Bunter Schatten

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Bild von Erich Westendarp auf Pixabay

Die Markise gelblichbraun,
Sonnenschutz, wohl kaum,
der linke Schuh heller,
die Tasche unten mattschwarz,
oben wie lackiert, fast grell,
der Schulranzen zweigeteilt,
in den Farben gräulich gelb
und tiefes ockerbraun,
oft stand ich vor diesem Fenster,
betrachtend des Lichtes Spiel
mit den vielen zum Kauf
angebotenen Lederwaren,
die herbstlich warmen Farben,
dazu das gehemmte Licht
durch die verblaßte Markise,
fühlte sich heimelig an, warm,
manchmal sah ich auch ihn,
in seiner braunschwarzen Schürze,
und wenn er mir zuzwinkerte,
der Schuster, flitzte ich davon,
hinter seinem gebrochenen Licht,
ein bunter Schatten die Markise strich.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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KMK ignoriert weitere Bedenken zur Corona-Pandemie

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Nach bald anderhalb Jahren nichts dazugelernt?

In diesem Fall kann man der Lehrergewerkschaft nur zustimmen mit ihrer Kritik der Kultusministerkonferenz (KMK) gegenüber, sie kritisieren sie scharf, was die Planungen fürs nächste Schuljahr anbelangen. Hauptkritikpunkt der beschlossene uneingeschränkte Regelunterricht nach den Sommerferien.

Das Schuljahr ist noch nicht beendet, vor den Sommerferien meint die KMK, sich bereits als weise Experten aufzuspielen, obwohl genügend Stimmen vor einer möglichen vierten Welle im Herbst dieses Jahres warnen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, eine Corona-Pandemie hat nicht stattgefunden über soviel Leichtsinn. Insofern kann man Udo Beckmann, dem Vorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung (VBE), nur zustimmen, daß mögliche Risiken außer acht gelassen werden. Von einem Ende der Pandemie kann daher keine Rede sein.

Ausstattung von Schulen wichtiger denn je

Ganz besonders was wirkungsvolle Luftfilter anbelangt. Da hat die Bundesregierung nicht für genügend Druck gesorgt, um dem Abhilfe zu schaffen, obwohl Experten schon länger mit Forderungen aufwarteten, entsprechende Anlagen in den Klassenzimmern zu installieren. Daß dies mit Kosten verbunden ist, sollte keinesfalls als Argument gelten, einfach es zu unterlassen. Der gesundheitliche Schaden ist wesentlich beträchtlicher, von der politischen Trageweite solcher Versäumnisse mal zu schweigen.

Die zögerlich unverantwortliche Haltung der KMK spricht nicht für eine sonderliche Sensibilität, eher das Gegenteil trifft zu. Ignoranz ist somit kontraproduktiv, die Kritik der Lehrergewerkschaft ein Muß.

Gemeinsame Empfehlung zum Umgang mit Antisemitismus

Selbstverständlich spielen ganz besonders Schulen eine zentrale Rolle beim Umgang unserer Gesellschaft Minderheiten gegenüber, gerade was den wieder aufkommenden Antisemitismus anbelangt, der hierzulande rapide zunimmt. Keinesfalls aus heiterem Himmel, urplötzlich oder fast schon zufällig. Viel eher aufgrund jahrzehntelanger Versäumnisse die Verbrechen der Nazis richtig aufzuarbeiten, anzumahnen und vor allem Nazitum zu lasch zu ahnden.

Das Ergebnis des letzten Punktes sehen wir alle im Deutschen Bundestag sitzen. Unfaßbar, daß dort wieder Nazis mitreden dürfen, offiziell gewählt und geduldet. Umso wichtiger überall dort die Stimmen zu erheben, wo dies noch möglich ist, wie z.B. bei der KMK. Schulen als Spiegel der Gesellschaft haben es unbedingt in der Hand, mit gutem Beispiel voranzugehen. Aber ob das wirklich ausreicht, bleibt mal dahingestellt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Quergedachtes

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Halt für mein Wissen

Daher kam es,
das Vorurteil,
das sich vorne
platziert,
vor dem Urteil.

Das vor das Urteil
bedeckt,
damit man nicht
wieder direkt
urteilt.

Seine Haltung
überdenkt,
und dem Urteil
neues Wissen
schenkt.

Haltung,
die geistige,
auch körperliche,
nicht das Gebrechen,
Charakter mitteilt.

Warum das vor
vor dem Urteil daherkam,
wiedermal,
weil ich Halt brauchte
für mein Wissen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wie vor hundert Jahren

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Geschenkt, weil abgehängt,
umsonst verrenkt, da verdrängt
all die vergebliche Qual,
ob vor oder nach der Wahl.

Politik findet im Alltag statt,
manche sind mehr als satt,
sie blicken auf all jene herab,
das hält sie offensichtlich auf Trapp.

Soziale Spannungen halten an,
obwohl man diese doch ändern kann,
verkehrte Verteilung das Problem,
anhaltende Ignoranz ziemlich bequem.

Statt aus der Geschichte zu lernen,
lautet’s, sich von einander entfernen,
es interessiert nicht mehr das Leid,
wir sind mal wieder soweit.

Nazis läßt man wieder gewähren,
das könnt ihr hinterher nicht erklären!
Beste Voraussetzung für Zerstörung,
wo bleibt die nötige Empörung?

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Gedichte

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Wortschmerz

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Worte fluten Gefühle,
ungestüm vermengt
stürzen sie in Tiefen,
kein Wort sie benennt,
Silben, Ziffern bloß,
in der Seele schneit‘s
weiße Fetzen,
Herz angesengt,
Buchstaben schmerzen.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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Verkehrte Wahlprognosen in Sachsen-Anhalt

Die CDU mit Abstand stärkste Partei, Die Linke größter Verlierer

Erleben wir da etwa einen Höhenflug der CDU im kleinen Sachsen-Anhalt, weil der Name Reiner Haseloff so selbstherrlich geläufig, die anderen Kandidaten, die sich den Landtagswahlen stellten, nicht dessen Bekanntheitsgrad innehaben? Mit Sicherheit spielte das eine Rolle, obwohl die Wahlprognosen der letzten Umfragen gänzlich danebenlagen, besonders weil die Uhren in Sachsen-Anhalt etwa anders ticken.

Traute man der CDU zuvor noch 30 Prozent zu, erreichte sie gar 37,1%, ein deutlicher Abstand zu den Nazis, die lediglich 20,8% erreichten. Wie war das nochmal mit dem angeblichen Kopf-Kopf-Rennen? Davon kann somit gar keine Rede sein. Jene AfD ist zwar noch zweitstärkste Partei im Landtag, aber weiterhin in der Opposition, ein Regierungsbündnis mit den anderen verbleibenden Parteien kann sich der amtierende Ministerpräsident ziemlich streßfrei aussuchen.

Die CDU sollte dennoch keinesfalls frohlocken

Erst recht nicht auf Bundesebene nach jener dritten Landtagswahl in diesem Jahr. Die taz stellt zu Recht, alles nicht so schlimm, in Frage. Eben, mitnichten. Da findet tatsächlich ein Kamikazekurs der CDU gegenüber rechts außen statt, den es ohnehin besonders im Osten Deutschlands zu beobachten gibt, denken wir an Thüringen, an diesen Herrn Maaßen, der immer noch in der christlichen Partei tönen darf.

Schon beginnt das Ausschlachten der kleinen Landtagswahl, um von Erfolgsrezepten zu fabulieren, wie Armin Laschet zum Besten gibt, „der Kurs der Mitte wird um keinen Millimeter verändert“, liest man in der Süddeutschen. Dabei hebt der potentielle Kanzlerkandidat der Union die Geschlossenheit der CDU hervor, diese sei das Erfolgsrezept. Aber in Wirklichkeit waren es etliche Wähler, die einfach eine erstarkende AfD verhindern wollten, um damit die CDU zu stützen. Forsa-Chef Güllner meint lapidar, die Grünen hätten nunmehr kaum noch Chancen, stärkste Kraft bei der Bundestagswahl zu werden. Welch arrogante Überheblichkeit!

Linke Parteien schneiden schlecht ab, die Liberalen sind zurück

Der Abwärtstrend der SPD zeigt sich gleichwohl deutlich in Sachsen-Anhalt, sie büßt 2,2 Prozent der Wählerstimmen ein, erreicht nur noch 8,4%, während die Linken als großer Wahlverlierer dastehen. Ein Minus von 5,3 Prozent, was gerade mal 11% bedeutet. Die Grünen verbessern sich zwar um 0,7 Prozent, erreichen nur 5,9%, aber die Wahlprognosen lagen letztlich daneben mit knapp 9%.

Nach zehnjährigem Fernbleiben im Magdeburger Landesparlament sind die Liberalen wieder zurück mit 6,4%, dabei gar vor den Grünen, also nicht Schlußlicht, mit der Aussicht, eventuell mitregieren zu dürfen, wenn Reiner Haseloff sich dazu entschließt.

Lotar Martin Kamm

Kategorie: Politik

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Beweinte Erde

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Bild von Mariusz Prusaczyk auf Pixabay

Verweinte Erde,
niedergetrampelt
von Gefährten,
auch menschlichen,
Schweiß und Blut
getränkt,
Gift besprüht,
abgetragen,
Maschinenschaufeln
ohne Gefühl,
schützendes Gras,
Wurzeln,
die umarmten,
zerfetzt,
zerrissen,
weinende Erde,
niedergeschmettert,
seit Kind
ich dich bewein.

Doris Mock-Kamm

Kategorie: Gedichte

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