Körper und Geist kaum noch im Einklang

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Mensch zwischen Fitness und Mangel an Bewegung

Übermächtig scheint der Feind sie zu lähmen, der Blick gerichtet gen gestrafften Körper. Eine Boa Constrictor nimmt die ausgewachsene Feldmaus äußerst gezielt ins Visier, um im nächsten Moment vorzuschnellen. Mutter Natur offenbart ihren evolutionären Kreislauf, dem selbst Mensch sich keineswegs entziehen kann.

Mensch zwischen Fitness und Mangel an Bewegung, weil eine natürliche Entwicklung nicht vorhanden? Körper und Geist nicht mehr im Einklang?

Unser Genpool diktiert eine Millionen jahrelange Entwicklung

Viele mögen Science-Fiction-Phantasien kennen, wo Menschen mit einem Minimum an Muskelmasse gut gestützt und geschützt in speziellen Sitzen agieren, mittels Tastenfelddrucksignalen Befehle weiterleiten, ihnen dienlich zu sein. Und doch haben wir beim Lesen das ungute Gefühl verspürt, einen gewissen Drang, meist unbewußt ausgeführt, uns genußvoll zu strecken, weil die reale Welt dies kaum zu glauben vermag. Mensch will sich eigentlich bewegen.

Unser Genpool diktiert, was sich über Millionen Jahre hin entwickelte, um nützlich den Körper zu bewahren vor äußerlichen Gefahren, ihn zu schützen per entsprechendem Muskelaufbau. Bis ins hohe Alter vermag er die entscheidende Schlüsselrolle sein. Daher gilt, alles zu unternehmen, um uns fit zu halten. Leichter gesagt als getan in einer Welt der medialen Ablenkung, der berechtigt sorgenvollen Zukunftsängste?

Philosophische Betrachtungen vs. heutigen Lebenswandel

Hinrich Hinsch in einem Libretto fürs Singspiel einer Komposition von Johann Philipp Förtsch: „Weil Speis und Trank in dieser Welt doch Leib und Seel‘ zusammenhält.“ Was schon damals Ende des 17. Jahrhunderts erkenntnisreich in dieser Zeile geschrieben stand, möchte niemand ernsthaft bezweifeln. Zumal immer alle Philosophen Geist und Körper hinterfragend zu beurteilen und deuten versuchten, wobei deren aktuelle Gegenwart mit all ihren politischen Einflüßen ein gewisses Maß an Richtungsdenken veranlaßten.

Wohin tendiert der Mensch mit seinen Verfehlungen, der Zerstörung der ihn umgebenden Natur, der Mutter Erde, die eben nicht alles einfach hinnehmen wird, sondern längst reagiert, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht? An den Eßgewohnheiten, die unbedarft den Alltag bestimmen, von der Mikrowelle zum Fast-Food, offenbart sich unser heutiger Lebenswandel.

Man muß nur beobachten, in wie weit junge Menschen, also gerade ab dem Kleinkindalter, den unbedingten Willen verspüren, sich ständig zu bewegen, voller Freude herumtollen. Wenngleich etliche Erwachsene oftmals dazu neigen, entnervt dies bereits als Störfaktor zu werten, es ihnen ob aufkommender Lautstärke zuviel wird. Verkehrslärm, Disco-Mucke, Live-Konzerte oder die abendliche Glotze, das darf dann nonstop konsumiert werden, die empfindlichen Ohren beschallen. Was für ein Widerspruch!

Eine scheinbar segensreiche Technik erreicht die weltoffene Zivilisation, um sie in ihren Bann zu ziehen, an ihr teilzuhaben bis ins kleinste Detail, von Spielkonsolen, piepsenden Puppen und Figuren, sprechend, singend, voller lichtbunter Effekte, bis hin zur Handy-, iPhone- und PC-Welt, dem TV. Alles Mittel, Bewegung zu verhindern, sich einfach ruhig sitzend dem elektronischen Sein hinzugeben. Keine einzige Silbe weist auf solche Zusammenhänge hin, wenn die Herz-Kreislauf-Fitness zurecht in Frage gestellt wird. Dürfen wir uns tatsächlich darüber wundern, wenn bereits Kinder davon betroffen?

Fitness-Center in die Pflicht nehmen

Insofern kann man Bewegung nur befürworten. Dennoch mag ebenso an altbekannter Behauptung „Sport ist Mord“ etwas dran sein, oder? Wenn wir es übertreiben, unseren untrainierten Körper schlagartig, unüberlegt und unvorbereitet schinden, dürfen wir uns nicht wundern, wenn Folgereaktionen aufreten, die gesundheitsgefährdend sind gar bis hin zum plötzlichen Tod.

Somit müssen wir Fitness-Center in die Pflicht nehmen, sie hinterfragen, was daran gut sein kann, jemand hochleistungssportartige Übungen vollrichten zu lassen ohne jedwedes, behutsam aufbauendes Gymnastik-Training, langsam den Körper an Streck- und Dehnübungen heranzuführen. Da läuft so manches aus dem Ruder, weil Profit den Mensch real oftmals nicht berücksichtigt. Es gilt hierbei, sehr genau hinzuschauen, welche Fitness-Center ihren eigentlichen Auftrag ernst nehmen, somit die Spreu vom Weizen zu trennen, wer den Mensch in seiner gesundheitlichen Ganzheit betrachtet oder das schnell verdiente Geld interessiert.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesundheit

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Reise ins Nirgendwo

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Fröhlich blickst du in die Welt hinein
ohne Sicherheit und Halt,
magst manchmal zögernd warten.
Lichtdurchflutet begegnet dir der Schein,
selbst im dichten, dunklen Wald
erntest Früchte in deinem Garten.

Traurig ahnst du gedankenverloren
des nachts im aufgewühlten Bett,
wälzt dich deshalb hin und her.
Zögerlich ward die Idee geboren,
zweckfrei und somit ganz nett
ersinnt man eine Reise ans Meer.

Melancholisch entfremdet wirkt die See,
salzig laut das Rauschen der Wellen
umspült jedwede Sorgen.
Freundschaftlich genießen den heißen Tee,
im weitentfernten Hof Hundebellen
erinnert an viel zu frühen morgen.

Aufgeregt angetreten die Rückreise,
unterwegs schöne Erinnerungen
lassen neue Ideen entfalten.
Manchmal denkst du auf deine Weise,
es sei geniales gelungen,
obwohl vieles bleibt beim Alten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Auf The Donald’s kriegsrhetorische Ansagen folgen Fragen

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Satirischer Rückblick…

Wer hat denn nun im Weißen Haus das Sagen? Dieser trump’sche Flegel oder dessen Schlangenzunge, dem bisherig noch nich so janz der große Wurf gelunge. Aber wehe, man läßt ihn noch viel mehr Einfluß nehmen, dann überschlagen sich die Medien in ihren Themen. Wer von „Feinden des Volkes spricht“, der zerrt gar Medien bei nächster Gelegenheit vor ein Militärgericht? Mag manch Chefredakteur in Guantanamo dann schmoren, vom Rest der Welt völlig entrechtet, einsam verloren?

Themenwechsel ist mal dran. Manch reifer Junge mit seiner lebensgroßen Geliebten kann, schockiert die Mutter – achso, alles in Butter, huch, war nur ein Buch. Beim Tennis schaute es kürzlich gänzlich anders aus, Überschwang des Nationalismus, oh Graus, sorgte für genügend Verdruß. An Zufall mag keiner glauben, wer stellt da wohl welche Schrauben?

Laßt’s Euch sagen: Erzwungene Heimatliebe bedroht Individualität. Stellt keiner mehr gezielte Fragen, ist’s morgen vielleicht schon zu spät. So auch geschehen hier in Deutschland vor gut achtzig Jahren. Seit Euch darüber stets im Klaren!

Hierzulande ein Wechsel sich vollzieht, vom Schönredner zum Mutmacher. Wer dies hierbei sieht, all das politische Geschacher, mag vielleicht intervenieren, es tut bloß kaum jemand interressieren. Selbst wenn manch schlaues Füchschen per Cheese in die Kamera linst, Politik meist hämisch im Hintergrund grinst.

Alles verlogen, wir werden betrogen, selbst beim Valentinstag lieben und gedenken per Knopfdruck wirken soll. Na, toll! Wir sehen’s doch gerade in der Politik: Kalkulierte Bigotterie, nach außen wirkend janz schick, floriert stets passend wie noch nie. Einjeseift, so och der Umweltschutz nicht greift. Aber eines beim Plastik hilft: weg vom Müll, hin zum Verzicht. Ob ihr’s globt oder nicht.

Bloß nicht zuviel schinden, denkt dran, Wurzeln der Liebe verbinden, nicht irgendwann, sondern jetzt. Denn zu guter Letzt kann Science-Fiction Wirklichkeit sein, nicht nur zum Schein. Blätter rauschen, unsere Gedanken kreisen. Menschen plauschen, manche auf Reisen.

Es wird höchste Zeit, die Verbannung von Haß, Gier und Neid, wie Philip Schlaffer anschaulich berichtet, hat nichts weggelassen oder hinzugedichtet. Mensch Leute, hört auf mit dem Prassen, ab heute. Ihr wißt doch, Politik hat Dreck am Stecken, da nützt ums Verrecken kein wütendes Fluchen, das Suchen nach nem Despoten, bei dem wird eh fast alles verboten.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Dreck am Stecken

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Wenn er hat Dreck am Stecken,
wie kann man den verstecken?
Er zeigt auf anderer Leute Stirn,
er trägt Hosen aus feinstem Zwirn,
er gibt sich als Hoffnungsträger,
als Moral- und Anstandsjäger,
derweil seine eigene Familie bangt,
da sind Zornesausbrüche bekannt.

Er regiert streng sein Zuhause,
er ist der Souverän ohne Pause,
dafür braucht er keinen Alkohol,
es gilt nämlich nur sein Wohl,
andere sind eben interessant,
wenn sie ihn finden imposant.
Er ist über alles und jenes erhaben,
er darf sich an Köstlichkeiten laben.

Nun hat er so viel Dreck am Stecken,
läuft gebückt seine Wegstrecken
als Zeichen sittsamer Frömmigkeit
und vorgetäuschter Allwissenheit.
Er versteht sich so gut aufs Blenden,
die Leut´ zuhauf ihm Geld spenden.
Sie hofieren ihn wie einem König,
sind ihm treu, einschmeichelnd, hörig.

Dafür ergreift er für sie das Wort
und öffnet ihnen so manche Pfort´.
Er läßt sie dafür als Masse antraben,
seinen Dreck am Stecken wegschaben.
So lebt er völlig sorglos ungeniert,
wer ihm nicht folgt, wird ruiniert.
„Kenn ich den, über den du sprichst?“
„Es ist der, der Nächstenliebe auffrißt!“

„Wenn er seine böse Absicht abstreitet?“
„Du erkennst ihn, da er Angst verbreitet!“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Verbannung von Hass, Gier und Neid – ein Interview mit Philip Schlaffer

peace

Präventionsarbeit durchaus sinnvoll und hilfreich

profilbildDem noch jungen Jahr 2017 blicken weitreichende politische Entscheidungen entgegen. Nach über siebzig Jahren findet besonders europaweit ein unübersehbarer Rechtsruck statt. Gleichzeitig hat The Donald in den USA aufgezeigt, wie simpel einfache Phrasen im Volk funktionieren, die eine Marine Le Pen ganz selbstverständlich für sich ausnutzen mag, den Sitz der ersten französischen Präsidentin einzunehmen.

Ausgerechnet hierzulande manifestiert sich pünktlich zur 19. Bundestagswahl die Neue Rechte. Was einer NPD in all den Jahrzehnten nicht gelang, schafft nahezu im Eilverfahren die noch junge AfD mit freundlicher Unterstützung der Pegida-Bewegung sowie Flüchtlingsströmen, welche dem Fremdenhaß Tür und Tor öffnen.

Mittendrin und vor gar nicht so langer Zeit noch aktiv dabei: Philip Schlaffer, der sich kurzerhand gern bereit erklärt, hier im Interview mit Querdenkende einen Einblick uns zu gewähren über seinen Wandel, seine Erfahrung mit der Präventionsarbeit.

Lotar Martin Kamm: Fallen wir doch direkt mal mit der Tür ins Haus. Zunächst freuen wir uns, daß Sie sich zu diesem Interview bereit erklären. Wer Ihre Videos auf Ihrem YouTube-Kanal anschaut und Ihren Ausführungen zuhört, erhält schnell die Botschaft von Ihrem Rückzug aus gewissen Szenen. Dies soll jetzt hier nicht Gegenstand der Diskussion werden. Daher nur die Anfrage, ob Sie kurz dazu etwas äußern möchten. Falls nicht, gleich im Anschluß die zweite: Gab es ein spezielles Schlüsselerlebnis, andere Wege aufzusuchen?

Philip Schlaffer: Ich war in den unterschiedlichsten Subkulturen unterwegs, besonders intensiv in der rechtsextremen Szene und im Rockermilieu. Ich habe viele negative Erlebnisse innerhalb dieser Subkulturen erlebt, besonders viel Gewalt und Betrug untereinander. Selbstverständlich hatte ich auch tolle Momente und zeitweise ein Gefühl von Familienersatz in diesen Milieus, ohne einige positive Erlebnisse hätte ich kaum einen so langen Weg gehen können. Ein einziges Schlüsselerlebnis gab es nicht, so wie ich als Jugendlicher langsam in den Rechtsextremismus reingekommen bin, so langsam war auch die Entwicklung hinaus.

Meine Hauptbotschaft ist trotzdem folgende: Es lohnt sich zu verändern, zu einem positiven und toleranten Menschen, der keine Gewalt mehr ausüben möchte. Nach einem Ausstieg wird es erst schwieriger, und es geht einem vielleicht schlecht, und es kann Einsamkeit kommen, aber schon sehr schnell werden neue Menschen einem die Hand reichen, und ein neues besseres Umfeld kann aufgebaut werden. Die Rolle der Gesellschaft ist hier nicht unerheblich, wenn die Menschen nicht ihre Hand reichen, kann eine Wandlung nicht erfolgreich sein, wer sagt einmal Nazi, immer Nazi, sollte sich ganz genau im Spiegel betrachten, ob er sich korrekt verhält.

Lotar Martin Kamm: Nachdem zu Beginn der 1990iger Jahre der Geist der Neuen Rechten über die politische Formierung der Republikaner aus der versiegelten Flasche einer überwunden zu scheinenden Endnazifizierung entweichen konnte und erneut Auftrieb erhielt, war jene Phase allerdings nur von kurzer Dauer, Sie selbst aber damals genau in jenem Jugendalter, wo Sie sich neu orientierten. Was können Sie nach eigener Erfahrung der heutigen jungen Generation empfehlen, zumal heute eine AfD wesentlich mehr Anhänger hat?

Philip Schlaffer: Die Republikaner nutzten die „Chance“ damals sehr geschickt aus, denn auch ich als jugendlicher Rechter spürte keine Verantwortung für die Weltkriege und besonders nicht für die damals begangenen Verbrechen. Glücklicherweise gab es zu der Zeit noch keine breiten sozialen Internetmedien, mit denen man die neuen populistischen Ideen verbreiten konnte. Ich selber stand mit an Infoständen der NPD & Republikaner und versuchte, den Menschen Flyer in die Hand zu drücken, aber die Wirksamkeit dieser Aktionen war gering. Heute ist es bedeutend einfacher, auch fehlerhafte bzw. komplett falsche Meldungen zu verbreiten, um eine größere Zustimmung zu bekommen. Meine Empfehlung?

Lasst Euch keine Angst einreden, Zukunftsängste hatten alle Generationen, die Welt wird sich verändern, wie Sie es immer getan hat. Ihr könnt sie mitgestalten, auf positive Art und Weise, engagiert Euch in sozialen Projekten, in der Politik und genießt Eure Jugend, verschwendet sie nicht wie ich mit Menschen, die hasserfüllt sind und Euch benutzen wollen. Während andere meiner Generation zur Love Parade oder zu Strandpartys gefahren sind, saß ich in einem Hinterzimmer mit älteren Herren und diskutierte bei Bier über den Umsturz, fragt sich, wer wohl die bessere Zeit hatte, oder?

Lotar Martin Kamm: Um beim Thema zu bleiben, Präventionsarbeit kann man dennoch nicht unbedingt allein für sich betrachten, da hat die Schulbildung, das Elternhaus auch Anteile, oder? Mit anderen Worten, sollte gerade die Politik nicht selbst entsprechende Weichen stellen, um extremistisch-fanatische Gruppierungen trocken zu legen?

Philip Schlaffer: Die Politik ist besonders gefragt, es ist dringend notwendig, neue Projekte und Ideen zu fördern und finanziell zu unterstützen. Prävention ist ein Gesamtkonstrukt, es steht auf mehreren Säulen, erfahrungsgemäß kippt das ganze „Gebäude“, wenn eine Säule nicht mittragend ist. Wir benötigen Schulungen für Pädagogen, die mit neuen extremen Schwierigkeiten konfrontiert werden, wer sonst beispielsweise Mathe lehrt, muss sich heute nebenbei mit extremen politischen und religiösen Strömungen auskennen. Die Pädagogen sind heute aufgrund der Situation der Eltern, die teilweise zwei oder drei Jobs haben, der Familienersatz, eine enorme Herausforderung, um die ich die Pädagogen nicht beneide.

Die Schulen sollten ein dauerhaft angelegtes Präventionsangebot haben, von Klassenschulungen hin zu Einzelgesprächen, die Jugendlichen wissen mehr vom „wahren“ Leben, als sich viele manchmal vorstellen können. Auch sehe ich mich als ehemalig radikalisierter Jugendlicher und Erwachsener als ein kleiner Baustein, der eventuell eine geistig festverschlossene Tür bei einem radikalisierten Jugendlichen öffnen kann. Ich kenne deren Ängste, Ziele und bin für Sie authentisch, so gibt es vielleicht die Möglichkeit, einen Fuß in die Tür zu bekommen, so dass dies Fachkräfte wie Pädagogen und Sozialarbeiter übernehmen können. Wir müssen uns über neue Methoden und Ansätze Gedanken machen, die Gesellschaft verändert sich, und hier müssen wir reagieren.

Verbote bringen nichts bzw. wenig, das menschenverachtende Gedankengut kann man nicht per Gesetz verbieten, sondern muss durch Bildung und positive Erfahrungen ersetzt werden. Personen, die sich so radikalisiert haben, dass Anschläge bevorstehen, müssen inhaftiert, deren Netzwerk zerschlagen und verboten werden. Das Wegschließen im Gefängnis reicht aber nicht, erst recht muss hier dann mit den Radikalisierten gearbeitet werden, sonst übernehmen das eventuell andere Gefangene, und die Spirale in den Terror geht weiter.

Lotar Martin Kamm: Wie erleben Sie die augenblickliche politische Entwicklung hierzulande mit dem beginnenden Bundeswahlkampf? Bauchschmerzen angesichts einer sich straff organisierenden europäischen Rechten wie wir jüngst in Koblenz erlebten, was wiederum ebenso eine AfD stärken wird?

Philip Schlaffer: Ich möchte keine extreme Parteien, egal welcher Richtung im Bundestag sehen, ich möchte nicht, dass sie politischen Einfluss nehmen können. Ja, ich habe Bauchschmerzen, wenn ich teilweise sehe, wie hoch die Prozentzahlen sind. Ich glaube, der Wahlkampf wird so dreckig wie noch nie zuvor in der BRD, ich denke, wir nähern uns fast Weimarer Zeiten, leider. Ich gehe stark davon aus, dass wir von verletzten Wahlhelfern und ähnlichem hören werden, der Kampf wird wieder auf die Straße getragen. Glücklicherweise ist die „Rechte“ grundsätzlich zerstritten und uneins über Ziele und Wege, das ist hilfreich und bremst deren Entwicklung. Doch die neue Vernetzung europaweit und teilweise weltweit, der Aufstieg von Trump zum mächtigsten Mann der Welt, gibt leider enormen Aufwind.

Die Demokratie muss diese Strömungen aushalten, und die Gesellschaft darf nicht mit Gewalt antworten, nicht im Wahlkampf und nicht zwischen den Wahlen. Ich hoffe auch, dass die Parteien der Mitte sich nicht auf ein Niveau der Populisten herabziehen werden lassen und in diesem Punkt gegen den Populismus von Rechts gemeinsam stehen, mit den Idealen der Freiheit und der Demokratie gegenhalten. Der bürgerliche Frieden ist in Gefahr, und die beste Botschaft an alle Extremen ist, bei den Wahlen ein Kreuz bei einer demokratischen Partei zu machen.

Lotar Martin Kamm: Zum Schluß des Interviews möchten wir Ihnen gern noch die Möglichkeit anbieten, unausgesprochenes oder nicht hinterfragtes zu kommentieren.

Philip Schlaffer: Schaut doch gerne mal bei mir im Facebook vorbei und kommentiert  meine Ansichten in den Videos. Unterstützen könnt Ihr meine Arbeit unter der Seite www.gefangene-helfen.de (Noch im Aufbau).

Vielen Dank Lotar! Bleibt sauber, alle!

Lotar Martin Kamm: Aber gerne doch, Philip, ich möchte mich recht herzlich auch im Namen des Teams von Querdenkende für dieses Interview bedanken.

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Blätter rauschen

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Gierend schielen
sie zu den Tieren.

Sie pflegen Umgang
ohne Umhang
über der Seele,
Falschheit fehle,
um zu hassen,
ist das zu fassen!

Blätter rauschen,
Winde brausen,
Wasser quillt
vom Nebel verhüllt
aus der Erde,
damit ernähre
sich das Leben,
alle Wesen, eben!

Gierend schielen
sie zu den Tieren.

Sie pflegen Umgang
mit Umhang
über der Seele,
damit keiner stehle
ihr böses Gewissen,
ihre Narzißmen.

Blitze krachen,
Vulkane erwachen,
Menschen fliehen,
manche knien,
andere fluchen,
versuchen
zu rechtfertigen.
Da, ein Stern!

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Das fünfte Element: Wenn Science-Fiction Wirklichkeit wird

Taxidrohnen in Dubai läuten Zeiten verkehrsreicher Lüfte ein

Der Fortschritt kennt bekanntlich keine Grenzen, zumindest erst mal in den Gedächtnissen mancher Erfinder, die nicht eher ruhen, bis ihre Ideen endlich verwirklicht werden. Das beflügelte schon immer des Menschen Neugier, andere Wege zu gehen oder eben wie in diesem Fall, in Lüfte sich zu erheben.

Schrecklich, die Meldungen über Drohnenmorde, weil ferngesteuerte, unbemannte waffenbestückte Drohnen gezielt Terroristen ausschalten sollen, wobei etliche Zivilisten sterben müssen, die völlig unschuldig sind. Bekannt auch die Erwägungen von Amazon, Pakete per Drohnen auszuliefern.

Eine völlig andere Variante des Flugverkehrs: Taxidrohnen, die in Dubai Zeiten verkehrsreicher Lüfte einläuten mögen, die Pläne des Emirats sehen vor, daß schon bis 2030 ein Viertel des Transportsystems autonom betrieben werden soll. Erinnerungen an „Das fünfte Element“ werden wach, wenn Science-Fiction Wirklichkeit wird.

Mit Dubai folgen generell die meisten Metropolen rund um den Globus?

Immerhin verbleiben Dubai und dem Rest der Menschheit noch 246 Jahre, um im Jahr des französischen Science-Fiction-Films „Das fünfte Element“ anzukommen, wo zugleich ein Bruce Willis aus seinem fliegenden Taxi ausstieg, sich in sein Appartment begab. Eine an den Haaren herbeigezogene Illusion, die keiner technischen Prüfung standhalten würde?

Entgegen mancher Spekulation sollte man sie nicht gänzlich ausschließen, letztendlich verfügt der entwickelte Prototyp EHANG 184, die dubaische Taxidrohne, das Autonomous Aerial Vehicle (AAV) mit einem Nettogewicht von 240 kg, über acht elektrisch angetriebene Motoren mit einer maximalen Gesamtleistung von 152 kw, kann eine Nutzlast von bis zu 100 kg aufnehmen, die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit beträgt 60 km/h und erreicht eine maximale Flughöhe von 3.500 m über dem Meeresspiegel.

Wer weiß, vielleicht läßt sich der bundesdeutsche Torwart Manuel Neuer bei der Fußball-WM in fünf Jahren mal eben ins 46. Stockwerk mit einem Drohnentaxi fliegen, um viel Zeit zu sparen, weil ohnehin bis dahin etliche Metropolen rund um dem Globus der Idee von Dubai folgen?

Umweltrisiken endlich ausschließen zum Wohl allen Lebens

Das wäre wohl zu weit hergeholt, zumal bis heute kaum ernsthafte allumfassende Bemühungen stattfinden, weil erst nach heftigen Anmahnugen die verantwortliche Politik reagiert, trotz des Einzugs umweltpolitschen Bewußtseins, denken wir an die Grünen. In der Großen Koalition läßt sich eine SPD von den C-Parteien sowieso auch in dieser Hinsicht gängeln, wie sonst kann man die weiterhin schlechte Luft in Deutschland werten, die jetzt seitens der EU zurecht angemahnt wurde?

Drohnentaxen und ein genereller Luftverkehr eine mögliche Entlastung bei Umweltrisiken? Eine solche Zukunft liegt eher im Verborgenen trotz mancher Ideen wie die aus Dubai oder im 1997 erschienenen Filmklassiker „Das fünfte Element“. Die Menschheit könnte endlich beginnen, ihren Lebenswandel ausführlicher zu hinterfragen in Sachen Verschwendung von Ressourcen und einer maßlosen Umweltbelastung, die Mutter Erde ohnehin leiden läßt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Technik

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