Weltpolitik: Zwischen Hoffnung und Resignation zum Jahreswechsel

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Unheilvolle Allianzen bei gegenseitigem Mißtrauen

Beständigkeit kann keineswegs gefordert werden in der Weltpolitik, zumal insbesondere die schier grenzenlose Gier nach Überreichtum einiger weniger millionenfache Opfer fordert, rücksichtslos Hunger, Elend und Kriege sich am laufenden Band einem Krebsgeschwür gleich festsetzen, das gesamte Leben auf Erden gefährden. Hauptsache bestimmte Eliten bedient.

Unheilvolle Allianzen bei gegenseitigem Mißtrauen verbleiben auch zum Jahreswechsel, zwischen Hoffnung und Resignation. Während der Trumpf-Seniorchef Berthold Leibinger im Interview der Stuttgarter Zeitung zurecht betont, Weltoffenheit sei eine Gnade, man müsse das Wesen, die Essenz dieser Erkenntnis nur tagtäglich verinnerlicht umsetzen, ziehen es hierzulande aber auch europaweit überwunden geglaubte, wieder auferstandende Rechtspopulisten vor, den Nationalismus mit neuem Haß manifestieren zu müssen, wollen an die Macht.

Nachtreten ohne Sinn und Verstand

Die achtjährige Ära des US-Päsidenten Barack Obama neigt sich ihrem Ende, in der von friedlichen Zeiten keine Rede sein kann, der eiligst erteilte Friedensnobelpreis viel eher eine Farce darstellt. Zweifellos waren in dieser Zeit durchaus die Republikaner nicht unbeteiligt in ihrer störrischen Haltung, die Politik unter ihnen wäre vielfach genauso ausgefallen, da sollte niemand uns etwas vormachen.

Selbst Trumps baldigst agierendes Kabinett wird sich noch bewähren müssen, was dessen Versprechen anbelangt, vor allem zur angeblichen wirtschaftlichen Gesundung des Mittelstandes und des kleinen Mannes. Doch Obamas verhängte Sanktionen gegen Russland aufgrund angeblicher Hackerangriffe während des Wahlkampfes betonen ein Nachtreten ohne Sinn und Verstand. Die nachzuliefernden Beweise werden aller Wahrscheinlichkeit nicht erfolgen, Trump diese Sanktionen wohl eher zurücknehmen als eines seiner ersten Amtshandlungen. Die USA als Ermahner in Sachen Spioange, mit freundlicher Unterstützung der NSA bis in den Deutschen Bundestag hinein, was für eine Entlarvung!

Von deutschen Waffenlieferungen bis zum Feindbild Russland

Unheilvolle Allianzen ergeben sich ganz besonders im Waffenhandel, Deutschland als drittgrößter Exporteur kann sich insofern keineswegs mehr wegducken bei berechtigten Fragen und Vorwürfen, wo dessen Waffen gegen welche Zivilisten gerichtet werden, etliche Tote mit zu verantworten hat. Jene Bundespolitik als Schizophrenie und „Lebenslüge“ zu bezeichnen, wird ihr gerecht. Wer in dieser Hinsicht mit haltlosen Rechtfertigungen antritt, macht sich nicht nur lächerlich, sondern reiht sich mit ein auf politischem Parkett heuchlerischer Friedensbemühungen.

Kann und wird Donald Trump das westliche Feindbild Russlands niederreißen, vor allem mit entsprechender Rückendeckung seitens der Mehrheit republikanischer Politiker? Vermag eine solche Allianz das versprechen, was ihr jetzt schon in den Mund gelegt wird: Entspannung und weg vom erneuten kalten Krieg beider Supermächte? Gar mit weiterhin in der BRD stationierten Atomwaffen, einer sich anbahnenden Aufrüstung? Dadurch der weltweit angierende Terror eingedämmt werden kann?

Nichts vermag uns mehr Sorgen bereiten als eine direkte Lebensbedrohung. In einer Welt zunehmender Waffengewalt gibt es bald keine Rückzugsmöglichkeiten. Die einzige folgerichtige Konsequenz daraus: Frieden schaffen ohne passives Gaffen!

Lotar Martin Kamm

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Ausgiebiges Fläzen findet stets Anhänger

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Die Sahne abschöpfen, ohne als faul zu gelten

Nach getaner Arbeit, im lang ersehnten Urlaub und natürlich besonders gern zu den Feiertagen, wenn alle Vorbereitungen nach einem Fest erledigt sind, nimmt man die Gelegenheit wahr, denn schließlich darf man sich das dann gönnen, man fläzt auf dem gemütlichen Sofa oder sogar auf einer ganzen Sofalandschaft, am Strand im Liegestuhl, auf dem Sand selber, oder wo auch immer sich ein kuscheliges Plätzchen bietet, auf das man seinen Körper ablegen kann. Ja, richtig gelesen, den Körper ablegen, klingt ein bißchen irritierend, doch genau dies beschreibt die Handlung, um richtig fläzen zu können.

Fläzen, lümmeln, flegeln bedeutet sich in nachlässiger, manchmal auch in unmanierlicher Weise hinzulegen, setzen oder stellen. Eine Position, die in etwa vergleichbar ist mit einem lässig hingeworfenen Kleidungsstück, bei dem Sie nicht darauf achten, ob es knittert oder faltig wird und ganz wichtig, diese Haltung würden Sie bei offiziellen Anlässen, im Berufsleben nicht einnehmen, außer Sie neigen zur Provokation oder diese Lässigkeit gehört zu Ihrem Beruf und nicht zu vergessen, sie kann auch dazu dienen, aufzufallen.

Fast in jedem Zeitalter, mal mehr, mal weniger, sind es diese Lässigen, Fläzer, die ganze Heerscharen von Anhängern finden können, weil sie sich öffentlich getrauen zu lümmeln. Wobei männliche Fläzer sicher in der Geschichte öfters erwähnt wurden und werden als weibliche, denn ihnen wurde meistens eine anrüchige sexuelle Absicht unterstellt, die bei den Lümmelnden eher als Freiheitsdrang oder geistiger Müßiggang deklariert wurde. Aber diese Zeiten sind vorbei, wenn auch nicht ganz, doch zumindest nicht mehr ganz so augenscheinlich.

Die Wortherkunft von fläzen, also das sich Hinlümmeln, ist nicht eindeutig ersichtlich, dennoch gibt es im Niederdeutschen den Fläz. Der Fläz, der Flegel, Grobian, Rowdy von ursprünglich vlöte, breiter Löffel zum Abschöpfen von Sahne. Unterstellen wir dem Fläzer, dem Lümmel, daß er durch sein Verhalten sozusagen die Sahne oder das beste Stück vom Kuchen nimmt, so können wir den Vergleich der Bedeutung nicht leugnen.

Die Fläzer, Lümmel, der Schlingel, Frechdachs zählen allesamt zu dem Personenkreis, die es sich in ihrem Leben gutgehen lassen, entweder weil sie charakterlich damit ausgestattet sind, den nötigen finanziellen Rückhalt haben, um sich „nicht arbeitend“ den Lebensunterhalt zu verdienen. Natürlich gibt es noch zig andere Unterschiede zu normal zu erwartendem Verhalten in einer Gesellschaft. Allen anhaftend ist ein eher „verzeihender“ Makel, jedenfalls in Bezug auf die männlichen Rotznasen, Racker, Strolche.

Wie bereits erwähnt, dürfen auch Frauen, Mädchen sich inzwischen fläzen, sich ausgiebig dem Nichtstun anheimfallen lassen. Ob sie allerdings nebenbei fernsehen, telephonieren, die Gegend beobachten oder was auch immer, ist sicher situationsbedingt. Fakt ist, sie dürfen sich die Sahne abschöpfen und werden nicht mehr allzuoft der Faulheit beschuldigt.

Wörter, die das weibliche Fläzen beschreiben, gibt es wenige und wenn dann oftmals mit der bereits erwähnten Anrüchigkeit einer negativen Anzüglichkeit der Laszivität (Erotik, Sinnlichkeit). Laszivität vom lateinischen Wort lascivitas, Mutwille, Ausschweifung ist vielleicht nicht gerade prädestiniert, aber dennoch bescheinigt der Mutwille, der freie Entschluß (mittelhochdeutsch muotwille), die selbständige freie Entscheidung und die sollte jedem Menschen zuteil sein. Kurzum, wenn Mädchen nicht Lümmel, Fläzer sein können, dann sind sie halt Übermütige und Mutwillige, die Heerscharen von Anhängern beeinflußen.

Doris Mock-Kamm

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Ernährung: Christian Schmidt ein Garant der Fleischlobby

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Sein Ministerium verhindert obendrein hartnäckig Ampelkennzeichnung

Vom Rechtsanwalt zum Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesentwicklungs-ministerium als auch beim Bundesverteidigungsministerium bishin zum Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, so die politische Karriere des Herrn Christian Schmidt, seit über vierzig Jahren Mitglied der CSU.

Daß Politiker sich in berufsfremde Felder versuchen, wissen wir nicht erst seit Frau von der Leyen, Christian Schmidts Bezug rührt wenigstens wohl noch aus Zeiten alter Kindertage, entstammt er doch einer Bäckerfamilie. Allerdings wirbt der Argrarminister verstärkt fürs Schweinefleich, unterstreicht seine „Hack-Ordnung“.

Trotz Massentierhaltung – Schmidts Ignoranz spricht Bände

Gleich vorneweg, bloß nicht Farbe bekennen, gerade was die Fleischlobby anbelangt, dann stürzt man sich doch lieber auf jene „lästigen“ Vegetarier und Veganer, verunglimpft deren bewußte Ernährungsweise. Vom „Kampf der Lügenwurst!“ ist daher die Rede. Erst recht spricht die anhaltende Ignoranz von Christian Schmidt Bände, was die Massentierhaltung und die Befürwortung zu Genfood anbelangt.

Zwar protestierten zur Bewegung „Wir haben es satt“ dieses Jahr nur knapp die Hälfte im Vergleich zum Vorjahr (23.000 laut Veranstaler, die Polizei übersieht beim Zählen gleich rund 10.000), dennoch meint dieser Agrarminister, an seiner Politik festhalten zu müssen, während zum selben Zeitpunkt das Global Forum for Food and Agriculture (GFFA) im Auswärtigen Amt tagte.

Kein Verbraucherschutz mit der Verweigerung zur Ampelkennzeichnung

Da beharrt dieser Agrarminister lieber auf seine Kritik, sie sei eine „unzulässige Vereinfachung“. Obendrein bescheinigt er den Verbrauchern eher, sie können per Durchlesen der Produktinhaltsstoffe sich selbst helfen. Aber na klar doch, Herr Schmidt, der mündige, bio-chemisch geschulte Bundesbürger erkennt sofortigst, gleichzeitig mit Adleraugen bestückt (wegen der viel zur kleinen Schrift) die oftmals höchst fragwürdigen Substanzen, als auch die Nährwerte, um entsprechend gezielt auf eine Palette von gesunden Produkten zurückzugreifen, die Dank seiner Umsicht angeboten werden. Man knipse den Ironie-Button aus, weil er schon zusammen mit der Lebensmittelindustrie zum Ernährungsreport 2016 auf der Anklagebank saß.

Kein Wunder jene Haltung, denn eine Ampelkennzeichung entspricht einhellig unter Ernährungswissenschaftlern einer sehr gut verständlichen Nährwert-Information für den verunsicherten Verbraucher. Man muß Herrn Schmidt somit unterstellen, daß er genau dies weiterhin im Sinne des Lebensmittellobbyismus verschleiern will, zuviele entlarvende gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe könnten die Praktiken jener Klientel aufzeigen.

„Das Gesundheitsinteresse ist riesengroß, das Gesundheitswissen ist mäßig, das Gesundheitsverhalten ist miserabel.“ (Christian Morgenstern)

Lotar Martin Kamm

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Leid durchzogenes Lebensschicksal

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Der Himmel war noch nicht abgedunkelt,
da saß er wieder hier und hat gemunkelt,
sich absichtlich laut tönend beschwert,
das Leben sei keinen Pfifferling mehr wert.

Überall geistern fremde Schreckgestalten
in den Straßen und fordern das Verwalten
der Kultur, der Tradition zu überdenken,
dafür würden sie uns Vielfalt schenken.

Derweil treiben sie böses Schindluder nur,
vertreiben uns aus der angestammten Kultur,
sie wollen die Menschen, das Volk verpflichten
unser aller Erbgut, die Nation vernichten.

Nicht mit mir, das sag ich euch, ich steh treu,
loyal zum alten Brauchtum, und ich freu´
mich tierisch, wenn ´ne richtige Bombe kracht,
und ihr euch wieder von unseren Äckern macht.

Sein Vater verlor sein Leben in einer Bombennacht,
die Nacht hat die Wolken längst unsichtbar gemacht.
Das Leid der Mutter war schmerzdurchdrungen groß,
die Kinder spürten von klein auf viel Haß, Wut, bloß.

Sie hatte für die Kinder keine Liebe mehr übrig,
der Vater, der Held, er opferte sich vergeblich.
Und nun bekommen die ganzen Flüchtlinge hier,
Liebe, Aufmerksamkeit, und was war mit mir?

Um mich hat sich nie jemand gekümmert, gesorgt,
je mehr ihr verhätschelt, desto weniger gehen sie fort.
Deren Väter Blut liegt nicht in unserem Boden vergraben,
warum sollen sie glücklich sein und ich dafür darben?

Er zahlte wie immer mit genau abgezählten Münzen,
wankte nach draußen, in der Hoffnung sie büßen
alle für sein mit Leid durchzogenes Lebensschicksal.
Der Mond zeigt einige Wolken im fahlen Lichtstrahl.

Nafia

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Weltpolitik: Schreckgespenster deutlicher Drohkulissen

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Blender zu genüge unterwegs

Wassermassen fallen aus grauen Wolkenpaketen, die manche einfangen in grüne Fässer, voller Erwartung ob trockener Zeiten, die mal kommen mögen. Nutzpflanzen in den mühsam angelegten Gärten benötigen dieses Naß und Lebenselixier, ohnedies Mensch in weiterer Abhängigkeit sich einer Lebensmittelindustrie hingibt und deren Produkte konsumiert.

Kaum noch Kontrolle vorhanden, in blindem Vertrauen auf Großbauern baut, die auch nur ihren subventionierten Job ausüben in der langen Kette gezielter Gesetzmäßigkeiten, in denen am Ende immer jemand drüber steht, der besonders viel profitiert. Aber keinesfalls die Blöße geben im Hamsterrad fleißigen Gehorsams, nicht auffallen und funktionieren, dem gilt eine selbsterhoffte Überlebenschance, Parallelen zu Viehtransporten, hingeführt in die Schlachthäuser freßgieriger Menschen sind natürlich rein zufällig angedacht. Oder etwa nicht?

Doch wer geht den Weg der Kritik schon konsequent bis zu naheliegender Zielsetzung, sie unbedingt verwirklicht zu sehen? Ganz wenige. Die große Masse erfreut sich über Teilerfolge, nickt dankbar ihren Alphawesen zu und überläßt revolutionäre Gedanken viel lieber den Mutigen, anstatt zu erkennen, daß ein kollektives Gewissen keinerlei Unterschiede machen sollte, wenn Geldsäcke auftauchen.

Derartige treiben erfolgreich ihr häßliches Spiel wie eh und je, während geballte Fäuste in den Taschen stecken, massenweise Menschen verrecken. In welchen Krisen wir mal wieder stecken? Nein, überlassen wir zukünftige Szenarien den Folgegenerationen, wenn jene überhaupt noch einen Lichtschein voller Hoffnung erwarten dürfen angesichts vielfacher Zerstörungswut, die bösartig frohlockend vor sich hinschlummert, sich ausbreiten möchte.

Richten wir den Blick ins Jetzt, in Zustände, die längst verhindert hätten werden sollen, anstatt ahnungslos mit dem Finger auf jene zu deuten, die Klartext reden, sich nicht beirren lassen. Blender zu genüge unterwegs, per gezielter Manipulation sämtlich skeptische Gedanken ausräumen, in der Gewißheit genügend Unbedarfte zu erreichen, die mal wieder auf sie hereinfallen. Das Spiel der Angst, das Schreckgespenst deutlicher Drohkulissen läßt erneut Courage vermissen.

Solange Mensch sich dessen nicht bewußt, womit Mächte ewiglich per Zwang Unterdrückung durchsetzen, gehorcht die Masse in demutsvoller Haltung den bösartigen Führern, während die Schöpfung erneut Atem holt und geduldig hofft.

„Der Unverstand ist die unbesiegbarste Macht auf Erden.“ (Anselm Feuerbach)

Genau deshalb haben es Demagogen besonders leicht, immer wieder Massen zu bewegen. Das Tragische daran: hin zu Gewalt, Haß und Kriegen!

Lotar Martin Kamm

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Hinterhältig platzierte Patzer richten Schaden an

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Mißbrauch menschlicher Pannen

Sie passieren täglich weltweit, unabhängig von Ländern, Nationen, Konventionen, ob bei jung oder alt, sogar bei Tieren, vielleicht sogar minütlich, die Patzer. Die Unachtsamkeit, Pannen, Fehler, die Fehltritte, die Ausrutscher.

Manchmal zur Freude anderer, die sich über den Patzer amüsieren, weil er lustig anzusehen war oder aus Schadenfreude. Andererseits können Patzer aber auch durchaus erheblichen Schaden anrichten, wenn sie als Folge einen Unfall verursachen, der dann in den Schlagzeilen oft als „menschliches Versagen“ benannt wird.

Menschlich sind Patzer allemal, aber auch tierisch, deshalb kann der Patzer nicht als nur für Menschen geltende Eigenschaft dargestellt werden. Der Unterschied liegt in der Tatsache, daß der Mensch die Fähigkeit besitzt, bewußt, das heißt mit voller Absicht einen Patzer zu begehen. Entweder um ein Publikum zum Lachen zu bringen, oder anderen Menschen Schaden zuzufügen.

Es scheint, wenn man gewisse Äußerungen von Menschen anhört, liest, die sich vorgenommen haben, Verantwortung zu übernehmen in Politik und Wirtschaft oder sogar bereits diese Positionen innehaben, Mode zu sein, mit Patzern seine Meinungen zu verbreiten und dem Motto zu folgen, schlechte Kritik ist gute Kritik, denn sie verbreitet sich schneller und da negativ mit dem Effekt, auch länger im Gedächtnis abgespeichert zu werden.

Es sind also absichtliche mit Hintergedanken gestreute Äußerungen, die dazu dienen, jemand anderen zu diffamieren und dies später wieder zu revidieren, eine Sachlage falsch wiedergeben und dies später in „verminderter“ Form nochmalig zu bestätigen. All dies auf Grundlage der freien Meinungsäußerung.

Vielleicht ist das Wort patzig für das Verhalten von Kindern, die dreist, frech, beleidigend, unverschämt, pampig sprechen, antworten, reagieren, nicht mehr so sehr in Mode, aber es ist ein Zeichen für bewußte Provokation, wenn dem Kind bereits der Unterschied zwischen höflicher Rede und Mißachtung von Kommunikationsregeln aufgezeigt wurde. (Diverse Unterscheidungsmöglichkeiten in Bezug auf „Erziehung“ bei Kindern sind in diesem Kontext nur oberflächig dargestellt.)

Patzig, frühneuhochdeutsch batzig, aufgeblasen, frech, ursprünglich klumpig, klebrig, feist und ist das Adjektiv zu Batzen. Und der Batzen ist der Begriff für Klumpen, sehr viel Geld. Es ist eine Weiterbildung von backen, vom klebrigen unförmigen Teig. Das Wort patzen bedeutet einen Fehler machen, unsauber arbeiten, Mist bauen. Es ist gleichbedeutend mit dem Wort murksen, pfuschen, schlampen, sudeln. Das Substantiv hiervon ist Murkel, Murkel steht für Kind, Kleinkind, Spatz, Wicht und ist die Verkleinerungsform von Murk, Brocken, Krümel, Knirps.

Beziehen wir in Bezug auf Patzer das Wissen über die Begriffe Batzen, Murkel mit ein, so ist die Verbindung von Teig im Rohzustand, als Fertigprodukt und von unförmiger Form, sowie Größe in riesigem Ausmaß sowie in kleinst fähiger Art.

Die hinterhältigen Patzer können somit als aufgeblähte Meinungsbrocken verstanden werden, die den Zweck erfüllen, zerbröselt zu werden, in der Hoffnung kleinste Krümel bleiben hängen, denn ist nicht an jeder Lüge ein Wahrheitsgehalt? Somit haben die Patzer ihren Sinn erfüllt, nämlich Unordnung, Unruhe zu schaffen. Interessant in diesem Kontext ist zu erwähnen, daß gerade der Personenkreis, der Pflicht, Moral, Gehorsam und sich auf christliche Werte beruft, Patzer dafür benützt, um völkisches Gedankengut zu verbreiten. Nicht vorstellbar, wenn diese Art der Kommunikation wirklich auch in ihrem engsten Familien- und Freundeskreis angewandt wird, denn gerade bei Kindern kann das hinterhältige Patzen, patzig sein, eine hemmende, ängstliche Lebensstruktur ausbilden.

Zu dem Begriff murksen sei noch angemerkt, daß abmurksen, töten, beseitigen, erledigen, morden oder sich abmühen bedeutet. Wenn wir also nicht vorhaben, unsere Meinungsfreiheit abmurksen zu lassen durch hinterhältig platzierte Patzer, die einen jetzt schon ersichtlichen Schaden für unsere zwischenmenschliche Kommunikation angerichtet haben, dann sollten wir dem Murks der absichtlichen Patzer nicht als „menschliches Versagen“ besprechen, sondern als das Abmühen, Meinungsfreiheit zu unterwandern, patzige Kommunikationsführungen als gesellschaftlich anerkanntes Mittel der Provokation zu verankern, um damit eine konkrete Verunsicherung in allen nur denkbaren zwischenmenschlichen Verbindungen zu erreichen.

Patzer können passieren, dagegen ist niemand gefeit, aber patzig sein sollte in einer „modernen Gesellschaft“ kein Gehör finden.

Doris Mock-Kamm

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Gebot der Stunde: Innehalten im Rausch verwirrender Meldungen

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Nationalstaaterei ein Rückschritt ohnegleichen

Während manch Lücken sich in der Nachrichtenkette mehren, tauchen stets neugierig berechtigte Fragen auf, die Licht ins Dunkel bringen mögen, wenn denn sie überhaupt beantwortet werden. Obendrein diese noch der Wahrheit entsprechen. Vor allem welche am Ende verkündet allgemeine Gültigkeit hat. Innehalten im Rausch verwirrender Meldungen, das sollte das Gebot der Stunde sein.

Unzufriedenheit hinterlassen derartige Vorgehensweisen zusammen mit einem Gefühl der Ohnmacht, ihnen nahezu hilflos ausgeliefert zu sein. Was bezwecken die Verantwortlichen damit, die das Volk nicht ausreichend informieren? Entspricht dies etwa dem Geist einer verbrecherischen Haltung, eben keine Klarheit zu schaffen, um Raum denjenigen zu überlassen, die dann erneut im Verborgenen handeln dürfen?

Das Ganze klingt ziemlich allgemein gehalten, ohne konkrete Beispiele. Mit Blick zum Berliner Anschlag sollte spätestens der Groschen fallen, inwiefern von einem Informationsdefizit die Rede sein muß. Abgesehen von etlichen Vorfällen in der Vergangenheit, denken wir an 9/11 oder auch an kriegerischen Auseinandersetzungen. Hinterher wird sowieso die Geschichte verfälscht, obgleich ein allgemeiner Konsens geschaffen, verbleiben viele Unklarheiten und Rätsel.

Genau in jene Kerbe stoßen gerne all jene, die ihre politischen Ziele verwirklicht sehen wollen. In jüngster Zeit der Rechtspopulismus, der aufgrund der Flüchtlingswellen und eines gezielt geschürten Islamismus Hochkonjunktur erhält, mit den alten schlechten Ratgebern und Forderungen des Nationalismus um die Ecke kommt. Welch fatale Entwicklung, wobei Politikverdrossenheit angesichts neoliberaler Entgleisungen ihm wunderbar in die Hände spielt.

Wenn gerade die europäischen Völker nicht wachsam jenen Rechtsruck bemerken, könnten schnell wieder die Zustände vergangener, überwunden geglaubter Mauern entstehen, ein Zurück zur Nationalstaaterei, exakt jene Politik, die stets Kriege hervorbrachte. Wer etwas anderes behauptet, leugnet historische Zusammenhänge, verläßt sich aufs Kurzzeitgedächtnis, hofft und kalkuliert die Blauäugigkeit neuer Generationen ein, die vor lauter Konsum und Ablenkung eben nicht mehr hinterfragen.

Daher gilt es explizit, die noch Wachen zu bestärken, nicht locker zu lassen, im Sinne gezielter Informationen die Geblendeten aufzuklären, was da auf uns alle zukommt, wenn man diesem üblen Zeitgeist nicht Einhalt gebietet.

In der Auseinandersetzung politischer Ansichten zeigt sich ziemlich schnell, inwieweit eine Demokratie zusammen mit selbstverständlichen Menschenrechten funktionieren kann. Greift stattdessen Ausgrenzung, Gewalt und Haß, begeben sich die Beteiligten auf besten Weg eines erneut entstehenden Totalitarismus.

Lotar Martin Kamm

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