Alltag: Der ganz normale Wahnsinn nimmt seinen Lauf

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Hürden des modernen Menschen nicht ohne Folgen

Keinerlei Rückzugsmöglichkeiten vorhanden, du stehst mit dem Rücken zur Wand, schweißgebadet wachst du nach ziemlich unruhiger Nacht des morgens auf, überlegst noch, in wie weit diese Albträume dich schockiert haben mögen, als wie gewöhnlich der Wecker klingelt, du ihn genervt ausschaltest, dich ins Bad begibst.

Am Frühstückstisch im Radio die alltäglichen Meldungen von Gewalt, einer Politik gegen die Bevölkerung, für Großkonzerne, dem Reichtum und die Hofierung etlicher Prominenz, die gerade bei deiner pubertierenden großen Tochter einen gewissen Stellenwert erhalten. Sie eifert mancher Popikone nach, möchte ebenso teilhaben am sorglosen Leben eines Stars. Doch die Sternchen bleiben aus, ihr fällt kein Glück in den Schoß, auch wurde sie nicht in eine Familie hineingeboren, wo Geld keine Rolle spielt. Sie muß wie so viele ihrer Generation sich dem Leistungsdruck aussetzen.

Der Alltag begegnet dir mit seinen ganz normalen Widrigkeiten, dem morgenlichen Berufsverkehr, bei dem eine gewiße Gereiztheit in der Luft liegt, jeder sich selbst der nächste, je größer das Auto, desto mehr Durchsetzungsvermögen, es gelten weder Vorfahrt noch Rücksicht auf schwächere Verkehrsteilnehmer. Eine Fahrradfahrerin kann sich im letzten Moment in Sicherheit bringen, in dem sie einfach schnell zwischen zwei geparkten Autos auf den Bürgersteig flieht, weil ein Van, ein Ford Galaxy, sie gefährlich abdrängt, keinerlei Bremsbereitschaft zeigt. Beim Blick in den Rückspiegel beobachtest du, daß der Fahrer mit dem Handy am Ohr ohnehin abgelenkt zu sein scheint.

Kaum angekommen am Arbeitsplatz mußt du dir einen Anraunzer deines Vorgesetzten anhören, läßt ihn stillschweigend über dich ergehen, überlegst für Sekundenbruchteile, ob du ihm am liebsten eine reinhauen solltest, verwirfst dies aber, weil die Konsequenzen vor Augen dich zurückhalten. Es würde Arbeitslosigkeit bedeuten, eine Anzeige wegen Körperverletzung, vor allem die ewig nörgelnde Familie deiner Frau hätte endlich ihre Bestätigung, daß du schon immer ein Totalversager gewesen bist. Nein, Zähne zusammenbeißen, den Frust herunterschlucken.

Im Laufe des Tages kannst du ihn loswerden, die Wut herauslassen. Beim wem? Natürlich bei einem Schwächeren, wie sollte dies auch anders sein, selbst du gehorchst nach den Gesetzen menschlichen Versagens, bloß nicht die Courage besitzen, um den Spieß mal umzudrehen, stattdessen durchs Leben gehen, nach dem Motto: Nach oben buckeln, nach unten treten. Das machen Millionen andere ebenso, hat sich wohl bewährt, glaubst du. Obwohl in letzter Zeit bestimmte Zweifel sich formieren, du nachdenklicher wirst. Überall Gewalt zunimmt, die Zukunftsperspektiven alles andere als rosig, in manchen Momenten du dir wünschst, du hättest nie deine zwei Kinder in die Welt gesetzt.

Endlich Feierabend, heute mal wieder zwei Überstunden drangehängt, natürlich ohne Bezahlung, schließlich will man den Job behalten, da läßt man sich vieles gefallen. Du stehst im Stau, grübelst darüber, was du mit deiner wenigen Zeit anstellen sollst, die dir verblieben.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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BRD: Bürgerkriegszuständen den roten Teppich ausgerollt

flickr.com/ Casey Hugelfink/ (CC BY-SA 2.0)

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Im Herzen Europas braut sich ungeheuerliches zusammen

Um es gleich mal vorweg zu nehmen. Es handelt sich hierbei nicht im geringsten um Fremdenfeindlichkeit, schon gleich gar nicht um Rassismus. Wer jedwede kritischen Statements sofort mit der allseits bekannten Nazi-Keule wertet, will keinesfalls scharf differenzieren, sondern schwimmt im Fahrwasser eines bewußt geschürten Feindbildes, welches in sofern für ein Klima des Schweigens sorgt.

Die Zeit jenes Verharrens darf inzwischen als beendet erklärt werden. Aber nicht etwa, weil sich immer mehr „rechte Kräfte“ einfinden, die mehr Mut gewinnen, vielmehr haben selbst Menschen in der Mitte unserer Gesellschaft erkannt, wie leichtsinnig und grob fahrlässig gerade die verantwortliche Politik auf die Herausforderungen jedweder Probleme reagiert. Anstatt im Sinne des Volkes zu regieren, werden die Menschen eher verunsichert, per Systemmedien manipuliert und obendrein eine Polizei instrumentalisiert. Daraus eventuell entstehenden Bürgerkriegszuständen wird der rote Teppich ausgerollt.

Kölner Sexflashmobs waren erst der Anfang – greift bald das Gesetz der Straße?

Inzwischen hat sich endlich herumgesprochen, daß die sexuellen Übergriffe auf Frauen nicht nur auf Köln beschränkt waren, vielmehr deutschlandweit stattfanden, selbst bei unseren Schweizer Nachbarn gab es in Zürich Vorfälle dieser Art, nämlich per Sexflashmobs, die dem im Arabischen Frühling in Ägypten entstandenen „el-taharush el-gensi“ ganz fatal gleichen. Gezielt kalkulierte Absicht, die sich dahinter verbirgt?

Auf diese Weise mischt man nämlich die gesamte Bevölkerung auf, die ohnehin ziemlich verunsichert nach monatelanger desorientierter Politik seitens den Regierenden in Berlin nicht mehr so genau weiß, was tatsächlich abgeht. Die Gewaltmeldungen zusammen mit zunehmenden Demos erschaffen nicht gerade ein Klima des Vertrauens, denken wir an PEGIDA, die Flüchtlingskrise, Terroranschläge, die Silvesternacht und jüngst die gestrigen Vorfälle in Köln, wo angeblich Krawallmacher Böller auf Polizisten geworfen haben sollen. Erste Videos zeigen aber ein vollkommen anderes Bild, wobei Presseleute gezielt die Böller geworfen haben sollen. Was stimmt denn nun? Faktisch greift längst das Gesetz der Straße, wie auch in Berlin-Neukölln in der Silvesternacht zu sehen war.

Inszenierung par excellence ohne wirkliche Folgen für die Verantwortlichen

Die Bürger sind mal wieder beschäftigt, die Bundespolitik darf sich ungeniert davonschleichen. Jene Inszenierung par excellence verdeutlicht den wahren Kern, dem sich all jene gerne anschließen, die noch schlimmeres zu verbergen und zu vertuschen haben. Denn ein Volk in Aufruhr läßt sich prima ablenken, den Blick zum Wesentlichen trüben.

Jetzt haben wir genau die Feindbilder, die zweckdienlich Fronten schaffen: Alle Ausländer und dabei besonders die Muslime geraten unter Verdacht, werden kriminalisiert, Rechtsextreme zusammen mit Systemkritikern auf eine Stufe gestellt und eine Antifa in die „Arenen“ losgelassen, fertig die neuerschaffenen Armeen für zukünftige Straßenschlachten, eine hilflos erscheinende Ordnungsmacht von Polizeikräften, die notfalls aufgerüstet per EUOROGENDFOR oder Bundeswehreinheiten.

Fazit: Die eigentlich Verantwortlichen werden nicht zur Rechenschaft gezogen, ganz im Gegenteil, sie dürfen ungeahndet einfach ihr Werk fortsetzen. Die Flüchtlingsströme entstammen einer Weltpolitik, wobei gerade die USA ihren Hauptanteil an den desaströsen Folgen haben, gleichzeitig wurde im Herzen Europas, in der BRD gezielt dafür Sorge getragen, das Bild vom „bösen Nazi“ hochzuhalten, jederzeit bei Bedarf einzusetzen, wissend, daß die tatsächlichen Rechtsextremen davon profitieren werden, eine undurchsichtige Mischung aus Hardlinern und all jenen wächst, die eigentlich mit „denen“ nichts zu tun haben wollen, was man gerade im Fall der PEGIDA besonders gut beobachten kann. Nichtdifferenzierung schafft aber ein Klima wachsender Verunsicherung, was genau so gewollt zu sein scheint.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Nie mehr allein

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Emma saß am Straßenrand,
den Trauring in der Hand.

Die Schokolade schon gegessen,
weil sie ihre Jacke vergessen.

Trübsinnig starrte sie aufs Pflaster,
Tropfen schleuderte ein Laster

gegen ihr verweintes Gesicht,
doch das störte sie nicht.

Den Schirm unterm Arm geklemmt,
den Kopf leicht nach vorne gesenkt,

um sich vor dem Regen zu schützen,
suchte sie einen Weg entlang der Pfützen,

damit nicht noch ihre Socken naß würden
zur anderen Straßenseite, nach drüben.

Der Weg nach Hause war nicht mehr lang,
doch war es ihr bei der Vorstellung bang,

den Trauring, den sie so sehr liebte,
allein bei dem Gedanken schon vermißte,

es ihr nicht möglich war, ihn zu behalten.
Sie las die Gravur „E. von Salten“

während des schweren Gangs nach Haus.
„Paß doch auf kleine Maus!“,

pöbelte ein vorbeieilender Passant,
lächelnd zu ihr hingewandt.

Die weiße Hochzeit, Kutsche, Gratulanten
durch diesen Satz verschwanden.

Sie hörte die Worte, kaum die Türglocke läutete:
„Liebes, du kommst aber spät heute!“

„Du bist ja völlig durchnäßt!
Warum hältst du die Faust so gepreßt?“

„Ich hab an der Straße was gefunden,
ging mit dem Kopf nach unten,

weil der Schirm kaputt gegangen,
da hab ich ihn mitgenommen,

da ist was tätowiert.“ „Graviert“, mein Schatz.
„Mama, wenn ich groß bin, soll ein ganzer Satz

in meinem Ring zu lesen sein:
Emma ist jetzt nie mehr allein!“

Nafia

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Der Lack ist ab – wieso wir nicht alles wegschmeißen

flickr.com/ slightly everything/ (CC BY 2.0)

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Wenn der Schein trügt

Als gewissenhafte Hausfrau oder Hausmann werden Sie sicher dafür Sorge tragen, Ihre auf Vorrat gekauften oder selbst hergestellten Lebensmittel immer mal wieder zu überprüfen, ob das Haltbarkeitsdatum noch nicht abgelaufen ist. Einiges werden Sie vielleicht doch noch verspeisen können, obwohl das Datum Ihnen zeigt, es ist nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Das Wort Haltbarkeit benützen wir aber zunehmend auch für die täglich zum Gebrauch benötigten Utensilien, sowie für Kleidung, Möbel, Haushaltsgeräte, oder? Deren Haltbarkeit ist, vieles spricht dafür, absichtlich auf wenige Monate begrenzt. Nicht nur von der herstellenden Industrie, denn die Maschinen in den Fabriken müssen immer laufen, sondern auch durch die Verbraucher selber, animiert durch Werbung, aber auch durch den Drang Neues zu besitzen.

Vielleicht gehören zu Ihrem Haushalt noch die ein oder anderen Erbstücke, die Kommode von den Großeltern, das Hochzeitskleid der Mutter, altes Tafelsilber oder schön gerahmte Bilder, Bücher, ein alter Teppich, erstanden auf dem Flohmarkt, Familienschmuck oder was auch immer als erhaltenswert eingestuft wurde und somit Ihren Haushalt bereichern. Ansonsten sind Ihre Besitztümer neueren Datums und werden von Zeit zu Zeit ersetzt, Kaffee-, Wasch- oder Spülmaschine, Herd, Kinder-, Wohn- oder Schlafzimmereinrichtung werden heutzutage aus den unterschiedlichsten Gründen gerne und öfter ausgewechselt als noch zu Großmutters Zeiten.

Man ist, wie heißt es so schön, up to date. Dazu gehört auch der ständige Wechsel der Bekleidung, nicht nach Sommer- oder Winterkleidung, sondern nach Modewellen, am besten monatlich, denn die Form, Farbe und sogar die Materialien verändern sich in rasender Geschwindigkeit, da will doch keiner hinten anstehen und sich die Möglichkeit nehmen lassen, sich damit zu zeigen.

Wer trägt schon gerne reparierte Sachen, wenn die Reparatur manchmal das Doppelte und mehr kosten kann als ein Neukauf, wenn das neueste Modell einer Waschmaschine, Synonym für andere Haushaltsgeräte, weniger kostet als ein Kostenvoranschlag mit anschließender Reparatur? Wer strickt, häkelt, schneidert Kleidung oder Kissen, Decken, Vorhänge, wenn die Materialien schon ein dreifaches an Kosten verursachen und die Arbeitszeit nicht angerechnet wird, außer Menschen mit Vorliebe für gewisse Hobbys? Das gleiche gilt auch für Holz- und Metallarbeiten und nicht zu vergessen, die zur Herstellung mancher Gegenstände benötigte Fläche.

Scheint fast so, als wären wir verdammt dazu, die Maschinen in den Fabriken laufen zu lassen. Scheint fast so, als wären wir verdammt, den dadurch produzierten Müll anzuhäufen. Scheint fast so, als wären wir verdammt, keinen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden.

Scheint fast so. Aber der Schein kann trügen, wenn er zu strahlend auf eine Fläche trifft, oder das glänzende Material abgekratzt wird. Was wir darunter zu erkennen vermögen, mag der wirkliche Schatz, unser aller Leben sein.

Vielleicht sind Sie dankbar, den Küchentisch oder die Schrankwand nicht längst vernichtet zu haben, wenn Ihre Kinder schon lange ausgezogen sind, aber Sie die Spuren ihrer einstigen Anwandlungen Kratzer auf etlichen Möbeln hinterlassen, eine Erinnerung und mehr wert sind als alles „glänzend Neue“.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Flashmob zum Befummeln läßt allerlei tummeln

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Satirischer Rückblick…

Das Jahr noch jung, kaum neun Tage alt, schon manch schreckliche Nachricht sich ins Gedächtnis knallt. Da möchte man am liebsten sich auf eine einsame Insel begeben, nach Ruhe und Einsamkeit streben. Doch was nimmst du dann mit? Bloß nicht das verkehrte, oh shit!

Der Winter will nicht seinem Wetter entsprechend hierzulande greifen, trotzdem lassen wir uns stetig einseifen, denken wir an manch politische Lage, die uns per Meldung erreicht die Tage. So wie im Nahen Osten, wo man grausames kann kosten, Hinrichtungen für Zündstoff sorgen. Und morgen? Erleben wir dann noch mehr Abschlachten, Humanismus sie in den tiefsten Ozean verfrachten?

Mit Blick zur Bundespolitik kommst du erst recht ins Staunen, weil Abschied zur Volksnähe ein unbestreitbarer Weg. Durchs Volk geht ein Raunen, manch Politnase kiekt dennoch janz keck. Man möcht den Schirm als unser Schutzschild aufspannen, doch der nützt nicht viel, wenn es richtig gießt wie aus Kannen.

Und bei der Flüchtlingskrise? Dort geht’s schäbig weiter wie auf einer abgelatschten Spielwiese, immer fleißig heiter in Kameras grinsen, dabei gen Bruder nach Westen linsen. „Wir schaffen das“ erzeugt letztlich immer mehr Haß! Können wir dann im Alter mit Gelassenheit noch in Erinnerungen schwelgen? Wenn überhaupt manch kommen soweit, nur auf alten Kaufelgen.

Jetzt ist es raus: Silvester war fröhliches Fummeln angesagt, ein Flashmob ließ allerlei tummeln, die gezielt eingeschleust waren. In Scharen wurde auf Frauen Jagd gemacht. Wer da wohl bösartig im Hintergrund schäbig lacht? Meinungen aussprechen ohne hemmungslose Gegenwehr, das fordern viele sehr. Die Politik schaut getrübt, angeblich ratlos und leer. Das hat sie wohl fleißig eingeübt. Wer glaubt ihr noch die Mär? Daß Kritik stets angebracht, sieht man beim Dinosaurier des Jahres, den Philipp zu Guttenberg erhielt, vom NABU, ganz gezielt.

Zurück gar zur Weltpolitik, wo Russlands Schlüsselrolle nimmt schärfere Konturen an, der wachsame Bürger sich fragt, irgendwann, wer dabei wohl lügnerisch herausragt. Kann man manchem verdenken, wenn er einfach einen Kurztrip in die weite Welt anstrebt, sich sagt: Wofür hab ich sonst gelebt? Auf keinen Fall, er kommt am Ende doch, der große Knall!

Läßt Aufklärungsunterricht Zwischenmenschlichkeit missen? Man muß davon ausgehen, gerade im Hinblick zum aktuellen Geschehen, wie man sieht nach den Kölner Übergriffen in der Silvesternacht. Nicht nur dort hat es mächtig gekracht, ein Sexmob getobt. Im ganzen Lande diese bösartige Schande! Jetzt erst recht darf eine Gesellschaft keine Bevormundung zulassen, sonst begibt sie sich auf abartigen Pfad, der da lautet: hassen. Das wär wirklich schad.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Nach Kölner Übergriffen: Gesellschaft darf keine Bevormundung zulassen

flickr.com/ wwwuppertal/ (CC BY-NC 2.0)

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Weltordnung in sofern am Abgrund?

Fortschritt bedeutet eine Gesamtentwicklung zu einer höheren Stufe. Gehen wir davon aus, daß wir immer noch auf einer Stufe stehen und weit über uns noch einige zu bewältigen sind, um ganz an die Spitze zu gelangen? Oder stehen wir vielmehr ganz oben und rutschen, springen, fallen nach unten?

Jeder bewältigt in seinem Leben Fortschritte in verschiedenen Entwicklungsphasen, sei es die Krabbelphase, das Laufen, sprechen lernen, Schulabschluß, Berufsausbildung, für den einen sind diese Leistungen Errungenschaften für andere notwendiges Übel. Wie dem auch sei, wir durchlaufen als Individuen aber auch als Gesellschaft in verschiedenartigen Bereichen Fortschritte, die das Leben des Einzelnen oder der Gesellschaft zum Besseren gereicht.

Dazu gehört gleichwohl die Diskussionskultur, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit in jeder Gemeinschaft sein sollte und nicht unbedingt als Fortschritt gelten darf. Aber im Zusammenhang mit den Vorkommnissen in der Silvesternacht in mehreren Großstädten und kleineren Gemeinden und den darauffolgenden Meinungen, Ansichten und Äußerungen, sollte an diese Kultur erinnert werden.

Sicherlich ist es ebenso gerechtfertigt, seine Wut, seine gefühlte Ohnmacht, das Unfaßbare herauszuschreien, sich Luft zu machen, anzuprangern, zu verurteilen. Das wirkt befreiend. Und niemand kann sich davon freisprechen, als erste Reaktion auf diese Art oder in etwas abgeschwächter Form auf Unvorstellbares reagiert zu haben.

Um Geschehnisse, egal ob unvorstellbarer, brutaler, krimineller oder auch berauschend schöner Art verarbeiten zu können, bedarf es des Austausches chronologischer Abfolge, Verhalten Beteiligter und sämtlicher Ursachen, die in diesem Zusammenhang vorgefallen sind. Es ist kein Fortschritt, wenn anstatt analytisch alles aufzuarbeiten, Schuldzuweisungen formuliert werden, die sozusagen unter die Gürtellinie gehen, denn das sind genauso brutale verbale Angriffe und zu verurteilen. Argumente, die sachlich vorgebracht werden, selbst wenn sie Beschuldigungen beinhalten, motivieren eher zu gemeinsamen Lösungen.

Wie können wir für eine neue andere „Weltordnung“ stehen, wenn wir die gleichen Fehler begehen, die wir anprangern? Wir stehen alle auf einer Stufe mit dieser Unfaßbarkeit der Geschehnisse, entscheiden muß aber jeder für sich, ob er den Schritt nach oben wagt oder lieber wieder Stufen nach unten geht.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Kurztrip in die weite Welt mit ernüchternden Folgen

flickr.com/ Ken_Mayer/ (CC BY 2.0)

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Verfehlte Suche nach Ruhe und Einsamkeit

Langsam ziehst du dich zurück, magst die Glotze ohnehin schon seit Jahren nicht mehr einschalten, zumal dort sowieso stets derselbe Mist von Trash-TV-Sendungen den Verbraucher verblöden, neben der ständigen Werbung, die einem den letzten Nerv raubt. So gänzlich entziehen jener Dauerberieselung, vermagst du dich dennoch nicht. Die Fortsetzung folgt bei Freunden, Bekannten und Verwandten, draußen in der Öffentlichkeit, in Geschäften.

Und nun, was tun? Abschalten vom Run der Superlative, des Konsums, einfach aussteigen, dies deine Zielrichtung. Einfach die nötige Motivation finden, mag noch angehen, nur das nötige Kleingeld fehlt, um das Land zu verlassen. Oder gibt es etwa hier die Möglichkeit eines Ausstieges? Mitnichten, es sei denn, man begebe sich an äußerst einsame Orte, mitten in Wälder, in die Berge oder in Sumpflandschaften, die Heide, an längst verlassene Gegenden, die kaum eine Seele beflügeln, dort zu verweilen. Die paar Menschen, die dennoch dort leben, beäugen allerdings jeden Fremden akribisch. So wird daraus nichts.

Du schaffst es, irgendwie nach einem dir ewiglang vorkommenden Zeitraum genug anszusparen, um endlich im Last-Minute-Flieger zu sitzen in Richtung Aussteiger-Einöde, Ziel ein warmer Ort, auf der östlichsten größeren Insel Hispaniola in der Karibik, dort die Dominikanische Republik, die jährlich von vier Millionen Touristen aufgesucht wird. Komisch, oder? Zumal auf der relativ kleinen Fläche, die mal gerade etwas größer als das Bundesland Niedersachsen ist, wo aber rund an die drei Millionen mehr Menschen leben. Ganz einfach, du willst ja nicht in die Tourismuszentren, das ersparst du dir lieber, dich reizt viele eher das Gebirge, die dortige Ruhe, Wärme garantiert vorhanden.

Mit der Sprache hapert es manchmal, deine dürftigen Spanischkenntnisse reichen kaum, manchmal kannst du dich auch per Französisch verständigen, bei der Ankunft gar auf Englisch. Eher unwichtig, die weitere Kommunikation, weil du ja Menschen vermeiden willst. Endlich hast du dir eine Hütte im Wald notdürftig gebaut, lebst mit den Tieren, genießt die Ruhe, nur einmal klopft spät abends ein einheimischer Wanderer an deine Türe, fragt neugierig, ob es dir gut ergehe, um danach seiner Wege zu ziehen.

Doch die Rechnung geht nicht auf, ein paar Tage später bebt die Erde, schwere Fahrzeuge hörst du nur wenige Meter weiter entlangfahren, Stimmengewirr, Motorsägen heulen auf, Bäume fallen krachend auf den feuchten Boden, des nachts zuvor war Regen gefallen. Vorbei die Idylle, du hast wohl die Infos in der Regionalzeitung nicht gelesen, die dich sowieso nicht taxiert. In zehn Minuten ist dein Rucksack gepackt, begibst du dich auf den Weg, zurück in die Zivilisation Europas, enttäuscht über die viel zu kurze Zeit. Was erwartet dich daheim? Hektik, Streß, Lärm, unendliche Fragen deiner Bekannten und Verwandten, paar Freunde hattest du vorher eingeweiht. War’s das wert?

Ihr

Lotar Martin Kamm

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