Technische Errungenschaften auf dem Prüfstand

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Kommunikation auf direktem Wege abhängiger Versklavung

Solche Zukunftsvisionäre wie Aldous Huxley, George Orwell oder Jules Verne, um nur mal drei aufzuzählen, würden sich im Grabe umdrehen, erschrocken und vielleicht dennoch bestätigend, in wie weit wir Menschen die selbst erfundene Technik einsetzen im Nützlichen, aber auch in dramatisch gefährlichen Konstellationen.

Zumal der Großteil der Bevölkerung voller Überzeugung sie tagtäglich konsumiert bzw. anwendet. Dabei finden sich trotzdem diejenigen ein, welche ein wenig genauer hinschauen, keineswegs mit blindem Vertrauen die angeblichen Vorteile nutzen, sondern gezielte Blicke hinter die Kulissen wagen. Spielen Handys in unserer schönen neuen Welt im Einsatz neoliberaler Helfershelfer genau deshalb eine zunehmende Schlüsselrolle?

Wenn die Staatsmacht sich am Ende doch durchsetzt

Am Anfang der 1980iger Jahre beunruhigte die bevorstehende Volkszählung als Eingriff in die Privatsphäre viele Menschen im Lande, Überwachungsgedanken flackerten auf, die zunächst mit dem BVG-Urteil vom 15. Dezember 1983 gestoppt werden konnten, weil dortigst das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung per Definition die Bürger schützte.

Es war der damalige Innenminister Friedrich Zimmermann, der es verstand, im darauffolgenden Jahr per taktischem Hin und Her das Volkszählungsgesetz bewußt verkomplizierend nachzubessern, so daß schließlich am 25. Mai 1987 die Volkszählung stattfand. Zuvor wurden gezielt die Daten von tausend Gegnern wie Terroristen behandelt in der APIS-Datenbank des BKA gespeichert, selbst Straßensperren zur Flugblatt-Verteilung ließ er anordnen, zeigte die deutsche Staatsautorität erfolgreich ihre ganze Macht.

Handys – ungeahnte Möglichkeiten

Rund fünf Jahre später begann hierzulande sich eine völlig neue Perspektive abzuzeichnen, die den ersten Kunden noch sehr viel Geld abverlangte: das Mobiltelephon. Diesen Luxus von 3.000 DM konnten sich entsprechend nur wenige leisten, aber gleichzeitig öffnete es eine bisher verschlossene Tür. Dagegen waren all die Proteste und Widerstände zu staatlichen Überwachungsszenarien im Vergleich der sich nunmehr anbahnenden neuen Möglichkeiten vergleichsweise harmlos, weil mit zunehmender Kostensenkung immer mehr Menschen sich ein Handy zulegen konnten, aber zugleich auch Bewegungsprofile und eine kostbare Datenflut unterschiedlichen Interessengruppen, denken wir an Erfassungsbehörden, zweckdienlich zur Verfügung standen.

Von den gesundheitlichen Risiken und Folgen der längeren Benutzung von Mobiltelephonen mal ganz abgesehen, die aus wirtschaftspolitischen Gründen natürlich kleingeredet werden, setzte damit ein weltweiter Trend sich fort, dürfen wir von mehreren Milliarden Handys ausgehen, die tagtäglich ihrem Zweck zufolge eine gigantische Dateninformationsflut preisgeben, die nicht nur ins Visier der Polizei- und Geheimdienste geraten, sondern darüber hinaus bestimmte Wirtschaftsinteressen sehr effektiv sich nützlich zu Gemüte führen.

Der Siegeszug von Monitoring-Firmen

Natürlich möchte jeder interessierte, wache Mensch sich gern umfangreich informieren, was da draußen in der Welt so geschehen mag, wobei ihm heutzutage allein schon das Internet eine sehr große Bandbreite an Informationen liefert, wenn er denn die Zeit, Muse und vor allem das Know-how hat, gezielt und effektiv fündig zu werden. Genau deshalb sind nach wie vor Fachbücher und Zeitschriften willkommen, finden regelmäßige Anwendung, so auch die im Gruner + Jahr Verlagshaus erscheinende Monatszeitschrift GEO. Vorsicht beim Lesen des Artikels „Mini-Jobs für die Armen der Erde“ sei unbedingt angeraten, wer denn skeptisch hinschaut.

Zunächst mag man die selbstgefällige Namensfindung noch gutheißen: „Jana“ entsprechend zum Sanskrit „Mensch“. Beim zweiten und genaueren Blick öffnen sich aber ungeahnte Abgründe perfider Abhängigkeiten, die allein schon bei der Formulierung des Jana-Chefs Nathan Eagle, „in der Dritten Welt gingen bei vielen Menschen bis zu zwölf Prozent des Einkommens für Telephongebühren drauf“, uns zu denken geben sollten. Denn ohne Handys erhielten solch hochgelobte Monitoring-Firmen gar keine Daten für ihre Klientel wie Unilever, P&G oder Danone. Welch entzückende Symbiose bzw. ungeahnte Perspektiven des Datenaustausches und vor allem einer zunehmend flächendeckenden Kontrolle zwischen mittels Werbeindustrie aufgeschwätztem Handy-Konsumgut und „freiwilliger Zusammenarbeit“ zum angeblich beidseitigem Nutzen?!

Das IfW und seine neoliberalen Instrumente

Während man schon beinahe meinen könnte, sich in einem Reality-Kabarett zu befinden, weil unser Bundespräsident dem Jana-Chef den „Global Economy Prize“ des IfW überreichte, holt uns die gnadenlose Wirklichkeit ganz schnell erst recht zurück. Bedenken wir, es war das Kieler Institut für Weltwirtschaft, welches vollmundig meinte, die Eurokrise sei auf die hohe Verschuldung einiger EU-Staaten zurückzuführen, während man wohl eher nicht zufällig das Platzen der US-amerikanischen Immobilienblase kleinredete.

Fast im selben Atemzug forderte dieses Institut zur Flexibilisierung des deutschen Arbeitsmarktes dieselben neoliberalen Instrumente wie die Bundesregierung, also Kürzung der Mindestlöhne, Kündigungsschutzlockerungen, die Umverteilung der Einkommen von unten nach oben.

Reale Chancen aus einsetzender Lethargie?

Keiner kann den Fortschritt aufhalten, außer dieser überschreitet Grenzen der Zumutbarkeit bis hin zur Zerstörung, die man jetzt schon erstaunt und nahezu mutlos beobachtet. Aber das gilt noch längst nicht für unser tägliches Handeln, es sei denn, immer mehr Menschen lassen sich auf eine gewisse Lethargie ein, nehmen eine Unterjochung in Kauf, weil Autoritäten ihnen den Alltag bereits diktieren.

Der klar denkende, mündige Bürger sollte daher aufpassen, stets wachsam rechtzeitig die Reißleine ziehen, bevor Aldous Huxleys „Schöne neue Welt“ sich noch als harmlose Variante entpuppt im Gegensatz zu manch anderen Szenarien.

Lotar Martin Kamm

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Statement zum Ausstieg bei Buergerstimme

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Manch aufmerksame Leser werden es vielleicht bemerkt haben, am 10. November 2015 war mein letzter Artikel bei buergerstimme.com erschienen. Danach entschied ich mich abrupt zum Ausstieg, nur sechs Tage später erschien „Querdenkende“ als Blog im Netz, seit 01. Dezember als Seite. Was geschah, was mich veranlaßte, diese Entscheidung zu treffen?

Kurz gesagt, die politische Gesinnung. Irgendwann müssen wir uns entscheiden, ob man sich unter Rechtspopulisten wohl fühlt oder viel eher genau die mit aller Entschiedenheit verneint. Besonders die historische Vergangenheit verpflichtet mich dazu. Bei Querdenkende wird ein jeder schnell fündig, inwieweit das Thema kritisch behandelt wird.

Distanzierung und vorausgehende Hinterfragung vom wir hin zum Ausstieg

Nachdem ich mir ein deutliches Bild machen konnte beim Besuch auf der kanarischen Insel, keinerlei Bemühungen sich offenbarten, den aufkeimenden Rechtsruck zu unterbinden, den ich stets schon zu Buergerstimmen-Zeiten vehement ablehnte, blieb mir nichts anderes übrig, als dem Portal den Rücken zu kehren. Und das nach guten sechs Jahren, in denen ich die bis dahin erschienenen 4.393 Artikel gewissenhaft lektoriert hatte, von mir dortigst 1.541 veröffentlicht worden waren.

Insofern beuge ich nunmehr vor, damit eine vorsätzliche oder unbeabsichtigte Gerüchteküche weder entstehen mag, noch eine ins Leben gerufene sich fortsetzt. Möge Buergerstimme in den Weiten des Netzes oder wo sonst auch immer auf seine Weise agieren, ich selbst verbitte mir, auch nur ansatzweise mich mit dessen Gedankengut in Verbindung zu bringen oder daß anderes hineininterpretiert wird.

Lotar Martin Kamm

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Süffisant und Arrogant

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Süffisant und Arrogant
saßen im Restaurant
und aßen Hummer.
Ihr bereitete dies Kummer,
nicht daß ihr das Tier leid tat,
sondern wie man es handhabt,
an das Fleisch zu kommen,
irritiert und etwas beklommen:
„Arrogant, es ist schon länger her,
daß ich aß dies Tier vom Meer,
hier sind nur Messer und Gäbelchen,
ich bräucht ein kleines Hämmerchen.“

„Süffisant, Dummerchen, diese Dinger
bricht man mit der Hand, da die Finger,
an der Schere jetzt leicht drehen,
der erste Schritt ist schon geschehen.“
Arrogant zeigte ihr ganz elegant,
die nächsten Schritte: „Eine Hand
auf dem Hummer, mit dem Messer
ein Schnitt durch den Panzer, besser
von vorn nach hinten, Kopf weg,
schon geht’s ran an den Speck.“

Sie legte ihre Hand auf den Hummer,
ein spitzer Schrei, Geschirr in Trümmer,
Süffisant, blaß, nein, weiß wie Kreide,
schielte auf ihre Finger und weinte.
„Dies gemeine Biest trägt mein Rot,
nie eß ich sowas, auch wenn es tot!
Das wär, als wenn ich mich aufeß!“
„Süffisant, mach doch keinen Streß!“
„Daß dich das nicht stört, hab doch gesehen,
du bleibst ja eh an jeder Currybude stehen!“

Nafia

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Rechtes Geschmeiß steht in den Startlöchern

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Pfeil und Bogen in den Köchern, ohne Scheiß

Der klare Blick gen Reichstag, nüchtern, strammstehend, ob nun lambda-fahnenschwenkend, mit Pegida-Plakat oder jenem roten Phallus-Symbol auf helblauen Hintergrund, die rechte Mischpoke gibt sich ein Stelldichein, nutzt jede Gelegenheit, nicht nur die Lügenpresse zu diffamieren, sondern gleich die verhaßte Politik der rot-grün-gelb-schwarz Versifften, ob versprengte 68er, diese Bekifften, dabei oder nicht, Hauptsache sogenanntes Feindbild bloßgestellt.

Kein Wort über eigene Verfehlungen, die sich reihenweise nonstop selbst zerlegend entlarven, das einfache Volk hat schon vorher den Betrug der Etablierten nicht bemerkt, um so simpler läßt sich per gezielter Desinformation und Lügen den Bürger aufhetzen. Oberstes Gebot: Zerschlagung der derzeitigen Macht, um sich selbst einzureihen beim arglistigen Bereichern.

Dabei fanden sich förderlich genügend Lakaien, die ohnehin im germanischen Staate stets auf dem rechten Auge blind zunächst still und heimlich immer dort intervenierten, wo sich undurchschaubare Gelegenheiten ergaben, in der Justiz, bei der Polizei bishin in der Bundeswehrtruppe oder gar in der Politik selbst. Anfangs noch das ein oder andere Mal enttarnt angesichts eines vorgeschobenen deutschen Schuldkomplexes, zunehmend direkter, offener und unverblümter bei anhaltend sichtbaren Rechtstrend.

Rechtes Geschmeiß steht längst in den Startlöchern, Pfeil und Bogen in den Köchern, ohne Scheiß! Aber das weiß der wache Beobachter ohnehin, auch das hat seinen unbedingten Sinn. Mit dem US-Feindbild vor Putins Ost-Toren vermag schnell eine neue Gemeinschaft auserkoren, die man für eigene Zwecke mal eben ernennt. Seht nur, wie die Masse rechtem Gedankengut hinterherrennt. Oh man, das Volk mal wieder pennt!

Hatten wir das nicht schon hinter uns im letzten Jahrhundert, was dermaßen kriegerisch genug anmahnende Spuren hinterließ? Ach ja, da gibt es unter ihnen Gesellen, die behaupten, in friedlicher Absicht zu sein. Wer das glaubt, ist ein bedauerlich armes Schwein! Seht nur ihren Haß in den Augen, was sie sich alles an Phrasen gegen Andersdenkende, gar Ausländer erlauben. Eine Mär jagt die nächste, und der einfache Mensch verfällt denselben Versprechen wie schon etliche male zuvor. Schau genauer hin, wie sie dich betrügen mit ihren Lügen, du konsumorientierter Tor!

Drum sei Euch dringlich nahegelegt: Prüft deren Worte ganz genau, bevor es zu spät. Vor allem wartet nicht zu lang, laßt sie erst recht nicht gewähren, denn ihre Brut zieht gewissenlos an einem Strang, sie gar von bestimmten Lobbyistengeldern zehren. Es war schon immer ganz simpel, Haß zu schüren, Unsichere zu blenden, mit gezielten Worten zu verführen, dabei selbst zu prassen und zu verschwenden.

Sie gaukeln Euch vor, es gäbe kein rechtes Gedankengut, national und patriotisch im Herzen sei nur ihr Anliegen, dabei fließt schon bald wieder Blut, wenn deren Wut sich sehr gezielt entlädt, sie alle Widersacher bekriegen. Gebt fein acht, sonst ein tödlicher Wind weht, der ganz schnell entfacht.

Lotar Martin Kamm

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Ins Gesicht weht der Wind

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Bin mir manchmal selbst ein fremdes Kind,
das aufrecht steht, ins Gesicht weht der Wind.

Der Trotz, die Sturheit sind auf die Stirn geschrieben,
egal was ich tu, ich kriege es nicht abgerieben.

Nur ein liebendes, freundliches Kind zu sein,
brennt in meinen Augen wie Sonnenschein.

Ich verstehe die Menschen, die Erwachsenen nicht,
scheinbar haben sie vergessen, zu leben, ich nicht.

Emotionen, Gedankenaustausch brauche ich zum Sein,
kein Verstecktes zum eigenen Vorteil, das tut man nicht, nein.

Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Respekt habt ihr mich gelehrt,
danach lechze ich, aber ihr selbst lebt in einem Lügenbett,

ihr traut euch nicht, zu stehen zu euerm eigenen Anstand,
tragt Masken und drückt damit die Wahrheit an die Wand.

Da bleib ich lieber das verschmähte, mir manchmal fremde Kind,
gemeinsam stehen wir aufrecht, ins Gesicht weht uns der Wind.

Nafia

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Wetter: Wenn der Sommer ins Wasser fällt

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Viel Nässe und zu kühl – nichts außergewöhnliches, oder doch?

Kaum ein Wort läßt Augen heftiger rollen, Unmut freien Lauf wie das Wort Wetter, das an fast allem schuld zu sein scheint. Ob bei einer Fußball-EM in Frankreich, auf der Fahrbahn, bei Partys oder Großveranstaltungen, spielt das Wetter verrückt, hat man schnell den Schuldigen ausgemacht.

Wenn der Sommer ins Wasser fällt, und bisherig hält der regenreiche Trend in weiten Teilen Deutschlands an, sinkt die Laune bei vielen, gerade in der einsetzenden Urlaubszeit daher der Weg zum Flughafen gen trocken-warmen Süden umso sehnsüchtiger stattfindet. Jene anhaltende Nässe begleitet mit eher kühlen Temperaturen nichts außergewöhnliches, oder doch?

Rückblicke extremer Wetterverhältnisse im Herzen Europas

Frost im Juli in Europa? Keine Sorge, danach schaut es trotz des bisherigen Verlaufs des derzeitigen Sommers nicht aus. Aber bekanntlich spielen heftige Vulkansausbrüche eine nicht unwesentliche Rolle aufs Wettergeschehen, so auch der Ausbruch des Tambora auf der indonesischen Insel Sumbawa im Jahr 1815. Ein Jahr später, also genau vor 200 Jahren beherrschte das „Jahr ohne Sommer“ weite Teile der nördlichen Halbkugel, somit ebenso Europa, es gab Frost im Juli, extreme Mißernten, die Menschen wanderten vermehrt aus.

Auf der anderen Seite die gegenteilig lange Liste der sogenannten Jahrhundertsommer. Neun Jahre zuvor gab es in Deutschland gleichauf wie im Jahre 2003 den heißesten August seit Beginn der offiziellen Wetteraufzeichnung (1761). Zwei Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg beherrschte der sogenannte „Steppensommer“ Deutschland. Wer erinnert sich noch an die große Dürre in Europa im Sommer 1976, als die Wiesen ockerfarben bis braun das Landschaftsbild prägten? Im neuen Jahrtausend bzw. Jahrhundert folgten gleich vier Sommer mit extremen Hitzewellen: 2003, 2006, 2010 und der vom letzten Jahr. Ersterer war der längste bisher stattgefundene Sommer, der obendrein sämtliche Höchsttemperaturrekorde brach.

Prognosen und Wettertrend verheißen nichts gutes – Siebenschläfer keine Mär?

Werfen Sie einen Blick zum Wettergeschehen des 27. Juni, dem Siebenschläfertag. Die alte Bauernregel, eine aufgrund etlicher Jahre zurückliegenden Beobachtung zum Wettergeschehen der weiteren sieben Wochen mag man als Mär abtun, in Wirklichkeit haben sich aber dessen Prognosen in der Regel bestätigt.

Dürfen wir demnach auch in diesem Jahr eher mit einem naßkalten Sommer rechnen, selbst wenn er zaghaft hervorblinzeln soll? Vergessen wir dabei nicht, meteorologisch befinden wir uns längst im zweiten Drittel an diesem heutigen Tag, den die USA als ihren 240. Nationalfeiertag feiern. Länger anhaltendes Hochdruckwetter kündigt sich zunächst mal nicht an. Sehnsuchtsvoller Blick gen August, obwohl schon der Hochsommer mit solch kühl-naßem Wetter seinen Zenit erreicht hat, der ja bekanntlich von Mitte Juni bis Ende Juli dauert? Dann mögen es vielleicht die Hundstage (vom 23. Juli bis 23. August) richten, die in der Regel als die heißeren Sommertage gelten.

Lotar Martin Kamm

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Du bleibst ein Ich

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Als das Ich diese Welt betrat,
hatten zwei Menschen sich vereint,
das Ich ward ungefragt,
ob es wollte oder nicht,
ob es geschah mit Gewalt oder Liebe,
aus Freude oder Gewaltanwendung,
aus dem Akt wurde eins, ein Ich.

Das Ich gedieh
mit Fürsorge und Strenge,
bekam einen Namen,
damit man es erkenne
unter all den andern Ichs.
Es lernte Hunger, Wärme,
Wohlbefinden, Einsamkeit
und verglich verschiedene
Reaktionen, und merkte es sich.

Das Ich fühlte sein Sein
und ließ es die Umwelt spüren,
erste Reibungen entstanden,
Trotz, Wut, Verständnis, Liebe
wechselten sich ab,
Lachen, Weinen, Schmerz, Trauer,
Unterschiede bildeten sich
auf Dauer, die Persönlichkeit wuchs.

Das Ich lernte Wörter, Begriffe,
Zusammenhänge,
auch Ablehnungen, Zuspruch,
Freunde, Gegner,
mit Gleichgesinnten trieb das Ich
sich herum, das stärkte für später.
Mit der Zeit der Rebellion wuchs
Wissen und Kraft fürs Erwachsensein.

Das Ich verschleuderte seine
Jugendlichkeit mit vollen Händen,
alle aus Erfahrung gezogenen
Konsequenzen, bis der Körper
die erste Bremse zog.
Es begann ein Nachdenken,
vielleicht ein Umdenken,
das Ich in andere Bahnen zu lenken.

Das Ich resümierte, haderte eine Weile,
blieb sich treu, erkannte Fehler,
ging stur weiter voran, verzieh,
wurde verbittert, einsam oder aufgefangen
im Kreis von Verständigen, von Liebenden.
Am Tag des Abschieds aus dieser Welt
das Ich ward wieder ungefragt,
ob es wollte oder nicht,
ob es geschah mit Gewalt oder Liebe,
aus Freude oder Gewaltanwendung,
aus dem Akt blieb eins, sein Ich.

Nafia

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