Ich bin ein Fisch

flickr.com/ Missud/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
ich bin ein Fisch,
immer schon ein gejagtes
und jagendes Wesen.

Denn es ist doch so,
ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
aber wir fressen nicht nur Plankton,
sondern auch uns verwandte Spezies.

Denn es ist doch so,
ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
im Laufe der Zeit haben wir gelernt,
uns gegenseitig auszutricksen.

Denn es ist doch so,
ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen,
und keiner von uns zweifelt an diesem System.

Denn es ist doch so,
ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
mit Gefühlen und Respekt vor dem
Mut und dem Wissen anderer.

Denn es ist doch so,
ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
in diesen Zeiten zweifle ich öfters
an den Jagdmanieren unserer Mitgeschöpfe.

Denn es ist doch so,
ich bin ein Fisch,
du glaubst es nicht,
sie jagen uns mit unfairen Methoden
und kennen weder Maß noch Achtung.

Doch ich bin ein Fisch,
ob du es glaubst oder nicht.

Nafia

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Im Strudel der Macht es vielerorts kracht

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Satirischer Rückblick…

Leichter kommentiert als getan, da muß erst mal eine Portion Mut ran, um die Lebensgeister in die notwendige Richtung zu lenken. Viele haben dennoch Bedenken. Aber Angst darf keinesfalls unseren Lebenswandel diktieren, wer nicht kämpft, wird am Ende sonst alles verlieren. Doch du fragst dich dennoch, hört keiner die Schreie bei Tag und bei Nacht? Im Strudel der Macht es vielerorts kracht!

Mit Blick zu den aufgehobenen Iran-Sanktionen möcht mancher sich freuen. Nur der Ami wird tatsächlich niemand schonen, es muß sich stets lohnen, keine Kosten und Mühen scheuen, um neue Wege der Zwietracht zu säen. Genau das soll unbedingt geschehen. Der gepackte Koffer, den wir in uns tragen, wirft auf jede Menge Fragen. Mensch kann nicht einfach seine Ängste wegstecken, mit all dem ewig weltweiten Verrecken.

Das geschieht oft in scheinbar kleinen Dingen, die uns kaum mehr wirklich richtig gelingen. Denken wir daran, wieso die Lebensmittelindustrie auf der Anklagebank, nicht zufällig irgendwann, sondern weil durch sie zu viele werden krank. Schon beflügeln einige gewiße Illusionen, treffen gar den Engel Luzifer. Ist’s schon so weit her? Oder brauchen wir zum Ausgleich für die Seelenruh herzhaftes Lachen mit „Dick und Doof“, eine Art notwendigen Hilferuf?

Wer meint, vor dem Gesetz seien alle gleich, der wurde im Fall Hoeneß eines Besseren belehrt. Das gilt nicht für die, die reich, da läuft in dieser Welt nach wie vor wohl einiges verkehrt. Immer schön in Verbindung bleiben, oder soll man sagen: Please hold the line? In jenem merkwüdigen Reigen bloß nicht verzagen, Mensch bedenke: Du bist nicht allein.

Parteiausgrenzung wie im Fall der AfD, dies geschah jüngst per SWR-Entscheidung, tut deren Kritikern keinesfalls weh, setzt ein falsches Signal so kurz vor der Wahl. Gefährliche Richtung, weil Ausgrenzung vermehrt zu Rechtspopulismus führt, letztlich das Wesen der Demokratie verliert. Seife nicht nur täglicher Gebrauch der Körperpflege, ihre reinigende Wirkung verdeutlicht auch andere Wege, wer denn mal den Sinn des Lebens versteht, besser Liebe statt Haß sät.

Vor dir zieh ich meinen Hut, möcht der ein oder andere sagen. Klingt gut, wenn da nicht wären ungeklärte Fragen. Gerade im Alltag zeigt sich manch dramatisch politisches Versagen.

Hierzulande sind Notärzte faktisch nicht wirklich vorhanden. Dabei kommen Menschenleben abhanden. Sirenen mögen in sofern kaum Abhilfe schaffen. Auftrag an Politik lautet: handeln, nicht gaffen.

Auf politischer Weltenbühne läutet Großbritannien eine neue Putin-Bashing-Runde ein, nicht einfach so zum Schein, viel mehr ganz offen im Sinn der USA, die werden weiterhin hoffen, daß mehr Kriege toben, auch in diesem Jahr.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Sirenengeheul oder -gesang – was beflügelte diese Mythenwesen?

flickr.com/ sofi01/ (CC BY-NC 2.0)

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Charles Cagniard de la Tour etwa ein Frauenrechtler?

Falls Sie es noch nicht wußten, aber ahnten, die akustische Sirene hat tatsächlich ihren Namen von den mythologischen Sirenen. Charles Cagniard de la Tour hat 1819 eine akustische Warnmeldung erfunden und ihr den Namen Sirene gegeben. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Aber bleiben wir erst noch bei den Sirenen, die Sie, wenn Sie in einem städtischen Gebiet wohnen, täglich oder zumindest öfters hören als Menschen, die ihr zuhause in ländlichen Gebieten haben. Denken Sie an die Sirenen der Polizei-, Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge.

Bei den Sirenen allgemein gibt es drei Unterscheidungen, mechanische, pneumatische und elektronische Sirenen. Alle Sirenen dienen dem Zweck, durch ihre Töne in einem größeren Gebiet auf eine Gefahrenlage aufmerksam zu machen. Allerdings wurden und werden sie auch in Großbetrieben eingesetzt, um Arbeitsbeginn, Pause, Arbeitsende zu markieren. Auch zur Diebstahlsicherung an Häusern und in Autos sind sie zu finden. Am markantesten bleiben wohl die Töne, die durch die Feuersirene ausgelöst werden. Wer wie oben erwähnt im ländlichen Raum lebt, weiß, daß in gewißen Abständen in der Regel an Samstagen 12 Uhr ein Sirenenton zur Überprüfung der Anlage über das Dorf schallt.

Die genauen Hintergründe oder vielleicht doch Hintergedanken, die Charles Cagniard de la Tour veranlaßt haben mag, seine lärmproduzierende Maschine nach den Sirenen aus der griechischen Mythologie zu benennen, werden wohl sein Geheimnis bleiben.

Die Sirenen der griechischen Mythologie sind Mischwesen, anfangs halb Frau und Vogel, später dargestellt als halb Frau und Fisch. So ganz einig über ihr Aussehen und ihre Herkunft ist sich keiner der griechischen Literaten. Die einzige Gemeinsamkeit besteht durch die Beschreibungen über ihr Handeln, nämlich durch betörenden Gesang, Menschen, vornehmlich Männer, anzulocken. Sie waren schließlich mehr oder weniger diejenigen, die neue Länder endeckten, zu Expeditionen aufbrachen, auf die Meere fuhren zum Fischen. Zudem wurde den Sirenen nachgesagt, daß sie über alles Wissen der Erde verfügten und jedem, der ihren Gesängen erlag, wurde dieses Wissen offenbart. Kein Mann hat das je überlebt.

Wenn nun die Sirenen durch ihren liebreizenden Gesang männermordende Wesen waren, warum wurden gerade ihnen durch die Geräte (Sirenen), die durch ihren durchdringenden Heulton, nach Hilfe zur Rettung von Menschen in Gefahr rufen, dieser Name gegeben? Ist das eine späte Genugtuung? Ist das vielleicht die Erkenntnis, daß Frauen die Kraft haben, unter Zuhilfenahme ihrer Stimmen Gefahren abzuwenden oder zumindest zu schmälern? Da Sirenen über das ganze Wissen verfügen, könnte das ohne weiteres so sein. Lieber Charles Cagniard de la Tour, wenn das Ihr Hintergedanke war, dann ziehe ich meinen Hut vor Ihnen. Besser konnten Sie den Frauen nicht den Rücken stärken.

Stellen Sie sich vor, die Wortschöpfung für die Sirene wäre einer Frau entsprungen und dieser Text von einem Mann, was für eine interessante Diskussion könnte daraus entstehen!

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Putin-Bashing: Ausgerechnet Großbritannien läutet neue Runde ein

flickr.com/ The Prime Minister’s Office/ (CC BY-NC-ND 2.0)

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Der Fall Alexander Litwinenko muß herhalten

Weltmächte scheinen einen großen Hang an den Tag zu legen, besonders eindrucksvoll dramatisierend überall Feinde wahrnehmen zu wollen, anstatt vor eigener Haustür zu kehren. Genauso verhält sich der Commonwealth, an dessen Spitze Großbritannien nunmehr eine neue Runde beim Putin-Bashing einläutet, in dem der Fall Alexander Litwenenko herhalten muß.

Der britische Richter Robert Owen bescheinigt Wladimir Putin einen direkten Zusammenhang zur Ermordung des Kreml-Kritikers, die WAZ schildert schön artig die teilweise abenteuerliche Version des US-Westens, ohne schlüssige Beweise, erweckt gar den Eindruck, man halte sich zurück aufgrund des IS-Einsatzes Russlands. Der böse russische Bär und der liebe Onkel Sam, welch unglückliche Mär.

Schon winken die USA mit Sanktionsandrohungen

Das altbewährte Muster von Sanktionen wird pompt angekündigt, die USA schließen Sanktionen gegen Russland im Zusammenhang mit dem Litwenenko-Fall nicht aus. Genauso schnell waren die Westmächte zur Stelle, weil sie meinten, Putin hätte die Krim annektiert, was natürlich keineswegs sich so verhielt. Das Recht auf Selbstverteidigung der dort lebenden Russen, dies scheint der US-Westen bewußt auszublenden.

Müssen wir davon ausgehen, daß die westlich geprägte Weltpolitik ihre Felle davonschwimmen sieht, immer mehr neue Strategien anstrebt, da Russlands Schlüsselrolle schärfere Konturen annimmt? Als treffsicheren Schachzug so kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz? Es schaut ganz danach aus. Noch hält der Westen sich zurück, auch in den Medien wird beschwichtigt, wie man im General-Anzeiger lesen kann. Dort soll das Wörtchen „wahrscheinlich“ des Richters Owen ein Hintertürchen sein, den Verdacht gen Putin herunter zu spielen.

Wann folgt die Selbstbefreiung Europas?

Und zwar aus den Klauen dieser USA, bisherig erfolgreich begleitet mittels Großbritannien an deren Seite, nicht nur historisch bedingt, sondern in erster Linie, um als Laus im Pelz Europas dessen Poltik in die gewollte Richtung zu lenken, die da lautet: Weltherrschaft. Dazu benötigen sie eben die Feindbilder Russlands und Chinas, alles Rechtfertigungen für riesige Wehretats, das Schüren zunehmender Kriege und Destabilisierungen nicht nur einzelner Staaten, viel mehr ganzer Regionen, denken wir an den Nahen und Mittleren Osten.

Die blutige Spur des Geldes zieht ihre erbarmungslose Bahn quer durch die Welt, wer ihr nicht folgt, wird schnell zum Bösewicht erklärt. Immer noch funktionieren die alten Medienstrategien, die Völker aufzuwiegeln. Zeigt sich dennoch ein Hoffnungsschimmer am Horizont für all diejenigen, die nicht mehr bereit dazu, diesem Morden zu folgen?

Ihr

Lotar Martin Kamm

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BRD: Notärzte faktisch nicht wirklich vorhanden

 flickr.com/ Medienmagazin pro/ (CC BY-SA 2.0)


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Vermeidbare Todesfälle – Gesundheitspolitik erstaunlich gleichgültig

Solange wir wohlbehütet in Ballungszentren, Großstädten oder größeren Städten leben und mal dort ein Notfall eintritt, wird in unserem Land in der Regel schnelle notärztliche Hilfe vor Ort eintreffen, um uns entsprechend zu versorgen. Dabei kann es durchaus schon von Bedeutung sein, ob der behandelnde Arzt über genügend lebensrettungssichernde Kenntnisse nicht nur verfügt, sondern sie auch schnell und effektiv einsetzt.

In der gestrig erschienenen Dokumentation der Sendereihe „Zoom“ im ZDF mit dem Titel „Notruf 112“ konnte der erstaunte Zuschauer ziemlich schnell feststellen, daß die Menschen auf dem Lande in dieser Republik ohne weiteres auch mal Pech haben können, weil der Notarzt zu spät eintrifft, gar nicht genug geschult ist, falsche Entscheidungen trifft, die manches Leben kostet. Die Gesundheitspolitik trotz deutlich benannter Defizite erstaunlich gleichgültig?

Deutschland unzureichend für Notfälle vorbereitet bei steigendem Ärztebedarf

Die Sendung trifft des Pudels Kern, der nur von etlichen verantwortlichen Politikern, allen voran dem Bundesgesundheitsministerium, all die Jahre auf die lange Bank geschoben wurde, obendrein begründet durch stetig steigende Kosten im Gesundheitsbedarf, extrem überteuerte Klinikgelder, die manchmal in keinem guten Verhältnis zur medizinisch notwendigen Versorgung stehen, man sich als kritischer Beobachter schon die Frage stellen muß, wer hier wichtiger: der Patient oder der Geldbeutel gewisser Herrschaften!

Kein Wunder, daß somit etliche Ärzte es eher in die Städte zieht, wo vielversprechend das schnelle, einfach zu erwirtschaftende Geld winkt, während auf dem Land dadurch ein regelrechter Ärztemangel anwächst, der inzwischen eigentlich nicht mehr zu verantworten ist. Man sollte es ruhig betonen, daß es sich um einen Notstand handelt, der zum plötzlichen Tod unnötig vieler Menschen führen kann.

ZDF-Sendung entblättert die Problematik

Natürlich wird auch eine viel zu lang andauernd verfehlte Gesundheitspolitik nicht die Mißstände über Nacht lösen, aber zumindest guten Willen ankündigen, erste Schritte der Besserung einleiten. Dazu gehört ebenso die Gesellschaft selbst, in der ein Umdenken stattfinden sollte, weg von einer gesundheitsgefährdenden Leistungsgesellschaft, hin zu mehr Lebensqualität, gegenseitige Rücksichtnahme, in der der Schwache aufgefangen wird, statt ihn ins Abseits zu drängen.

Am Ende der ZDF-Sendung wird auf die vorbildhafte Vorgehensweise im Nordwesten der USA, in Seattle, hingewiesen, wo die Bevölkerung regelrecht gezielt vorbereitet und entsprechend geschult wird zu lebensrettenden Maßnahmen. In Münster wird das Modell just übernommen, Rettung per telephonische Anweisung mittels geschultem Personal am Telephon kann Leben retten, wie das aufgeführte Beispiel verdeutlichte. Qualifikation des Rettungsdienstpersonals plus viele andere Bausteine, die ineinandergreifen, das ist äußerst dringend, um das derzeitig veraltete System abzulösen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Seife nicht nur täglicher Gebrauch der Körperpflege

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Wer möchte schon gern eingeseift werden

Wir benützen sie täglich, jedenfalls gehen wir davon aus, daß sie von jedermann angewandt wird. Es gibt sie in flüssiger Form oder fester. Sie kann bunt sein und in mancherlei Gestalt, als Herz, Hase, Katze, Haus oder Kuchen auf ihrem Waschbecken liegen. Genau, die Rede ist von der Seife. Es gibt sie parfümiert, handgemacht, wissenschaftlich getestet, für Kinder und als Fleckentferner wie die Gall- oder Kernseife.

Es ist nicht genau feststellbar, woher oder wie der Ausspruch “jemanden einseifen“ in unseren Sprachgebrauch kam. Tatsächlich könnte er von der Tätigkeit des Barbiers abstammen, der den männlichen Kunden das Gesicht einseifte zur Rasur und nebenbei den Kunden vollaberte. Genauso gut aber könnte es von dem jiddischen Wort sewel, das soviel bedeutet wie Mist, Kot, Dreck übernommen worden sein. Beseibeln, besefeln, bedeutet betrügen, ist in dem berlinerischen Wort inseefen umgangssprachlich noch in Gebrauch.

Nicht nur ein Verkäufer versucht uns, durch Einseifen mittels seiner Sprachgewandtheit oder der Aufzählung etlicher technischer Vorteile zu überzeugen, ein gewißes Produkt zu kaufen. Wir werden auch, natürlich mal wieder erwähnenswert, durch die Medien, Politiker, Wirtschaft, Wissenschaft eingeseift, um uns ihrer vermeintlichen Meinung oder Wissen anzuschließen. Sicher kann der ein oder andere ein Lied davon singen, in seinen Kinder- Jugendtagen von älteren Geschwistern oder sonstwie Anverwandten, ja, sogar von Freunden, über ein bestimmtes Thema eingeseift worden zu sein. Denn Einseifen deutet nicht unbedingt auf bösartige, böswillige Betrügereien hin, sondern steht ebenfalls für schummeln, hereinlegen.

Wie kann man nur Seife, ein Produkt für Schönheit, Reinigung gleichzeitig mit betrügerischen Absichten verbinden? Ist es nicht ein Liebesbeweis, wenn Partner sich gegenseitig einseifen, wenn sie gemeinsam baden? Selbst wenn wir davon ausgehen, daß einseifen von oben genannten sewel für Mist, Kot, Dreck abstammt, kann es nicht so recht ins Bild passen. Denn wer kennt nicht die Vorteile eines Moorbades, die Körperreinigung mit Sand? Selbst Tiere suhlen oder bespritzen sich mit Dreck zur Körperreinigung und Abwehr von Parasiten. Und nicht zu vergessen die Fensterreinigung mit Asche.

Deutet Einseifen eher darauf hin, nicht alles für bare Münze zu nehmen, das in welcher Form auch immer, hier in liebreizenden Worten und Taten, an uns herangetragen wird? Mancher Duft oder wohltuendes Peeling mag für unsere Seele und Geist ein Wohlfühlprogramm sein, vielleicht können wir uns vor dem Einseifen schützen, wenn wir generell eine gesunde Skepsis unser eigen nennen.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Chapeau – alle Achtung, vor dir zieh ich meinen Hut

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Respektables zur Schau stellen oder einfach nur ein Ritual?

Haben Sie heute schon einen Mann gesehen, der seinen Hut gezogen hat? Vielleicht haben Sie es auch gelesen, gehört. Männer sollen dem Trend verfallen sein, wieder ihren Kopf mit Hüten zu bedecken. Den weiblichen Mitmenschen hat man diesen Gruß des kurzen Hebens des Hutes nicht „aufgesetzt“. Die Männerwelt hat durch diese Handlung angezeigt, jemanden zu kennen, ihn dadurch zu grüßen, jemanden Respekt gezollt, indem man zuerst seine Kopfbedeckung lüftete. Erinnert Sie das auch an Wilhelm Tell von Friedrich Schiller?

Die Geschichte dürfte sicher jedem bekannt sein, Tell verweigert den Gruß zu dem Hut, der auf einer Stange steckt. Damit sein Sohn nicht mit ihm sterben muß, verlangt Landvogt Gessler, daß Tell vom Kopf seines Kindes einen Apfel trifft. Da er den zweiten Pfeil bereithielt, um Gessler zu töten, falls ihm der Schuß nicht gelungen wäre, wird Tell gefesselt und ins Gefängnis überführt. Wilhelm Tell kann sich befreien und erschießt Gessler in einer Hohlgasse.

„Was für ein alter Schmarrn!“, werden jetzt einige denken. Aber haben Sie selbst nicht heute durch ein leichtes Kopfnicken, ein kurz hingeworfenes Hallo jemanden begrüßt, ihm dadurch zu verstehen gegeben, daß Sie ihn erkannt haben, sich freuten, ihn zu sehen? Begrüßungsrituale gibt es in verschiedenen Formen, nach Land und Kultur sogar sehr unterschiedliche und teilweise unserer eigenen „Sitte“ widersprechend. Für oder vor jemanden seinen Hut ziehen, bedeutet, Respekt und Achtung vor dem anderen.

Können Sie sich vorstellen, wie kalt es den Männern in den unbeheizten Kirchen sein muß, wenn sie dort als Zeichen der Ehrerbietung ohne ihre Kopfbedeckung die Messe über sich ergehen lassen, wenn sie von der Natur nicht mehr mit einem Haupthaar ausgestattet sind? Wenn nun junge Menschen wieder „gut behütet“, was für eine schöne Aussage, durch unsere Straßen wandeln, bedeutet das, daß wir öffentlich sichtbar Respektbezeugungen zu sehen bekommen?

Wohl eher nicht. Zu fremd sind wir uns geworden, so daß wir wirklich nicht mehr wissen, wer uns da auf der Straße begegnet. Dieses Ritual bekommen wir nur dann zu Gesicht, wenn Gleichgesinnte, Freunde sich treffen. Und ob diese dann zu ihrer Begrüßung den Hut ziehen, bleibt dahingestellt, denn die Notwendigkeit, jemanden durch Kopf senken (Diener) oder in die leichte Hocke gehen (Knicks), haben wir, bis auf wenige Ausnahmen, aufgegeben. Dies bedeutet aber nicht, durch ein Hallo, Guten Tag, Guten Abend, Hey oder sonstige Begrüßungsformeln sei der Respekt verlorengegangen, er zeigt sich nur in anderer Form.

Solange die Hut tragenden Männer sich nicht anmaßen, Respekt gezollt zu bekommen, aufgrund ihrer Kopfbedeckung oder ihres vermeintlichen Standes in der Gesellschaft, dürfen wir uns getrost an diesem wiederbelebten Kleidungsstück erfreuen.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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