Syrien-Krieg: Erdoğans Rolle als Brandstifter zum dritten Weltkrieg

flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY 2.0)

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Zwischen Größenwahn und gezielter Agitation

Inzwischen sollten die vielen Entgleisungen dieses türkischen Präsidenten sich nicht nur herumgesprochen haben, sorgten für etliches Aufsehen bis hin zu handfesten Provokationen gen Russische Föderation, welche Erdoğans Rolle als Brandstifter zum dritten Weltkrieg durchaus nunmehr unterstreichen. Der „türkische Pascha“ zwischen Größenwahn und gezielter Agitation? Wobei gerade die USA ihren unmißverstänldichen Part spielen, wen wundert’s dabei eigentlich noch, außer den ewigen Bücklingen, die dem Hegemon nonstop die Stange halten.

Der absichtliche Abschuß einer russischen SU-24 im November des letzten Jahres war daher lediglich ein Vorgeschmack dessen, was der Türkei noch alles an Provokationen einfallen könnte. Hatte damals ein besonnener Wladimir Putin Gnade vor Recht ergehen lassen, in dem er eben nicht erwartungsgemäß reagierte, scheint Erdoğan sich immer neue Varianten zu erdenken, Russland zum Eingreifen zu zwingen. Aus Ankara tönen vermehrt Beschuldigungen, Moskau würde den türkischen Luftraum an der Grenze zu Syrien verletzen, eine SU-34 sei knapp eine halbe Minute über die Provinz Gaziantep geflogen. Daraufhin ordnete Erdoğan die Alarmstufe Orange an, was die Streitkräfte in völlige Einsatzbereitschaft versetzt.

Die Haltung der Türkei im Syrien-Krieg läßt kaum eine andere Wahl zu

Mit dem Ende der Männerfreundschaft zwischen Assad und Erdoğan, weil letzterer darauf gesetzt hatte, daß der Arabische Frühling ebenso den syrischen Präsidenten aus dem Palast jagen würde, begann die Türkei, sich zügig beim Syrien-Krieg einzumischen. Bereits im Frühjahr 2012 setzten erste Kampfhandlungen in Syrien ein, unterstützten die Türken die bewaffnete Oppositionsgruppe, die Freie Syrische Armee. Im Dezember desselben Jahres half die NATO mit der Operation Active Fence ihrem türkischen NATO-Partner, wobei ebenso die BRD, die USA und die Niederlande sich mit entsprechenden Waffensystemen zur Flugabwehr an der Grenze zu Syrien bis Januar 2014 beteiligten.

Bedenken wir die Rolle der Türkei im Syrien-Krieg, was mit die Option der Angriffe gegen die Kurden anbelangt, das unrechtmäßige Eindringen von türkischen Soldaten im Irak, wird deutlich, in wie weit Erdoğan schnell erschaffene Machtbefugnisse mißbraucht.

Die Rolle der USA sollte niemand verkennen

Die Türkei tatsächlich in einer Schlüsselrolle, wobei der Syrien-Krieg genügend millionenfache Flüchltinge mit sich bringt, die nach Europa wollen, viele auch die Türkei selbst aufgenommen hat als Nachbarland. Schon droht der türkische Präsident, nachdem die UNO die Türkei aufgefordert hatte, doch die Grenze nördlich von Aleppo für Flüchtlinge zu öffnen, er würde sie einfach weiterreisen lassen.

Zwar sind es tatsächlich die Russen, die inzwischen im Syrien-Krieg mit bomben, ihnen aber jetzt eine alleinige Schuld zuzuweisen, wie dies die USA und ihre Verbündeten fortlaufend behaupten, führt eher zu einer Zuspitzung, zumal besonders der Hegemon entscheidend mit dazu beitrug, daß überhaupt die Terrororganisation IS sich dermaßen gut aufgestellt bewaffnen konnte. Wer mißt hier wohl mit zweierlei Maß, vor allem wenn US-Kampfflugzeuge in Aleppo bomben? Mittendrin eine Türkei, deren Präsident bereits mit dem Gedanken spielt, sich mit Russland anlegen zu können, eine NATO, die Planspiele an den russischen Grenzen hegt.

Wer hierbei noch meint, Putin sei der Aggressor, sollte vielmehr die eigentliche Absicht genauer unter die Lupe nehmen, die ziemlich schnell zum dritten Weltkrieg führen kann. Im Hintergrund initiiert seitens den USA, direkt betroffen der Nahe und Mittlere Osten als auch Europa.

Lotar Martin Kamm

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König von Deutschland

flickr.com/ himbeergelb/ (CC BY-ND 2.0)

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Wenn Herrscher und Manager die Zukunft sehen

Ach, wäre das nicht erstrebenswert, in Zeiten der scheinbaren Hoffnungslosigkeit, des Unmutes, der gegenseitigen Vorwürfe des Nichthandelns, im Sinne des jeweiligen anderen Gedankenguts, der Angst, der Kompromißunfähigkeit, als Phönix aus der Asche die definitive richtige Lebensweise zu verkünden? Auf einen Schlag wäre man berühmt, der König von Deutschland und könnte, da alle zufrieden sind, nach Gutdünken schalten und walten.

Als Anwalt (anawalto, jemand, der über etwas Gewalt hat) würde man dafür sorgen, daß die Kanzler (hohe Beamte, die für die Ausarbeitung von Staatsurkunden zuständig sind) damit beschäftigt wären, ständig neue Gesetzestexte zu schreiben, damit jeder in den Genuß kommt, nach seiner Art zu leben. Somit wären alle beschäftigt, und man könnte als Sachwalter das Leben genießen.

Natürlich wäre ein Manager mit der Aufgabenteilung, den Bittschriften, der Auswahl von Vertretern zur Überwachung der angeordneten Gebote zuständig. Schließlich möchte man sich nicht die Hände schmutzig machen. Und der Manager ist es gewohnt, mit seinen Händen alles zu handhaben (maneggiare), er weiß deshalb am besten, wie man sich die Hände in Unschuld wäscht.

Falls dann doch wider Erwarten nicht alle Umstände zur Zufriedenheit aller zutreffen sollten, so kann man getrost den Hinweis schwenken, daß man nicht überall gleichzeitig lugen, luogen, lügen (mittelhochdeutsch, mitteldeutsch für blicken, sehen, spähen, gucken) kann, sondern jeder selbst sehen kann, wo er lügt.

Doris Mock-Kamm

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Teilnahme am Projekt „Gegen das Vergessen“

flickr.com/ mibuchat/ (CC BY-SA 2.0)

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Inspiriert durch Jürgen M. Brandtner macht Sylvia Kling den Anfang

Die Autorin Sylvia Kling rief jüngst in ihrem Blog das Projekt „Gegen das Vergessen“ ins Leben, wobei sie inspiriert wurde vom Theaterregisseur und Schauspieler Jürgen M. Brandtner, der bereits vor knapp fünf Jahren mit dem Leseabend „Aktion wider den undeutschen Geist“ in Erscheinung trat, Texte zur nationalsozialistischen Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 vorlas.

Brandtner selbst äußerte dazu: “Gegen das Vergessen” wird von vielen Künstlern und Initiativen aufgegriffen, wenn es um die Geschehnisse während des Nationalsozialismus geht oder um Aktionen / kreative Prozesse / Kunstwerke, die gegen diesen Geist atmen.” Genau das veranlaßte Sylvia Kling, das gleichnamige Projekt „Gegen das Vergessen“ jetzt zu initiieren, startete sie selbst mit ihrem Gedicht „Egal“.

Dabei forderte sie andere Künstler auf, sich an dem wichtigen Projekt aktiv zu beteiligen. Prompt folgten zügig die ersten Texte und Beiträge. Querdenkende veröffentlichte ebenso ein Gedicht, weil gerade in Zeiten eines deutlichen Rechtsrucks, der sich quer durch Gesamteuropa abzeichnet, viele Menschen sich einfinden, die undifferenziert an Hetze und Gewaltaufrufen mitwirken. Gerade Kunstschaffende werden dabei allzugern schnell an den Pranger gestellt, zensiert, zurechtgewiesen, wie man aus der Vergangenheit leidvoll sich erinnern sollte. Umso wichtiger, selbst dazu Stellung zu beziehen. Wir rufen somit alle Kunstschaffenden auf, sich rege zu beteiligen. Wehret den Anfängen!

Wir werden die unten aufgeführte Liste der Beteiligten stets ergänzend auf den neuesten Stand bringen.

Im Namen des gesamten Teams
Lotar Martin Kamm

Arno von Rosen – Teilnahme am Projekt “Gegen das Vergessen”

59.Dieses Mal kein Sportbericht, doch hoffentlich genau so interessant!

Kein Gewicht – ein Beitrag zur Aktion “Gegen das Vergessen”

Revolutionäre Wesen täuschen uns

Pawlo – Gegen das Vergessen/Against forgetting

Belana Hermine – Aufwachen

Monika Maria – gegen das Vergessen

Khalid Auoga – Verzeiht

Anne-Lenas Lesestübchen – Ein Erbe

Ule Rolff – siebzig

Belana Hermine – Rosa

Lyrifant – gegen das vergessen

Sugar4all: ES GIBT NUR EIN GEMEINSAM

Nie wieder Krieg, Papa!

Colleen: Gegen das Vergessen-Fred Uhlmann

Sylvia Kling – Untröstlich

Rachelgedanken: Gegen das Vergessen

Seelenglimmern…: Es gibt nur zwei Menschenrassen … und die eine lebt ihren Selbstdarstellungswahn lachend aus!

Sylvia Kling: 70 Jahre Frieden – Zu lang für die Deutschen?

4alle/4all: Gegen das Vergessen – ein Projekt

 JuckPlotz: Gegen das Vergessen

Katrin-musikhai: Teilnahme am Projekt ‘Gegen das Vergessen’

Lyrifant: Bitte einer Dünnhäutigen

Maddemaddigger: Schlussstrich

Hinter den Worten

Ule Rolff: Gegen das Vergessen – siebzig

Belana Hermine: Puzzle-Teile – Erinnerungsfetzen

Peter Emrich: Gegen das Vergessen

Belana Hermine: Wir Wunderkinder

Das wär doch was: Gegen das Vergessen

blaupause~ lyrisches bLogbuch: Gegen das Vergessen – ein Projekt von

Belana Hermine: Meine Großmutter erzählt

PollysGeliebte(s)Leben: Gegen das Vergessen

tangofiligran: Gegen das Vergessen

Zungenkoeder: Gesang vom Lager

Belana Hermine: Die Kraniche ziehen

“Deine Welt” – GEGEN DAS VERGESSEN

Aufrechte Streiter hoch zu Ross in gnadenloser Mission

Belana Hermine: Meine andere Großmutter erzählt

Sylvia Kling: “Verzweiflung” – Gegen das Vergessen

tangofiligran: Jüdisches Leben in Berlin bis 1945

Wittlicher: Unvergessene

Belana Hermine: Tod und Schrecken

Systemwechsel in altbekannte Bahnen

Annes Lesetagebuch: Jürgen Serke: Selma Meerbaum-Eisinger – Ich bin in Sehnsucht eingehüllt

Sabine Adameit: Gegen das Vergessen – Die Saat ist gelegt

Mail Pro Fotoblog: Gegen das Vergessen

eulenschwinge: ein koffer gegen das vergessen

tomdot: Gegen das Vergessen

Belana Hermine: Tag der Befreiung…

Sabine Adameit: Was haben wir falsch gemacht

Starlit Sky Thoughts: Gegen das Vergessen

tango filigran: Gebilligt und hingenommen

Red Skys over Paradise: Bertha Baer

Red Skys over Paradise: Stolpersteine

isso und nicht anders: Endlich Frieden? – Teilnahme am Projekt „Gegen das Vergessen“

Herr R. schreibt über: Gegen das Vergessen – Gegen die Schuld

Herr R. schreibt über: Es darf nie wieder, nie wieder geschehen! – Gegen das Vergessen

Belana Hermine: Anne Frank

Herr R. schreibt über: Es darf nie wieder passieren – Ein Gedicht von Ede

Gewalt und Hass bestimmen die Medien

Sabine Adameit: Terror

Sabine Adameit: Ich halte das nicht mehr aus

Es war einmal: Abschied – Ein Gedicht von Ede

https://juckplotz.wordpress.com/2016/08/09/8-august-1944-zugfahrt-nach-westerbork/

https://wernerkrebber.wordpress.com/2016/07/13/vor-40-jahren-majdanek-prozess/

Es war einmal: Menschlichkeit – Ein Gedicht von Ede

Es war einmal: An die Geliebte – Ein Gedicht von Ede

https://anneslesetagebuch.wordpress.com/2016/08/12/winfried-meyer-mir-hat-gott-keinen-panzer-ums-herz-gegeben/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2015/10/05/gefallene-helden/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/05/29/meinungsfreiheit/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/07/22/freiheit-bruederlichkeit-menschlichkeit/

https://anneslesetagebuch.wordpress.com/2016/08/16/uwe-timm-am-beispiel-meines-bruders/

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/08/20/dein-freund/

Im Fahrwasser der Neuen Rechten

https://anneslesetagebuch.wordpress.com/2016/08/27/james-a-michener-dresden-pennsylvania/

Die Ballade vom unvergessenen Tag

https://issoundnichtanders.wordpress.com/2016/09/05/flucht-vor-tod-und-bomben/

Es war einmal: Tod – Ein Gedicht von Ede

https://cbeachblog.wordpress.com/2016/09/12/unsere-kultur/

Dem rechten Diktat trotzen

Eigene bisher erschienene Beiträge:

Revolutionäre Wesen täuschen uns

Nie wieder Krieg, Papa!

Hinter den Worten

Aufrechte Streiter hoch zu Ross in gnadenloser Mission

Systemwechsel in altbekannte Bahnen

Gewalt und Hass bestimmen die Medien

Im Fahrwasser der Neuen Rechten

Dem rechten Diktat trotzen

 

 

 

 

 

 

 

 

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Da haben wir den Salat!

flickr.com/ cyclonebill/ (CC BY-SA 2.0)

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Nunmehr sind kreative Köche gefragt

Da haben wir den Salat! Gemeint ist nicht der mit exotischen Zutaten zubereitete Salat, der gerade eben vom Ober serviert wurde. Gemeint ist, wir haben den Schlamassel, das Chaos. Von einigen verursacht, von anderen herbeigesehnt, um als Retter auftreten zu können.

Da kann einem schon der Appetit vergehen. Die von uns ausgewählten Köche haben den Salat, den wir laut Speisekarte zusammenstellen durften, aus Kostengründen, aus Mangel an den gewünschten Zutaten nach ihrer eigenen Façon zusammengestellt und ihn mit minderwertigen Gewürzen verkauft. Die Gäste haben dies schon längere Zeit vermutet, es wurde viel gemunkelt, aber nichts war richtig bewiesen. Als Eingeweihte öffentlich Bestätigungen und Beweise vorlegten, war das erste Erstaunen groß, aber es verblaßte zunehmend. Man warf ihnen narzißtisches Profilieren vor. Weiterhin wurde der Salat mit minderwertigen Zutaten zubereitet, und weil die Beweise sich nicht bestätigen ließen, wurden kurzerhand die Namen der Salate geändert, mit einer kräftigen Preiserhöhung.

Weiterhin wurde das Etablissement aufgesucht, um sich an den Salaten zu laben. Durch eine immer größere Zahl der Gäste, die teils auch nur, um sich zu präsentieren, das Lokal aufsuchten, wurde eine Reservierungsliste eingeführt. Und ab diesem Zeitpunkt sind die vermeintlichen Retter, die den Ruf des Etablissements wiederherstellen wollen, in ihrem Element.

Es ist doch immer wieder erfrischend, wenn die Wörter in direkter Aussage Klärung bringen. Erinnern wir uns, das Wort Salat stammt vom lateinischen sal, Salz ab. Salz, einst ein kostbares Gut, wurde als Ration an Soldaten und Beamte ausgegeben. Daher noch der Begriff Salär, ein hohes gutes Einkommen, Verdienst, Gehalt. Wobei natürlich nicht vergessen werden sollte, daß schon damals Salz nicht gleich Salz war, sondern als Naturprodukt verschiedene Qualitäten aufweisen konnte.

Nun haben wir den Salat! Das Chaos! Denn jetzt wird in vermeintlicher Absicht, das verwerfliche Handeln in Bezug auf die Zutaten zu stoppen, als erste wichtige Verbesserung gefordert, die Anzahl der Gäste zu verringern, weil man sich dadurch intensiver um bessere Bestandteile der Salate kümmern könnte.

Und da nun viele fürchten, selbst nicht mehr in dem Etablissement speisen zu dürfen und ihre gewünschten Zutaten keinen Eingang mehr auf die Speisekarte finden könnten, stimmen sie fleißig zu, den Gästeandrang zu stoppen. Sie übersehen dabei allerdings, daß durch eine Vielfalt der Gäste eine Vielfalt der Zutaten dies möglich macht.

Jetzt haben wir den Salat! Die Suppe ist jetzt auch versalzen!

Deshalb sind nun kreative Köche gefragt, die neue Speisen zubereiten, ansonsten werden wir alle noch lange die versalzene Suppe auslöffeln, auf lange Sicht keinen wirklich guten gemischten Salat essen zu können.

Doris Mock-Kamm

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Hass und Gewalt auf dem Vormarsch zur Meinungsdiktatur

flickr.com/ optikfluffel/ (CC BY 2.0)

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Wenn exklusiver Nationalismus den inklusiven verdrängt

Europa hat genügend Kriege erleben müssen, die gleichwohl weltweit Völker unterjochten, die politischen Strömungen in die weite Welt trugen. Eines der brutalsten Ereignisse stellt die Expansion Nord- und Südamerikas dar, weil dort Indianervölker regelrecht abgeschlachtet und viele gänzlich ausgerottet wurden.

Schlägt man Geschichtsbücher auf, stöbert in den Epochen, wird schnell deutlich, was da vor sich ging: ein ständiges Erobern unterschiedlicher Nationen, wer wohl die größte Macht erhalte, um die Menschen auszubeuten für seine Zwecke. Daraus folgernd mußte zwangsläufig ein besonders stark ausgeprägtes Nationalbewußtsein erwachsen, um das eigene Land gegen Eindringlinge zu verteidigen. Wie im Kleinen so im Großen. Familien dulden ebenso wenig, daß andere einzelne Familienmitglieder bedrängen oder ihnen Schaden zufügen, das Recht auf Selbstverteidigung greift verständlicherweise.

Doch was, wenn die Meinung des Einzelnen sich dem Nationalbewußtsein unterzuordnen hat, eine Meinungsdiktatur auf dem Vormarsch sich befindet, die einzig und allein die Werte und Ziele des Landes jedem vorschreibt? Wer sie hinterfragt oder gar anzweifelt, wird dann selektiert, an den Pranger gestellt, mundtot gemacht, verbannt oder schlicht umgebracht? Sind wir schon wieder soweit, daß Haß und Gewalt auf dem Vormarsch, die die Meinung niedermacht, sobald jene nicht gehorsamst sich einfügt in das Weltbild eines neu formierenden Nationalismus?

Was mit harmlosen Fahnenschwenken seinen Beginn haben mag, sich fortsetzt in verächtlicher Verunglimpfung bei ausbleibender Argumentation mit Phrasen, die abwertend Gutmenschentum hochhalten, um vor eigenen Verfehlungen abzulenken? Die derzeitige Politik dermaßen selbstgefälllig es versäumte, sich eben nicht gängeln zu lassen von Fremdbestimmung, denken wir an die immer noch aktuelle Besatzungsmacht der USA in Deutschland. Statt unabhängige Wege zu ersinnen, ließen die regierenden etablierten Parteien es einfach geschehen, durften Großkonzerne bevormundend sich ausweiten, sind jetzt auf allerbestem Wege, sich weltweit, so auch hierzulande, einzunisten, denken wir ans TTIP.

Doch wenn Nationalisten sich genau jener Themen widmen, die Bürger ködern wollen, in dem der inklusive Nationalismus hochgehalten wird, sollten tunlichst alle sehr wachsam hinschauen, daß nicht am Ende ein exklusiver Nationalismus erneut die Oberhand gewinnt. Dieser verdeutlichte nämlich mittels ethnischen Säuberungen im letzten Jahrhundert, wohin dessen Reise ging, siehe Hitler, Mussolini, Franco oder Tito. Wollen wir dies wirklich zulassen? Nein!

Drum kann und muß man gerade alle Kunstschaffenden aufrufen: Wehret den Anfängen. Erinnert Euch der Geschichte, sie darf sich nicht wiederholen. In diesem Kontext sei das Projekt von Sylvia Kling empfohlen: „Gegen das Vergessen“.

Lotar Martin Kamm

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Revolutionäre Wesen täuschen uns

pixabay.com

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Das Geldscheffeln hat wohl nie ein Ende,
es sei denn, man stoppt des Menschen Gier.
Doch wer wagt nun den ersten Schritt?
Mögen Beherzte einleiten die Wende,
die uns beglücken kann, weltweit, auch hier
der Politik unentschrocken entgegentritt.

Zuvor Übereifrige ihr Hab und Gut retten,
in der Hoffnung auf nicht allzu schlimmen Zeiten.
Wenn jene sich dabei nicht irren,
es folgen Chaos und Kriege. Wetten?
Sie können sich gar nicht vorbereiten,
schon erste Tumulte starten, Scheiben klirren.

Die Vorzeichen waren lange vorher absehbar,
dazu bedurfte es keinerlei Hellseherei.
Wie in allen Hochkulturen zuvor geschehen,
folgte der Zusammenbruch, das ist klar.
Selbst wenn lange her, niemand von uns war dabei,
gilt dennoch für alle: genau hinsehen!

Wieder tummeln sich revolutionäre Wesen,
um bestehende Mächte abzulösen.
Doch wehe, man läßt die Falschen ran.
Schaut genau hin, ihr solltet ihre Texte richtig lesen,
denn sie verleugnen die Guten und sind selbst die Bösen,
achtet jetzt darauf und nicht irgendwann.

Denn jene Nachfolger wiederholen dieselben Fehler
wie bereits zig mal zuvor passiert.
Laßt sie daher nicht aus den Augen,
auch nicht als mündige Wähler.
Morgen Andersdenkende werden sonst massakriert,
bloß nicht blind vertrauen, eher ihnen nichts glauben.

Lotar Martin Kamm

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Sisyphos – das sind wir im Grunde allesamt

flickr.com/ superscheeli/ (CC BY-SA 2.0)

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Wer kann dem Alltag entfliehen, der uns stets einholt?

Wir erledigen während unseres Lebens ständig wiederholende Aufgaben, es kommunizieren sich wiederholende Themen, frönen wiederholt unseren Vorlieben.

Die täglichen Aufgabenbereiche, das Geschirr spülen, waren wirklich nur wir vier heute zum Essen? Wäscheberge abtragen, Wäsche sortieren, Waschmaschine füllen, Trockner anschmeißen oder Wäsche aufhängen, Wäsche bügeln oder einfach nur zusammenlegen, in den Schränken und Schubladen versorgen. Den Garten pflegen, umgraben, neu säen, Unkraut jäten, Zweige zurückschneiden, Obst und Gemüse ernten, Obst und Gemüse säubern und verlesen, Obst und Gemüse einmachen, Rasen mähen, Mahd kompostieren, Laub rechen. Zur Arbeitsstelle fahren, ähnlich strukturierte Arbeitsabläufe erledigen, freundlich sein, auch wenn es der eigenen Empfindung widerspricht, der Kunde, Gast ist König.

Wir erklären den Kindern immer wieder gleiche Grundsätze, beim Essen nicht schmatzen, den Kopf nicht auf den Arm stützen, Hände waschen nicht vergessen, erklären geduldig die nicht verstandenen Matheaufgaben, widersetzen uns mehr recht als schlecht gegenüber dem Wunsch des Kindes, sich piercen zu lassen, versuchen auf Hinweis zu den noch anderen Mitbewohnern, Verständnis zu erringen, die Musik nicht zu laut aufzudrehen. Diskutieren mit Freunden und Partnern über scheinbar belanglose Themen, steht mir das blaue Kleid besser oder das gelbe mit rosa Blumenblüten, soll ich mir einen Bart stehen lassen, einigen uns nach längerer Debatte, den Urlaub doch lieber in Frankreich zu verbringen, um gleichzeitig den Kindern die Sprache näher zu bringen, lästern über einen als hervorragend angekündigten Film, der sich eher als einmaliges Einschlafmittel eignet, anstatt zu den Filmen zählt, die immer wieder sehenswert sind.

Hat uns mal die Leidenschaft für Fußballspiel gepackt, versuchen wir, falls wir körperlich dazu in der Lage sind, uns mit Spielern auf dem Platz zu treffen, um minutenlang dem Ball unser Geschick zu beweisen oder verpassen keine Übertragung unseres Lieblingsvereins, analysieren mit Freunden die verschiedensten Spielfehler oder bejubeln die Taktik eines Spielers. Sind wir begeisterte Stoffliebhaber, so ist vor uns kein Geschäft sicher, das Stoffe in unterschiedlichen Qualitäten anbietet, Accessoires werden zu Hause gehortet wie Knöpfe, Broschen, Bänder, Modehefte, liegen verstreut in der Wohnung, Gardinen sind selbstverständlich selbst genäht, Krawatten, Röcke, Kissen, Decken zieren nicht nur unseren Haushalt, sondern auch den ein oder anderen Beschenkten.

Wir sind Sisyphos! Wir erledigen unermüdlich mal mit großer Kraftanstrengung, mal mit spielerischer Leichtigkeit den Stein der Aufgaben auf einen Berg zu transportieren, über einen Hügel zu rollen, ihn auf einer Fläche rutschen zu lassen. Wir hadern dabei mit dem Schicksal, sind vertieft in die Aufgabe oder freuen uns über jeden kleinen Zentimeter, den der Stein seinem Ziel näherbringt.

Sisyphos, König von Korinth soll um 1400 v. Chr. gelebt und große Weisheit besessen haben. Mehrere ihm zugesprochene Taten sollen für den Totengott Thanatos den Ausschlag geliefert haben, Sisyphos als Strafe einen Felsblock auf den Gipfel eines Berges zu bringen, der ihm aber immer kurz vor dem Ziel entgleitet und Sisyphos infolgedessen immer dazu zwingt, den Felsbrocken aufs Neue zum Gipfel zu befördern.

Die Sisyphosarbeit als Qual und Strafe hat nicht nur in der Literatur Einzug gefunden, sondern auch im alltäglichen Gebrauch für Arbeiten, die trotz Anstrengungen nie zu Ende geführt werden.

Albert Camus hat in „Die Pest“ durch die beiden Schlußsätze „Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen. Wir müssen uns Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen.“ eine neue Interpretation geprägt, die Mitte des 20. Jahrhunderts zur intensiven Auseinandersetzungen zu diesem Thema geführt haben.

Die altindische Legende von Naranath Bhranthan schildet The Madman of Naranam als jemanden, der freudig den Felsblock auf einen Gipfel bringt und ihn absichtlich nach unten rollen läßt, damit er sich an dem Schauspiel erfreuen kann.

Wie immer wir unsere Aufgabenbewältigung sehen, ob als nie endenwollende Strafe, als sinnstiftende Tätigkeit oder als kindliche Beglückung eines physikalischen Gesetzes gleich bleibt, wir sind alle Sisyphos.

Doris Mock-Kamm

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