BRD im Taumel des Kriegsrausches dem Hegemon folgend

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Satirischer Rückblick…

Wenn schon „Nie mehr Krieg“ auf Skepsis stößt, dann sollten die Bürger dieses Landes sich fragen, wohin solch Taumel des Kriegsrausches dem Hegemon folgend führen mag. Das kann man selbst erahnen. Hat schon sozialer Abbau für genug Mißstand gesorgt, manch einer zahnlos in Deutschland sich präsentiert, verbleiben nur noch einige Albträume?

Wir haben den Bogen raus im Nacheifern dem System gegenüber, manch einer nennt es blinden Gehorsam: Einerseits angeblich offizielle Zahlen von Kriegsfreude gen Syrien hierzulande verkünden, wir es gleichwohl wissen wollen in dieser Umfrage, ob Deutschland sich beteiligen solle.

Überall Gefahren lauern, selbst in dem Glauben, erneuerbaren Energien müssen Greifvögel weichen, die sich trotzig vermehrend in Horsten herumlümmeln? Mensch setzt seine Prioritäten, koste es, was es wolle! Weltweit Säbelrasseln ohne Unterlaß macht ihm wohl Spaß? Schon sind manch Pazifisten in der Zwickmühle, bis hinein ins Bildungssystem, wo unsere Jüngsten den Vorgaben dieses Kriegstreibens ausgesetzt. Kann man für Frieden kämpfen? Man kann nicht nur, man muß letztendlich.

Dies zeigt sich, wenn auch Kunstschaffende sich gegen diese Kriegsstimmung solidarisieren, eine logische Schlußfolgerung friedlich gestimmter Menschen. Lehnen wir uns zurück, widmen uns dem Alltagsleben, wenn Ordnung den Haushalt bestimmt, der Butzemann durch die Wohnung wirbelt? Keine Ablenkung, sondern der Lauf des Lebens vor Ort.

Dennoch Selbstüberschätzung nicht nur ein Trugbild in Märchenbüchern, neuzeitliche Magazine präsentieren „Personen des Jahres“, was zuvor das Spieglein verriet, wer die sein wird im Land, bestimmen solch Blätter im bunten Wald. Und wenn sie nicht gestorben ist, darf sie ihr Unwesen weiterhin treiben. Doch halt, da folgt plötzlich Widerstand, ein Aufruf fordert, Soldaten verweigert den Syrien-Befehl. Nanu, wer wagt den Staatsmächten zu trotzen? Wenn nicht jetzt beherzte Menschen, wann dann?

Oftmals drauf hingewiesen, auch hier auf dieser Seite: Beim Syrien-Krieg die Nerven blank liegen, zu schnell der Kurs gen unkontrollierbare Eskalation hin zum dritten Weltkrieg. Erneut Putin angeblich droht, während Erdoğan man gewähren läßt, dessen Truppen im Irak provozieren. In dieser fatalen Logik die SPD sich bei ihrem Parteitag suhlt, die Gefahr simpelst ausblendet, obwohl sinnige Vorschläge längst unterbreitet.

Endzeitstimmung in einer Welt voller Haß, wo die Liebe auf der Strecke bleibt? Erst recht, wenn das Christkind pubertiert, den Schein nicht duldet, der verlogen die Menschheit blendet? Es liegt an uns selbst, für welchen Weg wir uns entscheiden.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Flüchtlingswellen absehbare Folgeerscheinung?

flickr.com/ Julien Harneis/ (CC BY-SA 2.0)

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Ein Interview mit Volker Seitz

Die Welt rückt nicht nur scheinbar zusammen. Der vor fünf Jahren entstandene Arabische Frühling, der zunächst mit Protesten und Aufständen im Norden Afrikas begann, im Nahen Osten sich schnell fortsetzte, mag auf den ersten Blick mit der zunehmenden Unzufriedenheit in den dortigen Ländern zusammenhängen, der Aussichtslosigkeit wegen Arbeitslosigkeit, Armut und dem Bewußtsein, von Regimen beherrscht zu werden.

Doch die eigentlichen Ursachen haben einen wesentlich tieferen, länger zurückliegenden Ursprung, der sehr viel mit einer verfehlt westlich orientierten Politik zu tun hat. Selbst vor 9/11 gab es genügend Indizien, die jenen Weg zeichneten, die inzwischen absehbaren Flüchtlingswellen nur noch eine Folgeerscheinung darstellen. Allerdings macht es nicht viel Sinn, ständig die Vergangenheit zu analysieren, vielmehr hat die jetzt verantwortliche Politik Lösungen auszuarbeiten und anzubieten, bevor noch mehr Unheil geschieht.

Querdenkende hat den Botschafter und Diplomaten Volker Seitz um dieses Interview hier gebeten, der in seinem Buch „Afrika wird armregiert oder Wie man Afrika wirklich helfen kann“, welches ein Jahr vor dem Arabischen Frühling erschien, bereits ziemlich deutlich die Verfehlungen einer falsch verstandenen und angewandten Entwicklungshilfe in Afrika beschrieb. Daraus gelernt haben die westlichen Industrienationen im Wesentlichen bisherig nicht, die einmal installierte „Entwicklungshilfeindustrie“, wie Volker Seitz sie zurecht titutliert, hat sich verselbständigt.

Lotar Martin Kamm: Wir freuen uns, Ihnen die folgenden Fragen stellen zu dürfen, zumal gerade in den zurückliegenden sechs Jahren nach dem Erscheinen Ihres Buches sich viele Folgeprobleme ergaben. Muß man den Arabischen Frühling als logische Notwendigkeit betrachten, die unweigerlich sich dermaßen heftig vollzog? Entwicklungshilfe eine Folge totaler Mißachtung der dortigen Umstände, auch im Kontext, eine westliche Demokratie zu fordern?

Volker Seitz: Das Buch ist im Herbst 2014 in der siebten Auflage erschienen. Dies hat mir erlaubt, in jeder Neuauflage auf die zahlreichen aktuellen Probleme einzugehen, z.B. Arabischer Frühling, Flüchtlingsproblematik in die EU, Ruf nach Marshallplan, Agrarsubventionen oder zur „Everything but arms“-Zollfreiheitsvereinbarung mit der EU.

BMZ Minister Müller behauptete erst im September 2015 in seinem Heimatblatt „Kreisbote“ aus Kempten: „Die deutsche Entwicklungshilfe ist stets an die Bedingung geknüpft, dass kein Euro in korrupte Kanäle verschwindet. Es werden nur Länder unterstützt, die sich um Rechtsstaatlichkeit bemühen und in denen die Ausbeutung ihrer Ressourcen nicht völlig an der einheimischen Bevölkerung vorbei geschieht.“ Jeder, der sich ein bisschen vor Ort auskennt, weiß, dass dies nicht stimmt.

Auch Herr Müller wird sich eines  Tages fragen lassen müssen, warum sein Ministerium wider besseres Wissen die korrupten alten Männer, die teils jahrzehntelang Macht und Kontrolle über die Bevölkerungen hatten, so lange unterstützt hat. Aber sein Ministerium und die Entwicklungshelfer leben von der „Hilfe“ und haben kein Interesse daran, sich überflüssig zu machen. Entwicklungshilfe ist seit langem zum Geschäft geworden, und die Bereitschaft der Organisationen sich auf absehbare Zeit abzuschaffen, ist  sehr gering. Immer noch wird bei den meisten Projekten überwiegend die Selbstevaluierung praktiziert. Es gibt zu wenig externe Evaluierung, und damit ist den geschönten Beurteilungen Tür und Tor geöffnet. Die Kontrollierten finden immer Wege, damit die Fortführung des Projekts nicht gefährdet wird und es bei entwicklungspolitisch nicht sinnvollen Dauersubventionen bleibt.

In dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International schneiden afrikanische Staaten – mit wenigen Ausnahmen – regelmäßig schlecht ab. Der Organisation zufolge liegt die Hälfte der dreißig korruptesten Staaten in Afrika. Manch einer hat dort geradezu grotesken Reichtum angehäuft. Jährlich wandert ein Viertel des afrikanischen Bruttoinlandsprodukts in private Taschen. OXFAM hat ausgerechnet, dass jährlich etwa 200 Milliarden Dollar Afrika illegal verlassen und damit der Entwicklung fehlen. Die Korruption und der Missbrauch von öffentlichen Geldern stellt eines der größten Hindernisse für die Entwicklung afrikanischer Staaten dar.

Der Volksaufstand in Tunesien könnte eines Tages die Jugend in Afrika beflügeln, sich gegen das Chefpersonal aufzulehnen. Im Gegensatz zum Arabischen Frühling fehlen derzeit aber einige Voraussetzungen: Afrikaner leben vor allem auf dem Land; es gibt nur eine winzige Mittelschicht, noch gibt es breite Debatten über Bürgerrechte. Die Opposition ist schwach organisiert. Schließlich leben in den Ländern meist sehr viele Völker, die sich nicht immer einer gemeinsamen Nation verpflichtet fühlen. In den meisten Staaten Afrikas gibt es eine breite Palette zivilgesellschaftlicher Organisationen, getragen von hoch motivierten, findigen, mutigen, zumeist jungen Leuten. Diese haben keine Angst, den Mächtigen zu widersprechen.

Die Durchschlagskraft dieser Interessenvertretungen ist bis heute aber eher überschaubar geblieben. Ihr Einfluss auf die Machtzentren ist überall gering. Bisher blieb deshalb ein afrikanischer Frühling aus. Weder die Langzeit-Herrscher in Äquatorialguinea, in Angola, in Simbabwe, noch in Kamerun oder Kongo (Brazzaville) mussten gehen. Immerhin, der seit 1987 in Burkina Faso regierende Autokrat Blaise Compaoré wurde 2014 aus dem Amt gespült. Zum Verhängnis wurde Compaoré, dass er seine Dauerherrschaft durch eine Verfassungsänderung zementieren wollte.

Lotar Martin Kamm: Der von Ihnen, aber auch von Dr. Rupert Neudeck, dem Gründer von „Cap Anamur“, der bekanntlich das Vorwort in Ihrem Buch „Afrika wird armregiert“ schrieb, sowie von etlichen anderen ins Leben gerufene „Bonner Aufruf“ im Jahre 2008 beinhaltete in sofern im Nachhinein betrachtet eine gewisse Vorahnung, was geschehen würde, falls die Politik weiterhin die betroffenen Länder und Regionen nicht ausreichend beachtet. Nun steht aber auf der Seite die Antwort von Angus Deaton, welche in der FAZ erschien, in der dieser bei entwicklungsfeindlichen Voraussetzungen vor Ort der Entwicklungshilfe eher eine gewisse Schädlichkeit bescheinigt, sie nichts bringe. Eine Bestätigung der Ausführungen Ihres Buches?

Volker Seitz: Ich habe den britischen Ökonom und Professor für Wirtschaftswissenschaften an der Princeton University, Angus Stewart Deaton schon häufig vor seinem Nobelpreis zitiert: In Afrika gibt es einige Staaten, die zwanzig, vierzig oder achtzig Prozent des Haushalts von der Entwicklungshilfe finanziert bekommen. Gelder in solch hohem Ausmaß beeinflussen das Verhältnis zwischen Regierung und Bevölkerung. Der Gesellschaftsvertrag wird gestört. Ohne ein demokratisches oder wechselwirksames Zusammenspiel von Steuern und Ausgaben kann der Staat nicht funktionieren.

Das Zusammenspiel von Verantwortungs-Übertragung und Rechenschafts-Pflicht, wie es in einer modernen Gesellschaft besteht, wird gestört. Entwicklungshilfe behindert deshalb die Entstehung eines funktionierenden Staates. Die UNO und mit ihr die Entwicklungshilfe-Industrie halten aber an alten Rezepten fest und diskutierten lieber das Spendenaufkommen. So fordern die Vereinten Nationen 0,7 Prozent des BNPs von den reichen Staaten, um Geld für ein neu formuliertes Entwicklungsziel aufzutreiben. Es geht viel zu sehr um uns und viel zu wenig um die Bedürfnisse der Menschen, die die Hilfe bekommen. Das ist in der Tat auch meine Meinung.

Wie ein Land durch bessere Steuerpolitik und ein investitionsfreundliches Klima erfolgreich sein kann, zeigen Ruanda, Botswana und Mauritius. Dort wird ausreichend investiert, es gibt ein gutes Bildungssystem, genug Energie, eine funktionierende Infrastruktur, Rechtssicherheit.

Lotar Martin Kamm: Können wir das überhaupt trennen, die Folgen der Entwicklungshilfe, wenn diese tatsächlich sinnvoll im einen oder anderen Fall gewirkt haben, in anderen Bereichen aber vielmehr der Macht einzelner Kräfte eher dienten, sich zu positionieren, die Menschen erst recht zu unterdrücken?

Volker Seitz: Jedes Land muss seinen eigenen Weg finden, der seinen Gegebenheiten entspricht und auf dem aufbaut, was bereits vorhanden ist. Es gibt kein Land der Welt, in dem Entwicklungshilfe zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum geführt hat. Europa  täte gut daran, sein Verhältnis zu Afrika grundsätzlich zu überdenken. Gleichberechtigte Geschäftsbeziehungen sind sinnvoller als die heutige Form der Entwicklungshilfe. Echte Hilfe zur Selbsthilfe würde beinhalten, dass Entwicklungsländer ihre agrarischen und mineralischen Rohstoffe selbst weiterverarbeiten.

Entwicklungshilfe ist stets gut gemeint, bringt aber leider meist nur wenig. Eine Verringerung der Armut ist in Asien mit einer selbsttragenden wirtschaftlichen Entwicklung gelungen. Klassische Entwicklungshilfe war da nur hinderlich und spielte keine Rolle.

Wir sollten auf Afrikaner wie den südafrikanischen Wirtschaftswissenschaftler Themba Sono hören. Er sagt: „Die afrikanischen Länder haben bisher stets eine Politik der Sammelbüchse betrieben und immer nur gebettelt: mehr Hilfe, mehr Hilfe, mehr Hilfe. Genau das muss sich ändern, kann sich aber nicht ändern, solange die großen Länder selbst die Bedeutung der Entwicklungshilfe betonen.“

Lotar Martin Kamm: Nun befindet sich ja bekanntlich die westliche Allianz zusammen mit ihren NATO-Verbündeten auf fremden Terrain in Syrien, um dort dem Terror des IS Paroli zu bieten, obwohl die Verhältnisse vor Ort alles andere als übersichtlich, obendrein der erklärte Abtrünnige, Russland, Syriens Präsidenten al-Assad zur Hilfe eilt. Eine schier gefährlich- unsichere Einmischung, die gar vom Nahen Osten aus einen Flächenbrand bewirken kann, zumal kürzlich erst Oberstleutnant a.D. Ulrich Scholz via Tagesschau die „Syrien-Tornado-Bundeswehreinsätze als sinnlosen Aktionismus“ titulierte?

Volker Seitz: Ich möchte mich nur zu Afrika äußern. Zuerst sind die afrikanischen Staaten selbst aufgerufen, in ihre Krisenherde im Kampf gegen Terrorismus und Inhumanität einzugreifen. Die USA und europäische Staaten wollen  immer weniger die Konflikte afrikanischer Länder  lösen.  Neben fehlenden Kapazitäten ist besonders der mangelnde politische Wille der meisten afrikanischer Präsidenten problematisch, sich in Konflikten unter dem Dach der Afrikanischen Union (AU) oder der jeweiligen regionalen Wirtschaftsgemeinschaften zu engagieren und Truppen bereitzustellen. Bei der Aufstellung einer multinationalen Truppe blockieren sich Nigeria und Südafrika gegenseitig.

Beide beanspruchen das Oberkommando. Neben dem Souveränitätsverzicht über die eigenen Truppen fürchten nicht wenige Staatslenker, dass sich derartige Missionen auch einmal gegen sie selbst richten könnten. Immer noch blockieren sie deshalb mit unterschiedlichen Vorstellungen und Interessen  die Funktionsfähigkeit der Afrikanischen Friedens- und Sicherheitsarchitektur (APSA). Die Afrikaner müssen vor allem befähigt werden, Krisen selbstständig zu lösen und dabei die Fülle an Konfliktlösungsinstrumenten einzusetzen. 95 Prozent der Einsätze werden extern von Europa oder den USA finanziert. Mehr afrikanische Eigenverantwortung lässt sich so jedenfalls nicht erreichen. Besonders die afrikanischen Länder, die bereits seit Jahren hohe Rohstofferlöse erzielen (z.B. Angola, Nigeria, Äquatorialguinea, Kamerun und mindestens 10 weitere) müssten sich stärker beteiligen.

Lotar Martin Kamm: Die ausgelöste Flüchtlingswelle eine Folge der Instabilität der betroffenen Länder, zumal mit der unsäglichen Ermordung Gaddafis in Libyen dort nicht nur Chaos entstand, sondern obendrein Terrorbanden sich einfanden, aus weiten Teilen Afrikas Schleuserbanden mit profitieren, Flüchtlinge übers Mittelmeer gen Europa zu schiffen. Die EU keine geschlossenen Antworten findet, eine Frau Merkel mit der Bemerkung, „Wir schaffen das“ längst keine Lösungen anbietet? Derweil die USA selbst als Mitverursacher vieler dortiger Brandherde sich verhalten dabei zurückhält?

Volker Seitz: Das Eingreifen in Libyen war  ein fataler Fehler. Es gibt dort keinen Staat mehr. Die meisten Afrikaner kommen mit Hilfe von Schlepperbanden  über Libyen. Und gerade Deutschland wurde zum Magneten für Migranten. Frankreich als Teilnehmer des Krieges gegen das Gaddafi-Regime hat  gerade mal ein paar Tausend Migranten aufgenommen.

Mit großzügiger Arbeitsmigration nach Deutschland werden die Probleme Afrikas nicht gelöst. Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass die deutsche Wirtschaft nach ihnen ruft, wenn sie von dem enormen Potenzial an Arbeitskräften schwärmt. Angesichts der wenigen gesicherten Erkenntnisse über die Qualifikation derer, die hier ein besseres Leben suchen, ist das wenig realistisch. Allein in Nigeria werden jedes Jahr mehr Menschen geboren als in der gesamten EU. Kein Arbeitsmarkt auf der Welt kann solche Mengen auffangen. So sind dort bereits jetzt über die Hälfte der 15- bis 24-Jährigen ohne Arbeit.

Die meisten Migranten aus Afrika kommen ohne akuten Fluchtgrund. Der Unterschied zwischen Asyl und Migration wird verwischt. In der Politik und der veröffentlichten Meinung ist nur noch von Flüchtlingen die Rede, nicht von illegalen Wirtschaftsmigranten. Entwicklungshilfe für Herkunftsstaaten muss deshalb künftig an eine Kooperation bei der Rückführung gekoppelt werden. Andererseits müssen Asylbewerber, deren Leben nachweisbar in ihrer Heimat bedroht ist, sich dabei fest darauf verlassen können, bei uns willkommen zu sein.

Mehrere Äußerungen von Politikern sind dazu angetan, den Zustrom weiter anschwellen zu lassen. Die Moralkeule mit der Aussage, dass es „keine Maximalzahl von Einwanderern gibt“, die Ergriffenheit der „Willkommenskultur“ und der derzeit gepflegte Gleichklang der Politiker und Medien sind eine anfeuernde Botschaft an Migranten auch aus Afrika und verschärfen die Flüchtlingskrise, weil sie sich wie ein Lauffeuer verbreiten. In Afrika weiß jeder Radiohörer (und jedermann hat ein Transistor-Radio): „Wer in Deutschland Asyl beantragt, darf einwandern.“ Über den Migranten zustehenden Rechten wird ausführlich informiert. Auch die Gesundheitskarte mit einer umfassenden kostenfreien Gesundheitsversorgung wird weitere Zehntausende Afrikaner zur Wanderung nach Deutschland ermuntern. Vor allem der deutsche Sozialstaat wirkt als großer Anreiz. Über die hohen deutschen Zuwendungen sind Millionen potentieller Migranten über europäische und afrikanische Medien bestens unterrichtet.

So hat die deutsche Politik durch finanzielle Anreize einen gewaltigen Sog entstehen lassen. Eine Absenkung der deutschen Zuwendungen würde in Afrika aufmerksam registriert. Wie sollen denn in den Herkunftsländern angemessene Zustände hergestellt werden, wenn die Aktivsten und Ausgebildeten das Land verlassen? Wir bilden uns etwas auf unser Gut sein ein, doch die Herkunftsländer bluten aus. Es liegt nichts Gutes darin, wenn wir durch falsche Anreize leichtfertig illegale Migration fördern und die Menschen auf den Schlepperrouten sterben.

Lotar Martin Kamm: Möchten Sie am Ende des Interviews noch etwas zum Thema ergänzen, was Ihnen auf der Seele brennt?

Volker Seitz: Ja, ich möchte noch ein paar Schlussbemerkungen machen: Der Wirtschaftswissenschaftler und Afrikanist Prof. Kappel fordert, „eine pro-aktive“ Politik für Migrationswillige zu erarbeiten. Ein erster Schritt könnte sein, dass Deutschland Signale nach Afrika sendet: Wir nehmen euch auf, aber ihr sollt auch wissen, es werden nicht alle aufgenommen. Über die Botschaften könnten Migranten einen Einwanderungsantrag stellen. Zumindest könnten einige der Migranten klar erkennen, dass die Reise möglicherweise nicht lohnt und sie damit die hohen Kosten des Transfers nach Europa, das in die Taschen der Mafiaorganisationen fließen, sparen.

Auch das geplante italienische Pilotprogramm im Niger ist ein richtiger Ansatz: Rückfahrkarte in die Heimat mit der Hilfe zu einem Neustart. Ebenso könnte flankierend eine gemeinsame europäische Berufsausbildungsinitiative, eine Art Senior Expert Service, eine echte Selbsthilfe an der Basis fördern. Es gibt nach meinen Erfahrungen genug europäische Handwerker im Rentenalter, die gerne ihr Wissen weitergeben würden. Junge Afrikaner brauchen Ausbildung und Berufe, um sie in ihren Ländern zu halten. Wir sollten Afrikanern mehr als bisher eine eigene Leistung zutrauen und sie unterstützen, wenn sie selbst aktiv werden wollen.

Es gibt junge Unternehmer in Afrika mit Kreativität, Enthusiasmus, Pionier- und Unternehmergeist. Es sind hauptsächlich sie, die die Wirtschaft und mit ihr die Entwicklung ihres Landes vorwärtsbringen, oft wohl auch trotz der fehlenden staatlichen Unterstützung in Form von guter Bürokratie und Infrastruktur. Lokales Know-how und umfassende Betreuung, Finanzierung durch Diaspora/staatliche Hilfsorganisationen über mehrere Jahre könnte ein Erfolgsmodell für die Schaffung von Arbeitsplätzen werden. Erfolge werden erst einmal begrenzt sein, und es wird dauern. Zumindest sollte es versucht werden.

Über Länder-Patenschaften könnten einige der Fluchtursachen bekämpft werden. Auch würde sich Europa durch den Fokus auf einzelne Staaten, etwa im Trockengürtel des Sahel, aus dem die meisten afrikanischen Migranten stammen, bei seinen Hilfsaktionen weit weniger als bislang verzetteln. Wir sollten dabei nur Staaten unterstützen, die bereit sind, die eigene Regierungsarbeit und zentrale Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung wie etwa die berufliche Bildung konsequent zu fördern. Lange Jahre ist viel zu wenig ehrlich und konkret darüber debattiert worden. Das rächt sich jetzt bitter.

Der Kontinent braucht dringend Arbeitsplätze.

Die bewohnbare Fläche Afrikas ist so groß wie die der USA, der EU, Indiens, Chinas und Japans, zusammen. Afrika verfügt über 50-70% des fruchtbaren Bodens der Welt. Noch vor 30 Jahren waren die meisten Länder Selbstversorger. Dass sich die ärmsten Länder heute über den Weltmarkt ernähren müssen, ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Politik der Diskriminierung bäuerlicher Landwirtschaft. In nur wenigen Ländern wird die Landwirtschaft gefördert. Die angolanische Volkswirtschaft z.B. ist in allen Bereichen auf Importe angewiesen. Darunter Grundnahrungsmittel wie Reis, Eier, Gemüse (Knoblauch, Zwiebeln, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Tomaten, Kohl, Mais und Maniok) und sogar Früchte (Mango, Bananen und Ananas).

«Landwirtschaft ist aber der beste Motor für nachhaltiges Wachstum und Entwicklung», betont der afrikanische Unternehmer und Stiftungsgründer Mo Ibrahim. «Aber nur zwei Prozent unserer Studenten studieren Agrarwissenschaften», klagt er. Sofern die Agrarflächen sinnvoll genutzt werden, könnten Millionen von Jobs entstehen. Dies sollten wir unterstützen. 

Lotar Martin Kamm: Wir bedanken uns recht herzlich für das ausführliche und aufschlußreiche Interview.

(Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Volker Seitz gehört zum Initiativ-Kreis des „Bonner Aufrufs“ zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“, welches im Herbst 2014 in erweiterter siebter Auflage bei dtv erschienen ist.)

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Wenn das Christkind pubertiert

flickr.com/ rudolf_schuba/ (CC BY 2.0)

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…Weihnachten übers ganze Jahr verteilt?

Bereits ab September verkaufen viele Geschäfte Leckereien, die ansonsten nur zur Weihnachtszeit konsumiert werden. Nach anfänglichen Irritationen in den letzten Jahren ist es inzwischen zur Selbstverständlichkeit geworden, drei Monate vor dem Christfest in eine vorverlegte sinnliche Stimmung gebracht zu werden. Kaum jemand wehrt sich noch gegen diese verfrühte Anpreisung, sogar der neueste Trend für den Christbaumschmuck und all die Dinge, die stilistisch dazugehören, von der Serviette, Tischdecke bis zum Besteck, liegen teilweise schon zum Verkauf in den Geschäften.

Sie hatten noch nicht mal Zeit ihre Badehose, Luftmatratze und den Picknickkorb zu verstauen, schon stapeln sich in der Wohnung die ersten Kerzen, Geschenkbänder, Christbaumschmuck und die auf Vorrat besorgten Gebäcke. Man kann ja nicht wissen, ob bis zum Fest die weihnachtlichen Waren noch zu erhalten sind. Vielleicht ist bis dahin alles ausverkauft und deshalb kann bei Ihnen das weihnachtliche Gedenken an Christi Geburt nicht so Recht mit all der Freude und dem Pomp stattfinden.

Stellen Sie sich den Fauxpas vor, wenn Freunde und Verwandte zu einem unangemeldeten Besuch erscheinen und bei Ihnen keinen neu erworbenen Weihnachtsschmuck vorfinden? Natürlich dürfen Sie auch den Fensterschmuck, gegebenenfalls die Beschmückung ihres Gartens oder sogar der Hausfassade nicht vergessen, diese sollte selbstverständlich auch in neuem Ambiente auf die heiligen Tage neugestaltet sein.

Eine Liste der Adressaten, die pünktlich zum Fest angeschrieben werden müßten, schwebt in Ihren Gedanken nun fast alltäglich mit, da sie nicht wieder den ein oder anderen vergessen wollen, wie schon ein paar Mal geschehen. Falls Sie zu denjenigen gehören, die sich darauf spezialisiert haben, jedes Jahr zu diesem Wiegenfeste das gleiche Festtagsmenü zu kochen, erwartet Sie schon weniger Hektik für ein gutes Gelingen dieser Feierlichkeit.

Sie haben an alles gedacht, auch Ihre Lieben mit dem Duft der selbstgebackenen Lebkuchen verwöhnt, damit die Vorfreude nicht an Spannung verliert, sogar eine Spende an ein Hilfswerk überwiesen, die Geschenke versteckt, denn sie sollen eine Überraschung darstellen, auch wenn einige der Gaben im Vorfeld abgesprochen wurden.

Und nun fällt Weihnachten aus, weil das Christkind nicht mehr bereit ist, für all den Tand und das Gehabe seinen Namen herzugeben. Es ist inzwischen aufgeklärt, befindet sich in der Pubertät und rebelliert offen gegen den Konsumwahn, die verlogenen „Ich denk an dich“ Weihnachtsgrüße, den pompösen überladenen Festtagsschmaus und überhaupt, er ist inzwischen überzeugter Veganer, seinen Geburtstag will er auch nicht mehr mit der Familie feiern, er ist schon mit ein paar Kumpels verabredet.

Sie verstehen die Welt nicht mehr, nachdem er Ihnen erklärt hat, sie sollten lieber übers ganze Jahr verteilt darüber froh sein, daß er geboren wurde, anstatt nur einmal im Jahr an ihn zu denken.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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SPD-Parteitag: Rückgrat verkauft im Namen der Atlantik-Brücke

flickr.com/ Metropolico.org/ (CC BY-SA 2.0)

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Alles beim Alten oder wieso ehemalige Sozen nichts bewirken

Mit dem American Dream lebt es sich wesentlich sorgloser und befreiter, zumal die US-Streitkräfte, die Kaderschmiede der NATO, unbehelligt weltweit ihr Unwesen treiben dürfen, vollkommen egal ob per UN-Mandat gedeckelt oder nicht. Kein Wunder, daß der 51. Bundesstaat, das ist die BRD, die sich stets den USA anbiedert, ebenso beim Syrien-Krieg, trotz Widerständen in der deutschen Bevölkerung, nunmehr mitmischen wird.

Während der Alt-Kanzler Gerhard Schröder, ganz linientreu, sich beim Beginn des SPD-Parteitags heute hinter der Entscheidung des Syrien-Einsatzes der Bundeswehr stellte, Sigmar Gabriel gar mit dem kürzlich verstorbenen fünften Bundeskanzler Helmut Schmidt verglich, der Außenminister die Abtrünnigen rügte, kann man das Gefühl nicht loswerden, daß die Sozialdemokraten ihr Rückgrat im Namen der Atlantik-Brücke verkaufen. In sofern alles beim Alten, sowieso spätestens die SPD diese Haltung beim NATO-Jugoslawien-Einsatz unter der rot-grünen Regierungskoalition unter Beweis stellte.

Eine SPD entwickelt sich zum Reserverad der CDU

Einzigste Partei im Deutschen Bundestag, die auf ganzer Linie Kriegseinsätze konsequent ablehnt: die Linke. Doch nochmals zurück zur Haltung der Sozialdemokraten. Ihre parteipolitische Entwicklung war im Grunde genommen bereits direkt nach der Guillaume-Affäre und dem Ende der Ära Willy Brandt vorgezeichnet, als der Hardliner und US-Befürworter, Helmut Schmidt, ganz im Sinne zur Freundschaft mit Henry Kissinger, den Kanzlerstuhl erklommen hatte.

Von da ab war ein Zusammenschluß in einer Großen Koalition mit der CDU nur noch eine Frage der Zeit, selbst wenn hierbei es noch über zwei Jahrzehnte dauerte. Politische Weichenstellungen überbrücken ganz lässig zwischenzeitliche Konstellationen, zumal der „Dicke“ ohnehin nicht viel bewegte im Sinne der Bundesbürger, außer den Sozialstaat immer weiter auszuhöhlen, Konzerne zu hofieren und den Mittelstand zu mißachten.

Das kurze Intermezzo des siebten Kanzlers war ohnehin abzusehen, der außer dem Nein zum Irak-Krieg nicht glänzen konnte, gar den Niedriglohnsektor und die Hartz-Gesetze den Menschen zumutete. Was einmal per Gesetz ins Leben gerufen, möge die Bürger in Schach halten, einen Puffer schaffen zwischen gutbezahlten Arbeitsplätzen und Billiglohnjobs, die zahlreich anwachsend jede Statistik verfälschen, Hauptsache der kleine Mann glaubt an das angebliche Wirtschaftswunder, an die Kompetenz einer CDU-regierten Macht.

Die Folgen sollten sich längst herumgesprochen haben. Politikverdrossenheit nimmt ihren Lauf, wie die rückläufigen Wahlbeteiligungen landauf landab erkennen lassen, die sogenannten Volksparteien verlieren Stimmen, vorneweg die SPD, die sich den 20 Prozent nähert, wobei parallel eine Protestpartei wie die AfD das rechte Spektrum bedient, welches die CDU/CSU zugunsten der SPD-Nähe vernachlässigte. Parteipolitische Lösungen fürs Volk? Mitnichten, das innenpolitische Gezeter geht weiter, außenpolitisch läßt man sich ohnehin gängeln.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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Bundeswehr-Kriegseinsatz: Soldaten, verweigert den Syrien-Befehl

flickr.com/ Bomberpilot/ (CC BY-SA 2.0)

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Wer seinem Land treu dient, sagt NEIN

Gerne kommt auch Querdenkende dem Aufruf von Uli Gellermann nach, den man auf seiner Plattform für Nachdenker und Vorläufer „RATIONALGALERIE“ nachlesen kann. Hier der uns zugesandte Aufruf:

An die Soldaten des Syrien-Kommandos

»Ich schwöre, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen, so wahr mir Gott helfe.«

(Gelöbnis der Bundeswehr)

Soldaten: Verweigert den Syrien-Befehl!

Wer seinem Land treu dient, sagt NEIN

Ihr habt geschworen, der Bundesrepublik treu zu dienen. Jetzt will man Euch in einen Krieg senden, der diesem Schwur widerspricht. Das gilt für die kämpfenden Einheiten ebenso wie für die nachgeordneten Dienste.

Dieses Kommando widerspricht jeder Vernunft, jeder militärischen Einsicht und allen Gesetzen, die Euren Dienst betreffen.

Euer Einsatz wird von der Regierung mit der »Verhütung und Unterbindung terroristischer Handlungen« begründet. Ihr wisst, dass Euer Kommando in Afghanistan die gleiche Begründung hatte. Und Ihr wisst auch, dass nach 14 Jahren dieses Auslandseinsatzes der Terror nicht geringer, sondern nur mehr geworden ist.

Auch der von den USA geführte Krieg im Irak wurde mit der Terror-Bekämpfung begründet und hatte doch nur mehr Terror und Terroristen zur Folge.

Euer Schwur mahnt Euch zur Verteidigung unseres Landes. So wie auch das Grundgesetz im Artikel 87 a Euch nur zur Verteidigung verpflichtet. Was auch immer erzählt wird: Es gibt kein UNO–Mandat für den Einsatz in Syrien.

Hat die syrische Regierung der Bundesrepublik Deutschland den Krieg erklärt? Sind syrische Truppen auf dem Weg zu unseren Grenzen? Nein. Und doch sollt Ihr Euch in diesem Land an einem Krieg beteiligen.

Klar und deutlich sagt der Artikel 26 des Grundgesetzes unserer Republik: »Handlungen, die geeignet sind und in der Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenleben der Völker zu stören, insbesondere die Führung eines Angriffskrieges vorzubereiten, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen.« Wer dem Syrienkommando Folge leistet greift einen souveränen Staat an. Der nimmt an einem Angriffskrieg teil.

Das ist strafbar.

Außerdem sollt Ihr Euch an »vorsätzlichen Angriffen auf die Zivilbevölkerung« Syriens beteiligen. Denn wie jeder weiß sind Luftangriffe gegen Terroristen nie ausschließlich auf militärische Ziele zu begrenzen. Immer sind zivile Opfer zu beklagen. Der Internationale Strafgerichtshof bezeichnet solche Einsätze als Kriegsverbrechen und stellt sie unter Strafe.

Ausdrücklich sagt das Soldatengesetz in seinem § 11, dass ein Befehl nicht befolgt werden darf, wenn dadurch eine Straftat begangen würde.

Soldaten!

Macht Euch nicht strafbar. Verteidigt die Grundrechte unseres Landes. Verweigert Euch diesem unsinnigen, verbrecherischen Einsatz in Syrien. Dient unserem Land und sagt NEIN.

Uli Gellermann

Gefreiter der Reserve

Raketenartilleriebataillon 12

An alle Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, an alle Verwandten der Soldaten, an ihre Freunde und Bekannten: Gebt der Truppe diesen Aufruf, helft Verbrechen zu verhindern, setzt unser gutes Recht durch.

An alle Medien auch und gerade im Internet, an alle Blogs und Sites: Verbreitet diesen Aufruf.

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Spieglein an der Wand, wer ist die Person des Jahres in diesem Land?

flickr.com/ Abode of Chaos/ (CC BY 2.0)

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TIME – willkommen im Märchenland

Sie haben sich vor Tagen bereits die Karten für den neuesten Film ergattert, in dem Ihr/e Lieblingsschauspieler/in die Hauptrolle spielt, zudem sind Sie gespannt auf die Umsetzung durch den Handlungsablauf, da Sie das Thema besonders interessiert.

Sie haben mit dem Kauf der Karten gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen, da Sie die Gelegenheit genutzt, Ihre Freunde zu diesem Kinobesuch angefragt haben und einige mit Ihnen jetzt bequem in den Kinosesseln auf den Anfang des Films warten. Ihre Stimmung ist ausgelassen, sie sind eingedeckt mit den obligatorischen Kinoleckereien und Getränken, zudem freuen sie sich auf das gemeinsame Essen und Plaudern nach Ende des Films.

Durch die Abfolge der Werbung und die Vorschauen auf Filme, die demnächst in diesem Kino vorgespielt oder bereits laufen, sind Sie ein wenig abgeschweift, leicht träumerisch in Gedankenzusammenschnitte versunken, doch jetzt, jetzt beginnt Ihr mit Spannung erwarteter Film. Vor Freude sind Sie ein wenig unruhig, verfolgen aber trotzdem mit Neugier die anlaufenden Filmminuten, Sie erkennen natürlich die Schauspieler, auch einzelne Szenenplätze mit ihrem Szenenablauf sind Ihnen bekannt, durch den Filmtrailer, den Sie natürlich angesehen hatten.

Etwas irritiert bemerken Sie, daß die Handlungsabfolge des Films, der Themenstrang und die Gesprächsinhalte der einzelnen Charaktere nicht mit dem beworbenen Filmthema übereinstimmen, zunehmend sogar eine völlig gegensätzliche Darstellung der Aussagen überhand nimmt und registrieren zunächst als Gefühl, dann mit Gewißheit, Sie sitzen im falschen Film!

Wie kann, warum kann, wer kann und vor allen Dingen, mit welchen Zweckgedanken im Hintergrund wird eine Person derart in den Fokus des Weltgeschehens gestellt, zudem noch mit Begriffen drapiert, die mehr als nur eine Frage unbeantwortet lassen? Frau Merkel als „Kanzlerin der freien Welt“ mit Werten wie Moral, Menschlichkeit, Güte, Toleranz, ihren Einsatz gegen Opportunismus zu umfloren und zudem ihr zu bescheinigen, daß sie „ein Anführer ist in dem Prozeß, eine alte und quälende nationale Identität abzulegen“?

Wer kann hier noch behaupten, den richtigen Film zu sehen? Bleibt vielleicht nur noch der Trost, daß sie direkt vor dem IS-Führer al-Baghdadi und Donald Trump in dieser Nominierungsliste aufgeführt wird.

Welch befremdliche Aussagen von „TIME“ und dazu das schauderhafte mit zu viel weiß gestaltete Portrait auf dem Titelbild, die Essenz aus der Geschicht, trau keinem Spiegel nicht, und vor allen Dingen verlaß dich nie auf bewerbende Reklame, wenn sie von Gegenwartsgeschichte handelt.

Ihre

Doris Mock-Kamm

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Syrien-Krieg: Putin droht angeblich – türkische Truppen im Irak

flickr.com/ DonkeyHotey/ (CC BY-SA 2.0)

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Fortsetzung der Destabilisierung des Nahen Ostens

Nachdem der Syrien-Gipfel in Wien zunächst dem Anschein nach Hoffnung auf eine baldige Befriedung des seit vier Jahren tobenden Krieges in Syrien gab, hat ausgerechnet die BRD mit ihrer Zusage und der eiligst beschlossenen Entscheidung, die Bundeswehr per Tornados aktiv zu beteiligen, ziemlich deutlich aufgezeigt, wohin die eigentliche Reise geht: die Fortsetzung der Destabilisierung des Nahen Ostens.

Widersprüchlicher kann die verantwortliche Politik kaummehr agieren, wobei sich erneut zeigt, in wie weit alle westlichen Bündnispartner sich von den USA instrumentalisieren lassen, diese den Weg bestimmen. Hinzu kommt das anhaltende Verhalten der Systemmedien, die gleichwohl den Presseagenturen folge leisten. Zunächst droht demnach angeblich Putin erneut, während Erdoğan nichts besseres im Sinn hat, als türkische Truppen im Irak einmarschieren zu lassen.

Associated Press gänzlich der US-amerikanischen Propaganda verfallen?

Die Nachrichten- und Presseagentur AP (Associated Press), mit Hauptsitz in New York, ließ nachfolgendes verlautbaren, was man sowohl in der Welt als auch bei N24 nachlesen konnte. Während letztere mit der Überschrift „Putins atomare Drohgebärde“ direkt mit der Tür ins Haus fällt, erscheint bei Google-News der Hinweis zum Welt-Artikel: „Marschflugkörper: Russland droht mit Möglichkeiten atomarer Waffen“, mit Klick auf den Link man zu Welt weitergeleitet wird, dort die Überschrift: Russland schießt Marschflugkörper von U-Boot ab zu lesen ist.

Die AP in etwa gänzlich der US-amerikanischen Propaganda verfallen? Dem Eindruck kann man sich kaum entziehen, zumal gerade Wladimir Putin stets betonte, den Syrien-Krieg nicht unnötig weiter zu forcieren, obendrein viel später als die USA selbst dort mit der Luftwaffe eingriff.

Erdoğans zwiespältige Politik alles andere als friedlich

Das bekam die Russische Föderation mit dem Abschuß einer SU-24 durch türkische Militärs mittels eines F-16 Jägers über Syrien deutlich zu spüren. Anstatt sich an den Vorgaben der NATO-Bündnispartner zu halten, versucht der türkische Präsident per Alleingänge sich im Großraum des Nahen Ostens zu beweisen, seinem „Größenwahn“ gerecht zu werden.

Wollen daher türkische Truppen im Nordirak etwa „Verluste in Richtung Syrien wettmachen“, wie Sputniknews hinterfragt? Da locken wohl große Ölvorkommen in der Provinz Ninawa, im Nord-Westen Iraks? Erdoğan sieht sich im Recht, weil nach dem Ende des Ersten Weltkriegs der Türkei damals jene Provinz genommen und Irak sie erhielt, wie Stanislaw Iwanow betonte.

Welch fadenscheinige Argumente, die in das Weltbild Erdoğans passen, aber entscheidend seine zwiespältige Politik mit dazu beiträgt, den Nahen Osten und so auch Syrien immer mehr zu destabilisieren. Andererseits muß man sich dennoch wundern, daß der US-amerikanische Einfluß vordergründig nicht bis nach Ankara reicht. Läßt man diesen türkischen Präsidenten gewähren, zumal nunmehr gar die türkisch-russischen Beziehungen auf diese Weise einen Tiefpunkt erlangten, die genau so erwünscht? Spekulationen führen nicht wirklich weiter, aber so abwegig scheinen sie nicht, zumal der Westen, die Türkei, Saudi-Arabien und besonders die USA al-Assad fallen sehen wollen, um sich Syrien einzuverleiben, Iran dadurch empfindlich zu schwächen.

Ihr

Lotar Martin Kamm

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