Aversionen belasten unser Dasein

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Kein Entrinnen aus Empfindlichkeiten?

Keiner kann sicher mit hundertprozentiger Überzeugung versichern, daß seine Eltern und sein näheres Umfeld alles richtig gemacht haben, während der Zeit des Heranwachsens zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Allerdings sind es nicht immer die großen Fehler wie Schlagen, Bestrafungen verschiedenster Art, die selbst oft bis ins hohe Alter Belastungen der Seele hervorrufen können, sondern es können auch weniger auffällige, kleine, fast unbedeutende Vorkommnisse sein, die als nie zu Verstehendes Einzug in die Lebenseinstellungen eines Menschen finden können.

Bei einigen, wenn nicht sogar vielen Menschen, wird das von Müttern, Tanten gerne angewandte Säubern des Gesichtes, bestenfalls der Hände oder des Beins in Erinnerung verhaftet sein, bei der unter Zuhilfenahme von Spucke und einem Tuch der Versuch und natürlich auch zu einem guten Ergebnis kommenden Reinigung dieser benannten Partien gegriffen wurde. Auch das vehemente Wegstreicheln einer Haarsträhne aus dem Gesicht kann langwierige Aversionen zu jeglicher artverwandten Handlung bewirken.

Beim Gespräch mit einem Gegenüber eine zu enge Distanz walten zu lassen und während des Redeflußes immer wieder mal den andern zu berühren, ihn sanft oder etwas heftiger auf die Schultern, den Arm zu tätscheln, vermag bis ins hohe Alter eine überaus strenge Markierungslinie heraufbeschwören, die nicht durchbrochen werden kann, ohne ein leichtes Schauern zu verursachen. Wen mag es wundern, wenn man Menschen trifft, die eine aufkommende Übelkeit verspüren beim Anblick von gestärkter Bettwäsche, womöglich noch in Verbindung mit Mottenkugelngeruch, bestenfalls aber nur mit einer Spur von Lavendel- oder Rosenduft.

Sicher sind die oben erwähnten Beispiele nicht unbedingt in irgendwelcher böser Absicht oder allein der Schuld einer Person innerhalb einer Familie zuzuschieben, sondern natürlich individuell den jeweiligen Personen gegenüber, die diese Handlungen auf die Palme bringen können. Dennoch sind solche oder ähnliche Erlebnisse oft nicht auszumerzen und hinterlassen eine feste Konstante im Leben.

Kindern, die bestimmte Lebensmittel essen mußten, wird es schwerfallen, diese später eventuell als Köstlichkeit zu genießen. So wird es für manche unverständlich bleiben, wenn einem Erwachsenen eine leichte Röte ins Gesicht steigt, sobald Tomaten, egal in welcher Art und Weise serviert werden. Seine Überempfindlichkeit erklärt sich aus dem Familienbetrieb, der sich dem Tomatenanbau verschrieben hatte, so daß er Tomate als Keimling, Setzling, grün und rot, so überdrüssig ist, er diesem Gemüse keinerlei Sympathien entgegenbringen kann.

Ob gewisse Aversionen aus individueller Abneigung oder durch äußere Umstände geprägt wurden, also durch die Familien, ist manchmal im Nachhinein nicht mehr eindeutig zu benennen. Tatsache bleibt allerdings, egal in welchem Umfeld Menschen aufwachsen, es wird sich irgendetwas einfinden, das nicht behagt, das nicht mit dem Wesen harmonisiert. Auch wenn alle anderen es nicht nachvollziehen können, so bleibt es für die Kolumnistin ein Gräuel, Kuchen mit Rosinen zu essen.

Doris Mock-Kamm

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Erdbeben in Italien: Accumoli zur Hälfte zerstört

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Plattengrenze führt zu den meisten Erschütterungen in Europa

Naturkatastrophen können dem Leben auf Erden nicht viel entgegenbringen, um es wirkungsvoll zu schützen, obwohl inzwischen mittels Technik es durchaus weitestgehend erdbebensichere Häuser und Bauten gibt. Andere Geschehen wie Meteoriteneinschläge, Tsunamis an Meeresstränden oder Vulkanausbrüche vermögen noch gefährlicher sein.

Diese Nacht bebte in Mittelitalien in der Provinz Rieti um 1:36 Uhr die Erde in 10 km Tiefe, laut Richterskala M 6,2. Das kleine Dorf Accumoli wurde zur Hälfte zerstört, von mehreren Toten ist derzeit die Rede.

Verheerend lange Liste Italiens Erdeben mit hohen Opferzahlen

Klar doch, werden jetzt Stimmen sich zu Wort melden, in Griechenland gebe es doch mehr Erdstöße. Zweifellos richtig, doch die meisten von ihnen finden im Meer statt, während Italiens Bevölkerung auf dem Land betroffen ist. Im Süden Italiens schiebt sich die afrikanische Platte gegen den europäischen Kontinent, die Adria selbst kann man als Sporn der afrikanischen Platte bezeichnen, so daß dort folglich häufige Erdbeben stattfinden.

In Catania auf Sizilien und in Neapal starben über 100.000 Menschen im Jahre 1693 aufgrund eines Erdbebens, noch mehr Tote erforderte das Erdbeben von Messina 1908 mit einer Stärke von M 7,5, wodurch auch ein Tsunami folgte, der größere Schäden verursachte, noch mehr Menschen das Leben kostete.

Nach dem Erdbeben von L’Aquila, unweit vom heutigen, am 06. April 2009, waren schließlich 308 Tote zu beklagen, rund 67.000 Obdachlose mußten in Hotels und Zelten an der Adriaküste untergebracht werden. Das letzte größere Erdbeben am 20. Mai 2012 ereignete sich im Norden Italiens in der Provinz Modena, die nächste größere Stadt ist Bologna. Insgesamt kamen vor allem mit den Nachbeben 24 Menschen ums Leben, etliche historische Gebäude wurden zerstört.

Über 50 Beben sind bisherig zu verzeichnen – Kosteneinsparung fordert mehr Opfer

Laut der Seite „Vulcano Discovery“ über aktuelle Erdeben sind seit dem ersten über 50 Beben bisherig zu verzeichnen. Zwei mit einem Wert von M 4,2, je einmal M 4,3, M 4,5 und M 4,6. Der 14. Erdstoß belief sich auf M 5,4 und der vierte auf M 4,8.

Offensichtlich hat sich die Erde in dieser Region keineswegs beruhigt. Die Zahl der Todesopfer wird wohl eher zunehmen. Andererseits darf man sich wundern, daß die Verantwortlichen in den Gemeinden und der Regierung selbst nicht genug getan haben, um Gebäude erdbebensicherer zu bauen, zumal gerade in ganz Italien die ständige Gefahr von Erdbeben lauert. Bedenkenlose Ignoranz oder nur einfach Bequemlichkeit, wobei man gern Kosten einspart zu Lasten von Menschenleben?

Lotar Martin Kamm

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Urlaub von der Pause

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Die fanatischen Festtage sind vorbei

Wenn die Gelegenheit sich ergibt, eine Auswahl zu treffen von mehreren Angeboten, ist es nicht immer einfach, das wirklich Gewünschte auch stolz in der Tasche nach Hause zu tragen. Denn es kann ohne weiteres möglich sein, doch nicht für das richtige Produkt sich entschieden zu haben. Restzweifel können sich einschleichen, außer man besitzt eine gefüllte Geldbörse, um von dem Angebot gleich mehrere Waren zu kaufen.

Oder die Entscheidung wird dem männlichen Haushaltsvorstand überlassen, der höchstwahrscheinlich aus dem Angebot zwei bis drei gleiche Teile kauft, handelt es sich um Baumaterial oder Werkzeug, eine höchstmögliche Menge ergattert, die für etliche Monate, wenn nicht über Jahre sorgsam gehütet in der Werkstatt oder Garage anschließend ihr Dasein fristen, bis sie endlich zur Anwendung kommen oder ein Dasein genießen, auf immer und ewig im Neuzustand einen geschützten Platz gefunden zu haben.

Nun neigen sich bald wieder im gesamten Bundesgebiet die Ferienzeiten der Schulen und die Sommerurlaube der Arbeiter und Angestellten ihrem Ende zu, und der alltägliche Alltagstrott umfängt einen Großteil der Bevölkerung in seinen Klauen. Unterbrochen durch Feiertage und Pausen während der täglichen Beschäftigung. Vielleicht überlegt der ein oder andere auch schon die nächste Reiseroute, oder rechnet sich die Feiertage aus, die noch im Restjahr zu erwarten sind, oder freut sich schlichtweg über jede nur zu bietende Pause mit dem Wunsch einer Auszeit seiner Pflichten.

Welches von den drei Ruhezeiten, Urlaub, Pause, Ferien besser zu jedem paßt, der kann sich einen genaueren Überblick verschaffen, wenn er die Bedeutungen hinter den Wörtern kennt.

Der Urlaub ist wortverwandt, wie könnte es anders sein, mit erlauben, althochdeutsch urloup Erlaubnis (wegzugehen). Pause, mittelhochdeutsch pūse, aus dem Lateinischen pausa, bedeutet aufhören. Ferien entstammt dem lateinischen Wort feriae, wer kennt es nicht aus dem Lateinunterricht, als in der Sexta begonnen wurde, den Kindern mit zu erkennenden Wortherleitungen die ansonsten wenig geliebte Stunde einigermaßen interessant zu gestalten. Feriae waren Fest- Ruhetage für religiöse Handlungen. Die Wortverbindung beinhaltet fanum, fanatisch und festus, Fest und zusammen eben religiöse Handlung oder fanatische Feste.

Vielleicht liegt bei Kindern in den Ferien deshalb ständig in der Luft, die Lust nach unaufhörlichem Mehr an Erlebbaren? Wer weiß. Auszuschließen wäre es nicht, denn schließlich bekommen die Kinder Ferien und keinen Urlaub. Nur die Pausen sind bei Erwachsenen und Schülern in den jeweiligen Beschäftigungen gleich.

Haben Sie aufgrund der Worterklärungen Ihre bevorzugte Ruhezeit finden können? Oder sind Sie über das Angebotene nicht wirklich schlüssig, was am besten zu Ihnen paßt? Wie wäre es mit Pause vom Urlaub? Aufhören vom Erlauben. Oder doch lieber Urlaub von der Pause? Erlaubnis vom Aufhören. Vielleicht bevorzugen Sie Ferien von der Pause? Fanatische Feste vom Aufhören?

Es gäbe da noch anzubieten Urlaub von den Ferien und Pause von den Ferien, oder Sie wollen einfach und schlicht ihre Ruhe. Ruhe, althochdeutsch ruowa, verwandt mit Rast. Rast, althochdeutsch rasta, nein, nicht wirklich die Vorwegnahme der jamaikanischen Glaubensrichtung Rastafari, auch nicht eine Muschelgattung, auch keine Dreadlocks, die teilweise beliebten geflochtenen Zöpfe, sondern das Wort für Ruhe, Rast, Wegstrecke, Zeitraum. Eher angelehnt an das altgermanische Längenmaß Rasta, das ungefähr zweidrittel einer geographischen Meile entsprach.

Vielleicht ist die Entscheidungsfrage diesbezüglich, doch lieber einem männlichen Hausgenossen zu überlassen, der wird höchstwahrscheinlich von allen Möglichkeiten etwas aussuchen und bei passender Gelegenheit etwas davon zum Einsatz bringen. Der Rest darf dann in Ruhe seinen Platz in den Regalen, in den Ecken, übereinandergestapelt, auf den Schränken, und wenn schließlich auch noch vorhanden, auf dem Dachboden und im Gartenhäuschen auf ihren Einsatz warten.

Doris Mock-Kamm

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Olympische Spiele 2016: Brasiliens Völkermord hält an

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Viel Glanz und Ruhm neben lebensbedrohlichen Zuständen

Alle Welt schaute ganz besonders genau hin, was das Abschlachten der Indianervölker auf dem Gebiet der USA anbelangt, ebenso erinnerte man sich dem Treiben spanischer Herrscher auf dem südamerikanischen Kontinent. Jedoch hält Brasiliens Völkermord selbst nach diesen 31. Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro an. Viel Glanz und Ruhm neben lebensbedrohlichen Zuständen der betroffenen indigenen Völker.

Was veranlaßt Verantwortliche, dermaßen unerschrocken diese ignorante Politik fortzusetzen? Ein großes Stückweit spielt die ohnehin miserable historische Aufarbeitung eine entscheidende Rolle, eben kaum Farbe zu bekennen, in wie weit man eigentlich berechtigte Schuldgefühle wenigstens jetzt eingestehen sollte, um mal wirklich diesen anhaltenden Völkermord zu stoppen!

Kritik bei gleichzeitiger Ignoranz den Indigenen gegenüber

Grüne Wasserbecken bei den Schwimmern, die Bedrohung durch den Zika-Virus oder verdreckte Meeresstrände zieren die Schlagzeilen der Presse, diese Olympiade glich einem Spießrutenlauf unwirtlicher Zustände für die teilnehmenden Sportler, wobei deren Leistungen man hier zusammgefaßt lesen mag, wem dies wichtig erscheint.

Keine Silbe über das Verhalten westlicher Industrienationen, aber auch dem Rest der Welt, der gleichwohl sich einen „Dreck“ um die Belange der ansässigen indigenen Völker schert. Selbst Wikipedia unterläßt es, auch nur einen einzigen Kritikpunkt in Sachen Völkermord zu äußern, Hauptsache man hat sich über die erwähnten Punkte Luft gemacht. Ein dramatisches Fazit, welches zugleich die eigentliche Haltung und Maßlosigkeit verdeutlicht: Die weißen Herrenmenschen bestimmen in einer beispiellosen Arroganz über den Verbleib der ursprünglichen Kulturen.

Survival International informiert und mahnt an

Die Nichtregierungs- und Menschenrechtsorganisation Survival International, die vor knapp fünfzig Jahren 1969 in London gegründet wurde, weist ausführlich und ziemlich vehement auf die miserablen Zustände in Brasilien hin.

Wer sowohl den zitierten Artikel liest, aber auch sich weiter in die tragische Materie vertieft, kommt nicht umhin, die mahnende Frage zu formulieren, in wie weit unsere sogenannte Zivilisation sich anmaßen darf, überhaupt von Menschenrechten zu sprechen. Selbst die UNO und andere Organisationen stehen im Fokus scharfer Kritik ob der Unfähigkeit, solche Entwicklungen nicht wirklich verhindert zu haben. Macht und Reichtum arrangieren sich ganz offensichtlich im Stillhalten und Ignorieren solcher verbrecherischer Praktiken.

Politische Entscheidungen lassen sich viel zu sehr von den Vorgaben wirtschaftlicher Einflüsse leiten, die oftmals keine Rücksicht auf menschliche Belange hegen, da der Profit stets nur seine Ziele verfolgt und somit durchsetzt.

Lotar Martin Kamm

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Kriegslüsterne Politik empfiehlt sich

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Kurz vorm nächsten großen Krieg im Herzen Europas?

Mögen die Massen ruhig plärren, auf die Straßen und Plätze gehen, was interessiert regierende Politik schon das Pack, Hauptsache der Euro rollt per Alibi, im Westen der Dollar ohnehin hofiert. Doch was geschieht vor unserer Nase, passiert vor aller Augen? Man mag es kaum glauben!

Die Bundesregierung will Bevölkerung zu Hamsterkäufen raten. Wer hat am Ende wie immer den Schaden? Unschuldige Menschen, das weiß ein jeder mit Blick in die Geschichte. Doch Halt, die wird doch ständig in Frage gestellt, verändert und umgeschrieben. Sie meinen, das sei übertrieben?

„Reichsdeppen“ machen es uns doch vor, man betrachte deren Argumente, und seien sie noch so verklärt, du Tor. Sie wollen die alten Grenzen vom Deutschen Reich wieder für sich beanspruchen, egal, wer real profitiert vom großen Kuchen. Dabei rechte Kräfte sie fleißig unterstützen, entweichen aus sämtlichen Verstecken und Ritzen, um auf Plätzen und im Internet den ahnungslos politikverdrossenen Bürger zu informieren, selbst wenn sie sich mit ihren Lügen blamieren.

Einerlei, es wird schon keiner merken, schließlich gilt es doch, die „olle Merkel“ aus dem Reichstag zu jagen, wer differenziert hinterher noch. Dann haben neue Despoten das Sagen! Und die fackeln nicht lange, in dem sie alles Fremde, Künstler mal wieder angehen. Klar doch, wird diesen Angst und bange, schon längst auf schwarzen Listen stehen.

Stets schön die Flamme des Hassens und der Gewalt brennen lassen, der Mensch soll ja nicht in Frieden leben, damit Eliten ewiglich weiter prassen, sie selbst nach mehr Reichtum streben. Das Volk willig abgelenkt, bereits erneut auf Krieg getrimmt, bemerkt keineswegs, was hier wieder mal nicht stimmt. Na, noch nen leckeren Keks, am besten mit Gras, dann haste Spaß? Drogen sollen den Fokus auf Partylaune stimmen, bevor der Politik willfährige Felle davonschwimmen.

Die Frage steht ohne Zweifel im Raum: Wer befreit uns vor diesem Abschaum, dem neuen Albtraum? Kommt ja nicht mit Putin um die Ecke, wer weiterhin an Märchen glaubt, zu schnell voller Ahnungslosigkeit verrecke. Seit wann kann nur ein einziger Mensch gutes vollrichten? Schluß jetzt mit diesem dichten, es läuft wohl darauf hinaus: Kriege sollen erneut Völker vernichten. Ende – aus.

Lotar Martin Kamm

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Im Fahrwasser der Neuen Rechten

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Glas zerbricht beim Aufprall
ungewohnter Gedanken,
die Zuhörer staunend empfangen.
Welch grandioser Redeschwall
läßt manch einen im Stillen schwanken,
im Anschluß tobt heftigst Krawall.

Wer mag schon genauer zuhören,
was da an Argumenten vorgetragen,
weil für ständige Ablenkung gesorgt.
Kaum jemand will sich dran stören,
ob Rückschlüsse früher richtig lagen.
Mal soeben eine neue Welt geborgt?

Irgendwann glaubt die Masse jeden Mist,
selbst wenn Lügen offen vor ihr liegen.
Hauptsache nach unten treten.
Wie schnell man das Wahre wohl vergißt,
nur nicht auffallen, sie könnten uns kriegen,
des nachts uns aufsuchen, ungebeten.

Der Platz liegt leer und verlassen da,
Müll als Übrigbleibsel unachtsam ihn säumt.
Morgen ein neues Diktat das Leben bestimmt.
Ob manch Verschlafener sieht, was geschah,
zumal er all die Zeit vor sich hingeträumt,
nunmehr alle auf Gehorsam getrimmt?

Erkennt die Vorzeichen, die längst präsent.
Achtet auf deren spitzen Zungen,
die jedes Mittel sofortigst einsetzen.
Falls nicht, habt ihr die Gelegenheit verpennt,
sind verlogene Versprechen gelungen,
lautet das Ziel, euch gegenseitig aufzuhetzen.

Lotar Martin Kamm

Dieses Gedicht möchte ich Sylvias Projekt „Gegen das Vergessen“ beitragen.

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Mineralöl in Lebensmitteln: Discounter fordern strengere Grenzwerte

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Foodwatch-Kampagne erzielt mehr Verbraucherschutz

Von einer flächendeckenden Entwarnung in Sachen hoch belasteter Lebensmittel kann keineswegs gesprochen werden. Dennoch kommt Freude auf über jeden kleinen Schritt, der dazu beiträgt, weniger bis gar keine toxischen Verbindungen in diesen sensiblen Bereich zu verhindern.

Was seit ein paar Jahren schon seitens hellhöriger Beobachter angeprangert wurde, erst im letzten Jahr wies Foodwatch verstärkt auf die Gesundheitsgefahren von Mineralöl-Spuren hin, die von belasteten Papierverpackungen direkt in Lebensmittel gelangen können, wird endlich aufgegriffen. Deren lang angelegte Kampagne erzielt nunmehr mehr Verbraucherschutz, die Discounter Aldi-Süd, Kaufland und Lidl fordern höhere Grenzwerte.

MOSH und MOAH gelten als krebserzeugende Verbindungen

Sowohl die gesättigten Mineralöl-Kohlenwasserstoffe MOSH (für Mineral Oil Saturated Hydrocarbons) als auch die aromatischen Mineralöl-Kohlenwasserstoffe MOAH (für Mineral Oil Aromatic Hydrocarbons) stellen eine erhöhte Gesundheitsgefahr für die Verbraucher dar, gelten als krebserzeugende Verbindungen.

Dennoch meinen bisher die Cheflobbyisten, das Problem der Lebensmittelbelastung durch Verpackungen sei unlösbar. Das entspricht genau der Einstellung, die dazu führt, daß unser täglich Gift ohne erfolgreiche Verbannung in die Lebensmittel gelangt. Schlimm genug, in weit die konventionelle Agrarindustrie Mensch und Natur mißachtet, Pestizde, gebeizter Samen und Insektizide alles erheblich vergiften, selbst in den Verpackungen lauern noch gesundheitsschädliche Gefahren.

Lidl und Co. auf lobenswertem Wege

Ebenso im Nachbarland, den Niederlanden, folgt dort mit Lidl die zweitgrößte Supermarktkette Jumbo dem Aufruf zur Grenzwertsenkung und möglicher Vermeidung dieser gefährlichen Mineralöl-Spuren laut foodwatch, allerdings nur für MOAH, MOSH scheint weiterhin nicht von Belang zu sein. In sofern kann nur von einem Teilerfolg die Rede sein, zumal die anderen Lebensmittelriesen wie Edeka, Rewe und Co. noch längst nicht dem guten Beispiel folgen wollen.

Erst recht ein Grund für Umweltverbände- und Organisationen zusammen mit foodwatch dran zu bleiben, den Verbraucher zu informieren, wobei auch dieser selbst es in der Hand hat, gezielt darauf zu reagieren, in dem in Frage kommende belastete Produkte eben nicht zu kaufen.

„Unsere gemeinsame Mutter Natur zeigt ihren Kindern immer deutlicher, daß ihr der Geduldsfaden gerissen ist.“ (Tendzin Gyatsho, 14. Dalai Lama)

Lotar Martin Kamm

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