Erzwungene Heimatliebe bedroht Individualität

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Wenn vermeintliche Logik sich als Engstirnigkeit entpuppt

Keiner, niemand lebt im Gesamten völlig allein auf diesem Erdenball, außer er entscheidet sich bewußt gegen jegliche Gesellschaft und lebt sein Leben entweder in einem Kloster oder als Eremit, Einsiedler. Alle anderen sind in ihrem Leben ständig wechselnden Begegnungen ausgesetzt.

Genau dies ist es, welches einige Zeitgenossen verneinen und dies vehement vertreten durch ihre Aussagen, in denen sie sich dazu bekennen, zur Nationalstaaterei zurückkehren zu wollen.

Vergleichen läßt sich dies mit dem Wunsch, in ihrem Garten (Heim, Heimat) nur Tulpen in der gleichen Farbe sehen zu wollen, und jede kleinste Farbmischung wird umgehend ausgegraben, Vielfalt, nicht nur in der Pflanzenwelt stellt für sie eine Unordnung dar, deren sie nicht habhaft zu werden vermeinen. Ihr Bild der Welt ist äußerst beengt und führt zu unnötigen „Grabenkämpfen“.

Denn diese Heimat, auf die sie sich beziehen, empfindet jeder individuell anders, so ist für den einen das heimatliche Gefühl die Umgebung, vielleicht die Gasse, in der er groß geworden ist, der große Marktplatz, in dem er am Brunnen als Kind gespielt hat, bei dem anderen der Ort, in dem seine Sprache gesprochen wird, der andere bezieht sein Heimatgefühl auf ein „Bundesland“. Ihnen allen ist gemeinsam, daß sie die Augen nicht für die allumfassende Erdenwelt öffnen können, und es zwangsläufig zu Händeleien führt, weil ihnen Vielfalt und das Recht des anderen auf eigene „Gefühle für sein Heim“ widersprechen. Das fördert das Gesetz des „Stärkeren“.

Scheinbar hängt dies mit dem Vermögen der kognitiven Logik zusammen, dort wo bereits die Anforderung der logischen Abfolge nach der, sagen wir mal, fünften Abfolge nicht mehr erfaßt werden kann oder gewollt ist, wird zwangsläufig ein Bild der Enge entstehen, weil das darüber Hinausdenken nicht möglich ist und Grenzen setzt. Nun ist es aber nicht so, daß alle „Heimatliebende“ an der Logik oder am IQ scheitern, sondern vielmehr ist zu beobachten, daß ein egoistisches, narzißtisches Weltbild bevorzugt wird, und dies verleitet wiederum andere, diese „Streiter für Recht und Ordnung“ zu hofieren, teils aus Angst und teils weil sie diese vermeintliche selbstsüchtige Stärke bewundern.

Das Volk, mittelhochdeutsch volc, Leute, Kriegsschar, althochdeutsch folc, Haufe ist wahrscheinlich abgeleitet von „viele“. Natürlich kann viele auch bedeuten, eine Menge von derselben Sorte, Art, doch völlig unabhängig davon ist trotzdem eine Birne nicht gleich der anderen Birne. Sie sind vielleicht von derselben Art, aber nicht dieselben, (und würden nicht in den Fabriken die Produkte aussortiert werden, die man Fehlprodukte nennt, obwohl sie durch denselben Fabrikationsvorgang hergestellt wurden, gäbe es auch hier viel mehr verschiedenartige Produktionsergebnisse). Ergo ist selbst bei derselben Art, Form, Sorte eine Verschiedenartigkeit zu erkennen.

Somit sind viele eben alle die gleichen und nicht dieselben, was gewisse Menschen, die sich als „derselbe“ (Identitäre) gerne proklamieren. Wer in einer Gemeinschaft unter vielen nur nach der Pfeife eines einzelnen tanzt, der bestimmt, was viele bedeutet und wie sich viele zu verhalten haben, dem wird seine individuelle Persönlichkeit genommen. In Bezug auf Völker bedeutet dies zudem eine strikte Abgrenzung gegenüber anderen vielen. Dies verhindert Austausch und Meinungsvielfalt und ist ein Zeichen von Engstirnigkeit.

Strikte Trennungen nach Nationen, nach Kulturen, nach sozialer Stellung oder was auch immer „sortiert“ werden kann, fördert geradezu ein Elitedenken für bestimmte Gruppierungen. Es sollte gerade auf Grund der Erfahrungen und Erlebnisse all der Jahrhunderte inzwischen bei jedem im Bewußtsein verankert sein, daß nur ein gegenseitiges Miteinander zu einer friedlichen Weltgemeinschaft führen kann.

Alles andere führt zur Unterdrückung in jeglicher Form des Zusammenlebens. Überdies ist Heimat ein individuelles Gefühl, und wer bitte hat das Recht, darüber zu bestimmen, wo sich jemand heimatlich fühlt?

Das hieße im Umkehrschluß, keiner hat mehr das Recht, sich in einem „fremden“ Land heimisch zu fühlen, außer im Geburtsland, dann liebe Erdenbürger, die ihr weltweit verstreut fern eures Geburtslandes lebt, ab nach Hause, denn auch ihr habt nicht mehr das Recht, euch in diesem Land heimisch zu fühlen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Tennis: Fed-Cup-Skandal bewußt inszenierte Offerte?

Überschwang des Nationalismus setzt sich fort

Einmal wie Kettenhunde losgelassen, kann sie kaum jemand noch aufhalten. Vor allem weil keine Ambitionen vorhanden. Das Gegenteil trifft viel eher zu: Wo ein Wille, ein Weg und der lautet, den Überschwang sich formierender Nationalisten fortzusetzen, wo immer möglich.

Der vor 54 Jahren ins Leben gerufene Federation Cup, seit 1995 kurz als Fed Cup bezeichnet, der weltweit wichtigste Wettbewerb des Damentennis, begann direkt äußerst skandalös in Lahaina auf Maui, der hawaiianischen Insel der USA vor dem Spiel zwischen der US-amerikanischen Tennisspielerin Alison Riske und der serbisch-kyrillisch gebürtigen für Deutschland spielenden Andrea Petković.

Den Veranstaltern fiel nichts besseres ein, als bei der Eröffnungszeremonie den Solisten die erste Deutschland-Strophe der Nationalhymne singen zu lassen, welche in Zeiten der Nazi-Ära als NS-Kampfhymne per „Horst-Wessel-Lied“ voller Haß gesungen wurde. Selbstverständlich fühlte sich die deutsche Tennismannschaft vor den Kopf gestoßen.

Die United States Tennis Association (USTA) bat zwar hoch offiziell um Entschuldigung, doch dieser Fauxpas spricht Bände, folgt gar dem Ruf des Donald, der mit “Amercia First” inzwischen das Tennis erreicht zu haben scheint, Erinnerungen an sportliche Wetteiferzeiten kurz vorm Zweiten Weltkrieg werden wach, als danach Hitler-Deutschland der Welt den Krieg erklärte und diesen entfachte.

Was früher die Deutschen, heute die Amis, die mehr denn je auf ihre Weltherrschaftsansprüche mit Nachdruck bestehen, und sei es auf dem Tennisplatz per Aufhebung der eigentlich gestrichenen ersten deutschen Strophe unserer Nationalhymne? Ein Signal nicht ohne Wirkung für all jene, die bereits hier in Europa schon länger auf der Lauer liegen. Erleben wir daher bald die Wiederauferstehung nationalistischer Töne, die ohnehin in etlichen europäischen Ländern anklingen? Es scheint nicht nur so, sondern wird zur Gewißheit.

Insofern darf man von einer bewußt inszenierten Offerte sprechen, hinterher stattfindendes Bedauern entspricht nur einer höflichen Etikette, um den Schein zu wahren. In Wirklichkeit fühlen sich jetzt all jene rassistischen Kräfte berufen und aufgefordert, ihren Haß freien Lauf zu lassen, so manche Zurückhaltung dürfte sich somit auflösen. Vorbei die Zeiten einer unbeschwerten Leichtigkeit freier Meinungsäußerungen, demnächst herrscht wieder das Treiben „faschistoiden“ rechten Gedankenguts?

Manch einer möchte voller Erstaunen sich die Augen reiben, daß solches wieder möglich. Per Geschichtsklitterung, der Diffamierung der Medien bietet vor allem das Internet zusammen mit weitreichender Politikverdrossenheit etliche Podien, dem zerstörerischen Nationalismus erneut Räume zu geben, daß er sich in seiner ganzen bösartigen Tragweite entwickeln und ausbreiten darf.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Seine lebensgroße Geliebte

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Zu dir ist mir kein Weg zu weit,
doch allmählich wird es Zeit,
dir in aller Freundschaft zu gestehen,
so kann es nicht mehr weitergehen.

Diese vielen, fast endlosen Stiegen,
um in trauter Zweisamkeit zu liegen,
in deinem Bette, in deinen Armen,
oh, Lisbeth, hab endlich Erbarmen,

laß dich auf meinen Händen tragen,
in die unteren schönen Hausetagen.
Er meinte ein Nicken zu vernehmen,
trug seine lebensgroße Geliebte…

„Sebastian, sag mal, was tust du da?“
„Lesen, das ist eine besondere Gunst!“
„Liebesgedichte von A. S. Caspara.
Sammelband, Liebe in der Kunst.

Aber dafür bist du noch viel zu jung!
Wer hat dir dies zum Lesen gegeben?“
„Mama, ich bin doch kein Jungspund,
durch Worte kann man Reife erleben,

des Dichters Geist vermag den Leser
zu führen in millionenfache Sphären!“
„Nun reicht es aber, du Besserwisser,
mit zehn hast du mich nicht zu belehren!“

Nafia

Kategorie: Gedichte

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Nur nicht zu lange warten, Ihr aufgescheuchten Demokraten

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Satirischer Rückblick…

Denn wenn eins hat die Menschheitsgeschicht’ gelehrt, Vorsicht walten zu lassen, war niemals verkehrt. Drum haltet Euch bereit in inniger Gemeinsamkeit, bevor uns der Globus auseinanderfliegt, weil manch Despot und Möchtegerndiktator seinen perfiden Willen kriegt.

Die Botschaft des Hermelins von Dächern tönt, der verschlafene Bürger sei viel zu verwöhnt, mag vielleicht übertrieben klingen, doch die Realität wird Euch dennoch ein Liedlein singen von Europas politischem Umbruch, der schärfere Konturen annimmt. Huch, manch einem die Erkenntnis aufglimmt!

Da lob ich mir den Liebreiz in deinen Augen, dieser mag manch Erwartung höherschrauben. Hat nüscht zu tun mit romantischem Glauben, viel eher mit inniger Wachsamkeit, die stets bereit, dem Leben sich zu stellen, statt wie andere bösartig verlogene Urteile zu fällen. Mit Blick zum Fußball sollte es auch klar werden, jene haßerfüllten Gebärden. Es pfeift bereits in allen Gassen ein jeder Spatz, Hooligan-Randale willkommener Kriegsersatz.

Der Traum vom Frieden ist ohnehin schon längst hin, wer’s nicht glauben mag, kapiert nicht den Sinn, übersieht kriegerische Tag’. Schreibt es an jede Wand: Eure verbrecherischen Taten werden überall benannt! Man mag Vorwürfe ableiten, welcher Hund wohl das Stöckchen zurückbringen wird, abwarten auf bessere Zeiten. Doch macht bloß nicht die Rechnung ohne den Wirt!

Wer das Establishment bekämpft, sollte nicht mit Steinen schmeißen oder zu doll das Maul aufreißen, weil die Wut derer, die uns ans Leder wollen, sich eben nicht davontrollen, viel eher hinterlistig verharren, mit den Füßen scharren. Unser täglich Gift durch Chemikalien bedroht uns so ganz nebenbei, einerlei, es folgt eh kaum darüber Geschrei.

Üben wir uns besser im Wände bemalen, statt besoffen in Kneipen vor uns hinzulallen. Die Welt mag manchmal unerträglich sein, doch was nützt schon jener trügererische Schein? Solange Holzfäller Völker bedrohen dürfen, während etliche in Chefetagen Champus schlürfen, ist Moral ohnehin im Keller.

Von wegen, es möge sich entschiedener Widerstand regen. Obwohl sinnvolle Kritik schmettert einer Stillhalte-Politik entgegen. Was will diese Ignoranz uns wohl sagen? Bloß nicht klagen, sondern vielmehr die Chemielobby gewähren lassen. Gähnende Leere im Schrank ohne Tassen! Zur Ablenkung lieber dem Glamour verfallen. Hört Ihr echt nicht die Sektkorken knallen?

Da lob ick mir lieber die Mär vom Einhorn, welches ward geborn in Waren. Mögen sich Kinderherzen um solche Geschichten scharen, eine Weile sie vor dieser zerstörten Welt bewahren.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Satire

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Einhorn in Waren

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Vor hunderten von unzähligen Jahren
lebte im Kleinstädtchen mit Namen Waren
ein liebliches weiß schimmerndes Einhorn,
am Ufer der Müritz im Schilfbett geborn.

Es wandelte des späten nachmittags,
aber auch des sehr frühen vormittags
durch die Straßen, Plätze und Gassen
und hat es sich sehr gutgehen lassen.

Obwohl es seine Hufe stets polierte,
Mähne geflochten, es froh stolzierte
trotzdem unerkannt durch den Ort,
ein Einhorn sah niemals jemand dort.

Am Geschirr, am Sattel die Glöckchen,
klangen hell wie Schneeflöckchen.
Kinder nur die sanften Töne vernahmen,
Große die Melodie nicht wahrnahmen.

Eines Sonntags im Wonnemonat Mai
ritt ein stattliches Pferd an ihm vorbei.
Es entstammte einer Gauklertruppe,
doch wo Liebe, die Herkunft ist schnuppe.

So zog das Einhorn weg aus Waren,
niemand hat bis heut davon erfahren.
Beide ziehen seither immer mal wieder
durch und an Einhorns Geburtsort vorüber.

Keiner merkt ihre Anwesenheit am Platz,
sie genießen diese Ruhe wie einen Schatz.
Kinder hören leises Bimmeln ab und an,
vielleicht ist an dem Gedicht was Wahres dran.

Nafia

Kategorie: Gedichte

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ESC-Vorentscheid: Levina tritt in Kiew an

Gebürtige Bonnerin geht für Deutschland mit „Perfect Life“ ins Rennen

Die Einschaltquoten zum gestrigen Finale des ESC-Vorentscheides in Köln der dreistündigen ARD-Sendung werden entsprechend hoch gewesen sein, obwohl manch einer sich das Prozedere hätte sparen können, wer eben nicht mit der schrillen Stimme und Erscheinung einer Barbara Schöneberger, die zur Live-Sendung moderierte, zurechtkommen mag.

Kein Wunder, daß bei Volker Probst die ein oder andere anzügliche Bemerkung hängenblieb wie etwa „Pack den Pferdeschwanz aus“ oder „Ich geh mit dem Ständer hinter die Bühne“, deutsche Sendeformate äffen gern prüde Steilvorlagen nach US-amerikanischem Vorbild nach. Schwamm drüber, hier geht’s doch um ein musikalisches Eventereignis, oder?!

Konnte sich bereits vor knapp einem Jahr Jamie-Lee Kriewitz gegen die Konkurrenz durchsetzen, traten zu Beginn des gestrigen Finales vier Sängerinnen und ein Sänger gegeneinander an: Yosefin Buohler, Felicia Lu Kürbiß, Levina, Helene Nissen, und Axel Feige. Nach dem ersten Durchgang fielen Yosefin Buohler und Felicia Lu Kürbiß durch, für die 19-jährige Helene Nissen war nach zweiter Runde Schluß. Im alles entscheidenden Finale konnte Axel Feige sich überhaupt nicht durchsetzen, das Publikum entschied sich für die agilere Levina, Körperhaltung spielt schließlich im Business auch eine große Rolle, von ihrer besseren Stimme ganz zu schweigen. Seine Erfahrung als ehemaliger Straßenmusiker vermochte ihn nicht weiterhelfen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Kurznachrichten

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Bauernregeln-Kampagne offenbart Widerstände gewisser Lobbyisten

Folgerichtigen Sprüchen folgen Proteste

Bloß keinen Mut beweisen, eine einmal ins Leben gerufene, vollkommen berechtigte Kampagne durchstehen, nach heftigen, völlig überzogenen Protesten zurückrudern, sich stattdessen sogar entschuldigen. Was ist los im Hause Barbara Hendricks?

Die Umweltministerin knickt ein nach erfolgten Gegenprotesten entrüsteter Bauern, die mit dem Slogan „Dialog: ja! – Diffamierung: nein!“ am Rande von Kleve aufzogen, um ihr vorzuwerfen, sie mache sich zum Erfüllungsgehilfen der Umweltverbände. Na, hoffentlich, sonst hätte sie doch ihren Job verfehlt, sollte eigentlich auch die Antwort der Grünen sein!

Sinnvolle Kritik schmettert einer Stillhalte-Politik entgegen

Die ebenso Christian Schmidt mit zu verantworten hat, nachdem jahrzehntelang rücksichtslos Mensch und Natur in Sachen Umweltschutz hierzulande mißachtet wurden, die chemische Schädlingsbekämpfung ein Teilaspekt darstellt, von Genfood bishin zur Nitratbelastung ganz zu schweigen. Letztere prangerte Frau Hendricks, wenn auch reichlich spät, zumindest an, weil die EU der bisherig ignoranten Bundespolitik auf die Pelle rückte.

Stein des Anstoßes sind neue Bauernregeln als deutliche PR-Kampagne, die mit „Steht das Schwein auf einem Bein, ist der Schweinestall zu klein“ oder „Ohne Blumen auf der Wiese, geht’s der Biene richtig miese“, um nur mal zwei Beispiele zu benennen. Was kann daran so verkehrt sein, zumal sie äußerst scharfsinnung und durchaus berechtigt kritisch die Ignoranz der konservativen Landwirtschaft anprangern?

Was verbleibt nach Hendricks Entschuldigung?

Schon eilte den Hardlinern und entsetzten Lobbyisten der chemischen Industrie baden-württembergs Landwirtschaftsminister Peter Hauck entgegen, leistete Schützenhilfe, fordert gar den Rücktritt von Hendricks, bezeichnete die Kampagne als „billige Schelte ohne Niveau“. Auch ein Herr Hauck sollte wissen, daß vor der Bauernregeln-Kampagne etliche Diskussionsversuche, Proteste von Umweltverbänden erfolgten, die meist eben nicht fruchteten, im Gegenteil der Chemielobby stets der Rücken gestärkt wurde.

Ganz im Reigen der Entrüsteten spricht auch Christian Schmidts Einlassung Bände: „Ich kann doch nicht diejenigen zum Gespött machen, mit denen ich Veränderungen erreichen will.“ Es gibt keine wirkliche Veränderung in der konservativen Landwirtschaft, solange weiterhin die unerträgliche Umweltbelastung anhält, selbst Grünenpolitiker eher einlenken, meist aus machtpolitischen Gründen, schließlich steht diesjährig die 19. Bundestagswahl an.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Umwelt

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