Träume und Trauer in engverwandtem Verhältnis

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Geben wir dem Trauen genügend Raum

Manchmal stolpert man beim Nachdenken, oder ist es vielmehr vordenken, über Wörter, die sich lohnen, mit auf Gedankenreisen zu nehmen? In den Wörtern Traum und Trauer steckt das Wort trau. Trauen.

Träume zeigen sich uns in zweierlei Ausprägungen, einmal als positives Traumerlebnis, bei dem man am liebsten nie mehr aufhören würde, weiterzuträumen, und als Träume, die uns schweißgebadet aufschrecken lassen, weil die Traumsequenzen fürchterliche Eindrücke vermitteln. Der Träumer hingegen ist ein Mensch, der es möglich machen will, die Sterne vom Himmel zu holen. Träumer erstellen sich eine Welt des nicht Machbaren, wobei manche Traumvorstellungen dennoch wirklich ähnlich zutreffen können.

Trauer empfinden wir aufgrund eines Verlustes, sei es von einem geliebten Menschen, Tieres, aber auch verlorene Gegenstände können Traurigkeit hervorrufen. Trauen hingegen bedeutet, etwas zu probieren, versuchen, das scheinbar unüberbrückbar, unmöglich anmutet. Manchmal schaffen wir die Herausforderung und überwinden Ängste, Ekel, Angst, Panik, aber nicht immer.

Ehen oder Partnerschaften werden in einer Trauungszeremonie geschlossen, diese Menschen trauen sich, ein gemeinsames Leben mit allen Höhen und Tiefen zu führen. Könnte man hier nicht einfach von Hochzeitszeremonie sprechen? Durch das Wort „trauen“ wird Mut für diesen Schritt impliziert. Brauchen wir Mut für diesen Weg, ähnlich der Überquerung eines reißenden oder großen Flußes, Tals mittels einer Hängebrücke, obwohl man Höhenangst hat?

Überwinden wir in Träumen als Träumer in Trauer Brücken zu einer anderen Welt, Einstellung, Empfindung, die wir ansonsten nie kennengelernt hätten, auch wenn sich das neu Erfahrene als Übel herausstellt? Ist die Überwindung, das Trauen, der Schlüssel zur Tröstung des Schmerzes, wenn Träume nur „Hirngespinste“ sind, wenn das Vertrauen in eine Vorstellung beim Träumer nicht Wirklichkeit wurde, wenn der vertraute Partner starb, oder die Ehe nicht aufrechterhalten werden konnte, auf Grund diverser Differenzen?

Trauen kommt vom mittelhochdeutschen trūwen, fest werden und ist wortverwandt mit treu. Treue wiederum aus dem indogermanischen Wort für Baum, also stark, fest verwurzelt. Ist durch die Gedankenreise festzustellen, daß trauen sich auf die Treue zur eigenen Festigkeit des Handelns beziehen kann? Dann lautet das Ziel dieser Reise: Trauen wir uns, zu träumen während des Schlafes, genießen wir auch die Tagträume, trauern wir über schmerzhafte Verluste, wir stärken dadurch unsere Persönlichkeit.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Energy-Drinks ein völlig unterschätztes Risiko

 flickr.com/ BadSoull/ (CC BY-SA 2.0)


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Nur Modewelle vs. Gesundheit?

Manche mögen ohne weiteres an sie glauben, dabei voller Überzeugung zugreifen und sie konsumieren. Doch in Wirklichkeit sind sie schlicht und ergreifend ein glatter Betrug. Energy-Drinks obendrein ein völlig unterschätztes Risiko. Obwohl die Werbung ihren Kunden suggeriert, wie vielversprechend die Leistung gesteigert werden könne, dies oftmals als Lug und Trug mittels entsprechender Studien entlarvt wurde, greifen etliche immer noch zu.

Woran liegt dies? Zumal ausgerechnet Jugendliche den Verheißungen und Verlockungenen nicht widerstehen können? Ganz einfach, mit dem Blick zur allseits bekannten Coca-Cola, die bis heute noch Millionen erreicht, wird es doch deutlich genug: Es ist nunmal schick, in der Masse dabei zu sein, eben nicht aufzufallen als „Spaßbremse“, dann eher im Kollektiv diese Getränke sich einverleiben.

Zu viele Gesundheitsrisiken – Lebensmittelindustrie glänzt per Ignoranz

Um es auf den Punkt zu bringen: Energy-Drinks sind extrem gesundheitsschädlich. Gerade die Nebenwirkungen durch das Taurin, Koffein, vor allem dem hohen Zuckergehalt, die erhebliche gesundheitliche Risiken verursachen, zu Kopfschmerzen, Magen-Darm-Beschwerden, Nervosität oder Schlafstörungen führen können, sollten bereits Ärzte und Eltern aufhorchen lassen. Natürlich darf man erwähnen, auf ein Glas kommt es nicht an. Andererseits sollte auch die Frage folgen: Schmecken sie eigentlich besonders gut? Eigentlich nicht, selbst wenn Geschmäcker verschieden sind. Vielleicht doch ein wenig, da mittels falscher Ernähung, denken wir an Fast-Food oder Fertiggerichte, an all die vielen Zusatzstoffe, die die Lebensmittelindustrie völlig selbstverständlich beimischen und uns zumuten.

Genau deshalb die logische Kette dieser Lobby nahezu reibungslos sich ergänzt und im Negativen funktioniert. Während die Hersteller nonchalant weiterproduzieren, per Ignoranz glänzen, schließen sich Händler an, wie auch foodwatch hier anmahnt. Ein großes Lob an dm, welches schnell reagierte, gänzlich auf die Energy-Drinks verzichtet.

Den Vogel aber schoß unser Gesundheitsminister Christian Schmidt ab, der über eine steuerfinanzierte Aufklärungskampagne sinierte, um Jugendliche vor die Gefahren von Energy-Drinks zu warnen, statt wenigstens eine Altersgrenze gesetzlich vorzuschreiben.

Lobbyismus setzt Maßstäbe

Mal wieder wie schon in so vielen Bereichen, wobei die Politik nahezu machtlos ihn gewähren läßt, aus längst bekannten Gründen. Braucht Mensch diese bunt-schrillen Energy-Drinks, die verheißungsvoll unkritische Verbraucher, gerade junge Menschen locken mögen? Keineswegs, die Natur verfügt über genug Möglichkeiten, seinem Körper gutes zu tun.

Dazu bedarf es eben keiner künstlichen Stoffe, sogenannte Nahrungsergänzungsmittel, bis auf wenige Ausnahmen. In der Regel sind gerade Vitamine, Spurenelemente und Mineralien in Früchten und Gemüse gebunden eine vielfach bessere und vor allem gesündere Ernährung für unseren Organismus. Die jahrtausendlange Erfahrung und Anwendung geschah eben nicht zufällig, hat sich unbedingt bewährt.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Glück kann man nicht erzwingen

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Der Arglosigkeit mancher Glückspilze nacheifern

Gustav Gans verkörpert in den Disney-Geschichten den Glückspilz schlechthin. Er wird teilweise mit all den Dingen überflutet, die so manch einer sich sehnlichst herbeiwünscht. Dabei ist er oft gar nicht wirklich erpicht, diese unerwarteten Geschenke, Gegenstände zu erhalten, sie fallen ihm sozusagen zu, ob er will oder nicht.

Aber Glückspilze können sie auch im wahren Leben kennenlernen, es gibt sie tatsächlich. Eine Spezies Mensch, die von Fortuna des öfteren geküßt werden als andere, obwohl sie nicht explizit für diese Küsse eine besondere Leistung erbringen.

Diese Menschen können zuweilen auf Jahrmärkten an Schaubuden spontan den Haupttreffer landen, stellen sich beim Supermarkt meistens an die Kasse, bei der das Bezahlen recht zügig vorangeht, finden noch einen Parkplatz, auch wenn ansonsten alle belegt sind und können öfters bei irgendwelchen Preisausschreiben Gewinne einstreichen.

Natürlich gibt es auch Glückspilze, die nur einmalig oder selten sozusagen von Fortunas Wohlgefallen profitieren, beim Bowlen alle Neune treffen und damit dem Team zum Gewinn verhelfen, die letzten Konzertkarten ergattern oder knapp einer Katastrophe entkommen. Allen ist gemein, daß sie für die glücklichen Umstände keine große, meistens überhaupt keine Anstrengung dafür leisten.

Ist dies vielleicht das Geheimnis ihres Glücks? Wissen wir doch von vielen, die sich unendlich für Erfolg, gute Leistung ins Zeug legen, aber das Glück ist ihnen nicht hold, es wird anderen zugeworfen. Haben Sie auch schon die Erfahrung gemacht, daß Sie eine neue Hose kaufen wollten, aber jede, die Sie anprobierten, will nicht richtig gefallen, entweder stimmte die Größe, die Farbe oder der Schnitt nicht. Aber wenn Sie ohne Kaufabsicht durch Geschäfte bummeln, finden Sie genau die Hose, die Ihren Vorstellungen entspricht.

Können wir daraus schließen, je mehr wir etwas wünschen, desto mehr wird die Erfüllung des Wunsches in die weite Ferne geschoben? Fehlt den Nicht-Glückspilzen die Leichtigkeit des Seins? Ist die Unbedarftheit ein oder der Schlüssel zum Erfolg? Bei Kleinkindern kann man das zuweilen beobachten, trotz ihrer Arglosigkeit entgehen sie vielen kleineren oder größeren Mißgeschicken, von den Erwachsenen oft damit tituliert, daß hier ein Schutzengel die Hand im Spiel hatte.

Vergleicht man den anfangs erwähnten Gustav Gans mit Donald Duck, der trotz vieler Pechsträhnen es schafft, sein Leben zu meistern, attestieren wir Gustav Gans eine Unbedarftheit und Donald Duck eine gewiße teils starre Anstrengung, das Gewünschte zu erreichen.

Kann aber auch sein, daß die Autoren und Zeichner dieser Figuren dieselbe Schlußfolgerung zogen. Jedenfalls scheint der Ausspruch: „Glück kann man nicht erzwingen!“, zu stimmen.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Atommüll: Transporte übers Meer tickende Zeitbomben

flickr.com/ Rainer Klute/ (CC BY 2.0)

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Hamburgs rot-grüne Regierung glänzt durch Ignoranz

Seit bald vier Jahrzehnten gibt es gerade hier in Deutschland eine gut durchdacht gewachsene Protestbewegung, was die AKWs anbelangt, hat eine Partei besonders davon profitiert, nachdem die SPD die Beweggründe besorgter Bürger mißachtete, von der anderen Volkspartei, der CDU, mal ganz zu schweigen, nämlich die Grünen.

Inzwischen scheinen jene ihren ursprünglichen Wählerauftrag des öfteren zu vernachlässigen, wie sonst darf man das Verhalten Hamburgs rot-grüner Regierung werten, die durch Ignoranz glänzt. Weder Hamburgs erster Bürgermeister Olaf Scholz noch die Grünen selbst haben bisherig ihr Koalitionsversprechen eingehalten, sich zu bemühen, daß relevante Unternehmen im Wege der Selbstbeschränkung den Umschlag und seeseitigen Transport radioaktiver Stoffe aus Zwecken oder für Zwecke als Kernbrennstoff im und durch den Hamburger Hafen verzichten. Jene Atommülltransporte übers Meer bleiben somit tickende Zeitbomben.

Transporte auf See alles andere als sicher

Was schon auf Schienen, auf der Straße ein großes Risiko darstellt, wenn es um Atommülltransporte geht, gilt leider ebenso für Transporte auf See. Nur hierbei sieht man sie kaum, bemerkt die Bevölkerung nicht die lauernden Gefahren. So wurde der Irrweg vor fünf Jahren eines vollkommen durchgerosteten Containers, der über den Atlantik befördert, danach per Sattelzug quer durch Hamburg rollte, schließlich nach der Fahrt auf der A1 erst in Bremen von der Polizei gestoppt, so daß er nicht bei seinem Endziel, der Uranreicherungsanlage Gronau, eintraf. Die Gefahr nahm man somit billigend in Kauf.

Mehr Transporte radioaktiver Stoffe über Deutschlands Häfen weiterhin wir wohl hinnehmen müssen? Es schaut ganz danach aus, zumal die Politik selbst nach wie vor uneinsichtig sich verhält. Ob die Bremer CDU gegen eine Verbotsklausel klagt, Atommülltransporte per Bremisches Hafenbetriebsgesetz zu untersagen, gar die EU bemüht wird, sich das Recht zu einer solchen Handhabung zu erstreiten, oder Rostock nicht davor zurückschrak, bei ganz gewöhnlichen Passagierfähren vor zwei Jahren 334 Brennelemente zu tranportieren, gar für 68 Tonnen Uran es keinerlei Genehmigung gab. Was interessiert dies skrupellose Firmen und eine stillhaltende Politik, der Bürger wird es schon nicht merken!

Ein breites Bündnis des Widerstandes – wer stoppt den Wahnsinn?

Trotz Tschernobyl, Fukushima, einem halbherzigen Atomausstieg befinden wir uns in latenter Gefahr, weil radioaktiver Müll anfällt, bestimmte Transporte vonnöten sind, immer noch kein Endlager in Sichtweite, Gorleben noch nicht vom Tisch ist, wie man hier nachlesen kann beim Interview mit dem Endlager-Experten Michael Mehnert zur sogenannten Atommüll-Kommission, die alles andere als glaubwürdig.

Das hohle rot-grüne Versprechen verbleibt, läßt sorgenvoll gen Hamburger Hafen blicken. Natürlich besteht Handlungsbedarf in Sachen Widerstand und Proteste, so daß auch im nächsten Jahr Robin Wood zusammen mit anderen Anti-Atom-Initiativen nicht locker lassen werden, die verantwortliche Politik daran zu erinnern, ihren Wählerauftrag und die Regierungsverantwortung ernst zu nehmen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Verantwortung geben wir nicht an der Garderobe ab

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Weil Ehrlichkeit sich letztlich stets durchsetzt

Mit jedem Kreuzchen, das wir bei einer Wahl hinmalen, übertragen wir die Verantwortung an die politisch Gewählten. Arbeiten wir in einem Betrieb, einer Firma als Arbeiter oder Angestellter, hat der Besitzer, Chef die Verantwortung der Leitung. In Familienstrukturen sind die Elternteile die Verantwortlichen, den Kindern die erforderlichen Rückhalte bis zu deren Erwachsensein zu geben.

Das ist natürlich eine grobe Annahme und entspricht nur in etwa den realen Situationen. Warum? Vielleicht, weil Verantwortung der völlig falsche Begriff für die als Beispiel erwähnten obigen Situationen ist.

Der folgende Text ist ein kleines Gedankenspiel.

Verlaufen, deutet darauf hin, daß jemand vom Weg abgekommen ist.

Verrückt hat gleich zwei Bedeutungen, entweder erklärt dieses Wort, daß jemand nicht bei Sinnen ist oder jemand hat Stühle, Tische, Bänke oder was auch immer an einen anderen Platz gestellt.

Versuchen, etwas wurde bereits gefunden und kann geschmacklich getestet werden.

Verbiegen, im Sinne von etwas ursprünglich im geraden Zustand zu krümmen, kann auch bei Menschen angewandt werden.

Verleiten heißt allgemein, jemanden vom „richtigen“ Weg abbringen.

Anhand dieser Beispiele ändern sich die Verben mit der Voranstellung von „ver“ in Gegensätzliches oder in einen komplett anderen Begriff.

Geschieht das nicht auch bei der Verantwortung? Wahrscheinlich, denn bekommen wir wirklich differenzierte Antworten auf sämtliche, um nicht zu sagen alle Fragen? So wird teilweise frech, anstatt einer ehrlichen Antwort, gelogen. Da wir es aber gewohnt sind, schon von klein auf nicht immer korrekte Antworten zu bekommen, denn seien wir ehrlich, wir wußten längst, daß es den Osterhasen nicht gibt, tangieren uns leider die falschen Antworten nicht mehr in dem Maße, um uns dagegen zu stellen. Gewohnheit macht es möglich oder die Mühe des Nachhakens.

Wäre es von Vorteil, den Begriff Verantwortung nicht mehr zu gebrauchen und zu ersetzen mit Beantwortung? Das würde voraussetzen, daß sich der Beantwortende immer mit Ehrlichkeit, auch wenn sie unangenehm ist, äußert.

Dies können aber nur die wenigsten Menschen, deshalb es wohl besser bei dem Wort Verantwortung zu belassen, denn da wissen wir, woran wir sind.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Gewalt an Schulen längst normaler Alltag

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Politiker und Pädagogen müssen sich Versagen vorwerfen lassen

Zäumen wir mal das Pferd ganz bewußt verkehrt herum auf, beginnen mit den Ursachen jenes Phänomens, welches im Grunde gar keines sein sollte: der Gewalt an Schulen. Dort beherrscht sie längst den normalen Alltag, während Direktoren, Lehrer und Schüler nahezu machtlos und somit hilflos ihr gegenüber ausgeliefert sind. Zurecht müssen Politiker und Pädagogen sich Versagen vorwerfen lassen.

Doch bewirkt dies irgend etwas an solchen Zuständen? Zumal die Spirale der Gewalt selbst an Schulen ungeahnte Ausmaße angenommen hat. Die Gesellschaft im Gesamten muß sich fragen lassen, was sie selbst verkehrt gemacht hat, daß Gewalt einen derartigen Raum einnehmen darf!

Leistungsdruck fordert seinen Tribut

Natürlich mag es anspornen, ein gewißes Konkurrenzdenken. Aber wer zieht die Grenze, bestimmt eigentlich, wann es Formen annimmt, die ins Unmenschliche, ins ungerecht Bösartige kippt? Daß genau dies geschieht, kann man leider ganz besonders in der Berufswelt beobachten. Dort beherrschen Mobbing, Bossing, eine permanente Ausgrenzung, Unterdrückungsmechanismen den Alltag, verdeutlicht der Stärkere, der auf der Winner-Seite dem Schwächeren, dem auf der Loser-Seite, was Sache ist, wie Macht sich durchsetzt.

Wie ein roter Faden ziehen sich jene Muster quer durch alle Berufsschichten, passen sich die Betroffenen an, ergreift die Wirtschaft selbst in ihren Chefetagen keine Initiative, um solche Desaster im Kern zu erkennen, zu verbessern. Da nimmt man das Muster in Kauf, benutzt es einfach für eigene Zwecke, ganz dem Glauben verfallen, daß eben jene Hackordnung den Berufsalltag bestimmen solle, jedem die gleiche Chance eingeräumt werde, frei nach dem Motto: der Stärkere, Bessere, Clevere setzt sich schon durch, nütze am Ende den Firmen selbst. Daß dadurch sehr viele Fehler, Unglücke hätten vermieden werden können, daran denken sie nicht im Traum. Warum? Weil solche Erwägungen schlicht unter dem Teppich gekehrt werden. In sofern dürfen wir uns nicht wundern, daß Schulen jene Muster übernehmen, weil die Gesellschaft sie viel zu sehr verinnerlicht hat.

Gewalt an Schulen äußerst kontraproduktiv und schädlich

Was muß noch alles geschehen, bis die Politik endlich ihren Auftrag erkennt und entsprechend handelt? Dabei kann es nur eine übergreifende Erneuerung bedeuten, wobei Bildungsminister mit den Wirtschaftsministern zusammenarbeiten sollten, um einen wirkungsvollen Übergang zu schaffen, das gesamte System selbst überdacht werden muß, weg vom Konkurrenz- und Ellenbogengehabe hin zu einer wirklichen Humangerechtigkeit, wo eben Gewalt komplett verhindert und ausgeschlossen wird.

Es sollte uns alarmieren, wenn im Bekannten-, Verwandten- und Freundeskreis die Schilderungen von Gewaltexzessen an Schulen zunehmen, nicht nur per Bericht wie hier, vielmehr bereits ein Ausmaß an Normalität angenommen hat, welches unverantwortbar. Dabei spielt es keine Rolle, welche Schulform, ob an höheren Schulen oder gar an Grundschulen. Die Gewalt sucht sich stets Ventile des Abreagierens, hinzu kommen die Massen an Flüchtlingen, die erst recht für neuen Zündstoff sorgen werden.

Politik wäre gut beraten, ganz schnell kluge Antworten zu suchen, aufzugreifen und zu finden, bevor die Gesellschaft immer mehr zerfällt. Wobei ebenso Lehrkräfte mitwirken müssen, schon allein im eigenen Interesse. Durch Wegschauen und Ignorieren wird es nicht besser, alle Gesellschaftsschichten sind gefragt, sollten sich mehr engagieren.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Wunder lassen sich ungern betrügerisch anpreisen

flickr.com/ empeiria/ (CC BY 2.0)

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Als Reaktion auf Krawall gebürstet?

Wunder gibt es immer wieder. Vor allen Dingen heutzutage, nicht die Wunder, an die Sie jetzt schätzungsweise denken, an Geschehnisse, die vordergründig nicht mit dem Verstand zu erklären sind, Spontanheilungen etwa, das Überleben eines Flugzeugabsturzes oder einer Naturkatastrophe. Diese Ereignisse benennen wir Wunder, weil wir nicht durch wissenschaftliche Beweise den Ablauf einer scheinbaren aussichtslosen Begebenheit erklären können.

Wunderliche Dinge geschehen derzeit in Bezug auf zwischenmenschliches Zusammenleben, diese sind wunderlich zu nennen, weil hier das Wort Zufall nicht zutreffen kann. Zufälle sind in der Regel Begebenheiten, die ähnlich wie die Wunder nicht vorsehbar geschehen, aber doch sehr oft wissenschaftlich erklärbar sind. Die nachfolgenden Wunder sind zwar nachvollziehbar, doch nicht zufällig. Eher kann man sie als bewußtes Kalkül beschreiben, um anderen zu schaden.

Eines dieser Wunder heißt: auf Krawall gebürstet. In jedweder Gesellschaftsform oder Gemeinschaft kommt es mehr oder weniger zu kleineren oder größeren Konflikten, diese Konflikte werden zurzeit fast ausnahmslos mit Gewalt beendet, das sogenannte Recht des Stärkeren bezieht sich fast immer nur noch auf die körperliche, politische, wirtschaftliche Kraft. Anstatt auf die geistige, mentale Kraft zu setzen, um Konflikte zu entschärfen, wird diese Kraft sehr oft zu manipulativen Zwecken benutzt.

Ein anderes Wunder, das häufig zurzeit aufkommt, ist die „manipulierte“ Überzeugung, alles und jeden über einen Kamm zu scheren, so ist ein Flüchtling ein Flüchtling, ein Amerikaner ein Amerikaner, ein Deutscher ein Deutscher, ein Gutmensch ein Gutmensch, obwohl jeder wissen sollte, mit diesem Schubladenschema berauben wir uns selbst der Vielfalt des Lebens. Selbst ein Gänseblümchen ist nicht gleich ein Gänseblümchen, wer das nicht weiß, sollte vielleicht nochmal zur Schule gehen.

Auf wunderliche Weise erscheinen plötzlich Menschen, die um des Profites Willen Waren verkaufen, deren Namen sie erst kürzlich gehört haben, deren Inhaltsstoffe oder Anwendungsgebiete ansonsten nicht in ihrem bisherigen Dasein eine Rolle gespielt, die sie selbst noch nie genossen haben, sei es äußerlich oder innerlich und schon gar nicht über einen längeren Zeitraum. Zu diesen Verkäufern zählen auch jene, die positive Energie- Mentalberatungen anbieten, ohne selbst nach deren Richtlinien zu leben.

Es gibt Nachahmer in punkto Lügen und Betrügen, die eben genauso in ihrem persönlichen und geschäftlichen Umfeld handeln wie sie der Politik oder der Wirtschaft vorwerfen und lauthals hinausschreien. Sie kehren lieber vor anderer Leute Türen als vor ihren eigenen. Und das oft unter dem Deckmantel der Aufklärung. Sie erinnern an Wandermönche, die durch Dörfer und Städte zogen, um den Untergang der Welt zu prophezeien und jedwedes Laster verdammten, nur um ihren Bauch zu füllen.

Begriffe geistern durch die Presse und Köpfe, die eigentlich eine Selbstverständlichkeit darstellen: Werte, Pazifismus, Patriotismus, Ökonomie und viele mehr. Werte zählen nicht nur bei Einhaltung einer religiösen Vorstellung, sondern auch in der sozialen und wirtschaftlichen Präsenz, ansonsten ist es Betrug. Pazifismus, friedliebend, ist eine der Grundvoraussetzungen jedweder Gesellschaftsform. Patriotismus ist nicht nur die Liebe zum Vaterland, sondern wie im Wort benannt, patros, zum Vater, zur Herkunft, zur näheren Umgebung, sei dies familiär oder landschaftlich. Sind sie sicher, daß ihre oder einer ihrer Vorfahren schon immer diese ihrige Heimat auch deren Herkunft war? Kann sich wirklich jemand wundern, wenn um des Profites Willen schon banalste Grundsätze mißachtet werden, um den Lebensraum zu erhalten, aber die dadurch entstandenen Waren konsumiert?

Haben wir früher nicht genau darauf geachtet, gab es manipulierte Statistiken, gekaufte Aussagen nicht in dem Ausmaß wie heute? Doch, die gab es sehr wohl, egal ob von Privatleuten, Politik, Wirtschaft, ein bewußtes Eingreifen durch Verzerrung mit fiktiven Zahlen oder geschönten Aussagen über ein Produkt oder eine Person gab es auch früher, obwohl jedem, der diese Tricks anwendet, klar sein müßte, irgendwann kommt alles ans Licht. Wundern wir uns über so viele Zufälligkeiten oder fallen uns diese Wunder zu, weil wir nicht achtsam genug durchs Leben gehen?

Heute auch mal auf Krawall gebürstet.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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