Friedenszeiten vorbereiten

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Vergebene Müh, das Streiten,
um beizeiten
uneinig auseinander zu gehen.
Fürwahr, da hilft kein Flehen,
weil die Meinung bestehen bleibt,
man sich unnötig aufreibt.

Warten auf bessere Tage,
sich dabei stets frage:
Was veranlaßt Elend und Krieg,
etwa vor Augen bloß ein Sieg?
Laßt die Waffen stecken,
bedeutet sonst erneutes Verrecken.

Die einen übersehen halt die Zeichen,
wollen nicht von ihrem Standpunkt weichen.
Andere ignorieren all das Leid,
Hauptsache es obsiegt Gleichgültigkeit.
Was interessiert schon Politik,
sie beanspruchen ihr eigenes Glück.

Wehe, es geht ans Eingemachte,
man schnell erschrickt, ganz sachte
erstaunt die Welt mit anderen Augen sieht.
Plötzlich sind Phrasendrescher gar beliebt,
bemerkt manch einer deren verlogenes Spiel.
Dann erst wird’s ihnen zu viel.

Am Ende muß man sich selbst sagen:
Da hilft kein Wehklagen oder Verzagen,
laßt uns jetzt richtig entscheiden,
Armut, Elend und Kriege vermeiden.
Jagt die Verursacher einfach davon,
stoppt deren menschenverachtenden Hohn.

Lotar Martin Kamm

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Aufstieg der Angstbeißer und Kleingeistigen

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Ausgrenzen, hassen und zerstören erneut salonfähig

„Man darf sich wieder auslassen im Pulk Gleichgesinnter, endlich die viel zu lang angesammelte Wut entladen an allem, was nicht ins eigene Weltbild paßt, zumal in letzter Zeit dank dieser duckmäuserischen Politik à la Merkel und Co. zusammen mit der Lügenpresse ohnehin angeblichen Flüchtlingen Tür und Tor geöffnet wurde, um unser schönes Land der Dichter und Denker zu überschwemmen. So nicht!“

Solche Gedanken einer Horde von Angstbeißern und Kleingeistigen beflügeln, Taten folgen zu lassen im Ausgrenzen, Hassen und Zerstören, Hauptsache man fühlt sich stark in gemeinsamer Bestätigung, endlich erlangen die fast schon in der Versenkung entschwundenen rechten Parolen das längst erwünschte Ziel der Aufmerksamkeit.

Zumal die NPD und die Republikaner in der Vergangenheit stets kläglich scheiterten, mit der AfD gelingt der Sprung in die Parlamente, zunächst in die Landtage, nächstes Jahr in den Bundestag. Nun denn, anstoßen auf jenen erfolgreichen Weg, den es zu begießen gilt, sich im Rausche entladener Haßtiraden, besonders weit verstreut im Netz, ob in Facebook oder in den unzähligen Blogs und Seiten, wo man obendrein in Kommentaren angeblicher Lügenpresse sich schadlos verewigt. Meinungsvielfalt hat dafür ihre Vorteile, selbst wenn beim rechten Mob, mal selbst an der Macht, sie ziemlich schnell verboten und verpönt sein wird.

Oder glauben hierbei tatsächlich all jene Protestwähler, die meinen, sie müßten sich dieser AfD anschließen, es würde sich irgend etwas zu ihren Gunsten ändern? Fehlanzeige! Diese rechte Mischpoke greift dann erst richtig durch: weg mit den jahrzehntelang erstrittenen Frauenrechten, selbst Minderheiten zu berücksichtigen, Behinderte werden sowieso ausgegrenzt, sämtlicher kulturell gewachsene Austausch aus dem Land gejagt, weg mit Multikulturismus, zurück zur Nationalstaaterei, an deren Ende gar der Nachbar, ob Franzose oder Brite, schnell wieder zum Feind erklärt wird, wenn es ihr in den Kram paßt.

Meint jemand tatsächlich, daß dann der neoliberale Kurs ein jähes Ende findet, den besonders die USA angeleiert? Mitnichten! Wesentlich perfider und stets im Gewande angeblich treudoofer Loyalität, Treue und Nationalstolz werden sämtliche Mittel der Ausbeutung angewandt, rücksichtslos, über Leichen schreitend, es zählt nicht der Einzelne, sondern stets der Willen der neu aufgestiegenen Kaderschmiede. Ein Zurück zum feudalen Faschismus, ob gleich per Führerkult installiert, bleibt dahingestellt, letztlich spricht das umgesetzte Wort seine deutliche Sprache, wer mal einen Blick ins Parteiprogramm dieser sogenannten Alternative für Deutschand wirft.

Aber immer schön brav wählen, weil man dem Irrglauben verfällt, diese würde es richten. Politikverdrossenheit, oftmals berechtigt angesichts ungelöster Probleme seitens etablierter Parteien, läßt jetzt das Wählen jener AfD zu, damit sie es richten werde? Welch Irrtum, die Dichter und Denker werden mal wieder von dannen gejagt!

Zurück bleibt diese Mischpoke von Angstbeißern und Kleingeistigen, selbtverliebt in einseitiger Herrschaft angeblicher Tugenden, die in ihrer ganzen Verlogenheit den ahnungslosen Bürger täuschen, Hauptsache dieser folgt dem Weg nationalstolzer Gesinnung, die eben keine Vielfalt zuläßt, sondern einen eingleisig fatalen Kadavergehorsam. Die Geschichte wiederholt sich und das im Herzen Europas, in Deutschland. Oder schon bald wieder im Deutschen Reich?

Lotar Martin Kamm

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Aus der Enge geboren

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Da wurdest du geboren,
sicher getragen
in Mutters Schoß,
bis die Enge
wurde zu groß.

Mit Glück, Umsicht
darfst du die ersten
Kindertage – jahre
erleben mit Vater
und Geschwistern,

immer noch
beschützt durch
Heim und Liebe,
Verständnis ließ
sich prägen.

Irgendwann die
ersten Revolten
dein Herz nach
Freiheit strebend,
die Enge wurde groß.

Die eigentliche
Geburt, das Tragen,
das Hervorbringen,
das Gebären
der Persönlichkeit

führt durch
Freundschaften,
eigene Familie,
sich selbst finden,
Kenntnisse verbinden.

Da bist du geboren,
sicher getragen
in deinem Ich,
bis die Enge
wird zu groß
und du kehrst
zurück in
der Erdmutter
Schoß.

Nafia

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Botswana: Appell an Präsident Ian Khama zum 50. Unabhängigkeitstag

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Regierung mißachtet Urteile des Obersten Gerichtshofs zu Lasten der Buschleute

Der Süden Afrikas mag viele Europäer und den Westen kaum interessieren, alldieweil sie ohnehin viel zu sehr mit ihren eigenen Belangen direkt vor Ort beschäftigt sind, denkt man an bevorstehende Wahlen, an zunehmende Proteste, die Bevölkerung mehr Widerstände anzettelt. Die Restbestände alter Kolonialherrschaften wirken jedoch weiterhin nach mit Blick zu wertvollen Bodenschätzen wie Diamanten in Botswana.

Als Sohn des ersten Staatspräsidenten von Botswana wurde Ian Khama im Oktober 2014 das zweite Mal als Präsident in seinem Amt bestätigt. Zum 50. Unabhängigkeitstag jetzt am 30. September richtet sich ein Appell an ihn, in dem der Regierung nicht nur die Mißachtung des Obersten Gerichtshofs zu Lasten der Buschleute vorgeworfen wird, sondern er sich doch für die Rechte der Barsawa, wie die Buschleute im Lande genannt werden, einsetzen möge.

Im Land der Khoi-San zählt nur der Profit durch Diamanten und Tourismus

Die Khoisan, die älteste existierende Menschengruppe, leben heute überwiegend in Angola, Botswana, Namibia und Südafrika. Ihre größte Überlebenschance beruht auf eine ausgeprägte Form der Jagd, die Ausdauerjagd. Während Zebras und Steinböcke nur über eine begrenzte Kondition verfügen, spezialisierten sich die Buschleute über das Erfolgsrezept einer langanhaltenden Hetzjagd, um schließlich ihre Beutetiere am Ende zu erlegen.

Die Profitgier angesiedelter Europäer verdrängte auch in diesem Teil Afrikas die indigenen Völker, selbst in einem ihnen verwiesenen Reservat, dem Central Kalahari Game Reserve (CKGR) inmitten Botswanas, welches als Schutzgebiet Sicherheit bieten sollte, machte die Willkür nicht Halt, weil dort zu Beginn der 1980iger Jahre das weltweit größte Diamantenvorkommen entdeckt wurde, in drei großen Räumungswellen (1997, 2002 und 2005) sie von der zuständigen Regierung vertrieben wurden. In Umsiedlungslagern zusammengepfercht, das Jagen verboten, kam Verwahrlosung auf, Depressionen und Alkoholismus folgten.

Erst durch den beherzten Einsatz etlicher Menschen und vor allem Survival International konnten zunächst Prozesse gegen die Willkür der Regierung gewonnen werden, zunächst am 13. Dezember 2006 das Recht der Buschleute, wieder ihr zugesprochenes Gebiet im CKGR zu besiedeln, in ihrem Reservat jagen zu dürfen. Dies versuchte die Regierung stets zu verhindern, es folgten weitere Klagen, 2010 den Zugang zu Trinkwasser im Reservat zu sichern. Trotz eindeutiger Gerichtsentscheide verbleiben bis heute die Repressalien, können die Buschleute nicht in Frieden im Reservat leben.

Ian Khama letzte Hoffnung?

Zumindest signalisiert die Regierung von Präsident Ian Khama Gesprächsbereitschaft. Aufgrund internationaler Aufmerksamkeit bleibt mal dahingestellt. Noch scheint die Verlockung verheißungsvoller Gewinne mittels Diamantenhandels und des Tourismus eine wesentlich größere Rolle zu spielen als die Balange der Barsawa.

Andererseits darf Ian Khama auf eine bisher ansonsten gemäßigte, im Vergleich gar zu europäischen Staaten, eher erfreuliche Politik zurückblicken, was die Korruption im Lande anbelangt, Botswana steht auf Platz 30 beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (Stand 2012), zum Vergleich Italien, Polen und Spanien stehen schlechter da.

Darf man insofern optimistisch nach vorne blicken, daß der Appell an Ian Khama Wirkung zeigt, die Buschleute endlich ihre gerichtlich erwirkten Rechte respektiert und angewandt werden? Oder muß man befürchten, daß nach dem 50. Unabhängigkeitstag es lautet: The same procedure like all the time?

Lotar Martin Kamm

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Das Meisterstück der Griechen eine Zurschaustellung

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Theōrós neugierig fragend vereint im théatron?

„Thea, bist du mit den Hausaufgaben fertig?“ „Nein, das Geschenk Gottes wird nie fertig, aber Thee hat jetzt eine Verabredung mit Nada.“ „Thea, was soll das? Wir wollten doch zusammen ein Geschenk für Oma zum Geburtstag aussuchen.“ „Das Geschenk Gottes hat es sich anders überlegt und möchte nichts mehr mit Geschenken zu tun haben.“ Bäng! Und die Haustüre wurde zugeknallt. „Thea, Thea!“

„Thea, wir…“ „Thee.“ „Mein Gott, Thea!“ „Ohne Gott, Thee, einfach Thee.“ „Jetzt hör mal, das ist doch albern, Thee ist doch kein Name.“ „Gottesgeschenk auch nicht!“ „Ich will mich mit dir jetzt auch nicht über deinen Namen reden, sondern über dein Verhalten gegenüber deiner Mutter. Du kannst nicht davon ausgehen, durch Türenknallen deinen Aufgaben zu entgehen.“ „Einkaufen ist keine Aufgabe, sie ist überhaupt keine Gabe, nur Konsum. Und es interessiert mich überhaupt nicht, was ihr Oma kaufen wollt, ich hab sowieso schon ein Geschenk für sie.“ „Okay, dann ist dies Thema abgeschlossen, aber…“ „Mami, du weißt genau, daß ich den Namen beschissen finde, hab das oft genug gesagt, und naja, das mit der Tür tut mir leid, zufrieden Papa?“

„Thea, deine Freundinnen können dich gerne Thee nennen, und wie du weißt, hast du als Erwachsene die Möglichkeit, deinen Vornamen zu ändern, also laß das ständige Nörgeln, wir..“

„Papa, du mußt jetzt nicht schon wieder die alte Story von deiner Oma erzählen und wie lieb sie zu dir war, kenne ich, das war auch sicher schön für dich und mag ja sein, daß du mir damit etwas Liebes für mein Leben mitgeben wolltest, aber sowas altmodisches ist einfach nur peinlich, und ich kann ja auch nicht jedem deine Lebensgeschichte erzählen und ihm haarklein verständlich machen, daß der Name aus dem alten Griechenland kommt. Daß er alleine so in etwa anschauen oder Gott bedeutet, aber allgemein eher die Abkürzung von Dorothea ist, Gottesgeschenk, und egal ob Gottesgeschenk oder anschauen, ein Kind anschauen oder Gott nennen, ist doch dämlich. Und erzähle mir jetzt nicht wieder alle deine und Mamas Beweggründe auf, kenne ich, hab meine eigene Meinung, kann auch selber lesen, wie du weißt.“

Und weg war sie, diesmal ohne Türenknallen in ihrem Zimmer verschwunden.

Um es vorwegzunehmen, Thea hat ihren Vornamen nicht geändert, sie trägt ihn stolz in ihrem Erwachsenendasein, gibt aber immer mal wieder ihrem inzwischen betagten Vater Kopfschütteln bewirkende Argumente über ihr Ansinnen in der Jugendzeit zum Besten, bei denen sie beide entweder in Lachen oder in anregenden Gesprächen anheimfallen.

Wie erklärt man Gott? Ist den Griechen etwa ein Meisterstück gelungen, durch die Wortverwandtschaft theos und thea? Grob übersetzt Gott und anschauen, zuschauen, Schau. Wohlweislich haben die Griechen, nicht nur sie, eine Vielzahl von Göttern angebetet, denen sie in einer fast unüberschaubaren Menge an Geschichten die unterschiedlichsten Charaktere nachgesagt haben. Oft als Erklärung für eigenes menschliches Verhalten, um die Naturgewalten und überhaupt Zusammenhänge, Verbindungen, Möglichkeiten, Eventualitäten, Lösungen, Auswirkungen, schlicht um Leben begreiflich zu machen. Theos, Gott, der schauen läßt, der aufzeigt, nur ein Zuschauer? Oder Thea, schauen zu Gott? Ist demnach alles erlaubt, oben wie unten, schlecht wie gut, jedes Handeln also gleich in seiner Aussage?

So einfach ist anschauen, schauen nicht. Oder neigen Sie dazu, sehenden Auges ins Unglück zu stürzen? Wohl kaum! Sehen ermöglicht eine Reflektion wie die anderen Sinne, über die wir verfügen, je mehr Sinne, desto intensiver ist es uns möglich, uns vor Gefahren zu schützen, Erkenntnisse in unseren Lebensbereich einfließen zu lassen. Es ist nicht allein das Schauen, das Gott ergibt, es sind alle Facetten, die Mensch zu Verfügung hat, um ein im besten Fall ausgefülltes, glückliches Leben zu führen. Das Schauen steht nur sinnbildlich für Gott, es bedeutet erkennen, Konsequenzen ziehen, probieren, warnen, fühlen, eine innere und eine äußere Sicht auf Dinge und sich selber.

Theoretisch zumindest es so zu sehen, ansonsten bietet sich noch die Möglichkeit, aus allem ein Theater zu machen, eine Schau um nichts und alles, damit die theōrós (Zuschauer) im théatron (Theater) bei der Vielfältigkeit des Weltengeschehens zuschauen können.

Doris Mock-Kamm

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Wahlen ein Massenphänomen als sei nichts geschehen

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Satirischer Rückblick…

Dabei kann man es wenden und drehen, am Ende werden wir sehen, wie Politik sich fügt, das Volk ohnehin erneut belügt, Hauptsache die Macht ist zu ihren Gunsten verteilt, fortschreitende Armut Betroffenen entgegeneilt.

Bekanntlich birgt soziale Not des Menschen Tod, manch Verzweifelter sieht schon rot. Doch was nutzen unüberlegte Taten, möchte man solch Menschen nur raten? In etwa die Quadratur der Kreativität? Ist es dafür eventuell ohnehin nicht schon zu spät? Wer weiß dies so genau, macht sich darüber schlau, ob letztlich das eigentliche Dasein dient nur einem Zweck? Zu darben ohne Unterlaß im selbst verursachten Dreck, gänzlich per ablenkenden Spaß?

Muster soweit das Auge reicht, welche Mannigfaltigkeit des Lebens zulassen? Manch einer erkennt, ihm das Gefühl beschleicht, Eliten wollen nur maßlos prassen, während die Masse verschlafen pennt! Daher wohl der Wind weht, weil bald gar nichts mehr geht, beim CETA die Endrunde zum finalen Showdown per Klage zu begehen, auf das Protestierende auf ihre Rechte bestehen.

Bloß nicht das Ziel verfehlen, jetzt gilt kein Davonstehlen, schon gleich gar nicht ein anderes Übel wählen, wie jüngst in Brasilien geschehen, wo Dilma ihren Platz räumt, während Temer frohlockt. Das Volk träumt, obwohl Politik hat per Korruption es erneut gelockt? Die Mühsal der Wenigkeit obsiegt, während Bösartigkeit auch dort ihren Willen kriegt.

Man fragt sich schon, warum der Tagesspiegel im Wahlkampf für die AfD einsteigt. Verkannter Lohn, oder wer hat hier was vergeigt? Kann eine Umfrage zur Bundestagswahl klärend beitragen? Bloß nicht verzagen, nur weil rechte Dumpfbacken strammstehend zusammenschlagen ihre Hacken.

Aufgepaßt, da muß das TiSA noch aus dem Schatten von TTIP und CETA treten, welch schwere Last, es hilft kein Beten, vielmehr beherzter Widerstand, der sichtbar sein sollte im ganzen Land. Denn Weltverbesserer unterliegen einem folgenschweren Irrtum – eben drum verbleibt nicht mehr viel Zeit. Seid bereit, selbst im Zwielicht der Romantik mutig für eure Rechte einzustehen, weil gesättigte Eliten niemals von alleine gehen.

Lotar Martin Kamm

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Zwielicht der Romantik

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Das Licht der Kerze auf dem Tisch verströmt
dieselbe fahle mystische Atmosphäre
wie der Vollmond, der sich am Himmelszelt
hoch oben seinem Schicksal ergibt.

Er, der sich von der brotlosen Kunst
ernährt, steht lächelnd im Wohnzimmer
über die Zwiespältigkeit, Zwielichtigkeit
der Romantik, des Mondlichtes nachsinnend.

Da sitzen sie, die Verliebten, draußen im Freien
oder zuhause bei Wein, Kerzenschein,
flüstern sich ihre ewige Liebe zu,
in Stein gemeißelt, im Baum geritzt,

unvergänglich der Moment, der Augenblick
soll bleiben für immer, ein Leben lang,
kein Schicksal sie mehr trennen kann,
furchtlos trotzend im Dämmerlicht,

wohl wissend, bald wird es wieder hell,
das Licht ist nur für Minuten abgestellt,
die Nacht weicht unbarmherzig dem Tag,
höhere Gewalten liegen ab nun brach.

Ist es des bleichen, trüben Zwielichts Schuld,
das Träumen von ritterlichen Romanzen?
Welch Narren, verführt durch Dichter Kunst,
verklärte Liebesbotschaften ersannen,

um all das furchtbare Kriegsgeschrei,
die sinnlose Moral, verlogenes Ehrbewußtsein,
die nicht für alle geltenden Tugenden
den albtraumhalten Schrecken zu nehmen.

Sollte er, der Dichter, sich für die Kunst schämen,
für den Versuch, die Chimären zu zähmen,
für die Täuschung vom immerwährenden Glück,
dem Mondlicht ähnelndem pastellenen Fallstrick,

der allen Farben, allen Wesen nur die Umrisse
in gedämpften, blassen Tönen als Einblicke gibt?
Sein lautes dröhnendes Lachen durchströmt
das Haus. Wurde nicht nach Römern die Romantik

im weitesten Sinne benannt, in Erinnerung
an jene Tage, als die wackeren Eroberer
in den dunklen kalten Gefilden des Nordens
sich durch schaurig Herzschmerz verbreitende,

erwärmende Geschichten, von bella mia,
mia casa, ihren kargen Tagesablauf versüßten?
Gelten sie nicht deshalb bis zum heutigen Tag
als die feurigsten Liebhaber? „Viva Italia!“

“Francesco, Luigi, Carlos, che diavolo ci fai lì?
Du brauchst den Mond nicht so laut anzuheulen!“
„Oh, Bella, er hat, ob du es glaubst oder nicht,
meinem Gedicht gerade gegeben den letzten Schliff.“

Nafia

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