Es geschah vor 40 Jahren (23. bis 29. August 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Überlinger Platanenallee soll der Landesgartenschau weichen

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flickr.com/ Philipp Zieger – http://www.philippzieger-photographie.de/ (CC BY-NC-ND 2.0)

Verschleierungstaktik politischer Entscheidungsträger äußerst fragwürdig

Natürlich rollt auch im Ländle der Euro, ganz besonders bei größeren Bauvorhaben wie man leidlich anhand von Stuttgart 21 ersehen kann. Aber diese Thematik mag an anderer Stelle fortgeführt werden. Die Tradition der Gartenschau geht zurück in die Zeit des fanzösischen Sonnenkönigs, den Grafen und Kurfürsten bis hin zur ersten Internationalen Land- und Gartenbauausstellung in Erfurt des Jahres 1865.

Die geplante 40. Landesgartenschau 2020 für Baden-Württemberg in Überlingen am Bodensee steht unter keinem guten Stern, da die uralte Überlinger Platanenallee weichen soll, zumal eine offensichtlich von langer Hand geplante Verschleierungstaktik politischer Entscheidungsträger vor Ort zu greifen scheint, als unbedingt äußerst fragwürdig sich erweist.

Ein langer Hickhack, der nichts gutes im Schilde führt

Mit Blick zur Artikelreihe des Südkuriers vermag man sehr schnell den Leidensweg und den Druck der örtlichen Reibereien um die besagte Platanenallee erkennen. Was geschieht da vor den Augen der Bürger in Überlingen am Bodensee? Einerseits organisiert sich völlig zurecht der Verein Bürgersinn, der verwundert feststellt, daß der Landschaftsarchitekt Johann Senner viel zu spät sich für den Erhalt der Platanenallee sowie der alten Ufermauer einsetzt, als bereits die Entscheidung für den Entwurf der Berliner Kollegin Marianne Mommsen gefallen war.

Zum anderen sind die Fronten inzwischen erheblich verhärtet, hat sich gar der in Überlingen-Nußdorf ansässige Schriftsteller und Dichter Martin Walser aufgerufen gefühlt, ebenso sich für den Erhalt der Platanenallee einzusetzen, in dem er dem Südkurier aus Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ eine Textpassage zitierte, in der Werther sich explizit über das Fällen von Nußbäumen aufregt.

Oberbürgermeisterin Sabine Beckers offener Brief an Walser eine einzige Farce

Exemplarisch und äußerst typisch in ihrer „Kleingeistigkeit“ die Reaktion seitens der Oberbürgermeisterin Sabine Becker, die in einem offenen Brief an Martin Walser Stellung bezieht, dabei mit dünnen Argumenten aufwartet: letztlich eine einzige Farce.

Anstatt einsichtig zu erkennen, welcher Verlust die Platanenallee darstellt, kontert sie mit einem Zitat des schwedischen Schriftstellers Henning Mankell, „Information sei nicht Wissen“, – man fragt sich schon, welch findiger Schreiberling ihr dabei zuhilfe eilte -, um schließlich die entstandene Diskurse in der öffentlichen Meinung in die Nähe einer Facebook-Manier zu wähnen. Daß Walser nur ein Beispiel nannte, gibt ihr längst nicht das Recht, sich auf Nußbäume „festzubeißen“, diesen gar einen höheren Stellenwert gegenüber Platanen zu geben.

Befinden sich die betroffenen alten Bäume etwa in einem Wettbewerb zwischen angeblichen Nutzen und lästigem Bild in der Landschaft? Die Oberbürgermeisterin ignoriert schlicht die Bemühung, die ohne weiteres hätte erfolgen müssen, den alten Baumbestand der Platanenallee in die Planungen der Landesgartenschau zu integrieren.

Vom Berliner Schreibtisch aus obsiegte wohl das Neue, das kahlschlagartig sich über eine transparente Vorgehensweise seitens örtlicher Politik sowohl im Vorfeld als auch während der Planung hinwegsetzte, die Bürger lieber im Unklaren ließ, dabei wohl deren Unschlüssigkeit ausnutzend. Das Nachsehen haben scheinbar jetzt die uralten Platanen, die alte Ufermauer, falls nicht doch noch ein Wunder geschieht.

Lotar Martin Kamm

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Dem Trostpflaster notwendigen Raum geben

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Besingen durchaus ein heilendes Schmerzmittel

Heile, heile Segen, morgen gibt es Regen, übermorgen gibt es Schnee, dann tut’s auch nicht mehr weh. Dieser Kinderreim ist schätzungsweise bei jedem Erwachsenen noch sehr gut in Erinnerung, wurde und wird er doch so oder in ähnlicher Form, es gibt mehrere Varianten davon, bei sämtlichen kleinen und größeren Verletzungen gesungen, um für das Kind den Schmerz erträglicher werden zu lassen, als Ablenkung nicht mehr an den Schmerz zu denken in Verbindung mit gleichzeitiger Nähe und Fürsorge von der Person, die das Kind betreut.

Es ist das erste Trostpflästerchen, das nicht real zu sehen ist, sondern nur als singende Reimform Wunder vollbringen kann. Je nach Verletzungsgrad ist natürlich ein Säubern der Wunde mit anschließendem Verband oder unter Zuhilfenahme eines Pflasters die Wunde zu versorgen. Auch ein Arztbesuch kann nötig werden, wenn es sich um Brüche, Verstauchungen oder innere Verletzungen handelt. Seit die Pflaster nicht mehr so teuer sind, bekommen die Kinder inzwischen zum Trost schon mal mehrere Pflaster, um sie verteilt auf dem Körper zu platzieren Die Auswahl bei Pflastern für Kinder, je nach gerade beliebten Figuren, ist inzwischen enorm. Leider ist bei einigen Pflastern, speziell für Kinder, die Qualität nicht sonderlich, man bezahlt eher die Lizenz für die Figuren.

Pflaster hat den Weg über die griechische und lateinische Sprache zu uns gefunden, es bedeutete ursprünglich das zu Heilzwecken Aufgeschmierte. Gemeint waren damit Salben, die mittels Tücher auf die Wunden zur Heilung gelegt wurden. Die andere Bedeutung für Pflaster, die Pflastersteine sind übrigens ebenso diesem Aufgeschmierten entlehnt und zwar durch das Bestreichen von Leinen mit Gips zu Verbänden zur Heilung, das wiederum führte zur Erklärung für das Estrichlegen.

Nun ist oftmals das Auftragen von einem Pflaster die reine Erstversorgung. Nicht jede Wunde, Verletzung ist damit schon geheilt, Heilprozesse können über Tage, Wochen, Monate, sogar über Jahre dauern. Egal ob äußere, innere Verletzungen, die Pflege, das Kümmern, das Versorgen ist mitunter ein entscheidender Faktor zur endgültigen Heilung.

Die Herkunft des Wortes Pflege ist nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen, hat aber in etwa die Bedeutung, sich für etwas einsetzen, einstehen und ist mit dem Wort Pflicht verwandt. Eigentlich nicht verwunderlich. Als Erziehungsberechtigter, Erwachsener ist es, von der bestmöglichsten Handlungsweise ausgehend, selbstverständlich Kindern, Hilfebedürftigen Trost, Pflege zukommen zulassen, wenn diese Hilfe brauchen.

Oftmals wird über diese Hilfeleistung nicht bewußt nachgedacht, sondern sie geschieht aus einer inneren Regung. Diese Regung bringt uns zum Streicheln, Aufschmieren (Pflaster) und zum Einsetzen von Pflege. Das oftmals in Reimform gesungene Trostpflästerchen, das uns unbewußt über die Lippen kommt, wenn wir ein weinendes Kind trösten, ist bis heute nicht wirklich anerkannt, obwohl Heilgesänge in fast allen Kulturen zur Anwendung kamen und die Auswirkung von Tönen sogar bei Pflanzen beobachtet werden.

Auch wenn der Reim „Heile, heile Segen“ vielleicht aus der Mode gekommen sein mag, so ist und bleibt das Besingen ein Pflaster, das bei manchen Menschen bis ins hohe Alter ein heilendes Schmerzmittel aus frühester Kindheit darstellt.

Doris Mock-Kamm

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Foodwatch-Marktstudie prangert überzuckerte Erfrischungsgetränke an

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Alles andere als eine positive süße Versuchung

Jeder, der täglich über 2,5 Eßlöffel Zucker zu sich nimmt, lebt bereits ungesund, muß sogar bei deutlich höherem Genuß mit schwerwiegenden gesundheitlichen Folgeschäden rechnen. Die jüngste Foodwatch-Marktstudie prangert überzuckerte Erfrischungsgetränke an, fast 60 Prozent von ihnen enthalten zuviel Zucker, so das Ergebnis nach der Analyse von nahezu 500 Erfrischungsgetränken.

Schon wieder rückt die Lebensmittelindustrie in den Fokus der Kritik, überall lauern Zuckerfallen, die dem ahnungslosen Verbraucher suggerieren, es würde sich gesund ernähren, obwohl oftmals exakt das Gegenteil zutrifft. Zumal dem inzwischen negativen Image des Zuckers per findiger Verschleierung über unterschiedliche Bezeichnungen am Ende der Verbraucher eben nicht nachvollziehbar informiert, sondern letztlich übers Ohr gehauen wird, tatsächlich versteckte Zuckeranteile sich in den Produkten befinden.

Erneut erweisen Energy-Drinks sich als äußerst ungesund

Im Dezember des letzten Jahres berichteten wir, in wie weit ein völlig unterschätztes Risiko bei Energy-Drinks zutrifft, diese Modewelle daher eher als trügerisch bezeichnet werden sollte. Foodwatch stellt fest, daß allein in einem Energy-Drink durchschnittlich mehr als sechs Stück Würfelzucker je 250ml enthalten sein sollen, somit die maximale Tagesdosis eines erwachsenen Mannes an Zuckergebrauch stattfindet, wie die WHO empfiehlt als auch die American Heart Association.

In sofern toppen Energy-Drinks sogar noch Cola-Getränke um ein Vielfaches, obwohl sie gleichzeitig Sporttreibenden suggerieren, wie wichtig und nützlich deren Gebrauch sei. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er weiterhin den vollmundigen Werbeslogans Glauben schenkt oder besser genauer hinterfragt, was ihm da angeboten wird.

Das Verwirrspiel mit den Zuckerarten – Vermeidung die beste Empfehlung

Bekanntlich liefert Brasilien weltweit den meisten Zucker über die riesigen Zuckerrohrplantagen. Andere Rohstoffe wie Rüben-, Ahorn- und Palmenzucker folgen. Die industrielle Verarbeitung führt zum raffinierten weißen Zucker mit seinen unterschiedlichen Produkten, vom Hagel-, Kandis-, Puder- bis Würfelzucker, um nur einige aufzuzählen.

Dabei kommt der verunsicherte Verbraucher mit den verschiedenen Zuckerarten so richtig ins Schwitzen, wenn außer den inzwischen bekannten wie Frucht-, Milch- und Traubenzucker noch etliche andere hinzukommen, obendrein das Verwirrspiel eher bei den Süßstoffen noch zunimmt. Unter letzteren sich zumindest die Gefährlichkeit von Aspartam herumgesprochen haben wird.

Im Endeffekt verbleibt dem gesundheitsbewußten Menschen nur die Zuckervermeidung, wo immer möglich. In sofern dienen solche Analysen wie die von Foodwatch einer informellen Aufklärung, bestätigen all jene, die schon länger der Lebensmittelindustrie mißtrauen.

Lotar Martin Kamm

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Aversionen belasten unser Dasein

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Kein Entrinnen aus Empfindlichkeiten?

Keiner kann sicher mit hundertprozentiger Überzeugung versichern, daß seine Eltern und sein näheres Umfeld alles richtig gemacht haben, während der Zeit des Heranwachsens zu einer eigenständigen Persönlichkeit. Allerdings sind es nicht immer die großen Fehler wie Schlagen, Bestrafungen verschiedenster Art, die selbst oft bis ins hohe Alter Belastungen der Seele hervorrufen können, sondern es können auch weniger auffällige, kleine, fast unbedeutende Vorkommnisse sein, die als nie zu Verstehendes Einzug in die Lebenseinstellungen eines Menschen finden können.

Bei einigen, wenn nicht sogar vielen Menschen, wird das von Müttern, Tanten gerne angewandte Säubern des Gesichtes, bestenfalls der Hände oder des Beins in Erinnerung verhaftet sein, bei der unter Zuhilfenahme von Spucke und einem Tuch der Versuch und natürlich auch zu einem guten Ergebnis kommenden Reinigung dieser benannten Partien gegriffen wurde. Auch das vehemente Wegstreicheln einer Haarsträhne aus dem Gesicht kann langwierige Aversionen zu jeglicher artverwandten Handlung bewirken.

Beim Gespräch mit einem Gegenüber eine zu enge Distanz walten zu lassen und während des Redeflußes immer wieder mal den andern zu berühren, ihn sanft oder etwas heftiger auf die Schultern, den Arm zu tätscheln, vermag bis ins hohe Alter eine überaus strenge Markierungslinie heraufbeschwören, die nicht durchbrochen werden kann, ohne ein leichtes Schauern zu verursachen. Wen mag es wundern, wenn man Menschen trifft, die eine aufkommende Übelkeit verspüren beim Anblick von gestärkter Bettwäsche, womöglich noch in Verbindung mit Mottenkugelngeruch, bestenfalls aber nur mit einer Spur von Lavendel- oder Rosenduft.

Sicher sind die oben erwähnten Beispiele nicht unbedingt in irgendwelcher böser Absicht oder allein der Schuld einer Person innerhalb einer Familie zuzuschieben, sondern natürlich individuell den jeweiligen Personen gegenüber, die diese Handlungen auf die Palme bringen können. Dennoch sind solche oder ähnliche Erlebnisse oft nicht auszumerzen und hinterlassen eine feste Konstante im Leben.

Kindern, die bestimmte Lebensmittel essen mußten, wird es schwerfallen, diese später eventuell als Köstlichkeit zu genießen. So wird es für manche unverständlich bleiben, wenn einem Erwachsenen eine leichte Röte ins Gesicht steigt, sobald Tomaten, egal in welcher Art und Weise serviert werden. Seine Überempfindlichkeit erklärt sich aus dem Familienbetrieb, der sich dem Tomatenanbau verschrieben hatte, so daß er Tomate als Keimling, Setzling, grün und rot, so überdrüssig ist, er diesem Gemüse keinerlei Sympathien entgegenbringen kann.

Ob gewisse Aversionen aus individueller Abneigung oder durch äußere Umstände geprägt wurden, also durch die Familien, ist manchmal im Nachhinein nicht mehr eindeutig zu benennen. Tatsache bleibt allerdings, egal in welchem Umfeld Menschen aufwachsen, es wird sich irgendetwas einfinden, das nicht behagt, das nicht mit dem Wesen harmonisiert. Auch wenn alle anderen es nicht nachvollziehen können, so bleibt es für die Kolumnistin ein Gräuel, Kuchen mit Rosinen zu essen.

Doris Mock-Kamm

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Erdbeben in Italien: Accumoli zur Hälfte zerstört

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Plattengrenze führt zu den meisten Erschütterungen in Europa

Naturkatastrophen können dem Leben auf Erden nicht viel entgegenbringen, um es wirkungsvoll zu schützen, obwohl inzwischen mittels Technik es durchaus weitestgehend erdbebensichere Häuser und Bauten gibt. Andere Geschehen wie Meteoriteneinschläge, Tsunamis an Meeresstränden oder Vulkanausbrüche vermögen noch gefährlicher sein.

Diese Nacht bebte in Mittelitalien in der Provinz Rieti um 1:36 Uhr die Erde in 10 km Tiefe, laut Richterskala M 6,2. Das kleine Dorf Accumoli wurde zur Hälfte zerstört, von mehreren Toten ist derzeit die Rede.

Verheerend lange Liste Italiens Erdeben mit hohen Opferzahlen

Klar doch, werden jetzt Stimmen sich zu Wort melden, in Griechenland gebe es doch mehr Erdstöße. Zweifellos richtig, doch die meisten von ihnen finden im Meer statt, während Italiens Bevölkerung auf dem Land betroffen ist. Im Süden Italiens schiebt sich die afrikanische Platte gegen den europäischen Kontinent, die Adria selbst kann man als Sporn der afrikanischen Platte bezeichnen, so daß dort folglich häufige Erdbeben stattfinden.

In Catania auf Sizilien und in Neapal starben über 100.000 Menschen im Jahre 1693 aufgrund eines Erdbebens, noch mehr Tote erforderte das Erdbeben von Messina 1908 mit einer Stärke von M 7,5, wodurch auch ein Tsunami folgte, der größere Schäden verursachte, noch mehr Menschen das Leben kostete.

Nach dem Erdbeben von L’Aquila, unweit vom heutigen, am 06. April 2009, waren schließlich 308 Tote zu beklagen, rund 67.000 Obdachlose mußten in Hotels und Zelten an der Adriaküste untergebracht werden. Das letzte größere Erdbeben am 20. Mai 2012 ereignete sich im Norden Italiens in der Provinz Modena, die nächste größere Stadt ist Bologna. Insgesamt kamen vor allem mit den Nachbeben 24 Menschen ums Leben, etliche historische Gebäude wurden zerstört.

Über 50 Beben sind bisherig zu verzeichnen – Kosteneinsparung fordert mehr Opfer

Laut der Seite „Vulcano Discovery“ über aktuelle Erdeben sind seit dem ersten über 50 Beben bisherig zu verzeichnen. Zwei mit einem Wert von M 4,2, je einmal M 4,3, M 4,5 und M 4,6. Der 14. Erdstoß belief sich auf M 5,4 und der vierte auf M 4,8.

Offensichtlich hat sich die Erde in dieser Region keineswegs beruhigt. Die Zahl der Todesopfer wird wohl eher zunehmen. Andererseits darf man sich wundern, daß die Verantwortlichen in den Gemeinden und der Regierung selbst nicht genug getan haben, um Gebäude erdbebensicherer zu bauen, zumal gerade in ganz Italien die ständige Gefahr von Erdbeben lauert. Bedenkenlose Ignoranz oder nur einfach Bequemlichkeit, wobei man gern Kosten einspart zu Lasten von Menschenleben?

Lotar Martin Kamm

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Urlaub von der Pause

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Die fanatischen Festtage sind vorbei

Wenn die Gelegenheit sich ergibt, eine Auswahl zu treffen von mehreren Angeboten, ist es nicht immer einfach, das wirklich Gewünschte auch stolz in der Tasche nach Hause zu tragen. Denn es kann ohne weiteres möglich sein, doch nicht für das richtige Produkt sich entschieden zu haben. Restzweifel können sich einschleichen, außer man besitzt eine gefüllte Geldbörse, um von dem Angebot gleich mehrere Waren zu kaufen.

Oder die Entscheidung wird dem männlichen Haushaltsvorstand überlassen, der höchstwahrscheinlich aus dem Angebot zwei bis drei gleiche Teile kauft, handelt es sich um Baumaterial oder Werkzeug, eine höchstmögliche Menge ergattert, die für etliche Monate, wenn nicht über Jahre sorgsam gehütet in der Werkstatt oder Garage anschließend ihr Dasein fristen, bis sie endlich zur Anwendung kommen oder ein Dasein genießen, auf immer und ewig im Neuzustand einen geschützten Platz gefunden zu haben.

Nun neigen sich bald wieder im gesamten Bundesgebiet die Ferienzeiten der Schulen und die Sommerurlaube der Arbeiter und Angestellten ihrem Ende zu, und der alltägliche Alltagstrott umfängt einen Großteil der Bevölkerung in seinen Klauen. Unterbrochen durch Feiertage und Pausen während der täglichen Beschäftigung. Vielleicht überlegt der ein oder andere auch schon die nächste Reiseroute, oder rechnet sich die Feiertage aus, die noch im Restjahr zu erwarten sind, oder freut sich schlichtweg über jede nur zu bietende Pause mit dem Wunsch einer Auszeit seiner Pflichten.

Welches von den drei Ruhezeiten, Urlaub, Pause, Ferien besser zu jedem paßt, der kann sich einen genaueren Überblick verschaffen, wenn er die Bedeutungen hinter den Wörtern kennt.

Der Urlaub ist wortverwandt, wie könnte es anders sein, mit erlauben, althochdeutsch urloup Erlaubnis (wegzugehen). Pause, mittelhochdeutsch pūse, aus dem Lateinischen pausa, bedeutet aufhören. Ferien entstammt dem lateinischen Wort feriae, wer kennt es nicht aus dem Lateinunterricht, als in der Sexta begonnen wurde, den Kindern mit zu erkennenden Wortherleitungen die ansonsten wenig geliebte Stunde einigermaßen interessant zu gestalten. Feriae waren Fest- Ruhetage für religiöse Handlungen. Die Wortverbindung beinhaltet fanum, fanatisch und festus, Fest und zusammen eben religiöse Handlung oder fanatische Feste.

Vielleicht liegt bei Kindern in den Ferien deshalb ständig in der Luft, die Lust nach unaufhörlichem Mehr an Erlebbaren? Wer weiß. Auszuschließen wäre es nicht, denn schließlich bekommen die Kinder Ferien und keinen Urlaub. Nur die Pausen sind bei Erwachsenen und Schülern in den jeweiligen Beschäftigungen gleich.

Haben Sie aufgrund der Worterklärungen Ihre bevorzugte Ruhezeit finden können? Oder sind Sie über das Angebotene nicht wirklich schlüssig, was am besten zu Ihnen paßt? Wie wäre es mit Pause vom Urlaub? Aufhören vom Erlauben. Oder doch lieber Urlaub von der Pause? Erlaubnis vom Aufhören. Vielleicht bevorzugen Sie Ferien von der Pause? Fanatische Feste vom Aufhören?

Es gäbe da noch anzubieten Urlaub von den Ferien und Pause von den Ferien, oder Sie wollen einfach und schlicht ihre Ruhe. Ruhe, althochdeutsch ruowa, verwandt mit Rast. Rast, althochdeutsch rasta, nein, nicht wirklich die Vorwegnahme der jamaikanischen Glaubensrichtung Rastafari, auch nicht eine Muschelgattung, auch keine Dreadlocks, die teilweise beliebten geflochtenen Zöpfe, sondern das Wort für Ruhe, Rast, Wegstrecke, Zeitraum. Eher angelehnt an das altgermanische Längenmaß Rasta, das ungefähr zweidrittel einer geographischen Meile entsprach.

Vielleicht ist die Entscheidungsfrage diesbezüglich, doch lieber einem männlichen Hausgenossen zu überlassen, der wird höchstwahrscheinlich von allen Möglichkeiten etwas aussuchen und bei passender Gelegenheit etwas davon zum Einsatz bringen. Der Rest darf dann in Ruhe seinen Platz in den Regalen, in den Ecken, übereinandergestapelt, auf den Schränken, und wenn schließlich auch noch vorhanden, auf dem Dachboden und im Gartenhäuschen auf ihren Einsatz warten.

Doris Mock-Kamm

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