Gesellschaft: Berufsleben zerstörerischer als man wahrhaben möchte

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Der Preis einer Leistungsgesellschaft

Wer kennt es nicht, dieses Gleichnis: Wie ein Fels in der Brandung hast du deinen Mann zu stehen. Inzwischen ist die Frau ihm ohnehin schon lange ebenbürtig im Berufsleben, wenn auch weiterhin mieser bezahlt, um Familie, Beruf locker zu meistern. Einfach die Ellenbogen verwenden, per Mobbing erreichst du genau das, was dir zweckdienlich den Berufserfolg garantiert, potentielle Konkurrenten werden gnadenlos verdrängt.

Diese Rechnung mag für viele aufgehen, aber sie hat ihren extrem hohen Preis, dessen eigentliches, tragisches Ausmaß tatsächlich niemand wirklich benennen kann: Die Menschen leiden dabei völlig unnötig. Dies drückt sich in ganz verschiedenen Konstellationen aus, eben weil wir Menschen auch sehr unterschiedlich sind. Zu meinen, man könne die Psyche einfach so mal austricksen, eventuell sogar mit Pillchen oder Drogen ihr ein Schnäppchen schlagen, kann sich ganz schnell als gefährlichen Trugschluß erweisen. Sowohl unser Seelenleben als auch der Körper merken sich alles, was wir uns antun. Dies sollten wir uns wie ein Logbuch oder einen akribischen Speicher vorstellen.

Nicht der Mensch steht im Vordergrund, sondern die Wirtschaft

Das bloße Registrieren psychischer Erkrankungen kann keineswegs zielführend sein, und selbst die kurze Beschreibung darüber sowie über die Forderung, die Unter- und Fehlversorgung der Betroffenen müßten doch durch eine schnellere und frühere Behandlung verhindert werden, kann nicht darüber hinwegtäuschen, was die ursächlichen Gründe anbelangt. Sie sind nicht einfach durch Therapien, Kuren im Zusammenspiel von Psychopharmaka zu beseitigen. Die Ursachen haben ganz viel mit unserer völlig verkehrt gelagerten Berufsgesellschaft etwas zu tun.

Stets hat der Mensch im Vordergrund zu stehen, und die Wirtschaft sich nach ihm zu richten, die Praxis handelt exakt umgekehrt. Das hinterläßt deutliche Spuren, die in Magersucht, Bulimie, Hyperaktivitätsstörungen, Ängste, Depressionen bis hin zum Burnout-Syndryom münden können. Da die Berufswelt schon in den Schulen ihren eigentlichen Beginn hat, denn diese muß sich ihr unterordnen, das Schulsystem richtet sich nach dessen wirtschaftlichen Bedürfnissen, dürfen wir uns nicht wundern, daß auch Kinder und Jugendliche zu den Betroffenen zu zählen sind.

Ständig haben wir uns alle der Leistungsgesellschaft zu stellen, dies bedeutet kaum noch Pausen im Sinne von Urlaub und Freizeit. Bei eigentlich sinkendem Einkommen bis hin zur totalen Verarmung spielen Existenzängste eine erhebliche Rolle, sind weitgehend Verursacher vieler psychischen Erkrankungen. Es macht eben keinen Sinn, die realen Sorgen einfach wegzudenken, sie begleiten uns ständig und überall bis hinein in unsere Träume. Das Unterbewußtsein leidet dabei wesentlich schlimmer, weil es fast alle körperlichen Funktionen zu steuern hat.

Exakt deshalb reagiert es um so heftiger, schafft sich den Freiraum notfalls sogar den Körper schädigend, nur um seinen Seelenfrieden zu erlangen. Ein Gemisch aus Hohn, Spott und beruflicher Aussichtslosigkeit führt natürlich ebenso zu heftig psychischen Reaktionen, die in Krankheiten münden. Und die Politik der Regierenden trägt fleißig dazu bei, weiterzuschüren, in dem mehr Sanktionen gegen Hartz-IV-Empfänger verhängt werden, anstatt deeskalierend zu handeln. Wobei diese sich ohnehin als falsch aufgrund schlampiger, unqualifizierter Entscheidungen des ARGE-Personals entpuppt haben. Hauptsache durch „deutsche Gründlichkeit“ wird gehandelt.

Humanes Wirtschaftssystem eine utopische Wunschvorstellung?

Mitnichten. Eher berechtigt in unserer Gesellschaft, die sich nur noch nach den Leistungsvorgaben der Wirtschaft richten will. Diese muß daher erkranken, hat keine Chance, sich zu erholen. Wer drei mal im Jahr mit Urlaub sich Erholungspausen vom Berufsleben gönnt, neben Nanny, Koch und Gärtner mal eben sieben Kinder mit Beruf vereinbaren darf, wobei das nicht nur unsere ehemalige Bundesministerin für Arbeit und Soziales betraf, hat gut reden, darf sich glücklich schätzen von psychischen Erkrankungen viel eher nicht betroffen zu sein.

Ob dies Kinder ohne Eltern oder zumindest ohne einen Elternteil die ersten drei Lebensjahre einfach so „wegstecken“, weil sie dann sehr früh von Fremdpersonen betreut werden, bleibt mal dahingestellt; nur weil das im anderen deutschen Staat völlig einfach so gehandhabt wurde, sind noch lange nicht die zwischenmenschlichen Nachteile berücksichtigt worden, das enge Band zwischen Mutter/Vater und Kind muß schon „geknüpft“ werden.

Ein folgerichtiger Weg war die 35-Stunden-Woche beispielsweise. Mehr Freizeit stand im Vordergrund, per Rückbesinnung der Gesellschaft wieder mehr Menschlichkeit zu gönnen, damit die Seele wieder baumeln darf. Das sollte unser Ziel sein, statt eine nimmersatte, maximal gewinnorientierte Wirtschaftspolitik uns alle unterordnet, das Joch, die Last ist zu schwer, der Mensch erkrankt, physisch und auch zunehmend psychisch. Der volkswirtschaftliche Schaden ist im übrigen geringer, wenn wir an das marode Gesundheitssystem denken, wäre er dabei eigentlich fast gänzlich zu vermeiden mit der Umsetzung eines humaneren Wirtschaftssystems.

Lotar Martin Kamm

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Binsenweisheit nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss

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Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen, ist teuflisch

Jeder scheint eine unbegrenzte Auswahl in seinem Sprachschatz zu besitzen, formuliert sie, teilweise in einer etwas anderen Weise, damit sie in ihrer Aussage dem entsprechen, wie der Sprechende die Welt sieht oder wie die Welt zu sein hat.

Die Binsenweisheit oder Binsenwahrheit hat sicher schon immer die Welt bereichert mit neuen Erkenntnissen, die absolut der Wahrheit entsprechen und deshalb nicht mehr angezweifelt werden können. Von niemanden, denn sie besitzen Allgemeingültigkeit, sind von vielen geprüft und von allen als wahr befunden worden, sie sind eine bekannte Tatsache, der Weisheit letzter Schluß.

Vielleicht haben Sie diesen Begriff schon lange nicht mehr gehört, denn mit Allgemeinplätzen will keiner mehr so richtig zu tun haben, da jeder für sich in Anspruch nehmen möchte, er hätte die Weisheit mit Löffeln gefressen. Irgendwie paßt das vermehrte Aufkommen von „Weisheit strotzenden Menschen“ in unser Zeitgeschehen. In einem Zeitgeschehen, das geprägt ist von unzählig vielen Problemen und Fragen und von wenigen Antworten. Daß es dem Anschein nach weniger Antworten gibt, liegt nicht an der Menge der Antwortmöglichkeiten, sondern an der „Zulassung“ von Lösungsvorschlägen. Das ist nicht verwunderlich, denn viele Menschen möchten gewisse Antworten nicht gelten lassen, die wider ihrer Lebenseinstellung oder gegen das Gewohnte und Althergebrachte, deshalb Bewährtes zu sein scheinen.

Woher kommt der Begriff: Binsenweisheit, Binsenwahrheit? Um es vorwegzunehmen, es gibt mehrere Auslegungen über das Zustandekommen der Binsenweisheit. Irgendwie erbaulich, oder nicht?

Laut einem Gleichnis aus dem Altgriechischen wuchsen König Midas Eselsohren, die er mittels seiner Haare verbarg. Einzig der Barbier hatte Kenntnis davon, und es wurde ihm strikt untersagt, dies Geheimnis zu verraten. Nun war dem Barbier dies Geheimnis wohl zu erdrückend, aber um sich nicht einer Strafe auszusetzen, schrie er das Geheimnis der Eselsohren, die König Midas unter seinen Haaren versteckte, in ein Erdloch. Um das Erdloch herum wuchsen Binsen, die es durch ihren „Flüsterton“ weitererzählten und dadurch in die ganze Welt hinausposaunten. (Wenn der Wind durch die Binsen streift, ergeben sich Laute, die man als „flüstern“ bezeichnen kann.)

„Nodum in scirpo quaerere“, einen Knoten an der glatten Binse suchen, in etwa gleichbedeutend mit, Schwierigkeiten suchen, wo keine sind. (Binsen haben keine Knötchen am Stengel im Gegensatz zu anderen Gräsern.)

Möglicherweise ist die Binsenweisheit aber auch aus dem Jiddischen in unseren Sprachgebrauch aufgenommen worden. „Bienemes“ kann mit die Wahrheit begreifen übersetzt werden. Seit etwa dem 16. Jahrhundert ist die „Binsenwahrheit“ zum festen Begriff geworden, um eine Selbstverständlichkeit zu unterstreichen.

Viel schlauer sind wir jetzt vielleicht nicht geworden, bei der Frage, was mehr Weisheit, Wahrheit ausdrückt, die Binsenweisheit, die Redensart, das Sprichwort oder die Wahrheit, Weisheit als eigenständige Wörter schlechthin.

Das wirklich Einzige, das uns zur Weisheit, Wahrheit führen kann, ist die Fähigkeit, selbst „allgemein Gültiges“ zu hinterfragen. Sich nicht darauf verlassen, daß es „der Weisheit letzter Schluß“ gibt, auch wenn dies bequem ist. Denjenigen keinen Glauben schenken, die aus Überzeugung neues Wissen, neue Methoden, neue Inspirationen ablehnen, nicht annehmen, weil sie ansonsten befürchten, ihren Status, ihre Glaubwürdigkeit, ihre Überzeugung zu verlieren.

Und sollten Sie jemanden treffen, für den „errare humanum est“ keine Allgemeingültigkeit besitzt, dann kann man Ihnen nur wünschen, daß Ihnen keine Eselsohren wachsen.

Errare humanum est, sed in errare perseverare diabolicum.

Irren ist menschlich, aber auf Irrtümern zu bestehen ist teuflisch.

Doris Mock-Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (15. bis 21. November 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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USA: Neu erwachte Rechtspopulisten rechtfertigen Drohgebärden

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Vom Cowboy zum rüpelhaften Hegemon – Antiamerikanismus notwendiger denn je

Da stellen sich doch so manche „Pappnasen“ vor eine Kamera, um uns mitzuteilen, die Demokratie sei am Ende angelangt, der Neoliberalismus fordere seinen Tribut, in dem das einfache Volk mit der Wahl Trumps endlich reagiert habe entgegen des Establishments, welches sich im sicheren Hafen wähnte. Tatsächlich, so simpel wischt man soeben eine mühevolle, jahrzehntelang kritische Haltung gegenüber dieses Hegemons weg, um auf solche Weise die neu erwachten Rechtspopulisten als Drohgebärde zu rechtfertigen?

Die würden uns blühen, wenn wir weiterhin eine selbstgefällige Politik wählen, als sei nichts geschehen? Erneut funktionierte das Strickmuster des Guten oder des Bösen, in dem man in den USA gleich zwei Kandidaten nach oben puschte, die dramatischer kaum sein konnten. Jetzt obsiegte der Rassismus, den man gar als Chance verkauft, weil unter Killary die Welt im Atombombenstaub ohnehin zerfallen wäre. In den USA der Weg gezeichnet vom Coyboy zum rüpelhaften Hegemon. Antiamerikanismus notwendiger denn je, oder?

Obamas Regentschaft hinterläßt Steilvorlagen für Trump

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zum Guten für den kleinen Mann, ein Trump legt sich doch nicht mit einer Klientel wie er selbst an, Lobbyisten haben im Reigen eines sich verselbständigenden Globalismus auch weiterhin freie Hand. Wer hierbei an ein Stop von Zauberhand glaubt, scheint zu vorschnell und leichtgläubig phantastischen Versprechen zu erliegen, bewährte Ausbeutung setzt sich mit Sicherheit fort.

Dazu hat nicht nur Obamas Regentschaft gesorgt, hinterläßt Steilvorlagen für Trump. Es handelt sich um die strategische Fortsetzung einer Weltenherrschaft, ob es die Rechtspopulisten verschweigen oder beschönigen. Die ursprüngliche Haltung linker Kräfte mit aufkommenden Antiamerikanismus, den sich gerade in den letzten Jahren Rechtspopulisten zu eigen machten, mag in den Augen letzterer ein jähes Ende durch Trump gefunden haben. In Wirklichlichkeit hat dieser sich den Vorgaben des Wirtschafts- und Finanzdiktats zu beugen, zu hoch liegt die Meßlatte jener Klientel, die stets die Fäden in den Händen hält.

Drohgebärden nutzen rein gar nichts – wann beginnt das eigentliche Aufwachen?

Autoritäten entlarven sich fortlaufend, vor allem bei wirklich kritischen Zeitgeistern. Nicht etwa bei sogenannten Steigbügelhaltern in manch politischen Parteien, selbst bei angeblichen Systemkritkern und Aussteigern in den Medien, die am Ende doch in den Reigen einer Notwendigkeit für Trump verfallen, den sie nunmehr als Hoffnungsträger im Sinne einer Protestkultur hochstilisieren, er möge es den alt-eingefahrenen Seilschaften zwischen Politik und Wirtschaft zeigen. Alles Mittel zum Zweck. Manche glauben ernsthaft, dadurch ließe sich ein wachsender Rechtspopulismus aufhalten.

Solche Drohgebärden nutzen rein gar nichts, wenn die Mehrheit der Bevölkerung mal wieder hereinfällt, werden sie am Ende gewählt, der politische Flächenbrand findet bereits etliche Opfer, ob in Österreich, Polen, Frankreich, England oder gar hierzulande. Wann beginnt das eigentliche Aufwachen? Nachdem erneut ein aufkeimender Rechtspopulismus wie schon früher verharmlost wird, die Linken innerhalb eigener Ideen total zerstritten alles negieren, was nicht in ihre verschiedenen Weltbilder paßt, eine Mitte völlig entnervt und alleingelassen kurz vorm eigenen Zerfall sich der Einheit der Nationalisten anschließt?

Genau dann obsiegt die Herrschaft und das Diktat jener braunen Brut, die schon wieder schalten und walten darf. Rassismus erhält eine Selbstverständlichkeit, so daß Menschenrechte nur auf dem Papier festgehalten die theoretische Vorgabe darstellen. In der Praxis bewährt sich nicht nur „divide et impera“, es findet wohlgefälligen Anklang trotz Kant’scher Aufklärung, einer Möglichkeit freier Gesellschaften, die somit als „geduldetes Experiment“ daher gescheitert gelten mögen.

Lotar Martin Kamm

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Blondine irritiert

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Er stand gerade zwischen dem Haustürrahmen
auf dem Weg zu den Tonnen bei den Garagen,
als eine junge Frau, eine Blonde auf dem Fahrrad,
zu ihm hinschaute und ihn laut anrief: „Guten Tag!“

Schon war sie hinter der Gartenhecke verschwunden,
vernahm er einen lauten Knall für mehrere Sekunden.
Die Müllsäcke ihm einfach aus den Händen fielen,
da bemerkte er erst, wie Schockwellen durch ihn liefen.

Sich dessen nicht bewußt, da rannten schon seine Beine
bereits zur Straße hin, um den Zaun, in wieselflinker Eile,
um der jungen blonden Frau nach dem Sturz zu helfen,
denn der Krach konnte keine andere Antwort aufwerfen.

Da hörte er schon laute hohe, tiefe japsende Stimmen,
sein Herz pochte, der Körper erzitterte wie von Sinnen.
Fahrrad auf dem Boden, die Blonde vornübergebeugt,
Hände stützend auf den Knien, der bellende Hund beäugt

den Nachbar, der gekrümmt sich seinen Bauch festhält
und ein fellendes Etwas zwischen seinen Händen wälzt,
eine Szene, die so gar nicht die panische Besorgnis,
die ihn hat hierher getrieben, zeigt, sie ist eher Zeugnis

von außer Rand und Band, vom Zwerchfell strapazierenden
Lachen durchdrungen. Kein Grund zur Sorge und weiteren
Gedanken zu Hilfestellungen. Sein Nachbar irritiert, er stand,
als er das laute „Guten Tag!“ vernahm, die Leine an der Hand,

am gußeisernen Gartentor auf dem Weg zum Gassi gehen,
vor Schreck ließ er das Tor los, der Hund blieb nicht stehen,
er war schon außerhalb, zog sein Herrchen gegen das Tor,
wodurch dieser seine Perücke und sein Gleichgewicht verlor.

Beide gleichzeitig, kein Anstand konnte sie vor Lachen schützen,
die Blonde deshalb lieber vom Fahrrad stieg, um nicht umzustürzen.
Nun standen die Drei, nachdem die Situation geklärt auf weiter Flur,
lachten sich krumm, dem Hund befremdlich der ganze Aufruhr.

Nafia

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Querdenkende seit einem Jahr online

Regenbogen

Mitteilungsbedürfnisse auf ständiger Suche

Womit wir bereits mitten beim Thema wären. Denn Themen gehen wohl nie aus in einer Welt voller Gegensätze, Gewalt, friedlichen Momenten und schier ungebremster Kreativität, die ständig sich ausbreiten möchte, wenn denn nicht genügend Widerstände sie aufhielten.

Genau deshalb riefen wir Querdenkende vor einem Jahr ins Leben, um daran anzuknüpfen, so viele Menschen wie nur irgend möglich teilhaben zu lassen. Dabei entstanden zwangsläufig die bisherigen 36 Kategorien, eine Bandbreite von Aspekten des täglichen Lebens. Doris an meiner Seite von der ersten Stunde an dabei, inzwischen mit 190 Kolumnen und 107 Gedichten. Mit weiteren Zahlen wollen wir nicht langweilen, viel wesentlicher sind doch die Denkanstöße, die trotz sämtlicher Tragik eine Chance geben wollen, Veränderung herbeiführen zu können. Es liegt im Wesentlichen an jedem Einzelnen selbst, dazu mit beizutragen.

In diesem einen Jahr wuchs ein tolles Team zusammen, welches sich durchaus gut ergänzt, gleichzeitig seine Unterschiedlichkeit unter Beweis stellt. Genau das zeichnet es auch aus. Natürlich würden wir uns über Zuwachs freuen, wie unter „Traut Euch nur“ nachzulesen ist. Der Bereich „Aphorismen“, die allesamt von Doris stammen, kann sich sehen lassen. Die erste Serie bei Querdenkende TV neigt sich bald ihrem Ende. Lassen Sie sich überraschen, was da noch geschieht. Wir bedanken uns bei Euch allen für die rege Teilnahme,

im Namen des gesamtes Teams

Lotar Martin Kamm

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Ärztliche Versorgung scheitert vermehrt an zu hohen Kosten

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Politik berücksichtigt die ärmere Bevölkerung zu wenig

Den neuen Tag entspannt genießen, einfach mal sich zurücklehnen, ohne jedwede Einschränkung. Dabei profitieren wir von unserem höchsten Gut, der Gesundheit, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes. Die einen per klingelnde Münzen, wohl eher per Bündel von Geldscheinen, elektronisch auf Konten verwaltet, die anderen können sich gerade noch Arztbesuche und Medikamente leisten, mit zunehmenden Abstrichen, während etliche einfach Arztpraxen aus Geldnot gezwungenermaßen meiden. Willkommen in der Drei-Klassen-Medizin, die längst traurige Realität geworden.

Eine wachsende Altersgesellschaft steht im Widerspruch zur ärztlichen Versorgung, sollte sich das ach so rühmliche Gesundheitswesen hierzulande viel besser wegducken angesichts zunehmender Mängel auf vielen Ebenen, die besonders Ärmere knallhart am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die Politik berücksichtigt die ärmere Bevölkerung zu wenig.

Mit jeder Gesundheitsreform verringteren sich die Leistungen

Betrachten wir uns die Mißstände. Wie kann es sein, daß früher ein Alleinverdiener einer Familie die gesamten Versicherungskosten zur Gesundheit abdeckte, dabei die Leistungen der Krankenkassen vielfach erträglicher waren für Patienten? Ganz einfach, es hängt alles damit zusammen, daß die Gelder von unten nach oben fließen mögen.

Bei jeder Gesundheitsreform verringerten sich die Leistungen zum Nachteil der Patienten, gleichzeitig profitierten davon sowohl die Krankenkassen als auch die Ärzte selbst. Der kranke Mensch im Fokus einer gut verdienenden Klientel, die gewissenlos fleißig abschöpft? Besonders rücksichtslos verhielt es sich mit dem im Sommer 2003 im Zuge der Agenda 2010 ins Leben gerufenen „Gesetz zur Modernisierung der Gesetzlichen Krankenversicherung“ (GMG), die Praxisgebühr wurde eingeführt, Entbindungs- und Sterbegeld gestrichen. Es folgten nach jeder neuen „Reform“ weitere Einschränkungen der Versicherten. Gleichzeitig verdoppelten sich trotzdem die Gesundheitsausgaben allein in den rund zwanzig Jahren von 1992 bis 2012. Wer hielt da wohl die Hand auf?

Abbau einer ursprünglich sozialgerecht verteilten Gesundheitssicherung

Letztlich offenbart purer Zynismus die Dekadenz realitätsferner Politik, daran ändert auch ein Gesundheitsminister Hermann Gröhe nichts. Er hat sich an den Kurs seines Ministeriums, der Bundespolitik zu halten, welcher lautet: Sparen zugunsten einiger weniger Lobbyisten, die den Hals nicht voll genug kriegen können.

Eine wirkliche Reform würde nämlich dafür Sorge tragen, daß ein flächendeckender, genereller Ärztemangel, somit nicht nur Fachärzte betreffend, nicht mehr vorherrschen würde, ein Gesundheitssytem seinem Namen gerecht wird, dem Schwächsten keine unnötig hohen Kosten aufbürdet, die jene davon abhalten, sich überhaupt noch in ärztliche Behandlung zu begeben.

Irgendwie erinnert diese Entwicklung an den bisherigen US-amerikanischen Weg. Während drüben ein Barack Obama wenigstens sich bemühte, seine Gesundheitsreform zu verwirklichen, die zumindest etwas Linderung für die Betroffenen bedeuten würde, findet hierzulande der Abbau einer ursprünglich sozialgerecht verteilten Gesundheitssicherung statt.

Der zoologische Garten im Gesundheitswesen besteht aus Versuchskaninchen, Opferlämmern, grauen Panthern, schwarzen Schafen, weißen Haien, Dinosauriern, Pechvögeln, Papiertigern, Wölfen im Schafspelz, Schafen im Wolfspelz… (und das Resultat ist entsprechend). (Dr. rer. pol. Gerhard Kocher)

Lotar Martin Kamm

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