Steuern: Fluch oder Segen?

Yacht

Der Staat entscheidet stets über alle Steuerschlupflöcher

Arno von RosenHalt! Hier geblieben! Keiner muss beim Lesen Angst haben, komplett an Leib und Seele zu vertrocknen. Mein Thema sollte eigentlich Erbschaftssteuer bei Firmenübergaben oder Vermögen sein und dazu ließe sich bestimmt viel sagen, allein, weil schon so lange darüber diskutiert wird. Nur leider kriege ich da schon beim Denken einen trockenen Mund, also greifen wir hier einmal das Grundverständnis von Steuern auf.

Die Einnahmen des Staates (das sind alle Bürger) nennt man Steuern. Sie dürfen ohne bestimmten Zweck erhoben werden, oder vielmehr sie müssen ohne Zweck erhoben werden, denn diese Gelder sollen und müssen so verwendet werden, wie der Staat sie benötigt. Das lässt natürlich nur einen Schluss zu. Wer immer auch sein langweiliges politisches Gesicht in eine Kamera hält und den Milchcent, die Ausländermaut oder ähnlich Verqueres fordert, tut dies wider besseres Wissen oder auch aus schierer Dummheit und Polemik.

Auf unser Grundgesetz müssen und dürfen wir uns verlassen, allein deshalb gibt es ja auch einen Bundesgerichtshof in Karlsruhe, der unter anderem merkwürdige politische Entscheidungen, Gesetze usw. auf den Prüfstand stellt, im Interesse der Allgemeinheit, eben uns. Daher steht über die Steuer natürlich ebenso etwas im GG Artikel 105 (Das Finanzwesen, Artikel 104a bis 115). Kurz gesagt, dort steht, dass nur die ganzheitliche Bundesrepublik Deutschland die Hoheit über unsere Finanzen hat. Nicht die Banken, Broker in aller Welt, Finanzjongleure, keine Konzerne, andere Länder etc. etc. etc. Das Grundgestz ist keine Kleinigkeit und kann auch nicht einfach im Bundestag geändert werden und wenn, dann nur mit 2/3 Mehrheit aller Stimmen und nur aus wichtigem Anlass.

Jetzt Klugscheißern Sie nicht gleich rum. Ich weiß ja auch, dass unser Grundgesetz löchrig wie eine rostige Gießkanne geworden ist. Egal ob die Würde des Menschen unantastbar ist (okay, ist gleich Art. 1 des GG, also schwerer Tobak) und trotzdem Menschen ihr Leben lang arbeiten ohne auskömmliche Rente und das noch als Aufstocker, Zeitarbeiter, Werksvertragler, Flüchtling usw. Hier werden natürlich gerne ganze Bevölkerungsgruppen gegeneinander ausgespielt und mit Hilfe der Medien funktioniert das auch ganz gut.

Doch bei Geld hört der Spaß gefälligst und bekanntlich auf. Deutsche verleihen weder gerne ihr Geld, noch ihr Fahrzeug oder ihre Frau (naja, für manche gibt es da andere Prioritäten), und wir wälzen uns wie die Aale im Schlamm, wenn es an unser Eingemachtes geht. Nicht, dass wir nicht gerne konsumieren. Wir hauen die Kohle zum Fenster raus, ob alle paar Jahre für neue Möbel, neueste Technik, Urlaub, Frauen (meist die eigene) oder Männer (alleine kaufen die eh nie Unterwäsche), aber wehe, Vater Staat sperrt die Hand auf, dann …, ja dann wird der Deutsche kreativ. Jeder Deutsche?

Äh, leider nein, und falls Sie jetzt doch bei den Kilometern zur Arbeit geschummelt haben, das Finanzamt weiß das, denn die haben Programme, die sofort wissen, wieviel Sie dazugeschummelt haben, nur gibt es da Spielräume und oft werden dafür andere Steuervergünstigungen übersehen. Der Staat gewinnt also immer! Wirklich? Ja, bei uns schon, denn allein bei der Einkommenssteuer verzichten Deutsche jährlich auf min. 5 Milliarden Euro. Also mehr Geld als der Staat eigentlich haben wollte, toll! Nicht so schnell, denn wir reden natürlich nur von versicherungspflichtigen Arbeitsplätzen, nicht von Unternehmen oder vermögenden Menschen, weil die bevorzugen Steuervermeidung. Das ist illegal!

SteuerschraubeNein, ist es nicht, die Hoheit über die ganze Kohle hat der Staat und der entscheidet letztendlich über alle Steuerschlupflöcher, die geplanten, die versehentlichen und die eingeforderten durch die Lobbygruppen. Davon steht aber nix im Art. 105! Nee, aber nicht weil es dazu keinen Artikel gibt, sondern weil der Eintrag ins Grundgesetz so wichtig war, dass man ihn bereits auf Stelle 14 geschrieben hat. Darin steht, dass Eigentum verpflichtet und dem Wohle der Allgemeinheit zu dienen hat. Ups, ich hoffe, Sie saßen bereits bequem am PC und standen nicht mit Smartphone in der Straßenbahn. Was heißt das jetzt für Steuervermeidung, und was ist das?

Politiker haben mit den Finanzgesetzen, einem gerne vorgeschobenen EU-Parlament und einer Mentalität wie räudige hungrige Katzen dies Problem aufgegriffen und sofort links liegen lassen (von mir aus auch rechts). Sie machen einfach nichts und lassen zu, dass Konzerne aus Deutschland (und Gastkonzerne natürlich nicht zu vergessen z.B. IKEA) ihren Markennamen an eine Firma in den Niederlanden verkauft (Preis spielt keine Rolle), und von dort werden natürlich Rechnungen geschrieben über die Benutzungsrechte dieses Namens. Wir reden hier von sehr viel Geld. Der deutsche Konzern überweist brav die Kohle auf ein entsprechendes Konto, welches oft in Übersee liegt, und hat damit natürlich viel weniger Geld, das er versteuern muss, während die Steuern für Markenrechte in den Niederlanden fast keine Steuern kosten (clever, gell?). Eventuelle Verluste trägt die Allgemeinheit mit ihren gezahlten Steuern (Jupp, das sind wir).

Während also hier eine kleine Entlassungswelle über den Konzern rollt (man will ja die übrigen Arbeitsplätze sichern), freuen sich in anderen Ländern an den Hotspots der Reichen und zumeist gekauften Schönheiten ein paar Anteilseigner wie Sau (na ja, die meisten merken nicht mal, ob ein paar Millionen dazu kommen, man hat ja seine Angestellten für sowas).

Sie sehen, da liegt der Hase im Pfeffer begraben und steht nicht mehr auf, denn wir reden von mindestens 100 Milliarden Verlust jährlich für die Deutsche Steuerkasse (Schätzungen des Bundes). Die tatsächliche Summe wird von Steuerexperten eher auf 250 Milliarden Euro geschätzt.

SteuerberechnungWas lernen wir daraus? Es gibt und gab noch nie eine Finanzkrise, nur einige Wenige hatten Angst, ein paar Stellen hinter ihren Kommas zu verlieren. Deutschland hat die meisten Steuergesetze der Welt (sogar doppelt so viel wie die USA, und wir haben auch das größte Parlament, ätsch) und damit bestimmt sogar des Universums, falls es wirklich intelligentes Lebens da draußen gibt. Und machen Sie sich jetzt keine Sorgen, wenn wieder Steuern, Abgaben, Quoten, Splittings usw. geändert werden, Sie bekommen auf gar keinen Fall mehr.

Ich schließe heute mit dem Zitat eines abgetretenen Politikers, dem es wie vielen anderen seinesgleichen Spaß macht, die Wahrheiten erst nach der Karriere rauszuposaunen.

„Es gibt Geld wie Dreck, es haben nur die falschen Leute.“ Heiner Geißler (Quelle Handelsblatt)

Es grüßt Sie Ihr steuerzahlender Arno von Rosen, Buchautor, Kolumnist, Blogger und jetzt auch noch Langweiler. Bleiben Sie unerschütterlich, etwas ignorant, sehr skeptisch und glauben Sie nicht jeden Scheiß, außer ich erzähle Ihnen etwas.

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Es klappert am Ohr

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Ob Tag, ob Nacht, bei jedem Telefonat
klappert ein Ohrring am Apparat.
Anhand der verschiedenen Klänge
erhört man, welche Gehänge
jetzt am Ohrläppchen baumeln,
um mit durch die Welt zu taumeln.

Die Auswahl ist schließlich riesengroß,
man gönnt sich doch ab und zu bloß
ein kleines Stück Glück, durchs Kaufen,
beim Fußgängerzonen Durchlaufen.
Die Wohnung ist zu klein für Schuhe,
Schmuck dagegen paßt viel in einer Truhe.

Auch kann es eine Wertanlage sein,
Gold und Silber werden nicht zu klein,
sie werden nicht alt und abgetragen,
diese Mode kann man immer anhaben.
Deshalb legt sie die Dinger nicht ab,
selbst wenn das Gespräch mit klipp, klapp,

untermalt wird und manche Worte
sich anhören wie eine zermatschte Torte.
Nun, manchmal kann es gar lustig werden,
beim Raten der einzelnen Trophäen,
die sie beschmücken, die Art der Investition
fördert zwischenmenschliche Kommunikation.

Nafia

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EU-Kommission höhlt Umweltgesetze aus

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Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien werden infrage gestellt

Stets dasselbe Bild sich zeigt. Einerseits wurde über einen viel zu langen Zeitraum heftig gerungen, bis endlich hinsichtlich des Umwelt- und Natutschutzes Verbesserungen greifen, gerade in Zusammenarbeit mit der Land- und Forstwirtschaft sowie der Industrie bzw. den politischen Schaltstellen in den Ländern selbst bis hin zur EU, andererseits knickt nunmehr die EU-Kommission erneut ein, höhlt gar Umweltgesetze aus.

Was soll das? Warum stellt diese EU plötzlich ausgerechnet die wichtigen Vogelschutz- und Flora-Fauna-Habitat-Richtlinien infrage? Die Antwort sollte eigentlich auf der Hand liegen. Erneut setzen sich die infrage kommenden Lobbyisten durch. Insofern vollkommen berechtigt der Rettet den Regenwald e.V. sich mit dieser Petition bemüht, sich Gehör zu verschaffen.

Siebtes Umweltaktionsprogramm letztlich eine Farce?

Vollmundig politisch initiiert ins Leben gerufener Aktionismus darf durchaus äußerst kritisch betrachtet werden, so auch das im November 2013 beschlossene siebte Umweltaktionsprogramm der EU unter dem Titel „Gut leben innerhalb der Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten“, welches 2020 ausläuft.

Wer sich die neun Punkte thematischer Prioritäten vergegenwärtigt und den ersten Punkt, „Schutz, Erhaltung und Verbesserung des Naturkapitals der Union“, mit den anderen Punkten unter dem Gesichtspunkt gewisser Ansprüche mancher Lobby verinnerlicht, darf sich nicht wundern, wieso diese EU dermaßen unerschrocken mal soeben Richtlinien zum Schutz der Natur verwässert: Es geht immer nur um Profitmaximierung, und danach hat sich alles zu richten!

Eine lange Liste denkwürdiger Verbrechen an der Natur und Umwelt

Die ließe sich eindrucksvoll auch hier wiedergeben. Zwei Aspekte seien angeführt, zum einen das exemplarische Verhalten der Bundespolitik, weil unser Bundesminister Christian Schmidt vor Chemiegiganten in die Knie ging, Neonicotinoide daher Bienenvölker gefährden.

Im anderen Fall bedroht die Landwirtschaft erheblich die Wälder, wie im März dieses Jahres am Internationalen Tag des Waldes zurecht festgestellt wurde. Statt nachhaltig entsprechend effektiv zu reagieren, folgen viel zu langsam und schleppend Natur- und Umweltschutzgesetze, werden diese gar vielfach umgangen oder schlicht mißachtet.

Lapidar verweist die EU auf die Flüchtlingskrise hin, um somit eine Verschleppung der Bekanntgabe von wichtigen Studiendaten hinsichtlich der Umsetzung der Richtlinien zu rechtfertigen. Gleichzeitig war es wohl Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker selbst, der den Stein ins Rollen brachte, sie nochmalig zu überprüfen,  sie in ein „moderneres Gesetz“ zusammenzuführen.

Absichtliche Verunsicherung zu Ungunsten sinnvoller Richtlinien, die eigentlich „nur“ noch endlich greifen sollten? Diese EU mit ihren Wasserträgern gewisser Lobbyisten macht dies möglich. Ein Skandal!

Mutter Erde hat genügend Antworten parat, in wie weit natürliche Kreisläufe ein sinnvolles Miteinander rechtfertigen. Nur der Mensch scheint sich seiner Rolle nicht mehr bewußt zu sein, deshalb zerstört er sie bedenkenlos, um dies auch noch als Fortschritt zu bezeichnen.

Lotar Martin Kamm

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Hinter der Fassade

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Vorhänge vorgeschoben,
nachts die Rolläden unten,
so lebt es sich einsam,
mitunter auch bunter.

Welches Treiben
wo dahintersteckt,
das Wissen nicht immer
die Wahrheit aufdeckt.

Gießkannen stehen
nebeneinander
an der Friedhofsmauer,
sie kennen Freude, Trauer.

Die Regenschirme
aufgespannt sind,
nicht nur zum Schutz
von Regen und Wind.

Lucy, einst die kleine Rosi,
der Lippenstift verschmiert,
lehnt am Brückengeländer,
keine Schuld je gefriert.

Hinter die Fassaden sehen,
ob Dorf, ob Stadt,
überall Rolläden, Schirme,
Gießkannen satt.

Nafia

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Welt der Superlative – Menschlichkeit bleibt auf der Strecke

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Wer keine Meinung hat, ordnet sich der Manipulation unter

Menschen richten und messen gern, prangern an und verurteilen, hetzen und diffamieren, das alles nur, um sich selbst zu profilieren. Dabei wird jedes ersonnene Argument wie auf einem Marktplatz feilgeboten im Run des Spektakels, während eine erstaunte Zuhörer- und Leserschaft nicht schnell genug folgen kann, weil Geschehenes seine Zeit der Verarbeitung braucht.

In einer Welt der Superlative bleibt die Menschlichkeit immer mehr auf der Strecke, Hauptsache man hat sich geäußert, sich Luft gemacht, ohne zu bedenken, wie komplex kompliziert Zusammenhänge eigentlich sich gestalten. Es wird nicht mehr differenziert, sondern viel eher phrasenhaft vorschnell verurteilt, sind doch die ewig gestrigen Mitläufer geblieben, da es so schön bequem ist, keine Meinung zu haben, sondern sich ergebend zu fügen im Kollektiv.

Moralischer Zerfall findet stets Wege der Entfaltung

Einfach mal das Wort „Moral“ in Google eingeben und bei Wikipedia vorbeischauen, wo ein Satz besonders deutlich und kurz ihr Wesen erklärt: „Moral beschreibt demnach, wie Menschen faktisch handeln und zu Handeln erwarten oder auch, was sie dabei faktisch für richtig halten.“ Handeln wir Menschen wirklich faktisch angesichts einer massenmedienbehafteten Manipulation, wie sie die Welt noch niemals zuvor erleben mußte?

Vor gar nicht so langer Zeit hatte die Menschheit noch keine globale Vernetzung im Sekundentakt, das WWW feierte gestern seine 25-jährige Geburtsstunde. Wenn Nachrichten die Runde machten, dann dauerte dies halt Tage, Wochen oder gar Monate, bis hin zu den vielen unterlassenen. Genau dies stellt den Hauptgrund dar, warum die Geschichte stets neu geschrieben werden muß, angesichts der Tragweite historischer Verfälschungen, meist aus machtpolitischen Erwägungen. Also, was bedeuten dann Fakten, wenn sie bis heute nicht immer der Wahrheit entsprechen, sogar ganz gegenteilige Argumente vorgetragen werden?

Allein schon bei dieser Hinterfragung gerät der Anspruch einer Moral ins Schwanken. Kein Wunder, die Dialektik des richtigen Handelns wird dann zur Gratwanderung, obwohl eine Allgemeingültigkeit stets die Oberhand gewinnen wird, will die Menschheit nicht in totale Anarchie verfallen. Mit anderen Worten, Moral orientiert sich natürlich an der Mehrheit, bzw. was die meisten Menschen in sie hineininterpretieren.

In sofern können wir ruhig von einer wandelbaren Moral sprechen, sie ist eben nicht exakt zu definieren, ordnet sich unter im Tagesgeschehen. Der Zerfall ihrer selbst offenbart sich dennoch, wenn wir mit Schrecken die Gleichgültigkeit, das Leid beobachten, was Menschen sich antun. Dabei sind es nicht nur die grauenvollen, physischen Gewaltakte wie die zunehmenden Terroranschläge, die weltweiten Kriege, die ewige Hungersnot, sondern auch die Art der Kommunikation untereinander bis hin zum Schweigen, was diese Entwicklung mit sich bringt.

Assoziationen der Gegenwart im Hinblick menschlicher Grenzen

Betrachten wir unsere Welt für einen Augenblick völlig wertfrei, ohne moralischen Zeigefinger, in dem wir die Bilder und Töne nur faktisch registrieren. Was stellen wir fest? Wunderbar herausgearbeitet der Blick auf zwei Welten in Frank Schätzings Der Schwarm, deren Grenze nicht schärfer sein könnte, schrankenlos zollfrei und dennoch so gravierend unterschiedlich, wobei die Unterwasserwelt die größere und vor allem als die leisere sich gestaltet. Auf der Landoberfläche ein stetiger Wandel im Getümmel menschlicher Urbanisierung, Industrialisierung, Kriegszerstörung, manchmal erschüttert mittels Naturkatastrophen. Letztere und der Müll der sogenannten Zivilisation auch die Welt der Meere taxieren, doch diese vielfach unberührt bleibt, eben weil Mensch selbst dort unten nicht „hausen“ kann.

Müssen wir davon ausgehen, an unsere Grenzen zu stoßen, die wir längst überschritten haben, der Blick ins All mit seinen noch einfachen, technischen Möglichkeiten darauf beschränkt, ein verzweifelter Versuch ungeklärt gelassener Probleme als wage Chance, ihnen entrinnen zu können? Ein Trugschluß, vergleichbar mit den Ratten, die das sinkende Schiff verlassen. Es gilt, Verantwortung zu zeigen und vor allem zu leben, allem gegenüber, weil nur diese eine Welt uns gegeben wurde als Ort der Liebe im Zusammenleben, ohne Haß, ohne eine selbstgefällige Moral.

Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.

Lotar Martin Kamm

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Fluchen wie ein Kesselflicker

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Flehentliche Blicke gen Gottes Himmel?

Himmelherrschaftszeiten, gottverdammt, ach du heiliger Bimbam, Herrgott nochmal, Heilandsackrament, Herrgottsackrament in drei Teufelsnamen, Heiligsblechle, Jessesmaria, Kruzifix, mein Gott, sind Flüche, die in Bezug zur Religion oder Glauben stehen, jedenfalls beziehen sie sich in irgendeiner Form bei den Begriffen auf Wörter, die eigentlich nicht zum Fluchen geeignet sein dürften, will man „das Göttliche“ nicht verunglimpfen. Dennoch sind sie ein Bestandteil der Ausdrücke, die über die Lippen flutschen, wenn man sich über etwas erregt. Die oben genannten Flüche sind nur eine Auswahl aus dieser Kategorie.

Wer jetzt denkt, daß Fluchen so einfach ist, der irrt. Nicht jedem ist es gegeben, so gottverdammt gut zu sein, sein empfundenes Mißgeschick oder was auch immer der Grund für den verbalen Ausbruch seiner Empfindungen sein mag, daß man fast schon gewillt ist, mehr von dem Fluchausbruch zu hören. Tatsache ist, Fluchen will gelernt sein. Fluchen wie der Bürstenbinder oder wie der Kesselflicker ist nicht so einfach, denn es kommt nicht nur auf die emotionale Charakteristik an, sondern auch auf die „theatralische“ Ausdruckform der zur Verwendung kommenden Flüche.

Fluchen aus dem Mittelhochdeutschen vluochen, Althochdeutschen fluohhön, bedeutete mit der Hand auf die Brust schlagen (auch im Sinne einer Verfluchung), im Altenglischen flōcan, schlagen, das steht jedenfalls im Duden. Andere Erklärungen beziehen sich bei der Wortherkunft auf flëhan, flehen, die Begründung dafür lautet flehen, etwas erbitten, wünschen stehe im engeren Verwandtschaftsverhältnis mit fluchen, da gerade das Verwünschen ein Bestandteil des Fluchens ist.

Mein Gott, wo ist das Problem? Dann schlagen wir halt die Hand auf die Brust und flehen, daß in drei Teufelsnamen der Daumen nicht blau anläuft und verfluchen gleichzeitig den gottverdammten Hammer. So einfach ist das!

Die „neuzeitlich“ bekannteste Figur, die das Fluchen sozusagen salonfähig gemacht haben dürfte, ist wohl Kapitän Haddock aus „Tim und Struppi“. Nicht auszudenken, wäre eine Folge dieser beliebten Comic-Serie ohne das Fluchen von Kapitän Haddock erschienen, Heilandsackrament, das hätte Ärger gegeben, vielleicht sogar regelrechte Aufstände.

Warum die Angewohnheit oder die Bezugnahme auf „religiöse Namen“ beim Fluchen vorkommt, erscheint leichter erklärbar zu sein, wenn wir davon ausgehen, daß Fluchen eher von dem Wort flehen abstammt. Herrgott nochmal ist doch völlig eindeutig!

Das Wort sapperlot ist nicht mehr so sehr geläufig, bedeutet aber eigentlich: in Gottes Namen. Sapperlot, eigentlich sackerlot, wurde durch das Französische sacre nom (de Dieu), heiliger Name von Gott oder Gottes, in den deutschen Sprachgebrauch übernommen.

Sapperlot eignet sich vorzüglich für Ihr Repertoire, ohne gleichzeitig auffällig zu werden, daß Sie Ihren Fluch mit Gottes Namen verstärkt haben.

Doris Mock-Kamm

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Mensch ganz unbefleckt sich hinterm Sommerloch versteckt

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Satirischer Rückblick…

Wer hat dies wohl ausgeheckt, möcht manch einer sich fragen. Keine Sorgen, wir werden es bestimmt gleich sagen. Doch halt, was wenn sie morgen schon sind weg, wer landet dann im Dreck korrupter Machenschaft? Egal, Hauptsache die Schere zwischen Reichtum und Armut weit auseinanderklafft.

Wer Versöhnung dennoch in ihren Ursprüngen betrachten will, den erwarten Steine groß wie ein Bergmassiv. Schaut hin, wie schrill die Wahrheit bei Enttarnung mal soeben davonlief. Unsere Wegwerfgesellschaft fördert Ressourcenverschwendung ohnehin die ganze Zeit, der Kritische, ganz gescheit, wissend, wann es soweit, bis nichts mehr übrigbleibt.

Wer dann noch erstaunt hilflos völlig entsetzt feststellen muß, daß Amok und Terror unseren Alltag vermiesen, der scheint blind zu sein von all dem Stuß, den Eliten über uns als Wahrheit gießen. Wann wacht Mensch endlich auf, haut nicht nur ahnungslos drauf, sondern blickt stets hinter die Kulissen? Verpennt zuhauf, stattdessen wird er stets beschissen!

Sozialer Mißstand wohin das Auge reicht. Wer das wohl wann ausgleicht? Kinderarbeit weiterhin still geduldet, die ganze Welt sich sowieso arglos verschuldet. Manch SPD-Politiker kein Gewissen mehr pflegt, Mitleid sich erst recht nicht regt, die jüngst beschlossene Hartz-IV-Reform entspricht längst dieser Sozialrassismus-Norm.

Donnergrollen etwa ohne Untergang am Horizont sich ankündigt? Wer hat sich da wohl an wem versündigt! Mag man scherzhaft einwenden, ob Zungenbrecher oder das Zünglein an der Waage etwa geistige Ergüsse uns senden? Letztlich heißt’s, einen kühlen Kopf bewahren, lautes Getöse vermeiden. Sind sich etliche darüber im Klaren, wenn dabei gerade die Geister sich scheiden?

Wohl eher nicht, weil in hanebüchene Lügen verstrickt. Wer ruft das Jüngste Gericht, nicht wundern, wenn manch einer gänzlich austickt. Dann mag es lauten, Abschied zu nehmen ohne Wehmut von diesjährigen Sommertagen. Seht nur wie sie schauten über all die vielen Fragen, die im Raume stehen. Was war bloß geschehen, flattert dort ruhig im Wind?

Ganz geschwind, von hier bis zu dir, mag manch einer sinnig denken. Wer will schon dem anderen Freude schenken ohne jedwede Bedenken? Etwa Gefühlsdiebe ihr Werk vollenden, gar mit erhobenen Händen? Überall Lug und Trug sich ausbreitet. Wer hier wen vor was vorbereitet?

Auch wenn manche sagen, Elektroautos die Zukunft gehört, verbleiben berechtigte Fragen. Ganz verstört man feststellen muß über soviel Überdruß, den Verbrennungsmotor hochzuhalten. Denn manch andere Technik längst als richtungsgebend am Horizont erscheint. Aber das wird vehement verneint, Hauptsache am Tropfhahn des Öls geknechtet, der große Rest der Menschheit vielfach entrechtet!

Lotar Martin Kamm

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