Make war no peace ein Präsident überzeugt gewähren ließ

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Satirischer Rückblick…

Solch Behauptung keineswegs fies, ganz im Gegenteil, manch Herrschaften finden dies gar geil. Der friedliebende Bürger sich allerdings berechtigt fragt, woran solch Hirn wohl krankhaft nagt, nen dritten Weltkrieg einfach mal so wagt. Die Erde, ja, die ähnelt einem Ball in den Weiten des Kosmos. Doch nur Mensch schafft es Knall auf Fall, daß alles Leben wechfloss.

Jib mich mal ne Tüte und Papier, auf dat ick mir verstohlen traurig verlier, mit der Frage auf meene ollen Tage, wat soll dat hier?! Wer kennt ihn nicht, selbst als Gedicht, jenen Vergleich: Der Letzte ziehe den Stecker. Da kiekste, wirst janz bleich. Klar doch, geht auf den Wecker. Der eine oder andere bedächtig grinst, weil ne NWO alles andere als ein Hirngespinst.

Manchmal Abhilfe gefunden werden kann, oh man, ein frischer Ehering muß her. Falsch, hier wird’s dir erklärt: Verwechslung mit frischem Hering fand tatsächlich statt. Da staunste, wat?! Gleichwohl erneut über diesen Trump, dessen USA sich nicht ums Völkerrecht schert. Das ist plump, wat läuft denn hier nu wieda verkehrt? Nichts dergleichen, es scheint diesem Kretin noch längst nicht zu reichen.

Das ist eben die Prämisse, im Bann herrschaftlicher Verhältnisse heißt’s, aus dem ewig gestrigen Kreis treten. Jetzt darf die Menschheit daher beten. Gleichwohl Religionen ein moderates Mittel zum Zweck der Unterdrückung bedeuten, hört manch wachsamer daher schrille Alarmglocken läuten. Da hilft keen Flehen, ebenso nicht einen Schritt zurückgehen.

Welch schweres Los, die Armut riesengroß, friedliche Koexistenz mehr denn je gefährdet uns alle betrifft. Überreichtum das reinste Gift! Doch davon will kaum jemand was wissen, Hauptsache den Menschen geht’s beschissen, von der Katastrophe zurück zur Strophe. Ick glob, manch eener besser davonlofe.

Merkels Rüge zur Terrorismusbekämpfung reiner Ablenkung dient, wer dabei wohl im Stillen grient? Man kann sich’s denken, manch Kommentar sich schenken. Der Nacken vom öfteren Nicken schon janz steif, selbst die Märchenhexe is längst urlaubsreif.

Die Welt wird einfach nicht netter, im Reigen heftiger Unwetter wortwörtlicher oder politischer Art, das Überleben zu gewähren ziemlich hart. Drum Weltfrieden eine Illusion auf dem Rücken leichtgläubiger Untertanen bedeutet. Mensch, wat haste all dat Leben vergeudet!

Die Welt ist widerlich, selbst eine Woche ohne dich könnte kaum was anderes bringen. Man möchte friedlich vor sich hinsingen, schon taucht die nächste fiese Meldung auf, der Trump habe es drauf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Eine Woche ohne dich

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Am Dienstag hab ich an dich gedacht,
die Gedanken haben mich fast um den Verstand gebracht,
bin stundenlang durch den Wald gelaufen,
die Natur sollte meinen Geist berauschen.

Am Donnerstag taten mir die Füße noch weh,
Freitag und Samstag hielt ich Ausschau, ob ich dich seh
in der Bahn oder durch die Fußgängerzone laufen,
vielleicht beim Schlendern oder Einkaufen.

Am Sonntag lag ich im Bett, krank und fiebrig,
vor meinen wässrigen Augen, deine Figur, deine Mimik,
ich litt unter Hitzewellen, und Kälte ließ mich erschauern,
so konnte es nicht weitergehen, mein Zustand war zu bedauern.

Am Mittwoch sah ich dich wieder, händchenhaltend mit einem Mann,
du beugtest dich zu mir nieder, lächeltest mein Herrchen an.
„Ah, das ist doch mein Freund von neulich aus dem Park,
der Schmuseeinheiten und so gern Ballspielen mag!“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Weltfrieden eine Illusion auf dem Rücken leichtgläubiger Untertanen

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Wer die Macht ausübt, bestimmt den Kurs

Vor über siebzig Jahren zwei Atombomben, gestern die Mutter aller Bomben, diese USA toben sich weltweit in Kriegen aus, wie es ihnen selbst gefällt, allerlei Rechtfertigungen werden schnell gefunden, Hauptsache den Weg zur Weltherrschaft geebnet. Wer sich nicht unterordnet, wird dazu gezwungen, sämtliche Mittel heiligen den Zweck, insofern gilt: Wer die Macht ausübt, bestimmt den Kurs.

Darunter haben nahezu die meisten Völker zu leiden, so auch deren Verbündete, die sich beeinflussen lassen auf vielen Ebenen, hauptsächlich über wirtschaftspolitische Abhängigkeiten. Noch bestimmt der US-Dollar die Weltmärkte, selbst wenn der Rubel oder der Yuan an seinen Fersen geheftet ihm dessen Run ablaufen will.

Die Taktik der vielen Intervenierungen, der Destabilisierungen etlicher Staaten, das Ziel der USA, endlich wirkungsvoll Fuß zu fassen im asiatischen Raum, rückt deutlich näher. Nicht nur offensichtlich an den Ostgrenzen zu Russland, in Syrien, Afghanistan oder jetzt hochaktuell vor Nordkorea. Vielmehr folgen gezielte Versuche, weltweit Bündnisse aufzubrechen, denken wir an den Zerfall der EU, an die Beziehungen zwischen Russland und China.

Hat Trumps neue Regierung unter seiner Regie ganz andere Optionen noch in der Hinterhand? Oder aber beschränkt sich das Unwissen dieses 45. Präsidenten, obendrein mit höchst fragwürdigen Beraterstab um sich geschart, mit simpelsten, aber gefährlichsten Mitteln? Die da lauten: Militäreinsätze sollen für genügend Schaden sorgen, hinterher wird aufgeräumt und verdient?

Der aufmerksame, analytische Beobachter wird selbstverständlich eben nicht in einer Schwarz-Weiß-Argumentation sich verstricken lassen, weil weder ein Wladimir Putin noch ein Xi Jinping so einfach Donald Trump erlauben, sich weltweit auszutoben. Das gleiche gilt für andere, auch wenn etliche Verbündete der USA nach anfänglicher Skepsis Trump gegenüber nunmehr ihn hofieren. Die Sprache der Militärgewalt, wie kürzlich in Syrien mittels Marschflugkörper betont, scheint ein politischer Türöffner zu sein.

Ein unüberschaubares Unterfangen, sollte jener Kurs sich wie ein Flächenbrand weltweit fortsetzen. Unterdrückungsmechanismen haben dennoch bisherig reibungslos funktioniert mit Blick zum Raubtierkapitalismus, Gesetzespakete deckeln Wirtschaftsmächte und deren gesellschaftlichen Einflüsse bis ins kleinste Detail, von der Bildung bis zur Mahlzeit auf dem Teller, von der Gesundheit bis angeblichen Freiheit der Bürger, die eben stets beschnitten, zunehmend kontrolliert wird bis hin zum Endziel einer NWO.

Politik verkommt zusehends mehr, da trotz ihres freiheitlich demokratischen Anspruchs insbesondere Konzerne ihren Kurs diktieren, während die Bürger das Nachsehen haben, rücksichtslos eine latente Armut in Kauf genommen wird bei gleichzeitiger Zerstörung unserer Erde.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Im Reigen heftiger Unwetter

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Kleine bunte Steinchen lagen haufenweise auf dem ockerfarbenen, sandigen Boden verteilt, ungefähr erbsengroß, manche nicht größer als eine Pflaume, während die ersten kühlenden Regentropfen feinen Staub aufwirbeln ließen, zu lange hatten heiße Sonnenstunden alles getrocknet, selbst des nachts konnte keine Feuchtigkeit angenehmes Naß spenden. Nunmehr atmete die Umgebung spürbar erleichtert auf, manche Wesen genossen den lang anhaltenden Regenschauer, der gar an Intensität zunahm.

„I’m Singing in the Rain“, schoß es Mel durch den Kopf, dieser unvergeßliche Song mit Gene Kelly, Erinnerungen wurden wach zum Film-Musical. Viel Zeit verblieb ihr allerdings nicht, weil mit dem Regen ein ohrenbetäubender Lärm einsetzte, mehrere Polizei- und Rettungssanitätersirenen heulten auf. Nebenan waren offensichtlich etliche große Kastanienbäume entwurzelt auf Autodächer oder in manchen Vorgarten gekracht.

Aufgeregtes Stimmengeschrei vernahm die 32-Jährige, ein Collie schien sie übersehen zu haben, rannte sie fast um, Mel vermochte sich im letzten Moment an einem Gartenzaun festzuhalten, dabei brach der Fingernagel ihres rechten Ringfingers ab, ihr wurde ganz kurz schwarz vor Augen.

„Mel, hier bist du ja, ich hab dich drüben im Haus gesucht, dein Wohnzimmerfenster stand offen, ich hab’s schnell geschlossen, die Eingangstür war nur angelehnt“, rief ihr Belle entgegen. Ziemlich perplex schaute Mel sie an, um im nächsten Augenblick ihrer besten Freundin um den Hals zu fallen. Die beiden jungen Frauen standen ziemlich durchnäßt auf schlammigen Bürgersteig, ein Feuerwehrmann drückte sie anmahnend zur Seite, schob sie dabei zum Rasen der Hausnummer 14.

„Danke dir, Belle. Das Unwetter hatte mich total überrascht, irgendwie war ich wohl zu dolle in Gedanken vertieft, hatte beim Sandkasten der Müllers die ersten Regentropfen bewundert, als plötzlich die Hölle ausbrach“, erwiderte sie, lachte kurz auf und setzte fort, „wäre wohl vermeidbar gewesen, in den Nachrichten wurde davor gewarnt.“

Belle verstand sie ganz gut, nahm Mels Hand und führte sie zwei Straßen weiter zu ihrer Wohnung, die in Parterre lag, nach hinten raus, wo keine Bäume standen, ein geschützter Innenhof vermied derartige Folgen, lediglich zwei Dachziegel lagen zerbrochen mitten im Hof, eine Mülltonne hatte es umgeweht, Papierfetzen flogen herum. Eine Taube flatterte erschrocken auf, als die beiden die Tonne wieder aufrichteten.

Der Wolkenbruch ließ langsam nach, während Belle ihnen einen heißen Pfefferminztee aufgoß, in den Fernsehregionalnachrichten berichtete die Sprecherin über ihren Ort und den Tornado, der durch die Kleinstadt gewütet hatte. Die Schäden schienen sich in Grenzen zu halten, zwei alte Frauen wurden leicht verletzt in die Klinik gefahren, das Dach einer Kirchturmspitze wurde fast vollständig abgedeckt, in einigen Straßen waren Bäume wie Streichhölzer umgeknickt.

„Hätte schlimmer ausgehen können, oder?!“, bemerkte Belle, während Mel sich die feuchten Haare föhnte. Der äußerst helle Blitz mit anschließend zeitgleichem Donner ließ beide jungen Frauen auf den Boden fallen, Mel rollte sich geschickt ab und landete unterm Couchtisch, während Belle Schutz neben der Anrichte suchte. Es roch auffallend verbrannt, im gleichen Moment trafen sich ihre entsetzten Blicke, das rasende Feuer hatte offensichtlich bereits das Treppenhaus erreicht, schwarzer Rauch drang in den Raum, die beiden rissen die Glastür zum Hof auf und stürzten nach draußen. In den gegenüberliegenden Fensterscheiben spiegelte sich die Feuerwand wider, Belles Wohnung war nicht mehr zu retten. Andere Nachbarn traten zu ihnen, manche fanden ein paar tröstende Worte.

Viel mehr Zeit verblieb auch nicht, weil noch heftigere Regenschauer einsetzten, schon begann der Hof wie eine Wanne vollzulaufen, alle rannten so schnell wie möglich durch die Einfahrt zur Straße, da draußen glich alles wie einem Weltuntergang, überall Schreie, Sirenengeheul, die letzten Bäume stürzten, mit ihnen der ein oder andere Laternenpfahl, schräg gegenüber hatte es einen Balkon im zweiten Stockwerk erwischt, die Trümmerteile lagen verteilt herum, manche auf zwei Autos, ein Totalschaden für deren Besitzer.

Belles Nachbar aus dem vierten Stockwerk erzählte ihnen, es sei aber wenigstens kein Mensch dabei verunglückt. Mel nahm Belle kurzerhand zu sich, ohne lange zu lamentieren, schließlich war ihre Wohnung doch nicht betroffen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurzgeschichten

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Märchenhexe längst urlaubsreif

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Der Frühling hat mich kalt erwischt,
kaum wach
scheint die Sonne ins Gesicht.
Der Körper streckt sich dem Licht entgegen
und zack,
Hexenschuß, ich kann mich nicht mehr bewegen.

Lauf gebückt wie eine alte Märchenhexe
durchs Haus,
schon plagt mich auch im Genick Schmerze.
Dabei fühlte ich mich pudelwohl im Bette,
mit Wollmütze,
Bettflasche und einer warmen Zusatzdecke.

Jetzt lieg ich nieder, Schmerzen wie ein Vieh,
die Schlafdecke
bedeckt die Füß, die Waden, das Knie,
es ist mir zu heiß in meinem Rücken,
wegen der Heizdecke
läuft der Schweiß, ich bin am Schwitzen.

Ach, wie sehn ich den Winter zurück,
mulmig eingepackt
ging’s ans Tagwerk, Stück für Stück.
Beim Kerzenschein und Kräutertee
genoß ich,
märchengleich, mein Leben mit der Silberfee.

Die wuselt nun durchs Haus flink und frei,
vernichtet überall
den alten Staub, schaut auch mal bei mir vorbei,
mit hübschen bunten Blümchenblusen
bekleidet sie ist,
ich bin bewegungsunfähig, um mit ihr zu schmusen.

Sie lacht, kitzelt meinen Bauch, mein Doppelkinn.
Liebster,
Geduld, Geduld, das kriegen wir schon wieder hin.
Derweil hab ich unseren Urlaub schon ausgesucht
über Kanada nach Grönland,
in den Betten warm, kalt in den Fjorden, in mancher Bucht.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Terrorismusbekämpfung: Merkels Rüge dient reiner Ablenkung

Rüstungsgeschäfte und Kriegsszenarien begünstigen jedweden Terror

In einem Punkt, den sie anführt, kann niemand ernsthaft der Bundeskanzlerin widersprechen: Deutschland befand sich im Visier des islamistischen Terrorismus, bevor die vielen Flüchtlinge zu uns gekommen sind. Außer ein paar wenig versprengt ewig Gestrigen, die weiterhin Nationalismus hochhalten, wieder Rechtsextremismus salonfähig machen wollen, die insofern die Vernichtung des deutschen Volkes hineininterpretieren.

Dennoch sorgt Angela Merkels Kritik gen NRW und Berlin angesichts bestimmter Mängel bei der Terrorabwehr keineswegs für Klarheit, dient letztlich reiner Ablenkung. Wer sich wie die BRD bei Rüstungsgeschäften und Kriegsszenarien mit beteiligt, darf sich insofern nicht wundern, wenn dies jeweden Terror begünstigt.

Zwischen Terror im Alltag und staatlicher Überwachung

Mit 9/11 wurde der islamistische Terror erweckt, einerseits bestreitet die offizielle Version dieses schlimmsten Terroranschlags in den USA eine Beteiligung ihrer selbst, andererseits sprechen zu viele Indizien für einen gezielt inszenierten Terror. Die rasch einsetzenden politischen Entscheidungen sprechen sehr viel dafür. Denkt man an den Irak-Krieg, Beschneidung der Bürgerrechte, die Verschärfung staatlicher Überwachung.

Inzwischen wütet Terror als ständiger Begleiter mitten unter uns. Hatte er noch seine überschaubaren Brennpunkte in Irland, im Baskenland, während der RAF-Ära, entwickelte sich just hierzulande ein stetig anhaltender rechter Terror per NSU, zusammen mit den Gefahren eines weltweit islamistischen Terrors dürfte sich dieser noch mehr ausbreiten, angeheizt mittels rassistischer Stimmungsmache wie Pegida, AfD oder identitäre Bewegung, eines unübersehbaren Rechtsrucks innerhalb Europas, eines Donald Trump, der ohnehin neben „America First“ jetzt schon cholerisch unsensibel zu vorschnell militärische Vergeltungsschläge befiehlt.

Die eigentlichen Täter sitzen in den Regierungen, Banken und in der Wirtschaft selbst

„War On Terror“ letztlich eine äußerst makabere Antwort, ein Polit-Drama, welches einmal mehr die Unfähigkeit des Menschen aufzeigt, mit offenen Karten zu agieren? Merkels Rüge darf man getrost als Wahlkampf-Offerte betrachten im Hinblick zur NRW-Landtagswahl, dadurch für die CDU punkten zu können. Schon zu Beginn des Jahres suchte die Bundesregierung Antworten zur Terrorgefahr, außer einiger weniger Versuche mit mehr Überwachung schafft sie dennoch eben keine wirkliche Sicherheit. Die kann es nicht geben.

In keinem Land der Erde, wie jüngst in Sankt Petersburg den Betroffenen vor Augen geführt wurde. Auch Russland bewegt sich auf dünnem Eis, versucht zwar vehement dem Terror Paroli bieten zu wollen, doch es gibt real genügend feindselige Offerten gegen das Riesenreich, nicht nur von islamistischen Terrorbanden.

Überall, wo keinerlei politische Lösungen gefunden, sitzen die eigentlichen Täter jener Terrorwellen in den Regierungen, in den Banken und in der Wirtschaft selbst. Die gegenseitigen Abhängigkeiten und Verflechtungen erschaffen und begünstigen diesen tagtäglich, angesichts weltweiter Verelendung erst recht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Von der Katastrophe zurück zur Strophe

Verbindung von Freud und Leid liegt dicht beieinander

Wenn der Nachwuchs das erste Mal ein Lied vor sich hinträllert, auch nur einen kleinen Teil einer Strophe, stellt dies ein entzückender Moment, den man nie vergessen möchte, im Großwerden der Kinder dar. Und es wird jedenfalls zu Beginn dieses Erlebnisses keine Rolle spielen, wie oft oder wie lange „Alle meine Entchen“ oder etwas Vergleichbares durch die Wohnung schallt, anders sieht es aus, falls, und die Geräte soll es ja noch geben, eine Schallplatte hängt und das stetig selbe Musikteilstück wiederholt, dann ist der Pegel schnell auf dem Modus, sofort alles Erdenkliche liegenzulassen, um bloß die ständige wiederholende Strophe abzustellen. Das gleicht dann einer Katastrophe.

Eine Katastrophe erleben Künstler auf der Bühne, wenn aus heiterem Himmel die Stimme versagt oder ein Text, sei es aus einem Lied oder Vortrag, einfach nicht mehr im Gedächtnis ist. Dann kann aus einem Strophenvortrag ebenfalls eine Katastrophe werden.

Strophe, über das lateinische stropha vom griechischen strophḗ, in der ursprünglichen Bedeutung, das Drehen, die Wendung. Der sprachliche Gebrauch bezieht sich in der deutschen Sprache auf kurze, lange, vielzeilige Strophen, Abschnitt eines Gedichtes, Liedes.

Katastrophe, ebenfalls aus der lateinischen Sprache übernommen, catastropha vom griechischen katastrophḗ, die Umkehr, die Wendung, Umwendung. Ein zusammengefügtes Wort aus katá, herab, nieder und stréphein, wenden. Synonyme sind Desaster, Drama, Fehlschlag, Inferno, Untergang, Verderben, Unglück.

Es mutet etwas befremdlich an, wenn aus einer Wendung (Strophe, Abschnitt eines Gedichtes) durch das Voranstellen von herab, nieder, ein Wort entsteht, das in seiner Aussage eine verheerende, entsetzliche, gefährliche, unheilvolle, tragische Situation beschreibt, oder?

Natürlich ist die oben beschriebene Gegebenheit von der endlosen Wiederholung oder des plötzlichen Verlustes der Stimme beim Vortrag einer Strophe eine Wendung, die das ursprünglich positive Erlebnis in eine Umwendung, in eine Katastrophe verwandeln kann. Aber ist diese wirklich als tragisch oder entsetzlich zu beschreiben?

Viel eher ist anzunehmen, daß hier einfach eine Umwandlung von gut zu böse beschrieben werden sollte, von positiv zu negativ, von schön zu traurig. Allein der Wortbegriff für Strophe, übrigens auch für Vers, (lateinisch vertere, kehren, wenden, drehen) läßt die Vermutung zu, daß es sich hierbei um die Beschreibung einer Bemühung handeln dürfte, etwas solange zu wenden, bis es in einen Kontext paßt, ansonsten müßte doch vielmehr eine Strophe, eher die Bedeutung von einem kunstvoll zusammengestelltem Text, der entweder gereimt oder ungereimt, eine „Verdichtung“ von Wortinhalten darstellen.

Nicht nur durch Filme oder Comiczeichnungen ist die Szene der tollpatschigen Situationskomik bekannt, auch im realen Leben passieren unvorhersehbare Geschehnisse, die aus einer unverfänglichen Begebenheit eine verpatzte Situation herbeiführen. Manche dieser Vorkommnisse können allerdings je nach Vorfall nur für den Beobachter eine witzige Szene bilden, hingegen für den Verursacher mit schmerzlichen Konsequenzen enden.

John Ronald Reuel Tolkien, besser bekannt als J. R. R. Tolkien, Autor von „Der Herr der Ringe“, hat den Begriff Eukatastrophe (Wendung zum Guten) geprägt. Durch das Voranstellen von eu, wohl, richtig, kann das Wort als gute Katastrophe oder als positive Wendung eingesetzt werden.

„Ich habe den Begriff „Eukatastrophe“ geprägt, um eine unerwartet glückliche Handlungswendung zu bezeichnen, die zu freudigen Tränen rührt (was, wie ich an anderer Stelle ausgeführt habe, das höchste Ziel in der Wirkung eines Märchens zu sein hat). Ich äußerte weiters die Ansicht, dass ihre eigenartige Wirkung auf einer blitzartigen Einsicht in eine höhere Wahrheit beruht, die dem Leser oder Hörer in seinem gesamten Wesen, das sich in den Ketten der realen Welt aus Kausalität und Tod befindet, ein plötzliches Gefühl befreiter Erleichterung verschafft, als ob ein wesentliches Element, das aus den Fugen geraten war, sich mit einem Mal wieder einrenkte. Sie ist Ausdruck der Erkenntnis, dass – sofern die Handlung literarische „Wahrheit“ der zweiten Stufe aufweist (….) – dies tatsächlich die Art und Weise ist, wie die Dinge in der „großen Welt“, für die unser Wesen geschaffen wurde, in Wirklichkeit ablaufen. Und ich schloss damals mit der Bemerkung, die Auferstehung sei die größte erdenkliche „Eukatastrophe“ in der größten erdenklichen Märchenhandlung, welche die wichtigste Gefühlsregung überhaupt bedingt: die Freude des Christen, die deswegen zu Tränen rührt, weil sie der Trauer so nahe steht, da sie aus jenen Gefilden stammt, wo Freud und Leid eins sind, miteinander versöhnt, gerade so, wie Selbstsucht und Selbstlosigkeit in der Liebe verschwinden.“

(Auszug aus Wikipedia, „Eukatastrophe“)

Ob man die Eukatastrophe im christlichen Kontext als „wichtigste Gefühlsregung“ versteht oder innerhalb philosophischer Gedanken miteinbezieht, wichtig erscheint, die Umwendung (Katastrophe) zurück zur Wendung (Strophe) ist mittels Verbindung von Freud und Leid innerhalb einer Situationsbegebenheit möglich. Schätzungsweise reicht dafür einfach sich selbst und andere nicht überzubewerten und der Handlung nicht zu viel Wichtigkeit beizumessen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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