Gott verzeiht Sünden am See

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Dienstagnachmittag,
drei bis fünf Uhr,
beichten, das erste Mal,
was sag ich nur,
welche Sünden,
mir fielen keine ein,
gestritten mit Schwester,
mach ich immer,
das soll verboten sein,
nicht gehorcht auf Mutter,
ich hatte doch keine Zeit,
wollte zum Spielen mit Marie,
dem Vater Widerworte gegeben,
er war aber selbst schuld,
ich wehr mich nur,
Böses sei Sünde,
aber Gott verzeiht,
sagt der Pfarrer,
böse bin ich nicht,
was sag ich nur,
Horst, Thea, Ludwig,
Lioba, Susi, Karen
sitzen gebückt in den Bänken,
der Lebrecht ist drin,
schon lang,
kann ich vor dir,
soll noch Mutter helfen,
Lioba nickte,
sie kann nicht anders,
sie ist immer lieb,
Lebrecht grinst, setzt sich,
Hände gefaltet vor dem Kopf,
murmelt oder singt der etwa,
wer ist dran, du flüsterst Lioba,
was sag ich nur,
es riecht nach dunkler Muffigkeit,
ich bin ganz still,
du kannst jetzt beichten,
habe meine Schuhe nicht geputzt,
habe dem Lehrer gesagt,
ich hätte verschlafen,
in Wirklichkeit war beim Bäcker,
mußte lange warten,
die Frau Steffen hat viel geredet,
habe meiner Schwester ihren Stift
ausprobiert, jetzt ist er kaputt,
sie denkt, sie hätte ihn verloren,
was sag ich nur,
mehr weiß ich nicht,
der Pfarrer wartet, ich auch,
bete drei Vaterunser, liebes Kind,
das bin ich,
Lioba du kannst jetzt zu ihm,
vergib uns unsere Schuld,
dein Reich komme, in Ewigkeit,
Lebrecht ist nicht mehr da,
Horst, Karen und Susi quatschen,
Ludwig kaut wieder mal Kaugummi,
Thea zwickt mich, war‘s schlimm,
da drin riecht’s, stinkt‘s, sagte ich,
mußte die Nase zuhalten,
sonst war‘s klasse,
du siehst den Pfarrer gar nicht,
der sitzt hinter einem kleinen Gitter,
hat liebes Kind zu mir gesagt,
was sag ich nur,
ich geh jetzt, muß Daheim noch helfen,
Lebrecht hockt vor der Kirche
auf den Stufen und grinst,
ich geh runter zum See, kommst mit,
ja, hab eh nichts anderes vor.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Bauernopfer stets Willkommen

Warum ausgerechnet Laschet antreten darf

In der Politik geschieht rein gar nichts zufällig, vielmehr steckt stets gezieltes Kalkül dahinter, wobei das Volk natürlich keine Kenntnis davon haben soll, eher ihm Sand in die Augen gestreut wird. Das bewährt sich bereits seit eh und je, gilt insofern auch für Deutschland mitten im Herzen Europas, wo in Kürze die Bundestagswahl ansteht.

Im Frühjahr dieses Jahres schaute es für die Union mitnichten gut aus, eine Annalena Baerbock wurde als Kanzlerkandidatin für die Grünen nominiert, Armin Laschet darf nach anfänglich chaotischem Hin und Her zwischen ihm und Markus Söder als potentieller Kanzlerkandidat der Union sein Glück versuchen, während Olaf Scholz zunächst als chancenlos gilt.

Die anderen drei Parteien im Deutschen Bundestag ernennen keine Kandidaten, so daß die Ausgangslage eigentlich gut überschaubar sein müßte. Wie erwähnt, die Union hinkte im Frühjahr bei den Prognosen den Grünen hinterher, die Medien überschlugen sich ob der Möglichkeit, daß nach der Ära Merkel erneut eine Kanzlerin die Geschicke des Landes leiten dürfe.

Der Hype hielt nur nicht lange. Von Zufall kann überhaupt keine Rede sein, sondern das Gesetz der Herrenriege bestimmt den weiteren Verlauf im politischen Geschehen. Wurde Helmut Kohl doch nach 16 Jahren Kanzlerzeit von Gerhard Schröder abgelöst, meinten die vermeintlichen Wähler des Sozialdemokraten, er würde für längere Zeit regieren, setzte die Vertrauensfrage ihm ein jähes Ende. Gezielte Absicht geglückt, Angela Merkel durfte übernehmen.

Erneut vergingen nunmehr 16 Jahre, nur mit dem Unterschied, daß weder die Sozialdemokraten noch die Grünen als Kanzler in Frage kommen. Da paßt doch ein Armin Laschet in die Rolle des Bauernopfers. In anderen Worten, dessen Amtszeit kann gleichwohl nicht lange währen, von den halbherzigen Wahlversprechen mal ganz zu schweigen. Weder wird die Union den Klimawandel beherzt ernst nehmen, noch soziale Belange oder das Chaos der Flüchtlingswellen ordnen.

Einziger Wermutstropfen, die Nazis werden zur nächsten Bundestagswahl 2025 in der Versenkung verschwinden, weil die Fehler der Union unbedingt den Grünen zuspielen. Alles andere steht in den Sternen möglicher oder unmöglicher Ereignisse.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Der politische Witz

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Bequemes System

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Womöglich,
es wäre möglich,
sind wir falsch integriert,
Computer sind auch oft falsch programmiert,
ein falscher Knopf gedrückt,
vor einer falschen Macht gebückt,
und schon, ein Desaster,
für böse Zungen gibt’s kein Pflaster,
Angst und Schrecken lähmen,
die Pillen um Wesen zu zähmen,
irgendwann für gut befunden,
um ein Ego zu gesunden,
damit eine Meinung vorherrscht,
die selbst den Notruf beherrscht,
kein Wenn und Aber
und schon kein Gelaber,
ein Wort, ein Mann, ein Wille,
welch salbungsvolle Stille
so ein Aggressor verbreitet,
dieser Frieden Seelen ausweidet,
seitdem ist jedes Gefühl verpönt,
falls es der Liebe frönt,
will der Geist die Herzen heilen,
will Wissen verteilen,
wird ihm befohlen,
ganz unverhohlen,
bei seinen Leisten zu bleiben
er solle seine Zeit mit Mumpitz vertreiben,
die Menschen bräuchten Heiterkeit,
um zu heilen ihr Leid,
zudem funktioniere das System,
schließlich ist es herrlich bequem,
angewandt seit Jahrmillionen,
da kann es sich nicht lohnen,
die Seele mit Gewissen zu bewohnen,
der Fehler, wem diese Regel nicht gefällt,
Menschen mit Vorstellungen quält,
die ein Zusammenleben erleichtern,
Altbewährtes mit neuen Ideen zuzukleistern,
liege nicht an Kriegen, Gräueltaten,
sondern sei der Menschen Lebenssinn verraten,
der lautet, Ordnung, Pflicht sind Normalität,
alles andere ist schlicht Absurdität,
wo kein Herrscherwahn vorliegt,
dieser Mensch hat keinen Lebenswillen abgekriegt.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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EM-Titel verpasst

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Ausreden schnell parat,
der Ball rollt schwer,
es riecht nach Verrat,
weil der Kopf so leer.

Im Fußball zählen Ideen,
Schnelligkeit und Kondition.
Davon war nicht viel zu sehen,
es hilft kaum ein beleidigter Ton.

Manchmal den Fokus lenken
von handzahm zu Kampfesgeist,
Im Wimbley-Stadion Fahnen schwenken,
die Deutschen bald abgereist.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Joe Bidens Einfluss scheitert oftmals an US-Senator Joe Manchin

Eine Laus im Pelz der Demokraten

Ein Vergleich zum Problem der Grünen mit einem Boris Palmer hinkt keineswegs. Was beflügelt Politiker, die eigene Partei in Mißkredit zu bringen? Machtgehabe, Narzißmus im Reigen verfehlter Ansichten wie sie bei den Demokraten gar nicht passen, er womöglich bei den Republikanern besser aufgehoben wäre?

Bastian Brauns Artikel in T-Online befaßt sich ausführlich mit dem US-Senator Joe Manchin, dem Mann, der die Präsidentschaft von Joe Biden zerstören könnte. Zweifel sind dennoch angebracht, es wäre ziemlich fatal, wenn ein einzelner Senator dermaßen viel Macht auskosten dürfte. Trotzdem mag jener Mann nicht nur eine Reizfigur in den Reihen der Demokraten sein, sondern obendrein im Grunde einem Donald Trump dazu verhelfen, wieder besser Fuß zu fassen.

Jemand, der Trumps protektionistische Politik lobt

Wie Michael Kruse in der US-amerikanischen Zeitung Politico in dessen ausführlichen Artikel Manchin in the Middle vor vier Jahren mal beschrieben hat. Jene Treffen mit Donald Trump verdeutlichen einmal mehr, aus welchem Holz dieser Joe Manchin geschnitzt ist. Ob die Demokraten ähnlich wie hierzulande im Fall Palmer oder Sarrazin über ein Parteiausschlußverfahren gegen ihn gegrübelt haben? Das sollte man nicht von der Hand weisen.

Wer bereits mit Barack Obama damals auf Kriegsfuß stand, wird sich bei einem Joe Biden ganz ähnlich verhalten. So geschieht das, was viele längst befürchtet haben. Joe Manchin, die Haßfigur der Demokraten, macht dem 46. US-Präsidenten das Leben schwer. Zum viel größeren Nachteil etlicher Menschen im Land, schließlich könnten durch ihn milliardenschwere Investitionen bei der Infrastruktur genauso scheitern wie der Klimaschutz oder schärfere Waffengesetze.

Die Rolle der „Lame Duck“ steht Joe Biden so gar nicht

Zumal er sowohl während des Wahlkampfs als auch in seinen ersten Reden und Beschlüssen ziemlich selbstsicher auftrat, dem Volk und der Welt versicherte, den Schaden, den sein Vorgänger angerichtet hatte, möglichst zügig zu beseitigen. Doch mit einem Joe Manchin im Hintergrund wirkt das für Joe Biden als enormer Bremsklotz, der in der Tat ihm das Leben als US-Präsident schwer macht.

Donald Trump frohlockt längst, weil ihm ein Joe Manchin von großem Nutze ist. Nicht zufällig trafen die beiden sich noch während dessen Amtszeit. Insofern muß man mit Fug und Recht den Demokraten bescheinigen, daß sie eine gefährliche Laus in den eigenen Reihen haben. Bedauerlich in jeder Hinsicht.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Erstaunlich oder so ähnlich

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Nun, erstaunlich,
so ähnlich dachte ich neulich,
die Sonne blickt blind auf ihr Bestrahltes,
mittels Schatten, die Form, sie erahnt es.

Nun, erstaunlich,
so ähnlich dachte ich neulich,
die Sonne scheint es nicht zu stören,
vermutlich kann eine Form sie bereits betören.

Nun erstaunlich,
so ähnlich dachte ich neulich,
die Sonne erwärmt sich für Schattengestalten,
von ihr werde ich nie für ein schwarzes Schaf gehalten.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Einfach mal den Spieß umdrehen

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Wie neugierige Beobachter selbst zum Opfer werden

In diesem Kontext sei die Rede von der Spezies Mensch, die es nicht lassen kann mit ihrer enormen Erwartungshaltung, mitnichten vereinsamt in den Weiten des Kosmos zu verweilen, sondern viel eher voller Tatendurst sämtliche Register zieht, um auf sich aufmerksam zu machen, nach möglichen anderen hochentwickelten Spezies Ausschau zu halten.

Wer kennt nicht die abenteuerlichen Science-Fiction Romane oder gar Filme ob irgendwelchen Begegnungen mit Alliens, die hauptsächlich auf unserem Blauen Planeten erscheinen, Kontakt aufnehmen? Des Öfteren mit eventuellen aggressiven Hintergedanken, die jene Außerirdischen gegen uns hegen sollen, ganze Schlachten geschehen, um die Menschheit zu retten? Heldenhafte Stories sorgen für genügend Spannung.

Tatsächlich sucht Mensch schon länger im All per riesigen Teleskopen, sendet Radiosignale. Vielleicht möge da draußen Leben sein, welches wir entdecken. Doch wie schaut es aus, wenn exakt der umgekehrte Fall eintritt? Außerirdische könnten die Erde sehen, wie die Stuttgarter Zeitung jüngst kommentierte. Wie blauäugig muß Mensch sein, dies tatsächlich nicht in Erwägung gezogen zu haben?

Natürlich dürften im Kosmos etliche Spezies verweilen, die durchaus uns längst ausgemacht haben, beobachten, viel eher ohne daß wir davon etwas bemerken. Manchmal wundern wir uns ob irgendwelcher merkwürdigen Flugobjekte, die teilweise in extremer Geschwindigkeit genauso schnell verschwinden, wie sie aus dem Nichts plötzlich auftauchen. Von der Hand zu weisen, sind solche Berichte keinesfalls, selbst wenn gern behauptet wird, es handle sich um Hirngespinste. Davon kann keine Rede sein. Selbstverständlich gibt es überall Trittbrettfahrer, Wichtigtuer, die gern mal ausschmückend übertreiben, hinzudichten.

Aber mit gesundem Menschenverstand kommt man schnell dahinter, die arrogannte Jacke der Selbstüberschätzung abzustreifen, Mensch sei im unendlichen Kosmos die alleinige intilligente Spezies. Das wäre nicht nur vermessen, sondern hochgradig naiv. Das Gegenteil wird höchstwahrscheinlich zutreffen. Doch warum haben Außerirdische noch keinen Kontakt mit uns aufgenommen? Und vor allem, ist dem tatsächlich so? Man muß viel eher vermuten, daß es längst zu Kontakten gekommen ist. Nur soll das eben nicht jeder wissen, ob zum Selbstschutz oder aus anderen Machtgründen, bleibt mal dahingestellt.

Vielleicht gilt ja doch, America First erst recht bei UFOs? So abwegig mag dies wohl nicht sein. Ein kurzer Blick zu Hochkulturen zurück in die Vergangenheit läßt erahnen, welch Rätsel noch ungelöst auf uns warten. Seien wir allesamt offen für unterschiedliche Sichtweisen, versperren uns nicht, selbst wenn manches merkwürdig erscheinen mag.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Ungeklärtes

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