Es geschah vor 40 Jahren (28. Juni bis 04. Juli 1976)

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Wußten Sie was in diesem Zeitraum?

makadomo TV begrüßt Sie recht herzlich zur 18. Sendung „Es geschah vor 40 Jahren“ – ein Nachrichtenrückblick ohne anspruchsvolle Informationserklärung, eher der Unterhaltung dienend, manchesmal mit zwinkernden Augen zu betrachten.

Für all jene, die Interesse haben, was da im Hintergrund geschieht, bis solch eine Sendung aufgenommen, ein paar Infos zur Technik und Ausstattung:

Die Kulisse stammt noch aus meinen beruflichen Zeiten im Schloßtheater Neuwied, bestehend aus zwei Wänden, zwei Portalwänden und einem Sturz mit dahinter gespanntem Stoff, per Klettverschluß befestigt.

Ausgeleuchtet mit zwei alten Scheinwerfern, zum einen einem „Mettmann – 1.000 Watt“, zum anderen einem „Strand Lighting – 650 Watt“, aufgenommen mit einer Samsung Video-Kamera.

Ständig wechselnde Bilder (Skulpturen) von uns an linker, großer Wand.

Nehmen Sie das Leben wie es ist: ernsthaft, ohne Humor keineswegs auszuhalten, vielmehr eine Aneinanderreihung von etlichen Geschehnissen. Damit manche nicht in Vergessenheit geraten, hier die Meldungen…

Doris Mock-Kamm und Lotar Martin Kamm

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EU auf bestem Kurs zur Einbahnstraße

EU Kommission Brüssel

Was lief verkehrt auf gesellschaftspolitischer Bühne?

Arno von RosenDer Begriff EU kommt Ihnen sicher schon zu den Ohren raus. Mir ebenfalls und das, obwohl ich über 20 Jahre mit Brüssel zu tun hatte und regelmäßig die Metropole der europäischen Politik bereist habe. Als erstes verpasse ich Ihnen ein Beruhigungszäpfchen, damit Sie nicht gleich wieder wegklicken. Der Brexit ist völlig wurscht! Jetzt staunen Sie nicht so, es stimmt. Es gibt in dieser Causa nur ein Opfer (zumindest bis jetzt), nämlich die Politik. Denn genau jene, die uns immer weiß machen wollten, ohne die Gemeinschaft gehe wirtschaftlich nix im vereinigten Europa, werden jetzt als Blender entlarvt.

Warum? Ganz einfach. Die Wirtschaft funktioniert nur noch global. Europa kann ohne Asien nicht, die USA nicht ohne Europa, und Asien kann ohne niemanden auskommen. Sie sind alle voneinander abhängig, daran ändern weder Grenzen, Zölle, Gesetze etwas oder spielen sprachliche Barrieren eine Rolle, sonst würde es weder IKEA, KiK, Deichmann, Adidas, Nike, oder wie sie alle heißen, geben. So verhält es sich natürlich auch mit Großbritannien und den restlichen EU-Staaten. Europa war noch nie eine Völkergemeinschaft in den Korridoren des Brüsseler Parlaments, sondern immer eine wirtschaftliche mächtige Gruppe von Großkonzernen. Glauben Sie nicht?

In den 70er Jahren trafen sich die damals 50 größten Wirtschaftsunternehmen Europas an einem geheimen Ort. Ziel des Treffens war die Umleitung der anfallenden Steuern zu wirtschaftlich interessanten Projekten, ob Brückenbau, Autobahnen, Energieerzeuger usw. Diese 50 Unternehmen zwangen die Politik, aus der ursprünglichen Europäischen Gemeinschaft eine Vertretung von Wirtschaftsunternehmen zu machen, die dann bestimmten, wohin die Steuergelder transferiert werden sollten.

Euro

So entstand 1993 die EU, die wir heute kennen. Gesteuert von Konzernen, mittlerweile weltweit agierend und steuerlich global verteilt, entwerfen diese Konzerne höchst selbst die Gesetzentwürfe, die nicht selten original übernommen werden. Warum erfahren wir nichts davon? Dies sind keine Themen, die in den Nachrichten breit getreten oder von Politikern je kommentiert würden, aber es gibt diese Informationen, und sie sind eigentlich verhältnismäßig leicht verfügbar. Einen Link füge ich mal als Beispiel ein und davon befinden sich dutzende im Netz, wenn Sie es ertragen können. Ob die Enteignung von Wasserrechten durch Nestlé, Diebstahl von Meeresboden, weil der Bauboom global anhält und der Rohstoff Sand knapp wird. Abstrus?

Natürlich ist es das, aber auch wahr. Wenn Sie sich also wieder mal über Irrsinn aus Brüssel aufregen, denken Sie daran, dass die Politiker nie von sich aus auf die Idee kommen, den Krümmungsgrad von Gurken zu bestimmen, sondern ein Land (und damit ein Konzern), der diese genormten Gurken liefern kann und damit gegenüber seinen Konkurrenten einen klaren Wettbewerbsvorteil hat.

Es geht also schlichtweg um Kohle, und die zahlen Sie als Steuern, Abgaben, ob im Urlaubsort oder daheim, umdeklariert als Subventionen, die zumeist an die größten der jeweiligen Branche ausgeschüttet werden, nicht an die gesündesten, umweltschonenden oder zukunftsorientierten Mitbewerber. Dies wäre zwar sinnvoll, findet aber nicht statt. Kann man das nicht zugunsten der EU-Bürger ändern?

Brexit

Eigentlich nicht, denn nur wenn ein EU-Land ausscheiden würde und die Menschen merken, dass dieses überhaupt keine Rolle spielt, kämen die Bürger eventuell auf die Idee, es könnte etwas stinken im Staate Dänemark, obwohl gerade in diesem Mitgliedsland auch nicht alles nach den EU-Regeln läuft, aber das ist eine andere Story. Ups, genau dies ist ja gerade passiert, also warten wir ab, wie die Politiker diese Bühne nutzen, um von anderen Themen abzulenken und Großbritannien unter Druck zu setzen, doch bei der Stange zu bleiben.

Es bleibt spannend und Sie können sich jetzt zurücklehnen, Unterhaltungssendungen gucken und sich öffentliche Statements zu diesem Thema von Politikern sparen, es sei denn, Sie wollen gut belogen werden, wenigstens das wäre doch schön, schließlich kostet das ja einen Haufen Geld, den kein EU-Bürger jemals wieder sieht.

Also, ich bin genauso dumm oder schlau wie Sie und deshalb zitiere ich Albert Einstein, der behauptet hat: „Zwei Dinge sind unendlich. Das Universum und die menschliche Dummheit.“

Ich neige dazu, ihm zuzustimmen. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

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Sigrun

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Sigrun hörte ihre Schritte im ungleichen Klang wie von weiter Ferne. Klick, Kli, Klick. Sie trug immer noch ihre Sommerlatschen, obwohl es bereits merklich kälter wurde und die Bauern fast alles Getreide, Kartoffeln, Rüben von ihren Feldern in die Scheunen und Keller gebracht haben. Ihre dicken Strümpfe, die sie mit Bändern an den Schenkeln festgebunden hat, schützten sie vor dem stärker werdenden Wind.

Einzelne Windböen, die sich durch kleine Gäßchen, die auf den Marktplatz führen, angestachelt fühlten, ihre Stärke unter Beweis zu stellen, versuchten immer wieder, ihre Haube vom Kopf zu zerren. Das Klick, Kli, Klick ihrer Schuhe, das über den gepflasterten Platz schallte und wieder zu ihr durch den Wind zurück fand, erinnerte sie an die Musikstunden im gräflichen Schloß, bei denen sie mit ihren Beinen im Takt baumelnd aufmerksam dem Musiklehrer zuhörte, der genervt sich abmühte, ihrer Freundin ein Gefühl für Musik beizubringen. Ein warmes Gefühl der Dankbarkeit durchströmte sie und war plötzlich froh, daß die hintere Sohle am linken Schuh noch nicht repariert werden konnte.

Ihre drei Kinder sind alle zur gleichen Zeit erkrankt, den Gang zum Heilmittelhändler war sie die letzten Tage schon oft gegangen. Nun war die Kräutermischung wieder aufgebraucht, die ihr der Drogist zusammengestellt hatte, sie konnte deshalb auch noch keinen neuen Stoff erstehen, um den Kindern wärmere Kleidung zu nähen. Ihr Großer hatte zudem nicht mal mehr Schuhwerk, weil er sie unterwegs verloren hat. Die Vermieterin hatte ihnen zwar wohlwollend einige alte Decken überlassen, um sich ein wenig von der Kälte zu schützen, aber sie konnte die Kinder nicht immer nur in den beiden angemieteten Zimmern verweilen lassen.

Und als sie neulich gemeinsam mit einigen Kindern in den Hängen gespielt hatten, waren sie, anstatt vom Regen nachhause zu flüchten, unter einer großen Buche sitzen geblieben. Nur die herannahende Dunkelheit hatte sie veranlaßt, doch schnellstmöglich den Heimweg anzutreten. In der Nacht fingen dann auch die ersten Fieberschübe an. Vom Erlös ihrer letzten Schmuckstücke waren zwar noch genug Münzen vorhanden, aber Sigrun war nicht sicher, ob ihr Gemahl Gernot wirklich gesund zu ihr zurückkam, um, egal wie der Zwist ausgehen sollte, ein neues Leben mit ihr und den Kindern irgendwo anzufangen.

Gernot war bereit, wenn dieser letzte Kampf gerungen war, auch als Fischer zu leben, um seine Familie zu ernähren.
„Sigrun, wir sind nun so viele Jahre von Ort zu Ort gezogen, es wird Zeit für uns, Ruhe zu finden. Aber verstehe, ich muß einen letzten Versuch unternehmen, mein angestammtes Gut zu erhalten.“
Ihr war bewußt, daß sie gegen diesen Wunsch, oder war es inzwischen ein Trieb, nichts hervorbringen könnte, ihn davon abzuhalten, endlich sein Recht zu bekommen.

Sie waren zusammen im Schloß aufgewachsen, so wurde es liebevoll genannt, obwohl es ursprünglich nur eine umgebaute Burg war. Er, der Enkel des Grafen, sie die Tochter einer Magd, die vom Altgrafen zur eigenen Hofdame erklärt wurde, nachdem ihr Mann bei einer Treibjagd sein Leben verlor. Damit schlug er zwei Fliegen mit einer Klappe, einerseits verhinderte er dadurch, daß keiner mehr auf die Idee kam, ihm seine Tochter, Nichte oder sonstige Weiblichkeiten zur Heirat anzubieten, andererseits beschützte dieser Umstand Mutter vor Nachstellungen der Männer, die auf dem Schloß lebten oder zu Besuch kamen.

Ihre Mutter Marietta war dem Troß des Grafen, als sie durch ein ausgebranntes Dorf ritten, einfach gefolgt. Zuerst heimlich, bis die Reiter bemerkten, daß hinter ihnen ein immer wiederkehrendes Hundegebell erschallte. Einer der Reiter wollte den Hund abpassen und ihn töten, da sie vermuteten, daß er von der Wutkrankheit, Tollwut angesteckt war. Als er aber sah, daß der Hund in Begleitung eines kleinen Mädchens war, beließ er es und beobachtete vielmehr ihr Treiben. Das Mädchen verbrachte die Nacht in der Nähe des Nachtlagers der Soldaten, um kaum, daß diese weitergeritten waren, das Nachtlager nach Überresten der Mahlzeit zu durchsuchen und gierig an Knochenresten zu nagen.

Der Graf befahl daraufhin, das Mädchen mit ins Schloß zu bringen, um es in seinen Hausstand einzugliedern. Marietta, die beim Gesindel aufwuchs, entwischte immer wieder, um in die Nähe des Grafen zu gelangen oder um heimlich den Lernstunden seiner Kinder zuzuhören. Sie entwickelte ein Gespür fürs Unsichtbarmachen und überraschte durch ihre erlernten Kenntnisse. Nach dem Tag, als das Gesindel bei einem Fest lauthals über die allwissende Mariette schwatzte und sich über sie lustig machte, wurde sie vom Grafen zwar gerügt, aber sie durfte fortan, wenn sie ihre Arbeiten erledigt hatte, bei den Unterrichtstunden teilnehmen, und bald schon war sie als das wißbegierigste Mädchen weit und breit bekannt. Durch diese Sonderstellung und wohl auch, weil der Graf selber keine eigenen Töchter hatte, entwickelte sich zwischen den beiden eine väterliche Freundschaft, sehr zum Ärgernis seiner Frau und seiner beiden Söhne.

Nach dem Tod seiner Frau wurde Marietta noch mehr zum Mittelpunkt in seinem Leben, und nachdem ihr Mann verstorben war, waren sie so etwas wie eine verschworene Gemeinschaft. Das war auch der Grund, warum Sigrun von klein auf die Möglichkeit erhielt, am Unterricht der Enkel und Enkelinnen des Grafen teilzunehmen. Sophia, die älteste Tochter seines ältesten Sohnes, behandelte sie stets wie Luft, genauso wie Gernot ihr Bruder. Harald, Mattias und Philine, die Kinder des jüngsten Sohnes, zeigten zwar Sympathien für Sigrun, aber nur wenn sie unter sich waren.

Als Gernot von seinen Lehrjahren zurückkam, war er ein stattlicher junger Mann, und beim saloppen Überspringen der Stufen zum Schloß, vor dessen Tür die versammelte Familie zur Begrüßung Aufstellung genommen hatte, stürzte er auf dem letzten Absatz und fiel Sigrun vor die Füße. Er erkannte sie im ersten Moment nicht und stammelte einige Entschuldigungen, die Sigrun lächelnd annahm. Das Eis, das er ihr gegenüber immer in sich getragen, hatte angefangen zu schmelzen und wurde ziemlich schnell zum reißenden Fluß einer stürmischen Liebe.

Der Graf vermachte Gernot die Besitzungen und die Burg Samfurth, auf der Sigrun und Gernot glückliche Jahre verlebten, bis sein eigener Vater und sein Onkel nach dem Tod des Grafen offen das Testament anzweifelten und schließlich sogar mit einer großen Reiterschar die Burg angriffen. Sie konnten mit den Kindern flüchten, aber ihre Mutter starb bei der ersten Angriffswelle. Schutz fanden sie bei Gernots Großcousin mütterlicherseits, bis er von einem Frühlingsfieber sich nicht mehr erholte und starb. Einige Gewährsleute des Großcousins und Getreue standen bis heute Gernot zur Seite, obwohl kein Silberling mehr übrig war, sie zu bezahlen.

Sigrun hörte wieder ihr Klick, Kli, Klick und ließ sich gedanklich an den Tönen der Harfe erwärmen, die ihr oft die Schmerzen aus dem Herz weggespült hatten. Der Wind wurde heftiger und zu ihrem Klick, Kli, Klick vernahm sie Pferdehufe, die sich schnell dem Marktplatz näherten. Sicher ein paar wilde Gesellen, die in der letzten Zeit nicht nur einzelne Dörfer und Gehöfte überfielen, sondern sich öfters auch den Spaß machten, in den Städten kurz für Unruhe zu sorgen. Sie tauchten aus dem Nichts auf und verschwanden genauso schnell wieder, sie raubten Marktstände leer und nicht selten nahmen sie Mädchen und Frauen als Gefangene zur Lösegelderpressung oder um sie sexuell zu mißbrauchen. Sigrun lief aus ihren Träumen gerissen, um sich beim Heilmittelhändler in Sicherheit zu bringen, sie stürzte und schlug mit ihrem Kinn aufs Pflaster, fürchterlich wütend über sich selbst, daß sie ihre Schuhe nicht zur Reparatur gebracht hatte.

Sie hörte Reiter von ihren Pferden springen und spürte eine Hand an ihrer Schulter: „Junge Frau!“ Weiter brauchte der Reiter nicht zu sprechen, sie drehte ihm ihr Gesicht zu und antwortete: „Junger Mann, wie habe ich dich vermisst, Gernot!“

Doris Mock-Kamm

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Bayer-Monsanto-Deal eine neue Spielwiese – Interview mit Jan Pehrke

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Zwei Chemiegiganten mit fragwürdigem Image

Wer kennt sie nicht, die Hiobsbotschaften aus dem Munde berechtigter Genfood-Kritiker, genauso wie all jene, die keinesfalls einer zunehmenden Zerstörung durch die Agrarindustrie tatenlos zuschauen, vielmehr beherzt Widerstand leisten mittels Aufklärung und Demos an geeigneten Orten und bei gewissen Anlässen.

Nachdem in den letzten Wochen die Nachricht vom eventuellen Verkauf des in Verruf geratenen Saatgutherstellers Monsanto an den Leverkusener Bayer-Konzern erst Gerüchte kursierten, folgte bald ein Angebot, welches allerdings Monsanto als zu niedrig einschätzte. Müssen wir uns auf einen langen Verhandlungs-Marathon einstellen oder folgt eine zügige Abwicklung im Interesse beider Seiten?

Leiten wir doch diese und andere Fragen weiter an den Journalisten und dem Vorstandsmitglied bei der Coordination gegen Bayer-Gefahren (CBG), einem internationalen konzern-kritischen Netzwerk, welches ganz besonders dem Bayer-Konzern auf die Finger schaut, sich grundsätzlich für soziale Anliegen und dem Umweltschutz einsetzt.

Lotar Martin Kamm: Viel heiße Luft im Vorfeld zum Bayer-Monsanto-Deal, was nach außen eher einem inszenierten Schauspiel gleicht, zumal tatsächlich im Geheimen verhandelt wird. Und daran anknüpfend hier die logische Schlußfolgerung: Müssen wir uns auf einen langen Verhandlungs-Marathon einstellen oder folgt eine zügige Abwicklung im Interesse beider Seiten?

Jan Pehrke: Die Gespräche ziehen sich jetzt schon ziemlich lange hin. Bayer hätte sicherlich lieber im stillen Kämmerchen verhandelt, aber Monsanto konnte irgendwann Gerüchte über Verhandlungen nicht mehr fälschlicherweise als „wilde Spekulationen“ zurückweisen, sonst hätte das Unternehmen gegen Kapitalmarkt-Regeln verstoßen. Also musste es an die Öffentlichkeit gehen. Und jetzt tragen die vielen Berichte und Diskussionen nicht eben zu einer zügigen Abwicklung bei. Die Börsen haben eher negativ reagiert, viele haben Zweifel, ob Bayer den Deal finanzieren kann, was wiederum den Spielraum des Leverkusener Multis beim Preis-Poker einengt. Und so hat er auch bisher kein höheres Angebot als das ursprüngliche vorgelegt. Monsanto hingegen will sich nicht in die Karten gucken lassen und hat Bayer bisher keinen Einblick in die Geschäftsbücher gewährt. Es könnte deshalb alles noch eine Weile dauern.

Lotar Martin Kamm: Dürfen wir somit von einer denkbar ungünstigen bis gefährlichen neuen Fusion ausgehen, die alles bisher stattgefundene in den Schatten stellen wird, vom schlechten Image beider Großkonzerne bishin zu wesentlich mehr „Segnungen“ weiterer Schadstoffe der Chemielobby?

Jan Pehrke: Mit der Übernahme von Monsanto durch Bayer würde sich der Agrar-Markt weg von einem Oligopol hin zu einem Monopol entwickeln. „Baysanto“ wäre mit Abstand der größte Konzern der Branche. Bei den Pestiziden kommen Bayer und Monsanto zusammen auf einen Marktanteil von rund 25 Prozent, beim Saatgut für gentechnisch veränderte und konventionelle Ackerfrüchte auf einen von rund 30 Prozent. Allein die Gen-Pflanzen betrachtet, erreichten die beiden Konzerne vereint mit weit über 90 Prozent sogar eine klar dominierende Position. Damit würde Bayer große Teile der Welternährung kontrollieren. Der Multi könnte von den Landwirten mangels Konkurrenz noch mehr Geld für Saatgut, Pestizide und andere Betriebsmittel verlangen. Auch müsste der Global Player sich noch weniger anstrengen, neue Produkte zu entwickeln. Schon jetzt haben die oligopol-artigen Strukturen zu einem riesigen Innovationsstau geführt. Dem Ziel einer Landwirtschaft ohne exzessiven Gift-Einsatz sind Bayer & Co. in den letzten 10, 20 Jahren kaum einen Deut nähergekommen, sie schaffen es noch nicht einmal, Ersatz für ihre Uralt-Mittel zu finden: Bayers Glufosinat und Monsantos Glyphosat haben schon über 40 Jahre auf dem Buckel.

Zudem könnte durch die Übernahme die Debatte um die Gentechnologie in Deutschland eine andere Richtung nehmen. Wenn ein bundesdeutsches Unternehmen hier jetzt stärker mitmischt, steigt der Druck auf die Politik, sich in Sachen „Anbau“ konzilianter zu zeigen. Mit Arbeitsplatz-Argumenten ist man da ja immer leicht bei der Hand.

Lotar Martin Kamm: Im Grunde kann man sich dennoch die ganze Aufregung sparen, wer ein wenig hinter die Kulissen der Finanzwelt schaut. Mit Blick in Ihrem Artikel vor gut zwei Jahren hat demnach der weltgrößte Vermögensverwalter BlackRock die Fäden in der Hand, hält die meisten Anteile, beherrscht somit den Bayer-Konzern? Gilt das erst recht heute noch?

Jan Pehrke: Momentan ist die Capital Group mit rund zehn Prozent der Anteile der größte Bayer-Aktionär, Blackrock nimmt mit ca. sechs Prozent nur die zweite Position ein. Beide Gesellschaften mischen aber auch groß bei Monsanto mit. Öffentlich haben sie sich bisher nicht zu den Bayer-Plänen geäußert. Andere Investment-Gesellschaften aber schon. Und die sind eher skeptisch, eben wegen der hohen Schulden, die die Transaktion nach sich ziehen würde. Einige würden auch eher eine Stärkung des Pharma-Sektors bevorzugen. Gegenwärtig muss Bayer einigen Aufwand betreiben, um die Big Player von der Profitablität des Vorhabens zu überzeugen.

Aber abgesehen davon, wie einzelne Akteure den Übernahme-Versuch auch bewerten mögen: Insgesamt gesehen sind es schon die Kapital-Märkte, die den Druck aufbauen. Ihnen gegenüber steht Bayer in der Pflicht, Jahr für Jahr seine Profite zu steigern. Und das ist auf dem Agro-Markt momentan schwierig. In China, Argentinien und Brasilien geht das Wachstum zurück, und in den USA sinken die Nahrungspreise, weshalb die Landwirte nicht mehr so viel Saatgut und Pestizide kaufen. Investitionen in den Ausbau der eigenen Kapazitäten lohnen da kaum. Darum müssen die Unternehmen nach anderen Investitionsmöglichkeiten Ausschau halten. So begeben sie sich dann auf Shopping-Tour, locken doch bei Zukäufen die viel beschworenen Synergie-Effekte. Im Agrar-Bereich geht das schon seit einiger Zeit so. Dupont und Dow fusionierten, ChemChina erstand Syngenta, und jetzt auch noch der Verstoß von Bayer. Fragt sich nur, was danach passiert, wenn sich die Aktionäre an den Synergie-Effekten erfreut haben und sie nach neuen Beglückungen verlangen. Für eine neue Runde Monopoly sind dann nicht mehr genug Mitspieler da.

Lotar Martin Kamm: Zum Schluß des Interviews möchten wir Ihnen noch die Gelegenheit geben, ergänzende Bemerkungen loszuwerden.

Jan Pehrke: Für uns läuft da im Moment ein zynisches Spiel um eine sehr ernste Sache ab, vielleicht die ernsteste überhaupt: die Ernährung der Menschheit. Dem wollen wir Einhalt gebieten. Deshalb arbeiten wir nach Kräften daran, die Transaktion zu verhindern. Das reicht uns aber nicht. Lebenswichtige Güter sollten unserer Meinung nach überhaupt nicht dem Profit-Streben unterworfen sein. Darum fordern wir, die Agro-Multis unter gesellschaftliche Kontrolle zu stellen.

Lotar Martin Kamm: Da können wir uns nur anschließen, der Spekulation und dem Profit-Streben gehört in der Tat ein Riegel vorgeschoben, wie auch Querdenkende in seinen Beiträgen oft schon betonte. Herzlichen Dank für das aufschlußreiche Interview.

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Die Verabredung – wenn aber auch alles schiefgeht

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So, das Taxi ist also unterwegs. Abgespült, Schmutzwäsche versorgt, Bett gemacht. Wie seh ich aus? Vielleicht zu viel parfümiert? Die Zähne, ich hab die Zähne vergessen! Nein, ich geh jetzt nicht ans Telefon. Bimmel du nur, keiner da. Mist, die wirken immer noch leicht braun. Salz, Salz soll helfen. Boah, abscheulich. Ein bißchen besser, oder? Wo ist der Vergrößerungsspiegel, verdammt. Auf der Nase sind ja kleine schwarze Punkte. Wie krieg ich die weg? Auch mit Salz, nee, jetzt ist sie auch noch rot. Irgendwo hatte ich doch noch Puder. Nein, ich geh nicht ans Telefon. Und wenn’s wichtig ist.

„Ja, hallo! Ach du bist’s, Beate? Glückwünschen willst du mir? Mensch, ich bin so aufgeregt! Ist ja nicht meine erste Verabredung, aber ich hab jetzt schon weiche Knie. Nein, hab mir ein Taxi bestellt, du weißt doch, am Hauptbahnhof gibt’s kaum Parkplätze und stundenlang um die Ecke kurven, wollt ich mir nicht antun. Wir wollten vom Bahnhof aus ins „Klammer“ gehen. Ja, ich hab einen Tisch bestellt. Nein, hör mal, du, da ist noch jemand in der Leitung. Nein, meine Verabredung hat keine Telefonnummer von mir. Ich bin vorsichtiger geworden, die letzte Erfahrung hat gereicht. Du, ich glaub, ich übernehm jetzt doch mal den anderen Anruf. Danke, wird schon schiefgehen, ja, sag dir spätestens morgen Bescheid.“

„Pagel. Das Taxi soll noch einen Moment warten. Ja, natürlich zahle ich den Aufpreis. Noch fünf Minuten.“

Ohje, hätte ich doch nicht in den Vergrößerungsspiegel geguckt. Meine Nase ist ganz rot. Kaltes Wasser draufhalten. Mist, jetzt ist auch noch das T-Shirt naß. Das trocknet oder ist das Fett? Quatsch, abwarten. Ruhe bewahren, warum bin ich auch so zittrig, schließlich ist es doch nicht meine erste Verabredung. Vielleicht hätten wir uns doch lieber einfach nur im Stadtpark treffen sollen. Nein, ich mußte unbedingt auf das „Klammer“ bestehen. Der Fleck ist immer noch da, verdammt, das ist mein Lieblingsshirt. Ich werd’s einfach trocken föhnen. Immer noch da. Schon wieder Telefon! Sind die fünf Minuten schon rum? Elf Uhr dreißig, was, schon? Da sollte ich doch am Bahnhof stehen. Macht zwar keinen guten Eindruck, gleich beim ersten Mal zu spät kommen, aber ich bin freiberuflich, da können immer mal wichtige Gespräche dazwischenkommen.

Wo ist denn nur das grüne T-Shirt, das muß doch hier im Schrank sein? Ja, läute du nur, bin eh schon nervös, soll ich das braune anziehen?

„Pagel. Ja, ich weiß, daß das Taxi wartet. Nein, Sie brauchen kein neues Taxi schicken, auch wenn es in 10 Minuten hier sein könnte. Der Taxifahrer hat jetzt eigentlich Feierabend? Dann soll er Überstunden machen. Eine Aushilfskraft! Ich leg Trinkgeld drauf. Wichtiger Termin. Dann stellen Sie keine Leute ein, die wichtige Termine haben, mein Termin ist auch wichtig. Teuer, ja, ich weiß, daß das eine teure Taxifahrt wird. Noch fünf Minuten, dann bin ich unten.“

„Pagel, ich hab doch gesagt, daß ich in fünf Minuten unten bin. Ach du bist’s, Beate. Ja, ich bin noch hier, die wollten ein neues Taxi schicken, der Fahrer hätte einen wichtigen Termin. Nein, ist geklärt, muß nur noch ein anderes T-Shirt anziehen, hab das blaue versaut. Okay, ist gebont, wenn es ein Reinfall war, treffen wir uns heute abend bei „Willis“, mehr schiefgehen kann sowieso nicht mehr.“

Okay, okay, ganz ruhig, durchatmen, natürlich bleiben, cool, dann hat das Shirt eben einen Fleck, dann ist die Nase gerötet, wenn ich so nicht genehm bin, dann hat es sich eben erledigt mit der neuen Liebe. Ist sowieso verrückt genug, sich auf dieses spontane Treffen eingelassen zu haben, hätte vielleicht besser noch abgewartet, schlechte Erfahrungen habe ich inzwischen genug gesammelt, aber verdammt, bis heute morgen hat es sich richtig angefühlt. Warum bin ich bloß so nervös? Jetzt klingelt’s auch noch an der Wohnungstür. Wer will mich denn jetzt besuchen? Sicher nur ein Paketdienst, damit ich wiedermal Paketannahmestelle spiele, aber heute nicht, heute habe ich eine Verabredung!

„Nein, ich nehme heute kein, – Melanie?“
„Herr Pag…, Tom?“
„Woher hast du…?“
„Das Taxi, das Taxi bin ich.“

Doris Mock-Kamm

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Apokalypse: Lösungen vorm finalen Countdown

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Der Weltuntergang fällt einfach aus

Allgemeines Aufatmen, weil tatsächlich das Unmögliche doch noch geschieht und dies in einer Ära, die einer Endzeitstimmung entspricht? Gab es sie letztlich nicht schon immer, die Resignation, das pessimistische Vorausschauen, da so gar keine Perspektiven sich durchsetzen können, weil bestimmte bösartige Kräfte alles unternehmen, um Gutes zu verhindern?

Tatsächlich geschah dies so bisherig. Fällt der Weltuntergang in etwa aus, obwohl schon so oft prophezeit? Dezember 2012 längst verstrichen, nicht die Welt geht unter, sondern das, was uns kaputt macht – und genau dies macht Hoffnung, darf man als positiven Weg werten.

Eine zu lang andauernd dramatische Fehlentwicklung

Wir sollten erkennen, daß nicht nur die real umgesetzten Gebote, die tatsächlich in sämtlichen Religionen und Naturvölkern formuliert wurden, wegweisend das gesellschaftliche Miteinander gewährleisten, sondern darüber hinaus unser Geist, der Anspruch eines gesunden Seelenlebens im Einklang mit unserem Körper ein allgemeines Grundrecht darstellt. Die Wortkreation Menschenrecht ist ebenso ein Ausdruck dessen.

Was unternahm Homo sapiens nicht alles, um exakt das Gegenteil zu vollrichten? Jahrtausende der Unterdrückung zeugen von einer dramatischen Fehlentwicklung, in der vielfaches Leid den Menschen zugemutet wurde, damit ein paar Wenige es sich so richtig haben gut gehen lassen. Der Gedanken und die eiskalte Verwirklichung eines elitären Herrschens durchzog sämtliche historischen Epochen, stets waren es Menschen, die sich unterjochen ließen und in allen Systemen treu ergeben sich aufopferten, nach oben blickend nicht bemerkten, wie sie mit simplen Mitteln abgelenkt und ausgenutzt wurden!

Paradigmenwechsel hat längst begonnen

Wer ganz genau hinschaut, hat längst erkannt, daß ein Paradigmenwechsel unwiderruflich begonnen hat, ob die derzeit noch Herrschenden es wahrhaben wollen oder nicht. Dabei zeigen sich die Signale keineswegs versteckt in stillen Kämmerlein, sondern äußerst offen.

Anhand sozialer Bewegungen, philosophischen Aussagen, unverblümten Veröffentlichungen vieler Querdenker und Systemkritiker, die mit dem Internet eine vielfache Chance erhalten, diese weiter zu verbreiten, bis hin zu Künstlern und sich neu entwickelnden Parteien sowie Gruppierungen: Überall bewegt sich etwas auf Mutter Erde, die Menschheit steht auf, fordert eine deutliche Veränderung, weg vom unterdrückenden Herrscherprinzip, dem sich alles unterzuordnen hat, hin zu reiner Mitmenschlichkeit, die jedem die helfende Hand reicht, in der kein Platz mehr ist für Gewalt, Zerstörung und Haß.

Der geläuterte Mensch verhindert Endzeitszenarien

Zuviel Optimismus? Wir alle leben zwar in diesem Endzeitszenarium, können uns dem zunächst nicht entziehen, müssen sehenden Auges ihm entgegenblicken, haben dennoch die Möglichkeit, uns selbst einzubringen. Wer einfach wegschaut, wird urplötzlich aus seiner Ignoranz erwachen und sich wundern, mit welchen perfiden Mitteln böse Mächte alles versuchen, erneut ihren Ansprüchen gerecht zu werden, weil bisherig genau dieser Weg wohl so prima funktionierte.

Der geläuterte Mensch, dessen Bewußtsein gewachsen im kritischen Hinterfragen, spielt dieses simple, leicht zu durchschauende Spiel eben nicht mehr mit. Sämtliche trögen Versuche mittels Kommerz und Glamour scheitern an den Erkenntnissen des eigentlichen Seins auf Erden: dazu beizutragen, daß wir alle uns das Paradies im Hier und Jetzt erschaffen können, anstatt es lediglich als Metapher ewiglich hochzuhalten, nur Wenigen (den Eliten) vergönnt, aber der Mehrheit vorenthalten.

Kurz vor dem finalen Countdown stehen wir auf und handeln. Aber nicht systemkonform, welches uns in jene Bahnen lenken möchte, die dem Herrschaftsdiktat dienlich. Man darf es als revolutionär bezeichnen, obwohl dennoch gänzlich ohne die Mittel der Gewalt dabei zu vollziehen. Jeder mag ein Stück dazu beitragen, sein Leben hinterfragen und genau dort ansetzen, wo Ungerechtigkeit gen Himmel schreit, Wege zu finden und zu gehen, gemeinsam, im Miteinander.

Verbannen wir all das, was uns kaputt macht und vertrauen den Dingen, die allen zugute kommen, bei denen es keine Diskriminierung gibt, jeder willkommen ist, jeder Mensch Mensch sein darf ohne irgendwelche Vorbehalte. Träume eines Idealisten? Nein, eine selbstverständliche Haltung.

Lotar Martin Kamm

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Liebe überdauert alle Zeit

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Meeresschaum und Wellenschlagen,
die Zeit vergeht, ob mit Freuden oder Klagen.
Das Lachen, das Lachen war schön
wie die klare, weite Sicht bei Föhn.

Die langanhaltende Musik dieser Freude
übersteht die Zeit, die Felsen, die als Beute
in kleinen Stücken vom Meer geschluckt
und als Kieselsteine an Land gespuckt.

Dies Lachen, das den Tag hat begrüßt,
wie ein lauer Sommerregen die Natur begießt
mit feinen Wassertropfen, die mehr streicheln,
anstatt Erde in kurzer Zeit aufzuweichen.

Dies Lachen hallt durch Mark und Bein,
durch Luft, durch Wasser, durch Felsgestein,
weil es aus tiefster Seele, dem Paradies,
dem Ort der Reinheit sich ergießt.

Zur gleichen Zeit in beider Herzen erwacht,
als sie erkannten dieselben Träume der Nacht,
das Meer, die Felsen gemeinsam erlebt,
engumschlungen die Körper wie verwebt.

Dies Lachen, die Freude, die den Tag hat erhellt,
zwei Wesen kurzweilig zu einem beseelt,
ohne Fragen, Antworten, irgendwann Vergangenheit,
wird aufgrund der Liebe überdauern alle Zeit.

Nafia

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