Wettervorhersage die letzten zu erwartenden, noch an sommerliche Temperaturen erinnernde Tage werden, von Mittwoch bis Samstag, verkündete der Radiosprecher morgens, als sie noch gar nicht wußte, ob sie noch in ihren Träumen verhaftet war oder bereits wach. Die morgendlichen ersten Minuten, die die Länge von halben Stunden oder mehr haben konnten, waren für sie, solange sie nicht in ihren Handlungen unterbrochen wurde, ähnlich wie für andere ein leichter Schwips, mit dem Unterschied, daß sie nicht ständig über etwas kichern konnte. Sie neigte vielmehr zu mürrischem Verhalten während dieser Traumwachphase, und da ihre Geschwister nicht viel besser in den Tag starteten, kam es in regelmäßigen Abständen zu morgendlichen Zwistigkeiten, mit dem Effekt nur vehementer in die „ich bin noch gar nicht wach“ Rolle zu bleiben, um ihre Ruhe zu haben.

Seit ein paar Monaten lebte sie in einer eigenen Wohnung, wenn denn ein Zimmer, Küche, Abstellkammer als solches bezeichnet werden kann. Das war ihr nicht, vor allem abends nicht ganz verständlich, wenn ihr mal wieder die Decke auf den Kopf fiel, und sie erinnerte sich an eine größere Bewegungsfreiheit zuhause, obwohl sie das Elternhaus verlassen hatte, weil es ihr dort zu eng wurde, sie das Gefühl hatte, sich nicht entfalten zu können, sie wollte unbedingt eine eigene Wohnung, bezahlt von eigenem verdienten Geld. Es gab auch ein Badezimmer mit Wanne sogar, dafür mußte sie aber, um das Fenster zu öffnen, sich langstreckend über die Toilette hangeln, und wer kommt auf die Idee, ein Bad als Zimmer auszugeben.

Die Großeltern besaßen erst seit den 60igern Jahren eine Toilette innerhalb ihres Hauses, extra angebaut, davor gingen sie über den Hof, Richtung Ställe, in denen standen aber zu der Zeit keine Kühe mehr, zu einem engen Plumpsklo, darüber wurde bei sämtlichen Anlässen gesprochen, sogar nach der Beerdigung von Omas Nachbarin, weil die angeblich absichtlich seit dem Anbau rüberkam unter einem Vorwand, um die neue Toilette zu benützen. Bad, Toilette hat so etwas selbstverständliches, irgendwie selbstverständlicher als ein eigenes Zimmer, einige ihrer damaligen Klassenkameraden kamen erst in den Genuß eines Zimmers, als entweder Geschwister auszogen oder die Eltern nach einem Umzug eine größere Wohnung anmieteten, sie war in dieser Hinsicht immer zu bewundern, da das alte Gehöft zigmal umgebaut, genügend Platz bot, so hatten sie und ihre vier Geschwister von klein an eigene Zimmer.

Nach dem Umzug in diese enge, aber dennoch für sie Freiheit bedeutende Wohnung ließ sie sich zwei Wochen später die Haare ganz kurz schneiden, so kurz, daß der Kamm und die Bürste nur noch als Utensil an vergangene Zeiten im Bad die Stellung hielten, bis die Haarlänge ihren Gebrauch verlangen würden. Doch momentan sah es immer noch nicht danach aus, denn die Haare wurden eher nach jedem Friseurbesuch kürzer, sehr zu ihrer Erleichterung, denn so brauchte sie nur mit den Fingern kurz durchzustreichen, um den gewollten, etwas zerzaust wirkenden Effekt zu bekommen und ihr einige Minuten, sogar einige viele Minuten, morgens zu ersparen, die ihre ansonsten von Natur aus leicht gewellten Haare benötigten, um damit einigermaßen einen gepflegten Eindruck zu vermitteln, jedenfalls gab sie dies immer als Grund für diese Typänderung an, wenn ihre Familie wieder mal über ihre ach so schönen längeren Haare in bedauernder Weise sprach.

Ihr letztes Telefonat vor der Mittagspause hatte sie gerade mit einem unzufriedenen Kunden beendet, als ihr der Gedanke kam, die Pause draußen im weitläufigen Park zu verbringen, der erst vor kurzem angelegt wurde, nachdem der alte Parkplatz unterirdisch zu einem unterirdischen Parkhaus mit hohen Gebühren für die umliegenden Geschäfte gebaut worden war. Der Kunde bestand darauf, eine neue Kaffeemaschine zu bekommen, weil er, als er die gläserne Kanne von der Wärmeplatte nahm, mit dem kleinen Finger an den Plattenrand langte, sich gleichzeitig den Finger verbrannte und erschreckte, die Kanne daraufhin fallen ließ, der Kaffee sich über der Anrichte und Boden verteilte, ebenso wie die Glassplitter und er beim Versuch seine Katze, die in diesem Moment zu ihrem Freßnapf unterwegs war, mit einem Bein ablenken wollte, damit sie nicht in die auf dem Boden verstreuten Splitter tapste, er das Gleichgewicht verlor und weil er sich mit dem Arm an der Anrichte vor einem Sturz schützen wollte, aber mit seinem neuen teuren Hemd aus Seide abrutschte und deshalb nicht nur den Arm verstauchte, sondern auch die Katze laut aufschrie, weil sie sein Bein in die Seite geschlagen bekam, unabsichtlich natürlich, und sie anstatt weg von den Splittern direkt in die Splitter lief, der Tierarzt aus ihren Pfoten, unter Betäubung, weil sie nicht zu bändigen war, vier Splitter aus der rechten vorderen Pfote entfernte und er nun nur wegen der heißen Wärmeplatte, sicher eine Fehlkonstruktion, so heiß wie die sich anfühlte, nicht nur die Tierarztkosten tragen muß, wäre es mehr als richtig, ihm eine neue Kaffeemaschine, nicht nur eine neue Kanne, denn er traue der alten Maschine nicht mehr, zuzuschicken. Während des Gesprächs notierte sie sich die Einzelheiten und versprach dem Kunden, ihn umgehend zu benachrichtigen, aber er müsse Verständnis aufbringen, über seinen Fall könne sie nicht alleine entscheiden, da es bisher keinerlei Reklamationen bezüglich dieser Maschine gegeben habe.

Trotz ihrer Jacke, die sie sich über die Schultern gelegt hatte, fröstelte sie ein wenig, als sie sich auf eine Bank setzte mit Blick auf einen großzügig angelegten Spielplatz, der eingezäunt mit Schaukel, Rutsche, Sandkasten, Holzturm und Brücke um diese Uhrzeit nur mit einem Kind im Sandkasten und einem zeitungslesenden Vater besucht war. Das Kind hatte ein Stofftier unter seinen linken Arm geklemmt und bemühte sich, mit großer Konzentration mit der rechten Hand Sand in einen Becher zu füllen, indem es den Sand aus der geschlossenen Faust, einem Rinnsal gleich, einen Zentimeter über dem Becher hineinrieseln ließ. Der leichte Wind fegte einen Großteil der Sandkörner über den Becher hinweg, das schien das Kind aber keinesfalls dazu zu animieren, seinen linken Arm einzusetzen. Vielmehr wanderten seine Augen abwechselnd zu dem eingeklemmten Stofftier und dem nicht wachsen wollenden Hügel, den es wohl anstrebte zu bauen, da der Sand aus dem Becher in regelmäßigen Abständen immer auf dieselbe Stelle des Sandkastens ausgekippt wurde.

Vater und Kind sprachen oder besprachen sich, ohne daß einer der beiden die Beschäftigung wirklich dafür unterbrach. Kurz bevor es Zeit wurde, wieder ins Büro zu gehen, stand das Kind auf, trat ein Stück zurück, bewegte seinen Kopf in leicht wippenden kreisenden Bewegungen, abschätzend, kniete sich nieder, nahm das Stofftier aus dem Ellbogengelenk, setzte die Figur neben das kleine Erdhäufchen, das kaum wahrnehmbar war, trat wieder einen Schritt zurück, griff in die rechte Hosentasche und zog etwas heraus, daß sie nicht erkennen konnte, denn es war recht klein, hielt es vor seine Augen, wechselte seine Position ein paar Mal, ging in die Hocke, legte sich sogar längs auf den Boden, ging in weiterer Ferne grätschend in die Knie, da erkannte sie, es photographierte seine erbaute Welt. Mit dem Stofftier unter dem Arm geklemmt und dem kleinen Etwas in seiner Rechten setzte es sich zu seinem Vater, der gespannt lauschend den Ausführungen zuhörte, die das Kind ihm erklärend erzählte und dem Vater dabei immer wieder das kleine Etwas vor die Augen hielt.

Zurück an ihrem Arbeitsplatz ergriff sie den Telefonhörer, wählte die Nummer des Kunden mit dem verbrannten Finger und der verletzten Katze. Sie teilte ihm mit, er möge die Maschine mit dem Vermerk zurücksenden, die Glaskanne sei gesprungen auf Grund zu starker Hitzeeinwirkung durch die Wärmeplatte und sie würde umgehend veranlassen, daß ihm eine neue Kaffeemaschine zugesandt würde.

Sie wußte, dies war mehr als Kundenfreundlichkeit und Kulanz, aber ihr war danach, etwas zu tun, das eigentlich nicht in den Rahmen von irgendetwas paßte und sie tat dies bewußt nicht traumwandlerisch, sondern eher berauscht, denn das Kind hatte ihr vor Augen geführt, was es bedeutete, Abstand zu nehmen, einen Schritt zurück zu gehen, eine Sache aus einer andern Perspektive zu sehen. Es war ihr schlagartig klar geworden, warum die Großeltern, Eltern, aber auch viele andere Menschen immer wieder Situationen von früher erzählen, es geht nicht darum, daß die Dinge in Vergessenheit geraten, sondern sie mit Abstand, einem Schritt zurück, neu zu erkunden, neu zu definieren, ohne ihm nachzutrauern und die alten Verhältnisse wieder beleben zu wollen.

Das kommende Wochenende wird sie zuhause bei der Familie verbringen, wird sich mit ihren Geschwistern an vergangene Tage und mit ihren Eltern an vergangene Zeiten erinnern, mit dem Wissen des Abstands, mit der Beobachtung durch den Schritt zurück wird sie die Enge, die durch die Befreiung in ein selbständiges Leben führt, nicht mehr abends so allein fühlen lassen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Religionen ein moderates Mittel zum Zweck der Unterdrückung

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Instrumentalisierung despotischer Gottesverherrlichung

Man darf den Menschen nicht ihren Glauben nehmen, weil diese ureigene Meinung entscheidend die Menschheitsgeschichte beeinflusste, und zwar in äußerst dramatischen konfliktgeladenen Zusammenhängen. Unsere Geschichte verdeutlicht den vielfältigen Werdegang der unterschiedlichen Religionen, schon gleich gar was im Namen Gottes alles geschehen. Genau deshalb Religionen ein moderates Mittel zum Zweck der Unterdrückung, erst recht die Trennung von Religion und Staat notwendig.

Nur wie in die Praxis umsetzen, zumal Religionen auf eine sehr lange Tradition und Entwicklung zurückblicken, den Gläubigen einen großen Halt geben im Alltag? Dennoch sollten wache Geister auf die Gefahren der Instrumentalisierung der despotischen Gottesverherrlichung hinweisen, in wie weit diese für bestimmte Zwecke mißbraucht werden.

Dogmen in der Sackgasse – eine freie Gesellschaft läßt sich nicht gängeln

Mit Blick auf jene Länder, die einer Staatsreligion sich verpflichten, wird man feststellen, daß im Norden Afrikas von West nach Ost einschließlich im Nahen und Mittleren Osten als auch in Teilen Südostasiens und Indonesiens genau jene Praxis vorherrscht. Noch genauer betrachtet, betrifft dies den sunnitischen Islam mit Ausnahme des Irans, wo der schiitische Islam als Staatsreligion greift.

Exakt deshalb haben ebenso terroristische Strömungen wie der IS ein derart leichtes Spiel, da die Bevölkerung ohnehin im Namen des Glaubens sich wegduckt. Deren Beispiele gibt es genügend. Gerade in Syrien offenbart sich ein Ausmaß völlig unterschiedlicher Auslegungen innerhalb des Islams, so daß sich die verfeindeten Gegner vehement aggressiv bekriegen, jeder mit dem Argument, seine Religion entspräche dem Vorbild Allahs. Doch Allah mag symbolisch auf einem Throne hocken, von diesem er jederzeit am Liebsten aufspringen würde, um die Gläubigen von ihrem Irrweg zu überzeugen, wenn er denn könnte, man ihn ließe.

Was nicht stattfinden soll, darf sich auch nicht entwickeln: eine freie, aufgeklärte Gesellschaft. Was schon den Christen mitnichten gelang, obwohl sie als weitverbreiteste Weltreligion im Namen des Herrn missionieren, mag dem Islam genauso wenig gelingen. Warum? Weil jeder Mensch trotz religiösem Halt das Recht auf ungezwungene Gedanken sich nicht nehmen läßt und schon gar keinem Dogma auf Dauer Folge leisten wird. Denn solche Glaubenssätze verhindern gleichzeitig den guten Kern der Kant’schen Philosophie: die Beantwortung der Frage, was Aufklärung sei. Der Anstoß, endlich sich ohne Gängelung seines Verstandes zu bedienen.

Eine Welt des Konsumrauschs verhindert ein friedliches Zusammenleben

Wann klappt die Menschheit endlich das Buch zu, in welchem das letzte Kapitel das Ende der Glaubenskriege verkündet? Solange Staatsreligionen nach Gutdünken schalten und walten können, müssen wir uns gedulden, gar wachsam hinschauen, wenn extremistische Fanatiker weltweit Schrecken verbreiten.

Mit den selben Maßstäben muß Menschheit dennoch selbst Länder ohne Staatreligion kritisch beäugen, weil für genügend Ersatz gesorgt. Eine Welt des Konsumrauschs, der grenzenlosen Ausbeutung, welches man durchaus als gottlos und naturfeindlich interpretieren sollte, liefert somit genug Argumente für die Aufrechterhaltung bestimmter Glaubensrichtungen.

Erst wenn wir wirklich in freien Gesellschaften zusammenleben, in denen unterschiedlicher Glauben und Nichtglauben friedlich geduldet, eine behutsame Ressourcenerhaltung den notwendigen Respekt praktiziert, allem Leben wir mit entsprechender Toleranz begegnen, dürfen wir auf friedlichere Zeiten hoffen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Aus dem ewig gestrigen Kreis treten

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Im Bann herrschaftlicher Verhältnisse

Die Erde dreht sich im Kreis. Die Menschen drehen sich im Kreis. Nicht in einem perfekten Kreis, bei dem der Abstand vom Mittelpunkt zu jedem Kreispunkt derselbe ist. Die Erde und die Menschen drehen sich eher in einer Ellipse. Nichtdestotrotz oder gerade deshalb ist der Effekt des Rausches durch ständiges Drehen bei beiden Bewegungsabläufen gleich.

Bei drehenden Tanzbewegungen kann man das Schwindelgefühl mindern, indem man sich auf einen bestimmten Punkt außerhalb der Kreisfläche konzentriert. Allerdings ist je nach Länge der Bewegung und Schnelligkeit selbst hier wenig gegen einen taumelnden Schwindel anzukommen.

Bei der Erdbewegung um die Sonne dreht sich die Erde zudem noch um sich selbst. Vielleicht können Sie sich diesen Effekt besser vorstellen, indem Sie ihn bei sich bietender Gelegenheit nachahmen. Die Erde kreist in kreisender Bewegung ellipsenhaft um die Sonne. Und dieses Verhalten scheinen wir Menschen, in gewisser Form auch zu vollziehen.

Obwohl die Menschen sich in vieler Hinsicht geistig, körperlich weiterentwickelt haben, bestimmt in gewissen Zeiten die Regel das Prinzip des „Urinstinkts“ (wenn wir ihn als solches annehmen), der Stärkere gibt den Ton an. Wobei der Stärkere nicht unbedingt mit der körperlichen Leistungsfähigkeit gleichgesetzt werden kann, sondern mit der Fähigkeit durch geschicktes Lavieren mittels Drohungen, Ängsten andere zu unterdrücken.

Bis heute hält dieses Verhalten, keine Duldung von anderen Meinungen, Ansichten, Wissen an, manchmal durch das Herrschaftsprinzip von Diktatoren, durch Mißbrauch in Glaubensfragen. Es scheint ein endloser Kreislauf, auch wenn es immer wieder Zeiten gab, in denen die Menschen sich durch eine offene Kommunikation in Verbindung mit Konfliktlösungen in friedlichen Zeiten befanden.

Kreis, althochdeutsch kreiʒ, Kreislinie, Zauberkreis, Umkreis, der Ursprung liegt im Wort krizzon, kritzeln. Kritzeln, eigentlich einritzen, ist eine Nebenform von kratzen.

Ellipse, aus dem griechischen Wort élleipsis, bedeutet eigentlich Mangel (wohl, weil der Form die volle Rundung des Kreises fehlt), vom Ursprungswort elleípein, mangeln, fehlen.

Nicht nur aus den vielen Erzählungen der Vorgeschichte oder aus Geschichten wissen wir, daß Menschen, wenn sie sich treffen, gerne zu einem Kreis sich zusammenfinden. Das beste Beispiel ist wohl das Lagerfeuer, aber auch der runde Tisch, wenn es sich um wichtige Gespräche handelt, die mit vielen gleichzeitig geführt werden. Tänze, die überliefert sind, waren sehr oft im Kreise sich bewegende Figuren, die rhythmisch durch Musik begleitet wurden. Ebenso Heiligtümer oder Teile von Heiligtümern wurden in Kreisform angelegt. Viele Dörfer oder Zelte der Nomaden sind ebenfalls oftmals in dem Kreis nachempfunden worden.

Der Kreis als Symbol für Verbindung, Vereinigung findet sich in Eheringen, in der Doppelnull oder Acht als Schleife und Zeichen der Unendlichkeit. Weitere Bedeutungen für den Kreis sind das nicht Manifestierte, das Ewige, Zeit- und Raumlosigkeit, Einheit, das Göttliche.

Ist es wirklich verwunderlich, wenn sich die Menschen weiter im Kreis drehen? Die eingeritzten Spuren, die beim Tanzen oder durch das brennende Feuer übrig bleiben, scheinen in ihrer Wirkkraft für die Nachwelt eine dermaßen hohe Anziehungskraft auszuüben, daß die Verhaltensmuster, die unseren Vorfahren eigen waren (Macht des „Stärkeren“), um Konflikte zu lösen, weiterhin heute noch angewandt werden.

Trotz Wissen um Konfliktpotentiale und Konfliktbewältigungslösungen wird vielerorts der einfache, bequeme Weg des Machthabers und seiner Gefolgsleute favorisiert, mit der begleitenden Maxime: Und bist du nicht willig, so gebrauch ich Gewalt! Gewalt in Form von körperlichem Angriff oder durch Diffamierung, Hetze, Drohungen, Ängsten und Zwang. Beschwörungen der eigenen Sippen- und Vetternwirtschaft, Ablehnung, Anfeindungen allem Fremden, Neuen gegenüber, also Feind- und Angstbilder projektieren.

Die Menschen stecken ihre Energie in die Beschaffung von Kriegsgeräten, Manipulationsstrategien, anstatt in Aufklärung und Konfliktbewältigungsprogramme. Und dann wundern die Menschen sich, wenn es überall brodelt und zischt und auf dem Feuerplatz eine Feuerfontäne hochgeht, anstatt der Geruch von köstlichem Essen in die Nase steigt? Abgesehen davon, daß die Kosten einer Auseinandersetzung, von der Beschaffung von Kriegsmaterial, Wiederaufbau und selten die Nachsorge der körperlich Verletzten, aber auch der seelisch zu betreuenden Menschen um ein Vielfaches höher liegen als die Schaffung von Bildung im Sinne einer toleranten, gewaltfreien auf humanistischen Ideologien aufzubauende Gesellschaftsgemeinschaft.

Es ist nicht Wissen und Verstand, der fehlt, es ist der Mangel an Einsicht und egoistischem Verhalten, der zu Schwindel und dem Rausch der ewig Gestrigen, jedem das Seine, mir das Meiste führt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Trumps USA scheren sich nicht ums Völkerrecht

Nach Syrien-Einsatz Nordkorea im Visier?

Im Grunde genommen kalter Kaffee könnte man beinahe ganz lässig formulieren, wenn die letzten Entwicklungen nicht genügend Anlaß zur Sorge hätten. Bereits G.W. Bush mißachtete ein UN-Mandat, griff damals den Irak an, obendrein unter fadenscheinigen Behauptungen ob angeblicher Massenvernichtungswaffen.

Mit einem Donald Trump muß die Welt zwangsläufig den Atem anhalten, besonders mit der Entscheidung nach vorschneller Anschuldigung gen Assad, Marschflugkörper als Vergeltungsschlag gen Syrien zu entsenden. Wochenlang wurde dieser neugewählte US-Präsident auch seitens der Bundesregierung skeptisch beäugt, kaum reagiert dieser ganz im Sinne einer Hegionalmacht, folgt Applaus und altbekannter Kadavergehorsam.

Ursula von der Leyen in Erklärungsnot

Talkshows haben meist, wie das Wort schon verrät, im Wesentlichen eine gewisse Effekthascherei im Sinn, erst recht im Fernsehen, wenn etliche Kameras auf deren Gäste gerichtet, Hundertausende bis Millionen Zuschauer dem Treiben folgen. Das gilt ebenso für die Sendung „Anne Will“. Und die Moderatorin will unbedingt, das Motto verrät bereits, wohin die Reise geht: „Trump bekämpft Assad – Droht jetzt ein globaler Konflikt?“

Für die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen scheint die Welt in Ordnung zu sein mit dem schnellen Entschluß zum Syrienangriff, den Donald Trump befahl. Dies sei „nachvollziehbar“, meinte sie. Bei solch wässriger Vorlage mußte natürlich Jan van Aken, außenpolitischer Sprecher der Linken, nachhaken, ihr eine Lehrstunde in Sachen Völkerrecht verpassen. Die ansonsten kühl wirkende Ministerin geriet dadurch in Erklärungsnot.

Nach Worten folgen Taten – Putin verhält sich verdächtig ruhig

Trumps Motto sollte sich trotz etlicher Fehlschläge im eigenen Land herumgesprochen haben. Was dort nicht gelingt, kann er insofern außenpolitisch ausleben? Nachdem Kim Jong-un sich weiterhin erdreistet, sowohl Südkorea und Japan als auch die USA selbst per Raketentests, mit dem Ausbau des Atomwaffenprogramms zu provozieren, schicken die Amis Kriegsschiffe vor die Küste Nordkoreas.

Donald Trump hatte noch vor kurzem mit einem Alleingang gegen Nordkorea gedroht. Folgen seinen Worten somit Taten? Bei einem Choleriker weiß man ohnehin nie genau, woran man dran ist, erst recht nicht mit diesem 45. US-Präsidenten. Verwunderlich das Verhalten Putins, der sich verdächtig ruhig gibt. Einerseits begibt sich kurz nach dem US-Rakteneinsatz die russische Fregatte „Admiral Grigorowitsch“ an die Mittelmeerküste Syriens, andererseits bekundet die Allianz aus Iran, Russland und Syrien, sie würde die Unzulässigkeit der aggressiven Handlungen der USA gegen Syrien unter Verletzung der Normen internationaler Rechte verurteilen.

Die Welt war ohnehin zu keinem Zeitpunkt wirklich friedlich, aber angesichts dieser Entwicklungen muß schlimmeres befürchtet werden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Ein frischer Ehering

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Das Hotel lag weit draußen, abgelegen,
Ina soll von der Pike auf lernen, von wegen
Vorteile im Beruf, steile Karriere,
ihre Eltern bestanden auf die Lehre.
Zimmermädchen, Küche, Bedienung,
kaum Freizeit, wenig Abwechslung.

Ina war das im Moment völlig egal,
was ist schon Zeit, relativ, keine Qual.
Die hatte sie hinter sich, war krank
nach dem Freundschaftsabbruch, Frank
hatte sie wegen einer anderen verlassen,
sie brauchte Wochen, um sich zu fassen.

Die ersten Wochen herrschte Hochbetrieb,
die viele Arbeit, der viele Streß war ihr lieb.
Sie fand Freunde in Susanne, Klaus, Till
und Jules, ein Gast, der wieder kommen will.
Susanne war bereits im zweiten Lehrjahr,
sie unternahmen viel, dafür war sie dankbar.

Jules kam tatsächlich nach Wochen wieder,
etwas zittrig gestand er Ina sein Liebesfieber.
Ina fand ihn sehr charmant, er sprach sanft,
gebrochen Deutsch, sein Wesen unverkrampft.
Ina erwiderte die Gefühle, es fühlte sich gut an,
zu küssen, zu schmusen wie Frau und Mann.

Zufällig hörte Jules flüsternde, aufgeregte Worte,
Susanne, Ina sprachen über eine Hochzeitstorte,
sie sprachen über Zukunft, Heirat, Liebe, Kind,
Brauchtum, Kniefall, Tradition, schönen Ehering.
Am nächsten Morgen war viel Trubel, Hektik,
Hochzeitsgäste kamen, noch war nicht alles fertig.

Jules ließ sich den ganzen Tag nicht sehen,
Ina spürte trotz Streß, sich nach ihm zu sehnen.
Es war bereits sehr spät, weit nach Mitternacht,
als die ersten Gäste sich in die Zimmer aufgemacht.
Plötzlich kniete Jules vor ihr, naß und dreckig.
„Ina, habe dir gefangen einen frischen Hering.“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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NWO alles andere als nur ein Hirngespinst

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Die USA kurz vor eigenem Kollaps?

Divide et impera, teile und herrsche. Die Spaltung der Gesellschaft fruchtet stets. Welch glückliche Fügung für all jene, ihre eigene Vormachtstellung auszubauen, sich schenkelklopfend im Rausch des wohl durchdachten Glücks zu suhlen, wenn die strategische Rechnung aufgeht.

Wohin man auch schaut, überall Feindschaft vorherrscht, statt einen gemeinsamen Konsenz zu finden, der somit gar nicht gewollt. USA gegen Russland, West gegen Ost, Reiche gegen Arme, Schwarz gegen Weiß, Männer gegen Frauen. Noch mehr Beispiele gefällig? Eine Ausnahme: Links ist ein Muß, eine Option, die Gesellschaft vor Raubtierkapitalismus zu bewahren. Rechtsextremismus ein NoGo! Das Muster sollte deutlich genug sein, selbst wenn es Zwischentöne gibt, die installierten Gegensätze dienen der Machterhaltung, die Zwecke heiligen die Mittel. Doch was kann Mensch dem tatsächlich entgegensetzen?

McKenzie und Co. bestimmen den wirtschaftspolitischen Kurs

Viel zu unkritisch wird US-amerikanischer Doktrin Folge geleistet, was man erneut bei jüngster Eskalation im Syrien-Krieg feststellen muß. Diese Doktrin gar in einem bald siebzigjährigen Zeitraum den Bürgern des Westens mit der Kultur des American Way of Life vor die Füße geschüttet hat, sie nahezu jeden Trend mitzutragen.

Umso wichtiger, daß es stets stille Beobachter gibt, die eben viel eher genauer hinschauen, sich die berechtigten Fragen stellten, was denn die eigentliche Intension sei. In sofern dienen zunächst sämtliche fündigen Informationen über die angeblich tollen Errungenschaften der USA, um sie allerdings dann genauer unter die Lupe zu nehmen. Ob Junk-Food, Kriegsspielzeuge, der Niedriglohnsektor, die gesamte Arbeitsmarktpolitik der gnadenlosen Ausbeutung mittels Billigjobs, eine Welle von Soap-Fernsehserien, vulgär sich anpreisender Sexindustrien, überall offenbart der Hauch dieser simplen Wirtschaftseinflüsse letztlich den Zerfall einer Gesellschaft, die sich jenen Produkten nonchalant aussetzt.

Parallel weht der Wind vom erfolgreichen Business-Man quer durch sämtliche Berufsgruppen, das personifizierte Bestreben per Konkurrenzkampf jeden „Gegner auszuschalten“, weil Empathie und ein Miteinander so gar nicht ins Konzept gnadenlos ausbeuterischer Seelen paßt. Nicht weiter verwunderlich, daß McKenzie und Co. sich dermaßen erfolgreich durchsetzen konnten.

Militärischer Schlagabtausch zum dritten Weltkrieg?

Man sollte es sich nicht zu einfach machen, beherzte Kritiker in die Ecke des Antiamerikanismus stellen. Dabei spielt weniger der Personenkult, ob Putin oder Trump eine Rolle, sondern viel eher das dreiste Vorgehen dieser Allianz der Nato und EU.

Die hat nämlich keineswegs friedliche Absichten im Visier, wenn unverkennbar per Europas Osterweiterung die USA strategische Narrenfreiheit entlang den Grenzen zu Russland erhält, dem Bären auf den Pelz zu rücken, obendrein per installiertem Ukraine-Krieg Putin nicht nur nonstop provoziert, sondern vielmehr den globalen Krieg nahezu herausfordert, die Welt erneut an der Schwelle eines Schlagabtausches steht, der in einer atomaren Katastrophe enden könnte, denken wir an Norkorea oder Syrien.

Die Welt beherrschen einzige Option

Welche längst Fuß gefaßt hat, zumindest von San Francisco bis zur Ukraine, von Norwegen bis Nordafrika, quer durch den Nahen und Mittleren Osten mittels unserer „amerikanischen Freunde“. Eine seltsame Allianz, auf die sich unsere Regierung gern beruft zusammen mit den sogenannten Bündnispartnern, wobei allesamt nur ein Ziel verfolgen: unverblümt den Kurs ewiglichen Wachstums und Ressourcenplünderung brutalst vorantreiben, was überdeutlich einer Neuen Weltordnung entspricht.

War es früher wesentlich einfacher, weil ein Kommunismus sich prima erübrigen mußte in der Welt des Raubtierkapitalismus, müssen jetzt die letzten Hürden genommen werden. Keine Nation hat so viel weltweites Leid verursacht wie diese USA, die obendrein auch noch meinen, sie müßten die Weltherrschaft damit an sich reißen. Wer kann sie stoppen, wenn nicht das Rückgrat einer Menschheit, die endlich aufwachen sollte, bevor es zu spät sein wird.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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