Etablierte Parteien lassen Federn in Deutschland

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Alternative zwischen Rechtspopulimus und Resignation?

Um gleich die Frage vorneweg zu beantworten, eigentlich gibt es keine Alternative, erst recht nicht bei einer Partei, die mit ihrem Namen meint, sie könne eine solche wahrhaftig vertreten. Wer auch immer auf diese hintersinnige Idee verfiel, konnte damit in kein größeres Fettnäpfchen treten. Alldieweil dazu der notwendige Geist fehlt, der weder in den Fluren und Räumen dieser rechtspopulistischen Partei noch gar in den Köpfen ihrer politischen Vertreter zu finden wäre.

Da hilft auch keine gutgemeinte Analyse von Herrn Augstein, der meint, Deutschland bräuchte eine Alternative. In dieser zitiert er zwar die Rolle der Partei die Linke, in dem er Sahra Wagenknechts Bemerkung erwähnt, „die Linke sei in den Augen vieler offenbar Teil des unsozialen Parteienkartells geworden.“ Na Prima, dann darf sich einfach resignierend zurückgelehnt werden, weil das Volk ohnehin vor lauter Politikverdrossenheit sich kaum mehr rührt? Irrtum, weil da existiert ja noch diese AfD.

Protest sucht sich sein eigenes Nest

Über Politik kümmert sich ein kläglicher Rest von Narzißten, denkt man an Frau Petri, an dreiste Rechtsparolen, die ein Herr Höcke gern zum Besten gibt, die Angstbeißer und Kleingeistigen geben sich die Ehre. Doch mit handfester, vor allem konstruktiver Politik fürs Volk hat dies kaum bis gar nichts zu tun, es sei denn, die Bürger fühlen sich allen Ernstes wohl mit noch mehr Sozialabbau, dem Ende von Frauenrechten, neoliberaler Dekadenz, die sogar die FDP toppt sowie mit Nationaldümpelei.

Kein Wunder, daß etliche im Trüben fischen, notgedrungen fast schon hektisch Konzepte aus dem Hut zaubern wollen, die allesamt scheitern müssen, weil der Zug des Vertrauens längst abgefahren. Darin kann man mit Jakob Augstein konform gehen, Ratlosigkeit zeigt sich aber auch bei ihm, wenn am Ende nur die Option einer vierten Kanzlerschaft mit Merkel verbleibt, oder?

Rot-Grün war der Anfang vom Ende

Nämlich zweifellos sämtlicher Errungenschaften dieser alten SPD selbst oder zumindest zum Großteil. Hätte die Mehrheit besser auf den linken Flügel der ältesten Partei Deutschands gehört, als es ihn noch gab, wäre ihr vieles erspart geblieben, besonders ein Herr Schröder. Der hatte nichts besseres im Sinn, als die Hartz-Gesetze ins Leben zu rufen, den neoliberalen Weg über den Niedriglohn und sich der NATO gegenüber endgültig zu verpflichten mit der Beteiligung im Jugoslawienkrieg.

Die Rückbesinnung der SPD folgt einfach zu spät, der Karren sitzt inzwischen viel zu tief im Sand, worauf Berlin bekanntlich ohnehin gebaut. Mit Blick zur letzten Sonntagsfrage bei infratest dimap (vom 08.09.) der Wahl zum Abgeordnetenhaus in Berlin, schaut es sowieso nicht gut aus, da liegen die beiden Parteien SPD und CDU dicht zusammen mit 21% und 19%, die drei anderen kleineren Parteien nahezu gleichauf, die Grünen bei 16%, die Linke und die AfD ein Prozentpunkt dahinter, eine FDP noch zittern darf, ob sie es schafft mit gerade mal 5%.

Was bedeutet diese Prognose? Bei der jüngsten Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern erfolgte ein hoch zu erwartendes Ergebnis der AfD bei gleichzeitigem Zerfall der etablierten Parteien. Ein Vertrauensverlust der Wähler in die verantwortliche Politik genauso wie ein Signal gen Bundestagswahl. Interessiert dies tatsächlich eine Frau Merkel, die Bundesparteien? Irgendwie zunehmend mehr, aber Lösungen bleiben eher rar.

Lotar Martin Kamm

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Vom Abziehbild zum Ende herrschaftlicher Kutschfahrten

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Nicht „unser Volk“ – vielmehr Liebe zum Nächsten

Darf man Zweifel hegen, wenn gewisse Herrschaften, die es gut meinen, selbstherrlich auftreten und wichtige Themen in phrasenhafter Manier verdrehen, so daß am Ende nur noch mit Mühe der Konsens, der eigentlich geäußert wurde, in eine Umkehr zu einer moralisierenden selbstgefälligen Gemeinschaft führt?

Man darf nicht nur Zweifel hegen, man muß die glänzenden Abziehbilder, die für eine verklärte romantisierende, gespickt mit Pflichten und nationalem Gehorsam erträumte Gesellschaft das flirrende Flair nehmen, das alles in den Zügeln hält, wenn die Fahrt in ihrer Kutsche eingenommen wird.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir zu allererst darüber hinweggehen können, daß ihre Liebe zu „unserem Volk“ mit ihrer narzißtischen Liebe zu ihrem eigenen Ichwert gleichgesetzt ist. Das bedeutet, nur wer mit ihnen fährt, kann mit emotionalen Beweggründen ihnen gegenüber rechnen, alle anderen sind dem Sturm der „Naturgewalten“ ausgesetzt.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir lernen, alle Völker zu lieben, aber eine strikte Trennung einfordern, die je nach Gutdünken dem einen Volk erlaubt, neben der Kutsche zu fahren, anderen es aber nicht gestattet wird, sich überhaupt in der Nähe der Straße aufzuhalten. Der Grundgedanke zur Akzeptanz dieser Liebe besteht hier nur aus der eventuellen Möglichkeit geschäftlicher Verbindungen.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir verstehen, daß Humanismus eine veraltete Gesellschaftsform darstellt, die zum Scheitern verurteilt war, da die Würde des Einzelnen nie einen Staat prägen kann. Die Würde der Herrschaften wird zum Zentrum des Gemeinwesens und nur ihr Glanz und Glorie vermag ausreichende Achtung erzeugen, mittels Pflichten, Gehorsam, Stolz, Ehre und Treue gegenüber den Kutschenbesitzern.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir die tragenden Säulen ihrer Wirtschaftspolitik, am sinnvollsten auch in den Familien verbreiten, dadurch festigt sich von vorneherein die Position des Stärkeren. Denn die einfache Formel lautet: jedem das Seine, mir das Meiste! Diese probate einfache Klausel hält zudem die Zweifler in ihren Schranken, weil die finanziellen Mittel zur Verbreitung ihrer Argumente nicht ausreichen werden, da sie wie oben erwähnt, nur das Sein besitzen, aber nicht die Habe.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir Kaltherzigkeit in unsere Herzen brennen können, denn Unwillige werden, ähnlich dem neuen Schulsystem, wie Schüler in Gemeinwesen umgeschult. Diese Gemeinwesen werden durch Verfechter der neuen Ordnung geleitet und haben zum Ziel, konformwillige Bürger für das Gemeinwesen der Herrschaften zu formen.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir die selbstgefällige herrschaftliche Haltung einnehmen und Herr werden. Frauen werden nur geduldet, allein schon bezeichnet durch die Anrede. Frau bleibt Frau, Mann wird zu Herr. Das genügt aber noch nicht, die Frauen haben ihre ursprünglichen Pflichten der Hausfrau und Mutter zu erfüllen. (Nein, Geschichtsbücher liegen keine vor, die die Rolle der Frau in realem Licht der Zeiten beschreiben.) Die Themen, alleinerziehend, Scheidungsrecht, Kindswohl und einige mehr sind der Gesellschaft vor der Aufklärung entnommen, ohne Berücksichtigung der damals schon wirkenden Einflüsse zur Frauenbewegung.

Wenn wir in der Kutsche dieser Herrschaften sitzen, müssen wir, nein, wir müssen gar nicht, wir dürfen nicht, wir müssen vor allen Dingen zu den Errungenschaften einer kulturellen, freien Gesellschaft stehen, nicht sitzen. Auch wenn das bequemer ist, wir müssen aufstehen, wir müssen „unser Volk“ nicht reduzieren auf Gehorsam und Pflicht, Treue, Stolz und Ehre.

Wir dürfen die Fähigkeiten des Einzelnen und den Mut zur Auseinandersetzung einer kulturellen Gemeinschaft prägen, diese Chance gilt es, wahrzunehmen, dazu brauchen wir nicht „unser Volk, unsere Kinder, unsere Heimat“, sondern einfach unsere Beziehung zum Nächsten und die Bereitschaft, sein Glück als unser Glück zu sehen.

Doris Mock-Kamm

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Globale Finanzkrise und die Reise nach Jerusalem

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Wenn der Schuh drückt, klemmen nicht nur Geldscheine

Arno von RosenSie kennen das ja sicher im eigenen Umfeld. Man hat mal einen schlechten Tag, ein falsches Wort fällt, wird erwidert und schon haben Sie den schönsten Streit. Vielleicht geht man sich aus dem Weg (bei Streit mit der Frau sicher keine dumme Idee), oder Sie gehören zu den glücklichen Menschen, die relativ schnell wieder Frieden herstellen können.

Ähm, dies wird jetzt kein Beziehungsratgeber, aber bitte bleiben Sie noch ein wenig aufmerksam, vielleicht hilft der Beitrag, doch mehr Sanftmut zu erlangen, oder schlagen Sie einfach die Zeit mit mir tot, zusammen mit einer Tasse Kaffee, denn wir reden über Staatskrisen. Jupp, kein Scherz (nein, ich flippe jetzt nicht völlig aus, ich bin noch normal, sagen jedenfalls meine Ärzte).

Um hier nicht völlig im Dunkeln zu tappen, nehmen wir uns mal ein paar Beispiele vor, als erstes die globale Finanzkrise. Riesige Auswirkungen waren die Folge, wie hohe Arbeitslosenzahlen, sinkende Staatseinnahmen, schwaches Bruttosozialprodukt durch nachlassende Inlandsnachfrage, wankende Konzerne, Pleitebanken. Mit einem Wort, Disaster! Was war passiert? Eigentlich nix.

Am ehesten können Sie das vergleichen mit der Reise nach Jerusalem (nicht die Pilgerfahrt – das Spiel), nur das am Ende der Musik noch zehn Leute (Banken) getanzt haben, aber nur noch ein Stuhl da war. Das war aber weder Pech noch unvorhersehbar, und natürlich waren die aufgegriffenen Maßnahmen nicht alternativlos (das stimmt eigentlich nur beim Tod, gelle). Im Grunde genommen haben Banken weltweit Immobilienpapiere so oft umbenannt und weiter verkauft (das ist die Musik), bis die Verkaufsgeschwindigkeit so hoch war (hier kommen die fehlenden Stühle ins Spiel), dass niemand von den Grabschändern der Rechenschieberei die fehlenden Sicherheiten hinter den Immobilien bemerkte, bis irgendwann, irgendjemand in den USA feststellte, eigentlich wertloses Papier in den Händen zu halten.

verzweiflung-kopieUnd was hat dann die Krise ausgelöst? Runtergebrochen auf den kleinsten Nenner (so was wollte ich als Matheniete immer schon mal schreiben) haben einfach die Hauptaktionäre das Flattern bekommen und sich um ihre Milliarden gesorgt, denn die Hälfte unseres Planeten gehört nicht einmal 70 Menschen. Wäre dieses Kapital auf nur wenige Millionen Individuen verteilt, hätte es diese Krise nie gegeben, denn auch Reiche sind Opfer ihrer Psyche, und so sieht ein Verlust von 10 Milliarden (bei einem Vermögen von 30 Milliarden) richtig übel aus, doch eigentlich wäre es eine ganz normale Konsolidierung seines eingesetzten Kapitals.

Würden Sie völlig ausflippen, wenn von 30 Euro in Ihrer Geldbörse mal 10 Okken fehlen würden (vorausgesetzt es handelt sich um Ihre ganze Barschaft)? Natürlich nicht, denn das wäre lächerlich! Ich bin kein Sozialist und will nicht die Kohle der Welt auf alle verteilen, aber es zeigt ein Grundproblem auf, wieso anschließend alles dafür getan wurde, die Vermögen zu erhalten (daraus wurde dann das schnuffige Wort „systemrelevant“ gezaubert), was Ihnen dann als Krise verkauft wurde.

Man hat also dem normalen Bürger weltweit die Kosten und Verluste einiger Weniger auferlegt (durch Wegfall von Erträgen bei Lebensversicherungen usw.), denn die Masse kann eine Krise besser verkraften als Einzelne. Sie sehen somit, umgekehrt war man sich bewußt, dass dieses System funktioniert, nur haben eben die einzelnen Bürger keinen Einfluss, ätsch. Dass dann bei den anschließenden alternativlosen Maßnahmen dauernd gegen geltendes Recht verstossen wurde, ist nur noch eine Randnotiz, denn geändert hat sich nichts.

goldDie Banken können heute noch nicht unsere Einlagen sicher garantieren, obwohl der Staat dieses vorgibt (bis 100.000 Euro minimum), weil die Banken mehr Geld in Geldgeschäfte pumpen, als sie eigentlich zur Verfügung haben. Bei dem grundsätzlichen Auftrag der Institute, nämlich Geld an Einzelpersonen gegen Sicherheit oder Kapital an Firmen gegen saubere Bilanzen zu verleihen, haben Banken kein Interesse, da die Gier nach schnellerem und mehr Geld nicht zu stillen ist. Um den Markt so herzustellen, hat übrigens die rot-grüne Regierung Anfang des Jahrtausends die Regeln gelockert und selbst die jetzige bis heute nicht wieder regulierend eingegriffen. Die können sich ja schließlich nicht um alles kümmern.

Dasselbe Prinzip gilt übrigens auch für Flüchlinge. Erst pumpen wir Milliarden in die NATO, damit die Bündnispartner (USA, Frankreich, Großbritannien usw.) ohne uns Krieg spielen können, sorry, ich meine natürlich Menschen befreien und Regionen stabilisieren (ich Depp), und danach pumpen wir Milliarden in den Wiederaufbau, eigentlich. Nur, in diesem Fall wollten die Menschen einfach nicht auf ihren blutigen Schutthaufen sitzen bleiben und auf das Geld warten (meist aus anderen Ländern), was ihnen von ihren Diktat…, äh Volksvertretern versprochen wurde, wenn sie nur genug von den falschen Leuten abmurksen würden (alle Leute sind falsch, ist nur eine Frage der Sichtweise).

Dass nicht nur syrische Flüchtlinge nach Deutschland kommen, liegt in der Natur der Sache. Wenn Sie einfach ins Kino gelassen werden und niemand nach Ihrem Ticket fragt, sehen Sie sich doch auch den Film an, oder? Zur Not auch zum zweiten oder dritten Mal. Eben, denn der Mensch ist so veranlagt, durchschnittlich gesehen natürlich, denn wir wären ja nicht so, gelle?

Verdienen tun dabei dann Rüstungsfirmen, die weltweit Umsätze im Billionenbereich machen, also mehr als tausend Milliarden, oder so (ich hab ja gesagt, ich bin keine Leuchte in Mathe). Die Frage, die sich Käthchen Müller und ich uns jetzt stellen sollten ist, macht es unser Land reicher, wenn wir Waffen liefern und erhält es Tausende von Arbeitsplätzen (ein beliebtes Totschlagargument)?

Leider nein, denn es arbeiten nicht wahnsinnig viele Menschen in der Rüstungsindustrie und 10% des eingesetzten Kapitals, das zurzeit in Waffen fließen würde, ein vielfaches an Arbeitsplätzen schafft, wenn man die Kohle in Zukunftstechnologien wie Energie und Ernährung stecken dürfte. Macht man aber nicht. „Und wie hilft mir das nun alles bei privaten Krisen?“, könnten Sie jetzt fragen. Gar nicht, aber irgendwie musste ich Sie ja dazu kriegen, diesen Schrumps zu lesen. Hat doch geklappt, oder? Sehen Sie, alles eine Frage der Psychologie. Musik aus…

Ich hoffe, kein Politiker liest meinen Artikel, nachher kommt noch jemand auf die Idee, unsere Welt zu verbessern und wir müssten uns an Neues gewöhnen, und das macht der Deutsche auch nicht gerne. Deshalb kommt das Zitat zum heutigen Beitrag von einem der Wirtschaftsweisen der Vergangenheit (mit dem ich nicht verwandt bin, hoffentlich):

„Mich interessiert nicht, wer die Gesetze macht, solange ich das Geld kontrolliere.“ Amschel Mayer Freiherr von Rothschild (1744-1812, Bankier)

Es grüßt Sie Ihr kapitalloser Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und Weltenversteher in spe. Bleiben Sie gelassen, streitlustig, versöhnlich und Friede im Herzen sei mit Ihnen (nein, jetzt kommt kein Amen, es ist einfach Schluss).

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Kolumnisten keineswegs auf Spalten reduziert

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Von der Säule zur Stütze oder von der Taube zur Urne?

Sie lesen sie schätzungsweise immer mal wieder, ab und zu, unbewußt oder gezielt aussuchend in den Medienblättern, die Kolumnen.

Wer sich jetzt hinter diesem Wort etwas Aussagekräftiges über den Inhalt einer Kolumne vorstellt, muß enttäuscht werden. Denn sind manche Kolumnen und /oder Kolumnisten nicht die anerkannten und bekannten „Leseanreize“ in den Medienwelten? Leider aber ist die Kolumne nur die Übersetzung unter anderem für Spalte.

Nicht wirklich aufregend, oder? Eigentlich ist die Spalte nur die senkrechte Reihe von Zahlen, später im Zeitungswesen für die Textspalte einer Seite. Der Kolumnist ist somit jemand, der eine Spalte auf einer bestimmten Seite vollschreibt.

Colum lautet übersetzt das Sieb, das Filtriergerät. Wie die Lateiner vom Sieb und Filtriergerät auf die Spalte von Zahlenreihen kommen? Vielleicht weil Sand durch ein Sieb gefiltert, Häufchen, Haufen ergeben und mehrere Haufen einer Reihe ähneln? Das Wort columna, das Säule bedeutet, auch Stütze, erklärt eher die Verwandtschaft zu Spalte. Etwas verwirrender wird es, wenn wir durch die Wortwurzel colum auf columba, die Taube, columbarium, Totenkammer beziehungsweise für die Grabkammer mit Nischen für Urnen übersetzt werden kann.

Und wie sie vielleicht erkannt haben, ist demzufolge columbus der Täuberich. Etwas verwirrend, vom Taubenschlag zur Urnennische, vom Sieb zur Säule und daß columbar eine Halsfessel der Sklaven war.

Aber kommen wir wieder zurück zur Kolumne, zur Spalte, zur Säule. Der Begriff Kolumne steht für Meinungsbeiträge, Kommentare, Kritiken. Als erster Kolumnist wird John Hill bezeichnet, der ab dem 11. März 1751 täglich unter dem Pseudonym „The Inspector“ für den London Advertiser und die Literary Gazette schrieb. Nicht nur Kurt Tucholsky, sondern auch andere Schriftsteller nutzten und nutzen die täglichen oder wöchentlichen Kolumnen, um entweder ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder um dadurch bekannter zu werden.

Außerhalb Europas verfügen die Kolumnisten über einen noch höheren Stellenwert in der Medienwelt, werden teilweise regelrecht verehrt und die nächsten Ausgaben der Zeitschriften mit Spannung erwartet. Die Themenvielfalt der Kolumnen ist mannigfach, die Kolumnisten können unabhängig ihre Meinungen, Ansichten äußern. Der feste Spaltenplatz in den Medienblättern trägt vielleicht auch zu ihrer Beliebtheit bei.

Da es eine Wortverwandtschaft gibt zwischen columna und columba, columbus wie aus diesem Text ersichtlich, wäre es vielleicht eine Anregung, nicht nur auf den festen Spaltenplatz Wert zu legen, sondern ebenso auf die Taube, die in ihrer Symbolik für den Frieden, Liebe, Treue, Poesie und Hoffnung steht und damit eine Spalte füllen kann, in der aus der Unmenge an Geschehnissen auch die ihren Platz finden, die auf positive Erkenntnisse, Geschichten, Anlässe hinweisen.

Doris Mock-Kamm

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Papier: Deutschland weltweit zweitgrößter Verschwender

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Zerstörung der Wälder – Papierspartips dringend notwendig

Umweltbewußtsein beginnt direkt vor Ort, zuhause, am Arbeitsplatz, in der Schule. Wer sich brüstet, er würde entsprechend behutsam handeln, möge sein Verhalten ein wenig genauer betrachten. Oftmals entspricht dies keineswegs der Realität, sondern meist dem Gegenteil. Leider hat auch Deutschland seine Hausaufgaben nicht gemacht, ist weltweit zweitgrößter Papierverschwender, nur die Beneluxstaaten toppen es noch.

Die Zerstörung der Wälder nimmt daher weiterhin zu, wie auch ROBIN WOOD feststellt, wobei die wichtige Ressource, das Holz der Bäume, aus den skandinavischen Ländern Finnland und Schweden stammt sowie aus dem Regenwald Brasiliens. Bei letzterem sollten die Alarmglocken bei den Endverbrauchern schrillen, zumal bekanntlich auch indigene Völker maßgeblich betroffen sind. Wollen wir das weiterhin einfach so dulden?

Wasserverbrauch, Chlor bei der Papierherstellung eine zusätzliche Belastung

Wissen Sie eigentlich, wie teuer Papierherstellung ist? Um ein Kilogramm Papier herzustellen, bedarf es einem Energieverbrauch von etwa 2,5 kWh pro Kilogramm, ungefähr 7 Liter Wasser. Letzteres hat sich allerdings wesentlich verbessert, wenn man bedenkt, daß es noch im Jahre 1900 rund 100 bis 800 Liter Wasser pro Kilogramm waren.

Ebenso die Umstellung von der Bleichung mit Chlor zum Chlordioxid-Verfahren (ECF-Zellstoffe) bis hin zum gänzlichen Verzicht auf Chlorverbindungen mittels des TCF (totally chlorine free). Dort wird die Bleichung per Sauerstoff, Ozon, Peroxoessigsäure und Wasserstoffperoxid erzielt. Darf man nunmehr von einer Ummweltentlastung sprechen? Keineswegs.

Maßlosigkeit verhindern

Beste Voraussetzung kann nur ein anderer Umgang mit Papieren bedeuten. In sofern hat der Verbraucher selbst es in der Hand, seinen umweltschonenden Beitrag zu leisten. Nicht nur chlorfrei gebleichtes Papier sollte selbstverständlich benutzt, auch recyceltes Papier vorgezogen werden. Das Anbringen von Hinweisschildern am heimischen Briefkasten, keine Werbung mehr zu dulden, eben gänzlich auf Wegwerf-Einweg-Teller- und Pappbecher bei Partys oder anderen Veranstaltungen verzichten, sind notwendige Schritte in die richtige Richtung.

Muß es im Zeitalter der Elektronik, der PCs tatsächlich die tägliche Zeitungslektüre sein? Da geht doch was, viele bieten längst eine Online-Version an. Müssen wir tatsächlich alles sofortigst ausdrucken, wobei die Umweltbelastung ohnehin durch die Druckerindustrie erheblich zunimmt. Doch wieder zurück zu Mehrwegflaschen aus Glas, statt Verbundpackungen für Milch und Säfte, zumal zusätzlich die Plastikmüllvermeidung greift?

Sie sehen, es gibt sehr wohl Möglichkeiten, daß auch Deutschland seinem Anspruch gerecht wird, ein hohes Maß an Umweltbewußtsein zu pflegen. Tragen Sie dazu Ihren Anteil, damit es nicht weiterhin lautet: Deutschland ist weltweit der zweitgrößte Papierverschwender.

Lotar Martin Kamm

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An der Straße

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Wieder einmal wie so oft stand sie einsam an irgendeiner Straße,
die anderen konnten und wollten nicht verstehen ihre Sprache.
Sie dachten ihre Liebe, Zuneigung und Freundschaft bedeute,
eins zu sein mit ihren inneren Gefühlen, Meinungen, ihrem Geläute.
Doch sie stur beharrte, nur die Gliederkette, nur das Gegenüber
kann  mit ihnen sein, das andere Ende der Brücke, das Hinüber
wechseln nur kann die wahre, freie emotionalste Verbindung sein,
nicht das Vielsein in einem, das enge verschlungene Wir, das Einssein,
nur die Bänder, die offen ohne Verknotung liegen, können einen,
deshalb, dafür ist sie hier, um zu lieben, muß sie außen stehen bleiben.

Nicht der enge gebundene Kreis innerhalb einer Freundesgemeinschaft,
die freien lockeren Grenzen vermögen erst geben die Stärke, die Kraft.
Da stand sie nun zum zigten Male, bekleidet mit ihren vielen allein,
unverschlungen, nicht einsam, gefüllt mit allem und Allbewußtsein.
Wohin des Weges, nach Westen, erstmal Richtung Berge, das Auto,
der Fahrer, das Brummen des Motors, die fliehende Landschaft, ihr Motto
fließen während der Fahrt zu ihrem Gegenüber und hin und her,
die lange Fahrt verschwindet kurz, und der Abschied fällt beiden schwer.
Das sind die wesentlichen Dinge, Austausch, Verstehen, Hinterfragen,
das Erspüren von Überschneidungen, das Trennende, das Hadern.

Als sie auf der Straße stand, wußte sie, ich werde diese Fahrt vergessen,
mich nie mehr an den Namen, das Auto, die Strecke erinnern, ob gestern,
ob vor hundert Jahren, was bleibt, das sind jene fremden Erinnerungsbahnen,
die sich geschickt mit den neuen unbekannten verbanden, deshalb wahren
diese inneren Bindungen, sämtliche Verknüpfungen, bleiben lose Splitter,
bleiben gegenüber, bleiben vereint, weil sie nicht sind hinter einem Gitter.
Das nächste Auto, ein entgegengesetztes Sein, Sprachen belanglos erklingen,
den Kern der Aussagen durch Ähnlichkeit muß jeder selbst herausfinden.
Ihr Kern ist das Gegenüber, sie ist gegenüber und mittendrin geeint,
Persönlichkeiten. Die sich mit dem Innen ohne Loslassen verbinden, sind entzweit.

Nafia

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Weltpolitik: Kein Recht auf Frieden

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Rüstungsindustrie bestimmt den Kurs

Wohl gar nichts dazugelernt? Obwohl schon sehr viele Kriege im Laufe der menschlichen Evolution Mutter Erde sah, meinst du, diese fortsetzen zu müssen? Wenn der eine Bruder den anderen umbringt, ganz entgegen selbst auferlegter Glaubensbekenntnisse? Vor allem das kosmischste Gesetz ständig mißachtend: Du sollst nicht töten?

Vorneweg die USA, bei denen noch in 31 Bundesstaaten die Todesstrafe angewandt wird, die gleichzeiztig als aggressivste Nation weltweit bei den meisten kriegerischen Konflikten bisherig beteiligt war, aber im selben Atemzug im Sinne der Menschlichkeit Demokratie einfordert. Was für Widersprüche, die sich in keiner Weise rechtfertigen lassen!

Kriege schaffen mit noch mehr Waffen

Für was die ganzen legitimierten Morde? Damit Wirtschaften florieren, das eiligst gedruckte Geld im Umlauf sich befindet und in die Taschen derer fließt, die nichts anderes im Sinn als ihren unermeßlichen Reichtum nonstop zu vergrößern. „Frieden schaffen ohne Waffen“ wohl einem verklärten Wunschtraum entspricht, der keineswegs jemals eintreten kann und wird, solange Rüstungsindustrien den eigentlichen Kurs der Menschheit bestimmen: Kriege zu führen!

Inwiefern all die vielen Bemühungen sorgsam errichteter Infrastrukturen in den Ländern, wenn einige selbstherrliche machtgeile Wesen, – als Mensch sollte man sie nicht mehr bezeichnen -, Waffen sprechen lassen, Landstriche verwüsten, Menschen sterben müssen? In solchen Szenarien entlädt sich das ganze Böse, welches nicht im geringsten der Schöpfung selbst entspricht, die nur eines vorgesehen: Leben zu schaffen und zu erhalten, aber mitnichten, daß Spezies sich selbst vernichten und im schlimmsten Fall den Planeten.

Wo bleibt der Respekt vor der Schöpfung?

Manch Arrogante belächeln solch einfache, aber tief verwurzelte Vorgaben, ohne auch nur im Geringsten den eigentlichen Sinn verstanden zu haben. Es ist wohl viel simpler, etwas komplett zu zerstören, als zu erschaffen. Wunder der Natur in den Dreck getreten, damit erfindungsreiche Waffen sich Respekt verschaffen, alles vernichten, und sei es das Leben auf Erden selbst? So weit entfernt ist Mensch nicht davon, wenn man an die CBRN-Waffen denkt.

Kreative Köpfe treffen auf Minderwertigkeitskomplexe, Haß auf Liebe, während das Böse obsiegt, um das Gute zu bekriegen. Friedenszeiten somit lediglich einer Illusion entsprechen, weil Mensch bis heute nicht begriffen hat, was seine Aufgabe sei: den Blauen Planeten liebevoll zu gestalten zusammen mit seinen Mitgeschöpfen.

Keine Nation hat so viel weltweites Leid verursacht wie diese USA, die obendrein auch noch meinen, sie müßten die Weltherrschaft damit an sich reißen. Wer kann sie stoppen, wenn nicht das Rückgrat einer Menschheit, die endlich aufwachen sollte, bevor es zu spät sein wird.

Lotar Martin Kamm

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