Gesellschaft: Trugschluss ewiger Jugend verhöhnt das Altern

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Arbeitsmarkt fördert Altersarmut

Eine freie Entfaltung der Jugend sei ihr unbedingt gegönnt, um dies gleich mal vorneweg zu betonen. Gibt es doch nichts schöneres, als sorgenlos in den Tag hinein zu leben, was interessiert schon die Zukunft, jetzt reißen wir Bäume aus, stellen die Welt auf den Kopf und zeigen es den Alten. Na, kommt Ihnen das bekannt vor?

Ganz genau, sie sind gemeint, die jenseits der 50 manchmal wehmütig zurückblicken auf ihre jüngeren Tage, nicht wissend, was da noch so alles auf sie zukommen mag. Älter werden, nichts leichter als das? Oder vielleicht doch viel eher schwieriger als uns die Gesellschaft glauben lassen will? Willkommen in der Wirklichkeit, die manchen eben nicht weich auffängt, sondern ihr eher hart entgegenblickt.

Der Geist mag willig sein, der Körper dennoch versagt

Vieles vermag der Geist zu meistern, läuft er doch teilweise in Hochform auf, bedenken wir, daß bei Bedarf jede Menge Erfahrung abgerufen werden kann, die der Jüngere erst mal sich anzueignen hat. Dennoch häufen sich die Momente, wo Geist und Körper eben nicht mehr im Einklang miteinander harmonieren. Während manche Menschen schon ziemlich früh zu altern beginnen, das verhält sich halt so unterschiedlich, wie Organismen ohnehin selbst sind, vermögen andere wiederum bis ins hohe Alter hinein, nicht nur jung auszusehen, sondern besitzen noch ungeahnte physische Kräfte.

Natürlich kann ein jeder ein Stückweit vorbeugend die eigene Fitness sich bewahren, was auf diese Weise dazu beiträgt, den Altersprozeß zu verlangsamen, dennoch wirklich aufhalten kann ihn real niemand. Auf eine einfache Formel gebracht, verhöhnt dabei der ewige Jugendwahn nicht die Alten?

Werbeindustrie verlogener denn je

An jeder Ecke, auf jedem Plakat blicken uns die ewig junggebliebenen Alten entgegen, erst recht wer denn die Glotze einschaltet. Da läuft eine angeblich über 50-Jährige gazellengleich mit der Haut einer 30-Jährigen barfüßig über den sterilsauberen Laminatfußboden, das Licht dem erstaunten Zuschauer strahlend hell jede Pazifikinsel am Äquator toppt, Hauptsache der passive Konsument verfällt dem Irrtum, mittels etwas entsprechender Creme sein Altern aufzuhalten, ihn wesentlich jünger aussehen zu lassen. Schön, wenn so viele Verbraucher nach diesen Vorgaben handeln, das Konzept der Werbeindustrie aufgeht.

Machen wir es uns hierbei nicht ein wenig zu leicht, weil in Wirklichkeit stets die Gesellschaft bestimmt, was sie will und eben was nicht? Wir dürfen uns nicht wundern, wenn der Traum vom ewigen Jungsein meist platzt, spätestens, wenn mit den ersten Falten, dem Nachlassen der Kondition und dem Verblassen bestimmter Erinnerungen uns knallhart aufgezeigt wird, daß wir in die Jahre gekommen!

Eigentlich sollte uns das keineswegs ängstigen. Und doch nagen ständig Selbstzweifel an uns, die allesamt ganz viel mit dem verlogenen Verhalten dieser Gesellschaft zusammenhängen. Es verträgt sich eben nicht, die Ignoranz des Altwerdens mit dem Anspruch nach außen hin stets jung zu bleiben. Ganz einfach: Die Menschen werden halt alt, na und? Steckt ebenso das Sterben, das Tabu des Todes mit dahinter, weil weiterhin immer noch verdrängt wird? Ob nun Madonna mit zu denjenigen gehört, die per Botox-Behandlungen und Schönheitsoperationen ihr natürliches Alter retuschieren, bleibt mal dahingestellt, dadurch erreicht auch sie keine Unsterblichkeit, weil Äußerlichkeit eben das wahre Alter nicht aufhalten kann.

Renteneintrittsalter und Arbeitsmarkt keineswegs kompatibel

Deshalb paßt da was nicht zusammen: Auf der einen Seite die dramatische Weichenstellung der Politik, was das Renteneintrittsalter nach oben anbelangt, der real physisch-psychisch stattfindende Altersprozeß und auf der anderen Seite Arbeitsmärkte, die ältere Bewerber nicht berücksichtigen, sondern viel eher jüngere einstellen. Es nutzen keine Hochglanzbroschüren, vollmundige Podiumsdiskussionen und Lippenbekenntnisse quer durch sämtliche politisch-wirtschaftlichen Institutionen, wenn die Wirklichkeit uns Lügen straft. Die Alten haben den Hut zu nehmen, die Jungen rücken nach. Punkt!

Ohnehin übersieht die verantwortliche Politik nicht nur den Umstand, daß Menschen heutzutage viel älter werden als früher, sondern genau deshalb in naher Zukunft schon wesentlich das Gesellschaftsbild prägen, alldieweil die Geburtenrate äußerst gering. Nonchalant Menschen bis 70 arbeiten lassen zu müssen, mag ja in den Vorstellungen der Köpfe von Politikern sich theoretisch prima einfach per Gesetz verordnen, in der Praxis blickt ihnen schon sehr bald eine rollende Lawine der Altersarmut entgegen. Doch das wird einfach ausgeblendet. Merkwürdig kaltschnäuzig offenbart die Politik dabei ihre eigentliche Entfernung vom Volk, wobei gerade die Alten von morgen diejenigen sein werden, die als Wähler einen gewissen Einfluß haben, wer Politik gestaltet und wer nicht.

Lotar Martin Kamm

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Wir zusammen

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Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil ich Prügel bezog,
sollt ihr nicht weinen.

Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil ich ausgenutzt wurde,
sollt ihr nicht weinen.

Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil ich diskriminiert wurde,
sollt ihr nicht weinen.

Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil meine Liebe mißbraucht wurde,
sollt ihr nicht weinen.

Wenn ich euch erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
weil Schmerzen mich plagten,
sollt ihr nicht weinen.

Einige dieser Tränen sind längst getrocknet,
viele sind zu einem Ring angeschwollen,
umgeben mich als Schutzwall,
diese Tränen sind mein Besitz.

Wenn ich euch aber erzähle,
wieviele Tränen ich vergossen habe,
ob der Ungerechtigkeit,
ob der Empathielosigkeit,
ob der Mißgunst,
ob des Hasses,
das seit Jahrhunderten
die Menschen in arm und reich,
in würdig und unwürdig
einteilt,
dann, ja dann will ich,
daß ihr weint,
mit mir gemeinsam weint,
damit all unsere Tränen
endlich die Dämme
einbrechen, die bis jetzt
verhindert haben,
zu erkennen,
wir alle sind umgeben vom Tränenmeer,
und deshalb sind wir alle gleich.

Nafia

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Europa ohne Netz und doppelten Boden

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Satirischer Rückblick…

Wer hat dabei wohl den größten Profit? Oh, shit, erneut die US-Amerikaner, trinkt drauf nen Paulaner oder laßt es bleiben, sie tun sich ohnehin ihre Hände reiben. Viele haben eines nicht bedacht: Lug und Trug kommen daher schwarz wie die Nacht, haben Intrigen im Gepäck für uns mitgebracht.

Oder sollten wir besser die Kirche im Dorfe lassen angesichts solch Hassen? Schließlich führen jene stets Ehre, Stolz und Loyalität auf, hauen aber selbst immerfort drauf, um klare Verhältnisse zu vertuschen, fordern selbstgefälliges Kuschen vor ihrer Doktrin. Ick glob, die ham allesamt nen Spleen! Und während Veränderung Chancen neuer Erkenntnisse birgt, hat jener rechtspopulistische Haufen jedwedes Recht verwirkt, da hülft och keen Saufen.

Doch bevor es soweit: Liebe überdauert alle Zeit, viel Lachen verhindert unnötigen Streit, laßt es krachen und verzettelt Euch nicht, am Ende stehen wir alle so oder so vorm Jüngsten Gericht. Kein Schreck oder Graus, der Weltuntergang fällt zunächst aus. But instead: „There may be trouble ahead?“ Der Brexit belastet das europäische Haus?

Wir wissen alle, daß manch Verabredung schiefgeht. Noch ist es nicht zu spät. Mit Blick zum Bayer-Monsanto-Deal, wo zwei Chemiegiganten geschäftsmäßig ringen, wird verhandelt ganz viel, um sehr viel Geld, kann man ein Lied von singen, manch einem nicht gefällt. Wir sehen doch, wie der Hase läuft, sich Frust aufhäuft, denken wir nur an das Fracking-Verbot. In höchster Not entstand kürzlich jenes Gesetz. Oh weh, welch Geschwätz.

Befindet sich diese EU auf bestem Kurs zur Einbahnstraße? Wolle wir sie wirklich lasse? Jene Politik in Brüssel? Die ham doch allesamt einen in der Schüssel vor lauter Prassen und Machtbestreben, oh man, laßt die Menschen friedlich leben. Kein Spaß, gebt jedwedem Haß den Laufpaß, ansonsten wird kein freundliches Wort mehr reichen, es folgen Leichen über Leichen!

Wir wollen alle so erwachsen sein, und doch zeigt humanes Vermögen sich dermaßen klein. Schaut Euch um im Alltagsleben, wohin viele streben. Steht „busines as usual“ auf dem Plan, oder verhindern wir es besser schnell, nicht irgendwann, wenn ein Licht ganz hell uns Wege aufzeigt. Sind wir wirklich dazu bereit?

Lotar Martin Kamm

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Business as usual – herrenloser Koffer sorgt für Aufregung

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“What’s up? Brexit? Bullshit! Why do you want to stay in the EU?”

“I certainly don’t want to, it’s not me but my business.”

“Your business? I’m laughing about such arguments, cause concers are the winners at least, aren’t they?”

“Well, you’re right. Maybe I’m hoping just for fun.”

“Don’t mind, no-one will order the cash flows.”

Zwei britische Touristen beim Einchecken auf dem Düsseldorfer Flughafen.

„Ihre Bordkarten, bitte. Danke.“

Kurz vor 13 Uhr, emsiges Treiben, manche Passagiere wischen den Schweiß von der Stirn, ein Kind weint, während seine Mutter eifrig bemüht ist, es zu beruhigen. Ein älterer Mann bückt sich, um seinen linken Schuh neu zu binden. Dabei hält er plötzlich inne. Die Mutter des Kindes bemerkt dessen kreidebleiches Gesicht.

„Was fehlt Ihnen denn?“

„Da liegt ein Koffer, wo keiner sein sollte. Weit und breit kein Besitzer!“

Die Frau schnappt sich die Hand des Kindes und rennt zugleich schreiend los. Heller Aufruhr auf dem Flughafen, alle Passagiere werden aufgefordert, sofort die Halle zu verlassen, allerdings ohne dabei panisch zu laufen. Leichter gesagt als getan. Manche schubsen ihre Vorderleute vor sich her, zwei Polizisten greifen ein, können schlimmeres verhindern.

Die beiden britischen Touristen sitzen längst in ihrem British-Airways-Flieger, der just in diesem Moment abhebt, gen London. Sie können die schwarze Rauchwolke nicht sehen, die aus der Abflughalle dringt, genauso wenig die kurz aufflackernden Blitze.

Lotar Martin Kamm

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Erwachsen sein

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Dabei sich die kindliche Narrenfreiheit bewahren

Als Kind darf man schon mal einen an der Waffel haben, wenn man für andere gefühlte Stunden, mit einem Bein auf einem Mäuerchen, mit dem anderen Bein auf der Straße hüpfend sich amüsiert. Wenn man aber mit sechzig Jahren diese Gleichgewichtsübung öffentlich vollführt, dann hat man für die Umstehenden nicht alle Tassen im Schrank, tickt nicht mehr richtig.

Warum eigentlich? Weil man als Erwachsener seinen körperlichen Spieltrieb nicht mehr öffentlich ausleben darf, es sei denn bei sportlichen Anlässen, die regelkonform aufgestellt sind und natürlich beim Training zu solch einem Ereignis. Spontane körperliche Aktivitäten wie etwa schaukeln, wippen, über Holzbalken balancieren, rutschen oder sogar aus Sand Burgen bauen, ohne daß ein Kleinkind in Begleitung ist, mit dem der Erwachsene den Spielplatz besucht, werden als kindisch, nicht angemessen angesehen. Es ist schlichtweg verpönt.

Ab wann dieses Erwachsensein vorhanden sein sollte, darüber gibt es keine Altersangabe, jedenfalls ist es nicht die Volljährigkeit mit achtzehn. Man bekommt eine gewisse Spanne der erlaubten Toleranz, in der man noch ein bißchen Narrenfreiheit genießen darf, das Hörner abstoßen erlaubt ist, etwas mehr für die männlichen Heranwachsenden als für die weiblichen. Für viele ist der Unfug vorbei, sobald sie Eltern werden, nicht weil sie ein Erwachsensein zu dieser Zeit empfinden, sondern weil der Druck der Gesellschaft danach verlangt, jetzt sei die Zeit der Vernunft gekommen, der Ernst des Lebens vollends eingetroffen, weil die Verantwortung über das Kind es nicht mehr erlaube, Firlefanz im Kopf zu haben.

Erwachsen sein, Reife besitzen, sein Leben selbständig zu meistern, auf eigenen Beinen stehen, ein Traum, eine Sehnsucht für viele Jugendliche, die aus dem engen Korsett von Familie oder Gesellschaft vermittelten Werte endlich in die eigenen Hände zu nehmen und unter eigener Verantwortung handeln zu dürfen, als erwachsen gelten, als vollwertiges Mitglied angesehen zu werden. Oft wird dieser Traum in dem Moment bereut, in dem man erkennt, seine eigene Persönlichkeit des Erwachsensein willens hintenangestellt zu haben, mit dem Effekt als Erwachsener nicht nur im Korsett zu stecken, sondern in Ketten. Denn die Beobachtung, ob man dem Anspruch des Erwachsenseins entspricht, wird ab diesem Zeitpunkt noch genauer beäugt. Es ist die Zeit, in der die Kindheit und Jugend zu Grabe getragen wird und Phantasie, Verspieltheit als kindisch tituliert werden. Manche Menschen fühlen sich allerdings in dieser Rolle des Erwachsenseins sehr wohl und achten in ihrem Umgang mit sich selbst und anderen streng an die Konvention, die als Normregel für das Erwachsensein zu gelten hat.

Wachsen bedeutet, die Entwicklungsphasen vom Samen zur Reife, die ursprüngliche Aussage das das Wort wahsen, mittelhochdeutsch, hatte, war vermehren, zunehmen. Wobei das Vermehren eher auf die Größe, Stärke sich bezog und nicht explizit das Zeugen von Nachkommen, obwohl das eine das andere nicht ausschließt.

Im Schwäbischen gibt es eine Redensart: „A Schwôb wird erschd mit vierzich gscheid“, ein Schwabe wird erst mit vierzig gescheit. Diese Aussage wurde durch Johannes Böhm, deutscher Volkskundler im 16. Jahrhundert, in die Welt gesetzt mit seinem Satz zu den Menschen, die im schwäbischen Gebiet wohnten, „sie kapieren spät“. Dies wurde 1781 durch Friedrich Nicolai revidiert, indem er den Schwaben eine Zufriedenheit, Ruhe und Treuherzigkeit gemischt mit einem unbefangenen Wesen attestiert hat. Sie seien ohne Arglist, deshalb setzten sie auch bei anderen keine böswilligen Absichten voraus. Weil sie also nicht auf ihren eigenen Vorteil bedacht seien, würde ihnen dies als Dummheit ausgelegt werden. Der Schwabe würde erst spät im fünfzigsten Lebensjahr anfangen, seinen Verstand zum eigenen Vorteil zu benützen. Die Schwaben haben indes es sich nicht nehmen lassen, aus der Redewendung über sie ihren Vorteil heraus zu stellen, denn sie haben an: „A Schwôb wird erschd mit vierzich gscheid“, einfach folgendes zugefügt: „diâ andrâ ned en Ewichkeit.“ (die andern nicht in Ewigkeit)

Wer ist nun der Gescheiteste, der Erwachsene, der der seine kindliche Unbefangenheit einwechselt, um zu beweisen, daß er den Verstand besitzt, sich seiner Verantwortung in der Gesellschaft bewußt zu sein oder der, der seine kindliche Unbefangenheit auslebt, um zu zeigen, daß Verstand auch mit verspielter Phantasie sich verantworten kann?

Doris Mock-Kamm

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Fracking: Gesetz verhindert generelles Verbot in Deutschland

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Trinkwassergefährdung mittels Sandstein-Fracking keineswegs gebannt

Die verantwortliche Politik versäumte einen notwendigen Schritt, endlich einen rechtlichen Riegel dem generellen Fracking vorzuschieben. Stattdessen handelte die Große Koalition einen bedenklich faulen Kompromiß aus, der einerseits das Schiefergas-Fracking vorläufig in diesem neuen Gesetz verbietet, andererseits das Sandstein-Fracking weiterhin erlaubt.

Damit können Umweltschützer sowie Betroffene vor Ort sich nicht zufrieden geben, die Trinkwassergefährdung ist mittels Sandstein-Fracking keineswegs gebannt, zumal obendrein die Formulierung eines „konventionellen Frackings“ in Sandsteinschichten die erheblich gesundheitlichen Gefahren, die damit verbunden sind, der Bevölkerung gegenüber verschleiert.

Heftige Proteste zunächst erfolgreich

Etliche Umweltorganisationen und deren Verbündete dürfen ihre entschiedenen Widerstände und Proteste zunächst als erfolgreich werten. Zunächst unterzeichneten über eine halbe Millionen besorgte Bürger hierzulande den Campact-Appell, der ein generelles Fracking-Verbot forderte. Immerhin ein erster Schritt Richtung Fracking-Verbot, wie Gerald Neubauer verlauten ließ.

Dabei hob er auch hervor, daß zukünftig eine verpflichtende Umweltverträglichkeitsprüfung seitens eventueller Fracking-Vorhaben betroffene Bürger sowie Gemeinden zumindest stärken wird bis hin, jenen Abbau zu verhindern. Ob erhöhte Kosten solche Unternehmen dennoch abschrecken, bleibt mal dahingestellt.

Schiefergas-Frackingverbot nur ein Teilerfolg

Mit Blick zu den großen Ölgesellschaften darf weiterhin bezweifelt werden, ob eine Bundesregierung nicht doch einknickt und ihnen das Feld überläßt. Exxon Morbid hatte noch im letzten Jahr sich gute Chancen ausgerechnet, die zunächst erst mal auf Eis gelegt sind mit dem jetztigen Teilerfolg zum Schiefergas-Frackingverbot.

Das perfide Ringen um die Gesteinsart, ob Schiefer oder Sandstein, steht allerdings in einem unübersehbaren Widerspruch. Während das Schiefergas-Frackingverbot zunächst jetzt eintritt, verbleibt die Gefahr des Sandstein-Frackings, was trotzdem Erdbeben hervorrufen kann, das Grundwasser und die Böden verunreinigt, weiterhin erhöhte Krebserkrankungen in jenen Erdgasfördergebieten stattfinden.

Obendrein verschaffte sich die Lobby der Befürworter, besonders in den Reihen der CDU/CSU, ein Hintertürchen. Schon in fünf Jahren durchläuft eine erneute Überprüfung im Deutschen Bundestag per Debatten und anschließender Abstimmung. Genau deshalb kann nur ein sich fortsetzender Widerstand in der Bevölkerung Abhilfe schaffen, der am besten tatsächlich endlich in ein generelles Fracking-Verbot sämtlicher Verfahren münden sollte, per entsprechendem Gesetzestext ausformuliert wird.

Lotar Martin Kamm

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Gebt jedwedem Hass den Laufpass

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Hoch die Tassen, heute laß uns prassen
ohne jedwede Scheu – Geld wie Heu,
aber keinerlei Gewissen, drauf geschissen,
könnt man meinen, doch sie tun’s verneinen.

Immer dieselbe Klasse erhebt sich zur Herrenrasse,
geht gar über Leichen, skrupellos sondergleichen.
Nächstenliebe nicht vorhanden, treten auf in Banden,
ihr einziges Ziel: von allem möglichst viel.

Heuchelei, wohin das Auge reicht, der Gesetzlose weicht
nicht von seinem eingeschlagenen Pfad, oh, wie schad.
Und während viele leiden, müssen Beherzte sich entscheiden,
ob nicht Widerstand oberste Pflicht, selbst ohne Gericht.

Die Menschheit schaut dem Treiben viel lang zu, findet kaum Ruh,
wehrt sich nicht entschieden genug, folgt stets demselben Betrug,
der kein Erbarmen kennt, vielmehr dem Reichtum nachrennt.
Mit diesem Wissen schreitet zur Tat, verpaßt ihr’s, wird’s fad!

Zerstörung, ein Zeichen sinnloser Wut, Kampf um Hab und Gut,
weil die da oben es Euch befehlen, alle scheinheilig bestehlen,
das Morden in ihren Herzen Euch bereitet Trauer und Schmerzen?
Stoppt diesen bösartigen Kreislauf, sonst gehen wieder Völker drauf!

Lotar Martin Kamm

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