Gefühlsdiebe

https://pixabay.com/de/wasser-meer-sonnenuntergang-1514454/

pixabay.com

Berauscht von der Liebe, vom Glück,
wußte ich nicht, wohin ich tritt,
zuerst dachte ich, es sei der Saft des Honigs,
der süß und klebrig mein Herz erobert,
mich zähflüssig immer zu dir hinzog,
wie Süße betörend mein Herz durchbohrt.

Je schwerer das Gehen fiel, desto mehr Kraft
ich aufwand, dich zu erreichen, desto lieber
meinte ich, dich zu haben, desto glücklicher
schien ich zu sein, desto mehr liebte ich dich,
desto mehr vergaß ich mich, war im Kampf
mit der klebrigen Masse, bis ich mich haßte.

Suchte nach dem Zucker der Leidenschaft,
der Hingabe, des Fallenlassens, Freiheit
mir versprach der verlockende Duft
von deinem Wesen, alles habe ich gegeben,
nur um noch mehr nach dir zu streben,
zum Schluß bat ich nur noch um mein Leben.

Verklebt war meine Seele, der Honig war Leim,
der mein Herz verkrustet hat wie Teer,
mich zu befreien, mich zu erkennen, war schwer.
Ich badete in tosenden Flüßen, schwamm im Meer
von Düften, Erinnerungen wischten meinen Willen,
zu mir zu finden fort, zu lange warst du mein Wort.

An den Stränden der Buchten, Gefühle versuchten
mich erneut, zu deinem süßem Liebesduft zu treiben,
aber wenn ich durch die Bäche der Tränen
schwamm, Brücken mir Straßen zu andern Ufern
boten. Wege übers Land trockneten die letzten Reste
der einseitigen Liebe, heute erkenne ich von weitem
Gefühlsdiebe.

Nafia

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , , | 1 Kommentar

Es geschah vor 40 Jahren (02. bis 08. August 1976)

https://www.flickr.com/photos/mariano-mantel/17012827682/sizes/z/

flickr.com / Miradortigre/ (CC BY-NC 2.0)

Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zu einer weiteren Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend eine Aneinanderreihung aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter makadomo TV | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Elektroautos gehört die Zukunft

https://www.flickr.com/photos/95213174@N08/14297751952/sizes/z/

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

Warum der Verbrennungsmotor dennoch weiterhin boomt

Gleich vorneweg, unser Gehörsinn spielt uns zusammen mit nostalgischen Assoziationen einen gewaltigen Streich der Vorteilnahme hinsichtlich wehmutsvoller Erinnerungen an das Aufheulen unterschiedlicher Motorengeräusche. Wer kennt sie nicht, die BMW-, 2CV – wohl eher unter dem Begriff Enten -, VW-Käfer- oder Mercedes-Diesel-Fahrgeräusche? Die meisten vergessen jene charakteristischen Klänge wahrscheinlich nie mehr.

Andererseits weiß ein jeder, daß Elektroautos die Zukunft gehört, erst recht hinsichtlich des Erdöls, welches irgendwann einmal nicht mehr vorhanden sein wird. Trotzdem muß man sich wundern, warum der Verbrennungsmotor dennoch weiterhin boomt. Liegt es nur an nostalgischen Momenten vergangener Zeiten? Ein heutiger VW klingt ohnehin nicht mehr wie der olle Käfer.

Wegwerfgesellschaft offenbart bei Autos ihr eigensinniges Dasein

Hand aufs Herz, Ingenieure und Schrauber wissen es sowieso: Man kann Autos ohne weiteres so konstruieren, daß sie wesentlich langlebiger dem Nutzer dienen mögen. Doch nicht nur Marx und Engels erkannten die Möglichkeit im Negativen, was Absatzmärkte anrichten können. Ganze Industrien profitieren vom Auto, von der kleinsten Schraube bis zum Motor, selbst der Rennsport und die anhängige Werbung haben ihren nicht unwesentlichen Anteil. Das verhält sich ebenso bei Elektroautos, wenn sie denn endlich den Markt erobern.

Die Gesetze wirtschaftlicher Expansion und damit verbundener Arbeitsplätze lassen sich nicht einfach mal beenden, dazu bedarf es einer gezielten Änderung der Einsicht und vor allem Rücksicht, die Zusammenhänge zwischen Profitmaximierung und Umweltzerstörung nicht nur zu erkennen, sondern umzusetzen. Auch die Wegwerfgesellschaft muß ein Relikt der Vergangenheit werden, will die Menschheit überhaupt noch eine Überlebenschance sich bewahren!

Schleppender Start des E-Autos hierzulande – Gesundheitsrisiken Hauptargument

Das berichtet das Handelsblatt, wobei die Bayern in Deutschland tatsächlich das größte Interesse an der neuen umweltfreundlichen Variante des Fahrvergnügens zeigen, im Ausland hingegen viel eher Gebrauch gemacht wird. Allen voran in China. Darf man sich darüber wundern, wenn man bedenkt, daß in der VR ganze Megastädte im Smog versinken? Keineswegs. Klimaleugner mögen ja gern mit der CO2-Lüge um die Ecke kommen, dennoch kann niemand ernsthaft die Schadstoffbelastung für Mensch und Tier anzweifeln, die von Verbrennungsmotoren ausgeht. Wer dies ignoriert, verschließt einfach die Augen, erträumt sich eine irreale Wirklichkeit.

Eine latent vorhandene Lärmbelästung, die leider nach wie vor unterschätzt wird, bleibt durch E-Autos schlicht aus. Allerdings müßte Mensch eine wesentlich erhöhtere Aufmerksamkeit beim übersichtlichen Sehen an den Tag legen, da sie dermaßen leise über Straßen gleiten. Die technische Entwicklung der letzten Jahre hat Elektroautos allerdings vielfach attraktiver in den Fokus gerückt, so daß bei einer höheren Nachfrage selbst die Anschaffungspreise noch sinken werden.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Wirtschaft/Finanzen | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Flattert ruhig im Wind

https://pixabay.com/de/w%C3%A4scheleine-trocknen-hemden-t%C3%BCcher-692210/

pixabay.com

Die Wäsche flattert
im leichten Wind,
seit Tagen schon
ein gewohntes Bild.

Der Fransenrock,
Erinnerung
ans Tanzen
mit Hüftschwung.

Das Tor zur Welt,
der Fensterausblick,
vom Leben erzählt
jedes Wäschestück.

„Ihr seid meine
Fahnen,
euch habe ich
in Liebe getragen.

Oft wart ihr mir
eine zweite Haut,
Selbstbewußtsein
wurde aufgebaut.

Ihr habt Mut gegeben,
flattert ruhig im Wind,
Stärke im Sinn,
ihr habt es verdient.“

Nafia

Veröffentlicht unter Gedichte | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Von hier bis zu Dir – Gedichte und Bilder von Cordula Langer

© Cordula Langer

© Cordula Langer

Wenn in Zeilen nicht nur Kritik weht

Lyrik und Poesie verwandelt uns in die Tiefen des Seins, wer sich wirklich darauf einläßt, eben nicht nur oberflächlich über die Schönheiten zu erzählen, die sicherlich unbedingt ihre Berechtigung haben, ohne sie wäre das Leben wohl kaum auszuhalten.

Der kleine Gedichtband von Cordula Langer, „Von hier bis zu Dir“, erschienen im Verlag Books on Demand (BoD) zeigt sich äußerlich schlicht in Weiß, ein wenig kleiner als dem DIN A4 entsprechend. Doch auf der Rückseite kommt die Autorin ohne Umschweife zur Sache mit ihrer Bemerkung, in ihr Buch zu schauen, wir alle seien einmalig, dabei die besonderen Fähigkeiten eines jeden von uns hervorhebend.

Ein Blick ins Inhaltsverzeichnis läßt erahnen, was der Leser erwarten darf: vom Maulwurf über etliche Bullshit-Kapitel, War Crime, Soldier bis hin zum Weltaum und einem Nachruf, um nur einiges zu benennen. Dazwischen beim Blättern der Betrachter die unverkennbaren, eigenen Bilder-Graphiken mit jeweiligen Titel versehen, für sich sprechen, neugierig den Leser in den Bann ziehen wollen.

Ein sehr kritischer Germanist formulierte mal: Schau dir den ersten und letzten Satz eines Buches an, dann triffst du meistens die Essenz. Im ersten Gedicht, der Titel „Maulwurf“, steht zu Beginn: „Dein Revier liegt in Frankfurt am Main und nicht in Köln am Rhein.“ Wer weiterliest, mag zusammenzucken über die unverkennbare Direktheit, die Cordula Langer schnörkellos dem Leser präsentiert, über das Leben eines Maulwurfs im Sumpf der Kriminellen.

Anschließend erscheint die Gedichtreihe „Bullshit“ von I bis VI. Ohnmacht der Polizei, sich selbst überlassen in einem System der Widrigkeiten, wo letztlich keine Gesetze real herrschen, außer das des Stärkeren? Sie fährt ausgleichend fort im Gedicht „Das Unverzichtbare“, ein wichtiger Hinweis, wohin Geld uns allesamt führt, die Vorbereitung zur Anklage im Gedicht „Frohes Fest“, das Volk direkt drauf gestoßen wird, was nur übrig bleibt, nämlich Politiker von dannen zu jagen per Volksaufstand.

Es folgen Gedichte in englischer Sprache, die sich leicht lesen, wer sie einigermaßen beherrscht. „War crime“ entpuppt sich als der Krieg gegen unser aller Leben mittels Vergiftung, die überall stattfindet. „Soldier“ erinnert sehr an den Klageruf eines Wolfgang Borchert, die Grafik dazu: der mahnende Kosmos.

„Wolkentext“ mag ein persönlich tiefgreifendes Erlebnis zu jemanden erahnen, dessen Einmaligkeit eine innige Verbundenheit zuläßt, eine Liebe, die aber sich nicht gänzlich ausleben durfte.

Zum Schlußsatz am Ende des Buches, der da lautet: „Dies kann Dich nicht nicht belasten: Du hast diese Welt verlassen.“ Dies im „Nachruf“, weil wohl jemand verstorben ist. Zugleich dortigst der Dialog in ein mögliches Jenseits, eine Verbindung fern irdischer Gesetze.

Wer mehr wissen möchte über die einzelnen Gedichte, die sich nicht nur durch Tiefgang auszeichnen, sondern gleichzeitig uns ermahnen wollen, dem sei ihr Buch unbedingt empfohlen.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Rezensionen | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar

Sommer 2016: Abschiednehmen ohne Wehmut

https://pixabay.com/de/tornado-sturm-ast-gewitter-1193184/

pixabay.com

Herbstgefühle offenbaren Extremwetterlagen

All diejenigen, die größtenteils mit viel Wärme und eher weniger Regenergüssen gesegnet wurden im Laufe der zurückliegenden neun Wochen, die dürfen sich meist glücklich schätzen über einen mehr oder weniger normalen Sommer 2016. Anschreiben und Berichte per E-mail werden gern entgegengenommen, wo das in Deutschland sich so zugetragen haben soll.

Ansonsten offenbaren seit einiger Zeit schon Herbstgefühle Extremwetterlagen. Der Siebenschläfer wurde erneut seinem Ruf gerecht, die Prognose hat sich daher bewahrheitet, daß der Sommer regelrecht ins Wasser fällt.

Kurztrip in den sonnigen Süden gefällig?

Schnellste Variante wäre das Fliegen. Wer’s sich nicht leisten kann per Billigflug, Ängste vor Terror, Absturz und schlechtem Gewissen all inclusive. Sie lesen richtig, jeder Flug offenbart eine erhebliche Belastung der Umwelt, im übrigen ebenso mit den teuren Fluggesellschaften. Das Damoklesschwert der Terrorangst schwebt letztlich überall dort, wo Menschenansammlungen stattfinden, folglich gleichwohl in jedem Einkaufszentrum einer europäischen Großstadt, Flughaben, Bahnhof, Oper oder Fußballarena.

Wenn im Süden angekommen, erwartet den Sonnenhungrigen die volle Breitseite warm-heißer Luft, endlich kein Naß von oben, außer vom Strahl der Hotelbrause. Die Chance, daß hierzulande das Wetter sich schlagartig in eine Azorenhochlage verwandelt, die dürfte bereits verstrichen sein, selbst wenn noch 19 Tage der verbleibenden Hundstage bevorstehen. Das Auf und Ab zwischen kurzer Sonnentagdauer und erheblich längeren Regenzeiträumen wiederholt sich schon viel zu oft im ausgehenden Sommer dieses Jahres. Obendrein mancherorts zuviel Wassermassen für Chaos und Zerstörung sorgten, gar der ein oder andere Tornado die Bevölkerung überraschte.

Kein Blick zurück in Zorn

Erinnerungen vermögen ganz unterschiedliche Assoziationen hervorrufen. Sicher doch, man blättert gern in Photoalben, wo noch glückliche Gesichter uns entgegenblicken, weil im Bikini oder Badehose man gelassen im Swimming-Pool geplantscht hatte, ein schattiges Plätzchen sich aufsuchte bei über 30° C im Schatten, ein blauer Himmel keine Wolke zuließ.

Davon im diesjährigen Sommer keine Spur. Im Zweifelsfalle hat stets das Wetter schuld, wenn das ein oder andere uns nicht in den Kram paßt. Diesmal darf man in vollen Zügen Dampf ablassen, tatsächlich über den verkorksten Sommer motzen. Doch Halt, kein Blick zurück in Zorn. Es nützt alles nichts, weil letztlich wir uns damit abfinden müssen, was von oben kommt, welches Klima vorherrscht.

Lassen wir uns nicht die gute Laune verderben, nur weil ein wenig Regen, Hagel, Sturm und Gewitter den bisherigen Sommer begleitend stören. Umso glücklicher empfangen wir jeden Sonnenstrahl, wenn kaum ein Lüftchen weht bei minimal 25° C im Schatten.

Lotar Martin Kamm

Veröffentlicht unter Klima/Wetter | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

In hanebüchene Lügen verstrickt

https://pixabay.com/de/allee-schlossallee-laupheim-228300/

pixabay.com

Warum die Hainbuche dermaßen klotzig daherkommt

Manchmal erlebt und hört man schon immer mal wieder Schwachsinn. Und es freut einen dann auch augenblicklich, wenn ein Wort gleichzeitig auf der Zunge erscheint, das seit „Urzeiten“ verschwunden war, nämlich hanebüchen. So einen hanebüchenen Schwachsinn, so unerhört frech mit Lügen versehen, so dermaßen unverfroren können Menschen sich äußern und gleichzeitig sich mit dem reinen Licht der Wahrheit umgeben, daß einem die Sprache fehlt, darüber gefühltes auszudrücken, wäre da nicht plötzlich hanebüchen aufgetaucht.

Es gibt wahrlich Wörter, die in ihrer Einzigartigkeit eine ganze Wagenladung voll gefühlter Begriffe ausdrücken können. Mag sein, daß hier jetzt ein bißchen übertrieben wird, ein bißchen dick aufgetragen, aber Ehre wem Ehre gebührt. Hanebüchen, in älterer Form besser erkennbar worum es sich bei diesem Wort handelt, hagebüchen, grob, derb, klotzig, mittelhochdeutsch, hagenbüechin, aus Hagebuchenholz bestehend (Hainbuche).

Die Hainbuche, Hagebuche, Weißbuche, Hornbaum gehört zur Familie der Birken, und sie kommt in Europa und Westasien als Baum oder Strauch vor. Der im Namen zu erkennende Hain oder Hag weist die Verwendung dieses Gewächses auf, denn sie wurde gerne zur Hecke und zur Abgrenzung gepflanzt. Dieser Busch oder Baum hat eine größere Holzdichte als Eiche und Buche und ist das härteste Nutzholz in Europa, deshalb wird er auch oft Eisenbaum genannt.

Das Holz fand Verwendung für Webstühle, Schuhleisten, Zahnräder, wird aber heutzutage nicht mehr oft genutzt, da es anfällig für Wurmfraß ist. Zudem wurde es gern von Köhlern verwendet, da der Schnitt bis auf den Boden angesetzt werden könnte, und das Buschwerk trotzdem wieder nachwuchs. Die Hainbuche wird auch gerne als das Holz der weisen Frauen tituliert, weil es als Heilmittel genutzt wurde. Die Symbole der Hainbuche sind Mut, Standhaftigkeit, Gerechtigkeit und das Sinnbild für Lebendigkeit und Frische. Ihre Heilkräfte wurden unter anderem angewandt bei Heuschnupfen, Luftröhrenbronchitis, Augenleiden, bei geistiger und körperlicher Erschöpfung.

Hanebüchen bedeutet: empörend, haarsträubend, unmöglich, ungeheuerlich. Ist es wirklich erstaunlich, daß unsere Vorfahren für diese Begriffe das Wort hanebüchen kreiert haben? Nein, sicher nicht, denn wir wissen jetzt, daß das Holz das härteste in Europa ist, es als Schutzhecke angepflanzt wurde, ohne weiteres bis zum Boden abgebrannt werden konnte und trotzdem wieder neu wuchs, es sogar für Zahnräder benutzt wurde. Wenn jemand so dreist lügen kann, daß die Lügen nicht sofort erkennbar sind, sondern sie erst nach mühevoller Durchdringung einer festen stabilen Hecke (Haine wurden gerne durch Verflechtungen der Äste stabilisiert) oder durch zufällige Entdeckungen (Abbrand der Hecke) ans Tageslicht kommen, dann kann man den Sinn für diesen Wortbegriff eher nachvollziehen.

Dabei ist außerdem zu berücksichtigen, daß die Hainbuche wie oben erwähnt für Mut, Gerechtigkeit steht, also in doppelter Hinsicht eine äußerst enttäuschende Erfahrung für jemanden, den man diese Eigenschaften auch zusprach, von diesem dermaßen hinters Licht geführt worden zu sein.

Somit hat der Begriff seine einmalige Berechtigung zur Erklärung von dreisten Lügen, die gerade zurzeit in mancherlei Hinsicht Hochkonjunktur haben, und es manchmal schwierig erscheint, den Lügner zu enttarnen und hinter den Hecken die „Wahrheiten“ zu erkennen. Dann kann man hanebüchene Frechheiten, Lügen, Behauptungen, Beschuldigungen im wirklichen Licht der Wahrheit sehen.

Doris Mock-Kamm

Veröffentlicht unter Kolumne | Verschlagwortet mit , , , | 1 Kommentar