Geistige Brandstifter rechter Gewalt bleiben noch ungeschoren

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Satirischer Rückblick…

Es sei denn, endlich wird gerade hierzulande beherzter Widerstand geboren. Falls dies nicht eintritt, jene Pappnasen fühlen sich bestätigt und fit, um ihr bösartiges Werk fortzusetzen, üben sich im Weiterhetzen. Man liest es allenthalben auf bestimmten Seiten im Netz, drum handelt jetzt, bevor sie noch mehr Unheil anrichten, gar Verbrechen den Linken andichten!

Albatrosse im Traum erschienen, man möchte sich schier zurückbeamen in eine Zeit, wo nicht dermaßen viel Leid geschieht. Doch man sieht nur maßlose Dekadenz. Schön scharf die Sens? Wir sollten wachsam bleiben, weil in jenem achtlosen Reigen Mensch ständig versagt, der Hunger gar an ihm nagt. Kein Frühstück in der WG? Ach ne, dies war bloß ne Metapher, wat sollen hier all die neugierigen Gaffer?!

Wenn schon Sexismus exemplarisch für jede Gesellschaft ausgelebt, sich was wohl insofern regt? Ganz genau, seid so schlau und sprecht solch Vergehen aus, sonst wird aus freiem Leben nichts draus. Da hilft auch das Abtauschen in andere Elemente nicht viel, ihrem Trieb nachgehen, ist ihr Ziel.

Hat der Verstand die Menschheit verlassen? Was soll dieses Prassen? Das Recyceln von Abfällen wird notwendiger denn je. Falls dies nicht geschehe, dann wird Mutter Erde noch viel mehr zerstört. Unerhört! Nun ja, was man als Kind so denkt, hat vielleicht uns noch abgelenkt, doch jetzt ist Handeln angesagt. Nicht zögern, sich rangewagt!

Im Syrienkrieg schaut die Welt selbstgerecht zu, nach täglichem Sterben ist erst Ruh, wenn alles in Schutt und Asche? Welch perfide Masche, die nur allzu bekannt, die Fronten sind festgefahren, die Ursachen ohnehin bekannt. Wo sind die Scharen, die ihre Hand erheben, sich einsetzen für friedliches Leben? Wer Augen hat, der schaue besser genauer hin, das macht Sinn. Doch manch einer sich verzettelt, gar seinen VW-Käfer sorglos verwettet.

Dabei geben Konzernwirtschaft und die EU keinerlei Ruh, schauen mühelos zu, wenn das Reformpaket zur Privatisierung die Griechen ereilt, Hauptsache ihr resultierender Profit wird nur unter sich geteilt. Was interessiert dabei des Volkes Not, wer an Gerechtigkeit noch glaubt, ist ein Idiot. Am Ende ist alles ausgeraubt. Das verhält sich ganz ähnlich wie bei Hochstapelei, die abräumt, fleißig mit dabei.

Deutschland nicht das Land der Dichter und Denker, sondern vielmehr der Vernichter und Henker? Du wirst lachen, manch einer möchte am liebsten ne Zeitreise machen, um das Rad der Geschichte in die bessere Richtung zu drehen, um zu ändern zukünftig bösartiges Geschehen. Unter manch Haube steckt nicht nur viel Kraft, teilweise versiegt der Lebenssaft, weil Mensch erneut zu viel Reichtum hat gerafft.

Lotar Martin Kamm

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Unter der Haube

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Pferdestärken oder der Weg zum Standesamt?

„Boah ey, wieviel hat denn die Karre unter der Haube?“ So ähnlich kann man sich ausdrücken, wenn man wissen möchte, wieviel PS (heute unter der Bezeichnung kW bekannt) das neue Auto als Höchstleistung hat.

„Jetzt ist deine Jüngste ja auch unter der Haube!“ So ähnlich hat man sich ausgedrückt, wenn man sagen wollte, deine Jüngste hat nun auch geheiratet.

Haube, althochdeutsch hüba, verwandt mit hoch, wahrscheinlich in der ursprünglichen Bedeutung nach oben gewölbt, gebogen, eigentlich, die Gebogene. Zum Vergleich hoch, althochdeutsch höh, gewölbt. Unter dem Begriff Haube finden wir mehrere Bedeutungen, Büschel der Kopffedern bei Vögeln, wie bereits erwähnt die Motorhaube, die Trockenhaube zum Trocknen der Haare, (gibt es tatsächlich noch zu erwerben für den Hausgebrauch), Pickelhaube, Kopfbedeckung eines Soldaten, Wollmütze und last but noch least, die Haube, eine Kopfbedeckung, die durch gefältelten Stoff die Ohren mit abdeckt.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein gehörte es sich für eine verheiratete Frau, eine Haube zu tragen, als Zeichen ihrer Sittlich- und Anständigkeit. Bis zur Hochzeit durften Frauen ihre Haare offen zeigen, Frauen, die keine Haube oder andere Kopfbedeckungen trugen, galten als „verrucht“ und verdorbene Frauenzimmer. Der äußere Schein der Hauben und Häubchen wurde auch unterstrichen bei Zofen und Dienstmädchen. Und wer in vornehmen Cafés in den 50iger und 60iger Jahren seinen Nachmittagskuchen aß, wurde dort oftmals noch bedient von der Servicekraft mit Häubchen im Haar. Manche Trachten, die zu gewissen Anlässen getragen werden, weisen in der Art des Tragens noch auf diese Sittlichkeit hin und ob die Trägerin bereits unter der Haube ist oder nicht.

Bei der Karre, dem Auto, gilt wohl bei vielen Menschen immer noch, was für eine Leistung unter der Haube steckt. Trotz interessanter Designs der Karosserien entscheidet beim Kauf eines Autos oft die kW-Angabe. Ist es frech zu sagen, man will ja schließlich nicht die Katze im Sack kaufen, ohne die Möglichkeit bei der Kaufentscheidung die Haube anzuheben, in den Motorraum zu sehen, wird keiner sich entschließen, das Auto zu kaufen. Selbst geschenkt wäre es für viele undenkbar, ein Schnäppchen gemacht zu haben, auch wenn es heißt: Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Die Haube ist somit nicht nur ein Schutz, sondern gleichzeitig ein Interesse weckender Gegenstand. Glaubt man den Erzählungen über die sich als schwierig zu verkaufenden Waschmaschinen nach Markteinführung, so blieben die Kaufinteressenten deshalb aus, weil man während des Waschganges nicht zusehen konnte. Erst nachdem Sichtfenster einen Blick auf die drehende Wäschetrommel freigaben, folgte für den Absatz der Waschmaschinen kein Aufhalten.

Die Haube, Zeichen der Sittlichkeit und die Motorhaube haben eines gemeinsam, beides sind Hilfsmittel zum Schutz. Ob allerdings hinter der Abdeckung wirklich die „versprochene“ Aussage sich verbirgt, das muß wohl jeder selbst herausfinden.

Doris Mock-Kamm

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Zeitreise

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Lang, lange Jahre ist es her, da schrak ich erstmals auf aus einem Traum,
und schwach und schweißgebadet lag ich da, jenseits von Zeit und Raum.

Ich war wohl Reisender der Zeit in fernen Ländern, die ich nie zuvor geseh’n,
konnt‘ durch finst’re Wälder, über karges Feld und welke Steppen geh’n.

Flüsse querten meinen Weg, Gebirge, um deren Gipfel Blitz und Donner grollten,
Blumengärten, gold’ne Jurten und Äcker, die die Saat nicht tragen wollten.

Sah Morgenrot und Abendsonne, und Sturm und Regen peitschten jenes Land,
und ich war nicht allein in meinem Traum, ein alter Mann führt sicher meine Hand.

Ich sah dort Männer, stets geduckt, dazu bestimmt, ihr armselig kurzes Leben,
wenn’s dem Herrscher hoch zu Roß gefällt, sofort, ganz klaglos hinzugeben.

Und Frauen sah ich hin und wieder, mit Brüsten, verwelkt bereits in jungen Jahren,
die, sehr still und arbeitsam, und jedem willig, wohl nie im Diesseits glücklich waren.

Ich sah Kinder, schmutzig nackte junge Greise, die nie gelacht und nie geweint,
und den eig’nen Kot vom Boden fraßen, damit am nächsten Tag die Sonne scheint.
Fürsten sah ich, goldgewandet, auch mit allerlei Zierat behängte Konkubinen,
Lakai’n mit sattem, steinernem Gesicht, bereit für Lohn bedingungslos zu dienen.

Ich sah sie im Galopp, getrieben nicht von eig’ner Gier, vielköpf’ge Reiterscharen,
sah Säbel über Köpfen kreisen, Blut in Strömen, und Städte, die dann Wüsten waren.
.
Das Traumbild kommt und geht wie’s ihm gefällt, es kehret immer wieder, doch –
wenn ich erwach‘ in dieser Welt, seh ich voll Schauder – all dies gibt es immer noch.

Peter Petereit

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Deutschland – das Land der Vernichter und Henker

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Wortgesülz erschallet schrill, was nur niemand hören will

Was geschah hier nur in letzter Zeit, seid Ihr wirklich dazu bereit, zuzuhören, selbst wenn manches Euch wird stören? Es könnte den ein oder anderen Aha-Effekt geben, so verhält es sich halt wie im echten Leben, man sieht vor lauter Bäumen nicht den Wald. Nun denn, schlaft weiter in Euren ahnungslosen Träumen.

Warum bloß in jener Reimform vorgetragen, nur Geduld, wir werden’s gleich sagen. An allem seien diese Flüchtlinge schuld, verlautet vielerlei Wehklagen. Deutschland sei daher jetzt erst recht in Gefahr, weil man zu wenig Deutsche als Nachschub gebar. Was nun mit diesem Land geschieht, seit der ein oder andere hierher flieht, soll Frau Merkel inszeniert haben, den eigenen Leuten Politiker nichts mehr gaben.

Deutschland kein Land mehr der Dichter und Denker, dafür jetzt der Vernichter und Henker? Manch einer Hessen, Bayern oder anderer Provinz nachtrauert, argwöhnisch getäuscht in der Ecke kauert, sich nach dem angeblichen Land der Mythen sehnt, wo doch in Wirklichkeit überall Rechtspopulismus sich auflehnt, dieser möge es bald richten, dann sei Schluß mit Dichten.

Um dat Janze noch zu betonen, tut er uns mit Wortjesülz nich schonen, schnell des Deutschen Emotionen hervorheben will. Dat is schrill, weil er obendrein noch eins draufsetzt und lässig hetzt: Am deutschen Geist sei die Welt genesen. Wer dermaßen kehrt mit solch heroischen Besen, dem scheint die Wirklichkeit völlig zu entgleiten, da flunkert man halt bei allen Gelegenheiten.

Im Vernichten, da hat man Erfahrung nicht nur aus Hitlerszeiten, es wimmelt nur so von alten Geschichten, die darauf basierten, kriegerisch Epochen vorzubereiten. Wer dem patriotischen Gedanken erneut verfällt, der übersieht schnell vor lauter Ruhm und Geld, was tatsächlich zählt: kein Nationalbewußtsein, sondern einzig und allein, daß Mensch Mensch sein darf.

Erkannt, haarscharf: Wer bereits neue Kriege am Horizont bei Bedarf zunächst der NATO in die Schuhe schiebt, die solche durchaus liebt, um sie dann wie früher patriotisch gelenkt vehement auszutragen, der hat niemandem was zu sagen. Viel eher mögen sich diese kreidefressenden Wölfe im Schafspelz von dannen schleichen, sollten besser weichen, bevor sie erneut Unheil anrichen können. Die wollen sich mit niemand versöhnen, eher haßerfüllt jeden Nichtdeutschen verhöhnen, um mit ihrem Gelaber von Ehre, Stolz und Loyalität zu klagen, es sei alles zu spät, außer man übe Solidarität.

Welch bekannte Phrasen, die so dermaßen unklug vielleicht fanatisch gesinnte Gesellen anlocken, sich in deren Hirnwindungen andocken, doch jeder Mensch mit Überblick und Restverstand hat längst erkannt, daß solch Gedankengut ein alter Hut. Den will niemand mehr, egal unter welchen Namen, ob indentitär oder jede andere Mär. Sorgen wir Kreative mit Geistesblitz, zu beenden jenen neu entflammten Witz und schicken ihn fort, wo er hingehört: an einen unbekannten Ort, von wo er keinen mehr stört.

Lotar Martin Kamm

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Hochstapelei keineswegs ein Kavaliersdelikt

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Stapeln will gelernt sein

Vielmehr wäre wohl richtiger, nicht jeder kann stapeln, da hilft oftmals auch das Lernen nicht. Schon bei Kleinkindern kann man beobachten, daß das eine Kind mühelos Klötzchen auf Klötzchen setzen kann, ohne daß der Turm vorzeitig umfällt, das andere Kind aber damit zu kämpfen hat, die Klötzchen fast nie die richtige Lage haben, das nächste Klötzchen schief sitzt und somit den ganzen Turm vorzeitig zum Einsturz bringen kann.

Kann man sagen, Stapeln ist eine Kunst, eine Kunstfertigkeit, ein Talent, ähnlich dem mathematischen Verständnis, das, auch wenn jetzt einige sicher gern widersprechen möchten, eine grundlegende Fähigkeit voraussetzt, um es zu beherrschen und zu verstehen? Wer schon einmal die Gelegenheit hatte, Staplerfahrern bei der Arbeit zuzusehen, wird möglicherweise selbst bei dieser Tätigkeit die Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrern festgestellt haben, wenn sie ihre Fracht in die dafür vorgesehenen Stauräume platzieren. Nicht jeder ist mit dem gleichen Geschick für Größe, Raum so verwachsen, daß auf Anhieb alles perfekt abgelegt werden kann.

Nun ist Stapeln können nicht unbedingt eine Voraussetzung, um im Leben seine berufliche Existenz zu finden, Mathematik übrigens auch nicht, aber immerhin die Fähigkeit des Schichtens von Materialien, ohne daß dieses Konstrukt einstürzt. Von großem Vorteil selbst bei der Lagerung des gespaltenen Holzes für den Winter, nur so zum Beispiel. Es gibt aber auch Stapler, die nennt man Hochstapler, dieser Menschenschlag stapelt Lügen vermischt sehr oft mit Mitleid erheischenden Gefühlsanwandlungen, um damit zu erreichen, daß seine Wohnstatt bestens ausgestattet und für sein leibliches Wohl stets gut gesorgt ist.

Diese Hochstapler suchen sich in der Regel Menschen mit einem großen Potential an Mitgefühl aus, um sich so Gelder und Vorteile zu erschleichen. Die Liste der Betrogenen wird umso länger, wenn diese Menschen es schaffen, im Gewande von Vereinen, Organisationen, die für gemeinnützige Zwecke ins Leben gerufen wurden. Hochstapelei ist kein neuzeitliches Problem, sondern zieht sich wohl eher durch sämtliche Geschichtsepochen.

Hochstapler, von hoch, gleichgesetzt mit vornehm und stapeln, gleichgesetzt mit betteln in der Gaunersprache. Daraus läßt sich schließen, daß die meisten Hochstapler ihre „Opfer“ unter den besser gestellten Mitmenschen gesucht haben, aber nicht nur nach finanziellen Gesichtspunkten, sondern gleichwohl auf der Suche nach Vorteilen verschiedenster Art.

Die Gründe, die Menschen bewegt, andere zu betrügen, sind mannigfaltig, vielleicht kann man es so nennen, individuell. So hat Victor Lustig 1925 den Eiffelturm an einen Schrotthändler verkauft, Karl May sich unter anderem als Augenarzt Dr. Heilig ausgegeben, und wer kennt nicht den als Hauptmann von Köpenick bekannten Friedrich Wilhelm Voigt. Die Liste ließe sich beliebig verlängern, obwohl nicht alle Fälle von Hochstapelei an die Öffentlichkeit kommen. Viele Menschen, die auf Trickbetrüger hereinfallen, fühlen oftmals eine Scham, die sie schweigen läßt.

Wer selbst oder durch unmittelbar betroffene Bekannte mit Hochstaplern in Berührung kam, wird die teilweise perfide Art der Erschleichung in das Gefühlsleben der „Opfer“ besser verstehen können und wissen, wie schwer es sein kann, über den Betrug zu sprechen. Es sind nicht nur die finanziellen Verluste, die die „Opfer“ belasten. Und die Hochstapler, wie reagieren sie? Sie stapeln einfach weiter, wenn sich eine neue Möglichkeit bietet, sie empfinden meistens kein Schuldgefühl, keine Reue, denn würden sie sie empfinden können, könnten sie nicht hochstapeln.

Ihre Gefühlswelt ist nur ihnen selbst gegenüber aktiv, nicht für andere Menschen. Und wenn wir wieder zum Beispiel des Kleinkindes zurückkehren, das es gedankenverloren schafft, ein Klötzchen auf ein anderes zu setzen, mit einer Leichtigkeit, dann kann man den Begriff Hochstapler vielleicht noch besser verstehen, denn auch sie stapeln „gedankenverloren“ eine Lüge auf die nächste Lüge und ignorieren in diesen Momenten alles andere, das um sie herum geschieht.Und es gehört auch eine gewisse Art Talent dazu, Menschen zu hintergehen, sie zu betrügen, sich in ihr Vertrauen einzuschleichen, um sich dadurch Vorteile zu verschaffen. Sie sind wie Schmarotzerpflanzen, denn sie können noch lange, nachdem sie entlarvt worden sind, von den Vorteilen, die sie sich ergaunert haben, leben.

Kann man sich vor Hochstaplern schützen? Wohl nicht gänzlich, denn durch die Maschen der Wohltätigkeit, Spendenaufrufe, Mitleidstour, ist es schwer, die Maske zu erkennen, die der Hochstapler für seine Lügen benützt. Hellhörig sollte man spätestens dann werden, wenn die Mitleidstour kein Ende nimmt und ständig durch neue Mitleidsvarianten ersetzt werden.

Verbieten Sie ihrem Kind jetzt auf keinen Fall, seine Klötzchen bis zum Himmel zu stapeln, bestärken Sie es ruhig in seinem Können, die Hauptursache der Hochstapler ist wohl eher ein Minderwertigkeitskomplex und ein Liebes- und Anerkennungsdefizit.

Doris Mock-Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (27. September bis 03. Oktober 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Griechenland: Reformpaket zur Privatisierung ein Desaster

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Schlupfloch der EU die Wasserprivatisierung erneut voranzutreiben

In den Medien herrscht vornehme Zurückhaltung, entweder weil dermaßen unfaßbar, was da in Griechenland jüngst geschah oder da sich finstere Wolken am Horizont aufstauen, die EU ein Schlupfloch entdeckte, erneut die Wasserprivatisierung voranzutreiben.

Das jüngst verabschiedete Reformpaket zur Privatisierung in Griechenland muß als Desaster bezeichnet werden, zumal Alexis Tsipras selbst sich ansonsten vehement gegen den Verkauf der Wasserwerke gestellt hatte. Was geschieht dort im kleinen Griechenland, knallharte Epressung auf politisch höchster Ebene?

EU und Schäuble setzen das griechische Parlament unter Druck

Irgendwie sollte dies bekannt vorkommen, da war doch in der Vergangenheit was? Denken wir nur an die drei geschnürten Rettungspakete seitens der Europäischen Kommission, der Europäischen Zentralbank und des Internationalen Währungsfonds, die Griechenland vor dem Staatsbankrott bewahren sollten, natürlich mit strikten Auflagen verbunden waren, der Staat sollte seine Behörden verschlanken, Steuerhinterziehungen reduzieren, das Rentensystem reformieren, die Wirtschaft modernisieren und schließlich den Staatsbesitz privatisieren.

Letzteres haben sich wohl die EU und allen voran der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble zu Herzen genommen. Wenn schon hierzulande eine flächendeckende Privatisierung des Wassers nicht klappte, – in anderen Bereichen hat ja die neoliberale Politik wunderbar gefruchtet, denken wir an die Deutsche Bahn, an die Post -, dann kann man im Fall Griechenlands Nägel mit Köppen machen, oder? Bricht in etwa die EU das Versprechen bei der Wasser-Privatisierung, obwohl die erste europäische Bürgerinitiative noch vor drei Jahren erfolgreich sich zur Wehr setzte, die EU-Kommission versprochen hatte, die Wasserversorgung bei der Privatisierung auszuschließen? Es schaut ganz danach aus.

Da nützt auch die Anmahnung seitens des griechischen Obersten Verwaltungsgerichtshofs reichlich wenig, der vor zwei Jahren im Mai noch eine eventuelle Privatisierung der Wasserwerke Athens für verfassungswidrig erklärte. Es finden sich immer Schliche und Wege, rechtliche Begründungen auszuhebeln, wie man anhand des Vorgehens dieser EU ersehen kann!

Aufruf zu mehr Widerstand

Die Völker sind gefragt, wesentlich mehr Solidarität zu zeigen, über Landesgrenzen hinweg. Daß dies schwierig umzusetzen ist, vermag die Entwicklung der AKW-Proteste verdeutlichen. Trotz der zwei Super-GAUS, keine Endlanger gefunden wurden, halten politische Verantwortliche fleißig an der Atomkraft fest.

Im Fall der Wasserprivatisierung gab es in der Vergangenheit weltweit heftigen Widerstand, ob wie zuletzt in Peru oder in Portugal, die Menschen müssen sich besser organisieren, wollen sie schlimmeres verhindern. Es gibt eine grundlegende Vernetzung, wie hier bei attac oder WasserInBürgerhand. Wehret nicht nur den Anfängen, sondern schaut auch bei der EU besonders genau hin!

Lotar Martin Kamm

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