Geschwafel bis ins Unerträgliche

flickr.com/ JudithTB/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Im günstigen Fall tanzen Gedanken frohen Mutes

Manchmal kann so ein Geschwafel richtiggehend guttun. Auch in den Momenten, in denen man noch die Fähigkeit besitzt, kommunikativ an einem Gespräch oder Gesprächsinhalt teilzunehmen. Es sind jene günstigen Gelegenheiten, die es ermöglichen, trotz anscheinend wichtiger Themen, vehement betont und bis ins kleinste Detail angesprochen, man ungehindert bei seinem eigenen Gedankenfluß sozusagen die Leine losmachen kann und in ferne Gefilde enteilt.

Es soll Menschen geben, die darin geübt sind, sich gedanklich, wann immer gewünscht, zu entfernen. Allen anderen passiert das so nebenbei. Die schöngeistigen Exkurse während der Lehrer sich bemüht, die Bedeutung der Kontinentalplatten zu erklären. Das anfangs widerstrebende Gefühl, Wortbegriffe und Sätze, schon oft gehört, doch eindringen zu lassen und zu verstehen, wenn Eltern geflissentlich Mahnungen, Gebote aussprechen. Wenn der Radiomoderator eine erquickende Episode in Bezug auf einen Song so in die Länge zieht, man schlußendlich nicht mal mehr merkt, daß aus dem Radio bereits die Wettervorhersage nach den Nachrichten durchgegeben wird.

Das Geschwafel kann in schriftlicher Form aufgenommen werden, indem die Texte nur so triefen von Selbstbeweihräucherung, Mißverstandenheit, Wahrheitsbeglaubigungen, Aussagen, die kein Wässerchen trüben können. Wenn das Geschriebene vergeblich sich bemüht, kreativen Geistern das Wasser zu reichen.

Dann löst das Geschwafel Gedankenblitze bis in die Höhen der geistigen Vollkommenheit und fertige Gedichtverse aus. Oder versetzt die losgelösten Gedanken in einen zarten Staub, der durch alle Sphären Schwerelosigkeit vermittelt.

Geschwafel kann also in schwofen (tanzen) ausarten, wenn die Gedanken entfliehen und spielerisch das Weite suchen. Ab und zu genießt man die freie Bewegung nicht nur im Schwofen, sondern durchs Geschwafel der Mitmenschen. Beim Schwofen im körperlichen Ausdruck und durch das Geschwafel im geistigen.

Doris Mock-Kamm

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Elfenbein: Handel gefährdet nach wie vor Elefanten

flickr.com/ aj82/ (CC BY-SA 2.0)

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Yahoo in Erklärungsnot oder lieber dick im Geschäft

Was nutzt schon das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES), welches 179 Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen unterzeichnet haben (Stand 2013), wenn trotzdem der Handel mit Elfenbein eingeschränkt fortgesetzt wird? Ein illegal blühender Schwarzmarkthandel gefährdet die Dickhäuter weiterhin erheblich, wobei gerade Japans Handel in den Fokus der Kritik gerät, der Weltkonzern in diesem verstrickt in Erklärungsnot sich befindet.

Der Verein „Rettet den Regenwald“ hat jüngst am 02. Februar eine Petition ins Leben gerufen, in der die Teilnehmer gebeten werden, doch sowohl die Vorstandsvorsitzende, Marissa Mayer, als auch den Vorstandsvorsitzenden von Yahoo Japan, Manabu Miyasaka, anzuschreiben, diese aufzufordern, mit dafür zu sorgen, daß der Elfenbein-Handel gestoppt wird.

Yahoo – Internet und weißes Gold: Wie paßt dies zusammen?

Ganz einfach, wer per Auktionen und Einkäufen auch am Elfenbeinhandel beteiligt, der möchte ein großes Stück vom Kuchen für sich verbuchen, dies handhaben so natürlich Großkonzerne, dem möchte somit Yahoo in nichts nachstehen.

Die vor fast vier Jahren zur Vorsitzenden der Geschäftsführung von Yahoo ernannte Marissa Mayer scheint kein Problem mit dem Elfenbeinhandel zu haben, ansonsten hätte sie diesen längst unterbunden. Bei einem Anfangsgehalt von monatlichen gut 6 Millionen US-Dollar sorgt wohl auch die im US-Bundesstaat Wisconsin geborene Informatikerin, die entscheidend in den Anfängen Google mit aufbaute, sich nicht viel ums Wohl der Elefanten. Hauptsache die Kasse stimmt, möchte man sarkastisch anmerken. Kann eine Flut von E-Mails und anderen Anschreiben die dreifache Mutter beflügeln, Ihre Meinung zu ändern?

Illegaler Elfenbeinhandel hält an

Und Yahoo profitiert davon erheblich, laut der Environmental Investigation Agency (EIA), eine im Jahre 1984 in England gegründete gemeinnützige Non-Profit-Organisation, mit Schwerpunkten zum Tier- und Umweltschutz, hat wie Regenwald e.V. beschrieb der Konzern zwischen 2005 und 2014 an die 27 Millionen Dollar eingenommen mit Auktionen und Einkäufen. Dank eines weiterhin blühenden illegalen Elfenbeinhandels, bei dem wohl etliche Staaten einfach die Augen verschließen, zu wenig internationaler Widerstand und Empörung einsetzen.

Auf der anderen Seite lassen sich die Verbrechen oftmals kaum genauer zurückverfolgen, zumal gerade mittels unterschiedlicher Terrornetzwerke, die am Elfenbeinhandel ebenso ganz gut mit verdienen, erst recht die Aufklärung schwierig bis unmöglich sich gestaltet. Korruption tut obendrein ihr übriges. Bedenken wir, in knapp 30 Jahren sank der Bestand der Elefanten von 1,3 Million auf 500.000 bis maximal geschätzten 700.000, was einer Halbierung gleichkommt. Dies hauptsächlich wegen des immer noch begehrenswerten, teuren Elfenbeins.

Lotar Martin Kamm

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Modeschau: Blicke auf die schönsten Kleiderentwürfe

flickr.com/ GeorgHaberfellner/ (CC BY-ND 2.0)

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Querdenkende hakt einmal nach – Sie mögen gern antworten

Sie defilieren mal wieder übers Parkett. Nein, nicht die Debütanten/Debütantinnen, sie sind schließlich bloß die Neulinge, die sich weisungsgemäß, Frauen in weiß, Männer in schwarz gekleidet, nach ihrem einstudierten Tanz ins Getümmel werfen, um sich frisch eingeführt in die Gesellschaft, einmal später als defilierende Persönlichkeit auf der Schauvorlage zu präsentieren, wir haben es geschafft im Kreis der Bessergestellten mitzuwirken.

Glückwunsch! Denn ansonsten hätten wir ohne sie nicht die Möglichkeit, all die auf Hochglanz herausgeputzten Frauen und Männer in ihren kostspieligen Roben zu bewundern. Okay, das ist jetzt unfair, bieten sich doch uns übers Jahr verteilt immer wieder durch medienwirksame Veranstaltungen: Oscar-, Bambi- goldener Löwe Verleihung oder wie sich die Beurteilungshows der Filmindustrie sonst noch nennen mögen, genügend Augenblicke auf die kreativen Entwürfe der vornehmlich für Frauen designten Kleider.

Ach nein, es gibt ja auch noch die vielen Modenschauen, auf denen aber nur die als Mode definierten körpergrößen angepaßten Frauen den Laufsteg entlang lustwandeln, um uns einen kurzen Blick auf die schönsten Kleiderentwürfe zu gönnen, weil sie sämtlich nicht in der Öffentlichkeit je zu sehen sein werden.

Nicht zu vergessen, die Festivitäten der Königshäuser, obwohl diese inzwischen die Konkurrenz des sogenannten Geldadels fürchten müssen, die ebenso auf ihren Veranstaltungen märchengleiche Prinzessinnenkleider den Blicken der Massen gönnen.

Wenn man trotzdem ohne Neid und Häme, Sarkasmus und Schmunzeln eine Freude an den zumindest weiblichen Part vertretenen Personen der oben erwähnten Gruppen von Menschen, Gefallen an den Kleidungsstücken findet, ob der Vielfalt der kreativen Ideen, in Bezug auf Farbe, Schnitt, Stoff, so bleibt doch nach Genuß dieser Roben, die Frage: Wo verbleiben die Kostüme nach den Auftritten?

Selbst bei Annahme von zehntausend Roben jährlich verteilt auf einige Jahre, nimmt die Zahl der irgendwo in Schränken, Truhen, Kisten verstauten Kleidungsstücke ein Ausmaß an, das die Erde locker umspannen könnte. Immer davon ausgehend, man sich nicht zweimal in dasselbe Kleidungsstück zwängt, um nicht den Anschein zu hinterlassen, man könnte sich nicht etwas Neues leisten, um up to date zu sein, damit es nicht auffällt, etwas fülliger geworden zu sein, egal, zweimal tragen ist wohl verpönt.

Vielleicht gibt es Menschen, die diese Frage beantworten können:

Wo landen die einmal getragenen Roben, die zu oben genannten Aufritten, Veranstaltungen, Festen designt wurden, nach dem Defilieren vor dem Publikum?

Querdenkende wird Kommentare, wenn gewollt, auch anonym veröffentlichen.

Oder an folgende E-Mail-Adresse senden: quergedachtes@gmail.com

Doris Mock-Kamm

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Renaissance rechter Kräfte auf unheilvollen Wegen

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Satirischer Rückblick…

Mag manchen gelegen, entgegenkommend sein. Früher das Nazi-Schwein, heute aufrechte Streiter mit der Maske des Humanismus uns blenden, weil viele sich hilflos vom System abwenden. Schon sind wir mittendrin im Thema, diesem gefährlichen Schema. Wer’s erkennen mag, den rette der jüngste Tag, so wie Melinda, deren Welt geriet aus den Fugen, als jene Menschlichkeit davontrugen.

Heilsversprechungen im Zeichen schönfärbender Nationalstaaterei emporstreben, sie haben in Wirklichkeit uns nichts zu geben, außer dieselbe brutale Gewalt, die noch aus Geschichtsbüchern schallt. Und selbst Hartz-IV-Bezieher behandeln sie wie Verlierer, sollen jene doch nicht wählen dürfen, vielmehr still ihre Gnadensuppe schlürfen. Ablenkung per Tierliebe kann ihnen nützlich entgegenkommen? Aufpassen, sehen wir es nicht zu benommen.

Hingegen Seehofers Moskau-Reise auf fragwürdigen Widerstand stößt, obwohl dieser zunächst uns vom Schweigen, jenem unnötigen Banne löst. Aber darf man ihm wirklich vertrauensvoll Glauben schenken, weil am Ende Bundespolitik Diplomatie wird in tiefste Brunnen versenken?

Ja, ja, so ist das mit Respektpersonen, denen wir treudoof beiwohnen, sie tun uns doch sowieso nicht verschonen. Dies kann man besonders gut erkennen, wenn Rechte endlich wieder die Sau rauslassen, sich verrennen, per Rassen hassen!

Sind die Narren los, und dies nicht nur zur Faschingszeit? Ist es erneut trotz dramatischer Geschichte wieder so weit? Manche wollen dabei Anerkennung um jeden Preis, tatsächlich, ohne Scheiß! Verjagt sie schnell, möglichst laut und nicht zaghaft leis.

Zurück zur Weltpolitik, die ständig spielt verrückt, in Saudi-Arabien wurde zwar die Todesstrafe des Dichters Ashraf Fayadh umgewandelt, einmal wenigstens gnädig gehandelt, dennoch möchte man gern stiften gehen, bei all dem tragischen Geschehen. Mit Blick zum TTIP, welches gefährliche Prioritäten setzt, es bald schon gescheh, weil Politik mittels Konzerne gehetzt, zeigt Mensch seine Unterwürfigkeit: Wird er auch daraus nicht gescheit?

Wir beobachten dies beim Syrien-Krieg, dessen Kampfhandlungen nach gescheiterten Friedensbemühungen erneut sich fortsetzen, Menschen wieder einander verletzen. Stets jene Kreisläufe ihre Bahnen ziehen, kaum jemand kann ihnen wirklich entfliehen, außer sie haben nichts mehr zu verlieren. Wird dann endlich wirklich Gerechtigkeit regieren?

Lotar Martin Kamm

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Menschen haben nichts mehr zu verlieren (Teil 1)

pixabay.com

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Ein Drama mit offenem Ende

Als Gott die Erde erschaffen hatte, lange nach den ersten Tagen, Jahren und Jahrtausenden, irgendwann erschienen die Menschen, um sie sich untertan zu machen. Zumindest redeten sie sich dies ein, manche waren sogar davon überzeugt, andere wiederum zweifelten sowieso am Leben selbst, sahen überall die Apokalypse. Doch bisherig setzte sie im letzten Moment jedes mal einfach aus.

Fluchend stand Homo sapiens am Meeresstrand oder in den Bergen, das dürfen Sie sich aussuchen, ganz wie es Ihnen gefällt und schrie frei heraus: Menschen haben nichts mehr zu verlieren, wann gehen sie auf allen Vieren? Und der Philosoph, der Seher, Dichter und Denker ward geboren, um endlich das stets hinterfragende Sein zu gestalten. Hat dies gefruchtet? Mal schauen.

Bevor der Vorhang sich leise öffnet, werfen wir doch einen Blick auf die Akteure des Bühnengeschehens:

Hauptpersonen

Beerde – das Firmenkonstrukt

Angie – die Kanzleuse

Sackohrzieh – der Zwerg

Die Zeit – Stellvertreterin der MSM

USA – Vereinigte Schlitzohren Amerikas

Der Bär – Wladimirowitsch

Die Elfe – Muse der Liebe und Künste

Q – Querdenkender oder der Kommentator

Das Gewissen – Menschliches Rückgrat

Nebenrollen

Flüchtlinge – I, II und III

Sid – der Punker

Freddy – der Hells Angel

Jürgen – der Spießbürger

und manch andere

Irgendwo in einem Hinterhof einer deutschen Großstadt, kurz bevor die Nacht den Abend eingeholt hat, der Verkehrslärm ebbt wohl nie ganz ab, ein Baby schreit im dritten Stock.

Die Elfe: Siehst den kleinen Unterschied wohl nie, den ich dir gerade erklärt? Versuch es mal mit ein wenig mehr Geduld, dich hetzt doch niemand, zumal du erst neulich genug Bestätigung erhalten, denk ans letzte Wochenende, oder?

Freddy: Na klar doch, Kleene, ick kann dir ja nüscht widasprechen, hast voll recht. Jeduld is nich jerade meene Stärke. Besonders weil ausjerechnet der Mike mir übern Wech jeschlappt is, mit dem hatte ich noch ne Rechnung offen. Obendrein starrte der die janze Zeit meene Olle an, nich ins Jesicht, in den Ausschnitt. Paßte mir jar nich in den Kram.

Die Elfe klopft ihm vorsichtig auf die Schulter, während Flüchtling II ahnungslos in den Hof schlendert, ein Fahrrad übersieht, sein Gleichgewicht verliert und hinfällt. Freddy hilft ihm freundlich auf.

Flüchtling II: Du mich nicht anfassen, deutscher Mann. Suchen du Streit?

Freddy: Nur die Ruhe, bist doch hinjefallen, wollte dir nur mal uffhelfen. Ansonsten, nem Streit gehst du man besser aus dem Weg, du schmales Hemd!

Flüchtling II: Ich dich aufschlitzen!

Viel zu unbeholfen zieht Flüchtling II ein Messer, welches Freddy ihm mit einem gezielten Schlag auf dessen Handwurzel aus der Hand schlägt, um einen Moment später den Arm auf den Rücken zu drehen und ihn in die Knie zu zwingen.

Freddy: Und, wat machste nu? Ick sachte doch, laß es eenfach.

Die Elfe hilft dem Flüchtling II auf, der kreidebleich verwirrt auf die beiden starrt, aber keinen Ton mehr rausbekommt. Dessen Kumpel taucht auf, winkt ab, greift dessen schmerzfreie Hand. Beide verlassen den Hof.

Der Vorhang schließt sich, ganz kurzer Szenenwechsel. Q tritt vors Publikum.

Q: Das kennen Sie doch allesamt, jene schweigende Wand, wobei zugleich Mauern eingerissen! Ich weiß, drauf geschissen. Aber mal ohne Scheiß: Der Rocker den Fremden in die Flucht schlägt, wenn dann Die Zeit erscheint, ist’s zu spät? Na, mal sehen, was geht.

Vorhanglicht aus, er öffnet sich nahezu geräuschlos. Hinter den Glastüren im Gang zum Deutschen Bundestag. Gerade applaudiert es noch im Plenum.

Fortsetzung folgt.

Lotar Martin Kamm

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Anerkennung erhalten um fast jeden Preis

flickr.com/ h.koppdelaney/ (CC BY-ND 2.0)

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Wer letzt, zeigt seinen wahren Kern meist ohne Rücksicht

Viele Zeitgenossen letzen danach, anerkannt zu werden, einen guten Eindruck zu vermitteln, eine gehobene Stellung inne zu haben, berühmt zu werden, weil sie selbst nicht fähig sind, sich anzuerkennen, einen Eindruck hinterlassen können, nur durch höhere Sitzpositionen meinen, einen Überblick zu bekommen, der Meinung sind, Ruhm würde einen besseren Menschen aus ihnen machen.

Also letzen (laben, erquicken) sie andere mit Zungenfertigkeit der schönen Worte, um ihr Ziel zu erreichen. Sie letzen die Menschen mit vermeintlichen Geschenken, Preisausschreiben, Gewinnversprechungen. Sie letzen die Menschen mit Sicherheit, durch Freundschaft, Zugehörigkeit einer Gruppe, Verein, Partei. Sie letzen die Menschen mit Gesundheit durch mentales Denken, Kauf ihrer Produkte. Sie gestatten den Menschen, sich zu letzen an der Kunst und Kultur, damit sie rundherum zufrieden, abgelenkt und manipulierbar sind.

Sollen wir all den Letzern erzählen, was das wirklich bedeutet? Letzen stammt vom mittelhochdeutschen letzen, althochdeutschen lezzen und bedeutet eigentlich schlaff machen, sprachverwandt mit lassen.

Ihr Zeitgenossen, die ihr gierig danach letzt, etwas in eurem Leben zu erreichen, das euch aus der Masse der anderen hervorhebt, macht das nur, weil ihr zu schnell schlaff macht und die Kraft der Ausdauer nicht besitzt. Deshalb letzt ihr nach Menschen, die ihr für euer Ansehen braucht, um euch in deren Licht zu sonnen, um auf deren Kosten euren Lebensunterhalt zu bewerkstelligen.

Aber wehe diese Menschen sind verletzt, entweder durch eigenes Verschulden oder vermeintlichen Verletzungen durch andere, dann kann es sein, daß sie schlaff und in sich zurückgezogen, mitleiderhaschend sich verkriechen, um danach umso letzender die Welt wieder zu betreten. Oder die Verletzungen lassen sie in blinder Wut alles niedertrampeln, um die anderen dafür verantwortlich zu zeigen.

Der Duden erklärt zu verletzen: mittelhochdeutsch verletzen, zu letzen in der älteren, besonders landschaftlichen Bedeutung »quälen, schädigen«

Letzen wir nicht nach Anerkennung, Ruhm, wenn wir selbst zu schlaff sind, dann verletzen (quälen, schädigen) wir niemanden und sind wahre Persönlichkeiten.

Doris Mock-Kamm

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Syrien-Krieg: Fortsetzung der Kampfhandlungen

flickr.com/ flöschen/ (CC BY 2.0)

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Genfer Friedensgespräche scheitern kläglich

Wirklich verwundern mag man sich nicht über die Meldung, daß die Genfer Friedensgespräche schon nach wenigen Tagen nunmehr scheiterten, im Syrien-Krieg weiterhin Kampfhandlungen stattfinden. Schließlich sind die kompliziert komplexen Fronten alles andere als einfach, zumal gerade der US-Westen eine nicht unerhebliche Schuld trägt, explizit alles Erdenkliche unternimmt, um Baschar al-Assad von seinem Präsidentenstuhl zu befördern.

Diese Rechnung geht aber seit der militärischen Intervention Russlands keineswegs auf. Im Gegenteil, die syrische Armee fühlt sich gestärkt, vermeldet zunehmende Erfolge. Die Rolle des deutschen Außenministers wird erneut deutlich, in dem er einseitig dem Assad-Regime die Schuld gibt zum Abbruch der Genfer Friedensgespräche. Steinmeier scheint wohl zu übersehen, daß Assad auch nur sich gegen Terror-Verbände wehrt. Aber dies wird im Sinne der USA mal eben ausgeblendet.

Leidtragend in diesem Syrien-Krieg: die Zivilbevölkerung. Was wiederum zu Flüchtlingsströmen führt. Der UN-Kompromiß auf Abwegen hat sich somit als Flop gezeigt, man muß von einem verheerenden Signal ausgehen, fraglich ob auf diese Weise die angekündigten Friedensgespräche ab 26. Februar stattfinden und zu Ergebnissen führen.

Lotar Martin Kamm

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