Rechte Gewalt erneut auf dem Vormarsch

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Hysterische Anmahnung oder berechtigte Sorge?

Eine latent vorhandene Liebäugelei mit keineswegs vergessenen Vorbildern alter Zeiten, als angeblich noch Zucht und Ordnung herrschte, von der Sehnsucht zurück zur Monarchie bis hin zum Irrwitz eines Führers, hierzulande personifiziert in der Figur dieses Adolf Hitlers, führt zweifelsfrei dazu, daß rechte Gewalt erneut auf dem Vormarsch sich befindet.

Hysterische Anmahnung oder berechtigte Sorge? Ersteres erübrigt sich ganz schnell, wer denn bereit, genauer hinzuschauen. Das soll aber mit allen Mitteln verhindert werden, ganz besonders durch Verharmlosung, die perfider sich kaum offenbaren kann. Da tönen doch tatsächlich etliche Strategen mit der Verschleierungsmasche, es gäbe keine „rechte Gesinnung“, stattdessen behauptet man als Gegenargument, die sogenannten etablierten Parteien, außer die Linke, seien die eigentlichen Nazis.

Sicher doch, wer gemeinsame Sache mit Nazis in der Ukraine macht, weil dortigst per Maidan-Putsch gesponsert von den USA und einer NATO-Lobby, dem darf man dann solches unterstellen. Obendrein gesellt sich das altbewährte Muster der „Lügenpresse“, hatten wir schon gerade hierzulande vor und während der Nazi-Ära, um von den eigenen Taktiken schnellstmöglich abzulenken. Angeblich friedliche Montagsspaziergänge einer Pegida gaukeln dem passiven Michel vor, alles hätte seine Richtigkeit, selbst wenn dadurch mal soeben neben den erfolglosen Versuchen einer NPD sowie den Republikanern mit drittem Anlauf eine AfD zahlreich punktet, in den ersten Landtagen sich platziert.

Erfolgsstory aufgrund berechtigter Oppositionspolitik? Auf keinen Fall, es wurde auf dem Rücken der Flüchtlingsströme ausgetragen, der ständig schlummernde Ausländerhaß durfte sich mal wieder entfalten, mit fundierter Politik hat das nicht im geringsten was zu tun. Eher mit dem Versuch, lang erstrittene, längst überfällige Menschen- und Bürgerrechte wieder abbauen zu wollen, wer denn mal einen genaueren Blick ins Parteiprogramm dieser AfD wagt. Obendrein würde bei ihrer Machtergreifung den sozial Schwächeren wesentlich mehr Leid zugemutet, von den Arbeitslosen, den Behinderten bis hin zu Frauen, die gefälligst der Macht des deutschen Mannesbildes sich unterzuordnen haben.

Selbst die Polizei hat in den eigenen Reihen wohl etliche Beamte, die mal eben ihrer Aversion freien Lauf lassen, wenn Pegida-Gegendemonstranten sich einfinden. Die Faustschläge gegen die 18-Jährige lassen sich durch nichts entschuldigen. Wir wissen, wie solches endet: Der betreffende Polizist hat dies kaum oder zu wenig zu verantworten, das „rechte Geschmeiß“ kommt erneut mit der „Lügenpresse“ um die Ecke. Schon schließt sich der Kreis.

Das bedeutet letztlich ein Klima der Verunsicherung, zunehmender Ängste in der Gesellschaft, die ohnehin weiterhin kaum Zivilcourage wagt angesichts steigender Gewalt nicht nur an immer mehr Orten, sondern auch bei unterschiedlichen Konstellationen: in der Schule, am Arbeitsplatz, auf den Straßen, in den Familien. Wege aus solcher Misere? Stoppt jenen Rechtspopulismus, entlarvt deren Täter, ob diese nun Kreide fressen oder tatsächlich lautstark aggressiv tönen und drohen. Nicht wegschauen, benennen und beweisen, wo immer möglich.

Lotar Martin Kamm

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Der Blick aus dem Fenster

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Seit einigen Tagen steht er nun,
angelehnt an des Nachbars Haus,
schaut unverhohlen mein Tun,
so langsam wird’s ein Graus.

Ab gestern Mittag blickt ein Zweiter
in grüner Hose, gelber Jacke,
hinter den Rosen hervor, lächelt heiter,
obwohl eine Hand an der Backe.

Inzwischen hab ich Riegel montiert
an sämtlichen Vorder- Hintertüren.
Morgen werden die Fenster vergittert,
Angstgefühle die Kehle verschnüren.

Der Nachbar macht sich über mich lustig,
die seien eher niedlich und harmlos.
Die ganze Nacht über schallt Musik,
er feiert wohl mit ihnen, ist ja famos.

Im Morgengrauen ruf ich die Polizisten,
in Nachbars Garten war ein Treiben,
mit Schubkarre, Spaten und Kisten,
mit Mützen, Schürzen, zum Verzweifeln,

stehen sie grinsend verteilt im Garten,
kein Nachbar, von ihm keine Spur,
als scheinen sie, auf etwas zu warten,
die Polizisten schreiben ein Protokoll, stur

verweigern sie aber des Garten Räumung,
empfehlen, dann mahnen sie zur Therapie,
rufen schließlich per Handy Verstärkung:
„Hier ist eine Patientin mit Gartenzwerg-Phobie.“

Nafia

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Es geschah vor 40 Jahren (19. bis 25. Juli 1976)

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flickr.com/ Anirudh Koul/ (CC BY-NC 2.0)

Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Propaganda ohne Netz und doppelten Boden

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Medienberieselung äußerst erfolgreich

Bloß nicht nachdenken über Zusammenhänge in einer Zeit, in der ohnehin eine dramatische Meldung die andere jagt, man will doch schließlich für sein hartverdientes Geld wenigstens in den restlich verbleibenden Stunden zwischen Feierabend und Schlafenszeit sich keine Sorgen machen um das Schicksal der anderen oder gar sich selbst. Das eigene kleine Reich bleibt gefälligst unangetastet.

Durchaus verständlich eine solche Einstellung, wenn da nicht ganz simple Möglichkeiten wären, dieses Verhalten empfindlich zu stören. Der ahnungslose Bürger wird dauerberieselt über sämtliche Medien, allen voran vom Fernseher, der längst nicht nur allabendlich eingeschaltet, sondern dem US-Vorbild entsprechend nonstop seine Botschaften gleich in mehreren Räumen entläßt, diese somit ins Unterbewußtsein einfließen und in Buntblattzeitungen während der U-Bahnfahrt, in Arztpraxen oder auf dem Stillen Örtchen bestätigt nachzulesen sind, um nachhaltig dafür zu sorgen, daß die Gehirnwäsche eigene Meinungen in den letzten Windungen löscht und durch einfache Parolen ersetzt.

Resignation Ergebnis einer perfiden Strategie

Kaum zu glauben, daß immer mehr Menschen resignieren, keine Zusammenhänge mehr sehen wollen oder gar sich Gedanken machen, warum weltweite Probleme eigentlich zunehmen? Denn wenn wir einmal genauer uns den Zustand der Mutter Erde vergegenwärtigen, stellt dieser nichts anderes dar als das Spiegelbild unseres Seins! Mensch somit verantwortlich für eine bevorstehende Apokalypse, Naturgewalten einmal ausgeklammert, die niemand auslösen oder verhindern mag.

Werfen wir einen Blick, wo menschliches Leben geformt und beeinflußt wird: in die Kindergärten, Schulen und Hochschulen neben dem trauten Heim, welches ohnehin schon vorbelastet. Alles richtet sich nach vorgegebenen Lehrplänen, ausgearbeitet und gut durchdacht, um nachher draußen in der zukünftigen Welt des Berufslebens sich zurechtfinden zu können. Bekanntlich richtet sich unsere Leistungsgesellschaft genau nach denjenigen, die mittels Cleverness und bestimmtem Elternhaus sich durchsetzen können, während die Verlierer auf der Strecke bleiben, das Nachsehen haben.

Unser Bildungssystem nicht nur in der Kritik, sondern darüber hinaus eine Gesellschaft, die nicht den Mut hat, es völlig neu zu gestalten im Sinne einer wirklichen Chancengleichheit, in der nicht Leistung oberste Priorität erhält, sondern das Individuum gefördert wird, darüber hinaus als Konsequenz daraus die gesamte Arbeitswelt sich gefälligst an den Grundbedürfnissen menschlichen Seins zu orientieren hat und nicht umgekehrt, wie uns dies stets aufgezwungen wird?

Versäumnisse einer verkorksten Schulbildungslandschaft dürfen wir dennoch nicht allein betrachten, wieso die Bereitschaft zur Resignation anhält. Es spielen eine Reihe weiterer Faktoren eine Rolle, denken wir nur an die bereits genannte Ablenkung durch die Medien. Gleichzeitig wird der Jugend ständig ein Trugbild einer High-Society-Welt zugemutet, welches fern jedweder Realität, ob durch Casting-Shows à la DSDS, die ewig sich selbst beweihräuchernden Gäste in den Talk-Shows oder in den vielen Serien, in denen ständig möbelhausgleich staublose Wohnungs- und Hauseinrichtungen eine Ahnung von heiler Welt suggerieren mit gleichzeitigen Endloslösungen bei belanglosen zwischenmenschlichen Problemchen, während da draußen in der realen Welt die Armut sowie die Kriege zunehmen!

Manipulation der Pharma- und Lebensmittellobby

Natürlich kann man die folgende Erwähnung als verschwörungstheoretisches Gehabe interpretieren, um möglichst schnell und einfach sich eigener Vorurteile zu bedienen, dennoch sei einmal empfohlen, den Blick hinter die Kulissen zu riskieren. Die Lebenszeituhr der Menschheit tickt unaufhörlich im Gleichklang des ewig selben Runs: Erfolg wird am Kapital gemessen bzw. der Geldfluß bestimmt die politische Vorgehensweise, das Wohl aller. Da helfen weder idealistische Träumereien von einem „einfachen Rückzug“ in Oasen inmitten einer kränkelnden Umwelt noch die Ignoranz selbst, die ja bekanntlich in weiten Teilen gelebt wird.

Sowohl die Pharma- als auch die Lebensmittellobby beeinflußen menschliches Wohlergehen ziemlich direkt: Der Mensch ist, was er ißt bzw. zu sich nimmt. Eine Medizin, die hauptsächlich der Pharmaindustrie dienlich, sich fern vom eigentlich menschlichen Wohlergehen interessiert, in der nur der finanzielle Nutzen im ärztlichen Minutentakt zählt. Lebensmittel, die keine gesunden Mittel zum Leben darstellen, sondern hochbelastet und langfristig erkranken lassen, so daß der Kreis einer Wechselwirkung dieser beiden Lobbyisten sich prima schließt.

Am Ende wird viel verdient am Leid der Massen, während die Eliten es sich gut gehen lassen, bestens optimal versorgt in einer gänzlich abgeschirmten, wohlbehüteten eigenen Welt. Aber solche Zusammenhänge dürfen natürlich nicht hergestellt werden, passen sie doch gar nicht in das heile Bild des Glamours und einer verlogenen Gesellschaft.

Lotar Martin Kamm

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Demokratisches Miteinander muß stets gepflegt werden

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Ohne gegenseitige Fürsorge zerfällt sie

Burg bedeutet Schutz, und im Ursinne war es der Hort der Sicherheit. Die Bürger gewährleisteten mit ihrer Anwesenheit nicht nur den Austausch von Waren, sondern auch den Schutz der Gemeinschaft. Sie waren gegenseitig Bürgen für ein florierendes, friedliches Zusammenleben.

Wie sah und sieht es heute mit dem täglichen Miteinander aus? Auch da haben die Völker seit Anbeginn Ideen und Vorstellungen für uns hinterlassen und verbreitet. Ein kurzer Abriß: Familien, Dorfgemeinschaft, Frauenherrschaft, Männerherrschaft, gottgleiche Herrscher, Pharaonen, Despotismus, Könige, Kaiser, Feudalismus, Republiken, Faschismus, Oligarchie, Sozialismus, Kommunismus etc., sicher sind hier nicht alle Formen des menschlichen Miteinanders aufgeführt. Einige dieser Ideen sind zu Genüge über die Jahrhunderte durch unsere Vorfahren „getestet“ worden und können von uns daher als nicht allgemein „menschenwürdig“ hinter uns gelassen werden. Ein Konstrukt sollte die Möglichkeit bekommen, weiterhin an staatsaufbauenden Ideen teilzuhaben: Demokratie.

Diese Staatsform beinhaltet, daß die Staatsgewalt vom Volk ausgeht und jeder interessierte Bürger das Recht und die Möglichkeit hat, an politischen Entscheidungsprozessen mitzuwirken. Demokratie kann aber nur dann funktionieren, wenn die Institution einer Demokratie, für die Mitwirkung aller Bürger offen ist und sich genügend Demokraten finden, die ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen. Demokratisierung bedeutet der zielgerichtete Abbau von Privilegien und das ständige konstruktive Infragestellen der Autoritäten.

Weltweit ist die Idee Demokratie und der Wunsch nach einem friedlichen Miteinander noch nie so präsent gewesen wie jetzt. Die Umwandlung der Idee Demokratie, die Gunst der Stunde, die Nachfrage nach einem konstruktiven Miteinander, losgelöst von Konvention, Herkunft, Alter, Geschlecht kann aber nur dann funktionieren, wenn wir den Wert eines Menschen nicht nach finanziellen Nutzen beurteilen oder gar von seinem äußeren Erscheinungsbild, sondern nach Rede und Antwort und der ständigen Bereitschaft offen und kontinuierlich jeden Tag die neuen Herausforderungen annehmen und gemeinsam tragende Lösungen für ein friedliches Zusammenleben gestalten.

Hört sich toll an! Ist umsetzbar! Warum scheitert es so oft in der Praxis? Hauptursache scheint, die benötigte Zeit zu sein, und um Fragen, Konflikte zu lösen, sind Gespräche mit dem Willen nötig, den anderen zu verstehen. Haben wir dafür keine Zeit, werden Fragen im günstigsten Fall auf später verschoben oder gleich unwichtig abgetan. Und ist die Bereitschaft nicht vorhanden, selbst scheinbar unnötige Fragen zu beantworten, scheitert natürlich auch hier eine Klärung des angesprochenen Problems.

Wie kann eine Gesellschaft dies nun in ihr tägliches Zusammenleben einfließen lassen? Indem Konfliktlösungen gelehrt werden und zwar unabhängig vom Alter, in den Schulen und Betrieben. Selbstverständlich ist dies nicht die Lösung schlechthin, das Gelbe vom Ei, denn wenn eine soziale Unausgewogenheit eine der Hauptursachen für Konflikte in einer Gesellschaft sich manifestiert haben, bedarf es der ursprünglichen Bereitschaft, sich gegenseitig zu verbürgen.

Ist diese Bereitschaft der gegenseitigen Fürsorge nicht vorhanden, so kann man davon ausgehen, daß Demokratie nicht gewillt ist.

Doris Mock-Kamm

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Vogelschutz endet für Rabenvögel in Österreichs Kärnten

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Kehrtwende vom ganzjährigen Schutz zur ganzjährigen Bejagung

Verhaltensweisen in anderen brisanten Bereichen dürfen durchaus als nicht zufällig gewertet werden im Hinblick zur Wiederholung von Österreichs Bundespräsidentenwahl. Aber dies nur am Rande, zumal ein gänzlich anderes Thema. Mensch schafft es immer wieder, seine Ignoranz der Natur gegenüber unter Beweis zu stellen, denken wir ans Artensterben in der Tier- und Pflanzenwelt, die zum allergrößten Teil er selbst verursacht.

Mit dem jüngsten Beschluß endet für Rabenvögel der Vogelschutz in Österreichs Kärnten, sind 20.000 jetzt ab Samstag frei zum Abschuß, eine Kehrtwende vom ganzjährigen Schutz zur ganzjährigen Bejagung. Man müsse deren angerichteten Schaden, den die Rabenvögel angeblich verursachen, mit dieser Maßnahme laut Jägerschaft regulieren.

Ignoranz wider besseres Wissen

Dabei gibt es genügend Erfahrungsberichte über die Folgen einer Bejagung von Rabenvögeln, die alles andere als der Mär und dem Aberglauben entsprechen, denken wir an Singvögel verspeisende Elstern oder sprechende Krähen und Raben auf den Schultern von Hexen.

In Wirklichkeit reguliert die Natur sich selbst von ganz allein, würde nicht Mensch meinen, er müsse bestimmen, wer Freund und Feind. Ein ganz besonderes Schilda-Beispiel initiierte Mao Zedong 1958 mit der „Ausrottung der vier Plagen“, Fliegen, Mücken, Ratten und Vögel, dabei explizit Sperlingen sollten endlich vernichtet werden. Die Bevölkerung begab sich nach draußen, um sehr lärmend mit Töpfen, Gongs und anderem Gerät die Spatzen buchstäblich zu vertreiben. Entsprechend erfolgreich fielen gleich am ersten Tag Millionen zum Opfer, die erschöpft tot vom Himmel fielen. Der Erfolg blieb aus, nachdem Milliarden Vögel starben, weil daraufhin eine Insektenplage folgte, die Nahrung vieler Vögel, eine anschließende Hungersnot die Menschen heimsuchte.

Anstatt daraus zu lernen, sucht Mensch sich stets neue Varianten, bestimmte Tierarten als feindlich zu betrachten, entweder um andere Tiere angeblich zu schützen, eine gefährdete Landwirtschaft oder gar Wilderei sich Wege sucht. So wie vor zwei Jahren in einem anderen Teil Österreichs, nämlich im Burgenland, wo schießwütige Jäger meinten, sie müßten Greifvögel erschießen, leider war auch ein Fischadler dabei, der ohnehin in Österreich kaum noch anzutreffen ist.

Forschungsergebnisse verneinen jedwede Vogeljagd

Wer Rabenvögeln nachstellt, sie bejagt, der macht sich mitverantwortlich an der Zunahme anderer Tierarten, die es doch zu schützen gilt, so wie Niederwild oder Singvögel. Hinzu kommt, daß die äußerst klugen Tiere sich zu „Nichtbrütern“ bei Verfolgung zusammenschließen, sich in Ballungsgebieten und somit Städten zurückziehen, um dort geschützter zu leben.

Anstatt daraus zu lernen, was lange Beobachtungen ergeben und Forschungsergebnisse liefern, sollte die Bejagung einfach aufhören, natürliche Regulationsmechanismen können sich dann wieder entfalten, die schon vorher die Natur in Balance hielten.

In diesem Kontext sei ebenso an den generellen Schutz von Greifvögeln auch hier in Deutschland erinnert, den Gewissenlose per illegalem Mord mittels Vergiftung, Fang und Abschuß ignorieren. Dieser Gänsegeier hatte noch mal Glück gehabt, weil er noch rechtzeitig gefunden und gesund gepflegt werden konnte.

Lotar Martin Kamm

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Glauben vs. Aberglauben in Konflikt zum Wissen

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Lieb halten – ein Recht auf Freiheit

Wenn Religion oder Aberglaube die täglichen Entscheidungen des Handelns bestimmen, wird die freie Entfaltung nicht nur des Einzelnen, sondern auch deren Mitmenschen blockiert.

Wenn Wissen oder Halbwissen die täglichen Entscheidungen des Handelns bestimmen, wird die freie Entfaltung nicht nur des Einzelnen, sondern auch deren Mitmenschen blockiert.

Irgendwie will der zweite Satz nicht so richtig gelten, denn weder durch Wissen noch durch Halbwissen wird der Mensch eingeschränkt, eher wird er angespornt, falls er nicht zu verbockt ist, sein Wissen zu vermehren. Er wird zudem immer wieder zweifeln, ob sein Wissen wirklich schon der Weisheit letzter Schluß ist.

Beim Glauben und Aberglauben ist das Zweifeln, das Hinterfragen nicht der Weisheit letzter Schluß, sondern der Anfang vom Ende des Zweifelns, der Wißbegier, des Forschens. Obwohl es doch heißt: „Glauben heißt nicht wissen“, fühlen sich die meisten Gläubigen in der Rolle der „Allwissenheit“ zuhause und erlauben weder sich noch anderen, zu zweifeln, zu hinterfragen, zu ergründen, obwohl sie dadurch wissentlich das Gesetz des Glaubens blockieren, denn glauben heißt: „lieb halten“.

Mittelhochdeutsch gelouben, althochdeutsch gilouben, für lieb halten. Hier könnten jetzt noch weitere Wortverwandten zu lieb halten stehen, wie begehren, gutheißen, loben, heftiges Verlangen, vertraut machen. Und wer wirklich glaubt, also lieb hält, der kann doch eigentlich nicht umhin, seiner Liebe die Chance auf „Wachsen und Gedeihen“ zukommen zu lassen, weil nur dadurch die Befreiung, die freie Entfaltung möglich ist, ansonsten wird die Liebe zerstört.

Wissen, aus dem Mittelhochdeutschen wiʒʒen, gesehen haben, erblicken, ist demgegenüber eher ein Fakt und würde eigentlich demzufolge kein Zweifel mehr zulassen, denn was ich gesehen habe, weiß ich, kenne ich. Dennoch wird an dem Gesehenen gezweifelt und die Möglichkeit in Betracht gezogen, daß hinter dem Wissen noch mehr zu wissendes lauert.

Vielleicht können die meisten Menschen nicht lieben, sondern verwechseln Liebe mit Besitznahme, obwohl sie dadurch sich selber, sowie dem Liebenden gegenüber die jeweilige Entfaltungsmöglichkeit verwehren.

Würden sie verstehen, daß lieb halten kein Recht auf Besitz, sondern das Recht auf Freiheit bedeutet, könnte sich dadurch die Welt ändern?

Doris Mock-Kamm

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