Hand und Fuß haben: Vorsicht Wölfe in Schafspelzen unterwegs

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Wenn Heuchelei das Leid der Menschen für die eigenen Pfründe ausnutzt

Nicht immer muß etwas, was Hand und Fuß hat, auch der Wahrheit entsprechen, der Weisheit letzter Schluß sein. Es können ohne weiteres durch Fakten belegte Argumente zwar als Beweis für deren Richtigkeit angeführt werden, dennoch sind die daraus zu resultierenden Schlüsse nicht unbedingt die Bedingungen, um von einer oder der Wahrheit sprechen zu können, außer es handelt sich um ein rein mathematisches Problem.

Diesem Trugschluß hängen in immer größerer werdender Zahl Menschen an, die oftmals kurzsichtig schnelle und effektivste Lösungen vorziehen, weil ihnen teils die Muse fehlt, sich intensiver mit gewissen Problematiken zu beschäftigen, teils weil es tatsächlich ihrer Meinung entspricht, oder weil sie damit lang gehegte Aversionen mit diesen vorgelegten Beweisen rechtfertigen können.

Gerade in Zeiten, in denen es vermeintlich an jeder Ecke brennt oder besser, in der es in jeder Ecke Brandherde gibt, also Probleme, die nicht auf die lange Bank geschoben werden können, sondern effektive und schnelle Lösungen verlangen, treten verstärkt Menschen ins Rampenlicht, die durch diese geballten Problemstrukturen ihre zündelnden Argumente der schnellen Abwehrmaßnahmen bewußt fokussieren, auf „Störendes, sonst nicht Dagewesenes, Fremdes“ lenken. Wer nur einigermaßen sich mit Geschichte befaßt hat, kann diese Hand- und Fuß-Fakten überall da erkennen, wenn durch Wetterumstände, Katastrophen, Kriege, Veränderungen ins Blickfeld kamen, die ansonsten gar nicht oder nur am Rande bemerkbar waren.

Diese “Hexenjagden“ kamen in fast allen Völkern und Volksschichten vor. Es ist die perfideste Art, Probleme, die Hand und Fuß haben, auf vermeintliche Verursacher zu lenken, damit konnte man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ob dabei Unschuldige bei diesen diversen Lösungswegen gelitten haben oder leiden, ist in diesen Fällen nur zweitrangig. Verführer und Verkünder, die perfekte Lösungswege mittels Ängsten und Feindbildern beschwören, finden aufgrund ersichtlicher Hand- und Fuß-Geschehnisse deshalb Gehör, weil gerade komplexe Zusammenhänge vielfältige Lösungswege benötigen, die aber bei akuten „Brandherden“ oftmals zuerst eher in chaotischen Hilfsmaßnahmen stattfinden.

Die Redewendung „Hand und Fuß haben“ kommt aus Zeiten, als das Recht noch mittels „Aug um Aug“-Auslegungen gesprochen wurde. Je nach Straftat wurde dem Beschuldigten für sein Vergehen die rechte Hand oder das linke Bein abgetrennt. Mit diesen Strafen war nicht nur eine lebenslange zu ersehende Bestrafung sichtbar, sondern die Verurteilten konnten in der Regel keine Waffe mehr führen und das Besteigen eines Pferdes wurde mehr oder weniger unmöglich, da das linke Bein zuerst in den Steigbügel gestellt werden muß, um sich auf das Pferd zu schwingen. Mit diesen Maßnahmen wurde gleichzeitig die Wehrhaftigkeit eines Menschen unterbunden.

Hand und Fuß haben bedeutet, seine Richtigkeit haben, alle wichtigen Aspekte durchdacht zu haben. Dennoch kann gerade eine allzu fokussierte Überzeugung einer Meinung Menschen blind werden lassen für offensichtlich nicht berücksichtigte Tatsachen.

Die Verführer und Verkünder, die Öl ins Feuer gießen, indem sie fokussiert nur eine Wahrheit verbreiten, sind diejenigen, die dadurch nur ihre eigenen Pfründe abschöpfen wollen, denn gerade wenn es brennt, ist eine weise Vorgehensweise, die verschiedene Aspekte einbezieht, vonnöten, um das Feuer nicht noch mehr zu entfachen.

Doris Mock-Kamm

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Weltsozialforum 2016: „Wir brauchen eine andere Welt“

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Erstmalig mit Montréal im reichen Norden

Ein fragwürdiges Indiz oder gezielte Absicht, die dahintersteckt, daß ausgerechnet bei der 13. Veranstaltung des Weltsozialforums das kanadische Montréal ausgesucht wurde, in dessen zweitgrößter Metropole vier Jahre zuvor der „Frühling des Ahorn“ für Aufsehen sorgte?

Wer weiß das schon so genau. Faktisch zählt die Aktion, die erstmalig im brasilianischen Porto Alegre zwischem dem 25. und 31. Januar 2001 ihren Anfang hatte, die erste Gegenveranstaltung zu den als dekadent empfundenen Gipfeln wie dem Davoser Weltwirtschaftsforum, dem der WTO und anderen Weltwirtschaftsgipfeln sollte in Folge ein Zeichen des Unmuts setzen, eine klare Kritik gegen die Auswüchse der Globalisierung.

Eröffnung per Demonstrationszug gegen soziale Einschnitte

Der ließe sich unbedingt auch hierzulande organisieren, zumal mit der jüngsten Hartz-IV-Reform sich Deutschland als Paradebeispiel gelungener neoliberaler Politik präsentiert. In Montréal hingegen wandelte der Demonstrationszug ebenso mit der Forderung für bessere Chancen von Jugendlichen in aller Welt auf den Spuren des damaligen „Frühling des Ahorn“, der immerhin wochenlang sich hinzog, bis die Regierung endlich zu Gesprächen sich herabließ.

Insofern darf man die Auswahl des Austragungsortes Montréal unter diesem Gesichtspunkt durchaus als nicht abwegig werten, obwohl gleichzeitig 200 Teilnehmern von kanadischen Behörden kein Einreisevisum erteilt worden war, weil diese offensichtlich nicht über genügend Geld für die Rückreise verfügten. Natürlich nutzen globalisierungskritische Prominente wie Naomi Klein, Edgar Morin, Ricardo Petrella die Gelegenheit, dort vor Ort sich zu äußern.

Vernetzung und Begegnungen auf Augenhöhe bewirken langfristig vieles

Trotz mancher Kritik sollte man sich aufs Wesentliche konzentrieren. Kommunikation und der damit verbundene Austausch steht zweifelsfrei im Mittelpunkt der Bemühungen, unsere ohnehin in weiten Teilen zerstörte Welt aufgrund des Raubtierkapitalismus kann nicht ewiglich diesen Fortgang tatenlos hinnehmen. Menschen haben es selbst in der Hand, ein Zeichen des Widerstandes zu setzen, auch wenn die Umsetzung vielfach schwierig sich gestaltet.

Im Grunde bedeuten solche Treffen eine Herausforderung, die Politik in ihren jeweiligen Ländern zu hinterfragen, parallel andere Mitmenschen zu überzeugen, in wie weit sie selbst aktiv sich einbringen können, eben nicht tatenlos jeden Mißstand zu dulden. Das diesjährige Motto trifft insofern tatsächlich den Kern: Wir brauchen eine andere Welt. Die derzeitige kann uns allen keine Zukunft bieten, wenn sie wie bisherig sich weiterhin der perfiden Ausbeutung aussetzt.

Lotar Martin Kamm

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Heuchler unterwegs im scheinheiligen Gewande

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Authentische Äußerungen finden Wege in manch Herzen,
staunend die Zuhörerschaft Inhalten lauscht,
die Botschaften anrüchig senden, vom Applaus berauscht,
keiner dabei aufgelegt zu fröhlichen Scherzen.

Demagogen und Heuchler offenbaren sich landauf, landab,
fragend Neugierige keine schlüssigen Antworten finden,
ohnehin der einfache Mensch sich am Schinden,
vorm Ende des Monats erneut nichts mehr gab.

Stets im selben scheinheiligen Gewande treten sie auf,
entlarvend wache Geister ihre Schliche aufzeigen,
doch zu viele verfallen dem simplen Reigen,
bemerken viel zu spät den verlogenen Ablauf.

Verkünder der Wahrheit geben sich arglos zu erkennen,
staunend manch Geselle ihren Phrasen verfällt,
tatsächlich zählt obendrein nur noch schmutziges Geld,
seht hin, wie Massen strömen, zu ihnen rennen.

Manch Weise versuchen ganz leise, aber gezielt aufzuklären,
lauschend im Strudel der News „Back to the Roots“ anmahnen,
den Geblendeten aufzeigen, wie Eliten gewissenlos absahnen,
während Armut die Welt regiert, protzen in dekadenten Sphären.

Lotar Martin Kamm

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Steuern: Fluch oder Segen?

Yacht

Der Staat entscheidet stets über alle Steuerschlupflöcher

Arno von RosenHalt! Hier geblieben! Keiner muss beim Lesen Angst haben, komplett an Leib und Seele zu vertrocknen. Mein Thema sollte eigentlich Erbschaftssteuer bei Firmenübergaben oder Vermögen sein und dazu ließe sich bestimmt viel sagen, allein, weil schon so lange darüber diskutiert wird. Nur leider kriege ich da schon beim Denken einen trockenen Mund, also greifen wir hier einmal das Grundverständnis von Steuern auf.

Die Einnahmen des Staates (das sind alle Bürger) nennt man Steuern. Sie dürfen ohne bestimmten Zweck erhoben werden, oder vielmehr sie müssen ohne Zweck erhoben werden, denn diese Gelder sollen und müssen so verwendet werden, wie der Staat sie benötigt. Das lässt natürlich nur einen Schluss zu. Wer immer auch sein langweiliges politisches Gesicht in eine Kamera hält und den Milchcent, die Ausländermaut oder ähnlich Verqueres fordert, tut dies wider besseres Wissen oder auch aus schierer Dummheit und Polemik.

Auf unser Grundgesetz müssen und dürfen wir uns verlassen, allein deshalb gibt es ja auch einen Bundesgerichtshof in Karlsruhe, der unter anderem merkwürdige politische Entscheidungen, Gesetze usw. auf den Prüfstand stellt, im Interesse der Allgemeinheit, eben uns. Daher steht über die Steuer natürlich ebenso etwas im GG Artikel 105 (Das Finanzwesen, Artikel 104a bis 115). Kurz gesagt, dort steht, dass nur die ganzheitliche Bundesrepublik Deutschland die Hoheit über unsere Finanzen hat. Nicht die Banken, Broker in aller Welt, Finanzjongleure, keine Konzerne, andere Länder etc. etc. etc. Das Grundgestz ist keine Kleinigkeit und kann auch nicht einfach im Bundestag geändert werden und wenn, dann nur mit 2/3 Mehrheit aller Stimmen und nur aus wichtigem Anlass.

Jetzt Klugscheißern Sie nicht gleich rum. Ich weiß ja auch, dass unser Grundgesetz löchrig wie eine rostige Gießkanne geworden ist. Egal ob die Würde des Menschen unantastbar ist (okay, ist gleich Art. 1 des GG, also schwerer Tobak) und trotzdem Menschen ihr Leben lang arbeiten ohne auskömmliche Rente und das noch als Aufstocker, Zeitarbeiter, Werksvertragler, Flüchtling usw. Hier werden natürlich gerne ganze Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt und mit Hilfe der Medien funktioniert das auch ganz gut.

Doch bei Geld hört der Spaß gefälligst und bekanntlich auf. Deutsche verleihen weder gerne ihr Geld, noch ihr Fahrzeug oder ihre Frau (naja, für manche gibt es da andere Prioritäten), und wir wälzen uns wie die Aale im Schlamm, wenn es an unser Eingemachtes geht. Nicht, dass wir nicht gerne konsumieren. Wir hauen die Kohle zum Fenster raus, ob alle paar Jahre für neue Möbel, neueste Technik, Urlaub, Frauen (meist die eigene) oder Männer (alleine kaufen die eh nie Unterwäsche), aber wehe, Vater Staat sperrt die Hand auf, dann …, ja dann wird der Deutsche kreativ. Jeder Deutsche?

Äh, leider nein, und falls Sie jetzt doch bei den Kilometern zur Arbeit geschummelt haben, das Finanzamt weiß das, denn die haben Programme, die sofort wissen, wieviel Sie dazugeschummelt haben, nur gibt es da Spielräume und oft werden dafür andere Steuervergünstigungen übersehen. Der Staat gewinnt also immer! Wirklich? Ja, bei uns schon, denn allein bei der Einkommenssteuer verzichten Deutsche jährlich auf min. 5 Milliarden Euro. Also mehr Geld als der Staat eigentlich haben wollte, toll! Nicht so schnell, denn wir reden natürlich nur von versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, nicht von Unternehmen oder vermögenden Menschen, weil die bevorzugen Steuervermeidung. Das ist illegal!

SteuerschraubeNein, ist es nicht, die Hoheit über die ganze Kohle hat der Staat und der entscheidet letztendlich über alle Steuerschlupflöcher, die geplanten, die versehentlichen und die eingeforderten durch die Lobbygruppen. Davon steht aber nix im Art. 105! Nee, aber nicht weil es dazu keinen Artikel gibt, sondern weil der Eintrag ins Grundgesetz so wichtig war, dass man ihn bereits auf Stelle 14 geschrieben hat. Darin steht, dass Eigentum verpflichtet und dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen hat. Ups, ich hoffe, Sie saßen bereits bequem am PC und standen nicht mit Smartphone in der Straßenbahn. Was heißt das jetzt für Steuervermeidung, und was ist das?

Politiker haben mit den Finanzgesetzen, einem gerne vorgeschobenen EU-Parlament und einer Mentalität wie räudige hungrige Katzen dies Problem aufgegriffen und sofort links liegen lassen (von mir aus auch rechts). Sie machen einfach nichts und lassen zu, dass Konzerne aus Deutschland (und Gastkonzerne natürlich nicht zu vergessen z.B. IKEA) ihren Markennamen an eine Firma in den Niederlanden verkauft (Preis spielt keine Rolle), und von dort werden natürlich Rechnungen geschrieben über die Benutzungsrechte dieses Namens. Wir reden hier von sehr viel Geld. Der deutsche Konzern überweist brav die Kohle auf ein entsprechendes Konto, welches oft in Übersee liegt, und hat damit natürlich viel weniger Geld, das er versteuern muss, während die Steuern für Markenrechte in den Niederlanden fast keine Steuern kosten (clever, gell?). Eventuelle Verluste trägt die Allgemeinheit mit ihren gezahlten Steuern (Jupp, das sind wir).

Während also hier eine kleine Entlassungswelle über den Konzern rollt (man will ja die übrigen Arbeitsplätze sichern), freuen sich in anderen Ländern an den Hotspots der Reichen und zumeist gekauften Schönheiten ein paar Anteilseigner wie Sau (na ja, die meisten merken nicht mal, ob ein paar Millionen dazu kommen, man hat ja seine Angestellten für sowas).

Sie sehen, da liegt der Hase im Pfeffer begraben und steht nicht mehr auf, denn wir reden von mindestens 100 Milliarden Verlust jährlich für die Deutsche Steuerkasse (Schätzungen des Bundes). Die tatsächliche Summe wird von Steuerexperten eher auf 250 Milliarden Euro geschätzt.

SteuerberechnungWas lernen wir daraus? Es gibt und gab noch nie eine Finanzkrise, nur einige Wenige hatten Angst, ein paar Stellen hinter ihren Kommas zu verlieren. Deutschland hat die meisten Steuergesetze der Welt (sogar doppelt so viel wie die USA, und wir haben auch das größte Parlament, ätsch) und damit bestimmt sogar des Universums, falls es wirklich intelligentes Lebens da draußen gibt. Und machen Sie sich jetzt keine Sorgen, wenn wieder Steuern, Abgaben, Quoten, Splittings usw. geändert werden, Sie bekommen auf gar keinen Fall mehr.

Ich schließe heute mit dem Zitat eines abgetretenen Politikers, dem es wie vielen anderen seinesgleichen Spaß macht, die Wahrheiten erst nach der Karriere rauszuposaunen.

„Es gibt Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute.“ Heiner Geißler (Quelle Handelsblatt)

Es grüßt Sie Ihr steuerzahlender Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und jetzt auch noch Langweiler. Bleiben Sie unerschütterlich, etwas ignorant, sehr skeptisch und glauben Sie nicht jeden Scheiß, außer ich erzähle Ihnen etwas.

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Es klappert am Ohr

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Ob Tag, ob Nacht, bei jedem Telefonat
klappert ein Ohrring am Apparat.
Anhand der verschiedenen Klänge
erhört man, welche Gehänge
jetzt am Ohrläppchen baumeln,
um mit durch die Welt zu taumeln.

Die Auswahl ist schließlich riesengroß,
man gönnt sich doch ab und zu bloß
ein kleines Stück Glück, durchs Kaufen,
beim Fußgängerzonen Durchlaufen.
Die Wohnung ist zu klein für Schuhe,
Schmuck dagegen paßt viel in einer Truhe.

Auch kann es eine Wertanlage sein,
Gold und Silber werden nicht zu klein,
sie werden nicht alt und abgetragen,
diese Mode kann man immer anhaben.
Deshalb legt sie die Dinger nicht ab,
selbst wenn das Gespräch mit klipp, klapp,

untermalt wird und manche Worte
sich anhören wie eine zermatschte Torte.
Nun, manchmal kann es gar lustig werden,
beim Raten der einzelnen Trophäen,
die sie beschmücken, die Art der Investition
fördert zwischenmenschliche Kommunikation.

Nafia

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EU-Kommission höhlt Umweltgesetze aus

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Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien werden infrage gestellt

Stets dasselbe Bild sich zeigt. Einerseits wurde über einen viel zu langen Zeitraum heftig gerungen, bis endlich hinsichtlich des Umwelt- und Natutschutzes Verbesserungen greifen, gerade in Zusammenarbeit mit der Land- und Forstwirtschaft sowie der Industrie bzw. den politischen Schaltstellen in den Ländern selbst bis hin zur EU, andererseits knickt nunmehr die EU-Kommission erneut ein, höhlt gar Umweltgesetze aus.

Was soll das? Warum stellt diese EU plötzlich ausgerechnet die wichtigen Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien infrage? Die Antwort sollte eigentlich auf der Hand liegen. Erneut setzen sich die infrage kommenden Lobbyisten durch. Insofern vollkommen berechtigt der Rettet den Regenwald e.V. sich mit dieser Petition bemüht, sich Gehör zu verschaffen.

Siebtes Umweltaktionsprogramm letztlich eine Farce?

Vollmundig politisch initiiert ins Leben gerufener Aktionismus darf durchaus äußerst kritisch betrachtet werden, so auch das im November 2013 beschlossene siebte Umweltaktionsprogramm der EU unter dem Titel „Gut leben innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten“, welches 2020 ausläuft.

Wer sich die neun Punkte thematischer Prioritäten vergegenwärtigt und den ersten Punkt, „Schutz, Erhaltung und Verbesserung des Naturkapitals der Union“, mit den anderen Punkten unter dem Gesichtspunkt gewisser Ansprüche mancher Lobby verinnerlicht, darf sich nicht wundern, wieso diese EU dermaßen unerschrocken mal soeben Richtlinien zum Schutz der Natur verwässert: Es geht immer nur um Profitmaximierung, und danach hat sich alles zu richten!

Eine lange Liste denkwürdiger Verbrechen an der Natur und Umwelt

Die ließe sich eindrucksvoll auch hier wiedergeben. Zwei Aspekte seien angeführt, zum einen das exemplarische Verhalten der Bundespolitik, weil unser Bundesminister Christian Schmidt vor Chemiegiganten in die Knie ging, Neonicotinoide daher Bienenvölker gefährden.

Im anderen Fall bedroht die Landwirtschaft erheblich die Wälder, wie im März dieses Jahres am Internationalen Tag des Waldes zurecht festgestellt wurde. Statt nachhaltig entsprechend effektiv zu reagieren, folgen viel zu langsam und schleppend Natur- und Umweltschutzgesetze, werden diese gar vielfach umgangen oder schlicht mißachtet.

Lapidar verweist die EU auf die Flüchtlingskrise hin, um somit eine Verschleppung der Bekanntgabe von wichtigen Studiendaten hinsichtlich der Umsetzung der Richtlinien zu rechtfertigen. Gleichzeitig war es wohl Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker selbst, der den Stein ins Rollen brachte, sie nochmalig zu überprüfen,  sie in ein „moderneres Gesetz“ zusammenzuführen.

Absichtliche Verunsicherung zu Ungunsten sinnvoller Richtlinien, die eigentlich „nur“ noch endlich greifen sollten? Diese EU mit ihren Wasserträgern gewisser Lobbyisten macht dies möglich. Ein Skandal!

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, in wie weit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm

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Hinter der Fassade

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Vorhänge vorgeschoben,
nachts die Rolläden unten,
so lebt es sich einsam,
mitunter auch bunter.

Welches Treiben
wo dahintersteckt,
das Wissen nicht immer
die Wahrheit aufdeckt.

Gießkannen stehen
nebeneinander
an der Friedhofsmauer,
sie kennen Freude, Trauer.

Die Regenschirme
aufgespannt sind,
nicht nur zum Schutz
von Regen und Wind.

Lucy, einst die kleine Rosi,
der Lippenstift verschmiert,
lehnt am Brückengeländer,
keine Schuld je gefriert.

Hinter die Fassaden sehen,
ob Dorf, ob Stadt,
überall Rolläden, Schirme,
Gießkannen satt.

Nafia

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