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Widerlich, bösartig und inhuman – so was will an die Regierungsmacht
Was muß noch alles geschehen, bis etliche endlich begreifen, daß man Terror niemals mit Krieg oder Gegengewalt lösen kann, sondern stets die Ursachen erkennen sollte, um diese abzubauen oder gar zu verhindern. Der Anschlag in Berlin war auch ohne selbstgefällige Kommentare aus der rechten Szene längst vorausschaubar, nachdem in Frankreich und Belgien bereits schreckliche Terroranschläge die Menschen in Angst und Schrecken versetzt hatten.
Der AfD fällt nichts besseres ein, als ihr Vorhaben zum bevorstehenden Wahlkampf direkt nach dem Berliner Anschlag in die Tat umzusetzen, um per Twitter-Kommentare herumzugiften, sie habe es doch schon immer gewußt, in erster Linie wird Frau Merkel eine Schuld angelastet, im Facebook äffen zahlreiche Anhänger den Shitstorm nach. Dermaßen simpel macht es sich die rechte Mischpoke: widerlich, bösartig und inhuman – so was will obendrein an die Regierungsmacht.
CSU bläst ins selbe Horn ohne jedwede Scham
Was nicht weiter verwunderlich, schließlich hat der Bundestagswahlkampf schon längst begonnen, da muß halt ein Anschlag in Berlin nützlich ausgeschlachtet werden, wenn Horst Seehofer an die Neujustierung der Einwanderungspolitik erinnert. Besonnene Reaktionen von den Linken und Liberalen werden mit Spott belächelt oder verhöhnt.
Selbst der designierte US-Präsident Donald Trump ließ es sich nicht nehmen, um ziemlich schnell gar von einem islamistischen Anschlag in Berlin zu sprechen, obwohl noch gar kein Täter klar überführt war. Das bedeutet nichts gutes, paßt zur kritischen Einschätzung unsererseits.
Apropos Scham. Auch der bekannte „Fettnäpfchentreter“ Niels Ruf bestätigt sein Können auf diesem Gebiet, in dem er per Twitter verkündete: „Dieses Jahr bin ich ja schon fast froh, den Weihnachtstruck verpasst zu haben“, das Ganze mit einem Photo eines Coca-Cola-LKWs inmitten einer Menschenmenge vor dem Brandenburger Tor. Pietätlos ist noch eine freundliche Formulierung zu solch einer Entgleisung, die anschließende Empörungswelle gegen den Fernsehmoderator mehr als berechtigt!
Wieviel Terror verträgt unsere Gesellschaft ohne leidvolle Einbußen?
Reaktionen folgen nach dem Berliner Anschlag nicht nur bei den rechten Kräften, sondern garantiert in Regierungs-, Justiz- und Polizeikreisen. Das läßt sich nicht vermeiden. Dabei stellt sich in erster Linie die Frage, in wie weit nicht nur unsere Sicherheit stetig abhanden kommt, sondern auch in wie weit die Freiheit des Einzelnen beschnitten wird. Kontrollen mögen nützlich sein, doch bedeuten sie ebenso Einschränkung sowie ein wachsendes Mißtrauen.
Das Ende friedlichen Zusammenlebens somit auf lange Sicht gefährdet? Keine Entspannnung mehr möglich, um hinter der nächsten Ecke neuem Terror entgegen zu blicken? Genau das wollen nicht nur die Täter, sondern jene Rechtspopulisten setzen bereits alles daran, um möglichst viele Ängste zu schüren, Flüchtlingspolitik gänzlich zu negieren genauso wie eine multikultuerelle Gesellschaft, ein Zurück zum Nationalismus zu fordern. Dies gilt es unbedingt zu verhindern seitens demokratisch wacher Menschen hierzulande, europa- und weltweit.
Feindbild erschafft vom neu formierten rechten Rand, Hauptsache alles Fremde begafft, erhebt er erneut die strafende Hand. Schreibt es an jede Wand: Deutschland will sie nicht mehr, die Wiederholung solcher Schand!
Lotar Martin Kamm





