Soziale Gemeinschaft überlebensnotwendig

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Helfersyndrom im Bann gesellschaftlicher Ausgrenzung?

Meistens wird man scheel angeguckt und mit einem leisen Kopfschütteln bedacht, wenn man sich dazu bekennt, ein soziales Wesen zu sein. Bereits in frühester Kindheit, vielleicht bei dem einen mehr oder weniger, wird man dazu angehalten, „teilen“ zu lernen und sich sozial zu verhalten.

Ein Grundprinzip für das Miteinander in der Familie, im Kindergarten, in der Schule, im Beruf und im Leben schlechthin, und doch fürchten sich viele vor den „Sozis“. Demnach muß es komplett falsch sein, was wir unseren Kindern von klein auf mit auf den Weg geben, wenn wir sie auffordern, ihre Süßigkeiten mit dem Geschwisterkind zu teilen oder bei Streitigkeiten nicht einfach zuzuschlagen, oder dem anderen ein Spielzeug einfach wegzunehmen; denn Kinder sind zuallererst Anarchisten.

Ihr oberstes Ziel ist es, für sich zuerst zu sorgen, schließlich will der Hunger gestillt und das körperliche Wohlbefinden wieder hergestellt werden (Windel wechseln), die wohlige Wärme und der körperliche Kontakt zur Bezugsperson wird eingefordert, ansonsten wird gebrüllt!

Ziemlich natürliche und selbstverständliche Verhaltensweisen, sind wir doch anfangs unserer Umwelt hilflos ausgeliefert und auf den Nächsten angewiesen. Kaum sind die Kinder jedoch den Windeln entwachsen, werden sie in die Spielregeln der Erwachsenenwelt eingeführt, damit sie im Sozialgefüge der Familie und ihrer entsprechenden Umgebung ihren Platz finden.

Nun, was bedeutet sozial? Gesellschaftlich, die gesellschaftlichen Beziehungen der Menschen untereinander betreffend, auf das Gemeinwohl gerichtet, gemeinnützig, menschlich, hilfsbereit, wohltätig, gesellig lebend, barmherzig, karitativ, uneigennützig.

Insofern eine soziale Gemeinschaft wichtig, und wenn ja, warum? Wäre es nicht sinnvoller, den angeborenen Anarchismus zu fördern, jedem das Seine, mir das Meiste? Alle Religionen hätten auf einen Schlag keine Daseinsberechtigung mehr! Alle gegen alle, und jeder gegen jeden! Ist so eine Welt nicht erstrebenswert?

Stets diese „Gutmenschen“ mit ihrem Gesäusel des friedlichen Miteinanders und der Forderung nach Teilung der Güter. Der eine oder andere mag sich noch an die 60iger und 70iger Jahre erinnern, als man unbedarft durch die Fußgängerzonen schlenderte und fast an jeder Ecke zum friedlichen Verweilen aufgefordert wurde, und „Peace Not War“ in aller Munde war.

Soziale Ausgrenzung, ob aus religiösen Gründen, ob aus nationalen Gründen, ob aus materiellen Gründen, ob aus neidischen Gründen, ob aus visuellen Gründen, wohin man blickt, kein friedliches Miteinander: ein Leben nach anarchistischen Prinzipien.

Solch ein Kindergartenkind, das auffällig oft versuchte, Streit zu schlichten und liebevoll weinende Altersgenossen tröstete, wenn sie sich wehgetan hatten, wurde von den Erzieherinnen als das Kind mit dem Helfersyndrom abgestempelt. Soziales Verhalten herabgestuft zur Rüge und Zurechtweisung, sich nicht überall einzumischen. Mitleid und Fürsorge als Krankheitsbild für einen heranwachsenden Menschen, dem der Nächste am Herzen liegt, das führt zur gesellschaftlichen Ausgrenzung.

Doris Mock-Kamm

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Elfenbeinhandel: EU verweigert absolutes Handelsverbot

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Brüsseler Diktat macht sich zum Handlanger von Wilderern

Wer kennt sie nicht, diese Zeitvergleiche in Bezug zu gewissen Taten, in diesem Fall erschreckenden. Alle 15 Minuten töten Wilderer einen Giganten, der Afrikanische Elefant ringt somit ums Überleben, schreibt „Rettet den Regenwald e.V.“, bittet damit um zahlreiche Unterschriften in der Petition, die das Brüsseler Diktat anprangert, da es sich zum Handlanger von Wilderern mache, die EU verweigere das absolute Handelsverbot, die Fortsetzung des Elfenbeinhandels nimmt ihren Lauf.

Ein wenig mehr als die Hälfte der afrikanischen Staaten, nämlich 29, wirken an einem absoluten Handelsverbot für Elfenbein, auch wenn China und die USA dies unterstützen, verbleiben immer noch 25 unwillig zögernde afrikanische Staaten und eben diese EU.

Yahoo war gestern – heute Anmahnung der Korruption dringender denn je

Als wir im Februar dieses Jahres über die Gefährdung der Elefanten berichteten und vor allem die Erklärungsnot von Yahoo rügten, kam dieser Verweis wohl eher einem „kleinen Vergehen“ gleich, wenn man das gesamte Ausmaß der weiteren Vorgehensweise beim Elfenbeinhandel und der damit verbundenen Wilderei betrachtet. Der Elefant bleibt das Opfer, in zehn bis spätestens fünfzehn Jahren schon kann in Afrika nicht mehr dieser Dickhäuter vertreten sein.

Mittendrin und daher fest im Sattel sitzend ein Haufen korrupter Politiker in Brüssel selbst, die wohl ihre Finger nicht lassen können am Mitverdienen – auch wer untätig schweigt, sich somit Vorteile verschafft – bei solch dubiosen Geschäften mit dem Elfenbein. Arglos wurde zugelassen, daß binnen zwei Jahren von 2011 bis 2013 an die 100.000 Elefanten deshalb ihr Leben ließen. Und immer noch sperrt sich die EU dagegen?

Von der Elfenbein-Connection zu Aktionen gegen Elfenbeinhandel

Vor 4,5 Jahren kam es zu einem regelrechten Abschlachten von über 300 Elefanten in einem Nationalpark in Kamerun, an die einhundert Wilderer hätten das Massaker verübt, wie National Geographic im Artikel „Die Elfenbein-Connection“ berichtete. Dabei verwies Bryan Christy ebenso auf die Hauptkäufer- und Interessenten in China, auf die Zwischenstation Philippiniens, die nahezu frapante Ohnmacht seitens CITES, welches sich einem „schwarzen Loch“ gegenüber sieht, immerhin trägt der Umschlagplatz Thailand für illegal gehandeltes Elfenbein und Tropenholz erheblich mit dazu bei.

Umso wichtiger, daß wesentlich mehr weltweit gegen den Elfenbeinhandel unternommen wird. Schlimm genug, daß die EU sich dermaßen sperrt. Am Samstag, dem 24. September dieses Jahres findet der Global March for Elephants & Rhinos statt, nicht nur in Hamburg, parallel zur Cites Artenschutzkonferenz in Johannesburg. Ebenso sind Demos in Berlin, München und Stuttgart organisiert, weltweit hier zu ersehen.

Lotar Martin Kamm

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Ergänzung zu: Gewalt und Hass bestimmen die Medien

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Herrlich diese Reaktionen von manch selbsternannten Journalisten, Bloggern und anderen angeblich Intellektuellen. Aufgrund des Artikels „Gewalt und Hass bestimmen die Medien“. Was erscheinen denn dabei für merkwürdige Vorurteile?

Wer also eine Frau Merkel mit keiner Silbe erwähnt, schon gleich gar keinen Heiko Maas, der muß angesichts berechtigter Schelte gegen den Rechtspopulismus automatisch ein glühender Befürworter der Bundespolitik sein? Einfach mal die Kirche im Dorf lassen, rate ich gern. Nur weil nicht drin steht, was der Autor denkt, mögen irgendwelche Spekulationen dienlich werden?

Ganz im Gegenteil, all die Artikel, die bei Querdenkende bisherig erschienen, sollten schon verdeutlichen, in wie weit die derzeitige Politik in Berlin eben nicht gelobt werden kann. Nur jedesmal dies zu betonen, wäre ein wenig übertrieben, um es mal salopp zu formulieren.

Seit wann sind denn klare Wörter wie „Rassismus“ oder „Hetzer“ ein NoGo? Ganz im Gegenteil, es belastet nicht nur die politische Landschaft, es brauen sich dieselben Muster erneut zusammen, die wir eben nicht wollen! „Wir“, das sind all die Menschen, die gern als „Gutmenschen“ diffamiert an einen angeblichen Pranger gestellt werden. Dieser Pranger meint, er hätte das Recht erwirkt, pseudointellektuell sich wie ein Pfau zu winden, um mit dem Finger auf sie zu zeigen. Kann und darf er, muß aber mit entsprechenden Reaktionen rechnen.

Wo wurde eine Frau Petry jemals als eine Gallionsfigur à la „Hitler“ hingestellt? Das ist genauso unsinnig wie die oftmals nachlesbare Gangart gegen eine Frau Merkel, sichtbar auf manch Plakat mit entsprechendem Bärtchen. Wer solch simple Argumente auffährt, der scheint exakt dem Gleichnis „getroffene Hunde bellen“ zu entsprechen, weil ihm nichts besseres mehr einfällt.

In anderen Worten, was keinem Selbstlob entsprechen möge: voll ins Wespennest gestochen. Da schreien sie auf, all jene, die bereits ein Ventil gefunden haben, sich Luft zu machen, um von ihrem eigenen Frust und Unvermögen abzulenken. Sie reihen sich somit ein ins „Heer der Hetzer“, wähnen gar eine AfD als „demokratisch legitimiert“. Sicher doch, bis dahin stimmt dies, weil per Wahlgesetz in Folge berechtigt. Doch Kritik an deren Umfeld, die sei weiterhin gestattet, die wird erst recht formuliert. Es verbleibt die Feststellung: Rassismus ist unerwünscht, führt zu noch mehr Haß und Gewalt. Punkt.

Lotar Martin Kamm

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Gedanken ziehen lassen

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Der Himmel grau.
Ja, grau, nicht blau,
die Haare naß,
sitz ich zum Spaß
im Garten rum,
hör bumm, bumm
aus dem Kopfhörer,
ohne irgendein Störer.

Die ganze Welt kann mir
gestohlen bleiben, irr
ist sie, allenthalben,
sogar die Schwalben
fliegen ständig im Kreis
Achter, der Schweiß
tropft vom Zusehen
auf meine roten Zehen.

Ach Quatsch, das ist nur
Wasser. Panik? Keine Spur.
Der Himmel dunkler schon,
hätte ich ein Mikrophon,
könnte ich mitsingen,
mit Flügeln als Schwingen
die Stimme benützen,
die Welt naß spritzen,

daß Liebe ihre Sinne
wieder zum Atmen bringe.
Donner grollt in der Ferne,
der Geist genießt die Sphäre,
Musik im Ohr, Gewitter
in der Natur, ohne Gitter
Gedanken ziehen lassen,
mag sein, ihr könnt sie fassen.

Nafia

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Gewalt und Hass bestimmen die Medien

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Hetzer der rechten Szene frohlocken allenthalben

Auf ein Wort an all diejenigen gerichtet, die meinen, sie könnten am Leid anderer auch nur ansatzweise sich laben, für ihre menschenverachtenden Zwecke nicht nur Kapital schlagen, sondern obendrein Unsichere quasi rekrutieren. Wir schauen hin.

Und nein, keine Antifa oder angeblich „Links-grün-versiffte 68er“, sondern Menschen jenseits irgendwelcher politischer Strömung, weder aus den Reihen der „verkappten“ Reps, der getarnten Identitären oder allen Parteien wie AfD, NPD und Co., vielmehr mitten im Leben stehend, beobachtend, was da so geschieht neben berechtigter Kritik zur US-Politik, der Waffengeschäfte der Bundesregierung, die ebenso die Grünen selbst mittragen.

Verwundernd und erstaunt über das vielseitige Schweigen in der Mitte der Gesellschaft, die weiterhin genau jene Parteien wählen, die mit verantwortlich an weltweiter Ausbeutung, dessen Folgen der Armut, dem Überreichtum, dem Terror, ob gezielt inszeniert oder aus blanker Not und Wut, über den „Krieg gegen den Terror“, an der unerschrocken sich ausbreitenden Gewalt, der Zunahme des Hassens in vielseitigen Ebenen, überall dort, wo Menschen zusammenfinden.

Das simpelste Mittel wirkt wohl weiterhin: Angst verbreiten, Haß schüren, sich billiger Parolen bedienen. Das geschah vor der dunklen Nazi-Zeit hierzulande, währendessen sowieso und soll erneut fruchten. Wer immer noch drauf hereinfällt, hat das Nachsehen. Noch greifen die demokratischen Instrumente in diesem Land, in Europa, obwohl die Kritik an dieser EU zurecht wächst. Kein Grund Nationaldümpelei besonders hervorzuheben, daß dies nicht fruchten wird, sollte die Geschichte uns gelehrt haben!

Die neue Rechte argumentiert gern, dabei meist naserümpfend, es gäbe keine „Rechte“, die US-Politik will per EU-Krake die Europäer gefügig machend vereinahmen, sich ihrer Nationalitäten beraubt hilflos dem Hegemon anzuschließen, der dann die Welt beherrscht. Freie Menschen, egal welcher Nationalität, können durchaus sich wehren, wenn sie eben eine EU ablehnen genauso wie die Vereinnahmung seitens den USA, dazu bedarf es keiner ausdrücklichen nationalen Instrumentalisierung. Im Gegenteil, Multikulturalismus ist viel eher ein Garant für ein friedliches Zusammenleben, wenn eine solche Gesellschaft sich untereinander toleriert, ohne andere bekehren zu wollen.

Einfache Strategie derer, die allenthalben frohlocken: Hervorhebung sogenannter Lügenpresse. Welch simple Taktik, die aber einen Haken hat. Nicht alle Medien lügen automatisch, das wäre derart kontraproduktiv, daß tatsächlich berechtigte Zweifel aufkämen. Doch wer entscheidet, was der Wahrheit entspricht, was ein Fake, eine Ente bis hin zur dreisten Lüge? Der gesunde Menschenverstand, der allerdings immer mehr gezielt verunsichert werden soll, teilweise gar erfolgreich, wenn man einen Blick in die Kommentare der Medien wagt, zur Social Media wie z.B. Facebook und Co.

Was lernen wir daraus? Wachsam bleiben, sich nicht einlullen lassen im Rausche simpler Rezepte jener „neuen Rechten“, die auch nur eines im Sinn haben: Zwietracht säen, damit deren krudes Weltbild sich ausbreiten solle. Wollen wir das, all wir freien kreativen Querdenker, bei denen Toleranz, Nächstenliebe und vor allem keinerlei Rassismus Platz in unserem Leben hat? Dann liegt es an uns selbst, weiterhin zu differenzieren, jenen Hetzern keinen Raum zu geben, ihr bösartiges Gedankengut auszubreiten. Jede Gegendemo zur Fremdenfeindlichkeit bedeutet ein deutliches Signal, eben den alten Nationalismus nicht mehr zuzulassen.

Manchmal bedarf es weitreichende Reisen, um zu erkennen, inwiefern Fanatismus erheblichen Schaden anrichtet. Das Tragische daran: Fanatische Menschen sind dermaßen verblendet, daß sie voller Überzeugung Humanismus einfordern, in dem sie einer Gewaltzunahme freien Lauf lassen.

Lotar Martin Kamm

Dieser Artikel sei unbedingt Sylvia Klings Projekt „Gegen das Vergessen“ gewidmet.

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Gesellschaft: Chaotischen Zeiten widerstehen ohne jedwede Hysterie

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Was sollte Mensch veranlassen, endlich Frieden zu finden?

Was heute für sicher erklärt, kann morgen bereits entrissen im Sande liegen, in den Wogen der wellenumspülten Salzwassermassen ans Ufer geschleudert in letzten Zuckungen seinem Ende entgegenblicken. Bezeichnenderweise wiederholen sich die Folgen der Gewaltszenarien, während Mensch im Dunkeln tappend ahnungslos einem fraglos müßigen Idol nacheifert, welches nicht im geringsten eine Spur von Reue empfindet, wenn alles auf Endzeitzerstörung hinausläuft.

Chaotische Zeiten lauern heute mehr denn je, obwohl gewisse Persönlichkeiten sich hin und wieder zu Wort melden, Mäßigung anmahnen, mit Ratschlägen aufwarten. Was sollte Mensch veranlassen, endlich Frieden zu finden?

Menschliches Augenmaß wider der Weltreligionen

Nahezu alle großen Weltreligionen haben ausgesorgt, beschäftigen tatsächlich mehrere Milliarden Menschen trotz Aufklärung, neuzeitlich befreitem Leben, sowohl mit ganz pragmatischen Arbeitsplätzen bis hin zu direkten wirtschaftlichen Verflechtungen, die einigen Ländern diktieren, wie deren Lebenswandel sich gestaltet. Darunter das Christentum, allen voran der Vatikan und somit die Katholische Kirche mit ihrem unermeßlich angehäuften Reichtum, man denke nur an deren weitverbreitete Heuchelei, welche nach wie vor bis in die Tagespolitik meint, sich einmischen zu müssen. Was für eine wundersame Erkenntnis nach Jahrhunderten eigener Bereicherung!

Dürfen wir uns glücklich schätzen, daß kein Heilsbringer in Sicht? Obwohl jenes Gleichnis von der Wiederkehr Jesu ohnehin keiner realen Grundlage entspricht, außer man glaube unbedarft an Gottes Sohn. Lassen wir jenen Christen ihren Glauben, diesen Respekt kann man ihnen entgegenbringen. Politische Entscheidungen sollten sich wenigstens an das halten, was ihnen abverlangt wird: ein menschliches Augenmaß ohne Bevorzugung bestimmter Auserwählter. Doch daran hält man sich mitnichten.

Selbstbewußtsein muß Wege der Entfaltung zulassen

Wer dem Schauspieler die Bühne oder die Leinwand entreißt, dem Musiker dessen Instrumente, dem Schriftsteller die Mußestunden des Schreibens, wenn Jongleure ohne Bälle im Dunkeln ausharren, weil sämtliche Energien aussichtslos einer unsicheren Zukunft entgegenblicken, die heimgesucht von Endzeitstimmung, da mag der noch aufmerksame Mensch sich fragen, warum kein anderer Ausweg gefunden. Können wir, außer Hoffnung zu schöpfen, solche desaströse Entwicklungen überhaupt noch aufhalten, ihnen etwas entgegensetzen?

Was im Kleinen begonnen, denken wir zurück an unserer Kindertage, sich jedoch im Laufe des gnadenlos ellenbogenartigen Arbeitslebens als eine knallharte Wirklichkeit entpuppt, spätestens dann setzt Resignation ein. Doch es ist nie zu spät trotz vieler Widrigkeiten. Hat sich erst mal mit der Erkenntnis eigentlich einfacher Zusammenhänge daraus ein gezielt angestrebtes Selbstbewußtsein entwickelt, besteht die Chance, daß jene andere motivieren, ihren Gedanken zu folgen. Kann natürlich nur funktionieren für diejenigen, die noch nicht gänzlich der Ablenkung, dem Konsumrausch verfallen, noch bereit sind, sich zu wandeln, umzudenken und entsprechend aktiv mitwirken.

Kein einfaches Unterfangen, aber nicht aussichtslos. Muß dafür der Leidensdruck noch größer vorherrschen, bevor endlich ein Umbruch einsetzt? Es schaut ganz danach aus. Nicht einige wenige Botschafter vermögen die Menschheit vor ihrer eigenen Zerstörungsgewalt befreien, sie müssen es schon selbst erkennen und entsprechend weise handeln. Verpassen sie die Gelegenheiten, werden es andere für sie richten, mit düsterem Ausgang.

Lotar Martin Kamm

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Sing mir ein Lied

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Sing mir ein Lied vom Leben,
wie es sich anfühlt, gerade eben.

Den Schmerz, den du spürst,
der eiskalt dein Herz berührt.
Laß mich mit dir fühlen,
bezwing den Schmerz nicht mit Lügen.

Wie fühlt sich an bei dir Freude,
kommst du dir vor, als schleudere
dich das Karussell im Kreis,
bis dein Herz ist kochend heiß?

Sing mir ein Lied vom Leben,
wie es sich anfühlt, gerade eben.

Du lebst in völliger Einsamkeit,
niemand mehr das Leben mit dir teilt.
Um wieder mal eine Stimme zu hören,
liest du leise, ohne die Nachbarn zu stören.

Des Nachts bist du auf Trebe,
als ob es kein Morgen mehr gebe.
Tummelst dich zwischen Menschen,
frei, ohne Furcht und Bedenken.

Sing mir ein Lied vom Leben,
wie es sich anfühlt, gerade eben.

Du willst mit mir gemeinsam singen,
sogar auf Tische und Bänke springen,
weil du dich gerade losgelöst fühlst
von allem, was dich am Boden hielt.

Dies ist mein Lied vom Leben,
mal traurig, mal fröhlich, eben.
Mal verrückt, mal ins Ich versunken,
mal von Trauer, mal von Spaß betrunken.

Sing mir ein Lied vom Leben,
wie es sich anfühlt, gerade eben.

Nafia

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