„Der Freitag“ fällt Petra Reski in den Rücken

Jakob Augsteins Begründung eine Farce par Excellence

Ein gefundenes Fressen für alle jene, die ohnehin mit der Lügenpresse um die Ecke kommen? Somit erst recht für die Mafia selbst, die ohnehin schon akribisch beäugt wird, in Italien, weltweit und hierzulande. Wenn auch in Deutschland so getan wird, als sei sie dort weniger präsent, laut FAZ betitelt unter „Von der Mafia lernen heißt schweigen lernen“.

Dem folgen etliche Journalisten, weil ihnen ihr Leben zu wichtig. Die freie, investigative Journalistin Petri Reski hatte für die Wochenzeitung „Der Freitag“ am 16. März des letzten Jahres ihren Artikel „Die Bosse mögen’s deutsch“ geschrieben, der jetzt vom Freitag selbst ohne Rücksprache mit ihr von der Internetseite gelöscht wurde.

Wie kann es sein, daß generell per gängiger Praxis Journalisten von den jeweiligen Auftraggebern, für die sie schreiben, rechtlichen Schutz erhalten, aber ein Jakob Augstein lapidar erwidert, „Redaktionen sind keine Rechtschutzversicherung für mangelhafte Recherche.“, zumal sie eher bekannt für gute Recherche? Hat der Verleger Jakob Augstein etwa kalte Füße bekommen, weil ihn die Mafia selbst unter Druck setzt? Ein Schelm, wer böses dabei denkt. Petri Reski handelt folgerichtig, in dem sie nicht mehr für den Freitag schreibt, sich besser per Buch weiter bemüht. Dann dürfen ihre Leser sich nach „Palermo Connection“ und „Die Gesichter der Toten“ bald auf den dritten Band zur Thematik Mafia erfreuen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

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NRW-Wahlkampf: Etablierte Parteien in der Neoliberalismusfalle

Angela Merkels Vorwürfe taugen nichts

Was in der Bundespolitik schon nicht fruchtet, soll plötzlich beim NRW-Wahlkampf aus dem Hut gezaubert werden? Obendrein mit Vorwürfen seitens der Kanzlerin, die zu wünschen übrig lassen. Angela Merkels Wahlkampfansagen taugen nichts, sie greift Martin Schulzes Parole auf und wirft der SPD den veralteten Begriff von Gerechtigkeit vor.

Deutschland im Wahlkampf-Fieber, die CDU jetzt erst recht beflügelt angesichts gewonnener Saarland-Wahl. Dennoch sollten ganz besonders die beiden großen Parteien Vorsicht walten lassen mit gegenseitigen Vorwürfen, erst recht wenn ganz offensichtliche Redewendungen und Argumente auftauchen, die sie entlarven. Die etablierten Parteien etwa in der Neoliberalismusfalle? Obendrein mit mehr kläglichen werbewirksamen Versuchen untermalt seitens Thinktanks wie dem ISNM?

Wer mit Dreck wirft, muß mit Widerstand rechnen

Den Seitenhieb gen Kölner Silvesternacht als exemplarisches Beispiel zur inneren Sicherheit hätte Frau Merkel sich besser sparen sollen. Weltpolitik wird ganz sicher nicht im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen ausgetragen, selbst wenn dort kriminelle Kräfte schlagartig gut organisiert wirkten. Die Zusammenhänge von Flüchtlingsströmen und einer aggressiv kriegerischen Mentalität, die insbesonders diese USA ausüben, sollten besser auch deutsche Politiker analytisch behandeln mit eigenen Eingeständnissen des Versagens, anstatt sie im Wahlkampf zu mißbrauchen.

Den Vogel schoß Frau Merkel aber ab, in dem sie ausgerechnet Redewendungen ihres Vorgängers, Herrn Gerhard Schröder, benutzt, „Innovation und Gerechtigkeit muss es heißen.“ Dieses unsägliche Wort aus dem Munde des siebten Bundeskanzlers führte unter anderem zur Agenda 2010, die dieser genauso wie sie selbst als politische Errungeschaft bis heute feiert.

Wenn ein Martin Schulz Gerechtigkeit predigt, die Hartz-IV-Gesetze in Gänze gutheißt, ein Armin Laschet von „Bildungsgerechtigkeit und fairen Aufstiegschancen“ lamentiert, Rot-Grün eine „Arroganz der Macht“ bescheinigt, dann handelt es sich hierbei um billige Polemik, eben Wahlkampfgetöse. Nicht mehr und nicht weniger? Immerhin hat die Große Koalition einen erheblichen Anteil nicht nur an Kinderarmut, sondern an einer generellen Verarmung in der wirtschaftsstärksten Nation Europas. Welch Widerspruch!

Willkommen im Wahlkampf, hinterher lautet’s ohnehin Business as usual

Sechs Wochen vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen beginnt die heiße Phase, kann auch mal eine eher gemäßigte Frau Merkel aus der Haut fahren, das gehört wohl zum politischen Geschäft. Was der CDU noch eindrucksvoll im Jahre 2005 gelang (mit 44,8%, SPD nur 37,1%), möchte sie gern wiederholen als stärkste politische Kraft. Laut Infratest-Umfrage vom 19.03. liegt sie bei 30%, die Sozialdemokraten erhielten 37% der Wählerstimmen.

Hier könnte der Schulz-Effekt punkten, daher Frau Merkels Versuch mit der Gerechtigkeit-Schelte. Nur nützen wird dies aller Wahrscheinlichkeit nach nicht viel, hinterher lautet’s wieder: Business as usual. Darf man sich somit wundern, daß Politikverdrossenheit anhält oder Wähler den Verheißungen einer AfD auf den Leim gehen?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Gerechtigkeit obsiegt

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Irgendwie und irgendwo
fielen Gedanken ins Gewicht,
keineswegs einfach nur so,
auch nicht in diesem Gedicht.
Sie manifestieren sich im Kopf,
auch bei dir, du armer Tropf.

Manchesmal, ja, manchesmal
können gewisse Taten folgen,
obwohl der Politik scheißegal,
die schwebt auf Gewitterwolken.
Sie hat keinen Sinn für Volkes Sorgen,
weder heute und erst recht nicht morgen.

Hierzulande und in aller Welt
erkennen Menschen jene Verbrechen,
all die Korruption mit sehr viel Geld,
der kleine Mann soll stets die Zeche blechen.
Sie raufen sich gezielt und lose zusammen,
um gewissenloses Handeln zu verdammen.

Allüberall oder im Nirgendwo
wirken kosmische Gesetze,
keineswegs einfach nur so
entspricht dies billiger Hetze.
Der Weisheits letzter Schlüssel im All
bringt Ungerechtigkeit zu Fall.

Ob Mensch dies sieht oder nicht,
es gibt doch das Jüngste Gericht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Nebenbei wird gebeichtet

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Weitergabe an Dritte ein kompletter Vertrauensverlust?

Wir nennen es beichten, wenn Menschen in den dafür vorgesehenen Beichtstühlen (eher Kabinen) sitzen und ihre Verfehlungen einem Priester mitteilen, der diese unter der Verpflichtung des Beichtgeheimnisses für sich behält. So jedenfalls die Vorstellung. Kleinere Sünden bezeichnen wir auch schon mal als Beichte, wenn das Kind gesteht, die Fensterscheibe mit dem Ball zerschossen zu haben, obwohl es noch Tage davor dies verneinte.

Auch zwischen Partnern wird eine Aussprache je nach Wertigkeit und Inhalt als Beichten tituliert. Selbst Staatsmänner, Wirtschaftsbosse oder generell als Verantwortliche zu bezeichnende Personen des öffentlichen Lebens können eine Beichte abgeben, entweder unter gerichtlicher Obhut oder es soll vorkommen, aus eigenem inneren Antrieb, um sich von Belastenden zu befreien.

Beichte, mittelhochdeutsch bīhte, zusammengezogen aus bigiht(e), althochdeutsch bigiht, bijiht, aus bi– (zum Verbalpräfix gewordenes tonloses bei) und jiht, Aussage, Bekenntnis, zu jehan, sagen, bekennen, eigentlich (feierlich) sprechen, reden (Duden)

Faßt man den obigen Text aus dem Duden zusammen, kann man die Beichte als Beisagen, Beibekennen ausdrücken.

Das Wort „bei“, die Präposition, drückt den Standort aus, etwaige Anzahl von Bewertungen, Bestimmungen von Zeitpunkten, wird synonym eingesetzt für, gelegentlich, unter, zwischen, anlässlich.

Bei, mittelhochdeutsch , in der ursprünglichen Bedeutung, um, herum.

Beichte, also ein Umherumsagen, ein Umherumbekennen oder ein Herumsagen, ein Herumbekennen oder ein Umsagen, Umbekennen.

Bei manchen als Beichte geäußerten Aussagen treffen die oben genannten Wortkreationen sicher zu. Selbst wenn das jehan, das feierliche Sprechen mit einbezogen wird, ist eben nicht jede Beichte ein Kundtun mit ehrlichen Absichten, selbst die nicht, die im Beichtstuhl dem Priester gegenüber anvertraut wird.

Ein Bekenntnis, ein Eingeständnis, ein Geständnis ist eben nicht so einfach über die Lippen zu bekommen, denn hierfür ist quasi nicht nur eine Offenlegung eines Geschehnisses, sondern auch eine Öffnung der Persönlichkeit, der charakterlichen Stärken und Schwächen nötig.

Das läßt die Vermutung naheliegen, daß „bei“ ein ganz wichtiges Attribut für die Beichte ist, denn ansonsten könnte man doch einfach von „Aussprache“ sprechen. Die Beichte ist demnach weitaus mehr, sie ist ein persönliches Eingeständnis, das allerdings nicht mit Schuldbehaftung gleichzusetzen ist, sondern mit Erkenntnis über sich selbst und seine eigene Rolle in Bezug auf Geschehenes.

Das Beireden ist gleichzeitig eine Befreiung von seelischen Belastungen, die sich aufgrund verschiedener Faktoren hemmend auswirken können, diese „Hemmungen“ zu überwinden, kann schwieriger sein, als das „tatsächliche Geschehen“ zu erklären.

Deshalb ist in diesem Zusammenhang ein Weitergeben der Beichtinhalte an Dritte ein kompletter Vertrauensverlust, es sei denn, der Beichtende ist mit der Weitergabe einverstanden, da er Hilfe benötigt oder seine Aussprache sogar zum Schutz anderer sich sinnvoll darbietet.

Wer allerdings überhaupt nie um-, herumredet und keine Taten um, herum betreibt, sondern stets akkurat beim Wort und alle seine Wege gerecht und ehrlich bestreitet, der braucht auch nie zu beichten. Das sind dann paradiesische Zustände auf Erden, oder?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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April, April, Politik macht sowieso, was sie will

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Satirischer Rückblick…

Das klingt zunächst schrill, doch wir kennen doch allesamt diesen Brauch. Nur mit dem kleenen aber entscheidenden Unterschied, ja selbst Sie auch, daß Politik ohnehin die Nähe zum gemeinen Volk mied. Hauptsache die Pfründe verteilt, bei Wahlen man ihr entgegeneilt. Sie wollen sich nur an uns laben, wissend, die Mund bedeutet, Recht zu haben.

Das mag vielleicht befremdlich klingen, egal bei welchen Dingen, wie z.B. bei der Türkei. Dort wird mit viel Bohei gen Islamisches Sultanat und jenem Erdo-Kann jeblickt. Sie meinen, diplomatisch unjeschickt? Sind Sie verrückt, der glänzt selbst bei Nicht-Erscheinen. Jede Menge Tränen lassen das Meer anschwillen, da helfen och keene Pillen, diesen Despoten wechzudenken, da können sich manche noch so sehr gutwillig verrenken.

Dat Bier am Tische janz schal, besonders per Qual vor der Wahl, die hierzulande uns noch manches mal widerfährt. Wat läuft denn nu erneut verkehrt? Nichts hat uns die Jeschichte jelehrt! Wir sehen’s doch, oh Schand, mit Blick zum Saarland, wo gar plötzlich die CDU an Boden gewinnt, in den Brunnen fiel dat Hoffnungskind auf einen politischen Wechsel. Prompt wieda jenes Jedrechsel, och jenannt Große Koalition, wie vorher schon.

Manch eener Diebe der Wahrheit als Möglichkeit in den Raum stellt. Fragt sich nur dabei, wer hat hier wohl wen verprellt? Einerlei, spielt ohnehin keene Rolle, zeigt doch übern Teich dieser Dolle. Twittergewitter für weitere mediale Ablenkung sorgen, Hauptsache er kann sich noch Stimmen von überall her borgen. Viel Rauch um nichts im Weißen Haus? Na, Sie globen doch nicht etwa an den Santa Claus?! Wat dort wohl noch so alles jeschieht, ehe man sich versieht?!

Hierzulande der Sozialstaat seine schrecklich nette politische Familie offenbart, manch Hyäne sich um sie schart, weil Profite winken, Sie wissen doch, Geld mag stinken, Hauptsache es funzt das Joch. Denn menschliche Unvernunft ordnet sich Zerstörungsgewalt unter, dann jeht es vielerorts drüber und drunter.

Wir mögen verheißungsvoll gen Mitternachtssonne verweilen, schon werden uns nächste Probleme entgegeneilen. Mit Blick zu Lebensmitteln, deren Ticksereien in den Zutatenlisten sich aufzeigen. Bloß nicht dazu schweigen, auch nicht vermitteln! Selbst wenn unser täglich Gift ein ständiges Geben, Lobbyisten stets nur noch nach Profit streben.

Es werden mal wieder hierzulande die Messer gewetzt, gehetzt, weil Rechtsextremismus weiterhin unterschätzt. Zwar läßt viel Gegenwehr hoffen, andere sich wiederum Mut ansoffen. Es bleibt die schale Gewißheit, schon wieder sind in Deutschland Ewiggestrige zu solch Schandtaten bereit. Die neue Romantik heißt Diktatur. Woher kennen wir das wohl nur? Nix aus der Jeschichte gelernt? Mensch, paß uff, dat du dir nich von dir selbst entfernst!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Neue Romantik heißt Diktatur

Ich habe einen Gönner-Papapa,
der zahlt, der zahlt mein Geplappapa.
Der kauft mir mehrere Internetseiten,
mit Booten erziel ich Reichweiten.
Mensch bin ich ne geile Type.
Mir kommt keiner auf die Schliche,
die ich anwend´, damit mein Haß
ihr spürt, zu meinem Spaß.

Ich habe viele Namen, bin ein Wir,
Seiten hab ich wie Tasten auf´m Klavier.
Kann mich unauffällig gut tarnen,
Fake-Spione mich frühzeitig warnen.
Mal bin ich der liebende Patriot,
mal der Einheizer für den Chaot,
der mir alles glaubt, was ich prolet,
gibt ja Tricks, wie man den Kopf verdreht.

Derweil leb ich in Saus und Braus,
streck den Bauch und Rücken aus,
laß die Spendenkasse klingeln,
gibt immer einen Grund zu winseln.
Ich gepeinigter mißverstandener Mann,
arbeite täglich zwanzig Stunden lang,
damit jeder wieder die Heimat liebe,
und ich mir die Gewinne reinschiebe.

Diesen meinen Charakter gibt es viele Mal,
wir sind verbunden durch Treue, national,
wir sind heimatverliebte, echte Kameraden,
mit Gehorsam überqueren wir jeden Graben.
Wer sich in den Weg stellt, wird denunziert,
bedroht, seine Familie mit Angst infiziert.
Wir sind die Saubermänner von Europa,
verbreiten Lügen, Haß, liegend vom Sofa.

Die neue Romantik heißt Diktatur,
Wutbürger sind für uns die Spur,
die wir benützen, um die Tradition
alter Ideologien neu festzuzurrn.
Dafür ist uns jedes Mittel recht,
Esoterik, Religion wird ausgepresst,
bis ihre Essenz entspricht dem Gesetz,
den Nationalisten die Reiche, du zuletzt.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Rechtsextremismus in Deutschland weiterhin unterschätzt

Viel Gegenwehr läßt hoffen

Mit Blick zurück zur Entwicklung der Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, den eher schleppenden Versuchen, die Nazi-Vergangenheit zu bewältigen und aufzuarbeiten, dem vordergründig installierten Feindbild in der DDR, obwohl dortigst gar mehr ehemalige Nazis in Schlüsselpositionen agieren durften als im Westen, muß man feststellen, daß der Rechtsextremismus in Deutschland weiterhin unterstützt wird.

Das Netz gegen Nazis, die Stiftungen Amadeu und Freudenberg, die Aktion Noteingang oder das Aussteigerprogramm EXIT Deutschland zeigen viel Gegenwehr auf, was unbedingt hoffen läßt neben etlichen anderen Gruppierungen oder manch schulischen Versuchen. Aber reicht dies tatsächlich aus, zumal die Justiz oftmals auf dem „rechten Auge blind“, selbst die Polizeikräfte als Ordnungshüter gar wegschauen, die Neue Rechte ungeniert sich im Fahrwasser dieser AfD tummelt? Keineswegs.

Zwischen politischen Orientierungen, Burschenschaften und Netzaktivitäten

Die NPD hat lang genug hierzulande ihre sehr offensichtlich politische Haltung zu Markte getragen, nach zwei gescheiterten Versuchen, diese Nachfolgepartei der NSDAP in Deutschland zu verbieten, haben sich ohnehin längst etliche andere Rechtsextreme geschickt organisiert, denken wir an Burschenschaften, selbst wenn die Bundespolitik sie eher verharmlosend als ungefährlich einstuft.

Doch mit simplen Scheinlösungen lassen sich schnell Massen bewegen, um per Feindbilder entsprechend Haß zu lenken, denken wir an Flüchtlinge, die Pegida, an die Reichsbürgerbewegung, an den NSU, der hierzulande wirken durfte oder an die AfD, die sehr wahrscheinlich als erste rechtsradikale Partei im Deutschen Bundestag vertreten sein wird.

Freie Bahn für Neonazis?

Man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie blauäugig die Polizei jüngst in Würzburg handelte, in dem sie schlicht wegschaute als dortigst an die Hundert Anhänger im Namen des „Dritten Weges“, eine im Jahre 2013 in Heidelberg gegründete rechtsextreme Kleinpartei, aufmarschierten, und zwar mit deutlich sichtbaren Flaggen, die „Tyr-Runen“ zeigten, welche seitens der Reichsführerschule der SA von einer SS-Division und im Leistungsabzeichen der HJ benutzt wurden.

Die Polizei hätte handeln müssen, weil sie strafrechtlich verboten sind. Das Landgericht Neuruppin hatte am 14. November 2004 entschieden, daß deren Verwendung gemäß § 86a StGB im Zusammenhang mit dem Logo Kleidermarke „Thor Steinar“ strafbar sind.

Das wöchentliche Fernsehmagazin „quer“ des Bayrischen Rundfunks berichtete im Sendeformat „Durch die Woche“, das Christoph Süß moderiert, darüber. Die berechtigte Frage, ob durch solche Duldung Rechtsextreme ein fatales Signal erhalten, sich noch sicherer fühlen zu dürfen, kann man mit wenigen Handgriffen per Recherche im Internet ohne weiteres verfolgen, wenn etliche Plattformen und Seiten unverblümt ihre rechtsideologischen Haßtiraden unters Volk mischen. Was per Internet gelingt, fruchtet sicherlich ebenso über völkische Folklore, Hauptsache Verunsicherte für ihre Zwecke benutzt. Insofern heißt es, noch wachsamer solche Entwicklungen beobachten und wo immer darüber berichten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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