Papier: Deutschland weltweit zweitgrößter Verschwender

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Zerstörung der Wälder – Papierspartips dringend notwendig

Umweltbewußtsein beginnt direkt vor Ort, zuhause, am Arbeitsplatz, in der Schule. Wer sich brüstet, er würde entsprechend behutsam handeln, möge sein Verhalten ein wenig genauer betrachten. Oftmals entspricht dies keineswegs der Realität, sondern meist dem Gegenteil. Leider hat auch Deutschland seine Hausaufgaben nicht gemacht, ist weltweit zweitgrößter Papierverschwender, nur die Beneluxstaaten toppen es noch.

Die Zerstörung der Wälder nimmt daher weiterhin zu, wie auch ROBIN WOOD feststellt, wobei die wichtige Ressource, das Holz der Bäume, aus den skandinavischen Ländern Finnland und Schweden stammt sowie aus dem Regenwald Brasiliens. Bei letzterem sollten die Alarmglocken bei den Endverbrauchern schrillen, zumal bekanntlich auch indigene Völker maßgeblich betroffen sind. Wollen wir das weiterhin einfach so dulden?

Wasserverbrauch, Chlor bei der Papierherstellung eine zusätzliche Belastung

Wissen Sie eigentlich, wie teuer Papierherstellung ist? Um ein Kilogramm Papier herzustellen, bedarf es einem Energieverbrauch von etwa 2,5 kWh pro Kilogramm, ungefähr 7 Liter Wasser. Letzteres hat sich allerdings wesentlich verbessert, wenn man bedenkt, daß es noch im Jahre 1900 rund 100 bis 800 Liter Wasser pro Kilogramm waren.

Ebenso die Umstellung von der Bleichung mit Chlor zum Chlordioxid-Verfahren (ECF-Zellstoffe) bis hin zum gänzlichen Verzicht auf Chlorverbindungen mittels des TCF (totally chlorine free). Dort wird die Bleichung per Sauerstoff, Ozon, Peroxoessigsäure und Wasserstoffperoxid erzielt. Darf man nunmehr von einer Ummweltentlastung sprechen? Keineswegs.

Maßlosigkeit verhindern

Beste Voraussetzung kann nur ein anderer Umgang mit Papieren bedeuten. In sofern hat der Verbraucher selbst es in der Hand, seinen umweltschonenden Beitrag zu leisten. Nicht nur chlorfrei gebleichtes Papier sollte selbstverständlich benutzt, auch recyceltes Papier vorgezogen werden. Das Anbringen von Hinweisschildern am heimischen Briefkasten, keine Werbung mehr zu dulden, eben gänzlich auf Wegwerf-Einweg-Teller- und Pappbecher bei Partys oder anderen Veranstaltungen verzichten, sind notwendige Schritte in die richtige Richtung.

Muß es im Zeitalter der Elektronik, der PCs tatsächlich die tägliche Zeitungslektüre sein? Da geht doch was, viele bieten längst eine Online-Version an. Müssen wir tatsächlich alles sofortigst ausdrucken, wobei die Umweltbelastung ohnehin durch die Druckerindustrie erheblich zunimmt. Doch wieder zurück zu Mehrwegflaschen aus Glas, statt Verbundpackungen für Milch und Säfte, zumal zusätzlich die Plastikmüllvermeidung greift?

Sie sehen, es gibt sehr wohl Möglichkeiten, daß auch Deutschland seinem Anspruch gerecht wird, ein hohes Maß an Umweltbewußtsein zu pflegen. Tragen Sie dazu Ihren Anteil, damit es nicht weiterhin lautet: Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Papierverschwender.

Lotar Martin Kamm

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An der Straße

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Wieder einmal wie so oft stand sie einsam an irgendeiner Straße,
die anderen konnten und wollten nicht verstehen ihre Sprache.
Sie dachten ihre Liebe, Zuneigung und Freundschaft bedeute,
eins zu sein mit ihren inneren Gefühlen, Meinungen, ihrem Geläute.
Doch sie stur beharrte, nur die Gliederkette, nur das Gegenüber
kann  mit ihnen sein, das andere Ende der Brücke, das Hinüber
wechseln nur kann die wahre, freie emotionalste Verbindung sein,
nicht das Vielsein in einem, das enge verschlungene Wir, das Einssein,
nur die Bänder, die offen ohne Verknotung liegen, können einen,
deshalb, dafür ist sie hier, um zu lieben, muß sie außen stehen bleiben.

Nicht der enge gebundene Kreis innerhalb einer Freundesgemeinschaft,
die freien lockeren Grenzen vermögen erst geben die Stärke, die Kraft.
Da stand sie nun zum zigten Male, bekleidet mit ihren vielen allein,
unverschlungen, nicht einsam, gefüllt mit allem und Allbewußtsein.
Wohin des Weges, nach Westen, erstmal Richtung Berge, das Auto,
der Fahrer, das Brummen des Motors, die fliehende Landschaft, ihr Motto
fließen während der Fahrt zu ihrem Gegenüber und hin und her,
die lange Fahrt verschwindet kurz, und der Abschied fällt beiden schwer.
Das sind die wesentlichen Dinge, Austausch, Verstehen, Hinterfragen,
das Erspüren von Überschneidungen, das Trennende, das Hadern.

Als sie auf der Straße stand, wußte sie, ich werde diese Fahrt vergessen,
mich nie mehr an den Namen, das Auto, die Strecke erinnern, ob gestern,
ob vor hundert Jahren, was bleibt, das sind jene fremden Erinnerungsbahnen,
die sich geschickt mit den neuen unbekannten verbanden, deshalb wahren
diese inneren Bindungen, sämtliche Verknüpfungen, bleiben lose Splitter,
bleiben gegenüber, bleiben vereint, weil sie nicht sind hinter einem Gitter.
Das nächste Auto, ein entgegengesetztes Sein, Sprachen belanglos erklingen,
den Kern der Aussagen durch Ähnlichkeit muß jeder selbst herausfinden.
Ihr Kern ist das Gegenüber, sie ist gegenüber und mittendrin geeint,
Persönlichkeiten. Die sich mit dem Innen ohne Loslassen verbinden, sind entzweit.

Nafia

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Weltpolitik: Kein Recht auf Frieden

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Rüstungsindustrie bestimmt den Kurs

Wohl gar nichts dazugelernt? Obwohl schon sehr viele Kriege im Laufe der menschlichen Evolution Mutter Erde sah, meinst du, diese fortsetzen zu müssen? Wenn der eine Bruder den anderen umbringt, ganz entgegen selbst auferlegter Glaubensbekenntnisse? Vor allem das kosmischste Gesetz ständig mißachtend: Du sollst nicht töten?

Vorneweg die USA, bei denen noch in 31 Bundesstaaten die Todesstrafe angewandt wird, die gleichzeiztig als aggressivste Nation weltweit bei den meisten kriegerischen Konflikten bisherig beteiligt war, aber im selben Atemzug im Sinne der Menschlichkeit Demokratie einfordert. Was für Widersprüche, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen!

Kriege schaffen mit noch mehr Waffen

Für was die ganzen legitimierten Morde? Damit Wirtschaften florieren, das eiligst gedruckte Geld im Umlauf sich befindet und in die Taschen derer fließt, die nichts anderes im Sinn als ihren unermeßlichen Reichtum nonstop zu vergrößern. „Frieden schaffen ohne Waffen“ wohl einem verklärten Wunschtraum entspricht, der keineswegs jemals eintreten kann und wird, solange Rüstungsindustrien den eigentlichen Kurs der Menschheit bestimmen: Kriege zu führen!

Inwiefern all die vielen Bemühungen sorgsam errichteter Infrastrukturen in den Ländern, wenn einige selbstherrliche machtgeile Wesen, – als Mensch sollte man sie nicht mehr bezeichnen -, Waffen sprechen lassen, Landstriche verwüsten, Menschen sterben müssen? In solchen Szenarien entlädt sich das ganze Böse, welches nicht im geringsten der Schöpfung selbst entspricht, die nur eines vorgesehen: Leben zu schaffen und zu erhalten, aber mitnichten, daß Spezies sich selbst vernichten und im schlimmsten Fall den Planeten.

Wo bleibt der Respekt vor der Schöpfung?

Manch Arrogante belächeln solch einfache, aber tief verwurzelte Vorgaben, ohne auch nur im Geringsten den eigentlichen Sinn verstanden zu haben. Es ist wohl viel simpler, etwas komplett zu zerstören, als zu erschaffen. Wunder der Natur in den Dreck getreten, damit erfindungsreiche Waffen sich Respekt verschaffen, alles vernichten, und sei es das Leben auf Erden selbst? So weit entfernt ist Mensch nicht davon, wenn man an die CBRN-Waffen denkt.

Kreative Köpfe treffen auf Minderwertigkeitskomplexe, Haß auf Liebe, während das Böse obsiegt, um das Gute zu bekriegen. Friedenszeiten somit lediglich einer Illusion entsprechen, weil Mensch bis heute nicht begriffen hat, was seine Aufgabe sei: den Blauen Planeten liebevoll zu gestalten zusammen mit seinen Mitgeschöpfen.

Keine Nation hat so viel weltweites Leid verursacht wie diese USA, die obendrein auch noch meinen, sie müßten die Weltherrschaft damit an sich reißen. Wer kann sie stoppen, wenn nicht das Rückgrat einer Menschheit, die endlich aufwachen sollte, bevor es zu spät sein wird.

Lotar Martin Kamm

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Friedenszeiten vorbereiten

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Vergebene Müh, das Streiten,
um beizeiten
uneinig auseinander zu gehen.
Fürwahr, da hilft kein Flehen,
weil die Meinung bestehen bleibt,
man sich unnötig aufreibt.

Warten auf bessere Tage,
sich dabei stets frage:
Was veranlaßt Elend und Krieg,
etwa vor Augen bloß ein Sieg?
Laßt die Waffen stecken,
bedeutet sonst erneutes Verrecken.

Die einen übersehen halt die Zeichen,
wollen nicht von ihrem Standpunkt weichen.
Andere ignorieren all das Leid,
Hauptsache es obsiegt Gleichgültigkeit.
Was interessiert schon Politik,
sie beanspruchen ihr eigenes Glück.

Wehe, es geht ans Eingemachte,
man schnell erschrickt, ganz sachte
erstaunt die Welt mit anderen Augen sieht.
Plötzlich sind Phrasendrescher gar beliebt,
bemerkt manch einer deren verlogenes Spiel.
Dann erst wird’s ihnen zu viel.

Am Ende muß man sich selbst sagen:
Da hilft kein Wehklagen oder Verzagen,
laßt uns jetzt richtig entscheiden,
Armut, Elend und Kriege vermeiden.
Jagt die Verursacher einfach davon,
stoppt deren menschenverachtenden Hohn.

Lotar Martin Kamm

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Aufstieg der Angstbeißer und Kleingeistigen

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Ausgrenzen, hassen und zerstören erneut salonfähig

„Man darf sich wieder auslassen im Pulk Gleichgesinnter, endlich die viel zu lang angesammelte Wut entladen an allem, was nicht ins eigene Weltbild paßt, zumal in letzter Zeit dank dieser duckmäuserischen Politik à la Merkel und Co. zusammen mit der Lügenpresse ohnehin angeblichen Flüchtlingen Tür und Tor geöffnet wurde, um unser schönes Land der Dichter und Denker zu überschwemmen. So nicht!“

Solche Gedanken einer Horde von Angstbeißern und Kleingeistigen beflügeln, Taten folgen zu lassen im Ausgrenzen, Hassen und Zerstören, Hauptsache man fühlt sich stark in gemeinsamer Bestätigung, endlich erlangen die fast schon in der Versenkung entschwundenen rechten Parolen das längst erwünschte Ziel der Aufmerksamkeit.

Zumal die NPD und die Republikaner in der Vergangenheit stets kläglich scheiterten, mit der AfD gelingt der Sprung in die Parlamente, zunächst in die Landtage, nächstes Jahr in den Bundestag. Nun denn, anstoßen auf jenen erfolgreichen Weg, den es zu begießen gilt, sich im Rausche entladener Haßtiraden, besonders weit verstreut im Netz, ob in Facebook oder in den unzähligen Blogs und Seiten, wo man obendrein in Kommentaren angeblicher Lügenpresse sich schadlos verewigt. Meinungsvielfalt hat dafür ihre Vorteile, selbst wenn beim rechten Mob, mal selbst an der Macht, sie ziemlich schnell verboten und verpönt sein wird.

Oder glauben hierbei tatsächlich all jene Protestwähler, die meinen, sie müßten sich dieser AfD anschließen, es würde sich irgend etwas zu ihren Gunsten ändern? Fehlanzeige! Diese rechte Mischpoke greift dann erst richtig durch: weg mit den jahrzehntelang erstrittenen Frauenrechten, selbst Minderheiten zu berücksichtigen, Behinderte werden sowieso ausgegrenzt, sämtlicher kulturell gewachsene Austausch aus dem Land gejagt, weg mit Multikulturismus, zurück zur Nationalstaaterei, an deren Ende gar der Nachbar, ob Franzose oder Brite, schnell wieder zum Feind erklärt wird, wenn es ihr in den Kram paßt.

Meint jemand tatsächlich, daß dann der neoliberale Kurs ein jähes Ende findet, den besonders die USA angeleiert? Mitnichten! Wesentlich perfider und stets im Gewande angeblich treudoofer Loyalität, Treue und Nationalstolz werden sämtliche Mittel der Ausbeutung angewandt, rücksichtslos, über Leichen schreitend, es zählt nicht der Einzelne, sondern stets der Willen der neu aufgestiegenen Kaderschmiede. Ein Zurück zum feudalen Faschismus, ob gleich per Führerkult installiert, bleibt dahingestellt, letztlich spricht das umgesetzte Wort seine deutliche Sprache, wer mal einen Blick ins Parteiprogramm dieser sogenannten Alternative für Deutschand wirft.

Aber immer schön brav wählen, weil man dem Irrglauben verfällt, diese würde es richten. Politikverdrossenheit, oftmals berechtigt angesichts ungelöster Probleme seitens etablierter Parteien, läßt jetzt das Wählen jener AfD zu, damit sie es richten werde? Welch Irrtum, die Dichter und Denker werden mal wieder von dannen gejagt!

Zurück bleibt diese Mischpoke von Angstbeißern und Kleingeistigen, selbtverliebt in einseitiger Herrschaft angeblicher Tugenden, die in ihrer ganzen Verlogenheit den ahnungslosen Bürger täuschen, Hauptsache dieser folgt dem Weg nationalstolzer Gesinnung, die eben keine Vielfalt zuläßt, sondern einen eingleisig fatalen Kadavergehorsam. Die Geschichte wiederholt sich und das im Herzen Europas, in Deutschland. Oder schon bald wieder im Deutschen Reich?

Lotar Martin Kamm

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Aus der Enge geboren

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Da wurdest du geboren,
sicher getragen
in Mutters Schoß,
bis die Enge
wurde zu groß.

Mit Glück, Umsicht
darfst du die ersten
Kindertage – jahre
erleben mit Vater
und Geschwistern,

immer noch
beschützt durch
Heim und Liebe,
Verständnis ließ
sich prägen.

Irgendwann die
ersten Revolten
dein Herz nach
Freiheit strebend,
die Enge wurde groß.

Die eigentliche
Geburt, das Tragen,
das Hervorbringen,
das Gebären
der Persönlichkeit

führt durch
Freundschaften,
eigene Familie,
sich selbst finden,
Kenntnisse verbinden.

Da bist du geboren,
sicher getragen
in deinem Ich,
bis die Enge
wird zu groß
und du kehrst
zurück in
der Erdmutter
Schoß.

Nafia

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Botswana: Appell an Präsident Ian Khama zum 50. Unabhängigkeitstag

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Regierung mißachtet Urteile des Obersten Gerichtshofs zu Lasten der Buschleute

Der Süden Afrikas mag viele Europäer und den Westen kaum interessieren, alldieweil sie ohnehin viel zu sehr mit ihren eigenen Belangen direkt vor Ort beschäftigt sind, denkt man an bevorstehende Wahlen, an zunehmende Proteste, die Bevölkerung mehr Widerstände anzettelt. Die Restbestände alter Kolonialherrschaften wirken jedoch weiterhin nach mit Blick zu wertvollen Bodenschätzen wie Diamanten in Botswana.

Als Sohn des ersten Staatspräsidenten von Botswana wurde Ian Khama im Oktober 2014 das zweite Mal als Präsident in seinem Amt bestätigt. Zum 50. Unabhängigkeitstag jetzt am 30. September richtet sich ein Appell an ihn, in dem der Regierung nicht nur die Mißachtung des Obersten Gerichtshofs zu Lasten der Buschleute vorgeworfen wird, sondern er sich doch für die Rechte der Barsawa, wie die Buschleute im Lande genannt werden, einsetzen möge.

Im Land der Khoi-San zählt nur der Profit durch Diamanten und Tourismus

Die Khoisan, die älteste existierende Menschengruppe, leben heute überwiegend in Angola, Botswana, Namibia und Südafrika. Ihre größte Überlebenschance beruht auf eine ausgeprägte Form der Jagd, die Ausdauerjagd. Während Zebras und Steinböcke nur über eine begrenzte Kondition verfügen, spezialisierten sich die Buschleute über das Erfolgsrezept einer langanhaltenden Hetzjagd, um schließlich ihre Beutetiere am Ende zu erlegen.

Die Profitgier angesiedelter Europäer verdrängte auch in diesem Teil Afrikas die indigenen Völker, selbst in einem ihnen verwiesenen Reservat, dem Central Kalahari Game Reserve (CKGR) inmitten Botswanas, welches als Schutzgebiet Sicherheit bieten sollte, machte die Willkür nicht Halt, weil dort zu Beginn der 1980iger Jahre das weltweit größte Diamantenvorkommen entdeckt wurde, in drei großen Räumungswellen (1997, 2002 und 2005) sie von der zuständigen Regierung vertrieben wurden. In Umsiedlungslagern zusammengepfercht, das Jagen verboten, kam Verwahrlosung auf, Depressionen und Alkoholismus folgten.

Erst durch den beherzten Einsatz etlicher Menschen und vor allem Survival International konnten zunächst Prozesse gegen die Willkür der Regierung gewonnen werden, zunächst am 13. Dezember 2006 das Recht der Buschleute, wieder ihr zugesprochenes Gebiet im CKGR zu besiedeln, in ihrem Reservat jagen zu dürfen. Dies versuchte die Regierung stets zu verhindern, es folgten weitere Klagen, 2010 den Zugang zu Trinkwasser im Reservat zu sichern. Trotz eindeutiger Gerichtsentscheide verbleiben bis heute die Repressalien, können die Buschleute nicht in Frieden im Reservat leben.

Ian Khama letzte Hoffnung?

Zumindest signalisiert die Regierung von Präsident Ian Khama Gesprächsbereitschaft. Aufgrund internationaler Aufmerksamkeit bleibt mal dahingestellt. Noch scheint die Verlockung verheißungsvoller Gewinne mittels Diamantenhandels und des Tourismus eine wesentlich größere Rolle zu spielen als die Balange der Barsawa.

Andererseits darf Ian Khama auf eine bisher ansonsten gemäßigte, im Vergleich gar zu europäischen Staaten, eher erfreuliche Politik zurückblicken, was die Korruption im Lande anbelangt, Botswana steht auf Platz 30 beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (Stand 2012), zum Vergleich Italien, Polen und Spanien stehen schlechter da.

Darf man insofern optimistisch nach vorne blicken, daß der Appell an Ian Khama Wirkung zeigt, die Buschleute endlich ihre gerichtlich erwirkten Rechte respektiert und angewandt werden? Oder muß man befürchten, daß nach dem 50. Unabhängigkeitstag es lautet: The same procedure like all the time?

Lotar Martin Kamm

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