Straßenbahnkrimi

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Warst du schon mal in Wuppertal?
Nein, aber in Lissabon.
Der behandschuhte Mörder schlich
auf Zehenspitzen über den Flur zum
Hotelzimmer in der fünften Etage.

Ich komme zu spät zur Arbeit.
Man sieht sich!
Aus dem Zimmer zur Südseite
drang Musik und laute Stimmen
waren zu hören.

Hey, Julian, kennst du mich noch?
Doro? Doro aus dem Karatekurs?
Als er vor der Zimmertür stand,
quietschte die Aufzugstür, er tat so,
als suchte er die Schlüsselkarte.

Hast du für die Bioarbeit gelernt?
Das krieg ich auch so hin.
Zwei Zimmermädchen mit ihren
Putzwagen beäugten ihn skeptisch
aus den Augenwinkeln.

Tam tam tam, bam bam bam,
ich fahr so gerne Straßenbahn.
Da werd ich bestens informiert,
was so die Leute interessiert.
Sind alle Mörder stets unrasiert?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Siemens Probleme mit den Menschenrechten

Robin Wood protestiert zur Münchner Siemens-Hauptversammlung

Um es gleich vorwegzunehmen, nicht nur Siemens hat Probleme mit den Menschenrechten, diese tatsächlich zu berücksichtigen, es betrifft etliche Konzerne, deren Geschäftsinteressen oberste Priorität innehaben, da stören insofern berechtigte Bedenken und Proteste.

Zur heutigen Jahreshauptversammlung von Siemens protestieren beherzte Robin-Wood-Aktivisten, entrollten dazu ein Banner mit der Aufschrift: „Siemens geht über Leichen. Staudamm Agua Zarca stoppen“, machen darüber hinaus auf andere Energieprojekte in Ländern der südlichen Halbkugel aufmerksam.

Halbherzige Lippenbekenntnisse täuschen über anhaltende Ignoranz hinweg

Keineswegs vermögen Betroffene die Haltung des Siemenskonzerns nachvollziehen. Obwohl etliche Morde längst bekannt sind, hält der Konzern an seiner Geschäftspraxis fest, bestätigen selbst halherzige Lippenbekenntnisse des Bedauerns viel eher den vorgegebenen Kurs.

Nicht nur die Angst vor politischen Morden als ständiger Begleiter Hondoras verbleibt, sondern noch im Jahre 2012 führte das mittelamerikanische Land die Liste der höchsten Zahl an Tötungsdelikten pro Einwohner laut dem Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) an, es kamen rund 90 Tote auf 100.000 Einwohner, zum Vergleich war es in Deutschland gerade nicht mal einer (0,8).

In Honduras gelten Menschenrechte nicht viel – Siemens zurecht am Pranger

Wie empfindlich die Verstrickungen im Lande nach einem Zeitraum der Militärputsche in den 1970iger Jahren sich offenbarten, ersieht man spätestens bei der Installation des Bataillon 316, übrigens mit fragwürdiger Unterstützung seitens den USA, welches obendrein beim Militärputsch 2009 den rechtmäßigen Präsidenten Manuel Zelaya entmachtete, somit seine Hände mit im Spiel hatte.

Die Forderung einer sozial-ökologischen Energiewende darf man mehr als berechtigt stellen, zumal bis in die Chefetage von Siemens nicht vorgedrungen zu sein scheint, was für Auswirkungen dessen stoisches Festhalten an bestehenden Geschäften mit Honduras haben wird. Obwohl eine wache Weltgemeinschaft die Zusammenhänge über jene verbrecherische Praxis aufdeckt, meint der deutsche Konzern, „business as usual“ walten lassen zu können. Insofern steht Siemens völlig zurecht am Pranger, sollten noch viel mehr Stimmen mit Protesten sich Luft machen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Proteste und Widerstände

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Viel Lärm um Traktoren

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Schmähschriften beackern oder sich bewirten lassen

Vor nicht allzu langer Zeit, hört sich fast so an, wie, es war einmal, aber es kommt zumindest in jetziger Zeit auch vor, als im ländlichen Raum frühmorgens schon Geräusche die Menschen aus dem Schlaf rissen, weil etliche hundert Meter entfernt ein Bauer sich auf den Weg zu seinen Feldern machte. Heutzutage sind diese ohrenbetäubenden Lärmpegel eher in der Frühlings-, Herbstzeit zu vernehmen, wohingegen es früher zur täglichen Geräuschkulisse gehörte und sogar in Städten ab und an zu kleineren Staus kam, wenn ein solch monströses Fuhrwerk durch die Straßen schlich.

Sicher ahnen Sie es schon längst, welches Fortbewegungsmittel hier angesprochen wird, der Traktor. Die modernen Traktoren sind selten noch mit den Traktoren, die in den 40igern und bis in die 80iger Jahre die Straßen, Feldwege befuhren, vergleichbar. Sie sind zwar weitaus monströser, aber bis auf wenige Ausnahmen, im Lärm machen, nicht so auffallend wie die Traktoren, deren Ankunftszeit am Zielort nur allein durch die Reichweite der Schallwellen des lärmenden Gefährtes bestimmt werden konnte. Sie konnten und können, um es schlichtweg zu sagen, ganze Gebiete traktieren. Und sicher wäre es für viele Menschen, die in Gegenden wohnen oder zur Sommerfrische sich dort aufhalten, ein leichtes, ihre Erfahrungen und Erlebnisse nicht nur im Bereich des Hörvermögens, sondern auch über Ausstattung, Funktion, Baujahr ganze Reihen von Traktaten zu schreiben, die teils in liebevoller, sarkastischer oder sachlicher Form Bücherregale ohne Probleme füllen können.

Traktor, traktieren, Traktat, ist es nicht erstaunlich, daß diese drei Wörter denselben Wortstamm haben, oder etwa nicht?

Traktieren, lateinisch tractare, herumzerren, bearbeiten, in unserem jetzigen Sprachgebrauch im Sinne von bedrängen, beackern, löchern, einhauen, eindreschen, prügeln, drangsalieren, eintrichtern. Das Traktat, lateinisch tractatus, die Abhandlung, die Erörterung, heute noch in der Bedeutung der Abhandlung, Artikel, Essay, Beitrag, Text, Schrift, Spott-, Schmäh-, Streitschrift. Der Traktor, lateinisch tractum, der Trakt, Ausdehnung, Lage, Gegend, ein Begriff, der die Beschreibung eines Gebäudeteils, Strecke darstellt.

Natürlich gibt es noch andere Wörter, in denen das Grundwort tractare enthalten ist, das Traktament, die Bewirtung, Verpflegung, traktabel, umgänglich, leicht zu behandeln, Traktion, Zugkraft, Antrieb von Zügen, um nur einige zu nennen.

Um in dieser Kolumne nicht alle Fans der brummenden Motorenzunft, des Traktors zu vergrämen, sei hier erwähnt, daß ein Traktat über die Traktoren von der Kolumnisten eher ein satirisch, ironischer Text wäre als eine Streitschrift. Nichtsdestotrotz wird die Namensgebung für dieses landwirtschaftliche Hilfsmittel seinem Ursprungsbegriff gerecht. Denn der Traktor beackert, bearbeitet nicht nur die Felder, sondern auch die Nerven der Mitmenschen, jedenfalls in Sachen Gehör. Und trotz seiner langsamen Fortbewegungsmöglichkeit streiken die Motoren selten, selbst bei längeren Wegstrecken, so daß die Ausdehnungsweite der Fahrten nicht nur die nähere Umgebung erreicht, sondern auch um die Welt führen kann.

Das Traktat ist ein unter einem, salopp gesagt, Sammelsurium von Ausdrucksmöglichkeiten und Begrifflichkeiten möglicher Text, der es erlaubt, sowohl in sachlicher Form wie auch in sarkastischer, ja, sogar in böswilliger Absicht geschriebene Meinungen, Ansichten, Tatsachen zu beschreiben. Dabei ist hier eben die schiere Unbegrenztheit der Ausdehnung, Auslegung der Rahmenbedingungen großzügig möglich und kann deshalb in dem Text genügend Formulierungen niederschreiben, um damit Menschen zu bedrängen, ihnen etwas einzutrichtern, sie dadurch drangsalieren und ironisch, sarkastisch ein Thema verunglimpfen.

Und das alles nur, weil traktieren, herumzerren, bearbeiten in der Auslegung des Begriffes keine direkte Begrenzungsangabe vorschreibt, denn bearbeiten muß nicht ausschließlich negativ zu besetzen sein, es kann auch behandeln bedeuten, ebenso wie nach sich ziehen, entweder im Sinne von dieser Schritt, dieser Gedanke zieht diese Konsequenz, diese Schlußfolgerung nach sich. Dies ist in den Wörtern Traktament, Bewirtung, Verpflegung und traktabel, umgänglich, leicht zu behandeln, zu erkennen.

Gerade in Bezug auf die Fähigkeit sinnvolle Folgerungen zu ziehen, die dann zu einem, wenn auch nicht für die Ewigkeit, so doch für einen gewissen Zeit- Gebietsrahmen, eignet sich das Wort traktieren vorzüglich, es sei denn, es wird aus seinem Ursprung der grenzenlosen Anwendungsmöglichkeit entwendet und nur noch auf dem Gebiet (Trakt) der negativen Begriffsaussage angewandt. Schließlich befährt der Traktor den Acker, den Trakt nicht nur, um den Boden zu drangsalieren, sondern um ihn zu lockern, zu pflügen, zu säen und zum Ernten.

Traktieren, dreschen (veraltet auch: etwas in reichlicher Menge anbieten) Sie jetzt ruhig auf diesen Text ein, schließlich hat er Ihnen eine Fülle von Erörterungsmöglichkeiten und deren Folgen in reichlicher Menge geboten, oder?

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Kolumne

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The Donald brüskiert Establishment: You’re fired!

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Ein Despot zuviel taugt nichts

Politischer Übermut kommt nie von ungefähr, wache Beobachter vermögen ihn stets in aller Gelassenheit rechtzeitig erkennen. Umso verwunderlicher all die Aufregung, die den Globus erfaßt, seitdem The Donald das Zepter der USA in den Händen hält. Sicher doch, nicht als erster König oder gar Kaiser des Hegemons, aber zumindest als Möchtegern-Despot.

Was hüben wie drüben, also westlich von Washington der Kim Jong-un oder östlich Putin und Erdoğan als Despoten dürfen, um nur mal drei aufzuzählen, will Humpty-Trumpty unbedingt ihnen gleichtun, egal mit welchen Mitteln. Die ersten beiden Dekret-Wochen sind schon bald rum, haben für viel Wirbel gesorgt, ihm besonders bescheinigt, er sei doch ein Mann der Taten, der sofort umsetze, was er in Wahlkampfzeiten versprach, daher kein Schwätzer. Aha.

Den Muslimen geht’s an den Kragen, den Sioux, den Schwarzen, den Mexikanern, den Chinesen, die Kette rassistisch-religiöser Ausgrenzungen setzt sich fort wie eine einmal in Brand gesteckte Lunte, die kaum noch erstickt werden kann in ihrer rapiden Schnelligkeit des Entzündens zuvor zurückgehaltener, aber lauernder Haßtiraden, die jetzt endlich ihre Gelegenheiten wahrnehmen dürfen, hoch offiziell, legalisiert, gnaden- und schamlos im Dunstkreis ihrer rechtsextremen Ideologie, mit freundlicher Unterstützung vom Ku-Klux-Klan bis hin zu Neo-Nazis sich zu entfalten!

Alles, was die EU erschuf und mit ihr das westliche Establishment, – und die dramatischen Alleingänge jener zentralistischen Europäischen Union sind wahrlich keine tollen Ergüsse genialer Ideen gewesen, haben viele Menschen brüskiert, denken wir an CETA, an den Lissabonner Vertrag, an eine EUROGENDFOR, an den Euro selbst, der die DM verbannte, als Teuro Wut entfachte -, ein Dorn im Auge der USA, Trump den Nationalismus nonchalant ausruft, wissend, daß dieser in Europa selbst wie ein Flächenbrand sich neu formiert, alles mitzieht, was sich ihm in den Weg stellt. Vorerst Russland an seiner Seite.

Wieso vorerst? Ein Despot zuviel taugt nichts, kann man leicht mit einem gezielten Blick in die Geschichte feststellen: Franco, Mussolini und Hitler in Europa, Stalin in Russland, neben dem Desaster des Zweiten Weltkriegs eine unlösbare Konstellation. Damals die USA als Befreier sich profilierten. Bei einem dritten Weltkrieg gibt es ohnehin keine Sieger, alles verliert. Befreit dann der letzte verstrahlt-verkohlte Mensch die Erde von eigener Spezies, damit wieder neues Leben ohne ihn entstehen darf, mit einem USB-Stick in linker, zusammengekraller Hand? Auf welchem per Einlesen von vorbeischauenden Weltraumgesellen vermerkt sein wird:

„Poor old Man died on Earth for all, ‘cause Humpty-Trumpty sat on the wall.”

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Im Miteinander verbunden

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In die Welt geschrien
deine Meinung,
ihr Nachdruck verliehen.
Viel Leid ertragen
all die Opfer,
die sich kaum beklagen.

Freundschaften geschlossen,
ohne Zweifel
liebevoll festlich begossen.
Manches wir verdanken
im Austausch,
Geschichten in Köpfen ranken.

Ideen mit Leichtigkeit austauschen,
reinen Herzens
ihren Botschaften lauschen.
Im Miteinander verbunden,
ohne Neidgedanken
haben wir uns gefunden.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Familienpolitik im Diskurs zwischen Pisa, Konsum und Kinderrechten

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Wirtschaft bestimmt die sogenannte Bildung

Gerade die deutsche föderale Politik beinhaltet, daß enorme Unterschiede herrschen zwischen den einzelnen Bundesländern und ihren jeweiligen Bestimmungen. Gleichzeitig sorgt das ewiggestrige Pisa-Prozedere für eine unübersehbare Sensibilität auf dem Rücken leidtragender Schüler, die sich daher einer mediengewaltigen Lawine von Horrormeldungen und Lobeshymnen auszusetzen haben.

Manchmal könne ein gewisser Konkurrenzgedanken nicht schaden, mag man vielleicht noch als Argument in den Raum werfen, doch tatsächlich beinhaltet dessen eigentliche Absicht nichts anderes als das spätere Bestehen im Berufsleben, wo sich Arbeitnehmer den Vorgaben einer menschenunwürdigen Wirtschaftspolitik unterordnen müssen. In dieser hat sich Mensch ihr anzupassen und nicht umgekehrt. Solange sich diese eigentliche Ursache nicht entscheidend ändert, verkümmert das Bildungssystem sich letztendlich.

Für viele Kinder eine schnöde Welt ohne Zukunftsaussichten?

Harmonische Familienidylle in TV-Werbespots suggeriert eine problemlose, heile Welt, die so gar nichts mit der Wirklichkeit gemein hat. Während Eltern schon jede Menge Hürden überwinden müssen, Berufs- und Familienleben organisatorisch zu meistern, trifft es die Alleinerziehenden vielfach besonders hart. Dabei kommt ihnen die Arbeitswelt gewaltig ins Gehege. Viele Arbeitgeber stellen sich nämlich keineswegs auf Familien oder gar Alleinerziehende ein, sondern bevorzugen viel eher den junggebliebenen Single ohne Kinderwunschabsichten.

Familien alleingelassen in einer Konsumwelt der Superlative, wo der Stärkere überleben darf, der Schwächere hingegen auf der Strecke bleibt? Obendrein einmal auf der sozialen Rutsche im kaum zu stoppenden Abwärtstrend hinein in ein Hartz-IV-Dasein, in dem ein Entrinnen nahezu aussichtslos, wenn man bedenkt, wie kaltschnäuzig der Niedriglohnsektor den vorgeschalteten Sozialrassismus ausnutzt? Solche dramatischen Schicksale nehmen unweigerlich zu, und in solchen Verhältnissen wachsen Kinder auf, von vornherein dazu verurteilt, einer ähnlichen „Karriere“ entgegenzublicken. Kein Wunder, daß Haß, Wut und daraus resultierende Gewalt zunimmt. Wer erträgt es schon, sich selbst und allein gelassen in einer schnöden, menschenfeindlichen Welt ohne Zukunftsperspektive?

Kinderrechtskonvention seitens der BRD nicht ratifiziert

Selbstverständlich macht es Sinn, sich für Kinderrechte einzusetzen und dies erst recht, weil nach wie vor die Bundesregierung sich weigert, die Kinderrechtskonvention vorbehaltlos zu ratifizieren, Kinderrechte nicht durchs Grundgesetz verankert werden. Doch was nutzen schön ausgedachte Bestimmungen, Verordnungen oder gar Gesetze, wenn in der Alltagspraxis Kinderrechte eben nicht angewandt werden, nur ein Tropfen auf den heißen Stein darstellen.

Dazu bedarf es einer grundlegenden Änderung im menschlichen Zusammenleben, einer wahrhaftigen Nächstenliebe in Verbindung zu einer unabdingbaren Ächtung jedweder Ausbeutung! Und da wir noch sehr weit davon entfernt sind, nicht nur solche Gedanken zuzulassen, sondern darüber hinaus ständig die Eliten „bedienen“, ob nun gezielt gewollt oder ahnungslos, wie letzteres ein Großteil der Menschheit dies praktiziert, werden solche eigentlich selbstverständlichen Forderungen Wunschdenken bleiben.

Keine heile Welt für Kinder, aber eine lebenswertere

Kinder sollten ihre Grenzen suchen und ausleben dürfen, und zwar unbedarft ohne entgegengebrachter Überautorität, die sie bricht und ihnen die Würde nimmt. Es liegt an sogenannten Erwachsenen, Kindern eine Welt zu bieten und zu schaffen, die ihnen all das gewährleistet, was wir selbst aus unterschiedlichen Gründen entbehren mußten. Aber dazu bedarf es einer wesentlich besseren, effektiveren Zusammenarbeit untereinander, einer politischen Weichenstellung, in der Familien ganz real und pragmatisch geholfen wird, ohne finanziellen Nachteilen wie sie gegenwärtig immer sichtbarer stattfinden.

„Gibt es schließlich eine bessere Form mit dem Leben fertig zu werden, als mit Liebe und Humor?“ (Charles Dickens)

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gesellschaft

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Nimm mich mit zum Garten Eden

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Wenn dieser Krieg zu Ende ist,
mache ich mich selbständig,
heirate Nachbars Ingrid
und vergeß den scheiß Krieg.

Zieh mit ihr in eine Großstadt,
hab den nassen Graben so satt,
das Gejaule der vielen Granaten
übertönt das Stöhnen der Kameraden.

Erde riecht nicht mehr nach Erde,
riecht nach Blut der Menschenherde,
die wie ich glaubte an Freiheit,
Sieg für die ganze Menschheit.

Halt durch, Kurt, leg dich nieder,
nein, Kurt, öffne wieder deine Lider,
laß mich hier nicht alleine sterben,
du, nimm mich mit zum Garten Eden.

Denk an deine Frau und die Kinder,
laß uns tauschen, mein Leben ist geringer.
Kurt, verdammt, ich seh nichts mehr!
Es ist warm, salzig, Kurt, schwimmen wir im Meer?

Nafia

Kategorie: Gedichte

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