Gespürt

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Berührt
von Worten,
eingeschnürt
das Herz,
die Seele
fast zerdrückt,
die Adern
zugedrückt,
kein Atem
entweicht,
das Gesicht
erbleicht,
berührt,
gespürt
das Leid,
das verweilt,
auf dieser Erde,
als wäre
es sein Erbe,
das ständig strebe,
allem Leben
sein Leid zu geben.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Alles beim Alten

Deutsche Gründlichkeit,
es ist mal wieder soweit.
Einfach die Union wählen,
auf die kann man zählen.
Grünes Gesocks abstrafen,
bequem weiterschlafen.
Was interessiert das Klima,
mit Laschet wird’s prima.
Das weiß doch längst jeder,
die Baerbock will uns ans Leder.
Den Liberalen wird vergeben,
so sei es jetzt eben.
Hauptsache Schwarz-gelb regiert,
alles beim Alten, nichts passiert.
Konservative Werte hochhalten,
mögen erneut schalten und walten.
Soziale Nöte und Umwelt völlig egal,
wenn das Bier dabei wird nicht schal.
Im Herbst läuft’s darauf hinaus,
endlich wieder ein Herr im Haus.
So fügt sich solch Wählerwillen,
gegen Dummheit gibt’s keine Pillen.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Corona-Pandemie: Regelunterricht und Aufhebung der Maskenpflicht

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Grobfahrlässige Entscheidung der Politik

Kennen wir doch, den Spruch, denn sie wissen nicht, was sie tun. Trotz all der vielen „Expertenrunden“ in Talkshows, in den Social Media, vor allem angesichts der Todeszahl auch hierzulande wird einfach deren Tragweite nonchalant ausgeblendet. Und dies trotz der eher beunruhigenden Meldung, Delta ist eine Superspreader-Variante.

Wo verbleiben Herr Söder und Frau Merkel nunmehr? Wegducken angesichts eines Bundestagswahlkampfes, der eventuell wichtiger ist als das Leben von Schülern und deren Angehörigen? Wie sonst soll man jene Ignoranz werten, daß Schüler einfach ohne Maske seit 21. Juni wieder dem Regelunterunterricht folgen sollen, als ob es kein Corona-Virus mehr geben würde. Doch genau das lauert schon!

Nach der dritten Welle eine vierte mit verheerenden Folgen?

Exakt darauf steuern wir zu, falls jene Mißachtung anhalten wird. Haben jene Corona-Leugner nebst den Nazis etwa ganze Arbeit geleistet, daß Politik jetzt dermaßen leichtsinnig handelt? Wer nur auf die augenblicklichen Werte starrt, ohne ein bißchen weiterzudenken, hat wohl die Gefahr dieser Pandemie überhaupt nicht erkannt.

Schon warnen etliche Virologen eindringlich, die Delta-Variante wirklich ernst zu nehmen.  Das scheint in den Köpfen verantwortlicher Politik nicht angekommen zu sein, sonst wäre längst wieder Home-Schooling präsent, zumindest die Maskenpflicht nicht aufgehoben worden. Eine vierte Welle steuert unweigerlich auf uns zu, zumal durch Reisende in der Urlaubszeit dies erst recht für genügend Ansteckung sorgt.

Im Herbst wird abgerechnet in der Bundestagwahl

Genau dies sollten sich die Wähler vergegenwärtigen. Die Parteien, die heuchlerisch gestern noch meinten, sie würden die Corona-Pandemie ernstnehmen und entsprechend klug handeln, versäumen es im Sommer 2021, in dem in Schulen Regelunterricht ohne Masken stattfindet trotz jener gefährlichen Delta-Variante?

Das geht gar nicht. Soviel Ignoranz sollte abgestraft werden, gerade die Union, die bekanntlich in weiten Teilen Regierungsverantwortung trägt, versagt jetzt, ist damit beschäftigt, ihre Vorteile zu sondieren. Da scheint die Corona-Pandemie als Nebenschauplatz zu verkümmern. Nicht gut, grob fahrlässig, läßt sehr tief blicken! In diesem Kontext möchte ich an das Schicksal von der Drehbuchautorin Heidi Ferrer erinnern, die nach einem langen Kampf gegen Long Covid sich das Leben nahm.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Meinung

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Wer weiß, weiß Gott

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Die Welt ist weiß,
ich weiß, weiß Gott,
im Himmelreich
alles ist rein,
kein Fleck
nirgendwo,
das Auge weint,
sehnt sich
nach Farbenfröhlichkeit,
Tränen
fallen gnädig,
das Weiß
wirkt schäbig,
weiß Gott,
eine Farbe
grau,
in der Sonne
sie schimmert
rötlichbraun,
wer weiß,
hat Gott gelacht,
mit der Hand
versucht zu retten,
wer weiß,
grauschwarz
nun die Flecken,
im Licht
blauschwarz,
ein wenig lila
konnte er entdecken,
wer weiß,
vielleicht gefällt
ihm das,
er wischt,
er reibt
die Tupfen,
ein neues Gefühl
das Putzen,
Reinlichkeit,
das Buntes
schafft,
wer weiß, weiß Gott,
wie wild er das macht,
zu wissen,
welch koloriertes
Reich er erschafft.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Von Einsicht keine Spur

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Bild von Djamel RAMDANI auf Pixabay

Affenlaute in Stadien erklingen
neben nationalistischem Singen.
Im Fußball die kranke Seele sich zeigt,
humanistische Einstellung vergeigt.
Rassismus hat erneut Hochkonjunktur,
von Lernfähigkeit gar keine Spur.
Solange wir solch Verbrechen zulassen,
entwickelt sich jenes tröge Hassen.
Toleranz letztlich nur eine Phrase,
der Mob tobt erneut auf der Straße,
während reiche Gesellen
wieder Faschismus bestellen!

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verborgener Schatten

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Aus dem Nichts trat er auf mich zu,
dachte wohl, er könnte mich überraschen,
vielleicht sogar erschrecken,
schmal, langgezogen tauchte er neben mir auf,
imitierte meine Haltung, meinen Gang,
lächerlich sein Gebaren,
und all dies nur, weil er alleine nicht existiert,
deshalb versucht er, mit kuriosen Figuren
Aufmerksamkeit zu erheischen,
sein egoistisches Verhalten
habe ich längst durchschaut,
mit mir nicht, du gestaltloser Wicht,
hinter mir kannst du deine Mätzchen treiben,
vor mir herschlendern, schon lange nicht mehr,
denn im Gegensatz zu dir bin ich flexibel,
kann vorwärts, rückwärts und seitlich gehen,
wenn dir nächstens wieder ein Mensch
zu Hilfe kommt mit seinen Schattengestalten,
um mich zum Ausweichen zu zwingen,
sei gewiß, du gruselst höchstens andere,
denn ohne mich gibt es dich gar nicht.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Demokratie trifft Autokratie in Genf

Biden und Putin mit Imponiergehabe auf Augenhöhe?

Wer tatsächlich geglaubt hat, dem Weltfrieden wäre geholfen beim Treffen der beiden wichtigsten Staatsmänner auf der politischen Bühne, China muß noch eine Weile lang ausharren, der wird unbedingt mit Nachdruck eines Besseren belehrt. Fehlanzeige, für Patrick Diekmann steht fest, daß Putins Feinde kurz leben. Bettina Gaus hebt in ihrer Kolumne „Lebensgefährliche Selbstüberschätzung“ hervor, eine Demütigung des Gegners sei noch nie eine kluge Stategie gewesen.

Es fragt sich allerdings, ob jede strategische Bemühung überhaupt erfolgreich enden kann. Mitnichten. Wer sich den historischen Verlauf beider Supermächte vergegenwärtigt, weiß nur zu genau, wie eindeutig deren politische Agenda sich Wege sucht, um diese stets durchzusetzen, egal welche Staatsmänner jeweils das Sagen haben. Zwei Ausnahmen bestätigen die Regel. Zum einen John F. Kennedy und zum anderen Michail Sergejewitsch Gorbatschow. Der US-Präsident wurde gezielt ermordet, der Staatspräsident der Sowjetunion durfte keine zwei Jahre wirken.

Wen interessiert schon die Meinung der anderen

Betont Bettina Gaus in ihrer Kolumne, sowohl für Biden als auch Putin stand von vornherein fest, daß ihr Treffen der Imagepflege diene, sie somit ihre Ziele erreichen würden, egal was der Rest der Welt denken mag. Natürlich mußte Biden das lästige Bild von seinem Vorgänger Trump geraderücken, während Putin bemüht war, Menschenrechtsverletzungen und Oppositionsbashing herunterzuspielen.

Vor knapp zwei Jahren wagten noch tausende Demonstranten sich vor den Kreml, um freie Kommunalwahlen zu fordern. Diese Zeiten dürften inzwischen der Geschichte angehören, es ist still geworden unter Putin im größten Land der Erde, in dem zunehmend autokratisch regiert wird. Mit echter Demokratie hat dies nichts mehr zu tun.

US-amerikanisches Wundenlecken nicht unbedingt hilfreich

Man sollte nicht außer acht lassen, daß noch zu Beginn dieses Jahres die Möglichkeit eines Putsches im Raume stand, im wahrsten Sinn des Wortes im Kapitol der Vereinigten Staaten, wo gezielt ein Mob die legitime US-Wahl verhindern wollte, um danach den noch amtierenden Donald Trump wieder zu legitimieren. Dessen Anhänger applaudierten, während die Welt erstaunt zusah.

Erleben wir etwa ein Zurück zum Kalten Krieg, wo man sich in bestimmten Treffen müde belächelt, während in Wirklichkeit eine Aufrüstung fortgesetzt wird? Teilweise bestimmt. Andererseits rüsten sich andere, um mitzumischen, z. B. China und Europa.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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