Zinnoberrote Küsse

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Mittägliche Sonnenstrahlen
erleuchten den Park,
schnatternde Enten
bewachen den See.

Befremdlich wirkend,
unsicher stehen sie da,
zinnoberrote Küsse
auf ihren Lippen.

Ihre Wege kreuzen
sich schon ewiglich,
er kommt von Norden,
sie von Westen.

Beachtung des anderen
gab es nicht,
bis vor kurzem
ihre Blicke sich öfter trafen.

Er sprach sie flapsig an:
„Wen haben wir denn da?“
Damit war der erste
Damm durchbrochen.

Der erste Kuß war
gelblich noch,
mit Furcht und Zweifel
genossen.

Sie wußten, jetzt
passiert, was
unvermeintlich war,
der erste feuerrote Kuß

umfängt ihre Lippen,
erfaßt das Herz,
wie ein Sturz von den Klippen,
sie halten sich ganz

fest, um nicht in eine
bodenlose
Unendlichkeit
zu stürzen.

Nafia

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US-Wahl: Trumps bizarres Auftreten begünstigt Clinton

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Serie der Eigentore reißt nicht ab – Hillary Clinton nächste US-Präsidentin?

Die USA offenbaren bei dieser 58. Wahl des 45. Präsidentenamtes ihr unbedingtes Unvermögen politischer Würde angesichts des beziarren Auftretens vom republikanischen Kandidaten Donald Trump, was wiederum Hillary Clinton begünstigt.

Die Serie der Eigentore aufgrund erheblicher Entgleisungen seitens The Donald reißt nicht ab. Die demokratische Kandidatin daher am Ende die nächste und erste US-Präsidentin?

Vorwahlen verdeutlichten den Kurs der Hardliner

Weder Jill Stein von der Green Party noch der Gegenkandidat der demokratischen Partei, Bernie Sanders, hatten eine reelle Chance aufs Präsidentenamt, am 08. November entscheiden die Wähler zwischen Trump oder Clinton. Die Ergebnisse dieser Vorwahlen konnten deutlicher kaum sein, am 19. Juli nominierten die Republikaner Donald Trump zum Präsidentschaftskandidaten, einige unter ihnen mit einem äußerst mulmigen Gefühl, Ted Cruz verweigert jede weitere Unterstützung. Eine Woche später entschieden sich die Demokraten für Hillary Clinton, allerdings unter Protesten seitens der Sanders-Anhänger.

Im Ergebnis setzten sich somit die Hardliner, Trump und Clinton, in ihren Parteien durch, sodaß man den Eindruck erhält, die Waffenlobby bestimmt letztlich den nächsten Präsidenten.

Worst Case eher unwahscheinlich – mit Hillary Clinton kaum Entspannung möglich

Dieser republikanische Kandidat zerlegt sich fortwährend, hatte man schon mit Ronald Reagan, dem Filmschauspieler in der Funktion eines US-Präsidenten, in den 1980iger Jahren seine liebe Not, setzte ein George W. Bush mit dessen aggressiver Kriegspolitik, denken wir vor allem an den Irakkrieg, der exakt 20 Jahre später im selben Zeitraum acht Jahre lang die USA regierte, den Kurs dieser Hegemonialmacht fort.

Die Vorschußlorbeeren eines Friedensnobelpreises an Barack Obama sollten sich als kompletten Trugschluß herausstellen, die Welt wurde deshalb keineswegs friedlicher, es obsiegte die Rüstungslobby zusammen mit ewiggestrigen Eliten, die den Hals nach immer mehr Reichtum nicht voll genug bekommen können.

Daß in den USA der Worst Case mit Donald Trump zum neuen Präsident eintritt, darf man getrost als eher unwahrscheinlich werten, zumal dieser nicht nur mit seiner Waffen-Äußerung sich disqualifizierte, die jüngsten Vergleiche, „Hillary Clinton wolle die Angela Merkel von Amerika sein“, verdeutlichen die ganze Tragweite seiner plumpen Rhetorik, die eher viel Getöse gleicht anstatt handfesten Argumenten. Obendrein könnten die USA kaum mehr heuchlerischer auftreten, wenn man bedenkt, wer denn die letzten Kriege in Libyen, Syrien, im Irak hauptsächlich zu verantworten hat!

Mit einem Blick zu den statistischen Wahl-Prognosen, wer denn möglicherweise das Rennen für sich entscheiden wird, schneidet Hillary Clinton ohne Zweifel wesentlich besser ab. Am 16. August liegt ihr Wert bei 47,7%, bei Trump nur bei 41,0%. Bisherig lag er diesjährig nur zweimal in kurzen Phasen vor ihr, vom 22. bis 25. Mai mit 0,2% höher als Clinton, und vom 26. bis 28. Juli schnitt er rund 1% besser ab als seine Kontrahentin.

In Anbetracht jener Prognosen und etlicher Entgleisungen dieses Donald Trump muß man davon ausgehen, daß schließlich die US-Wähler sich für Hillary Clinton entscheiden werden.

Lotar Martin Kamm

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Identitäre Demagogen unerwünscht

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Mitunter wundert und fragt man sich munter,
warum viele Menschen Tatsachen verdrehen,
nur um selbst im Rampenlicht zu stehen,
dafür drücken sie anderer Rechte runter.

Sie klagen Fehler, Übel, Mißstände an,
die sie selbst in ihrem Umfeld angewandt,
ohne Zögern malen sie Teufel an die Wand,
bieten dafür Zucht, Ordnung und Zwang.

Es scheint, als bekämpften sie eigene Geister,
die in ihren Seelen führen zum Desaster,
ihr Unwesen treiben laut wie ein Ghettoblaster,
deshalb werden alle mit falscher Moral zugekleistert.

Es ist eine aus Unfähigkeit spiegelverkehrte Welt,
sie reflektiert ihre eigenen Ängste und Haß,
auf alles und jenes, das glücklich ist und lacht,
denn durch Freude fühlen sie sich falsch dargestellt.

Ihre eigenen Lügen, Mitleidhaschereien, Betrügereien,
ihre soziale Kälte, ihre übertriebene Selbstliebe,
ihr Korsett der Unfreiheit sind die eigentlichen Diebe,
die in ihrem Seelenheim pflichtbewußte Feste feiern.

Von seinem Erleben und Tun auf andere schließen,
kann nicht zur Wahrheit und Wissen dienlich sein,
Empathie für andere, das hat mehr mit Weisheit gemein,
verhindert Eigennutz, dann müßt ihr nichts verbieten.

Ehe ich es vergesse, ihr mögt euch selbst Volk nennen,
bitteschön, das sei euch belassen, aber ich bin Ich,
meinen Namen, meine Freiheit kriegt ihr nicht,
tut nicht so, als würden wir uns kennen.

Seid wenigstens hier ehrlich, steht zu eurem Egoismus.
Ich wurde zur geistigen Freiheit mit Liebe erzogen,
zur Identität brauche ich keine Demagogen,
das Leben, die Welt wird nur durch euch gefährlich.

Nafia

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Guyana-Delfine vs. Olympische Spiele in Rio

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Meeressäuger laut WDC als Beifangopfer extrem gefährdet

Keinesfalls treten urplötzlich Delphine bei den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro auf, auch wenn diesen Säugetieren eine sehr hohe Intelligenz nachgesagt wird. Hierbei allerdings handelt es sich um einen dramatischen Mißstand, der unbedingt Aufmerksamkeit erfordert.

Die Meeressäuger sind laut der Whale and Dolphin Conservation (WDC) als Beifangopfer extrem gefährdet. Während alle Welt die Olympischen Spiele auf den Bildschirmen verfolgt, kämpfen die letzten Bestände der Guyana-Delphine ums Überleben.

Fischfang, Tourismus und Pestizide bedrohen den kleinen Tümmler

Wer kennt sie nicht die Serie „Flipper“ (benannt nach der Brustflosse des Delphins) aus alten Tagen, die von 1964 bis 1967 gedreht wurde und es auch bis in die Wohnstuben hierzulande schaffte. Manch einem wird die schnatterartige Melodie von Flipper bestimmt im Gedächtnis haften geblieben sein.

Der um einiges kleinere verwandte, bis zu Beginn der 1990iger noch eher unbekannte Guyana-Delphin, die größeren Weibchen sind bis zu rund zwei Meter lang, lebt an den Küsten Mittel- und Südamerikas, besonders gern an den Mündungsgebieten mancher Flüsse. Dorthin gelangen die illegal verwendeten Pestizide in der Landwirtschaft, die über diesen Weg in den Körpern der Meeressäuger sich anreichern. Zunehmender Massentourismus gefährdet ihn gleichwohl. Ebenso landet er als Beifangopfer in den Netzen der Fischer, wobei diese es zwar größtenteils melden, aber eine Dunkelziffer verendeter Delphine ebenso zur Bedrohung beitragen.

Petition „Es eilt! Rettet die Delfine von Rio de Janeiro“ bittet um rege Teilnahme

Die benannte Petition des Vereins „Rettet den Regenwald“ nutzt natürlich die Gelegenheit einer höheren Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit angesichts der stattfindenden Olympischen Spiele vor Ort. Das ist nicht nur ihr gutes Recht, sondern erhöht die Chance der betroffenen Meeressäuger, daß auch die mit verantwortliche Regierung Brasiliens sich regt.

Nach Dilmas Amtsenthebungsverfahren obliegt es jetzt dem eher fragwürdigen Nachfolger Michel Temer, auf diese Petition zu reagieren. Angesichts dessen harscher Haltung darf man einen Positivbescheid schon anzweifeln. Inwiefern die brasilianische Umweltbehörde tatkträftig zugunsten des Guyana-Delphins reagieren wird, hängt somit von der Politik dieser neuen Regierung ab, ob sie sich durch einen weltweiten Protest beeindrucken läßt. Eine Rettungsaktion beherzter Art können Sie in diesem Video hier unten mitverfolgen.

Lotar Martin Kamm

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Abschied ohne Wiederkehr

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Der endgültige Abschied ohne Wiederkehr,
nicht die Schuld vom morgendlichen Verkehr.
Keine Krankheit hat das Leben ausgehaucht,
die gemeinsame Zeit war einfach aufgebraucht.

Was es die letzten Tage noch zu erzählen gab,
bis es still und kalt wurde wie an einem Grab,
waren wie durch Nebel laute verschluckte Worte,
kein Erkennen mehr an übereinstimmende Orte.

Selbst Nähe war nur wie weite Ferne zu spüren,
nur die Empfindung von luftleerer Kraft berühren,
ähnlich dem Effekt des Klopümpels, der Saugglocke,
die Herzen, das Sein glich einer wasserleeren Wolke.

Drum gab es kein Flennen, kein Bitten, kein Weinen,
kein Schmerz, keine Trauer mehr miteinander zu teilen.
Keine Abschiedsworte erfüllten diesen Zwischenraum,
Unter- und Überdruck hinterließen Spuren von Schaum,

der vielleicht in weiter Zeitenferne Erinnerungen weckt,
an einen Teil der Vergangenheit, die das Sein mitgeprägt.
Die Sterne des Nachts, der Mond am Himmel, Kometen,
endgültige Abschiede ohne Wiederkehr, mitunter vonnöten.

Nafia

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Konsumgesellschaft auf bestem Wege sozialer Ausgrenzung

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Fragwürdige Verhaltensmuster

Zum wiederholten Male wird nebenan eine komplette Wohnzimmereinrichtung einfach so auf den Sperrmüll geworfen, Ikea und Konsorten bieten billigen Nachschub, weil ohnehin der Trend vor zwei Jahren längst abgelaufen. Einen Spoiler können die Nachbarn sich auch noch leisten, während der Sohnemann bis morgens um drei die HiFi-Anlage lautstark plärren läßt, in wenigen Stunden beginnt die Frühschicht.

Derart kleine Widrigkeiten und Beobachtungen verdeutlichen die ganz normalen Alltagssorgen im sozialen Umfeld, wobei sich einerseits brüsk mit den Worten Luft gemacht wird, was die Belange des anderen einen scheren mögen, allerdings anderseits beim Überschreiten gewisser Grenzen sehr schnell tatkräftiger Handlungsbedarf einsetzt. Eine Stillhaltegesellschaft tickt im täglichen Einerlei zeitbombengleich vor sich hin, jederzeit bereit zu explodieren, wenn geeignete Momente dies rechtfertigen? Was geht solch Verhaltensmustern voraus?

Kaum noch Bedarf klärender Worte

Bereits in den 1970iger Jahren waren erste Bedenken zu hören, wohin wohl die Reise einer nimmersatten Konsumgesellschaft führen könnte, was dennoch kaum jemand dazu bewegte, ernsthaft gegenzusteuern. Wer will schon eine dermaßen rasante, weltweite Entwicklung aufhalten, bei der sich alles der Doktrin des ewig fließenden Geldhahns unterwirft?

Die Wirtschaft hatte stets besseres im Sinn: Die Vermarktung um jeden Preis und sei es halt, das menschliches Zusammenleben empfindlich gestört wird. Kann man schließlich irgendwie glattbügeln, Hauptsache der Dollar rollt. Gleichzeitig sorgt insbesondere die Unterhaltungsindustrie wunderbar für Ablenkung, Mensch funktioniert prima ganz im Sinne des grenzenlosen Konsums, dient förmlich als Drehscheibe immerwährende Kommunikationsdefizite.

Daher zeigen sich längst nicht nur in Problemvierteln vieler Großstädte die Folgen, es spielt sich vielmehr quer durch alle Gesellschaftsschichten ab, meist unerkennbar hinter schallisolierten Fassaden und „Trutzburgen“ beschönigten Familienidylls. Die Spitzen der Eisberge, die Gesprächsarmut und Ohnmacht eines zerrütteten Zusammenlebens schimmern manchmal dennoch durch, offenbaren sich in Gewaltszenarien zuhause bis hin zu Amoklauf, Isolation, zunehmenden Suiziden und blinder Wut.

Weg des geringsten Widerstandes

Natürlich fordert zunehmende Armut soziale Konflikte heraus, dieser Kontext sollte längst kein Novum mehr darstellen. Aber man muß der geistigen Armut einen größeren Stellenwert beimessen, dient gerade sie der Zunahme eines Klimas der Angst, der Häme und dem Mißtrauen untereinander. Wer sich komplexere Zusammenhänge nicht erklären kann, wählt halt den Weg des geringsten Widerstandes, macht sich Luft, was wiederum der vermeintlich Schwächere deutlich zu spüren bekommt.

Wir müssen nicht unbedingt Youtubegaffend uns die Clips manch extremer Mißstände reinziehen, hierzulande herrscht längst eine Zunahme gewisser Gleichgültigkeit dem Nächsten gegenüber, wie sonst sind recht spätes Eingreifen, wenn überhaupt, bei Gewalteskalationen zu erklären? Wenn man draußen in der Öffentlichkeit die Schwächen des anderen entdeckt, wird hämisch getuschelt bis hin zu sehr offensichtlichen Anfeindungen. Was nicht der eigenen Norm gefällig sich einordnen läßt, wird ganz simpel mal eben diffamiert, scheinbar ins rechte Licht gerückt, wer am heftigsten bösartig auftrumpft. Die wenigen, die sich eigentlich schützend einbringen möchten, halten lieber still, schweigen und ziehen ihres Weges: Zivilcourage bleibt aus.

Eine angewandte Nächstenliebe nur ein aufs Christentum beschränktes Bekenntnis, was ganz leicht im Alltag ignoriert wird? Haben sich ganz andere Eigenschaften in einer Welt des Glamours, des Stärkeren und im Wettbewerb zwischen Job, Statussymbol und Minderwertigkeitskomplexen durchgesetzt? Wer nicht wegschaut, kann dies vielerorten leider beobachten. Gleichwohl erscheint manchmal ein „Engel“, ein authentischer Mensch mit Herz und entsprechendem Mitgefühl, welcher sich schützend und helfend engagiert, ohne große Worte oder Erwartungen. Den gilt es zu bestärken, unabhängig davon, daß ein jeder von uns die selbstverständliche Pflicht hat, sowieso nicht nur hinzuschauen, sondern unbedingt zu helfen.

Lotar Martin Kamm

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Gedankenverlorene Erkenntnisse

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Manchmal sitzt man so
gedankenverloren in der Gegend herum,
Blütenblätter voller Inspiration,
Ideen flattern durch die Luft,

staunend beobachtet man den Flug
des einzelnen Individuums,
fast zärtlich schaukeln sie,
verströmen ihren besonderen Duft.

Nicht nur liebliches kann man aufnehmen,
Abwasserkanalgerüche,
verschmortes Plastik, teergedrängter
Asphalt macht sich in der Nase breit,

Herbstspaziergang mit vermodertem Blättern,
Verbranntes in der Küche,
die Fischkadaver am Meeresstrand,
der üble Gestank der ganzen Ewigkeit.

Es sind beizeiten viel zu viele Eindrücke,
Erleuchtungen und die Erkenntnis,
nur ein Bruchteil dessen was mich umfängt,
trägt zum weiteren Verbreiten bei,

der Rest verpufft, löst sich auf, wird wieder Frucht,
Schöpfung ist unendlich,
verschwenderisch, ein Sammelsurium voll Einfälle,
deshalb Gedanken bye-bye.

Nafia

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