Eduards Hass auf den Fußball (Teil 1)

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Eduard haßte. Haßte sogar seinen neuen Fußball aus Leder, schwarz-weiß, den er zu seinem zehnten Geburtstag von seiner Patentante geschenkt bekommen hatte. Seine Freude über den Ball dauerte gerade einmal einen Tag, dann stellte er fest beim Kicken mit ein paar Jungs, denen er voll Stolz über seinen neuen Ball erzählte und die sofort darauf bestanden ihn, den Ball doch einzuspielen, daß dieser Ball schuld war an seiner Wut und seinem Haß auf sich selbst. Egal wie er sich vermeintlich am besten den Ball vor die Füße holte, fast jeder Schuß ging daneben, seine Beine verdrehten sich in Stellungen, die er so nicht vorausgeplant hatte, sie folgten nicht seinem inneren Auge, das ihm die besten Schüsse zeigte, die die Spieler sonntags auf der Gemeindewiese leichtfüßig spielten.

Weder Siggi, sein bester Freund, der neben ihm in der Schulbank saß, wenn er nicht mal wieder vom Lehrer Scheidle entweder in der letzten Bankreihe sitzen mußte oder nahe der hinteren Fensterbank in der Ecke stand, und der sogar wegen diesem Spiel extra die fünf Kilometer von seinem Zuhause bis zum Spielanger gelaufen kam, hatten Verständnis für sein, jedenfalls empfand Eduard das so, Verbocken. Er war gerade dabei, den Ball fest an seinen Körper drückend, sich auf den Heimweg zu machen, als Ferdinand, dessen Vater eine Schusterei hatte und der als einziger richtige Kickerschuhe besaß, die er zwar von seinem Bruder bekommen hatte, weil sie ihm nicht mehr paßten, aber dennoch reichten diese Schuhe aus, um in Ferdinand einen richtigen Fußballer zu sehen, ihn dazu überredete, sich als Torwart zu versuchen, denn da würde er nicht wie die anderen Spieler übers Feld laufen müssen, und sowieso wäre Eduard doch ein super toller Fänger.

Also stellte sich Eduard ins Tor, schoß den Ball soweit er konnte aufs Feld und hatte ihn in seinem Gesicht, bevor er überhaupt registrierte, daß Ferdinand den Ball mit seinem linken Fuß abgefangen und ihn direkt ins Tor zurück befördert hatte. Die Wärme des Blutes, die über sein Gesicht floß, erhitzte seine leicht gerötete und aufgeriebene rechte Wange, so daß er meinte, den Kopf in einen Backofen gesteckt zu haben. Siggi schrie, Blut, da wußte Eduard, ich bin im Fegefeuer und fiel seitlich gegen den Torpfosten. Eduard haßte seine Freunde, denn anstatt seine Eltern zu informieren, rannte Gustav, der schnellste Läufer, aber auch der langsamste Denker an der gesamten Schule laut Lehrer Scheidle, zu Eduards Patentante, die nur zwei Häuser entfernt von Eduards Zuhause wohnte und schon seit seiner frühesten Erinnerung immer schon alt und gebrechlich war.

Sie kam mit Leiterwagen, völlig aus der Puste, Schweißperlen auf der Stirn und einer herrischen Stimme, was habt ihr bloß angestellt, ihr Lümmel, als Eduard die ersten Wahrnehmungen, deren er sich sicher sein konnte, daß sie auf keinen Fall im Fegefeuer oder in der Hölle möglich wären, denn die Jungs standen alle beklommen um ihn herum, er war fast eingekeilt zwischen dreckigen Schuhen, die er allesamt den jeweiligen Besitzern zuordnen konnte, und weil der Bastian mit seinen Latschen, die er sogar winters trug, dann eben mit mehreren Schichten selbstgestrickten Socken, hin- und herhampelte und den Siggi fragte, ob er denn jetzt wo der Eduard vielleicht nicht mehr so schnell aufwachen würde, vielleicht sogar schon tot sei, ob es dann trotzdem schlimm wäre, wenn er, er müßte dringend pinkeln und würde es nicht mehr aushalten, er käme auch sicher wieder zurück, um für Eduard zu beten, da sah Eduard auch schon das leidliche Gesicht seiner Patentante, die ihn liebevoll mit ihren schwieligen Händen über die Stirn streichelte.

Nachdem sie Eduard die gröbsten Blutflecken aus dem Gesicht, von den Ohren sorgfältig abgewischt hatte und sich mit keiner Miene davor zurückschrecken ließ, als Eduard mörderisch aufschrie, weil sie seine Nase nicht besonders liebevoll abtastete, jedenfalls meinte Eduard fast schon eine schelmische Absicht zu erkennen, um ihm ein wenig zu foltern, forderte sie die immer noch, jetzt allerdings mit einem gewissen Abstand zu Eduard stehenden Jungs auf, Eduard ganz vorsichtig in den Leiterwagen zu legen, trotz versuchten Protestes seitens von Eduard, denn er sei doch kein Baby, aber da standen Siggi, Ferdinand, Gustav, Bastian, Hannes, Florian und Achim schon neben ihm, packten ihn an den Schultern, am Gesäß, an den Beinen und schon war er halb liegend in den Leiterwagen bugsiert, obwohl Bastian es sich nicht verkneifen konnte, weiterhin von einem Bein auf das andere zu wippen.

Eduard wurden sämtliche Kleidungsstücke, die die Jungs entbehren konnten, im Auftrag seiner Patentante hinter seinen Rücken gestopft, der Rest wurde über ihn gelegt, weil eindeutig zu sehen war, daß er die Hose voll hatte, aber alle taten so, als ob es keiner gesehen hätte, und ganz oben auf diesen Kleiderberg über seinem Bauch wurde der schwarz-weiße Fußball gelegt. Kurz zuvor, vorneweg die Patentante, die das Tempo vorgab und strengstens darauf achtend, daß die Jungs keinen Hügel übersahen, den sie rücksichtsvoll beachten sollten, damit Eduard nicht auch noch eine Gehirnerschütterung bekäme, hörten sie das Auto von Siggis Vater herannahen. Bevor Siggi reißaus nehmen konnte, hielt das Auto auch schon neben ihnen, und sein Vater schnaubte, Siggi einsteigen. Alle, selbst die Patentante wußten, morgen hätte der Siggi Probleme, ruhig auf der Schulbank zu sitzen, denn sein Vater war bekannt für seinen Jähzorn und das strenge Regiment, das er auf seinem Gutshof führte. Immerhin war er, so erzählte es Siggi, nur durch diese Härte zu seinem Reichtum gekommen, schließlich besaß er das einzige Auto im Dorf, das er extra gekauft hatte, damit Siggis ältere Schwester jeden Tag mit ihm in das Gymnasium gefahren werden konnte, obwohl es einen Bus gab, der die anderen Gymnasialkinder abholte.

Eduard sah beim Wegfahren das traurige Gesicht von Rosemarie, die aber von allen nur Rosalie genannt wurde, er wußte, sie litt ebenso wie die gesamte Familie unter ihrem Vater, und es war ihr peinlich, als einzige vom Dorf nicht mit dem Bus fahren zu dürfen und nicht nur das, ihr Vater verbot ihr seit dem Schulwechsel den Kontakt zu ihren Freundinnen. Vor etwa einem halben Jahr gestand Eduard ihr seine Liebe, und sie gab ihm einen sanften Kuß auf die Wange und sagte bloß, danke. Manchmal heimlich, wenn Siggis Vater nicht zuhause war, kam sie mit Siggi zu ihrem Geheimversteck, das Siggi und Eduard sich im nahen Wald zwischen dem Dorf und dem Hof eingerichtet hatten. Es war eine natürliche Waldbodenkuhle, die in einem kleinen Hang eingebettet war, dort oben träumten sie von ihrem Leben, das irgendwann sich einstellen würde, wenn sie erwachsen wären.

Fortsetzung folgt.

Doris Mock-Kamm

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Saudi-Arabien: Von der Leyen in unheilvoller Mission

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Menschenrechte vs. Geschäftsinteressen

Keineswegs nur ein netter Plausch auf ihrer Reise durch die arabische Welt, den die Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen letzte Woche unternahm, von dessen Ergebnissen der Gespräche die Medien nahezu nichts erfuhren. Unwichtig oder eher in unheilvoller Mission unterwegs?

Letzteres muß man annehmen, weil auf dem politischen Parkett nichts dem Zufall überlassen wird, schon gleich gar nicht seitens dieser kühlen CDU-Politikerin, die unbedingt durch enge Bande aus Zeiten des Kurfürstentums Hannover verknüpft, ihre Beziehungen spielen wird. Da vermeidet man es, moralische Bedenken anklingen zu lassen, ziehen somit Menschenrechte den kürzeren, setzen sich Geschäftsinteressen durch.

Was Gabriel zuließ, setzt Von der Leyen fort

Die Rüstungslobby reibt sich die Hände, ihre politischen Schäfchen aus dem Stall entlassen, reihen sich wunderbar ein im diplomatischen Einerlei und Verkauf hochwertiger Waffensysteme aus deutschen Landen, Gabriels Panzer, G-36-Sturmgewehre oder Tornados nahm das Königreich Saudi-Arabien gerne zahlreich ab. Kriegerisch im Jemen unterwegs, sorgen sie dortigst für viele zivile Opfer, Hauptsache die Geschäfte fließen. Die BRD seit dem Jugoslawien-Krieg unter einer rot-grünen Regierung ein gern gesehenes Bündnismitglied bei imperialistischen Einsätzen zwecks Ressourcen-Sicherung für den Westen, vor allem für die USA.

Verständlich, daß sich Von der Leyen in Saudi-Arabien profilierte. Vordergründig wird zunächst die Gesellschaftspolitik als wichtiger Anlaß betont mit der Reformagenda „Vision 2030“, ob diese sich auch durchsetzen läßt im Lande mit den meisten Ölvorkommen, bleibt mal dahingestellt. Die Ministerin mit Extra-Bonus, die angeblich „nur“ unabsichtlich abschrieb, wie die Plagiatsaffäre offenbarte, umgibt sich gern neuen Herausforderungen, hat so gar keine Probleme, ihre Ämter zu wechseln wie andere ihre…, aber lassen wir das.

Wer dermaßen viele Fettnäpfchen politisch zu verantworten hatte, man bedenke ihre Entscheidung zur Abschaffung des Erziehungsgeldes und die Einführung des einkommensabhängigen Eltergeldes als Bundesfamilienministerin, welches Arbeitslose und Geringsverdiener erheblich benachteiligte, an die Verschärfung von Sanktionen beim Hartz IV in ihrer Zeit als Bundesministerin für Arbeit und Soziales, die „Zensursula-Debatte“ dürfte genauso unvergessen sein wie die Entscheidung der Bundesregierung und dieser Bundesverteidungsministerin, im Syrien-Krieg mitzumischen, was zu erheblichen Widerständen führte, die weiterhin einfach ignoriert werden.

Ablenkung mehr als durchschaubar

Weil so gut wie keine Infos durchsickerten, stürzt man sich halt auf belanglose Themen wie die Frage nach der Kleiderordnung beim Saudi-Arabien-Trip. Auch die Welt kann dieser Versuchung nicht widerstehen und „plappert“ über jene Überlegung, um gleich bishin zu Joschka Fischers Nike-Turnschuhe zu verweisen. Blödsinnige Ablenkung mehr als durchschaubar, möchte man anmerken. Denn was interessieren die Klamotten der Politik! Viel wichtiger sind die Inhalte und Ergebnisse ihres Wirkens.

Während im dreizehnten größten Land der Erde, im Königreich Saudi-Arabien, Menschen hingerichtet werden, gar noch „Hexen und Zauberei“ als Anlaß dienen, die in Europa längst nach viel zu langer Zeit endlich ein Ende fanden, sie anzuklagen und bestialisch zu köpfen, reiste eine Ursula von der Leyen aus bekannten Gründen dort hin. Politik kennt keine Moral, wenn Geschäfte einen höheren Stellenwert haben. Amnesty International befürchtet, daß die Zahl der Hinrichtungen vom letzten Jahr (158) diesjährig übertroffen wird.

Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.

Lotar Martin Kamm

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Lagunen schützen vor Angriffen

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Lachen vorm Geschwafel der Identitären

Hatten Sie schon einmal die Gelegenheit, an einer Lagune Urlaub zu verbringen oder leben Sie eventuell an einer Lagune? Dann wissen Sie wahrscheinlich, daß eine Lagune ein abgegrenztes Teil eines Meeres ist, entweder durch Riffe oder ein Stück Land. Die wohl bekannteste dürfte die Lagune von Venedig sein. Vielleicht wissen Sie auch, daß das Wort Lagune abgeleitet ist von italienisch laguna, in einem Sumpfgebiet befindliche Wasserfläche, lateinisch lacuna, lacus, der See.

Nun sind viele Lagunen oftmals nicht so einfach zu erreichen, da sie von Schilf, Mooren, sandigem Untergrund umgeben sind. Dies ist mit einer der Gründe für die Entstehung Venedigs, da diese Orte meistens sicher vor Angriffen waren, ähnlich den Pfahlbauten am Bodensee. Sumpfige Gebiete enthalten Lache, Brackwasser. Eine Lache ist eine Ansammlung von Wasser, wir benützen dieses Wort entweder, um eine größere Wasseransammlung zu beschreiben, aber auch für eine Pfütze, die sich anhand von Flüssigkeit gebildet hat. Lache, althochdeutsch lahha, vermutlich vom lateinischen lacus, See.

Wenn man so aus dem Fenster schaut an trüben Tagen, sich den Verlauf von manipulierten Nachrichten, die Häme, die Menschen aufbringen, um andere zu diffamieren, dann weiß man oft nicht, soll man lachen oder weinen. Versuchen wir es mit Humor zu nehmen, denn durch das Lachen stellen sich, zumal wenn es von Herzen und unerwartet kommt, die Tränen von selbst ein. Lachen, althochdeutsch hlahhan, lahhan ist wieder so ein Wort, dessen Herkunft als ungeklärt und durch die lautmalerische Aussprache zustandegekommen sein soll. Obwohl, wie ersichtlich, es eindeutig Parallelen zu dem Wort Lache, lahha, hat. (Ihre Lache war so ansteckend, daß der ganze Saal plötzlich mitlachte.)

Inzwischen wissen wir, der Wissenschaft sei Dank, durch das Lachen produziert der Körper Endorphine, diese bewirken ein Glücksgefühl, und das Streßhormon Adrenalin wird unterdrückt. Es gibt sogar Behauptungen, Lachen verlängere das Leben, und Kurse werden angeboten, um das Lachen wieder zu erlernen. Auch scheint erwiesen, lachen stärkt die Abwehrkräfte.

Apropos Abwehr, wie war das nochmal mit dem Bau von Siedlungen in Lagunennähe, bei Lagunen? Sie waren perfekte Orte der Sicherheit vor Angriffen. Wundern wir uns da wirklich, wenn wir eine Verwandtschaft unter den Wörtern Lagune, Lache, lachen erkennen?

Es erscheint modern zu sein, sich auf eine identitäre Herkunft und alternative Politik zu berufen mit Wörtern, welche aber so gar nicht der Landessprache entsprechen, auf die man sich bezieht. Möglicherweise gehen diese Menschen davon aus, Wörter, Begriffe, Aussprüche haben sich mittels der Luftbewegung, Winde zu ihrer Heimstatt einbefunden. Daß sie eventuell durch Austausch, Handel übermittelt wurden, scheint ein Ding der Unmöglichkeit zu sein. Zumal bei identitär noch amüsanterweise bei den meisten, die damit hausieren gehen, die Übersetzung nicht verinnerlicht worden zu sein scheint, die da lautet: derselbe (abgeleitet von lateinisch idem). Wie kann man bloß auf die Idee kommen, derselbe sein zu wollen, wie das Land, in welches man hineingeboren wurde? Klingt irgendwie nach dem Wunsch der Befähigung einer Verwandlung. Märchen werden wahr, wenn man an sie glaubt. Oder seltsamerweise kann dies natürlich nicht außer acht gelassen werden, sie wollen alle derselbe sein. Wenn sie sich da mal nicht irgendwann verwechseln, kann man nur erstaunen, oder?

Alternativ, abwechselnd, wechselweise von lateinisch alternus ist sicherlich dann die Lösung für dies Problem. Da diese Menschen derselbe sind, brauchen sie schließlich wechselweise einen Turnus, der es ihnen ermöglicht, abwechselnd derselbe zu sein.

Was haben Identitäre (derselbe), Alternative (abwechselnd, wechselweise) mit Lachen zu tun? Die Lächerlichkeit ihres aufgesetzten Anspruchs mit Häme, Hetze, Drohungen, Angst die Menschen zu verunsichern, bei gleichzeitigen Angriffen auf sämtliche zwischenmenschliche Umgangsformen. Die Lagune ist ein Ort der Sicherheit, wie das Lachen eine Befreiung von Streß bedeutet, immerhin wird bei lauthalsem Lachen die Luft bis zu 100 Stundenkilometer schnell aus der Lunge gepreßt.

Schützen wir uns vor diesen weltfremden identitären, alternativen Ansichten, indem wir ungehemmt loslachen, wenn sie abwechselnd als derselbe auftreten, denn Lachen befreit und schützt uns vor Angriffen.

Doris Mock-Kamm

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Trumps Kabinett offenbart seinen Kurs

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The Donald und seine milliardenschwere Mannschaft steuern bald den Hegemon

Keineswegs zu Unrecht bezeichnet Telepolis das zu erwartende Kabinett vom neu gewählten Präsidenten als politische Freakshow, trotzdem assozieren etliche Zeitgenossen unter Freaks viel eher andere Menschen als ausgerechnet The Donalds milliardenschwere Mannschaft, die bald den Hegemon steuern wird.

Unbedingt verständlich darf man aufkommende Sorgenfalten werten bei genauerer Betrachtung der sich formierenden Regierungsbildung, dennoch dies eigentlich ohne weiteres voraussehbar sein sollte angesichts der bisherigen Haltung dieses Mannes und Unternehmers, der mittels seines Mischkonzerns, der Trump Organization, unverkennbar aufzeigte, in wie weit er „tickt“. Davon wollen Rechtspopulisten natürlich nichts wissen, sie ziehen es weiterhin vor, ihn zu lobhudeln wo immer möglich.

Wahlsieg abwegig oder eher Aufmunterung gerade zum Trotz?

„The show must go on“, erst recht mit diesem neuen US-Präsidenten, dessen Bestätigung jetzt am 19. Dezember erfahrungsgemäß reine Formsache sein wird. Obwohl noch bei keiner Wahl dermaßen viele Stimmen dem Kontrahenten zufielen, Hillary Clinton erhielt immerhin 2,2 Millionen mehr Stimmen, George W. Bush hatte gerade mal rund 504.000 Stimmen weniger als Al Gore 16 Jahre zuvor, entschied eben laut Wahlsystem die Mehrheit der Wahlmänner sich für Donald Trump, dessen Wahlsieg schlummernde Kräfte sehr schnell beflügelte.

Ob jene Rechtspopulisten davon profitieren werden, sollte nach der Österreich-Wahl, in der der Wunschkandidat der Rechten den Kürzeren zog, sich noch herausstellen, auch in Hinblick zur Frankreich- oder Bundestagswahl im nächsten Jahr. Laut unserer Umfrage im November meinte die Mehrheit, die Achse Trump-Le Pen-Putin sorge für mehr stabile Sicherheit, Trump würde sich weitgehend an seine Wahlversprechen halten. Doch die Karten der Weltpolitik werden manchmal schneller gemischt als manche vermuten!

Gegen das Establishment – ein Treppenwitz ohnegleichen

Wer eine solche Behauptung aufstellte, wird nunmehr eines Besseren belehrt, oder? Seit wann lassen sich neoliberale Politiker und Wirtschaftsleute die Butter vom Brot nehmen, bzw. haben plötzlich ein Herz für den einfachen Bürger, um diesen obendrein gerecht zu entlohnen? Ein NoGo im Sinne der Ausbeutung! Da paßt doch der Chef der Fastfood-Kette CKE, Andrew Puzder, ein Gegner des Mindestlohns und der Überstundenbezahlung, ganz gut ins Konzept des neuen Kabinetts in die Rolle des Arbeitsministers.

Gleichwohl reiht sich ein Ben Carson als zukünftiger Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung ein, der zwar zuvor als Chirurg tätig war, aber die politische Freakshow ergänzt, immerhin meinte er im letzten Monat, ägyptische Pyramiden seien keine Pharaonengräber, vielmehr Josef habe biblische Kornspeicher angelegt. Welch Prädikat für das neue Amt!

Der ehemalige Bundesstaatsanwalt, Jefferson Sessions, dem das Amt des Bundesrichters wegen rassistischen Äußerungen verweigert wurde, darf sich nunmehr als Justizminister bewähren. Man bedenke, er ist ein Befürworter der Folter beim US-Militär.

Aber gewisse, gutgläubige Menschen meinen tatsächlich, dieser neue US-Präsident agiere gegen das Establishment. Sollte jetzt noch der aussichtsreiche Kandidat für den Posten des Außenministers, der Chef des Ölriesen ExxonMobil, Rex Tillerson, sich durchsetzen, und es schaut ganz danach aus, dann dürfte Trumps Kabinett nach dessen Vorstellungen bald komplett sein. Ob Tillerson seine Verbundenheit zu Russland durchhalten wird, bleibt mal dahingestellt, zumal Trumps undiplomatisches Verhalten China gegenüber alles anders als hilfreich ist. Man bedenke, daß die Volksrepublik China und die Russische Föderation sich längst wieder freundschaftlich annähern.

Keine Nation hat so viel weltweites Leid verursacht wie diese USA, die obendrein auch noch meinen, sie müßten die Weltherrschaft damit an sich reißen. Wer kann sie stoppen, wenn nicht das Rückgrat einer Menschheit, die endlich aufwachen sollte, bevor es zu spät sein wird.

Lotar Martin Kamm

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Mensch bleibt ich

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Hat es geklingelt?
Schneit es schon wieder?
Warum singen wir keine Lieder?
Der Mensch bleibt ich, gell?

Keiner wird bei ihr klingeln.
Kein Schnee fällt mehr.
Lieder sind inhaltsleer.
Sie kann sich nicht erinnern.

Sie fühlt sich wohl.
Sie schreit nach Essen.
Gesichter vergessen.
Sie fürchtet sich vor Kohl.

Käfer krabbeln im Zimmer.
Feuer, Feuerwehr.
Ihr Platz daneben leer.
Unterm Bett ein Gewimmer.

Der Körper war ihr Überleben.
Befriedigt die Lenden.
Bloß kein Leben spenden.
Wärme selten gegeben.

Schlaf Annabell!
Wir vergessen dich nicht.
Das letzte Licht erlischt.
Der Mensch bleibt ich, gell!

Nafia

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Dem Geheimnis der Musik auf der Spur

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Zwischen Wohlklang und Heilung

Es mag der eine die Stille genießen, ihn sogar das Vogelgezwitscher besonders im Frühling stören, während der andere bei lauter Rockmusik gänzlich euphorisch mit deutlich guter Laune seinen Alltag viel entspannter meistert.

Obwohl so unterschiedlich Menschen auf Musik reagieren, gestaltet sich eine schier unendliche Vielfalt von Möglichkeiten jener bedeutenden Kunstrichtung, die obendrein mittels ihrer heilenden Klänge zu unserem Nutzen dient, wir sie eigentlich der Natur entlehnt haben. Was löst Musik in uns aus, kann diese tatsächlich bewirken oder gar helfend beitragen?

Urwissen der Naturvölker wird mißachtet

Der Musikjournalist und Musikproduzent Joachim-Ernst Berendt bemerkt in seinem Buch „Nada Brahma – Die Welt ist Klang“: Der Weg des Hörens sei das größte Abenteuer des Lebens auf diesem Planeten gewesen, – es immer noch sei, – führte nicht nur zum Hören, sondern zur Lautgebung, damit zur Fähigkeit, Fragen zu stellen, zur Sprache und zum Denken. Dadurch wird deutlich wie lebensentscheidend Klänge auch die menschliche Entwicklung mitgestalten.

Jenes Urwissen über die Musik wandten Naturvölker stets völlig selbstverständlich an, die Hopi-Indianer sangen ihren Pflanzen etwas vor, in der Mittagshitze besungene Maispflanzen waren wesentlich kräftiger und somit gesünder als sich selbst überlassene.

Bereits in den 1950iger Jahren hatte der Leiter des Botanikinstituts der Annamalai-Universität, Dr. T. C. Singh, festgestellt, daß nach 14-tägiger Beschallung mit indischer Musik für jeweils täglich ein paar Stunden die Pflanzen über 70 Prozent mehr Blätter bildeten. Später wiesen andere Biologen in Versuchen nach, daß Pflanzen bei Beschallung klassischer Musik, ganz speziell von Johann Sebastian Bach, aber auch mit den Klängen der indischen Sitar-Musik von Ravi Shankar wesentlich besser wuchsen. Sollte da etwa ein Zusammenhang zwischen Vogelgesang und Pflanzenwachstum bestehen?

Pharmalobby verleugnet Biologen

Genau jene Fragestellung veranlaßten den US-amerikanischen Biologen Dan Carlson mit dem Musiklehrer Michael Holtz die „Sonic-Bloom“-Methode zu entwickeln, bei der morgendliches Vogelgezwitscher den Pflanzen vorgespielt und ihnen ein Flüssigdünger aufgesprüht wird, der u.a. aus Reiswurzeln natürlich abgeleitete Gibberillinsäure enthält sowie viele Elemente aus pflanzlichen Produkten (z.B. Seetang).

Obwohl sich dieses revolutionäre Produkt zunehmender Beliebtheit und weltweiter Anerkennung erfreut, selbst wenn hierzulande er noch weniger bekannt, versucht die Pharmalobby Sonic Bloom zu verunglimpfen, man stelle sich mal vor, wir bräuchten aufgrund dieser natürlichen Wachstumsförderung keine Pestizide, Insektizide und Kunstdünger mehr, das würde deren Milliardengewinne vereiteln.

Heilende Kräfte der Musik für uns Menschen

Der Ton macht die Musik, unabhängig davon in wie weit zu laute Mißklänge sogar gesundheitsschädliche Wirkungen erzielen können. In unserem hektischen, streßgeladenen Alltag, den nicht jeder gänzlich vermeiden kann, vermag Musiktherapie eine heilsame Möglichkeit der Entspannung sein.

Bereits die in der indischen Heilkunst vor 5.000 Jahren angewandten Klangmassagen basierten auf uralten Kenntnissen, in wie weit bestimmte Klänge heilend auf den Menschen einwirken. Dabei gelangen wir in den sogenannten Alphazustand, wobei das Gehirn Ströme von cirka acht bis zwölf Hertz erzeugt, wir somit zwar geistig wach sind, dennoch in einem relaxten Zustand voller Harmonie und Ruhe uns befinden. Die beiden stimulierten, aktiven Gehirnhälften fördern die Phantasie und Kreativität, eine heilende Wirkung setzt ein.

Insofern braucht man sich nicht zu wundern, daß die oftmals kritisch betrachtete Anthroposophie mit der Eurythmie eine heilsame Bewegungskunstform schuf, die heute längst vielfach anerkannt wird, erreicht die Heileurythmie doch, durch gezielte Bewegungsabläufe „gestörte Bereiche“ wieder in ein harmonisch-gesundes Gleichgewicht zurückzuführen.

Nimm die Zeit gelassener hin, ohne Streß, Hektik und zu hohe Ansprüche an dich und andere, und du wirst mit deiner Ausstrahlung ein Zeichen setzen, daß nicht nur in der Ruhe die Kraft liegt, sondern besonders eine Zuversicht, welche anderen Mut machen kann.

Lotar Martin Kamm

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Von Eichhörnchen und anderen Tieren

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Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht. Und so sitzt es an seinem gewohnten Platz, festgekrallt am Stamm einer eher kümmerlichen Kiefer und nur wenige Meter von der Fensterfront eines Plattenbaues entfernt. Mit seinen Knopfaugen starrt es unverwandt in den matten Lichtschein, der aus der Wohnung mit dem geöffneten Fenster dringt.

Am Fenster steht ein Mann, schwer atmend und darauf hoffend, daß die Nachtkühle seinen Schweiß trocknen möge. Er ist nicht besonders groß, recht muskulös, und nur der Bauchansatz deutet darauf hin, daß er dem Jugendalter entwachsen ist. Das Mädchen, hinter ihm, auf dem zerwühlten Bett, ist es nicht. Es ist darüber hinaus sehr blond, sehr zierlich und sehr nackt.

Ihre schmalen Schultern zucken rhythmisch, als sie, leise schluchzend vergeblich versucht, das umarmte Kopfkissen mit Tränen zu netzen.

Als sich der Mann umwendet, ist seine Erektion abgeklungen. Einen Augenblick spielt er mit dem Gedanken, das Mädchen noch einmal zu nehmen, doch der Morgen naht, und mit ihm auch anderweitige Verpflichtungen, die ein Mindestmaß an Schlaf voraussetzen. Er beugt sich über das Mädchen und dreht sie mit starken Händen einem Spielzeug gleich auf den Rücken, küßt flüchtig ihre wunden Brüstchen und abschließend ihre Stirn. Es sei Zeit für eine Mütze Schlaf, meint er. Und im Übrigen liebe er sie, was er wohl eben zur Genüge bewiesen habe, und, sie wisse ja, kein Wort…

Dann schlingt er sich ein Handtuch um die Lenden und verläßt beinahe lautlos das Zimmer. Das Mädchen gibt einen leisen Seufzer der Erleichterung von sich und wirft sich das Hemdchen über, mit dem Mann das Licht der Nachttischlampe gedämpft hatte.

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht und doch bekommt es nun besseren Einblick in das eigentlich helle und freundliche Refugium mit Bildern, Postern, Puppen und Bären. Das Mädchen liegt wieder bäuchlings auf dem Bett; es weint nun endlich richtige Tränen. Diese wieder tröpfeln, auch auf die Seiten eines jener ledergebundenen Büchlein, denen man mitunter seine Gedanken anvertraut. Und das Mädchen schreibt und weint sich darüber in einen tiefen, traumlosen Schlaf…

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht. Und doch hat es den Anschein, daß nun auch in seine winzigen Schauknöpfchen ein feuchter Schimmer getreten sei…

Es kann dann nur so und nicht anders geschehen sein: Wind kommt auf und zaust die Kiefer derart, daß ihre Äste beinahe die Fensterbank streifen. Im Nu hat der Eichkater dieses Podest erreicht und es irgendwann wohl auch geschafft, das schmale Büchlein über die Fensterbrüstung zu zotteln. Erst beim verwegenen Versuch, seinen Baum zu erreichen, entgleitet das Buch seinen Tätzchen und liegt nun, aufgeschlagen, mitten auf dem Fußweg, der rings ums Haus führt. Im Morgengrauen wird es schon gefunden und anfangs nur neugierig durchblättert, um den Besitzer festzustellen…

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht, und als man den Untersetzten abholt, ist die Neue noch nicht angebrochen, sonst hätte er vielleicht das Hörnchen lachen hören. Und seine Züge wären nicht von jener siegbewußten Heiterkeit geprägt gewesen, als er, einen leichten Mantel vorm Bauch, mit sanfter Gewalt durch eine kleine Menschentraube gedrängt wird. Und er hätte später in jenem Saale, in dem man ungefragt nicht straflos spricht, nicht versucht, einem verstörten Blondschopf einzureden, daß ihr Büchlein voller Phantasien sei…

Des Eichhörnchens Freund ist die Nacht, manchmal jedoch hat diese noch andere Freunde… Wasserdampf hüllt ihn ein, den Untersetzten, wenige Stunden vorm freien Gang durchs Doppeltor. Als harte Hände sehr zwingend zwischen seine Beine greifen und ihm gleichermaßen Mund und Nase verschließen, wird ihm schlagartig klar, daß er nun ernsthaft um seine Männlichkeit fürchten muß.

Peter Petereit

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