Rebellion gegen moralisierend verlogene Zwänge

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Wenn der Sermon von Verhaltensmaßregelungen kein Ende nimmt

»Wenn hirnverbrannte, junge Idioten wirres Zeug über das wirklich zu sein habende Leben, gespickt mit Tugenden und Moral, von sich geben, obwohl sie selbst noch nicht über den Tellerrand des Daseins ihres eigenen Lebens geguckt haben, dann scheint eine Ignoranz der verschiedensten Lebensformen bereits tief verwurzelt zu sein.

Nicht mal den Kinderschuhen entwachsen, vertreten sie die inzwischen weitläufige Meinung, Ehen, Lieben, Zukunftsbilder in ihrer vermeintlichen Reinform müßten für alles Leben und ein Leben lang Bestand haben. Vermutlich genießen sie noch ein wohlversorgtes Leben in ihrem Elternhaus und träumen sich eine Schmonzette aus den etlichen romantischen Liebesfilmen oder aus den kleinen Romanheften, in denen die reine Liebe trotz Widerständen und Hindernissen am Ende in einer Ehe mit glücklichen Kindern, die hinter dem Reihenhaus mit fünf Zentimeter geschnittenen Rasen spielen.«

»Meine Damen und Herren, ich sage Ihnen es offen und ehrlich, wenn wir die Moral nicht wieder an die Zügel legen, werden in kürzester Zeit die Zustände von Sodom und Gomorrha wieder in den Straßen herrschen. Es ist die Pflicht eines jeden Bürgers, die Werte der Ehe über die Werte des Individuums zu stellen.

Denn eine einmal geschlossene Verbundenheit löst man nicht auf, nur weil es Zeiten gibt, in denen man einer Prüfung unterzogen wird, durch geschürte Anreize einiger Medien, die bewußt alles unternehmen, die Menschen manipulativ davon zu überzeugen, daß sobald die Liebe ein bißchen abflaut, sich lieber in eine andere Liebschaft zu begeben. Die Ehe ist ein fester Bestandteil als Hort der Sicherheit für unsere Kinder, und deshalb besteht die Verpflichtung, sie aufrecht zu erhalten, damit die Kinder die Ehrhaftigkeit übernehmen und nicht schamlose, ständig Partner wechselnde, ich-bezogene Menschen werden.«

Dies sind zwei Beispiele, die man unter dem Begriff „Sermon“ so oder ähnlich in seiner direkten Umgebung oder durch Erzählungen zu lesen oder hören bekommt. Manchen mag dabei auffallen, daß diese beiden Beispiele ohne weiteres in abgewandelter Form auch an frühere Zeiten erinnern. Dabei ist nicht nur an das vorherige Jahrhundert zu denken. Schon immer wieder gab es Zeiten, in denen es einen massiven Widerstreit zwischen den Verfechtern einer Moral-, Pflichtgesellschaft und den Verfechtern gegen die verlogene, mit Zwängen behaftete, verklemmte Saubermann-Gesellschaft gab.

Der „Sermon“, die Rede, Predigt aus dem Lateinischen sermo, Wechselrede, Gespräch ist den meisten sicher noch aus der Jugendzeit bekannt, wenn die Eltern ständig die gleichen Verhaltensmaßregelungen und Zurechtweisungen auf der Platte hatten und der Sermon kein Ende nahm. Schon zu Zeiten Luthers wurden gewisse Predigten, Reden in den Schriften als Sermon aufgeführt, also als Vorträge, die eher als ein Schwadronieren, wirres Zeug, Gelaber, langweiliges Gebabbel eingestuft wurden.

„Durch den prediger zum spital auff dem predigstul ein schöne sermon die gepurt und das lob k. mt. betreffent beschehen.“ und „letst fieng er doch an, das evangelium zu verkünden und thet aber gar ein kurtze sermon.“ (Gebrüder Grimm)

Wer bedient sich gerne so eines Sermons, eines Geschwafels, eines Gesülzes, eines Geplappers? Nun, meistens wohl Menschen, die der Ansicht sind, durch ständiges Wiederholen oder durch ausführlichstes Aneinanderreihen von an und für sich gleichen Gedankengängen, ihren Meinungen und Ansichten den Anschein dringlichster Aufmerksamkeit zu vermitteln.

Warum sind solche Sermone in gewissen Zeiten in Mode, oft in Verbindung mit moralischen Zeigefingern? Meistens deshalb, wenn bestehende Gesellschaftsformen sich in einer zu verändernden Phase befinden, (deshalb der Vergleich zur Pubertät, in denen Jugendliche den Sermon der Eltern über sich ergehen lassen) und verstärkt in Zeiten, in denen oft durch soziale Umbrüche, Naturkatastrophen, Kriegsgefahren die sogenannten alten Werte nicht mehr den ihnen zuerkannten Stellenwert zugerechnet werden.

Jeder wird so seine eigene Art haben, sich gegen die Sermone unserer Tage zur Wehr zu setzen, denn eine schlichte Regel gibt es dafür nicht. Schlußendlich muß aber jeder für sich entscheiden, wieviel Wahrheit hinter jeder Rede steckt.

Doris Mock-Kamm

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Schlüssel zur Wahrheit verborgen in einer Flut von Informationen

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Keine Hoffnung ohne Hinterfragung

Behutsam ziehst du deine Decke über den Kopf, einfach mal abschalten von der Flut eines ganz gewöhnlichen Tages voller Meldungen, die meist schreckliches offenbaren. Überhaupt magst du am liebsten die Zeit zurückdrehen, als noch ein wenig mehr Hoffnung bestand beim Durchbruch in Sachen Weltfrieden. Diese entpuppt sich als zunehmende Illusion angesichts fortschreitender Drohkulissen.

Die Neue Welt streckt mal wieder ihre Hand aus gen Osten, Russland möge endlich sich einreihen ins Gefüge einer nimmersatten Obrigkeit. Obwohl dazwischen die alte Welt nach Jahrhunderten geglaubter Überwindung ewiglicher Kriegstreiberei zumindest annährend in Europa einige Jahrzehnte friedlich zusammenlebte, parallel sich global ausbeuterisch auch per Krieg und Terror austobte, um eigene Pfründe zu sichern, verharren die meisten Menschen in ihrem Korsett der Abhängigkeiten, um halbwegs angepaßt in jeweiligen politischen Systemen zu überleben.

Das Mittel einer Herrschaft von oben diktiert funktioniert nahezu vorbildhaft im Sinne ihrer eigens formulierten Daseinsberechtigung, die keinerlei Humanismus hegt und daher auch rücksichtslos all das weltweite Leid billigend in Kauf nimmt. Die Mehrheit ordnet sich dem unter, bloß nicht auffallen im Kollektiv einer gegenseitigen Kontrolle, wo Neid, Mißgunst und Häme bis hin zu Haß sich unverblümt entwickeln und ausbreiten darf. Solch Werdegang dient den selbsternannten Eliten, ihr eigenes Leben zu bereichern, während unzählige Millionen Menschen tagtäglich ein armseliges Dasein fristen.

Dazwischen eine ungemein perfide Form der Geschichtsschreibung, eine Anhäufung von Wissen, in Büchern gedruckt, inzwischen in Computern gespeichert, über das Internet verbreitet für jedermann, wer die Möglichkeit hat, im Netz zu surfen. Wo liegt die Wahrheit verborgen in der Flut von Informationen, die manipulativ sich verbreitet, stets im Visier die eigene Sicht des Geschehens, um je nach System den Stempel ihrer Glaubwürdigkeit den ahnungslos Fragenden aufzudrücken?

Im Ermessen einer möglichst vielseitig betrachteten Auswertung von Fakten, obwohl genau dabei schon Zweifel bestehen. Wer bestimmt, was richtig, was falsch? Wonach lassen sich angebliche Tatsachen bemessen, wenn diese ohnehin bewußt ständig in Frage gestellt, obendrein aus taktischen Gründen gewisser Bereicherung je nach Blickwinkel gezielt verfälscht werden? Eine Gratwanderung zwischen eigener Erfahrung mit einem Höchstmaß an annähernd praktizierter Objektivität, die sich ständig einer Selbstkontrolle unterziehen muß, will sie ihrem Anspruch gerecht werden. Insofern ein fast unlösbares Unterfangen.

Möge derjenige sich erheben und behaupten, er wisse alles über sämtliche Zusammenhänge von jetzt bis zur Entstehung des Universums. Gott, wenn es ihn tatsächlich geben sollte, wäre tief beeindruckt ob solch menschlicher Fähigkeiten. Ein viel zu abstrakter Gedankengang, der sowieso kaum hilfreich angesichts weltweiten Elends? Unbedingt. Aber unser Dasein, das sollten wir schon stets hinterfragen als mündige Bürger.

Lotar Martin Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (09. bis 15. August 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Medienschelte: Propaganda aus dem Hause Springer

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Putin-Bashing nimmt skurrilere Formen an

Die Welt gestaltet sich als ein unübersichtlicher Haufen chaotischer Widrigkeiten, die teilweise ganz gezielt von bestimmten Gesellen geplant und durchgeführt werden, vom Elend wirtschaftspolitischer Zwangsmaßnahmen bishin zu Krieg und Terror.

Dabei toben sich sämtliche Medien, gleichwohl die alternativen unerschrocken aus, kursieren Gerüchte, Vermutungen oder Verschwörungstheorien, die das erstaunte Volk berieseln sollen, ob diese sich bewahrheiten oder eben nicht. Hauptsache Nachrichten schwirren um den Globus. Richard Herzinger vom Springer-Blatt „Die Welt“ treibt es auf die Spitze mit dem heute erschienenen Artikel „Der Westen muss Putin jetzt endlich stoppen“. Das Putin-Bashing nimmt skurrilere Formen an, wobei man sich gezielt von der Realität entfernt.

Faktenverwässerung soweit das Auge reicht

Nach wie vor wird daran festgehalten, Russland habe sowohl den Putsch in der Ukraine selbst zu verantworten als auch die angebliche Annexion der Krim. Obwohl die NATO unübersehbar schon lange sich an den Grenzen zu Russland positioniert hat, ihre einflußreichen Drohgebärden unterstreicht, man das Gefühl nicht los wird, das Militär selbst zusammen mit der Rüstungslobby bestimmen den politischen Kurs des Westens, hat Putin bisherig sich zurückgehalten.

Herzinger führt an, Putin wolle den Westen überrumpeln, spricht gar von einer Methode, in dem er mal kurz den August 2008 zitiert, Putin ließ Georgien angreifen. Schon vergessen, daß es vor allem die USA waren, die strategisch gezielt Georgien nicht nur Waffen lieferten, sondern militärisch schulten, die feindseligen Konflikte zu den betroffenen Abchasen und Südosseten zu schüren, am 08. August die georgische Armee Grenzsiedlungen mit Mörsern beschossen hatte und erst danach Putin reagierte?

Die Herleitung einer Ablenkung Russlands zu parallel verlaufenden sportlichen Großereignissen, den Westen dadurch angeblich zu überrumpeln, kann insofern genauso gut den USA und ihren Verbündeten selbst zur Last gelegt werden.

Eine neue gefährliche Eskalationsrunde seitens der Medien eingeläutet?

Wenn schon die Springer-Presse von einem Wahn schreibt, der Westen möge endlich erwachen, weil „Putin nicht durch gutes Zureden auf den Pfad friedfertiger Vernunft und Rechtschaffenheit zurückgeführt werden könne“, dann wird der Kreml-Chef ganz besonders hellhörig dies registrieren, genauso wie all jene, die den US-Kurs kritisch beobachten, der alles andere als friedfertige Absichten hegt!

Im Schlußabschnitt unterstreicht der Autor exakt jene Vermutung, die Ukraine benötige die volle Unterstützung des Westens, in jeder Hinsicht, bis zur letzten Konsequenz. Die umstrittene Behauptung, es hätte keine Terrorabsichten auf der Krim gegeben, halten einer gegenteiligen Widerlegeung zunächst nicht stand.

Dennoch wird Putins eindringliche Anmahnung ungehört verhallen, der Westen müsse Druck auf Kiew ausüben, wenn dieser denn eine echte friedliche Regelung wolle. Das wäre keineswegs im Sinn der US-Amerikaner, zumal sie global betrachtet ohnehin ihren Expansionskurs sich nicht nehmen lassen. Das weiß auch Putin, der trotz westlicher Sanktionspolitik sich dadurch nicht beeindrucken läßt.

Lotar Martin Kamm

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Hand und Fuß haben: Vorsicht Wölfe in Schafspelzen unterwegs

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Wenn Heuchelei das Leid der Menschen für die eigenen Pfründe ausnutzt

Nicht immer muß etwas, was Hand und Fuß hat, auch der Wahrheit entsprechen, der Weisheit letzter Schluß sein. Es können ohne weiteres durch Fakten belegte Argumente zwar als Beweis für deren Richtigkeit angeführt werden, dennoch sind die daraus zu resultierenden Schlüsse nicht unbedingt die Bedingungen, um von einer oder der Wahrheit sprechen zu können, außer es handelt sich um ein rein mathematisches Problem.

Diesem Trugschluß hängen in immer größerer werdender Zahl Menschen an, die oftmals kurzsichtig schnelle und effektivste Lösungen vorziehen, weil ihnen teils die Muse fehlt, sich intensiver mit gewissen Problematiken zu beschäftigen, teils weil es tatsächlich ihrer Meinung entspricht, oder weil sie damit lang gehegte Aversionen mit diesen vorgelegten Beweisen rechtfertigen können.

Gerade in Zeiten, in denen es vermeintlich an jeder Ecke brennt oder besser, in der es in jeder Ecke Brandherde gibt, also Probleme, die nicht auf die lange Bank geschoben werden können, sondern effektive und schnelle Lösungen verlangen, treten verstärkt Menschen ins Rampenlicht, die durch diese geballten Problemstrukturen ihre zündelnden Argumente der schnellen Abwehrmaßnahmen bewußt fokussieren, auf „Störendes, sonst nicht Dagewesenes, Fremdes“ lenken. Wer nur einigermaßen sich mit Geschichte befaßt hat, kann diese Hand- und Fuß-Fakten überall da erkennen, wenn durch Wetterumstände, Katastrophen, Kriege, Veränderungen ins Blickfeld kamen, die ansonsten gar nicht oder nur am Rande bemerkbar waren.

Diese “Hexenjagden“ kamen in fast allen Völkern und Volksschichten vor. Es ist die perfideste Art, Probleme, die Hand und Fuß haben, auf vermeintliche Verursacher zu lenken, damit konnte man mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Ob dabei Unschuldige bei diesen diversen Lösungswegen gelitten haben oder leiden, ist in diesen Fällen nur zweitrangig. Verführer und Verkünder, die perfekte Lösungswege mittels Ängsten und Feindbildern beschwören, finden aufgrund ersichtlicher Hand- und Fuß-Geschehnisse deshalb Gehör, weil gerade komplexe Zusammenhänge vielfältige Lösungswege benötigen, die aber bei akuten „Brandherden“ oftmals zuerst eher in chaotischen Hilfsmaßnahmen stattfinden.

Die Redewendung „Hand und Fuß haben“ kommt aus Zeiten, als das Recht noch mittels „Aug um Aug“-Auslegungen gesprochen wurde. Je nach Straftat wurde dem Beschuldigten für sein Vergehen die rechte Hand oder das linke Bein abgetrennt. Mit diesen Strafen war nicht nur eine lebenslange zu ersehende Bestrafung sichtbar, sondern die Verurteilten konnten in der Regel keine Waffe mehr führen und das Besteigen eines Pferdes wurde mehr oder weniger unmöglich, da das linke Bein zuerst in den Steigbügel gestellt werden muß, um sich auf das Pferd zu schwingen. Mit diesen Maßnahmen wurde gleichzeitig die Wehrhaftigkeit eines Menschen unterbunden.

Hand und Fuß haben bedeutet, seine Richtigkeit haben, alle wichtigen Aspekte durchdacht zu haben. Dennoch kann gerade eine allzu fokussierte Überzeugung einer Meinung Menschen blind werden lassen für offensichtlich nicht berücksichtigte Tatsachen.

Die Verführer und Verkünder, die Öl ins Feuer gießen, indem sie fokussiert nur eine Wahrheit verbreiten, sind diejenigen, die dadurch nur ihre eigenen Pfründe abschöpfen wollen, denn gerade wenn es brennt, ist eine weise Vorgehensweise, die verschiedene Aspekte einbezieht, vonnöten, um das Feuer nicht noch mehr zu entfachen.

Doris Mock-Kamm

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Weltsozialforum 2016: „Wir brauchen eine andere Welt“

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Erstmalig mit Montréal im reichen Norden

Ein fragwürdiges Indiz oder gezielte Absicht, die dahintersteckt, daß ausgerechnet bei der 13. Veranstaltung des Weltsozialforums das kanadische Montréal ausgesucht wurde, in dessen zweitgrößter Metropole vier Jahre zuvor der „Frühling des Ahorn“ für Aufsehen sorgte?

Wer weiß das schon so genau. Faktisch zählt die Aktion, die erstmalig im brasilianischen Porto Alegre zwischem dem 25. und 31. Januar 2001 ihren Anfang hatte, die erste Gegenveranstaltung zu den als dekadent empfundenen Gipfeln wie dem Davoser Weltwirtschaftsforum, dem der WTO und anderen Weltwirtschaftsgipfeln sollte in Folge ein Zeichen des Unmuts setzen, eine klare Kritik gegen die Auswüchse der Globalisierung.

Eröffnung per Demonstrationszug gegen soziale Einschnitte

Der ließe sich unbedingt auch hierzulande organisieren, zumal mit der jüngsten Hartz-IV-Reform sich Deutschland als Paradebeispiel gelungener neoliberaler Politik präsentiert. In Montréal hingegen wandelte der Demonstrationszug ebenso mit der Forderung für bessere Chancen von Jugendlichen in aller Welt auf den Spuren des damaligen „Frühling des Ahorn“, der immerhin wochenlang sich hinzog, bis die Regierung endlich zu Gesprächen sich herabließ.

Insofern darf man die Auswahl des Austragungsortes Montréal unter diesem Gesichtspunkt durchaus als nicht abwegig werten, obwohl gleichzeitig 200 Teilnehmern von kanadischen Behörden kein Einreisevisum erteilt worden war, weil diese offensichtlich nicht über genügend Geld für die Rückreise verfügten. Natürlich nutzen globalisierungskritische Prominente wie Naomi Klein, Edgar Morin, Ricardo Petrella die Gelegenheit, dort vor Ort sich zu äußern.

Vernetzung und Begegnungen auf Augenhöhe bewirken langfristig vieles

Trotz mancher Kritik sollte man sich aufs Wesentliche konzentrieren. Kommunikation und der damit verbundene Austausch steht zweifelsfrei im Mittelpunkt der Bemühungen, unsere ohnehin in weiten Teilen zerstörte Welt aufgrund des Raubtierkapitalismus kann nicht ewiglich diesen Fortgang tatenlos hinnehmen. Menschen haben es selbst in der Hand, ein Zeichen des Widerstandes zu setzen, auch wenn die Umsetzung vielfach schwierig sich gestaltet.

Im Grunde bedeuten solche Treffen eine Herausforderung, die Politik in ihren jeweiligen Ländern zu hinterfragen, parallel andere Mitmenschen zu überzeugen, in wie weit sie selbst aktiv sich einbringen können, eben nicht tatenlos jeden Mißstand zu dulden. Das diesjährige Motto trifft insofern tatsächlich den Kern: Wir brauchen eine andere Welt. Die derzeitige kann uns allen keine Zukunft bieten, wenn sie wie bisherig sich weiterhin der perfiden Ausbeutung aussetzt.

Lotar Martin Kamm

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Heuchler unterwegs im scheinheiligen Gewande

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Authentische Äußerungen finden Wege in manch Herzen,
staunend die Zuhörerschaft Inhalten lauscht,
die Botschaften anrüchig senden, vom Applaus berauscht,
keiner dabei aufgelegt zu fröhlichen Scherzen.

Demagogen und Heuchler offenbaren sich landauf, landab,
fragend Neugierige keine schlüssigen Antworten finden,
ohnehin der einfache Mensch sich am Schinden,
vorm Ende des Monats erneut nichts mehr gab.

Stets im selben scheinheiligen Gewande treten sie auf,
entlarvend wache Geister ihre Schliche aufzeigen,
doch zu viele verfallen dem simplen Reigen,
bemerken viel zu spät den verlogenen Ablauf.

Verkünder der Wahrheit geben sich arglos zu erkennen,
staunend manch Geselle ihren Phrasen verfällt,
tatsächlich zählt obendrein nur noch schmutziges Geld,
seht hin, wie Massen strömen, zu ihnen rennen.

Manch Weise versuchen ganz leise, aber gezielt aufzuklären,
lauschend im Strudel der News „Back to the Roots“ anmahnen,
den Geblendeten aufzeigen, wie Eliten gewissenlos absahnen,
während Armut die Welt regiert, protzen in dekadenten Sphären.

Lotar Martin Kamm

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