Gesichter

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Ich schau ganz leis in Dein Gesicht
und meine Fingerspitzen beben,
denn Du bist schön und weißt es nicht,
und Worte mag ich nicht beleben.

Ich schau ganz laut in Dein Gesicht,
Deine Züge leben, als würdest Du erwachen,
und von Angesicht zu Angesicht
rettet uns Dein Lachen.

Ich schau ganz bang in Dein Gesicht,
umring‘ Dich mit meinen Armen,
doch Deine Augen seh‘ ich nicht.
Es ist zum Gotterbarmen.

Ich schau brutal in Dein Gesicht,
öffne Deine Augen mit meiner Hand.
Und ich seh‘, Du willst mich nicht.
Du hast mich nicht erkannt…

Peter Petereit

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Trügerische Ruhe vor dem Sturm

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Satirischer Rückblick…

Das weiß Mensch, jedes Tier bis zum Wurm, doch das Säbelrasseln setzt sich einfach fort, bis zu jedwedem friedlich schlummernden Ort reicht die fassungslose Gier, weil Reichtum nimmersatt fordert wie reißerisches Getier, auf daß jene Eliten den Rest der Welt zerstören, dabei die Masse der Ahnungslosen betören, ihnen doch behilflich zu sein. Welch dramatisch bösartiger Schein. Am Ende greift vorausgesagter Untergang, ungehört protestierend berechtigter Klang.

Wacht auf, zuhauf, denn Wirtschaftswachstum verursacht kriegerische Konflikte. Selbst wenn der ein oder andere fragend mit dem Kopfe nickte, ob dies nicht übertrieben sei. Einerlei. Zu Ende gedacht, hat’s doch stets gekracht, verweilt nur jeder für sich, wie widerlich!

Mir schwant etwas, mag mancher verlauten lassen. Ohne Unterlaß herrscht das sinnlose Prassen, mündet gar in erschreckend selbstverständliches Hassen. Gewalt sucht sich stets Wege, so auch der pädophile Trieb, auf daß Wut sich rege, erfolgt so mancher Hieb, zu lesen im Gleichnis „Vom Eichhörnchen und anderen Tieren“. Hat Rache dann noch was zu verlieren?

Es verwundert nur, zwischen Wohlklang und Heilung hilfreich sein kann, dabei etwa dem Geheimnis der Musik auf der Spur? Nicht irgendwann, sondern bereits schon seit Urzeiten Mensch das Wissen in sich trägt. Allerdings manch Erkennntnis sich endlich darüber wieder regt. Wir wissen doch auch wie sie vieles verbindet, letztlich ein friedfertiges Miteinander in uns findet.

Mensch bleibt ich, lautet die Essenz im Wissen um alles Sein. Ein jeder für sich und dadurch allein? Das wäre viel zu fatal, wir haben immer auch eine andere Wahl. Apropos Wahlen, die neulich in den USA entpuppten harte Schalen: The Donald und seine milliardenschwere Mannschaft steuern bald den Hegemon, welch Hohn! Der Eine meint, er verjage das Establishment, während der Weitsichtige erkennt, alles Lug und Trug. Solch Wesen kriegen niemals genug!

Zwar schützen Lagunen uns vor Angriffen, aber hat och der Letzte begriffen, daß Von der Leyen unterwegs in unheilvoller Mission nichts gutes sein kann? Die Quittung kommt nicht etwa irgendwann, vielmehr bedeuten Waffen immer nur Kriege und keineswegs Siege.

Und bist du auf der Suche nach dem Ich, sieh genauer hin, komm dem auf die Schlich, das ist dabei der Sinn! Denn Ausbeutung ist stets unterwegs ohne irgendwelche Moral, obwohl jeder hat die Wahl, diese nicht weiter zuzulassen. Stoppt dieses widerliche Prassen! Man erlebt es erneut: Westliche Arroganz setzt ihr Schmierentheater fort. Das nicht erst seit heute, dessen Begleitung vielfacher Mord bedeute.

Lotar Martin Kamm

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In Erinnerung an Cri

© Doris Mock-Kamm

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Cri,

„ich vermag keine Worte
in mir zu finden –
das auszudrücken, was
vielleicht noch zu sagen wäre.“

Ich stehe nicht an deinem Grab,
ich stehe vor dir,
Tag für Tag,
und du neben mir.

Wir sind verbunden
durch eine kurze Zeit,
ungebunden,
frei, bis in alle Ewigkeit.

Was macht es schon,
wenn du vorausgegangen,
ich krieg dich schon
wieder eingefangen.

Wir tobten wie Kinder,
sprachen wie Weise,
wir waren die Finder
der Gefühle der Greise.

Wir sehen uns wieder
wie besprochen,
ohne Worte und Lieder,
ohne am Herzen gebrochen.

Wir brauchten keine Worte,
um uns zu verstehen,
unsere Seelen waren Orte,
die konnten alles hören.

Alles Liebe zum Geburtstag,
auch wenn du nicht hier,
ich höre deinen Herzschlag
immer noch nah bei mir.

„So schreibe ich wortlos,
einen kleinen Gruß
in dieses Buch, durch das
ich gerne weiter mit
dir gereist wäre.“

Doris

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Eduards Hass auf den Fußball (Teil 2)

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Eduard überließ sich zuhause völlig den pflegenden Händen seiner Mutter und seiner Patentante, die erst spät abends nachhause ging, weil sie noch warten wollte, bis Eduard eingeschlafen war. Sein Vater nahm die Aufregung, die sich im Hause breit gemacht hatte, als die Jungs auftauchten, die bei ihren Erzählungen über den Unfallhergang sich durch ständiges durcheinander Reden richtig in Fahrt gesprochen hatten, sodaß es anfangs schwierig war, genau nachzuvollziehen, was sich auf dem Spielanger zugetragen hatte, mit einer stoischen Ruhe auf.

Nachdem auch er festgestellt hatte, daß sein Sohn lediglich durch den Aufprall des Fußballs Nasenbluten bekommen hatte, die Nase und auch sonst nichts gebrochen war, steckte er jedem von ihnen einen Apfel zu und Bastian befahl er, er solle doch zuerst mal hier aufs Klo, bevor er sich auf den Weg nachhause machte, denn sein Gezappel würde nicht mehr lange helfen, und schon gar nicht bis zu seinem eigenen Klo. Nachdem Bastian sich vergewissert hatte, er würde trotzdem auch einen Apfel bekommen, hüpfte er mit Begeisterung durch die Küche, bis ihm die Patentante am Schlafittchen packte und ihn über den Flur zum Klo schleppte, damit er endlich wieder ruhig stehen könnte.

Obwohl Eduard inzwischen wohl versorgt in seinem Bett lag, wollte der Schlaf sich einfach nicht einstellen. Das Gemurmel der Stimmen aus der Küche, das ihn oftmals in den Schlaf trug, empfand er heute eher als störend. Er machte sich Vorwürfe, weil er sich den Fußball doch nur gewünscht hatte, um zu beweisen, daß er der Größte werden kann, wenn er einen eigenen Fußball hat und nicht nur mit dem bunten Ball, der seiner kleinen Schwester und ihm gehört und viel zu weich ist zum Kicken, daß er dann, dann allen zeigen könne, was in ihm stecke. Und jetzt lag er hier im Dunkeln, wußte, unten redeten sie auch über Siggi und Rosalie, über den schlagenden Vater, der sogar die Frau haute, das wußte er schon lange, das wußten alle, aber keiner sagte das vor ihm und der Siggi war wütend auf ihn geworden, als er ihn fragte, ob denn auch seine Mama schlagen würde. Drei Tage hat er dann nicht mehr mit Eduard gesprochen. Verdammt lange drei Tage, wo sie doch zusammen in einer Schulbank sitzen und der Lehrer Scheidle an keinem der Tage Anlaß sah, einen von beiden in die Ecke oder ganz nach hinten zu setzen.

Siggi kam am nächsten Tag nicht zur Schule, Bastian und Ferdinand waren gleich nach Schulschluß vorbeigekommen, um Eduard zu erzählen, daß das ganze Dorf und sicher auch die Dörfer ringsum nichts anderes mehr redeten als über den Fußballschuß in sein Gesicht, und daß der Ferdinand verboten bekommen hat, die nächsten Wochen Fußball zu spielen. Am liebsten wäre Eduard aus dem Haus geschlichen, um seinen Freund Siggi im Geheimversteck zu treffen, denn das Versteck diente Siggi auch als Zufluchtsort, um sich vor seinem Vater zu verstecken. Aber Eduard mußte im Bett still liegenbleiben und aus der Sorge um seinen Freund und sein schlechtes Gewissen, daß er Schuld daran habe, daß Siggi mal wieder Schläge einstecken mußte, wurde sein Haß auf den Fußball und sich selber größer.

Abends nach dem Abendessen kam seine Patentante nochmal vorbei, sie war zwar tagsüber schon immer mal wieder auf einen kurzen Sprung hier gewesen, und es erschien Eduard auch nicht sonderlich, sie unten in der Küche mit den Eltern sprechen zu hören. Aber als er sich runterschlich, weil er aufs Klo mußte, vernahm er die Stimme seiner Tante, keiner wisse, wo das Mädchen sei, die Polizei sei eingeschaltet, sämtliche Klassenkameraden ausgefragt worden und ihm war schlagartig klar, das Verschwinden von Rosalie hat mit seinem Fußball zu tun. Mit ihm. Er schlich sich nach oben, kroch ins Bett und wollte sich am liebsten auf der Stelle verschwinden lassen, für immer, er haßte Siggi, wahrscheinlich hatte er seiner Schwester erzählt, daß die Hosen voll waren und sicher wolle sie ihn jetzt nicht mehr heiraten, da stand er ruckartig auf, nahm den Fußball unter dem Bett hervor, den er dort abgelegt hatte, damit er ihn nicht sehen konnte, lief ans Fenster mit dem Vorsatz, sich seiner zu entledigen, indem er ihn meilenweit wegwerfen würde. Kaum war das Fenster geöffnet, sah er jemanden unten stehen, der Richtung seinem Fenster blickte. Siggi. Ohne zu überlegen, raste er aus seinem Zimmer schnurstracks durch die Hintertüre auf Siggi zu und umarmte ihn.

Durch den Krach aufmerksam geworden, kamen die Eltern und die Patentante hinzu, die die beiden sanft aber bestimmt in die Küche führten. Siggi hatte ein geschwollenes Auge und schwer gerötete Wangen, als er sich partout nicht setzen wollte, sondern sich lieber nur an den Küchenschrank anlehnte, bedrängten die Eltern ihn nicht weiter. Eduard durchbrach das entstandene Schweigen, er hasse diesen Fußball, er sei schuld, er sei schuld und er redete sich gerade richtig in Fahrt über seinen Haß und seine Wut, als Siggi zu ihm hintrat, ihn umarmte und laut und deutlich sagte, mein Vater war schuld.

Gleichzeitig löste sich bei Siggi eine Sturzflut von Sätzen, aus denen zu vernehmen war, was am vorigen Abend geschah. Sein Vater habe ihn, als sie zuhause ankamen, aus dem Auto gezerrt, auf ihn eingeschlagen, weil seine Noten in der Schule zu schlecht wären, um auch aufs Gymnasium zu können, dies sollte ihm eine Lehre sein, nicht mehr herumzulungern, so wie er es ihm schon so oft gesagt habe. Da sei Rosalie auf ihren Vater losgegangen und hätte ihm in den Rücken geboxt, an den Haaren gezogen und so eine unglaubliche Kraft gehabt, daß, als er sich umdrehte, sie ihm auch in den Bauch getreten habe. Sein Vater hätte daraufhin Rosalie an den Haaren über den Hof geschleift, und als die Mutter dazukam, hätte der Vater sie beschimpft und solange auf sie eingedroschen, bis der Knecht ihn von ihr weggezogen hätte und seinem Vater mit einer Anzeige gedroht habe.

Rosalie und der Knecht hätten seine Mutter ins Haus gebracht, Rosalie hat sich um Mutter gekümmert und jeder hätte so getan, als wäre nichts geschehen, weil es ja auch nicht das erste Mal war, daß sein Vater um sich schlug. Morgens wollte Rosalie in die Schule gefahren werden, obwohl Mutter ihr anbot, zuhause zu bleiben. Sie hat mir den Zettel zugesteckt und gesagt, ich hol euch da weg, sei bloß still, bis du von mir hörst.

Siggi griff in seine Hosentasche, sagte, er wolle es nicht lesen und streckte den Zettel Eduards Mutter entgegen, er habe es noch keinem gezeigt. Auf dem Papier stand, sie, Rosalie würde wissen, Siggi würde den Zettel Eduards Eltern zeigen, sie sei jetzt in Sicherheit, denn sie wäre zu ihrer Tante nach München unterwegs und würde für immer dableiben. Sie könne die Schläge nicht mehr aushalten, es sei ihr egal, ob es jetzt alle wissen würden. Und ob Eduards Eltern den Siggi solange behalten könnten, bis die Tante aus München kommen würde, ihn zu holen. Die Tante würde das sicher so wollen, denn sie hätten schon mal darüber gesprochen. Und den Eduard würde sie sehr gerne mögen. Rosemarie Kutterer.

Eduard weinte, die Patentante schniefte und umarmte abwechselnd Siggi und Eduard. Der Vater meinte, er sei mal kurz weg beim Bürgermeister, dauert nicht lang. Als er zurückkam, wurde beschlossen, der Siggi wohne erstmal bei der Patentante, weil er da wahrscheinlich nicht vom Vater gesucht werde, meinte der Bürgermeister, alles weitere klären wir morgen. Der traurige Blick von Eduard und Siggi und ein Stubser von Eduards Mutter veranlaßten ihn, darüber nachzusinnen, ob es denn vielleicht nicht besser wäre, wenn beide Buben heute Nacht bei der Patentante schlafen würden.

Während die Mutter und die Patentante damit beschäftigt waren, die Stubencouch für die beiden Jungs herzurichten, lief Eduard in sein Zimmer, um für Siggi einen seiner Schlafanzüge zu holen, als er das geöffnete Fenster bemerkte und den Fußball, der darunter lag. Er drückte den Fußball an sich, ich hasse dich, ich hasse dich nicht, aber jetzt gehörst du Siggi.

Eduard und Siggi haben am letzten Tag, bevor Siggi mit seiner Mutter nach München zog, den Fußball in ihrem Geheimversteck vergraben. Eduard beerdigte seinen Haß auf den Ball, und Siggi besiegelte damit eine lebenslange Freundschaft.

Doris Mock-Kamm

Eduards Hass auf den Fußball (Teil 1)

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EU-Gipfel: Westliche Arroganz setzt Schmierentheater fort

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Syrien-Krieg als Aushängeschild weiterer Schandtaten

Vier lange Jahre bombte ein Bollwerk angeblicher Despotenbefreier, eine Allianz der Westmächte, in der Arabischen Republik Syrien, bevor im Spätsommer des letzten Jahres Russland ebenso militärisch eingriff. Die Bezeichnung „Syrien-Bürgerkrieg“ verschleiert viel eher die Tatsache, daß etliche Nationen nonchalant in diesem Land ihre Waffen und geschulte Rebellen einsetzen.

Gestern beim EU-Gipfel setzte die westliche Arroganz ihr Schmierentheater fort, und zwar per Aufschrei in der sterilen Welt der Gipfeldiplomatie. Welch Schauspiel, den Syrien-Krieg als Aushängeschild weiterer Schandtaten zu benutzen. Dabei kommen immer mehr Zivilisten auf grausamste Weise ums Leben, während man sich im Einerlei weiterer Sanktionen gen Russland gegenseitig beweihräuchert.

Angela Merkel nutzt die Gunst der Stunde

Tritt ans Podium, um ihre Hilflosigkeit vor den versammelten Teilnehmern zu demonstrieren, welch Trauerspiel und Verhöhnung eigentlicher Umstände. Man sollte nicht vergessen, daß im Zuge des Arabischen Frühlings der Westen, allen voran mit freundlich gezielter Unterstützung der USA, Assad als Diktator ausgemacht hatte, mittels Protesten und Unruhen im Lande gestürzt werden sollte, was allerdings mißlang. Grund genug per Terrorsöldner, aus der Sicht des rechtmäßig gewählten Präsidenten, Syrien in diesen Krieg zu verwickeln.

Der nun schon über fünf Jahre tobt, inzwischen die Welt entsetzt gen Aleppo schaut, dort von zivilen Opfern die Rede ist, während all die Jahre zuvor die Opfer der westlichen Allianz als Kollateralschaden bezeichnet wurden. Was für eine zynisch verlogene Moral, die gen Himmel stinkt, um das neu erschaffene Feindbild gen Russland erst recht zu festigen! Daher weht der Wind, nutzt Angela Merkel theatralisch die Gunst der Stunde. Hatte man schon per Maidan-Putsch dafür gesorgt, nach der Krim-Rettung durch Putin, Russland mit Sanktionen zu bestrafen, bietet sich im Syrien-Krieg ein zusätzlicher Anlaß.

Fortsetzung der Destabilität des Nahen Ostens

Da kommen gleich zwei Varianten mit ins Spiel: zum einen Trumps Haltung zum Iran, und zum anderen die Rüstungspolitik der BRD. Im US-amerikanischen Wahlkampf betonte der republikanische Kandidat seine „Priorität Nummer Eins“: die Rücknahme des Iran-Deals. Bekanntermaßen unterstützt der Iran Assad, insofern paßt das Vorhaben des neugewählten US-Präsidenten ins Konzept der Nahost-Politik.

Gleichzeitig unterstützt die BRD ausgerechnet das verfeindete Arabische Königreich Saudi-Arabien aus der Sicht Assads, Ursula von der Leyen glänzt per unheilvoller Mission. Was für eine gefährliche Gratwanderung, die den gesamten Nahen Osten erst recht destabiliert. Man möchte so gar nicht an Zufälle glauben, sondern es offenbart sich viel eher eine gezielte Absicht dahinter, wobei die Fronten noch viel mehr Leid für die Zivilbevölkerung bedeuten. Das bügelt man dann zu bestimmten Anlässen wie jüngst beim EU-Gipfel wieder rührselig glatt, um das eigene Gewissen zu beruhigen.

Krieg bedeutet immer Zerstörung, eine Kapitulation des Humanismus. Solange Menschen nicht begreifen, daß sie selbst entscheidend mitbeteiligt sind an Entwicklungen, die zu Kriegen führen, ändern sich derartige Szenarien nicht.

Lotar Martin Kamm

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Ausbeutung stets unterwegs

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Eingeschlossen chancenlos,
ausgeliefert totaler Ungewißheit.
So manch höhnischer Boß
lernt nichts, wird nicht gescheit.

Denn dazu bedarf es mehr Weitsicht,
die schon lang abhanden gekommen.
Man suhlt sich lieber im glänzenden Licht,
berauscht vom Reichtum, ganz benommen.

Sie denken, jenes perfide Spiel endlos ginge,
obwohl stets Gewalt Gegengewalt hervorrief.
Begreifen nicht solch einfachen Dinge,
Hauptsache der Profitsegen weiterlief.

Ausbeutung mag zunächst funktionieren,
stets solch altbekannte Methoden greifen.
Die Geschäfte scheinbar ewig florieren,
Ahnungslose lassen sich dabei einseifen.

Aber wehe, wenn Mensch sich davon befreit,
dann tobt ein wütender Mob durch die Straßen,
bald ist’s schon wieder soweit,
man erkennt es am tagtäglichen Hassen.

Lotar Martin Kamm

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Auf der Suche nach dem Ich

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Eine unwirtliche Welt erschwert sie mehr denn je

Reisende soll man ziehen lassen in weite Fernen, wo doch Mutter Erde so wunderschöne Orte und Landschaften bietet, die gesehen und erlebt werden wollen. Wer kennt es nicht, dieses Gefühl aus Neugier, gutdurchdachter Planung und dem sich Treiben lassen, gänzlich seiner Intuition folgend. Wer weiß, was da noch an Überraschungsmomenten uns begegnen.

Natürlich gilt das ebenso für die Entdeckungsfahrten ins Innenleben, wenn wir nachdenklich zurücklehnend, innehaltend das bisherige Dasein reflektieren. Gab es nicht schon immer gewisse Sehnsüchte, die man beiseite schob, verdrängte im hektischen Alltag, die selbst in Stunden der Besinnung keine Wege der Entfaltung fanden? Was verbirgt sich eigentlich auf der Suche nach dem Ich, wobei eine unwirtliche Welt sie doch mehr denn je erschwert?

So wie oben, so auch unten – Mikrokosmos gleich Makrokosmos

Der Buddhismus will jenes „So wie oben, so auch unten“ verdeutlichen sowie „Mikrokosmos gleich Makrokosmos“, das natürlich für alle Menschen gilt: im Einklang mit sich selbst sein, eine Grundvoraussetzung. Für was, werden vielleicht manche fragen? Ganz bescheiden und pragmatisch: um harmonisch im Gleichgewicht sämtlicher Kräfte im Innen und Außen zu wirken.

Wenn diese Balance sich ändert, mittels disharmonischer Umstände gestört wird, beginnt das Zurechtrücken, die Bemühung um Schadensbegrenzung, wer denn wirklich daran arbeitet, sich dessen bewußt. Je weniger Ballast, Sorgen und materielle Abhängigkeiten, desto gelassener vermögen wir die Dinge zu überschauen, sie zu ordnen und sorgenfreier zu leben.

Schon leichter formuliert als umgesetzt. Erklären Sie das mal all jenen, die am Existenzminimum herumkrebsen müssen. Spitze Zungen kommentieren dann gern, jeder sei seines Glückes Schmied, was man keineswegs so bestätigen mag. Lebensumstände können wir ein Stückweit verändern, beeinflussen, doch beim Heranwachsen in bestimmten Elternhäusern werden Denkmuster und Strukturen gewisser Angewohnheiten sowie sozialer Bindungen manifestiert, von dessen Fesseln im Laufe des Lebens sich befreit werden muß – eine zeitaufwendige Entwicklung, die manche ausbremst im Schaffensdrang, sie unter Umständen ablenkt vom eigentlichen Kurs. Wie wichtig offenbart sich hierbei der gefestigte Charakter, der eine Chance bedeutet, entsprechend gegenzusteuern?

Größte Kraft im Kosmos ist die Liebe

Kaum etwas ist zerstörerischer als abgrundtiefer Haß, wie uns allen tagtäglich vor Augen geführt wird. Um so wichtiger, sich der ureigentlichen Botschaft der inneren Gelassenheit zu widmen. Und nur eines kann ihr dabei hilfreich zur Seite stehen: die größte Kraft im Kosmos – die Liebe.

Lassen wir sie zu, verinnerlichen sie, damit sie in allem wirkt, was wir erschaffen. Dieser Prozeß verbrieft uns eine tiefe Harmonie im Sein selbst, wenn wir ihn verinnerlichen und ausleben. In sofern jede Reise zunächst dort beginnt, wo das eigene Ich sich aufmacht, mit dem Außen zu kommunizieren.

„Wo Liebe wächst, gedeiht Leben – wo Haß aufkommt droht Untergang.“ (Mahatma Gandhi)

Achten wir tunlichst darauf, daß letzteres weltweit nicht überhand nimmt, denn die Menschheit steht längst an dieser Schwelle.

Lotar Martin Kamm

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