Amnesty International beklagt praktiziertes Prinzip der Spaltung

Diskriminierung von Migranten an der Tagesordnung

Endlich folgt eine direktere Anmahnung seitens Amnesty International. Zuvor nutzten kritische Stimmen eine angeblich einseitge Berichterstattung der größten Menschenrechtsorganisation, um gleichzeitig nicht benannte Mißachtungen klein zu reden oder gar zu vertuschen.

Gerade die Kritik von AI gegen die Maßnahmen der Kölner Polizei in der Silvesternacht 2016/2017, sie hätte rassistisch gehandelt per Racial Profiling, im Polizeijargon kursierte die Bezeichnung „Nafri“, stieß auf erhöhte Empörung. Die Behauptung, AI würde ohnehin mit falschen Zahlen und unsauber arbeiten, erhielt dadurch erneuten Zulauf, erst recht bei der Neuen Rechten. Das praktizierte Prinzip der Spaltung, welches Donald Trump anschaulich umsetzt, rügt Amnesty International völlig zurecht.

Wer Folter gutheißt, schafft kein Vertrauen

In Kriegszeiten völlig selbstverständlich angewandt, gleichwohl mittels War On Terror, legitimiert im Fall Guantanamo der Weltöffentlichkeit präsentiert, nehmen sich seitdem die USA das Recht heraus. Der Aufschrei war entsprechend groß, selbst Barack Obama vermochte nicht, dieses Gefängnis in Kuba endgültig zu schließen. Sein Nachfolger Donald Trump befürwortete unverblümt Waterboarding und andere Foltermethoden.

Und sowas nennt sich Zivilisation. Vollkommen naheliegend, daß 1961 Amnesty International ins Leben gerufen wurde angesichts eines nicht endenwollenden weltweiten Leids durch Mißhandlungen wie Folter und vollstreckten Todesstrafen. Doch wer Folter gutheißt, schafft kein Vertrauen. Offensichtlich scheint dies der 45. US-Präsident darauf anzulegen, was gerade auch in Europa den längst entfachten Trend der Neuen Rechten beflügelt, die Diskriminierung von Migranten anzufeuern. Nach der jüngsten Fake-Meldung über Terror in Schweden seitens Trump, folgt prompt Randale in Stockholms Migranten-Viertel Rinkeby. Zufall oder inszenierte Absicht, um Trumps Äußerungen zu relativieren?

Kriegsverbrechen, verfehlte Abschiebepraxis und gezielte Morde

Generalsekretär Salil Shettys 400 seitenlanger Abschlußbericht des letzten Jahres verheißt nichts gutes. Zunahme der Kriegsverbrechen, die Abschiebepraxis in Länder, wo eindeutig Schutzsuchende erneut Repressalien zu befürchten haben, hält an.

Auch Deutschland kann sich davon nicht befreien, Merkels „Willkommenskultur“ steht insofern im Widerspruch. In Frankreich dichtet gerade die Neue Rechte Bürgerkriegszustände herbei, um entsprechend Marine Le Pen als durchgreifende Präsidentenanwärterin zu rechtfertigen.

Folter kann niemals ein Instrument zur Bekämpfung des Terrors sein, denn Folter ist selbst ein Instrument des Terrors.“ (Kofi Annan)

Lotar Martin Kamm

Katgorie: Politik

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Worte erzählen – Bürger wählen

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Wohlbehütet, eingetütet,
wie benommen, ganz verschwommen
siehst du Menschenmassen,
die lärmend hassen.

Satt gegessen, ganz vermessen,
außer Rand und Band, an weißer Wand
sprayst du Bilder ziemlich bunt,
ein Beinchen hebt der Hund.

Nichts gewonnen, tausende Tonnen,
jene schwere Last, die ihr verpraßt,
will nicht von dannen gleiten,
erneut Herrschaften sich vorbereiten.

Worte erzählen, Bürger wählen,
gar manche Partei mit viel Bohei
erlangt voller Pracht ihre ersehnte Macht.
Deutschland, Europa – gute Nacht.

Schweigend ignorieren, zuviel verlieren,
wie zerronnen, so och nichts gewonnen,
viel Leid wurde dadurch erreicht.
Mensch, mach’s denen bloß nicht so leicht!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Leben im Nebel

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Erwachsen werden mit weniger Furcht

Jede Sprache hat ihre Eigenheiten, ihre Entwicklungsfähigkeiten, ihre Fettnäpfchen, selbst für der Sprache Kundige. Mal ist es eine unkorrekte Aussprache, mal ein Begriff, der für mehrere Ausdrucksweisen steht, die dafür sorgen, Mißverständnisse hervorzurufen. Mit Sprache kann aber auch gespielt werden, diese Spielvariationen sind vielfältig, man findet sie fast überall, sogar in der Werbung. Palindrome sind Wörter, die vorwärts und rückwärts gelesen einen sprachlichen Sinn ergeben wie zum Beispiel „Leben und Nebel“.

Palindrom aus dem griechischen palíndromos, für rückwärts laufend, ist der Ausdruck für Zeichenabfolgen, die von vorne und hinten einen Sinn ergeben. Diese Form ist nicht nur auf sprachliche Eigenarten beschränkt, es gibt Zahlenpalindrome (3443), Musikpalindrome, (Tonabfolge vor- und rückwärts), Datumspalindrome (11.02.2011), Zeitpalindrome (12:21).

Anagramm aus dem griechischen anagráphein, umschreiben, soll durch den Dichter Lykophron aus Chalkis (lebte zirka von 320 bis 280 v.Chr.) erstmals angewandt worden sein. Anagramme dienen nicht nur Rätselfreunden, sondern sie werden auch für Verschlüsselungen von Geheimtexten eingesetzt. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, aus den Buchstaben eines beliebigen Wortes ein neues sinnvolles Wort zu gestalten, es ist ebenso als Schüttelwort bekannt.

Beide Arten der Wortspielereien gibt es in jeder Sprache, so daß der nachfolgende Text nicht unbedingt auf alle anderen Sprachen angewandt werden kann, aber inhaltlich dennoch eine Aussage bietet, die entweder die Leser schmunzeln, zum Nachdenken bewegen, oder die Möglichkeit gibt es auch, sich über so einen Schwachsinn ärgern können, je nach Belieben.

Die Wörter Leben und Nebel sind Palindrome, jedes steht für eine andere Aussage. Das Leben, die Existenz, das Sein. Der Nebel, Dampf, Dunst, Qualm.

Gibt es ein Geheimnis hinter dieser vermeintlich zufälligen Lesart? Steckt eine Verschlüsselung ähnlich von Kryptogrammen bei den Anagrammen dahinter?

Jedes neue Leben ist einer Unzahl von unbekannten Einflüßen ausgesetzt, nicht nur das menschliche Leben. Im Gegensatz zu den Tieren und Pflanzen hat der Mensch sich aber die Möglichkeit verschafft, diese unbekannten Einwirkungen im Vorfeld zu erkennen und wenn nötig Maßnahmen zu treffen, diese unbekannten Dinge als günstig für sich ereignen zu lassen. Dies geschieht bis heute in Form von Horoskopen, von dem Erlesen des Schicksals aus Karten, Kaffeesatz, selbst die Wetterlage der nächsten Tage werden gerne im Voraus anhand der Deutungen des Himmels und der Winde hinterfragt.

Damit möchte man den Dunstkreis lichten, in dem der Mensch ab Geburt tritt. Natürlich haben unsere Vorfahren nicht leichtfertig daran getan, einen Blick in die Zukunft oder eben einen Schritt weiter nach vorne zu blicken, denn Gefahren lauerten überall. Und sicherlich war es zuweilen überlebenswichtig, auf Vorsichtsmaßnahmen zu reagieren, um nicht in eine Schlucht zu stürzen, von einer „Bestie“ gefressen zu werden. Somit waren Voraussagen oftmals das helle Licht, die Erkenntnis in der düsteren, nebligen Zukunft, Wegstrecke, im Leben.

Über viele Jahrhunderte oder Jahrtausende bemühten sich die Menschen, aus dem Dunstkreis der Unwissenheit zu entkommen. Und tatsächlich kann man behaupten, es ist ihnen in vielerlei Hinsicht gelungen. Die Zusammenhänge von Blitz und Donner, Sturmgewalten, Strömungsverhalten der Weltmeere, Vulkane, Erdbeben, Himmelskörper und deren Beschaffenheit, das Zusammenspiel von Flora und Fauna, die Bestimmungen der einzelnen Lebensmittel, die Überwindungen von Wegstrecken mittels technischer Erfindungen, all dies hat dazu beigetragen, ein besseres Verständnis und Erkenntnisse ins Licht des Wissens zu rücken.

Somit sind viele Unwägbarkeiten, mit denen sich die Vorfahren noch beschäftigten, für uns aus dem Weg geräumt, und wir haben eine klare Sicht auf Zusammenhänge, die ihnen noch fremd waren und nebulös. Technisch, wissenschaftlich haben wir also so gut wie freie Sicht, wenn wir das Leben betreten. Aber wie sieht es im sozialen Bereich aus? Auch hier hat es doch über die Zeiten genügend Erkenntnisse gegeben, die ein zwischenmenschliches Miteinander im friedlichen Einklang beschreiben.

Dennoch möchte man meinen, gerade auf diesem Gebiet hat der Mensch es bis heute nicht bewerkstelligen können, ohne Ängste zu leben. Es scheint zuweilen fast so, daß die Gefahren von kriegstechnischen Möglichkeiten weniger bedrohlich wirken als der Fremde von nebenan. Die Menschen zucken nicht mehr zusammen, wenn Blitz und Donner übers Land ziehen, aber sobald jemand dem Anschein nach nicht voll auf Linie mit seinen Vorstellungen ist, scheint dieser Mensch ein potentielles Buch mit sieben Siegeln und deshalb gefährlich zu sein.

Der Mensch hat Angst vor dem Mensch, dem unbekannten Wesen. Der Mensch scheint sich selbst als „Spezies“, als „Naturwunder“ am meisten zu fürchten. Da fragt man sich doch unweigerlich, warum? Warum wurden all die Jahre vergeudet mit den wissenschaftlichen Erklärungen, der umgebenden Aufenthaltsorte und der Bewandtnis erdumfassender Phänomene und den technischen Erleichterungen für mehr Bequemlichkeit, aber nicht nach Klärungen und Lösungen für zwischenmenschliche Unwegsamkeiten?

Es gab und gibt diese Erkenntnisse, dieses Wissen und Lösungen, damit der Mensch das Leben des anderen nicht nur im Dunst von „nicht riechen können“ leben kann. Dafür ist Offenheit für anderes die erste Prämisse, dafür ist eine auf Verständnis ausgelegte Sprachkommunikation nötig und schließlich aber auch die Erkenntnis, was nützt alles Wissen über Gefahren und deren Abwehr, wenn der Nächste als Mitmensch nicht erkannt wird. Treten wir also heraus aus dem Nebel des Fremdelns, werden wir erwachsen, dann gestaltet sich das Leben ohne weniger Furcht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Politik zwischen Selbstgerechtigkeit und enttarnten Wohlstandslügen

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Zwei europäische Nationen offenbaren Fehlentwicklungen

Mitten in Europa dürfen die Bürger der zwei größten Wirtschaftsnationen zur Wahlurne schreiten. Frankreich im Frühling, hierzulande im Herbst. Kein außergewöhnlicher Vorgang, der bereits seit Jahrzehnten völlig selbstverständlich stattfindet, schließlich dürfen sich doch in kapitalistischen Zeiten Demokratien glücklich schätzen, weder eine Diktatur noch eine Monarchie mehr zu dulden.

Während eine zunehmend unzufriedene Anzahl von Menschen die bestehende Politik nicht nur ablehnt, sondern bereits als verbrecherisch selbstgefällig sie tituliert, die Neue Rechte europaweit sich formiert, bemerkt gleichwohl eine unschlüssige Wählerschaft, inwieweit die bisherige Politik es versäumte, moderate Lösungen zu erschaffen. Die Hofierung einer Klientel wachsenden Reichtums und der Abbau sozialer Standards läßt sich nicht weiter leugnen.

Können noch durchgreifende Lösungen folgen? Einerseits schafft eine SPD mit ihrem kurzzeitigen euphorischen Hoch des Schulz-Effekts zu punkten, doch die ewiglich bekannte Variante vollmundiger Versprechen in Wahlkampfzeiten den sozialen Anstrich wieder aus der Mottenkiste hervorzukramen, diesmal mit halbherziger Kritik an der Agenda 2010, vermag vielleicht erneut manche beeindrucken, tatsächlich darf man dies aber anzweifeln. Zur Not läßt eine SPD sich nach der Bundestagswahl sicherheitshalber aus machtpolitischen Gründen wieder auf eine Große Koalition ein. Eine R2G- oder Ampelkoalition dürfte sowieso kaum fruchten.

Drüben in Frankreich toben in Pariser Vororten Proteste, in paar anderen Städten ebenso. Während die Neue Rechte gar im Sinne von Fake-News gleich einen französischen Bürgerkrieg wittert, schließlich scheint Ängste schüren nach wie vor für sie eine wichtige Option darzustellen, sollte man dennoch vielfach zerschlagenes Porzellan im deutschen Nachbarland nicht unterschätzen. Hollandes Politik mißlang, Marine Le Pen greift nach dem Präsidentensitz, aber einem Emmanuel Macron werden für die Stichwahl größere Chancen eingeräumt. Europa real im Umbruch?

Wer sinkende Schiffe beobachten möchte, der werfe einen Blick gen Westen. Wie schon so oft in der jüngeren Geschichte zeigen die USA am anschaulichsten Entwicklungen auf. Vom Weltkriegsbefreier zur Hippie-Generation, dem Beispiel grenzenloser Freiheit von Liebe und Verständnis untereinander folgte das Vorrücken weltweiter kriegerischer Einsätze, mit stets neuen Vorwänden bishin zu den legitimierten Wars On Terror. Zusammen mit einer aggessiven Nato bombt es sich pflegeleichter, sitzt inzwischen auch wieder Deutschland mit im Boot.

Mit dem Aufkommen der Subprimekrise im Sommer 2007 offenbarte sich der ganze Wahnsinn finanzieller Spekulationswirtschaft, sollten sich bis heute jedwede Korruptionsvorwürfe an diesen Ereignissen messen lassen. Das geschieht allerdings mitnichten. Ganz im Gegenteil, Wohlstandslügen greifen noch, Bürger halten fest an dem Modell schier grenzenloser Ausbeutung, dem eine Dritte und Vierte Welt längst ausgesetzt ihr Dasein fristet. Langsam beginnt in den Köpfen mancher zu dämmern, auch hierzulande reift die Erkenntnis, daß dies nicht ewiglich funktionieren kann. Und was dann?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Frisuren – Merkmale mit dem gewissen Etwas

Wenn alte Zöpfe abgeschnitten, ist noch längst nicht der Bart ab, oder?

Sind es nun Vorurteile, oder stimmen sie etwa doch? Jede neue Frisur oder neue Haarfarbe bei einer Frau wird gleichgesetzt mit einer gleichzeitigen persönlichen Veränderung, sei dies in Bezug auf eine neue Lebenseinstellung, den rigorosen Schnitt unter einer Trennung, die Verzweiflungstat hinsichtlich einer Selbstverwirklichung.

Erstaunlich an dieser Aussage ist die stetige permanente Behauptung, die sich nur auf weibliche Personen fixiert. Wenn männliche Personen, egal welchen Alters, sich einen neuen Haarschnitt verpassen lassen, wird das zwar registriert, aber selten so ein Wirbel darum gemacht, außer wenn es um das generelle Lästern geht, aber das geschieht auch bei Frauen, deren Haarstruktur, Wachstum anscheinend nicht den geltenden modernen Vorstellungen entspricht.

Frisieren über das niederländische friseren, aus dem französischen friser, kräuseln. Andere Wörter, die mit frisieren gleichgesetzt werden können, sind bürsten, schniegeln, kämmen. Es wird aber auch in Zusammenhang mit etwas beschönigen, aufputzen, schönfärben eingesetzt und das nicht nur in Bezug auf das Tunen von technischen Gefährten, sondern auch, um Tatsachen so hinzustellen, daß sie dem Anschein nach korrekt sind, obwohl es sich um Lügen handelt, also etwas vortäuschen.

Durch die gesamte Menschheitsgeschichte kann man in Bezug auf Frisuren die verschiedensten Mode- oder Kulturwelten erblicken. Das Haupthaar als Symbol einer Zugehörigkeit, des Schmückens wegen oder des Versteckens. Jede Epoche, jede Kultur gestaltete ihre eigenen Kreationen und zwar für weibliche Personen genauso wie für die männlichen Mitglieder dieser Gesellschaften. Den alten Zopf abschneiden, bedeutet, die alten Gewohnheiten aufgeben. Diese Redewendung geht zurück ins 18. Jahrhundert, als die männliche Frisurenwelt noch Zöpfe trug, diese wurden im Nacken zusammengebunden.

Ab 1789, nach der Französischen Revolution, sah man diese Art der Frisur als rückständig an. Bei der Militärreform in Preußen wurden die Musketierzöpfe (streng nach hinten gekämmte Haare, mit Seidenband umwickelt, sie waren bis zu 56 Zentimeter lang und bis zur Taille fallend, das war die verbindliche Haartracht der preußischen Armee), wurden diese Zöpfe abgeschnitten als symbolisches Zeichen gegen den Absolutismus und den Feudalstaat. Konservative trugen die Haartracht des Zopfes bis ins 19. Jahrhundert.

Jetzt sind die alten Zöpfe weg und damit auch die Geisteshaltung, jetzt gibt es eine neue Frisur und somit eine andere Lebenseinstellung? Jetzt ist der Bart ab! Jetzt ist aber genug, Schluß jetzt, es reicht! (Kaiser Wilhelm II. trug Schnurrbart und keinen Vollbart, entgegen der Gewohnheit der Vorgänger.) Es ist zwar nett, davon auszugehen, daß eine äußerliche Veränderung eine innerliche Veränderung mit sich bringt, aber in den meisten Fällen ist dies ein Trugschluß. Denn so leicht funktioniert keine „Transformation“. Wäre dem so, hätten Therapeuten und Psychiater keine Aufgaben mehr, außer ihren Patienten die Haare zu schneiden, nach der Façon, die sich am besten für ihren Typus eignen.

Es mag sein, daß eine frisurtechnisch bestimmte Typveränderung (denn das kann ohne weiteres mittels eines andern Haarschnittes kreiert werden) für eine kurze Zeit eine euphorisch befreiende Stimulation hinterläßt, aber auf Dauer wird dies keinen besseren, schöneren Menschen ausmachen.

Typveränderungen, um damit eine Einstellung zu einer Gruppierung zu unterstreichen, sind zudem nicht immer wirklich von Vorteil (typmäßig), sondern oftmals wirken sie getunt, aufgesetzt und sind eher als Uniformierung zu sehen.

Die jetzigen Frisuren, die auffällig besonders von männlichen Personen bevorzugt werden, um damit uniformiert aufzutreten, stehen nicht für eine freie unabhängige Geisteshaltung, sondern dafür, die alten Zöpfe wieder aufzumotzen.

Frisurtechnische Typveränderungen sind demnach nicht ein typisch weibliches Verhalten. Wer wirklich etwas verändern möchte, sollte seine Geisteshaltung durchkämmen, denn schließlich können sich dort Knoten festgesetzt haben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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Münchner Sicherheitskonferenz: Von Frieden keine Spur

Eine Welt zwischen Fake-News, Verunsicherung und Kriegsszenarien

Jeder wirklich friedlich denkende und handelnde Mensch kann dieser Münchner Sicherheitskonferenz nur äußerst skeptisch gegenüberstehen. Vom ursprünglich folgerichtigen Gedanken, wie sie vom inzwischen verstorbenen Ewald-Heinrich von Kleist-Schmenzin als „Wehrkundetagung“ gegründet worden war, um aus dem Zustandekommen und den Folgen des Zweiten Weltkriegs entsprechende Lehren zu ziehen, eine Wiederholung zu verhindern, kann längst keine Rede mehr sein. Von Frieden keine Spur.

Dem gegenüber eine Welt zwischen Fake-News, Verunsicherung und Kriegsszenarien, die gar zunehmen, anstatt sie ernsthaft verhindern zu wollen. Rüstungsindustrien florieren besser denn je, allen voran ablesbar bei den Militärausgaben der USA, die obendrein die Nato-Verbündeten auffordern, ihre Rüstungsetats wie vereinbart zu erhöhen.

Rechtfertigung kontra Anmahnung – Brave Berichterstattung und Proteste

Gestern abend erschien pünktlichst zum Ende der 53. Münchner Sicherheitskonferenz der Abschlußbericht des offiziellen Stadtportals mit netten Photos, einer nüchternen Wiederholung der angeblich berechtigten Vorgehensweise der Nato und der Betonung, in wie weit der russische Außenminister Sergej Lawrow Stellung beziehe, daß die Nato nach wie vor eine Institution des Kalten Krieges sei. Hervorgehoben, daß die USA unter Trump den Kurs dieser Nato fortsetzen werde.

Ganz anders und entsprechend entrüstet die kurze Rede vom ehemaligen Priester, Psychoanalytiker und Schriftsteller Eugen Drewermann, der überdeutlich diese Konferenz anmahnt, der Nato und ihren Verbündeten eine einseitige Aggression der Weltöffentlichkeit offenbart, die Russische Föderation längst eingekesselt im Gegensatz zum aufgerüsteten US-Westen noch verhalten reagiert. Kein Wunder, daß kritische Bürger bei näherer Betrachtung jener braven Berichterstattung und friedlichen Protesten ins Grübeln kommen, Skepsis wächst.

Alternative News passen durchaus ins Konzept

Um Menschen gegeneinander auszuspielen, Feindbilder zu erschaffen, damit ganze Industrien neben der Rüstungslobby frohlockend eine Wiederholung ständiger Geschäfte erwarten dürfen, denn bekanntlich verdient es sich sehr gut bei Kriegen und anschließendem Wiederaufbau.

Beispiele gefällig? Allen voran ein Donald Trump behauptet und somit erfindet, in Schweden hätte ein Terroranschlag stattgefunden. Da möchte wohl jemand in die Fußstapfen seiner Beraterin Kellyanne Conway? Gleichwohl fühlt sich ganz besonders die Neue Rechte auch hierzulande auf sicherem Terrain, wie man inzwischen nachlesbar wissen sollte, denken wir an den Kopp Verlag, das Compact-Magazin und etliche andere wie z.B. Epoch Times, welches neulich unter der Überschrift (Werbung wird hier bei Querdenkende nicht durch Verlinkung gefördert.) „Frankreich: Hälfte des Militärs auf den Straßen – Bürgerkriegsartige Unruhen in 20 Städten – Schusswaffengebrauch erleichtet“ versucht, seiner Anhängerschaft zu imponieren. Im Ergebnis folgten auch andere Portale dieser Behauptung, um dortigst ihren Haß zu entladen, eine willkommene Gelegenheit Rassismus zu pflegen.

Insofern reiht sich diese Neue Rechte mit ein in die sogenannte „Wahrheitsbewegung“, wobei der interessiert mündige Bürger seine Müh und Not hat, solch beabsichtigte Hetzer aus dem Milieu der Rechten von wirklich sich Bemühenden auseinanderzuhalten.

Dabei sollte man schon das Schweigen des Herrn Putin hinterfragen, warum er die Neue Rechte unterstützt, gleichzeitig ukrainische Nazis anprangert. Da paßt vieles nicht zusammen, widerspricht sich. Wer nicht nur gern Märchen liest, sondern gleichzeitig eine informelle Zusammenfassung jener fragwürdigen Konstellation nach dem Ende des Eisernen Vorhangs erfahren möchte, dem sei „Amerika spielt Monopoly, Russland spielt Schach“ empfohlen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Ventile auf der Suche sich abzureagieren

Ohne Verschlüsse mögen Katastrophen vorprogrammiert sein

Noch ist es jahreszeitlich nicht soweit, daß die teilweise monströsen Dinger die Luft umherwirbeln, damit sich die nähere Umgebung abkühlt, weil die Hitze scheinbar steht, der Schweiß nur so vom Körper tropft, nicht in Aktion sind. Nein, gemeint sind nicht die übergroßen Fächer, die von Sklaven bedient, den Herrschaften Kühle zufächerten. Vielmehr ist auch nicht mehr Mode, mit einem wohlgestylten, kleinen handlichen Fächer sich diese gewünschte Kühle zu verschaffen, gemeint sind die Ventilatoren. Es gibt sie selbstverständlich auch in verschiedenen Ausführungen, schließlich sollte der Touch des Individuellen natürlich ersehen sein und nicht nur bemessen werden können an der Leistung solch eines Gerätes. Modern soll es sein.

Und da, wo Luft in Zirkulation gerät, außer in Versuchen in einem sterilen Raum, wird Staub aufgewirbelt, teilweise viel Staub. Das haben Fächer und Ventilatoren so an sich oder Maschinen durch ihren Antrieb. Diese mitunter sehr feinen Staubpartikel können, je nachdem wo sie in wirbeliger Luft herumschwirren, die Eigenschaft besitzen, die Menschen in der näheren Umgebung mit Krankheitskeimen oder mit krankmachenden Stoffen befallen. Wobei das Wort befallen nicht etwa zufällig gewählt wurde, sondern dieser Feinstaub befällt im wahrsten Sinne des Wortes, alles was sich in der direkten Umgebung aufhält.

Ventil aus dem lateinischen Wort ventus für Wind gebildet, ist übertrieben ausgedrückt das Gegenteil vom Ventilator. Der Ventilator verteilt die Luft, das Ventil dagegen ist die Vorrichtung, Luft nur ganz gezielt entweichen zu lassen oder der Verschluß zum ständigen Stau der Luft in einem Raum. Das Bezwingen der Luft durch ein Ventil ist allerdings nicht immer möglich, wenn der dafür vorgesehene Raum, zum Beispiel ein Reifen, porös oder schadhaft ist, können bei dem Entweichen der Luft je nach Druckgröße ungeheuerliche Schäden entstehen, die Auswirkungen wie nach einem Bombenabwurf hinterlassen.

Wenn sich jemand Luft macht, bedeutet dies, er sagt alles, was ihm auf dem Herzen liegt, wenn er länger geschwiegen hat oder sogar wild um sich schlägt, um eine aufgestaute Wut abzureagieren. Es gibt richtige Meister dieses Phänomens des Luft machens, und oftmals bedarf es nur eines kleinen Anlasses, um entweder verbal oder körperlich anderen seinen Unmut entgegenzuschleudern. Diese Menschen werden oftmals Choleriker genannt, nach der Typenlehre des Arztes Hippokrates. Cholerisch, aufbrausend, explosiv, hitzköpfig, unbeherrscht, reizbar aus dem lateinischen cholera, Gallenbrechdurchfall vom griechischen Wort für Galle cholḗ.

Die Beschreibungen von cholerisch sind ziemlich deckungsgleich mit dem unkontrollierten Ausbruch von gestauter Luft. Die Auswirkungen sind durch solche Koller (Wutanfall, durch den sich Emotionen entladen) für die Umstehenden oder Wesen, an die dieser Zorn gerichtet ist, ähnlich wie direkte körperliche Verletzungen, nur daß sie äußerlich nicht sichtbar sind, sondern sich als Wunden auf das seelische Empfinden ablegen.

Ist das cholerische Verhalten ansteckbar? Ja und nein, Tatsache ist allerdings, wer oftmals solchen Wutausbrüchen ausgesetzt ist, wird entweder selbst irgendwann genau gleich handeln, um seine angestaute Luft freizulassen, oder aber er wird sich in sich sozusagen hineinziehen wie ein ausgepumpter Schlauch eines Reifens. Beide Reaktionen sind mitunter innerhalb der Gesellschaften zu beobachten, wenn die soziale Kompetenz eines Staates vernachläßigt wird.

Entweder es sind plötzlich zuhauf Menschen in der Öffentlichkeit, die sich über alles und jenes Luft machen, oder sie neigen dazu, sich zurückzuziehen in der Hoffnung, der, der am lautesten brüllt, wird schon alles richten. Interessanterweise sind gerade diejenigen am lautesten, die sich bislang mehr oder weniger gar nicht am politischen, wirtschaftlich, sozialen Geschehen beteiligt haben. Gerade sie sind es, die sich nach dem cholerischen Streiter sehnen, weil dieser die Luft herumwirbelt, die man vermeintlich auch ständig um sich fühlte, ohne zu wissen, wie die einzelnen Staubpartikel zu benennen gewesen wären. Und schon hat sich der Zweck des Luft machens manifestiert, denn durch das ständige Verwirbeln ist sozusagen für jeden ein Körnchen dabei, das genau seinen Unmut anspricht.

Dumm in solchen Situationen ist allerdings die Tatsache, daß ein unkontrolliertes Luft ablassen, wie oben beschrieben, katastrophale Umstände bewirken kann. Vielleicht sei in diesem Zusammenhang auf die Welt der Märchen verwiesen, wenn der Geist aus der Flasche sich als nicht zu bändigender „Ventilator“ entpuppt, der aus dem Ventil, den Korken zum Verschluß der herannahenden Winde zerstört hat, weil sie für ihn nicht schädlich sind, sondern nur für andere.

Wer mit den Elementen spielt, sollte nicht vergessen, daß sie unabhängig von Erdenwesen sind.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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