Feindbilder grassieren allerorten

flickr.com/ TahtiG/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Wehret den Anfängen und laßt kein Gedankendiktat zu

Manchmal passiert es einfach! Der Anlaß schleichend oder mit der Wucht eines Erdbebens. Man hört eine Melodie, Lied und schwupp grassiert es unermüdlich, zeitweilig über Tage in sämtlichen Gedankenstrukturen. Wie ein Virus. Es ist überall. Sie unterhalten sich mit einer Freundin über Schwangerschaft, Geburt, und kaum sind Sie auf dem Nachhauseweg, begegnen Ihnen die ersten schwangeren Frauen. Auch beim Einkauf in den nächsten Tagen wundern Sie sich nur noch darüber, daß es momentan eine Fülle von Frauen gibt, denen demnächst eine Geburt bevorsteht.

Die Diskussion mit Ihrem Partner endete mal wieder in Unschlüssigkeit über die nächste Wahl des Autos, da fahren diese Modelle wie auf Bestellung permanent die Straßen lang, auf denen Sie unterwegs sind. Es artet bei diesen Ereignissen fast zum Haare ausreißen aus, so penetrant werden Sie durch lapidare Gesprächsinhalte, interessante Diskussionen „gezwungen“, sich an Dinge zu erinnern, die eigentlich erstmal erledigt waren.

Nicht vergessen, dieses Phänomen kann auch durch einen Geruch ausgelöst werden. Sie schlendern gemütlich durch einen Park mit herbstlichem Blätterzauber, da erreicht eine kleine Windböe Ihre Geruchsnerven, und schon sind Sie Jahre zurückversetzt zu einem kurzen Augenblick des gemeinsamen Pilzsuchens mit Vater und Mutter. Sie nehmen an einem Seminar teil, und Ihr Sitznachbar riecht nach dem Wäscheduft, den Sie bei Ihrer Tante immer wahrgenommen haben. Durch all diese Situationen grassiert der Virus des Nichtloslassen können. Selbst wenn wir versuchen, uns abzulenken, bewußt an etwas anderes denken, grassiert das vergessenwollende Gedankendiktat fleißig weiter.

Wenn nun aber diese Gedankenviren ganze Gesellschaften befallen wegen einer Fußballweltmeisterschaft, Buchveröffentlichung, Wahlen, dann kann bei hitzigen Auseinandersetzungen von einer Gedankenepidemie gesprochen werden. Solch eine Gedankenepidemie grassiert zurzeit vor unseren Augen. Das Fatale, ein Großteil der Bevölkerung genießt anscheinend die mediale Aufmerksamkeit, die ihren Äußerungen zuteil wird. Darunter befinden sich viele vernachlässigte, ansonsten nicht zu Wort Gekommenen, die großzügig noch mehr Verwirrung stiften, um als die Entscheidungsmacher auftreten zu können. Komisch nur, daß sie dazu nicht schon früher imstande waren, als die verschiedenen sozialen, wirtschaftlichen, politischen Probleme bereits im Raum standen.

Aber damals gab es wohl nicht die jetzt lieferbaren Feindbilder. Einige dieser so Allwissenden, das nationale Gefühl ansprechende, den nationalen Zusammenhalt beschwörenden Medialvertreter haben es geschafft, jedes Diskussionsthema zu ihren Zwecken zu mißbrauchen. Und dabei bedienen sie sich der gleichen Sprache und den gleichen Lügen, die sie den jeweiligen Gegnern vorwerfen. Intrigen, Kungeleien haben Hochkonjunktur.

Lassen wir einfach mal dahingestellt, wer Recht hat, aber diejenigen, die keine Bereitschaft zu einer Deeskalation zeigen, sondern weiterhin die Gedankenepidemie fördern, können nicht im Sinne einer friedlichen Gesellschaft ernst genommen werden.

Wir brauchen keine Alternativen (Entscheidung zwischen zwei Möglichkeiten), keine Innovationen (Erneuerungen), wir brauchen komplett neue Denkansätze, nova, etwas Neues, nie Dagewesenes.

Nur so können wir langfristig unsere von einem grassierenden Virus befallenen Gedankenstrukturen wieder auf Normalzustand bringen. Gemeinsam, nicht gegeneinander, nicht mit Vorwürfen, sondern mit Entwürfen für eine bessere Welt. Und falls Sie morgen auf dem Weg zur Arbeit wieder nur ein bestimmtes Automodell sehen, weil Sie sich mit Ihrem Partner noch nicht geeinigt haben, so will Ihnen Ihre Gedankenwelt nur mitteilen, daß auch dieses Modell seine Vorteile hat.

Doris Mock-Kamm

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Die Auferstehung längst verlassen geglaubten Hasses

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Satirischer Rückblick…

Wer immer noch denkt, sich entsprechend verrenkt, es sei übertrieben: Dann laßt es. Doch all diejenigen, die längst nicht aufgegeben, sich sehnen nach friedlichem Zusammenleben, die mögen sich vereinen, das alte Übel vehement verneinen. Auf meiner gelben Gartenbank sich stets ein Plätzchen fand, ihre Sitzfläche schon ganz blank, bis zum wohlgeformt runden Rand.

Denn wenn die Neuen Rechten sich mit Patrioten die Ehre geben, per Augenauswischerei kritiklosen Massen entgegenstreben, folglich als Heilsversprecher die Nähe aufgreifen, dann werden sie alle selbstgefällig schleifen, euch einseifen. Wollt Ihr das nicht begreifen?

Schon warnt die OECD vor schwacher globaler Konjunktur, was verbleibt uns nur, außer erschrockenes Staunen, ein Raunen in weiter Flur? Wollt Ihr nicht sehen die Botschaft hinter den Worten? Die solch Konsorten eiskalt planerisch umsetzen? Schon beflügelt Fremdenhaß ausschweifend den rechten Mob. Seid gewiß, das ist alles andere als ein Flop, sondern genauso gewollt. Am Horizont bereits Kriegsgerät dem Volk entgegenrollt.

Begreift endlich, was dahintersteckt: Sie wollen genußvoll Gewinne einfahren. Egal, wer dabei verreckt, ob wenige oder ganze Scharen. Weil Korruption, soweit das Auge reicht, ständig tobt, wie beim TTIP zu ersehen. Politik dies weiterhin lobt, und die Masse läßt’s einfach geschehen.

Bringen dennoch Beherzte Widerstand fertig, Waltzing Matilda allgegenwärtig? Solch Illusion wäre nur zu schön, nur wenige lassen es geschehen. Wie beim Kartenspiel nutzen Tricks nicht viel. Obwohl Konzerne wie Monsanto ihre Gewinne ungebremst erschaffen, staunend Völker meist schweigend nur gaffen, könnte jetzt doch ein Ruck durchs Volk gehen bei solch frapantem Geschehen: Dem deutschen Bier geht es an den Kragen, trotz Spuren von Glyphosat will es niemand wagen, ihnen zu trotzen? Wegen Vetternwirtschaft als weltumspannender Auswuchs, zum Kotzen!

Dann lieber sich entspannt zurücklehnen, nach Glamour sehnen. Beim ESC-Vorentscheid konnte Jamie-Lee Kriewitz das Publikum für sich gewinnen. Mögen viele ihr die Daumen drücken, mit all ihren Sinnen. Lieber freudig zusammenrücken, statt noch mehr Gewalt zuzulassen. Stoppt dieses grauenvolle, destruktive Hassen!

Lotar Martin Kamm

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Vetternwirtschaft ein weltumspannender Auswuchs

flickr.com/ dielinkebw/ (CC BY-ND 2.0)

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Mafiose Strukturen verhindern eine Änderung

Nepotismus soweit das Auge reicht. Oder doch weitaus weiter? Nicht nur in der unmittelbaren Umgebung, sondern weltumspannend? Wahrscheinlich schon, bedenkt man die Strukturen der einzelnen Verantwortungskreise. Nepotismus, Vetternwirtschaft, Verteilung von Posten unter Familienangehörigen, ein altes Konzept, die Verantwortung, Leitung eines Unternehmens innerhalb einer verwandtschaftlichen Beziehung zu belassen. Dabei ist diese Weitergabe keineswegs nur in königlichen, regierenden Kreisen üblich gewesen, sondern wurde ebenso in den landwirtschaftlichen, handwerklichen Betrieben gehandhabt.

Nicht nur wurde, es wird weiterhin. Dem ursprünglichen Grundgedanken nach setzen wir voraus, daß dem so war, bedeutete das Überlassen des Betriebes, Regierung einem nahen Verwandten, daß die Grundlagen, das Verständnis, die Kenntnis, das Wissen zur Führung und Gewährleistung des Fortbestandes gesichert war. Sicher nicht die schlechteste Idee, denn wer hatte ansonsten die Gelegenheit, von der Pike auf alles zu erlernen?

Was läuft aber dabei schief, wenn die Vetternwirtschaft nicht nur so lapidar dahergesagt, als Günstlingswirtschaft, Gemauschel oder deftiger ausgedrückt als Schiebergeschäft, Betrug gekennzeichnet ist? Die prägnanteste Beurteilung ergibt sich aus der Tatsache, nicht jedes Mitglied einer Familie hat und bringt die Voraussetzungen mit, die zur Weiterführung des bestehenden Betriebes (Beispiel für alle anderen Ressorts) von Bedeutung sind. Deshalb sind viele Positionen falsch besetzt. Selbst wenn in Ausnahmefällen, außerhalb der verwandtschaftlichen Verhältnisse, Kandidaten den Betrieb übernehmen, so sind diese oft nur sogenannte Günstlinge. Personen, die eventuell das „Geschäft“ beherrschen, aber auf Grund von Abhängigkeit, Entscheidungen im Sinne der Besitzer tätigen, also nicht aus sich selbst heraus Verantwortungsträger sind.

So leidet die Gesellschaft (von Anbeginn aller Zeiten?) bis heute an den Schattenseiten einer Günstlings- und Vetternwirtschaft. Diese Erkenntnis ist nicht neu und weltbewegend. Weltbewegend aber ist, daß Nepotismus, Vetternwirtschaft immer wieder angeprangert wurde und wird, aber im gleichen Atemzug Mensch sich genau diese Stellung für sich selbst herbeisehnt. Ein Leben in Wohlgefallen für sich, alle Nachkommen und alle diejenigen, die vermeintlich die gleiche Sprache sprechen. Ein schier endloser Kreislauf. Wer vermag, dies zu verändern?

Persönlichkeiten und eine Gesellschaft, die das Bewußtsein besitzen und danach leben, daß nicht die Macht des äußerlichen Reichtums zum Fortbestand der Menschen beiträgt. Solange aber die „Besitzenden“ und „Besitzlosen“ Ruhm und Ehre, Reichtum und Macht behalten wollen und anstreben, wird sich an der Günstlingswirtschaft, „Bananenrepublik“, mafiosen Strukturen und schlußendlich an der Gesamtsituation „menschlichen Lebens auf dieser Erde“ nichts ändern.

Doris Mock-Kamm

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ESC-Vorentscheid: Jamie-Lee Kriewitz singt in Stockholm

 flickr.com/ Nancy Dunne/ (CC BY-NC-ND 2.0)


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Alex Diehl und Avantasia unterliegen der 17-jährigen Schülerin

Zum 61. Eurovision Song Contest traten gestern in Köln die verbliebenen drei Kandidaten die zweite und letzte Runde des Vorentscheids unter dem Motto „Unser Lied für Stockholm“ an, nachdem diese in der ersten Runde sich gegen sieben andere Teilnehmer durchsetzen konnten. Jamie-Lee Kriewitz gewann schließlich mit 44,5%, Alex Diehl folgte mit 33,9% der Stimmen, während Avantasia mit 22,6% Dritter wurde.

Diejenigen, die ohnehin den ESC als eine rein kommerzielle Veranstaltung verunglimpfen wollen, mögen einfach nicht mehr weiterlesen, selbst wenn in großen Teilen diese Feststellung gar stimmen mag. Doch wer möchte ernsthaft Kunst Vorschriften machen, wie sie sich zu präsentieren hat in einer Welt des Glamours, in der sich vieles ums Business dreht? Die Zeit der brotlosen Künste findet neben solchen Showacts weiterhin statt, gönnen wir manchen einfach ihre Möglichkeiten und Podien.

Nach Xavier Naidoos ESC-Eklat zurück zur Normalität?

Hieß es noch im letzten Jahr im November „Unser Song für Xavier“, bei dessen Vorentscheidung Komponisten sowie Produzenten sechs Song-Vorschläge unterbreiten hätten dürfen, von denen eine Jury, bei der Xavier Naidoo ebenso mit vertreten sein sollte, sich für einen entscheiden würde, platzte das Konzept, nahm der NDR Xavier Naidoos Nominierung zurück.

Zu Beginn des Jahres folgte die Ankündigung zum Prozedere der beiden Runden, obwohl nach dem deutschen ESC-Eklat von einer Normalität wohl kaum die Rede sein kann. Aber in Zeiten des schnellebigen Musik-Business geraten solche Ereignisse eher in den Hintergrund. Ironie und zugleich Wink des Schicksals: Jamie-Lee Kriewitz gewann im letzten Jahr in der fünften Staffel „The Voice of Germany“, die Xavier Naidoo selbst als Juror in den Jahren 2011 und 2012 mitgestaltete.

Unpolitisches obsiegt beim Vorentscheid

Denn mit Alex Diehls Beitrag „Nur ein Lied“, welches sich schließlich mit dem Terroranschlägen von Paris auseinandersetzt, gar eine herrliche Begleitung des Münchner Rundfunkorchesters ihm eine wunderbare Tiefe gab, wäre ja das Publikum auch in Stockholm dem Thema ausgesetzt worden. Dies war wohl mit ein Grund, wieso gestern die Zuschauer und Hörer sich für Jamie-Lee Kriewitz „Ghost“ entschieden, mit dem sie schon in der Casting-Show gewinnen konnte.

Die Drittplatzierten, die Power-Metal-Band Avantasia mit dem Song „Mysterie of a Blood Red Rose“, den ihr Bassist und Sänger Tobias Summet vorneweg vertrat, konnte ebenso nicht beim Publikum landen. Somit kann die Band sich jetzt auf ihre „Ghostlights World Tour“ besser konzentrieren, die zwischen März und Juli diesjährig stattfinden soll.

Wir dürfen gespannt sein, für wen die Europäer in diesem Jahr entscheiden werden, ob zum dritten Mal Deutschland als Sieger hervorgeht wie schon zuvor 1982 Nicole und 2010 Lena Meyer-Landrut.

Lotar Martin Kamm

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Kartenspiel

pixabay.com

pixabay.com

Kartenspiel einsam
allein
auf dem sauberen Klo,
rinnendes Wasser
in der zurecht gemachten Straße
schreiender Kinder –
unaufhörliches Spiel.

Kartenspiel einsam
allein
im aufgeräumten Kleiderschrank,
laufendes Gehen
in der hergerichteten Wohnung
erzählender Frauen –
nie enden wollendes Spiel.

Kartenspiel einsam
allein
im bequemen Sessel,
eingetrocknete Tropfen
im strahlenden Fenster
spiegelnder Mädchen –
aufreizendes Spiel.

Kartenspiel einsam
allein,
ausgetrocknete Weinbeeren
im sagenden Mund,
vergessen gesehen
von bunten Bändern
der Augen.

Nafia

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Glyphosat: Dem deutschen Bier geht es an den Kragen

flickr.com/ campact/ (CC BY-NC 2.0)

flickr.com/ campact/ (CC BY-NC 2.0)

Folgt jetzt endlich der überfällige Aufschrei?

Was nicht sein kann, geschieht nunmehr, obwohl manch einer sich wundern sollte, warum nicht schon viel eher. Forscher finden das Pestizid Glyphosat im deutschen Bier. Dabei wurden bei allen 14 getesteten Biersorten Spuren dieses erbgutschädigenden und krebserzeugenden Unkrautvernichtungsmittels gefunden. Folgt jetzt endlich der überfällige Aufschrei in der Bevölkerung?

Monsanto, heute ein längst in Verruf geratener Weltkonzern für Saatgut und Herbizide, synthetisierte 1970 die Verbindung Glyphosat, welche schließlich als Segnung gegen Unkräuter vier Jahre später unter dem Namen Roundup auf dem Markt kam. Obwohl jahrelange Studien zunächst zu dem Ergebnis gelangten, Glyphosat sei nicht krebserregend, haben schließlich verschiedene andere genau dies widerlegt. In etlichen bestätigten sich berechtigte Zweifel, inzwischen wird darüber gestritten, ob man das Unkrautvernichtungsmittel in die erste oder zweite Krebskategorie nach der GHS (Global harmonisiertes System zur Einstufung und Kennzeichnung von Chemikalien) einstufen solle.

Wider der Natur – was zählen schon berechtigte Bedenken

Hauptsache der Profit stimmt, so die allgemeine Handhabe der verantwortlichen Politik gegenüber seinen Bürgern. Das gilt in sofern erst recht beim Glyphosat. Zumal längst nahezu Dreiviertel Bundesbürger den Einsatz dieses Unkrautvernichtungsmittels strikt ablehnen, fühlt sich unser Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nicht berufen, es schlicht vom Markt zu nehmen, er hält stattdessen lieber an den Geschäften mit Monsanto fest. Hier kann beim Campact-Aufruf unterzeichnet werden.

Eine latent vorhandene Argumentation bekräftigt den Einsatz dieses giftigen Unkrautvernichtungsmittels. Dabei wird behauptet, es würde andere wesentlich schädlichere Mittel gegen die Umwelt verhindern und sei daher ein Gewinn. Welch frapante Fehleinschätzung sowie Ignoranz gegenüber Mensch und Natur. Während in den USA und Europa weiterhin Glyphosat bedenkenlos angewandt wird, haben Kolumbien und Ecuador das Sprayen von diesem Unkrautvernichtungsmittel gänzlich eingestellt.

Deutsches Reinheitsgebot erheblich gefährdet

Der 23. April dieses Jahres, an dem die Deutschen ihr Reinheitsgebot zum Bierbrauen feiern, das 500. Jahresjubiläum ansteht, könnte erheblich gefährdet werden aufgrund der festgestellten Glyphosat-Spuren im Bier. Oder spielt die Politik mal wieder solche Tatbestände einfach herunter, bescheinigt den Kritikern gar Hysterie, wie dies schon so oft in der Vergangenheit geschehen?

Wir dürfen gespannt sein, was da noch in nächster Zeit geschieht. Jetzt gilt daher, erst recht äußerst akribisch zu beobachten. Schlimm genug, daß Monsanto und Co. weltweit ihr Unwesen treiben dürfen, ohne dafür wirklich belangt zu werden.

Lotar Martin Kamm

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Waltzing Matilda allgegenwärtig

flickr.com/ malandlu/ (CC BY 2.0)

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Synonym für gelebte Freiheit

Früher war alles besser. Da gab es Recht und Ordnung. Keine Mißstände, da wurde arm und reich als Gott gegeben hingenommen, schließlich wußte jeder, wo sein angestammter Platz war, und falls mal jemand aufbegehrt hat, gab es Mittel und Wege, diese Störenfriede in ihre Schranken zu weisen.

Welch verklärte Weltsicht. In keiner geschichtlich aufgezeichneten Zeit gab es Harmonie und Zufriedenheit triefende Zustände, auch nicht in sogenannten Friedenszeiten. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Die einzelnen Schicksale derer, die ausgestiegen sind aus Gemeinschaften oder ausgestoßen wurden, finden sich in etlichen Erzählungen, Liedern und dies in allen Ländern, Nationen und Völkern.

Auch gab es immer wieder Zeiten, in denen ganze Gruppen von Menschen sich auf die Suche nach einer neuen Heimat begaben. Anlässe hierfür waren unter anderem Naturkatastrophen, Vertreibungen auf Grund von Glaubensfragen, heilsversprechende Verkünder einer besseren Welt, Hungersnöte, kriegerische Auseinandersetzungen und vieles mehr.

Viele Menschen waren aus dem Drang unterwegs, Neues zu entdecken oder sich in einem Handwerk neues Wissen anzueignen. Die Walz, vielleicht besser bekannt durch den Begriff Gesellenjahre, ist inzwischen nicht mehr in den Handwerksbetrieben notwendig, um die Meisterprüfung abzulegen. Allerdings gibt es unter den Gesellen auch heutzutage den ein oder anderen, der auf die Walz geht.

Die Gründe, warum Samuel Hoffmeister aus Deutschland Anfang der 1890iger Jahre nach Australien ging, können nur erahnt werden. Vermutlich hat er wie so viele andere ein Leben herbeigesehnt, das es ihm ermöglicht, unabhängig und frei zu leben. Sicher dürfte er nur wenigen bekannt sein, obwohl sein Leben vertont, fast zur Nationalhymne Australiens geworden wäre.

Samuel Hoffmeister wurde vorgeworfen, an dem Schereraufstand auf Dagworth Station 1894 teilgenommen und der Anführer des Aufstandes gewesen zu sein. Um seiner Verhaftung zu entgehen, wählte Hoffmeister den Freitod. Das vertonte Gedicht „Waltzing Matilda“, den Text schrieb der Dichter Banjo Paterson, schildert die Sehnsucht der Menschen nach selbstbestimmtem Leben und lieber ihr Leben zu beenden, als die Freiheit aufzugeben.

Vielleicht kann das Lied, das von den unterschiedlichsten Interpreten gesungen wurde und wird, ein kleines Stück weit dazu beitragen, unsere Gedanken immer wieder den Menschen zu widmen, die für einen Hungerlohn, als Wanderarbeiter, als Suchende, als Flüchtlinge ihr Leben fristen. Aber auch für alle, die auf der Walz durch die Lande ziehen, und für all jene, die „lieber tot als Sklave“, wo auch immer, sich für die Freiheit einsetzen. Australien hat sich gegen „Waltzing Matilda“ als Nationalhymne entschieden, obwohl in vielen Herzen der Australier dieses Lied die eigentliche Hymne ihres Landes darstellt.

Samuel Hoffmeister hat seinen „Ruhm“ nicht erlebt, aber seine Geschichte steht für viele Menschen, die sich gegen Unterdrücker und Ausbeutung gewehrt haben, selten werden die wahren Verantwortlichen von sozialen Mißständen zur Rechenschaft gezogen Gerade deshalb sollten die Unterdrückten, Ausgegrenzten nicht gegeneinander um ihre Freiheit kämpfen, sondern miteinander eine Zukunft aufbauen, die es allen Menschen erlaubt, in Freiheit zu leben.

Diese Interpretation von Rod Stewart steht hier stellvertretend für viele andere Künstler, die sich dieses Themas angenommen haben. Und in der Hoffnung, daß wir irgendwann nicht nur auf dem Papier, sondern in Realität nach dem 1. Artikel der Generalversammlung der Vereinten Nationen auf dieser Erde leben:

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Doris Mock-Kamm

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