Die Narren sind los – nicht nur zur Faschingszeit

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Narrenfreiheit findet stets ihre Wege

Die Narren sind los! Wirklich? Rennen sie nicht vielmehr dauernd durchs Weltgeschehen, um ihre Narreteien zu verbreiten? Im Wissen und der Hoffnung nicht erkannt zu werden, verschleiern sie ihre Absichten, Thesen, Meinungen in sprachgewandte Wortgefüge, dessen sie selbst nicht mehr zu folgen imstande sind. Durch Rechtsgelehrte in mühevoller Arbeit wieder in verständliche Form gebracht, aufgelistet in seitenweise differenzierter, fast tabellenartiger Erklärungen zu Erklärungen, bleiben am Ende des Verstehens mehr Fragen als Antworten.

Doch so soll es sein. Ein Narr, der glaubt, andere auf Dauer täuschen zu können. Ein Narr, der Täuschungen nicht erkennt. So leben sie friedlich nebeneinander her, bis das Spiel seinen Reiz verliert. Bis beide behaupten, das Spiel gewinnen zu können, weil in ihrer Hand der höhere Trumpf, die besseren Karten liegen.

Der Narr, der Tölpel, Tollpatsch, Unwissende, eine Figur, geliebt wie gehaßt, durfte bei Hofe ungestraft Stellungen beziehen, Dinge aussprechen, die andere im Traum nicht gewagt hätten, zu denken, geschweige auszusprechen. Heute noch gilt für die Narren die Narrenfreiheit, die in unserer Zeit sehr oft in der Rolle der Kabarettisten, scharfzüngige Reden schwingen, die der Wahrheit mehr ähneln als ein Werbeplakat.

Die Faszination des Narren, der Narretei finden wir auch in den Geschichten des Barons Münchhausen, der Schildbürger, Don Quijote. In vielen Filmen „als die Bilder laufen lernten“ spielt gerade der Tollpatsch, der Narr, die Figuren, die scheinbar Richtiges in Frage stellten und somit den Zuschauern eine Art Spiegel vorhielten. Kleinkinder, Kinder geben sehr oft durch ihre Unbefangenheit (Prädikat für Narr) die aufrichtigsten Antworten. Hinterfragen mit Inbrunst nicht verstandene Begriffe und führen oftmals Erwachsene selbst an die Grenzen des Wahnsinns und der Narretei, wenn die Logik der Erwachsenenerklärung entlarvt wird.

Der Narr vielleicht der bessere Mensch? Er darf ungezügelt mit List und Tücke, Schlauheit, Naivität alles in Frage stellen, ohne gespaltene Zunge alles ehrlich aussprechen und sich nicht so wichtig nehmen, da er die Fähigkeit hat, sich selbst den Spiegel vorzuhalten.

Auf ihr Narren, zeigt der Welt ihre böse Fratze, nehmt sie mit in die unbeschreibliche Schönheit des freien Denkens, in der durch Reflektion, Spiegelbild, kein Narr durch Ehrlichkeit sein Gesicht verliert.

Doris Mock-Kamm

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TTIP: Seine Auswirkung setzt gefährliche Prioritäten

flickr.com/ campact/ (CC BY-NC 2.0)

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Widerstand in der Bevölkerung noch viel zu gering

Was nützen beherzte Widerstände seitens einer Vielzahl von Organisationen wie Attac, Greenpeace, Vereinen wie foodwatch oder unzähligen Prominenten bis hin zu Parteien im Deutschen Bundestag, wobei die Linke das TTIP gänzlich ablehnt, die Grünen halbherzig das intransparente Verfahren mockieren, Ausstiegsklauseln im Vertragstext fordern, statt wie die Linke besser gleich deren Ablehnung mitzutragen? Dies bedeutet nämlich nichts anderes als ein Hintertürchen im Hinblick zukünftiger Regierungsverantwortung.

Dabei sollte auch den Grünen die Auswirkung des TTIPs deutlich sein, welches mit einer Vertragsunterzeichnung, die höchstwahrscheinlich noch diesjährig stattfindet, gefährliche Prioritäten setzt. Dies wissen selbstverständlich ebenso Gegner auf der anderen Seite des Atlantiks, die Senatorin Elizabeth Warren bestätigte vor allem, wieso die Inhalte vom TTIP geheim sein sollen: Die US-amerikanische Öffentlichkeit könnte sich gegen das TTIP wenden. Da fragt sich doch der aufmerksame Beobachter, warum dies dennoch in den USA zu wenig geschieht. Keine Informationen seitens dortiger Medien oder herrscht eher Gleichgültigkeit? Im Klartext wird bereits das Zustandekommen billigend in Kauf genommen?

Ein völlig unnötiger Hickhack zwischen Juristen und verantwortlicher Politik

Letztere hat ohnehin ihre Glaubwürdigkeit gänzlich an der Garderobe abgelegt. Was soll man von jenen Bundespolitikern halten, die halbherzig, wenn überhaupt, den neu eröffneten Leseraum betreten, um die wenigen Inhalte des TTIP-Vertragswerkes sich reinzuziehen? Wenn sie davon in der Kürze der ihnen angebotenen Zeitspanne entscheidenes verstehen, was ziemlich angezweifelt werden darf.

Sowohl die EU-Kommission als auch der Vizekanzler Sigmar Gabriel propagierten als Alibi ein sogenanntes „Investitionsgericht“, welches im Falle von rechtlichen Streitereien eine Schiedsanlaufstelle sein solle. Dem hat jüngst verständlicherweise der Richterbund widersprochen, lehnt dies ab, weil sowohl die Rechtsgrundlage fehle, es eine Kompetenzverschiebung nur darstelle, als auch insofern überflüssig sei, da die BRD ohnehin Rechtsstaatlichkeit garantiere. Juristerei kontra Politik, dazwischen ein verunsichertes Volk?

Wollen wir wirklich sehenden Auges das TTIP auf uns zukommen lassen?

Angesichts all der Ablenkung, die seit einiger Zeit hierzulande und europaweit geschieht, denken wir an die Flüchtlingsströme, an zunehmende Kriege, an gleichzeitig wachsende Armut, sozialem Abbau, gönnen sich die Großkonzerne eine neue Spielwiese, die da TTIP lautet, auf der man beherzt eigene Vorhaben profitorientiert umsetzen darf, die Menschen ausgetrickst werden, sich zu fügen haben, während ihre gewählten „Volksverräter“, die eigentlich Volkvertreter sein sollten, dieses Abkommen genehmigen werden mittels der Mehrheit einer Großen Koalition.

Frau Merkel hat bereits überdeutlich selbst eine hohe Zahl von Unterschriften gegen dieses TTIP höhnisch kommentiert, zeigt damit die Haltung dieser Regierung, die sich lieber den USA mit Haut und Haaren verschreibt, als warnende, kritische Stimmen anzuhören. Es liegt in sofern mal wieder an den Menschen selbst, sehenden Auges das TTIP auf sich zukommen zu lassen, noch in diesem Jahr, oder aber endlich wesentlich mehr Widerstand zu mobilisieren.

Lotar Martin Kamm

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Stiften gehen – zwischen Streichen und Stiftungen

flickr.com/ Maggi_94/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Nicht hinter jedem Stifter steckt ein Wohltäter

Hand aufs Herz, nein, das war nur Quatsch, schließlich wissen Sie selbst am besten, ob Sie sich belügen, beschwindeln, das brauchen Sie doch wirklich nicht beschwören. Denn selbst wenn Sie sich bei den nachfolgenden Sätzen nicht wiedererkennen, so werden Sie dennoch nicht behaupten können, nie stiften gegangen zu sein.

Sei es als Kind, beim Klingelstreich, oft in Gemeinschaft mit anderen an den Türen geklingelt, um danach mit den Beinen unterm Arm wegzurennen. Als wir das Weite gesucht haben, wenn der Bauer uns beim Kirschen-, Apfel-, Beerenklauen erwischt hat. Wenn wir die Tafel im Klassenzimmer mit sogenannten Schmierereien verschönt haben und nicht dafür eingestanden sind, die „Übeltäter“ gewesen zu sein. Das alles ist Stiften gehen, sich aus der Verantwortung ziehen, abhauen.

Aber auch jemanden etwas schenken, bedeutet stiften, den Kuchen für die Kindergarten- Schulfeste, das Stiften von Kleidung an karitative Organisationen. Stifteressen werden veranstaltet, um das gesammelte Geld an hilfebedürfte Menschen oder Tiere weiterzuleiten, um Kunst zu bewahren.

Bei einem »Stiftermahl« für eine gemeinnützige Einrichtung kam die Frage auf, wie die Wendung stiften gehen im Sinne von ›abhauen, sich verdrücken‹ entstanden sein mag. In den Lexika, die mir vorliegen, auch bei Lutz Röhrich, findet sich der Ausdruck wohl erwähnt, aber ohne Erklärung. Könnte nicht das Wort Stift in der Bedeutung ›etwas Geringes, Kleinigkeit‹ – man vergleiche Stift als ›Lehrling‹ – der Ausgangspunkt sein? Wer sich schnell aus dem Staub macht, »sich dünne macht«, wirkt nur noch wie ein Strich in der Landschaft? Auszug aus GfdS (Gesellschaft für deutsche Sprache e.V.)

Irgendwie paßt das nicht zusammen, oder? Stiftengehen: weglaufen, stiften: schenken.

Angenommen wie im Text für Gesellschaft für deutsche Sprache zu lesen, der Stift, die Kleinigkeit, etwas weniges wird gestiftet, um sich dann schnellstmöglichst aus dem Staub zu machen, damit man nicht wirklich zur Tat der Veränderung schreiten muß. Ist das dann Stiften gehen? Man hat seine Pflicht und Schuldigkeit getan, sein Gewissen beruhigt, alles weitere wird sich schon geben. Samaritertum im Deckmantel des Desinteresses?

Der Brandstifter geht stiften, nachdem er Feuer gelegt hat. Da sitzen gut betuchte Damen und Herren, lassen sich beim Stiftermahl beköstigen mit Speis und Trank, hören über die Dringlichkeit der benötigten Spenden für ein Projekt, pflegen ihre persönlichen, wirtschaftlichen Kontakte, stiften eine Kleinigkeit, nicht zu viel, denn das Jahr ist noch lang, und ob alle Kontakte wirklich fruchten, ist ungewiß, sowieso muß man auch bei anderen Veranstaltungen präsent sein, und das Budget soll zehn Prozent des Jahresgewinns nicht überschreiten.

Sie befinden sich in einer äußerst schwierigen Lebenssituation, Krankheit, finanzielle Probleme, Trauer um einen geliebten Menschen, anfangs stehen Ihnen noch viele Freunde zur Seite, stiften Ihnen Trost, aber wenn die Heilung, Aufarbeitung über einen längeren Zeitraum dauert, gehen manche Freunde stiften.

Der Brandstifter muß nicht unbedingt Feuer mit echtem Brennmaterial legen, Brandstifter sind auch all jene, die mit Wörtern die Gemüter von Menschen aufheizen, sich aber aus der Verantwortung ziehen, wenn die Lunte anfängt zu brennen. Selbst wenn Sie unter Pseudonymen Standpunkte vertreten oder verlauten lassen, die nicht direkt nachvollziehbar sind, ist das Stiften gehen.

Informiert man sich über die Anzahl der Stiftungen in Deutschland, über ihr Kapitalvermögen und Gesamtausgaben, dann sei die Frage erlaubt: Stiften sie oder gehen sie stiften?

Nicht hinter jedem Stifter steckt ein Wohltäter, der sich nur profilieren will, viele sind überfordert von der Flut der zu erbringenden Hilfe, es liegt an uns, die ehrlichen und am Wohl der Mitmenschen Interessierten von denen zu unterscheiden, die nur im Licht der Aufmerksamkeit stehen wollen.

Doris Mock-Kamm

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Saudi-Arabien: Todesstrafe des Dichters Ashraf Fayadh umgewandelt

flickr.com/ Fotogaleria oficial/ (CC BY-NC-SA 2.0)

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Erfolgsmeldung oder politisches Kalkül?

Kein Märchen aus 1000 und einer Nacht, wenn das Königreich Saudi-Arabien die Todesstrafe des Dichters Ashraf Fayadh umwandelt, um ihm anstatt für weitere acht Jahre im Gefängnis zu lassen und obendrein die 800 verhängten Peitschenhiebe zu vollstrecken. Ein Sieg der Vernunft, des Humanismus, eine Erfolgsmeldung oder doch eher politisches Kalkül?

Immerhin erfolgte eine Welle der Empörung zum verhängten Todesurteil im Dezember des letzten Jahres, an die 70 Autoren und Menschenrechtsverbände protestierten dagegen. Diese weltweite Solidarität scheint nunmehr die Herrscher Saudi-Arabiens beflügelt zu haben, wenigstens dieses Todesurteil nicht vollstrecken zu lassen.

Abwendung vom Glauben – ein Verbrechen wegen Verhöhnung des Propheten

Die Saudis fördern insofern geradezu eine Islamophobie, geben dem IS-Terror recht, weil Abwendung vom Glauben der Gerichtsbarkeit schon ausreicht, um die Todesstrafe zu verhängen. Dabei wurde dem in Saudi-Arabien geborenen palästinensischem Dichter, der genau deshalb keinerlei Bürgerrechte erhalten hatte, staatenlos im Lande lebte, Islamkritik vorgeworfen, wobei der Nachweis nicht erbracht werden konnte. Nach erster Verhaftung im August 2013 folgte die zweite im Januar 2014, wonach er vier Monate später zu vier Jahren Gefängnis und 800 Peitschenhieben verurteilt wurde. Fayadh reichte Revision ein, die dann im November zu diesem Todesurteil führte.

Eine angeblich, nicht mal nachgewiesene Verhöhnung des Propheten Mohammed kann im Königreich Saudi-Arabien zur Todesstrafe führen, gilt als abschreckende Maßnahme. Die Herrscher erreichen viel eher das Gegenteil, widersprechen gar dem Koran selbst, in dem ebenso das kosmische Gesetz „Du sollst nicht töten“ enthalten ist.

Auslegung des Islam – Weltpolitik im Diskurs zum Humanismus

Der Prozeß der unterschiedlichen Auslegungen im Christentum hat bereits einen viel längeren Werdegang als dies dem Islam bisher vergönnt wurde, allein schon deshalb, weil das Christentum viel mehr Zeit hatte. Nicht mal fünfzehnhundert Jahre später seit der Gründung des Islam durch den Propheten Mohammed gibt es Einigkeit in der zweitgrößten Weltreligion, verdeutlichen die unterschiedlichen Strömungen dessen Auslegung, im Interview macht dies auch Yavuz Özuguz deutlich, um zugleich die Verfehlungen des US-Westens berechtigt anzumahnen.

Vergessen wir nicht, welche Rolle gerade Europa und die USA spielen mit Blick gen Nahen und Mittleren Osten, was keineswegs zufällig geschieht. Umso befremdlicher die Rüstungsgeschäfte mit Saudi-Arabien, der kritische Zeitzeuge sich schon fragt, wie man dies mit den Ansprüchen zum Humanismus rechtfertigen kann. Waffen sorgen letztlich nicht für Frieden, sie werden irgendwann doch eingesetzt. Die Aufhebung der Iran-Sanktionen darf man in diesem Zusammenhang folglich skeptisch beäugen.

Was hat dies alles mit dem Dichter Ashraf Fayadh zu tun, den nunmehr die ursprüngliche doppelte Haftstrafe erwartet und gar 800 Peitschenhiebe, die im tragischsten Fall auch zum Tode führen können? Es zeigt auf, in welch barbarischer Welt wir leben, bedenken wir, die USA verhängen ebenso Todesstrafen.

Lotar Martin Kamm

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Rechte dürfen endlich mal wieder die Sau rauslassen

flickr.com/ PM Cheung/ (CC BY 2.0)

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Von der Renaissance totgeglaubter politischer Strömungen

Anstelle weitschweifend umständlicher Reden, sollten wir schnell zum Punkt kommen. Ganz genau. Sie werden es sicherlich erahnen, oder? Na, irgendeine Idee? Bemühen Sie mal Ihre restlichen Gehirnzellen, so schwer kann es doch nicht sein! Klar doch, was beschäftigt die Menschen da draußen neben den Flüchtlingswellen denn noch? Nichts, sie sollen gezielt abgelenkt werden. Hauptsache eine bestimmte politische Klientel darf ungebremst ihre Vorhaben umsetzen, die große Masse bemerkt dies nicht.

Kennen Sie bereits aus Zeiten einer Fußball-EM oder gar der Fußball-Weltmeisterschaft, wenn nach jahrzehntelanger Enthaltsamkeit mal endlich wieder der deutsche Michel sich traut, seine Fahne zu schwenken? So ist es, er darf patriotische Gefühle sichtbar nach außen tragen. Daß nebenbei ein paar versprengte Rechte dies für ihre Zwecke mißbrauchen, sollte nicht so neu sein. Bei nahezu jedweder Gelegenheit positionieren diese sich, was man ihnen schließlich kaum verdenken kann. Schließlich war da ja mal was vor geraumer Zeit, so gut siebzig Jahre her, mitten im Herzen Europas, im Land der Gründlichkeit.

Dazwischen gab es immer wieder punktuell klägliche Versuche, sich zu artikulieren, denken wir an die Republikaner, an die ewig gestrige NPD, an einen NSU, der sich mehr oder weniger als einen mißglückten Sauhaufen von Verfassungschützern zu entpuppen scheint. Jetzt endlich die Gelegenheit: das Erwachen des altbewährten Ausländerhaßes mittels jener Flüchtlingsströme, die gen Europa ziehen. Aber halt, da machen die linken Kräfte ihnen erneut einen Strich durch die Rechnung, versuchen sie zu stoppen. Obendrein per Gewalt, denken wir an die längst etablierte Antifa, die ihrem Namen schon viel zu lang eben nicht gerecht wird.

Warum? Mit Blick zum Ukraine-Krieg wird es überdeutlich. Keiner von ihnen macht sich per Demo beherzt Luft, prangert den Schulterschluß des US-Westens zu den Nazi-Schergen in der Ukraine. Merkwürdig, ein Widerspruch. Doch davon lebt die politische Landschaft, wie es scheint. Sieht man bei der AfD. Nein, die sind doch nicht rechts. Sie wollen nur mal eben von der Polizei an den Grenzen deren Pflicht einfordern, von der Schußwaffe Gebrauch zu machen, wenn Flüchtlinge nicht weichen wollen. Und das, obwohl rechtlich nicht vertretbar, mit zu vielen Auflagen verbunden, daß der Chef der Polizeigewerkschaft berechtigt bestätigt.

Na, was soll dabei wohl in Wirklichkeit umgesetzt werden, angesichts all der Ablenkung? Immer noch nicht begriffen? Ganz simpel: vom TTIP zum TiSA, vom Abbau restlicher Bürger- und Menschenrechte, hin zu Unruhen, Chaos, Terror, Kriegen. Entwurzeltes gesellschaftlich friedliches Miteinander, hinein in eine Welt des Mißtrauens, des Haßes, damit am Ende die Befreier auftauchen dürfen, um uns zu erlösen: die USA. Die NWO wird dann greifen, Menschen sich fügen müssen in Vorschriften und Totalkontrolle. Wer ausbüchst, sich verweigert, hat das Nachsehen. Wollen wir das wirklich allesamt zulassen?

Lotar Martin Kamm

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Respektpersonen mit der Aufmerksamkeit der Vorsicht begegnen

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Achtung – Gefahr erkannt und schon gebannt

Achtung! Welche Empfindung löst dieses Wort aus? Achtung, es droht Gefahr. Achtung, Respekt vor anderen. Sicher hat jeder schon einmal oder mehrere Male erlebt, daß er einer sogenannten Respektperson nicht mit Ehrfurcht, sondern lediglich mit der Aufmerksamkeit der Vorsicht begegnet ist.

Leider erfahren schon Kinder, teilweise bereits im Kleinkindalter oder früher, durch das Verhalten ihrer Eltern, Geschwister, daß Respekt durch Gewaltausübung oder Strafen eingefordert werden kann. Diese Erkenntnis kann sich durch die gesamte Schulzeit, Ausbildung und Berufsleben bestätigen.

Geht wirklich eine Gefahr von Respektpersonen aus? Eigentlich sollte das nicht sein, oder? Aber wissen wir nicht durch die Geschichte, daß gerade Personen, denen Anerkennung und Ehrerbietung entgegengebracht wurde, dieses sehr oft durch Unterdrückung und Gewalt erreicht haben? Vielen wurde einfach deshalb Respekt gezollt, weil sie einen „großen Namen“ trugen, in einer beruflichen Position standen, die über Lohn und Brot entschieden.

Auch Arten der Gewalt. Viele Bücher wurden über die Ausübung der Macht und die vor dieser Gewalt Bückenden geschrieben, nicht nur Romane, sondern ebenso philosophische Abhandlungen, psychologische Erklärungsversuche, Tatsachenberichte. Hat sich etwas verändert? Ja. Die Namen, die Orte.

Vielleicht hatten Sie die Möglichkeit, einen Menschen oder mehrere Menschen zu treffen, denen Sie Respekt zollten, ohne den Hintergedanken es nur zu tun, um beruflich oder gesellschaftlich weiterzukommen, also ohne Gefahr. Denn diese Menschen gibt es tatsächlich, und falls Sie Ihnen einmal begegnet sein sollten, werden Sie festgestellt haben, daß durch Ihren Respekt vor Ihnen, Ihnen Achtung entgegengebracht wurde. Die Erklärung findet man im Verb achten. Wenn wir auf jemanden achten (aufpassen), dient es zu dessen Schutz.

Eltern, Erziehungsberechtigte, Meister, Ausbilder, Chefs, kurzum Personen, die auf unserem Lebensweg für kurze oder längere Zeitspannen unsere Lehrer sind und während dieser Zeit auf uns achten, aufpassen, schützen, denen zollen wir Achtung, Respekt, ohne Achtung, es lauert Gefahr.

Doris Mock-Kamm

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Empathie zwischen Tierliebe und Liebe auf den ersten Blick

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Der Leidenschaft auf der Spur

Zum Erstaunen vieler kursieren immer wieder Photos, Videos durchs Netz, auf denen Menschen mit „wilden“ Tieren kuscheln. Wäre man nicht von vornherein darauf vorbereitet, vor allen Dingen bei den Videos, daß hier tatsächlich nichts passiert, könnten einem so manches Mal die Haare zu Berge stehen. Sind diese Menschen verrückt, sensationsgeil, sind die Tiere bis zum Umfallen abgefüttert und deshalb träge, stehen sie unter Drogen?

Aber hat man nicht auch schon zu früheren Zeiten von diesem Phänomen gewußt und es in Erzählungen und Geschichten weitergegeben? Die bekannteste Geschichte dürfte wohl über Romulus und Remus geschrieben worden sein. Marcos Pantoja lebte nach eigenen Aussagen, und bestätigt durch Nachforschungen, die absolut glaubhaft erscheinen, jahrelang mit Wölfen zusammen.

Wer erinnert sich noch an die Affendame Binti, die 1996 einen dreijährigen Jungen, der ins Gehege der Gorillas geplumpst war, zu ihm eilte und ihn zum Eingangstor brachte, damit er dort von den Zoobediensteten in Empfang genommen werden konnte? Sie hat offensichtlich Empathie für den Jungen gezeigt. Was bedeutet Empathie, das Wort, das auch in Zusammenhang mit der Flüchtlingswelle so oft zitiert wird?

Empathie ist aus dem Spätgriechischen entlehnt, empátheia, Leidenschaft. Wir benutzen es für Feinfühligkeit, Zartgefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis. Das Wort hat bis zum jetzigen Gebrauch als oben genannte Begriffe verschiedene Auslegungen durchlaufen. Aber dies ist eine andere Baustelle und kann von jedem selbst recherchiert werden. Bleiben wir bei den Ausdrücken, Feinfühligkeit, Zartgefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis, so können wir bescheinigen, daß zur Leidenschaft diese Umschreibungsbegriffe passen. Und so komisch es klingen mag, selbst für die Leidenschaft der Sammler irgendwelcher Gegenstände setzt ein Zartgefühl für eben diese Dinge voraus.

Setzen wir Leidenschaft in Zusammenhang mit Liebe, dann verstehen wir vielleicht noch mehr, warum es möglich ist, daß die Empathie zwischen Mensch, Tier gar nicht so außergewöhnlich ist. Denn Hand aufs Herz, kann man wirklich immer erklären, warum man jemanden oder etwas liebt? Viele beschreiben das erste Gefühl von Liebe wie Schmetterlinge im Bauch, andere hingegen sagen, daß ihre Liebe ein wachsendes Gefühl war. Haben wir es nicht schon selbst erlebt oder erzählt bekommen, daß ein Kind auf einen gefährlich wirkenden Hund oder eine als kratzbürstig beschriebene Katze zuging, und nichts passierte, was annähernd einer Gefahr für das Kind darstellte? Vielleicht ist dies vergleichbar mit Liebe auf den ersten Blick.

Empathie also ein Bauchgefühl? Das wäre schlichtweg zu einfach, zumal das Bauchgefühl sich oft auch als Irrtum herausstellt, sind die Schmetterlinge erst mal weggeflogen. Vielleicht kann man Empathie kurzgefaßt auf folgenden Nenner bringen: Wer sich für die Gefühle anderer öffnet, wird mit offenen Gefühlen empfangen.

Doris Mock-Kamm

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