USA: John Kerrys Bundesverdienstkreuz fragwürdig

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Kungelei oder einfach nur politisches Blendwerk?

Zumindest blieb dem 68. Außenminister der USA erspart, nicht für die Ermordung von Muammar al-Gaddafi verantwortlich zu sein, das Bombardement und den völkerrechtswidrigen Angriff gegen Libyen hatte Hilljary Clinton damals veranlaßt. Ansonsten mußte John Forbes Kerry sich dem politischen Kurs dieses Hegemons beugen, insofern darf man sich schon wundern, daß er jetzt das Bundesverdienstkreuz erhielt. Kungelei oder einfach nur politisches Blendwerk?

Mit der Gewißheit, daß Politik ohnehin ein schmutziges Geschäft ist, handelt sie wesentlich unerschrockener, möchte man angesichts solcher Zeremonien bemerken. Gerade die Disziplin der Diplomatie verlangt das Amt eines Außenministers, welches den beiden, sowohl Steinmeier als auch Kerry in der Öffentlichkeit vortrefflich gelang, ein smart lächelndes Auftreten konnte schnell über die Tragweite der eigentlich kriegerischen Politik beider Nationen hinwegtäuschen. Sicherlich keine leichte Aufgabe, jedoch erst recht Grund genug, die verpaßten Chancen zu rügen: die Welt friedlicher zu gestalten.

Wahre Freundschaft nur Mittel zum Zweck

Immerhin lagern hierzulande US-Atomwaffen, sind rund 36.000 US-amerikanische Soldaten nach wie vor in der BRD stationiert. Gerade in dem neu entflammten Kalten Krieg inzwischen eine sich wiederholende Rechtfertigung, nebst Truppenverlegungen gen Ostgrenzen zusammen mit den NATO-Streitkräften. In diesem Kontext fällt es einem Frank-Walter Steinmeier leichter, von wahrer Freundschaft zu sprechen, den Mann aus Colorado als „beharrlichsten Diplomaten“ zu würdigen.

Der kritische Beobachter fragt sich nur wofür. Da toben mehrere Kriege, an denen gerade die USA einen nicht unwesentlichen Anteil haben, denken wir an Libyen, Syrien und die Ukraine. Welch Widerspruch in sich, daß ein John Kerry auf der einen Seite früher mal den Vietnamkrieg vehement verurteilte, andererseits als amtierender Außenminister solche Kriege mit verantwortet. Sind die heutigen Kriegsverbrechen ligitimiert, oder erfolgt die Abrechnung, wenn er selbst das Amt und jene Kriege beendet?

Eine OSZE-Konferenz macht Europa noch längst nicht sicherer

Die jetzt am Donnerstag und Freitag in Hamburg stattfindende OSZE-Konferenz wird sehr wohl berechtigt unter Protesten stattfinden, weil die Menschen längst verstanden haben, wie perfide ein angeblicher Friedenswillen sich gestaltet, der ohnehin nicht eingehalten wird, wenn es den Herrschaften in den Kram paßt.

Auch unter dem Vorsitz des deutschen Außenministers ändert sich nichts daran. Wer oder was mag schon den ungehobelten Kurs Uncle Sams aufhalten? Sicherlich nicht die beiden bald scheidenden „Vorzeige-Außenminister“.

Unterm Strich verbleibt tatsächlich ein politisches Blendwerk, Hauptsache die Masse schluckt es. Der längst neu entflammte kalte Krieg zwischen dem NATO-Westbündnis und Russland veranschaulicht auf erschreckende Weise, wie gleichgültig und menschenverachtend der Hegemon seine Ziele durchsetzen will. Freiheit um jeden Preis widerspricht jedweder friedlicher Koexistenz!

Lotar Martin Kamm

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Die Rechnung ohne den Wirt machen

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Mag schiefgehen oder die Einstellung ändern

Wer hat nicht schon einmal die Rechnung ohne den Wirt gemacht? Dies muß nicht unbedingt schlecht ausgehen, doch schätzungsweise kommt das Sprichwort nur zur Geltung, wenn irgend etwas schief lief, so ein bißchen der Effekt des Nachtretens. Die Redensart bedeutet schließlich, etwas tun, handeln, ohne vorher Absprache mit jemanden gehalten, etwas übersehen, ohne Einverständnis von „wissenden“ Personen agiert zu haben. Also selbst schuld, wenn es schief geht.

Es wird von unwirtlichen Gegenden, Orten, Plätzen gesprochen, aber nicht von wirtlichen, dies Wort wird sehr selten gebraucht, obwohl es für gastlich, lieblich anmutend, offen, gastfreundlich steht. Das Wirtshaus, die Gaststätte, Herberge, Lokal, Schenke, Gasthof, Kneipe wird auch Wirtschaft genannt. Er, sie hat den Betrieb heruntergewirtschaftet. Er, sie hat sich den Erfolg erwirtschaftet.

Wirt, althochdeutsch wirt, Ehemann, Gebieter, Gastfreund, ursprünglich wohl Gunst, Freundlichkeit. Bewirten, mit Speise und Trank versehen. Die Wirtshäuser waren zu fast allen Zeiten die Orte, die nicht nur Reisende mit Speisen versorgten, sondern auch diejenigen, die in der Regel die neuesten Nachrichten, Ereignisse zu hören bekamen, nicht ohne ab und zu dieses Wissen zu ihren Gunsten zu benützen.

Ein verschwiegener Wirt war „Gold wert“, denn oftmals wurden in seinen Räumen Versammlungen abgehalten, die nicht für alle Ohren bestimmt waren. Durch sämtliche Geschichtsepochen gibt es Erzählungen, Romane, Berichte über Herbergen, Wirtshäuser, Spelunken, und nicht selten werden dabei die Charaktere der Wirtshausbesitzer ausführlich beschrieben. Somit erfahren wir, daß in dieser Kneipe Schmuggelware den Besitzer gewechselt hat, im Saloon die Freudenmädchen tanzen und der ein oder andere erschossen wurde, in der Spelunke sich des nachts die Verbrecherbanden, Räuber und Diebe trafen, in dem Hotel nur die oberen Zehntausend ihren Sommerurlaub verbringen, in der Gaststätte die besten Speisen kredenzt werden, in dem Lokal im hinteren Bereich sich Séparées befinden, in der Schenke das Essen günstig ist, und zu allen diesen Informationen bekommen wir auch einen Einblick in die Wesensarten der dort tätigen Personen.

Das Wort Wirtschaft, althochdeutsch wirtscaft, ist entlehnt von wirt und bezeichnet in der ursprünglichen Form die Tätigkeit des Hausherrn und des Wirtes. Das aus dem griechischen stammende Wort Ökonomie leitet sich von oikos (Haus, Haushalt) und nemein (zuweisen, einteilen) ab, es beschreibt die Tätigkeit des Haushaltsführers (in weiblicher Form), das sich aber eher nur die Bewirtschaftung eines Personenverbandes (Haushalt) bezieht.

Da sämtliche politischen Entscheidungen oftmals nur in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft zustande kommen, sollte es da nicht erlaubt sein, die Fragen in den Raum zu stellen: Welcher der Wirte bewirtet noch im Sinne eines Gastfreundes, der Gunst, Freundlichkeit? Und welcher der Wirte führt in seinem Betrieb die Ökonomie einer guten Haushaltsführung, die er auch außerhalb seines Betriebes als Norm akzeptiert? Fühlen Sie sich in einem Lokal wohl, obwohl sie den Wirt, Geschäftsführer nie zu Gesicht bekommen und Sie nicht beurteilen können, wer die Speisen zubereitet? Würden die politischen Entscheidungen anders ausfallen, wenn der Ursprung des Bewirtens, mit Speise und Trank versehen, ein Kriterium wäre, um überhaupt mit einem Wirt zu verhandeln?

Wahrscheinlich betreten Sie das Lokal, Gaststätte nicht ein zweites Mal, wenn Sie unfreundlich behandelt wurden, das Essen nicht geschmeckt hat, oder? Wahrscheinlich betreten Sie das Lokal, Gaststätte nicht ein zweites Mal, wenn Sie beobachtet haben, daß das Personal schikaniert wird, die Räumlichkeiten unsauber und nicht gepflegt sind. Wahrscheinlich betreten Sie das Lokal, Gaststätte nicht ein zweites Mal, wenn Sie durch die Anonymität des Besitzers und des Personals sich nicht wohl fühlen. Wahrscheinlich würden die politischen Entscheidungen anders ausfallen, wenn Sie als Kunde, Gast nicht nur aufmerksamer konsumieren, sondern auch boykottieren würden, wenn die Gepflogenheiten einer Wirtschaft nicht Ihrem Ermessen nach förderlich sind, auch im Sinne der Allgemeinheit.

Und genau hier liegt die Diskrepanz zwischen Kunden, Gast und Wirt, Politik. Es sind nicht überall die Verfehlungen der Politik, Wirtschaft verantwortlich, was so in einem Haushalt, Land passiert, sondern die Kunden, Gäste können anhand ihrer Zufriedenheit dafür Sorge tragen, mit welchen Wirten die Rechnung gemacht wird.

Die Rechnung ohne den Wirt machen, kann schiefgehen, kann aber auch bewirken, daß der Wirt seine Einstellung, Handeln überdenkt. Kein Wirt kann eine Rechnung machen ohne Kunden, Gäste. Sie, die Kunden, Gäste sind der Auslöser für das Erwirtschaften oder Herunterwirtschaften, Sie bestimmen, von wem die Rechnung erstellt wird, denn auch der Wirt, die Politik kann keine Rechnung ohne den Wirt, die Gunst, die Freundlichkeit machen.

Doris Mock-Kamm

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Hartz IV: Verunglimpfung Betroffener perfide Selbstverständlichkeit

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Abschaffung des Sozialstaates nimmt ihren Lauf

Während die Redakteurin und Buchautorin Gabriele Gillen schon 2004 ihr Buch unter dem Titel „Hartz IV– Eine Abrechnung“ veröffentlichte, waren die Hartz-IV-Gesetze beschlossene Sache, der sozialrassistische Weg der rot-grünen Bundesregierung längst für gutbefunden beteuert und den Betroffenen als zumutbar verkauft.

Wer es aufmerksam gelesen hat, weiß nur zu genau, daß ihre kritisch anmahnende Haltung vollumfänglich sich bewahrheitete, in wie weit eine Verunglimpfung der Hartz-IV-Empfänger sich bis heute verselbstständigt hat.

Eine menschenunwürdige Tretmühle

Wer trotz sämtlicher Widerstände den Mut und die Kraft aufbringt, sich zu wehren gegen eine bürokratische Front der Demütigung und Gesetzesflut, einer menschenunwürdigen Tretmühle, ausgeliefert dem Gutdünken zuständiger Sachbearbeiter in den Büros der Jobcenter, der mag per stolz erhobenen Hauptes sich glücklich schätzen, sich nicht aufgegeben zu haben.

Aber können wir es uns gar so leicht machen, zwischen einem Bedauern und Beschimpfen zu jonglieren, lediglich zwei Schubladen aufziehen, um jeweils ein Urteil zu fällen? Nein, das entspricht keinem fairen Umgang mit den Betroffenen, weil stets eine Gratwanderung der Fallengelassenen real vorliegt. Natürlich kann man ganz simpel behaupten, ein jeder möge sich bemühen, den „Arsch aufreißen“, mit staatlicher Hartz-Fürsorge solle man doch jeden erdenklichen Job annehmen, Hauptsache das alltäglich „Schmarotzende, dem Staat auf der Tasche Liegende“ nehme ein Ende. Doch das Elend von Hartz-IV ist reine Absicht, wie „gegen-hartz“ zurecht betont.

Bundesagentur für Arbeit bietet keine befriedigende Förderung an

Jene Stammtischsprüche vom Schmarotzer entbehren jedweder Logik, haben in der Praxis keinerlei Bestand, da Menschen und ihre jeweiligen Berufsviten unterschiedlicher kaum sein können, gerade deshab immer sehr genau die Widrigkeiten zusammen mit den realen Möglichkeiten des Arbeitsmarktes vor Ort abgestimmt sein müssen. Exakt an dieser Nahtstelle, dem persönlichen Gespräch, der Bemühung seites des Arbeitsvermittlers, scheitert sofortigst die gesetzliche Vorgabe mit der Drohkulisse: „Fördern und Fordern“.

Meist scheitert eine Förderung im Sinne einer ausführlich behutsamen Beurteilung der Arbeitslosen an Zeitmangel, an Inkompetenz der zu wenig geschulten Arbeitsvermittler, sogar an persönlichen Antipathien den Hilfesuchenden gegenüber sowie an vorhandenen Weiterbildungsangeboten, die oftmals eher begrenzte Möglichkeiten beinhalten. Deshalb krankt bereits ein derartiger Ansatz, denn wie kann man jemand fördern, wenn die Mittel und zuständigen Mitarbeiter „versagen“? Viel eher kaum bis gar nicht!

Im selben Atemzug die Forderung auszusprechen, gleicht einem Affront den Betroffenen gegenüber. Um es mal auf den Punkt zu bringen: Wie können wir von den Arbeitslosen eine ständige Mitarbeit fordern, wenn die Bundesagentur für Arbeit kaum bis gar keine befriedigende Förderung anbietet?

Nicht weiter verwunderlich, daß auf diese Weise Mauern entstehen, eine Sprachlosigkeit, eine Resignation sich manifestiert, wenn sie nach sehr vielen Bewerbungen, etlicher Sinnlos- bzw. Zwangsmaßnahmen, Bewerbertrainings, Ein-Euro-Jobs und Praktika feststellen, sie drehen sich im Kreis ohne Verbesserung ihrer Situation.

Deutsche Gründlichkeit behauptet sich

Nur zu genau wissen die verantwortlichen Politiker, wohin eine unkontrolliert zunehmende Armut führen kann, schließlich steht jedem Menschen das Wissen um die historischen Zusammenhänge zur Verfügung, falls er eine Schule besucht, Bücher gelesen oder im Internet gestöbert hat. Desto notwendiger aus ihrer Sicht, per Gesetze die Armut zu verwalten, wie besonders deutsche Gründlichkeit erneut mit den Hartz-IV-Gesetzen aufzeigt.

Jeder, der sich ihnen ausliefert, sich auf sie einläßt, hat gefälligst innerhalb der Vorgaben sich entsprechend anzupassen, selbst wenn die Menschenwürde per se nonstop mit Füßen getreten wird, ein Grundgesetz in dem Moment nicht greift. Wer wagt es schon, einer „lauernd“ tagtäglich arbeitenden Menschenmasse entgegenzutreten, um ihr zu verkünden: „Wer nicht spurtet, unsere Bedingungen akzeptiert, wird morgen auf der Sozialrutsche einer Hartz-IV-Gesetzgebung sich befinden!“

Eine politisch beabsichtigte Armut wurde mittels dieser „deutschen Variante“ per Gesetz bestimmt, man trennt die demutsvoll glücklich schätzenden Arbeitenden, obendrein mit real sinkenden Löhnen als willkommen eingeplanten Nebeneffekt, um sie den „faulen, arbeitsscheuen“ Hartz-IV-Empfängern gegenüberzustellen. Auf diese Weise hat man ein simples Feindbild erschaffen, dem Neid und der Mißgunst das notwendige „Futter“ gegeben, damit „die da unten“ mit sich beschäftigt, während man denen „da oben“ freie Hand gewährt. Noch schnell kritische Systemmedien daran hindern, sich zu artikulieren, und schon geht die Rechnung dieser perfiden, neoliberalen Politik auf!

Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.

Lotar Martin Kamm

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Schallende Ohrfeige an Europas Rechtspopulisten

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Alexander Van der Bellen laut Hochrechnung klarer Sieger

Da dürften wohl all jene rassistischen Sympathisanten, die einen Norbert Hofer bereits im Sessel des Bundespräsidenten wähnten, eines Besseren belehrt worden sein. Nach der ersten ORF-Hochrechnung erhält der ehemalige Vorsitzende der Grünen 53,6% der Stimmen, 46,4% entschieden sich für den FPÖ-Politiker.

Somit eine schallende Ohrfeige an Europas Rechtspopulisten, die bereits mit Donald Trump zum neugewählten US-Präsidenten sich ziemlich sicher waren, daß ein Herr Hofer die dritte Wahl zum Bundespräsidenten problemlos gewinnen würde. Ob es bei der Frankreichwahl und erst recht bei der bevorstehenden Bundestagswahl im nächsten Jahr zum befürchteten Rechtsruck in Europa kommt, bleibt angesichts dieser deutlichen Antwort der Österreicher mal dahingestellt.

Vielleicht besinnen sich noch genügend Bürger, nicht den fanatisch brüllenden Haßpredigern jener rechtspopulistischen Mischpoke auf den Leim zu gehen, das Rezept zurück zur Nationalstaaterei, was schon im letzten Jahrhundert für genügend Leid und Elend sorgte, darf keineswegs sich wieder in den Köpfen angeblicher Politik entfalten und wiederholen. Man sollte es endlich zu Grabe tragen und einer unvermeidbaren multikulturellen Gesellschaft entgegenblicken. Das ist das Signal, welches die Wahl in Österreich damit kundtun wollte.

Lotar Martin Kamm

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Wegwerfgesellschaft muß sich in Frage stellen

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Was folgt am Ende sämtlicher Ressourcen?

Um das Bild einer gleichgültigen Menschheit möglichst nah an die Realität heranzuführen, könnte man sich vorstellen, sie befinde sich in einem Rennwagen, der mit 350 km/h auf eine Mauer zurast. Ein Aussteigen dürfte genauso mit dem Tod verbunden sein wie der Aufprall, der unweigerlich folgt, falls die Bremsen zum Schluß versagen sollten. Noch besteht Hoffnung, daß sie funktionieren.

Allerdings überwacht dieses imaginäre Rennen eine Klientel, die es so gar nicht mit ihr gutmeint. Die Konzernlobbyisten haben nur eines im Sinn, nämlich bekanntlich ihren Profit ins Unermeßliche zu steigern, rücksichtslos ohne jedwede Bedenken. Genau da sollten wir ansetzen, muß sich eine Wegwerfgesellschaft selbst in Frage stellen. Denn was folgt am Ende sämtlicher Ressouren, wenn sie einfach nicht mehr vorhanden?

Werteverluste eine fragwürdige Einstellung

Insofern sollte möglichst zügig ein Umdenken einsetzen, die Menschheit sich derartiger Szenarien unbedingt bewußt werden, bevor tatsächlich die Bremsen letztendlich versagen, um nochmals kurz jenes Gleichnis zu bemühen.

Alles, was wir produzieren, geschieht nicht ohne Energie, Arbeitskraft und mit entsprechenden Materialien. In den Produkten sind vielfach wertvolle Stoffe enthalten, die irgendwo auf der Erde extra abgebaut werden. Doch jene Ressourcen sind so wie generell alle begrenzt vorhanden. Um so notwendiger, genau dies zu beherzigen. Schweden scheint dies erkannt zu haben, geht einen wichtigen Schritt in die richtige Richtung, in dem es Steuern auf Reparaturen senkt. Ob dies europa- und weltweit Schule machen wird? Es wäre eine ernsthafte Überlegung wert.

Müllberge und zunehmende Verarmung sicheres Indiz bösartiger Verhöhnung

„Und der Haifisch, der hat Zähne“, wie schon im Lied von der Moritat von Macki Messer in der Dreigroschenoper völlig zurecht gesungen. Der olle Brecht hat’s ebenso gewußt, oftmals als kommunistische Socke verlacht von all jenen, die unerschrocken dem Raubtierkapitalismus verfallen. Betrachten wir aber die Folgen jener Verherrlichung eines unbedachten Umgangs mir den Ressourcen, den Müllbergen und einer zunehmenden Verarmung, offenbart sich zugleich ein sicheres Indiz bösartiger Verhöhnung.

Schlimm genug, der Blick in die Zukunft, der furchtbares erahnen läßt. Doch Mensch hat es immer noch in der Hand, das Ruder bzw. das Lenkrad rechtzeitig herumzureißen, den Run auf die Mauer dadurch zu beenden, jenen Lauf unbekümmerter Ausbeutung, hin zu einem Umdenken, sich darüber bewußt werdend, daß mit einem notwendigen Maß ein sicheres Dasein auf Erden durchaus möglich. Dazu bedarf es aber auch, endlich diesen Weg der Verschwendung zu stoppen.

Politik verkommt zusehends mehr, da trotz ihres freiheitlich demokratischen Anspruchs insbesondere Konzerne ihren Kurs diktieren, während die Bürger das Nachsehen haben, rücksichtslos eine latente Armut in Kauf genommen wird bei gleichzeitiger Zerstörung unserer Erde.

Lotar Martin Kamm

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Als das Meer rebellierte

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Rotweißgestreifte Segler umschifften die einsame Insel inmitten eines aufgewühlten Meeres, welches sich durch keine Macht der Welt beruhigen ließ. Tiefdunkle Wolkenpakete verfinsterten alles, was noch vor einigen Minuten sichtbar erhellt, während am Ufer hektisches Treiben aufgeregt hin- und hereilender Menschen den heftigen Sturm erst recht offenbarte. Selbst eine Handvoll Möwen suchte eiligst Schutz unter dem Vordach eines Bootshauses.

Sofort peitschten schier unaufhörlich kräftige Regenmassen durch die dunkle Landschaft aus Wellen und Inselhäuschen, dabei die wenigen Bäume sich angesichts orkanartiger Böen in Richtung Osten verneigten, was keineswegs irgendwelchen islamischen Betgewohnheiten entsprach, sondern der Windrichtung folgend geschah. Ganz weit draußen, kaum mit bloßen Augen zu erkennen, versuchte eine Fischermannschaft verzweifelt ihren schwerbeladenen Kutter vor den Monsterwellen zu retten, mußte allerdings fast hilflos mit ansehen, wie ständig immer mehr Fische über Bord gespült wurden. Diese zurückfanden ins liebliche Naß ihres Lebensraumes, die Fischer selbst nicht wußten, ob sie es schaffen würden, die nahe Insel zu erreichen.

Noch vor einigen Tagen hatten die Bewohner der einsamen Insel eine rauschende Party gefeiert, wobei viele Besucher eingeladen waren vom Festland. Hierbei spielten keinerlei Kosten und Mühen eine Rolle, wollte Mensch doch zeigen, wie vortrefflich er es verstand, seine Umgebung dahingehend zu gestalten,  er es für richtig hielt. Reichhaltige Auswahl an Fischen und anderen Meerestieren beglückte sie alle, für Spiel, Spaß und buntes, lärmiges Treiben ward gesorgt. Wie eh und je verschwanden lästige Abfälle einfach in des Meeres Wogen, was kümmerte sie denn die Belange des Ozeans, Hauptsache die Stimmung hielt unbekümmert an.

Aber nunmehr schien das Meer Verbündete zu haben, die sich einfanden im kollektiven Zusammenspiel hochkonzentrierter Effektivität, galt es doch, dem Menschen einen heftigen Denkzettel zu verpassen. Jene gebündelten Kräfte nahmen viele Opfer in Kauf, umgekehrt Homo sapiens stets ohne jedwedes Gewissen, der Völlerei verbunden, die Seele des Meeres und seiner Bewohner verkannt hatte.

Manche Zeitgenossen erinnerten sich an einen interessanten Roman, der ganz ähnliche Zustände beschrieben, stellten fest, wie unbedarft und leichtsinnig sie alle doch ihre Umgebung mißachteten. Kein Respekt konnte auf diese Weise entstehen, viel eher hatte eine maßlose Gier nach immer mehr Fischfang, die Suche nach profitablen Öl und Gas da draußen im offenen Meer sie veranlaßt, erst recht die Natur und deren anmahnende Signale zu mißachten.

Schließlich überlebten nur wenige den wohl schlimmsten Orkan, den je die Insel heimgesucht hatte. Dennoch gedachten sie der deutlichen Botschaft, vergaßen niemals diese außerordentliche Allianz aus Meeresbewohnern und Naturkräften, die sich gegen des Menschen Ignoranz erhoben hatten. Vielleicht gab es von fortan eine Chance, wirklich daraus gerlernt zu haben.

Lotar Martin Kamm

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Am Vorabend des Faschismus – wann wacht’s Volk endlich auf?

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Was soll jetzt das bedeute, mag der ein oder andere erstaunt fragen. Na, Leute, wat geschieht da wohl schon seit Tagen, wobei doch im Nachbarland Österreich der Faschismus sich wieder tummeln darf, weil der Senf jener Rechtspopulisten nur allzu scharf, den sie überall von sich geben, jenem bösartigen Bestreben, ihren Nationalismus mit dem Hofer wieder hoch zu heben, wenn er denn am Sonntag gewählt, weil das Volk auf ihn reinfällt und zählt.

Die Herrlichkeit der Welt ein Abbild des Lebens, des beherzten Gebens? Wir wissen doch allesamt, einflußreiche Persönlichkeiten bestimmen den Lauf der Welt. Wer’s verkannt, mißachtet die Macht vom Geld, die einzig und allein ihn bestimmt, Mensch stets auf Gier und Hassen trimmt. Vorzüglich, somit ist alles möglich. Welch dramatischer Sinn, jeder weiß, wo das führt hin.

Neulich an einem Spätsommerabend, als die Natur sich mal wieder unbedarft zeigte, Mensch sein Los beklagend, während der Tag seinem Ende sich neigte, da ward manch Aufgewecktem klar, was hier tatsächlich geschah. Ein Herr Steingeseier wird Bundespräsident, am Advent ein Wichtel flennt.

Wenn Oberpfau und Schweinehund sich zusammentun, wird nix mehr mit ruh’n. Paßt auf, ihr Leute, nicht gestern, nicht morgen, sondern ständig heute, daß vor lauter Profitgedanken keine unendlichen Geldbäume nach oben ranken, die nur eines bewirken werden, Euch zusammenzutreiben in Herden, ausgeführt von ihren Schergen. Wird höchste Zeit, Proteste eine folgerichtige Notwendigkeit.

Man muß doch schließlich eine gute Figur machen, egal bei welchen Sachen. Der Facetten gibt es mehr als mancher denkt, selbst wenn Mensch abgelenkt. Einiges vortrefflich funktioniert, dabei völlig ungeniert: Je schmutziger das Pokerspiel, desto mehr Verlierer. Dazu gehört nicht viel: BlackRock pusht den Finanzkapitalismus nach ihren Regeln, gerechte Ideen wohl von dannen segeln, es zählt nicht das Paradies auf Erden, sondern vielmehr daß Reiche noch reicher werden.

Und so ziehen immer wieder Menschen bedenkenlos in den Krieg, überredet und beeinflußt vom angeblichen Sieg. Kein Wunder, daß Politik die Belange der Bevölkerung ignoriert, Hauptsache der Reichtum floriert, dem man sich mit Haut und Haaren verschrieben hat. Immer weniger Menschen werden satt, Hunger und Elend bleibt somit erhalten, weil mit solchem Prinzip alles bleibt beim alten. Welch Hohn, wenn dabei gesunde Ernährung als ratsame Empfehlung im Raume steht, die Moral gänzlich von dannen geht.

Er hält ihn an der Hand, sein Söhnchen, beim Traumspaziergang. Welch Überschwang, der uns führt an den Rand manch sorgenvoller Gedanken, die sich um uns ranken. Obwohl verliebt bis über beide Ohren, bleiben auch sie nicht ungeschoren, werden hineingeboren in jene Welt voller Zerstörungswut. Dies erkennen und ändern, das ist gut!

Lotar Martin Kamm

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