Blicke in die Zukunft lassen furchtbares erahnen

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Die NWO alles andere als Verschwörungstheorie

Während draußen erneut die Sirenen aufheulen, die die nächste Angriffswelle der Bomber ankündigen, blicken dir leuchtende Augen erwartungsvoll entgegen, niemand kann voraussagen, ob anschließend das Leben weitergeht. Letzte Nacht hatten vier Mädchen, drei Jungs und zwei Erwachsene sterben müssen, es nicht rechtzeitig geschafft, den Schutzbunker aufzusuchen.

Allerdings wissen wir zu genau, daß kaum Zeit für Trauer vorhanden, nur in stillen Momenten der Verzweiflung, wenn ohnehin das unerträgliche Warten ob eines bevorstehenden Endes des Bombenhagels anhält, schießen gleichzeitig viele Gedanken durch die Köpfe, spulen sich bei manchem in Sekundenschnelle Bilder des eigenen Lebens wie ein Film ab.

Kriege beherrschen den Weltenlauf

Unerträglicher Verkehrslärm, der ganztags kaum bis gar nicht zur Ruhe kommt, teilweise in Spitzenzeiten auf Dauer Hörschäden verursacht, die schleichend stattfinden, doch kaum jemand Anstoß nimmt, von der Luftverschmutzung ganz zu schweigen.

Noch in den 1970iger Jahren hatten besonders in Deutschland aufmerksame, wache Geister über eine anhaltende Umweltbelastung sich mockiert, überhaupt ein Bewußtsein darüber in die duldsame Bevölkerung platziert, weichen Jahrzehnte später ahnungslose Generationen solchen Gedanken besser aus, zumal ganz andere Probleme längst ihnen bevorstehen.

Kritische Auseinandersetzungen mit tagespolitischen Mißständen finden nicht mehr statt im Strudel sich verselbständigender Kriegsszenarien, die zunächst langsam weltweit verstreut seitens den USA initiiert werden, aber keinerlei Reaktionszeit mehr zulassen angesichts der gutdurchdachten, geplanten Militäraktionen. Zunächst als realitätsfremd verschrien, müssen sich Kritiker als sogenannte Verschwörungstheoretiker beschimpfen lassen, bis genau das eintritt, vor welchem diese stetig warnen: eine ausnahmslos gezielt vorbereitete Weltherrrschaft. Waffen sprechen, Kriege diktieren politische Entscheidungen, die NWO rückt gefährlich nahe.

Wer stoppt diesen Wahnsinn?

Die Ozeane treiben ihn an die Strände, den lang verursachten Müll einer industrialisierten Epoche, deren Errungenschaften unlängst erschöpft, da wichtige Ressourcen keinen Nachschub mehr liefern. Mensch hatte sich alles genommen, was Mutter Erde ihm offenbarte, gedankenlos, gierig, ohne Sinn und Verstand. Es zeigen sich all die angekündigten Bedenken, die dennoch eine stille Masse zuläßt, sich somit nicht aus der Verantwortung ziehen kann.

Unnötig, die erhobenen Zeigefinger, wenn Mensch erstickt im Müll stinkender Kloaken und in baumlosen Landschaften? Wo kein Raum mehr für kreative Ideen, sondern lediglich gezielte Kriege ein siechendes Ende eher abkürzen?

Eine dermaßen dominante Weltherrschaft sich einfach so ausbreiten darf, um solch düstere Szenarien der Menschheit zuzumuten? Die Phantasie läßt sie mit ein wenig scharfem Verstand an uns vorbeiziehen. Doch wer stoppt die globale Weltherrschaft? Ganz einfach: die Bürger selbst. Aber nicht, in dem sie wie derzeit schweigsam konsumierend und abwartend erdulden, was da auf sie zukommen mag, sondern im Vorfeld sich erheben, ihr Leben selbst bestimmen.

„Alles, was sich ein Mensch vorstellen kann, werden andere Menschen verwirklichen.“ (Jules Verne)

Im Umkehrschluß bedeutet dies, daß noch manch grauenvolle Science-Fiction-Szenarien uns begegnen können. Verhindern wir sie, bevor es zu spät ist!

Lotar Martin Kamm

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An der spannendsten Stelle ist Schluss

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„Stefanie, vergiß nicht, wir wollen spätestens in einer halben Stunde losfahren!“
„Was?“
„Stefanie, wir fahren in einer halben Stunde, bis dahin solltest du gerichtet sein!“
„Ja!“
Es ist doch erstaunlich, sie weiß wohl immer genau, an welcher Stelle es in meinem Buch am spannendsten ist. Keine Minute, ach was, keine Sekunde vorher und nachher, immer am spannendsten Punkt. Sie hätte auch rufen können, als ich den Abschnitt las, indem Luigi Antoniotti bei Frühstücktisch seiner 15-jährigen Tochter ausdrücklich verboten hat, sich mit den Losern, wie er ihre Freunde nennt, nachmittags am Strand zu treffen. Tochter, Vater Disput am Morgen, nichts besonderes, Tochter versteht Vaters Argumente nicht, Vater verbietet sich ein Zuwiderhandeln seiner Ermahnung.

Aber gerade jetzt ist Luigi Antoniotti auf dem Weg zu einem neuen Hinweis in dem von ihm ermittelnden Fall der Geldwäsche, der bis in die höchsten Regierungskreise führt, aber auch in den Schlund der Kleinkriminalität rund um den Marktplatz und in den Vororten. Eine Stimme flüsterte ihm, als er seinen ersten Schluck Kaffee im Büro trank, ins Ohr, nachdem er sich nach mehrmaligem Klingeln doch dazu entschloß, den Telefonhörer abzunehmen, er solle in der S. Magdalena Straße unter dem Verkaufsständer, der vor dem Spirituosenladen von Manolo steht und eine Weinflasche darstellt, die vor allen Dingen dazu dient, die Touristen in seinen Laden zu führen, nach einer kleinen auf rosa Papier geschriebenen Notiz nachgehen, die ihm sicherlich einen großen Schritt weiter in seinen Ermittlungen bringen würde.

Luigi Antoniotti kam die Stimme bekannt vor, vielleicht gerade deshalb, weil sie durch den Flüsterton seine ganze Aufmerksamkeit verlangte, und er war sich fast sicher, diese Stimme kann nur von Guiseppe, dem Verkäufer bei Manolo, stammen, der erst seit wenigen Monaten urplötzlich diesen Job übernahm, nachdem Francesco, der fast als eigener Sohn von Manolo angesehen wurde, nicht mehr aufgetaucht war und auch seine Frau noch Verwandte etwas über seinen Verbleib zu wissen schienen, jedenfalls hüllten sich alle in Schweigen, es wurde gemunkelt, er hätte sich mit einer Liebschaft in die Staaten oder Karibik abgesetzt, Gelegenheit sich nebenbei Geld auf die Seite zu packen, schien er gehabt zu haben, glaubt man Stella und ihren Kolleginnen, die nicht gerade bereitwillig ihre Aussagen zu Protokoll gegeben haben, nachdem Luigi Antoniottis Arbeitskollege Franco, der in diesem Fall ermittelte, sie unter Druck gesetzt haben soll, da er unbedingt einen Fahndungserfolg nachweisen wollte, soll Francesco doch auch, man fand seine DNA an mehreren Zigaretten, die in der Wohnung des entführten Stadtrats Parelli nicht nur in den Aschenbechern, sondern auch auf den Wegen der weitläufigen Anlage seiner Villa lagen, und man nicht hundertprozentig ausschließen konnte, ob Francescos DNA-Spuren nur darauf zurückzuführen sind, weil er für Manolo auch den Fuhrdienst übernahm, um die Spirituosen, aber auch teure Tabakwaren an die Lieferadressen zu bringen.

Diesen Gedankengang behielt Luigi Antoniotti aber für sich, als er seinem Kollegen kurz die Info gab, daß er einen Hinweis nachprüfen werde, der ihm gerade zu Ohren gekommen war und fuhr direkt ohne den Umweg über die Stadtbahn durch die kleinen engen Straßen zu Manolos Laden, der in der S.Magdalena Straße fast am Ende zum großen Marktplatz sich befand, über den schon seit vielen Jahren kein Auto mehr fahren durfte, damit die Touristen in den umliegenden Hotels und Pensionen nicht durch Autolärm genervt werden sollten, nunmehr aber durch die vielen Bars und Restaurants genauso keine richtige Nachtruhe finden konnten, und die Parkplatzsituation verheerende Auswüchse annahm, da viele ihr Auto geradewegs in den engen Straßen auf den Bürgersteigen parkten oder sogar in zweiter Spur, sodaß Polizei-, Kranken-, Feuerwehrwagen immer öfters Probleme haben, zum Einsatzort zu gelangen.

Luigi Antoniotti stellte seinen Wagen deshalb in zweiter Reihe, einen blauen Ford damit behindernd, wegfahren zu können, aber er hatte ja auch nicht vor, stundenlang sich vor Manolos Laden aufzuhalten, sondern wollte die rosa Notiz, sollte sie sich wirklich unter dem Werbeständer befinden, an sich nehmen, sie wenn möglich kurz analytisch in die Puzzleteile, die bisher zu dem Fall der Geldwäsche zusammengetragen wurden, einfügen und daraufhin wieder in sein Büro zurückfahren, denn er hatte fast vergessen, daß heute Vormittag das Verhör von Simone De Angelis fortgeführt werden sollte, das unterbrochen worden war, weil Simone De Angelis einen Schwächeanfall erlitt bei seiner letzten Vernehmung und deshalb zwei Tage im Gefängniskrankenhaus behandelt worden war und der vormittägliche Termin kurzfristig anberaumt worden war, da der Staatsanwalt, wie alle Kollegen, die mit dem Fall betraut wurden, von oberster Stelle die absolute Priorität für diesen Fall unmißverständlich mitgeteilt bekommen haben und deshalb eher eine völlige Unruhe und gegenseitiges Belauern auslöste zwischen den einzelnen Kollegen, die in diesen Fall involviert waren.

Und weil ihm das erst wieder während der Fahrt einfiel, war er über sich selbst erbost, da er eigentlich, um diesem Verhör noch pünktlich von Anfang an beizuwohnen, sofort eine Kehrtwende hinlegen sollte und über der Stadtautobahn sämtliche Tempovorschriften ignorieren mußte, um wenigstens die Hälfte der Aussagen, die Simone De Angelis hoffentlich bereit war zu tätigen, mit eigenen Ohren zu hören.

Die rosa Notiz war schon von weitem zu sehen, denn sie war ein DIN-A4-Blatt, das nur mit einer kleinen Ecke vom Werbeständer festgehalten wurde. Luigi Antoniotti brauchte also sich nicht die Mühe zu geben, den Werbeständer hochzuheben oder zu verschieben, das rosa DIN-A4-Blatt war mühelos aufzuheben, so daß er es quasi im Vorbeigehen nur pflücken brauchte, es aber nicht vor aller Augen lesen wollte, deshalb formte er es langsam zur Notizbuchgröße, als er wieder Richtung Auto ging, in dem Moment fuhr seine Tochter auf dem Rücksitz eines Motorrades und auch noch ohne Helm, aber den Mann engumschlungen, der mit dem Motorrad vom Marktplatz kommend geradewegs an ihm vorbeifuhr.

„Stefanie, wo bleibst du denn, wir müssen los!“ „Stefanie!“
„Ah, genau das meine ich, immer an der spannendsten Stelle, so als ob sie heimlich mitlesen würde, verdammt! Komme gleich, Moment!“

Doris Mock-Kamm

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Umfrage zu Donald Trump

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Hillary Clinton hat die US-Wahl nicht gewinnen können, weil die Mehrheit der Wahlmänner sich für Donald Trump entschied. Während die einen frohlocken, eine „Killary“ verhindert zu haben, warnen die anderen vor dem Rassisten und Sexisten The Donald. Zwei Lager aus den Pest und Cholera Fraktionen belauern sich gegenseitig, die größte Militärnation mit den meisten Atomwaffen wird schon bald vom 45. Präsidenten Donald Trump regiert.

Inzwischen gibt es gar erste Stimmen, die diesen als John F. Kennedy hochstilisieren, weil er sich angeblich gegen das Establishment stellt, eine vermutete Gefahr für den Globalismus darstelle, sich für den alleingelassenen Mittelstand einsetzen wolle. Insofern sehen manche sein Leben in Gefahr, er könne genauso wie Kennedy erschossen werden. Gleichzeitig traut man ihm zu, den Weg zurück zur Entspannung mit Russland zu finden, die Welt sei daher wesentlich sicherer.

Anlaß genug für Querdenkende Sie bei diesen neuen Konstellationen mit einzubeziehen, in wie weit Sie jene Entwicklung beurteilen. Daher bitten wir um eine rege Beteiligung bei der Umfrage, die heute startet und am 25. November endet. Es stehen wieder einige Antworten zur Verfügung, wobei mehrere angekreuzt werden können. Dennoch kann nur einmalig abgestimmt werden.

Lotar Martin Kamm

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Mit Pauken und Trompeten – Zeiten in schwierigen Nöten

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Satirischer Rückblick…

Dabei wird och dieser Trumpty Dumpty keineswegs erröten. Ganz im Gegenteil, uff all die verlockende Knete is er geil. Obendrein in den letzten Tagen haben etliche Wichtigtuer uns etwas zu sagen, verhöhnen besorgte Fragen, die doch dazu führen können, ne Menge Zweifler zu versöhnen. Aber dies scheint ungewollt, deshalb jene Lawine des Hassens über uns hinwegrollt.

Narratonen sind nicht nur zur Fasnet unterwegs, sie gehen uns ab jetzt erst recht auf den Keks. Nicht zufällig die Welt den Atem anhält, es zählt erneut nur noch das Geld. Dafür kann man unbedarft nahezu alles machen, überall wird’s somit kriegerisch krachen. Herrschaftszeiten, historische Wahrheiten im Gerangel ihrer Glaubwürdigkeiten? Dermaßen simpel lassen sich erneut Massen bewegen, obendrein Kirchen geben dazu ihren Segen? Wie verwegen!

Wir sehen es doch, wie Mensch arrogant und ignorant tickt, sich gar mit Pelzen bespickt. Tierleid wird och hierzulande per Nerzfarmen geduldet. Wer hat dies wohl verschuldet? Manch Herzlose läßt man gewähren am grausamen Geldvermehren. Selbst Schreiberlinge sind sinnentleert dabei? Einerlei.

Wir können es doch überall ersehen, jenes gewaltvoll bösartige Geschehen. Auch ordinäre Sprache ist allenthalben unterwegs bis in Wahlkämpfe hinein. Was steht auf weiter Flur allein? Klar doch, die Mär vom Siegen. Mit jener Feststellung werden Sie richtig liegen. Trumps Wahlsieg beflügelt schlummernde Kräfte, sie steigen auf, es brodeln blutrünstige Säfte zuhauf, die ihre Chancen och hier in Europa wittern. Wann beginnt das berechtigte Zittern ob solcher Aussichten? Ach, sie werden es für uns schon richten?

Völlig ungeniert ham se uns mal wieder anjeschmiert. Blondinen irritiert? Egal, nach dieser Wahl schmeckt jedes Bier schal, wird zur Qual. Die Politik berücksichtigt die ärmere Bevölkerung ohnehin zu wenig. Welch simpler Trick, Hauptsache die Masse hält still, macht, was die Elite will. War doch klar, neu erwachte Rechtspopulisten rechtfertigen Drohgebärden aus den USA.

Doch so manch Binsenweisheit ist nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluß, erst recht bei so viel hausgemachten Stuß. Der Mensch muß nur noch erkennen, wie leichtgläubig bestimmte Massen solch Häschern hinterherrennen. Sich mal trauen, genauer hinzuschauen. Och das Berufsleben zerstörerischer als man wahrhaben möchte? Wo manch eener noch dächte, man hätte Rechte? Da nutzet bestimmt kein Daumen drücken, sondern jetzt heißt es: Stühle zusammenrücken.

Lotar Martin Kamm

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Daumen drücken – zwischen Aberglauben und Stärke der Geschlossenheit

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Vom Symbol eines Kobolds bis hin in die römische Arena

Es klappt nicht immer, meistens nicht, trotzdem kommen viele nicht umhin, für jemanden oder für etwas Wünschenswertes den Daumen zu drücken. Schätzungsweise wird das Daumen drücken nur in ganz seltenen Fällen dafür benützt, um jemanden etwas Schlechtes damit zu wünschen oder etwas nicht gelingen würde.

Das Daumen drücken wird oftmals unbewußt angewandt und nicht selten auch von Menschen, die erbitterte Gegner von Aberglauben oder von Glaubenshoffnungen sind. Nun ist der Daumen von den fünf Fingern derjenige, welcher sich am deutlichsten von den anderen unterscheidet, nicht nur, daß er nur zwei Fingergliedknochen besitzt, er ist auch augenscheinlich der stärkste und dickste. Und damit können wir auch schon das Wort „Daumen“ erklären.

Mittelhochdeutsch dūme, althochdeutsch thūmo, der Dicke, der Starke. Eigentlich ganz einfach und offensichtlich. Das westgermanische thuman, starker, kräftiger Finger, bedeutet auch Daumenbreit oder Zoll. Das lateinische Wort tumere, geschwollen, ist verwandt mit Tumor.

Unsere Altvorderen haben sich vielleicht nicht nur wegen der Eigenart des Daumens, seine vielfältige Beweglichkeit zum Unterschied der anderen Finger, sondern auch weil er komplett unabhängig von den anderen Fingern agieren kann. Als Beispiel möge genügen, nicht alle Menschen können einzelne Finger für sich allein strecken oder einknicken.

Pi mal Daumen bezeichnet eine ungefähre Schätzung, der grüne Daumen bedeutet ein Händchen für gutes Gedeihen von Pflanzen. Vielleicht kennen Sie jemanden im Freundes- oder Bekanntenkreis, der gerne Däumchen dreht? Gemeint ist damit ein Ausdruck für Langeweile, der aber bei manchen Menschen auch in realer Handlung ausgeführt wird. Wenn Sie den Daumen draufhalten, wollen sie etwas nicht hergeben oder bewachen dieses Etwas sehr intensiv. Peilen Sie über den Daumen, so sind Sie bemüht, die Entfernung zu einem bestimmten Ziel abzumessen.

Kennen Sie diese Daumenregel: Mit ausgestrecktem Arm und der Hand zur Faust gebildet, berechnen Sie mit der Anzahl der Finger, die zwischen Horizont und Sonne abgezählt werden, die Zeit bis zum Sonnenuntergang. Sie müssen die Anzahl der Finger mit 8 (steht für Minuten) malnehmen.

Irgendwie selbstverständlich hat der Daumen auch Einzug in die Märchenwelt gefunden, wer kennt nicht die Erzählung des Däumlings oder vielleicht sogar noch das Original nach Grimms Märchen „Daumesdick“?

Eindeutig läßt sich die Bedeutung des Daumen drückens nicht nachvollziehen, wir wissen, daß der Daumen auch eine Rolle als Zeichen für Leben oder Tod darstellte. So soll es in den Arenen Roms die Begnadigung eines Kämpfers durch das Publikum mittels Daumen drücken, also durch das Zeichen einer geschlossenen Faust angezeigt worden sein.

Im deutschen Volks-, Aberglauben hatte der Daumen magische Kräfte und konnte vor Albträumen schützen. Der Daumen galt als Symbol für einen Kobold, und durch das Festhalten des Kobolds (Daumen) verhinderte man, daß ein Vorhaben mißglückte.

Bleibt noch zu erwähnen, daß im Englischen der Daumennagel thumbnail genannt wird. Thumbnail bezeichnet auch ein Vorschaubild (Miniaturbild), dies sind verkleinerte digitale Graphiken.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, daß in diesem Text alle „Anwendungsmöglichkeiten“ und Bedeutungen des Daumens aufgelistet wurden. Das Daumen drücken, das den kleinen Kobold im Zaun hält, um Verwirrung, Schabernack oder Übles anzurichten, kann aber so verkehrt nicht sein, und die geschlossene Faust als Zeichen für Lebenlassen erst recht nicht, oder?

In diesem Sinne wäre es vielleicht nicht völlig sinnlos, öfters die Hand zur Faust zu formen, mag sein, daß die Kraft des Daumens Sie davor schützt, die Fäuste nicht als Waffe einzusetzen, sondern als Stärke, die Ihre mentale Kraft unterstützt.

Doris Mock-Kamm

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Gesellschaft: Berufsleben zerstörerischer als man wahrhaben möchte

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Der Preis einer Leistungsgesellschaft

Wer kennt es nicht, dieses Gleichnis: Wie ein Fels in der Brandung hast du deinen Mann zu stehen. Inzwischen ist die Frau ihm ohnehin schon lange ebenbürtig im Berufsleben, wenn auch weiterhin mieser bezahlt, um Familie, Beruf locker zu meistern. Einfach die Ellenbogen verwenden, per Mobbing erreichst du genau das, was dir zweckdienlich den Berufserfolg garantiert, potentielle Konkurrenten werden gnadenlos verdrängt.

Diese Rechnung mag für viele aufgehen, aber sie hat ihren extrem hohen Preis, dessen eigentliches, tragisches Ausmaß tatsächlich niemand wirklich benennen kann: Die Menschen leiden dabei völlig unnötig. Dies drückt sich in ganz verschiedenen Konstellationen aus, eben weil wir Menschen auch sehr unterschiedlich sind. Zu meinen, man könne die Psyche einfach so mal austricksen, eventuell sogar mit Pillchen oder Drogen ihr ein Schnäppchen schlagen, kann sich ganz schnell als gefährlichen Trugschluß erweisen. Sowohl unser Seelenleben als auch der Körper merken sich alles, was wir uns antun. Dies sollten wir uns wie ein Logbuch oder einen akribischen Speicher vorstellen.

Nicht der Mensch steht im Vordergrund, sondern die Wirtschaft

Das bloße Registrieren psychischer Erkrankungen kann keineswegs zielführend sein, und selbst die kurze Beschreibung darüber sowie über die Forderung, die Unter- und Fehlversorgung der Betroffenen müßten doch durch eine schnellere und frühere Behandlung verhindert werden, kann nicht darüber hinwegtäuschen, was die ursächlichen Gründe anbelangt. Sie sind nicht einfach durch Therapien, Kuren im Zusammenspiel von Psychopharmaka zu beseitigen. Die Ursachen haben ganz viel mit unserer völlig verkehrt gelagerten Berufsgesellschaft etwas zu tun.

Stets hat der Mensch im Vordergrund zu stehen, und die Wirtschaft sich nach ihm zu richten, die Praxis handelt exakt umgekehrt. Das hinterläßt deutliche Spuren, die in Magersucht, Bulimie, Hyperaktivitätsstörungen, Ängste, Depressionen bis hin zum Burnout-Syndryom münden können. Da die Berufswelt schon in den Schulen ihren eigentlichen Beginn hat, denn diese muß sich ihr unterordnen, das Schulsystem richtet sich nach dessen wirtschaftlichen Bedürfnissen, dürfen wir uns nicht wundern, daß auch Kinder und Jugendliche zu den Betroffenen zu zählen sind.

Ständig haben wir uns alle der Leistungsgesellschaft zu stellen, dies bedeutet kaum noch Pausen im Sinne von Urlaub und Freizeit. Bei eigentlich sinkendem Einkommen bis hin zur totalen Verarmung spielen Existenzängste eine erhebliche Rolle, sind weitgehend Verursacher vieler psychischen Erkrankungen. Es macht eben keinen Sinn, die realen Sorgen einfach wegzudenken, sie begleiten uns ständig und überall bis hinein in unsere Träume. Das Unterbewußtsein leidet dabei wesentlich schlimmer, weil es fast alle körperlichen Funktionen zu steuern hat.

Exakt deshalb reagiert es um so heftiger, schafft sich den Freiraum notfalls sogar den Körper schädigend, nur um seinen Seelenfrieden zu erlangen. Ein Gemisch aus Hohn, Spott und beruflicher Aussichtslosigkeit führt natürlich ebenso zu heftig psychischen Reaktionen, die in Krankheiten münden. Und die Politik der Regierenden trägt fleißig dazu bei, weiterzuschüren, in dem mehr Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt werden, anstatt deeskalierend zu handeln. Wobei diese sich ohnehin als falsch aufgrund schlampiger, unqualifizierter Entscheidungen des ARGE-Personals entpuppt haben. Hauptsache durch „deutsche Gründlichkeit“ wird gehandelt.

Humanes Wirtschaftssystem eine utopische Wunschvorstellung?

Mitnichten. Eher berechtigt in unserer Gesellschaft, die sich nur noch nach den Leistungsvorgaben der Wirtschaft richten will. Diese muß daher erkranken, hat keine Chance, sich zu erholen. Wer drei mal im Jahr mit Urlaub sich Erholungspausen vom Berufsleben gönnt, neben Nanny, Koch und Gärtner mal eben sieben Kinder mit Beruf vereinbaren darf, wobei das nicht nur unsere ehemalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales betraf, hat gut reden, darf sich glücklich schätzen von psychischen Erkrankungen viel eher nicht betroffen zu sein.

Ob dies Kinder ohne Eltern oder zumindest ohne einen Elternteil die ersten drei Lebensjahre einfach so „wegstecken“, weil sie dann sehr früh von Fremdpersonen betreut werden, bleibt mal dahingestellt; nur weil das im anderen deutschen Staat völlig einfach so gehandhabt wurde, sind noch lange nicht die zwischenmenschlichen Nachteile berücksichtigt worden, das enge Band zwischen Mutter/Vater und Kind muß schon „geknüpft“ werden.

Ein folgerichtiger Weg war die 35-Stunden-Woche beispielsweise. Mehr Freizeit stand im Vordergrund, per Rückbesinnung der Gesellschaft wieder mehr Menschlichkeit zu gönnen, damit die Seele wieder baumeln darf. Das sollte unser Ziel sein, statt eine nimmersatte, maximal gewinnorientierte Wirtschaftspolitik uns alle unterordnet, das Joch, die Last ist zu schwer, der Mensch erkrankt, physisch und auch zunehmend psychisch. Der volkswirtschaftliche Schaden ist im übrigen geringer, wenn wir an das marode Gesundheitssystem denken, wäre er dabei eigentlich fast gänzlich zu vermeiden mit der Umsetzung eines humaneren Wirtschaftssystems.

Lotar Martin Kamm

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Binsenweisheit nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss

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Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen, ist teuflisch

Jeder scheint eine unbegrenzte Auswahl in seinem Sprachschatz zu besitzen, formuliert sie, teilweise in einer etwas anderen Weise, damit sie in ihrer Aussage dem entsprechen, wie der Sprechende die Welt sieht oder wie die Welt zu sein hat.

Die Binsenweisheit oder Binsenwahrheit hat sicher schon immer die Welt bereichert mit neuen Erkenntnissen, die absolut der Wahrheit entsprechen und deshalb nicht mehr angezweifelt werden können. Von niemanden, denn sie besitzen Allgemeingültigkeit, sind von vielen geprüft und von allen als wahr befunden worden, sie sind eine bekannte Tatsache, der Weisheit letzter Schluß.

Vielleicht haben Sie diesen Begriff schon lange nicht mehr gehört, denn mit Allgemeinplätzen will keiner mehr so richtig zu tun haben, da jeder für sich in Anspruch nehmen möchte, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Irgendwie paßt das vermehrte Aufkommen von „Weisheit strotzenden Menschen“ in unser Zeitgeschehen. In einem Zeitgeschehen, das geprägt ist von unzählig vielen Problemen und Fragen und von wenigen Antworten. Daß es dem Anschein nach weniger Antworten gibt, liegt nicht an der Menge der Antwortmöglichkeiten, sondern an der „Zulassung“ von Lösungsvorschlägen. Das ist nicht verwunderlich, denn viele Menschen möchten gewisse Antworten nicht gelten lassen, die wider ihrer Lebenseinstellung oder gegen das Gewohnte und Althergebrachte, deshalb Bewährtes zu sein scheinen.

Woher kommt der Begriff: Binsenweisheit, Binsenwahrheit? Um es vorwegzunehmen, es gibt mehrere Auslegungen über das Zustandekommen der Binsenweisheit. Irgendwie erbaulich, oder nicht?

Laut einem Gleichnis aus dem Altgriechischen wuchsen König Midas Eselsohren, die er mittels seiner Haare verbarg. Einzig der Barbier hatte Kenntnis davon, und es wurde ihm strikt untersagt, dies Geheimnis zu verraten. Nun war dem Barbier dies Geheimnis wohl zu erdrückend, aber um sich nicht einer Strafe auszusetzen, schrie er das Geheimnis der Eselsohren, die König Midas unter seinen Haaren versteckte, in ein Erdloch. Um das Erdloch herum wuchsen Binsen, die es durch ihren „Flüsterton“ weitererzählten und dadurch in die ganze Welt hinausposaunten. (Wenn der Wind durch die Binsen streift, ergeben sich Laute, die man als „flüstern“ bezeichnen kann.)

„Nodum in scirpo quaerere“, einen Knoten an der glatten Binse suchen, in etwa gleichbedeutend mit, Schwierigkeiten suchen, wo keine sind. (Binsen haben keine Knötchen am Stengel im Gegensatz zu anderen Gräsern.)

Möglicherweise ist die Binsenweisheit aber auch aus dem Jiddischen in unseren Sprachgebrauch aufgenommen worden. „Bienemes“ kann mit die Wahrheit begreifen übersetzt werden. Seit etwa dem 16. Jahrhundert ist die „Binsenwahrheit“ zum festen Begriff geworden, um eine Selbstverständlichkeit zu unterstreichen.

Viel schlauer sind wir jetzt vielleicht nicht geworden, bei der Frage, was mehr Weisheit, Wahrheit ausdrückt, die Binsenweisheit, die Redensart, das Sprichwort oder die Wahrheit, Weisheit als eigenständige Wörter schlechthin.

Das wirklich Einzige, das uns zur Weisheit, Wahrheit führen kann, ist die Fähigkeit, selbst „allgemein Gültiges“ zu hinterfragen. Sich nicht darauf verlassen, daß es „der Weisheit letzter Schluß“ gibt, auch wenn dies bequem ist. Denjenigen keinen Glauben schenken, die aus Überzeugung neues Wissen, neue Methoden, neue Inspirationen ablehnen, nicht annehmen, weil sie ansonsten befürchten, ihren Status, ihre Glaubwürdigkeit, ihre Überzeugung zu verlieren.

Und sollten Sie jemanden treffen, für den „errare humanum est“ keine Allgemeingültigkeit besitzt, dann kann man Ihnen nur wünschen, daß Ihnen keine Eselsohren wachsen.

Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum.

Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.

Doris Mock-Kamm

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