Vom Tanz zur Jagd ums goldene Kalb

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Satirischer Rückblick…

So viele Tränen wurden schon vergossen, Pulver verschossen, des Friedens willen manch einer im Stillen verzichtet. Und doch wird brutalst gerichtet, holt man sich nicht nur harmlose Schrammen, beim gemeinsamen Ziel eines „Wir zusammen“. Dann läßt man lieber Haß entflammen, der stets arglistige Wege sucht – oh, wie verrucht.

Während die Gesellschaft dem Trugschluß ewiger Jugend verfällt, wird simpelst manch Mär erzählt, das Altern verhöhnt, anstatt im Anschluß sich versöhnt. Kein Wunder, daß die Werbeindustrie so erfolgreich völlig ungeniert agiert. Auch sie hat es nicht kapiert, denn du bleibst ein Ich, selbst wenn die Lüge noch so widerlich. Am Ende muß es für sein Handeln geradestehen, da hülft kein Betteln oder Flehen.

Hereinspaziert ins reale Geschehen. Wenn der Sommer ins Wasser fällt, man sich fragt, was hierbei wohl zählt: die Erkenntnis vom Wettertrend und Prognosen? Mensch, mach dir nicht in die Hosen, klatsch lieber in die Händ‘, bevor das blühende Leben davonrennt, ins Gesicht weht der Wind, sei besser ein fröhliches Menschenkind.

Bedenke dabei, rechtes Geschmeiß steht längst in den Startlöchern, Pfeil und Bogen in den Köchern, ohne Scheiß. Und eins, zwei, drei wiederholt sich die Geschicht. Betrachtet bei Licht, möchte man schier platzen vor Wut, daß erneut emporkommt diese üble Brut. Oh, welch Schand, jene dermaßen süffisant und arrogant etwas von Ehre, Vaterland, Loyalität und Stolz beteuert. Merkt ihr’s nicht, seid so bescheuert, was da auf euch zukriecht?

Und wenn die Staatsmacht sich doch durchsetzt, zusammen mit der Technik den Humanismus nonstop verletzt? Mensch in die Ecke gedrängt? Wer hat sie in jene Sackgasse gelenkt? Nachts im Schaufenster kannst du sie wispern hören, jene Stimmen niemand stören, weil sie ganz leise sich unterhalten, während Gesellschaften sich spalten, Moral und Ethik längst verhallten.

Chancengleichheit nur Lippenbekenntnisse der Ellenbogengesellschaft, in Wirklichkeit gehört sie letztlich abgeschafft. Doch niemand sich aufrafft, den Schritt zu vollziehen. Man kann durchaus jedem Konsumrausch entfliehen. Menschheit erneut am Scheideweg steht, seht nur, wohin sie geht. Anstatt gewonnene Erkenntnisse umzusetzen, fährt sie fort, sich gegenseitig zu verletzen. Da wird bereits ein ganzer Staat gemobbt, nicht nur Unmengen an Geld verzockt, sondern perfide gelockt. Hauptsache initiierte Macht verbreiten – keine guten Zeiten erneut uns entgegengleiten.

Lotar Martin Kamm

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Mobbing eines ganzen Staates

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Mehr Zeit für Bürgernähe fordert der Redner

Wenn ein ganzer Staat gemobbt wird, auf Ihren Zwischenruf werde ich noch eingehen, also wenn ein ganzer Staat gemobbt wird, dann können wir analog von Tätern und Opfern sprechen. Das Opfer Staat und die Täter, die sich dadurch in den Vordergrund bringen, ins Rampenlicht. In diesem Zusammenhang gleichbedeutend mit negativer Aufmerksamkeit, schlechte Kritik bringt auch Schlagzeilen. Ihre Zwischenrufe bestätigen doch nur die Richtigkeit meiner Ausführungen, Ihnen zuliebe werde ich in einfachen Worten diesen Sachverhalt klären, damit Sie die Möglichkeiten bekommen, Ihr Verhalten zu verstehen.

Das Kleinkind, das unbedingt Beachtung erhaschen will, schafft dies am schnellsten, wenn es nörgelt, schreit oder die DVD-Sammlung ausräumt, um sich dem knirschenden Geräusch hinzugeben, das entsteht, wenn man darauf hüpft. Nicht unbedingt in all diesen Fällen liegt Arglist dahinter, so kann es ohne weiteres natürlich beim Schreien oder Nörgeln um reelle Bedürfnisse von Hunger, Durst, Schmerzen oder einer vollen Windel gehen und das Ausräumen des Schrankes kann nur dazu dienen, die Umwelt genauer in Augenschein zu nehmen, sozusagen, learning by doing. Diesen englischen Ausspruch können Sie doch nachvollziehen, oder?

Aus den erwähnten Beispielen erfolgen logischerweise Reaktionen von den Eltern, Geschwistern oder anderen Beziehungspersonen. Und um es vorweg zu nehmen, dies ist noch kein Mobbing. Auf Grund der Reaktionen, die dem Kleinkind widerfahren, zieht es kausale Zusammenhänge und speichert die Reflektionen auf sein Handeln ab. Je öfter die Reaktionen sich gleichen, desto besser lernt das Kleinkind „die Regel“. Diese „Regel“ wird das Kleinkind nach und nach unbewußter wahrnehmen und sein Verhalten danach richten.

Unter Geschwistern oder mit Gleichaltrigen im Kindergarten erlebt das Kind bei Problemstellungen um den „Kampf“ einer bestimmten Puppe, Auto oder Beachtung durch die Erzieher wiederum eine neue „Regel“. Diesmal allerdings bezieht das Kind in die Zusammenhänge der „Regel“ auch den Erfolg oder Mißerfolg des Gegenübers mit ein. Ab hier kann man von „kindlichen Mobbing“ sprechen, wenn das Kind hinterrücks ein anderes Kind schubst, ihm ein Spielzeug entwendet und auf Nachfragen erklärt, es nicht getan zu haben. Je öfter ein Kind merkt, daß sein Verhalten ohne „Ermahnung“ bleibt und eventuell es sogar gewisse Lacher und Zuspruch durch andere Kinder bekommt, dann beginnt hier die „Regel“, je unschuldiger oder frecher, nicht verwechseln mit stärker, ich mich verhalte, desto mehr Erfolg habe ich mit meinem Handeln.

Das macht natürlich noch kein Kind zum Mobber als Erwachsener. Denn den Lerneffekt von diesem Verhalten erleben alle Kinder gemeinsam und ziehen ihre Schlüsse daraus. Es ist eine Kollektiverfahrung. Diese Kollektiverfahrung zieht sich durch die Kindergarten- und Schulzeit, jeder ist ihm ausgesetzt und handelt entsprechend seiner, für ihn als Erfolg meßbarem Handeln, in entsprechender Weise.

Nein, Ihr Einwand ist auf keinen Fall hier relevant, da das Erfolgsprinzip für jeden Menschen gilt, oder unterstellen Sie sich selber, Ihr Handeln nach beabsichtigtem Mißerfolg zu richten?

Aber verlassen wir nun die zwischenmenschlichen Persönlichkeitsstrukturen, denn die Mannigfaltigkeit der psychologischen Hintergründe der Täter, ihrer eventuellen Bewunderer und Mitläufer und der Opfer ist zu vielfältig, um sie hier in aller Ausführlichkeit wiederzugeben. Verbleiben wir bei der Grundstruktur von Mobbing, auch wenn diese schon nicht so einfach oberflächlich wiederzugeben ist. Wenn ich eingangs vom Mobbing eines ganzen Staates gesprochen habe, so ist in diesem Fall das Opfer Staat nicht so ganz unschuldig. Da das Verhalten des Staates bezüglich seiner Verantwortung gegenüber dem Volk nicht fehlerfrei vonstattengehen kann, gleiches Recht für alle, keiner ist fehlerfrei, die Bemühungen vollzogene Fehler zu korrigieren ausblieben, ist es berechtigt, die Verantwortlichen zu ermahnen und Verbesserungen anzustreben.

Ein ganz normaler Verlauf und in einer Demokratie eine Selbstverständlichkeit. Keine Selbstverständlichkeit allerdings ist es, durch gezieltes Schüren von Angst, Streuen von Lügen, nach dem Motto, überall hängt ein bißchen Wahrheit, Verunglimpfungen und Drohungen von Personen als Mittel zur Durchsetzung von Lösungsvorschlägen anzuwenden. Wer durch Lügen, Diffamierungen, Verleumdungen sich das Recht und den Zuspruch erwirken will, seine Lösungsansätze wären die einzig wahre Möglichkeit zur „Wiederherstellung“ eines perfekten Staates, der wird Schiffbruch erleiden. Es sei denn, und hier kommt die Mobbingmöglichkeit zum Zuge, man hetzt mittels Phrasen einzelne Bevölkerungsstrukturen aufeinander, läßt hämisch unterlegte Bemerkungen zu Diffamierungszwecken verbreiten, trotzt bewußt Wertevorstellungen, die noch nicht gänzlich zur „Tradition“ gezählt werden und schürt Existenzängste in sozialen, nationalen, gesellschaftlichen Bereichen.

Ab hier ist jeder Versuch eines Opfers, sich aus diesen Vorwürfen zu befreien der gleiche Erfolg wie der einer Fliege, die im Spinnennetz gefangen, und jedes Bemühen sich zu befreien, sie nur noch mehr verstrickt. Kaum ein Mobbingopfer kann sich ohne Hilfe aus diesen Fängen befreien. Da die Täter meistens am besten agieren, wenn ihr Erfolg von möglichst vielen gesehen und beklatscht werden kann, werden Gleichgesinnte, beziehungsweise aus den verschiedensten Beweggründen Menschen, die aus diesem Treiben Vorteile erzielen können, zur Seite stehen, um sich mit dem Täter im Rampenlicht zu sonnen. Interessant, daß der Herr Zwischenrufer seinen Platz, gefolgt von seinen Parteifreunden, verläßt und an der Schlußausführung kein Interesse zeigt.

Also, wenn der Staat gemobbt wird, kann es nur eine schlichte Antwort darauf geben, und zwar ein gezieltes Desinteresse an den Tätern. Solange sie die Möglichkeit bekommen, im Lichte zu glänzen, werden sie ihr Verhalten nicht ändern. Andererseits muß der Staat dafür Sorge tragen, daß neue konstruktive Ideen diskutiert werden und Anwendungen finden. Es wird Zeit für mehr Bürgernähe und Diskussionspodien landesweit, denn die größte, schönste Perle kann sich in der unauffälligsten Muschel befinden.

Doris Mock-Kamm

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Menschheit am Scheideweg lebensnotwendiger Maßnahmen

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Humanismus im Gefängnis eigener Verfehlungen

Einfach mal durchatmen, aufgestauten Frust bestenfalls ignorieren, sich fallenlassen in der Gewißheit, daß Entspannung nicht nur gesundheitlich förderlich, sondern der unruhige Geist neue Kräfte sammelt, um sich vor den Herausforderungen des Alltags zu wappnen. Welch schöne Vorstellung, die jedem angeraten, sie anzuwenden.

Wir benötigen den Abstand, die Gelassenheit und Ruhe, alldieweil nicht nur im Arbeitsleben genügend Herausforderungen uns beschäftigen bis hin zu Widrigkeiten, sondern darüber hinaus die Flut der Nachrichten, die direkt uns betreffenden Probleme, sei es in der Familie selbst, im Freundes- oder Bekanntenkreis. Mensch reagiert eben jeder auf seine Weise.

Obwohl wir tagtäglich versuchen, unser Leben in den Griff zu bekommen, offenbaren sich genauso die Momente bestimmter Erkenntnisse, denen zumeist ein Zusammenbruch vorausgeht. Jahrzehntelang können wir durchaus funktionieren in einer trügerisch heilen Welt, bis ein bestimmtes Schlüsselerlebnis diese ins Wanken bringt, ausgelöst durch ganz unterschiedliche Ereignisse, der Tod eines Freundes, sehr hohe plötzliche Schulden, der unvorhergesehene Arbeitsplatzverlust, der Lebenspartner sich trennt.

Spannungen in der Familie belasten die Gesellschaft

Wenn Menschen zusammenleben, wird es immer Streitereien geben, das läßt sich keineswegs vermeiden, da wir alle Individuen sind und daher nicht in allem einer Meinung sein können. Doch die Kommunikation dient uns dazu, in den verbalen Auseinandersetzungen über gegenseitige Kompromißbereitschaft die Konflikte zu beheben und so auch zu schlichten. So weit so gut. In dem Augenblick, wo das Gespräch ein Ende findet und Gewalt einsetzt, auch ein Anschreien muß als der Beginn von Gewalt bezeichnet werden, wird der „Kriegsschauplatz“ eröffnet.

Wir können in Familien durchaus damit umgehen, wenn wir schnellstmöglich erst gar nicht eine Fortsetzung dieser einmal entstandenen Gewalt zulassen und uns darüber hinaus professionelle Hilfe holen. Klingt sehr einsichtig, in der Praxis schaut es jedoch leider anders aus. Familien zerbrechen an Gewaltexzessen, die generell insgesamt in der Gesellschaft zugenommen haben. Hierbei spielen äußere Umstände wie Massenarbeitslosigkeit, eine generelle Verrohung in der Gesellschaft, aber auch die Medien sowie zunehmende Armut eine große Rolle, um den Gewaltformen in und außerhalb der Familien eine neue Dimension der Zunahme zu begünstigen.

Haben oder Sein – Fehlentwicklung überdeutlich

Erich Fromm ließ es sich keineswegs nehmen, in seinem wichtigsten immer noch hochaktuellen Buch, „Haben oder Sein„, wo er unmißverständlich die westlich orientierte Industriegesellschaft an den Pranger stellt, die Auswüchse eines nimmersatten Kapitalismus im stetigen Konsumrausch zu bemängeln, wobei das eigentlich Wahrhaftige viel zu kurz kommt: das Sein.

Der Mensch im Strudel einer immer oberflächlicher werdenden Gesellschaft, selbstverloren und orientierungslos zwischen den Fronten verweilend. Kein Wunder, daß Drogenkonsum, Gewaltszenarien neben sozialer Verelendung weiterhin zunehmen, sich Parallelwelten ganz besonders in bestimmten Großstadtmetropolen bilden, die Gesellschaft selbst ins Ungleichgewicht gerät, was zwischenmenschliches Zusammenleben anbelangt.

Rückbesinnung hin zu einer Welt tatsächlicher Gerechtigkeit

Hand aufs Herz, schauen Sie sich um, kann man angesichts weltweiter Kriege, Zerstörung der Umwelt mittels Industrialisierung, einer unübersehbaren Kluft zwischen Armut und Reichtum noch von einer gerechten Welt sprechen, in der Menschen im Einklang mit sich selbst und der Natur zusammenleben? Mitnichten.

Solange jene Entwicklung anhält, sind sämtliche Menschen und deren Folgegenerationen dazu aufgefordert, sie zu stoppen, bevor es zu spät ist. In sofern sich zurück besinnen, was das generelle Dasein von uns allen abverlangt. Worauf warten wir noch?

Lotar Martin Kamm

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Es geschah vor 40 Jahren (05. bis 11. Juli 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur 19. Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, vielmehr der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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Chancengleichheit – fade Lippenbekenntnisse der Ellenbogengesellschaft

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Zwischen Karriereleiter und Obdachlosigkeit

Was dem einen nur noch Türen öffnet, zeigt dem anderen in unmißverständlicher Härte allerdings den eiskalten Weg: ab auf die Sozialrutsche, hin zu Dauerarbeitslosigkeit und sogar in die Obdachlosigkeit, wer ganz aufgegeben hat.

Die Stimmung im Lande verharrt zwischen Frohlocken, Bangen und Hoffen, freudiger Erwartung ob der vielen Luxusgüter, die das Leben so angenehm gestalten und trüben Aussichten mangels zu hoher Mietpreise und teuerer werdenden Lebensmitteln. Natürlich könnte man einwenden, Pech gehabt, das Leben hat stets mit dem Streben nach den eigenen Möglichkeiten zu tun, die es zu nutzen gilt. Mag stimmen, aber nur diejenigen kommen in den Genuß, diese Wege der Karriereleitern zu besteigen, die auch im richtigen Umfeld hineingeboren wurden. Jetzt erheben sich schlagartig all jene, die völlig entrüstet entgegenhalten, daß sie sich ihr Elternhaus nicht ausgesucht hätten.

Doch solche Ausreden ändern nichts am Fehlverhalten, selbst dann nicht, wenn das ewige Argument angeführt wird, man könne nicht aus der eigenen Haut. Dürfen wir demzufolge weiterhin Schuldzuweisungen zum Besten geben, oder aber wäre es vielleicht sinnvoller, in komplexeren Dimensionen zu denken?

Raubtierkapitalismus schafft klare Verhältnisse zwischen Reichtum und Armut

Dabei sollte man unbedingt betonen, daß die derzeitige Form des Kapitalismus entscheidend dazu beiträgt, auf der einen Seite lachende Gewinner hervorzubringen und auf der anderen resignierende Verlierer. Genau dieser Raubtierkapitalismus schafft klare Verhältnisse zwischen Reichtum und Armut. Sind diese so gewollt?

Betrachten wir den Lauf der geschichtlichen Entwicklung, können wir nicht umhin kommen, dies zu bestätigen. Zwar gab es besonders in den letzten zweihundert Jahren ernsthafte Versuche, den Menschen einen sozialen Halt zu geben, der noch bis heute, zumindest in den meisten Industrienationen der westlichen Welt auch Anwendung findet. Jedoch der Überreichtum lechzt ähnlich einem Raubtier nach immer mehr Beute, wobei ihm jedes Mittel recht ist, sein Ziel zu erreichen.

Reelle Kriege dauern an, die das auf besonders bestialische Weise verdeutlichen, gleichwohl die Zerstörung ganzer Infrastrukturen, Firmen, wirtschaftlich bewußt gesteuerter Kahlschlag bis hin zu Verlagerungen ins „billigere“ Ausland. Auf diese Weise erfolgt bei den einen ein Maximalgewinn, während bei den anderen die Armut ganz schnell einkehrt. Wir sollten nicht vergessen, daß es immer Menschen sind, die über Menschen richten, die insofern sich zu verantworten haben, auch wenn sie meinen, sie müßten es nicht, könnten sich davonschleichen durch Ignoranz bis hin zur Verdrehung ganzer Geschehnisse, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken.

Es ist die Politik selbst, die es vorlebt, und dies nicht nur in sich wiederholenden Affären, sondern schon immer, mal mehr, mal weniger. Die Moral längst angelangt im Keller, hingegen der einfache, ehrliche Bürger selbstverständlich sich unterzuordnen und zu funktionieren hat.

Die Häme zum sogenannten „Gutmenschen“ offenbart eine Einbahnstraße

Das unlängst kreierte Wort vom „Gutmenschen“ zeigt nur allzu deutlich, wie hämisch und vor allem kurzsichtig Menschen denken mögen. Denn dieser Spott offenbart eine Einbahnstraße, auf jene die Menschheit schon lange zielgerichtet zusteuert: hin zur kompletten Zerstörung all dessen, was die Schöpfung für ihre Wesen auf Erden sich erdacht hat.

Da der Homo sapiens es selbst war, der Mutter Erde inzwischen unübersehbar mit seinem gierigen Lebenswandel in weiten Teilen zerstörte, liegt es auch an ihm, Wege zu ersinnen, sie wieder gesunden zu lassen: zurück zum biologischen Gleichgewicht des Kreislaufs der Systeme, behutsamen Umgang mit den noch vorhandenen Ressourcen, mit selbstverständlicher Umweltverträglichkeit, im Einklang mit der gesamten Natur, ihren Gesetzen, allen Erdbewohnern bis hin zur Pflanzenwelt – ein Garten Eden, wie er ohnehin uns Menschen geschenkt wurde, also das „verlorene Paradies“ wiederfindend.

Das Ende des nimmersatten Reichtums naht

Alles Illusion? Oder doch möglich, wenn Mensch dies nicht nur erkennt, sondern auch danach lebt? Doch was muß geschehen, um dies umzusetzen? Mit dem Vorsatz allein kommen wir nicht weit. Dieser ganzen Illusion muß ein Bewußtseinswandel vorausgehen, die Menschheit hat zu erkennen, worin ihre große Chance liegt, und vor allem, was bisher verkehrt lief.

Wir sollten niemals uns blenden lassen, was der einzig richtige Weg denn sei – es gibt viele, aber eines sollten sie alle gemeinsam beinhalten: den Menschen an die Hand zu nehmen, ihm vorzuleben, mit welch einfachen, aber gutdurchdachten Mitteln unser Leben gestaltet werden kann, wenn wir dabei einander ohne Vorurteile achten und lieben. In sofern schließen wir doch das üble Kapitel des nimmersatten Reichtums und teilen noch genau das, was uns übrig gelassen wurde auf diesem wunderschönen Planeten Erde.

„Humanität läßt sich nicht verordnen, entweder man praktiziert sie aus Überzeugung auf allen Ebenen oder manche machen sich und anderen etwas vor, worunter deren Mitmenschen dann zu leiden haben.“

Lotar Martin Kamm

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Nachts im Schaufenster

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Wenn die Schaufensterpuppen nachts zusammenstehen
und sich leise flüsternd erzählen, was sie tags gesehen,
dann rinnt der Fluß der menschlichen Überheblichkeiten
durch modellierte Kehlen, die haben nichts zu verkleiden.

Das Kind, das trotzig, schreiend sich auf die Straße wirft,
die junge Frau, die aufreizend, lockend ihren Freier trifft.
Frauen, die die Waren nach dem teuersten Preis aussuchen,
damit jeder erkennt, sie haben erklommen materielle Stufen.

Der Hund, der angeleint wimmert, auf den Gehsteig scheißt,
vom Jugendlichen, der mit einem Stein die Scheibe einschmeißt.
Das blonde Mädchen, das heimlich mit einer Flaschenscherbe,
Kratzer ins Auto zieht, damit das Auto leide und sie nicht sterbe.

Das Hupen von unzähligen Autos, die ihre Runden fahren
im Korso, eine Hochzeit feiern, um Erinnerung zu wahren,
was für tolle Freunde sie doch waren, für die ersten Zwistigkeiten,
sie parteiisch sich verhalten, damit erst recht die Ehen scheitern.

Der Alte, auf dem verdreckten Schlafsack, in sich versunken,
die Umwelt kaum wahrnimmt, täglich bettelnd sitzt, für Stunden.
Das Pärchen, das gemeinsam, eingespielt, klaut wie die Raben,
nicht weil sie es bräuchten, sondern um noch mehr zu haben.

Wenn die Schaufensterpuppen nachts zusammenstehen
und sich leise flüsternd erzählen, was sie tags gesehen,
dann geschieht das nicht aus dem Wunsch unerfüllter Träume,
ihr Blick ohne Masken, hat keine Angst, daß er etwas versäume.

Nafia

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Technische Errungenschaften auf dem Prüfstand

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Kommunikation auf direktem Wege abhängiger Versklavung

Solche Zukunftsvisionäre wie Aldous Huxley, George Orwell oder Jules Verne, um nur mal drei aufzuzählen, würden sich im Grabe umdrehen, erschrocken und vielleicht dennoch bestätigend, in wie weit wir Menschen die selbst erfundene Technik einsetzen im Nützlichen, aber auch in dramatisch gefährlichen Konstellationen.

Zumal der Großteil der Bevölkerung voller Überzeugung sie tagtäglich konsumiert bzw. anwendet. Dabei finden sich trotzdem diejenigen ein, welche ein wenig genauer hinschauen, keineswegs mit blindem Vertrauen die angeblichen Vorteile nutzen, sondern gezielte Blicke hinter die Kulissen wagen. Spielen Handys in unserer schönen neuen Welt im Einsatz neoliberaler Helfershelfer genau deshalb eine zunehmende Schlüsselrolle?

Wenn die Staatsmacht sich am Ende doch durchsetzt

Am Anfang der 1980iger Jahre beunruhigte die bevorstehende Volkszählung als Eingriff in die Privatsphäre viele Menschen im Lande, Überwachungsgedanken flackerten auf, die zunächst mit dem BVG-Urteil vom 15. Dezember 1983 gestoppt werden konnten, weil dortigst das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung per Definition die Bürger schützte.

Es war der damalige Innenminister Friedrich Zimmermann, der es verstand, im darauffolgenden Jahr per taktischem Hin und Her das Volkszählungsgesetz bewußt verkomplizierend nachzubessern, so daß schließlich am 25. Mai 1987 die Volkszählung stattfand. Zuvor wurden gezielt die Daten von tausend Gegnern wie Terroristen behandelt in der APIS-Datenbank des BKA gespeichert, selbst Straßensperren zur Flugblatt-Verteilung ließ er anordnen, zeigte die deutsche Staatsautorität erfolgreich ihre ganze Macht.

Handys – ungeahnte Möglichkeiten

Rund fünf Jahre später begann hierzulande sich eine völlig neue Perspektive abzuzeichnen, die den ersten Kunden noch sehr viel Geld abverlangte: das Mobiltelephon. Diesen Luxus von 3.000 DM konnten sich entsprechend nur wenige leisten, aber gleichzeitig öffnete es eine bisher verschlossene Tür. Dagegen waren all die Proteste und Widerstände zu staatlichen Überwachungsszenarien im Vergleich der sich nunmehr anbahnenden neuen Möglichkeiten vergleichsweise harmlos, weil mit zunehmender Kostensenkung immer mehr Menschen sich ein Handy zulegen konnten, aber zugleich auch Bewegungsprofile und eine kostbare Datenflut unterschiedlichen Interessengruppen, denken wir an Erfassungsbehörden, zweckdienlich zur Verfügung standen.

Von den gesundheitlichen Risiken und Folgen der längeren Benutzung von Mobiltelephonen mal ganz abgesehen, die aus wirtschaftspolitischen Gründen natürlich kleingeredet werden, setzte damit ein weltweiter Trend sich fort, dürfen wir von mehreren Milliarden Handys ausgehen, die tagtäglich ihrem Zweck zufolge eine gigantische Dateninformationsflut preisgeben, die nicht nur ins Visier der Polizei- und Geheimdienste geraten, sondern darüber hinaus bestimmte Wirtschaftsinteressen sehr effektiv sich nützlich zu Gemüte führen.

Der Siegeszug von Monitoring-Firmen

Natürlich möchte jeder interessierte, wache Mensch sich gern umfangreich informieren, was da draußen in der Welt so geschehen mag, wobei ihm heutzutage allein schon das Internet eine sehr große Bandbreite an Informationen liefert, wenn er denn die Zeit, Muse und vor allem das Know-how hat, gezielt und effektiv fündig zu werden. Genau deshalb sind nach wie vor Fachbücher und Zeitschriften willkommen, finden regelmäßige Anwendung, so auch die im Gruner + Jahr Verlagshaus erscheinende Monatszeitschrift GEO. Vorsicht beim Lesen des Artikels „Mini-Jobs für die Armen der Erde“ sei unbedingt angeraten, wer denn skeptisch hinschaut.

Zunächst mag man die selbstgefällige Namensfindung noch gutheißen: „Jana“ entsprechend zum Sanskrit „Mensch“. Beim zweiten und genaueren Blick öffnen sich aber ungeahnte Abgründe perfider Abhängigkeiten, die allein schon bei der Formulierung des Jana-Chefs Nathan Eagle, „in der Dritten Welt gingen bei vielen Menschen bis zu zwölf Prozent des Einkommens für Telephongebühren drauf“, uns zu denken geben sollten. Denn ohne Handys erhielten solch hochgelobte Monitoring-Firmen gar keine Daten für ihre Klientel wie Unilever, P&G oder Danone. Welch entzückende Symbiose bzw. ungeahnte Perspektiven des Datenaustausches und vor allem einer zunehmend flächendeckenden Kontrolle zwischen mittels Werbeindustrie aufgeschwätztem Handy-Konsumgut und „freiwilliger Zusammenarbeit“ zum angeblich beidseitigem Nutzen?!

Das IfW und seine neoliberalen Instrumente

Während man schon beinahe meinen könnte, sich in einem Reality-Kabarett zu befinden, weil unser Bundespräsident dem Jana-Chef den „Global Economy Prize“ des IfW überreichte, holt uns die gnadenlose Wirklichkeit ganz schnell erst recht zurück. Bedenken wir, es war das Kieler Institut für Weltwirtschaft, welches vollmundig meinte, die Eurokrise sei auf die hohe Verschuldung einiger EU-Staaten zurückzuführen, während man wohl eher nicht zufällig das Platzen der US-amerikanischen Immobilienblase kleinredete.

Fast im selben Atemzug forderte dieses Institut zur Flexibilisierung des deutschen Arbeitsmarktes dieselben neoliberalen Instrumente wie die Bundesregierung, also Kürzung der Mindestlöhne, Kündigungsschutzlockerungen, die Umverteilung der Einkommen von unten nach oben.

Reale Chancen aus einsetzender Lethargie?

Keiner kann den Fortschritt aufhalten, außer dieser überschreitet Grenzen der Zumutbarkeit bis hin zur Zerstörung, die man jetzt schon erstaunt und nahezu mutlos beobachtet. Aber das gilt noch längst nicht für unser tägliches Handeln, es sei denn, immer mehr Menschen lassen sich auf eine gewisse Lethargie ein, nehmen eine Unterjochung in Kauf, weil Autoritäten ihnen den Alltag bereits diktieren.

Der klar denkende, mündige Bürger sollte daher aufpassen, stets wachsam rechtzeitig die Reißleine ziehen, bevor Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ sich noch als harmlose Variante entpuppt im Gegensatz zu manch anderen Szenarien.

Lotar Martin Kamm

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